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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 27.07.2011 22:38 
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Location: Was Sie vorhin Hölle nannten, nennt er sein zu Hause.“
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Produktionsland: Deutschland, Spanien, Italien
Produktion: Artur Brauner, Antonio Tagliaferri, Leo Pescarolo
Erscheinungsjahr: 1978
Regie: Alberto Negrin
Drehbuch: Peter Berling, Marcello Coscia, Massimo Dallamano, Franco Ferrini, Alberto Negrin, Stefano Ubezio
Kamera: Eduardo Noé
Schnitt: Paolo Boccio
Musik: Riz Ortolani
Länge: ca. 85 Minuten
Freigabe: ungeprüft

Darsteller:
Fabio Testi: Inspektor Gianni Di Salvo
Christine Kaufmann: Christina
Ivan Desny: Oberstaatsanwalt Rotka
Jack Taylor: Parer Vicino
Bruno Alessandro: Di Salvos Assistent
Fausta Avelli: Emilia Rosso
Maria Asquerino: Direktorin Graham
Helga Liné: Frau Rosso
Silvia Aguilar: Virginia Nardini


Kommissar Gianni Di Salvo untersucht den Mord an der 18-jährigen Internatsschülerin Angela Rosso. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem ...

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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 23.08.2011 21:14 
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warum so wenig meinungen zu dem film? :mrgreen:

orgie des todes hat mir rundum ganz gut gefallen, ein schöner kleiner schmutziger film, wäre mal wieder eine neusichtung wert.

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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 24.08.2011 05:04 
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Ich finde auch, dass sich der Film deutlich nach unten von Dallamanos Arbeiten zum Thema abhebt. Der Film ist deutlich grobschlächtiger (wozu auch die deutsche Synchro beiträgt, in der Testi sich polternd über "einen riesigen Stahlschwanz" oder so ähnlich auslässt) und erlaubt sich in Form den Szenen mit Christine Kaufmann auch einige für mein Gefühl etwas fremdkörperhafte Exkurse, die nirgendwo hinführen. Ich habe ihn allerdings auch nicht mehr so gut in Erinnerung, müsste evtl. mal eine zweite Chance bekommen.

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Higurashi no Naku Koro ni


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 24.08.2011 07:34 
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Ich mag den Film. Eine erneute Sichtung ist längst überfällig. Kleiner und liebenswerter Italo-F(l)ick.

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 24.08.2011 09:57 
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Also ich mochte den Film auch sehr. Testi dreht hier richtig auf und die Geschichte (wenn auch in Abwandlung zig mal gesehen) ist spannend und macht Spaß.
Mir kam der Film ja so vor, wie eine Mischung aus "Der Tod trägt schwarzes Leder" und "Das Geheimnis der grünen Stecknadel". Nur das dieser Film hier irgendwie weitaus trashiger bzw. "leichter" rüberkam und auch mal unfreiwillig komisch war, wo die anderen beiden genannten Filme eher biererst sind.

Rundum fand ich den Film aber echt gut. Ich denke auch ich sollte mir den Film noch mal geben ;)


Grüße,
Nero


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 01.03.2015 13:53 
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Nero wrote:
Mir kam der Film ja so vor, wie eine Mischung aus "Der Tod trägt schwarzes Leder" und "Das Geheimnis der grünen Stecknadel". Nur das dieser Film hier irgendwie weitaus trashiger bzw. "leichter" rüberkam und auch mal unfreiwillig komisch war, wo die anderen beiden genannten Filme eher biererst sind.

Der Trash-Faktor dürfte an der Musik liegen, die so zuerst in SUPER BITCH eingesetzt wurde. Wo sie allerdings auch besser passt, denn ORGIE ist schon ein Stückchen dreckiger und düsterer als SUPER BITCH, und der schluffige Funksound passt da irgendwie nicht so recht.
Aber im großen und ganzen bin ich eigentlich recht zufrieden. Wie der kleine Bruder der GRÜNEN STECKNADEL. Schade dass Christine Kaufmann so wenig Screentime hat, und unverständlich warum Ivan Desny von einem Franzosen synchronisiert wird. Aber der Rest passt gut.

Sehr nett der Dialog zwischen Inspektor und Assi, wie der Assi zum Hosenkauf geschickt wird: "Aber ich trage doch gar keine Jeans." "Du ziehst das an was ich sage." :mrgreen: Testi darf allgemein in der Synchro ein paarmal draufhauen, aber gottseidank nie völlig sinnfrei. Und das Showdown im Krankenhaus ist mal was völlig anderes. Ich bin im Mörder-Raten mittlerweile ziemlich gut geworden, aber auf DEN Täter im Krankenhaus wäre ich nie gekommen ...

7 von 10 Strickjacken* ist das allemal wert, weil ordentlich gemachter und vor allem unterhaltsamer Durchschnitt.

*Hatte Fabio Testi nicht schon mal die gleiche Strickjacke an? Vielleicht in RACKET? Ist das vielleicht das italienische Gegenstück zu Schimanskis Parka? Fragen über Fragen ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 01.03.2015 14:14 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Schade dass Christine Kaufmann so wenig Screentime hat, und unverständlich warum Ivan Desny von einem Franzosen synchronisiert wird.

Mich wundert auch, dass Christine Kaufmann hier völlig verschenkt wurde, was wirklich sehr schade ist!
Hast du den Film auf Deutsch gesehen? Ivan Desny spricht sich dort schon selbst, er hört sich immer so an. :mrgreen:
Ich mag "Orgie des Todes" sehr gerne, ich finde ihn auch ordentlich inszeniert und vor allem überraschend in der Auflösung.


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 01.03.2015 14:53 
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Prisma wrote:
Hast du den Film auf Deutsch gesehen? Ivan Desny spricht sich dort schon selbst, er hört sich immer so an. :mrgreen:
Ah, dann kannte ich ihn bislang wohl nur synchronisiert :shock:
Da ich Fabio Testi sehr gerne sehe ist das ein Film der sicher öfters im Player landen wird. Dann kann ich den Desny auch noch mal so richtig "genießen" :mrgreen:

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 01.03.2015 15:07 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Da ich Fabio Testi sehr gerne sehe ist das ein Film der sicher öfters im Player landen wird.

Ist bei mir ganz genau so, also beides. Deswegen habe ich mir die DVD auch direkt schon einmal bereit gelegt. :mrgreen:


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 18.12.2016 15:53 
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Fabio Testi   in

ORGIE DES TODES

● ENIGMA ROSSO / ORGIE DES TODES / DAS PHANTOM IM MÄDCHENPENSIONAT / TRÁFICO DE MENORES (I|D|E|1978)
mit Ivan Desny, Helga Liné, Jack Taylor, Fausta Avelli, Tony Isbert, Bruno Alessandro, María Asquerino und Christine Kaufmann
eine Produktion der CIPI Cinematografica S.A. | Daimo Cinematografica | CCC Filmkunst | Penta Films
ein Film von Alberto Negrin


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»Lauf dem Tod entgegen, der Tod läuft dir entgegen!«

Die Polizei findet die Leiche der 18jährigen Schülerin Angela Rosso, und aufgrund ihrer Verletzungen scheint es förmlich so, als sei sie von einem wilden Tier zerfetzt worden. Inspektor Di Salvo (Fabio Testi) steht vor einem schweren Rätsel. Seine Ermittlungen führen ihn in ein Mädcheninternat des gehobenen Standards, in dem die Ermordete zur Schülerin war. Schon bald stößt Di Salvo auf erste mysteriöse Hinweise, wie beispielsweise die Zeichnung einer Katze im Tagebuch der Ermordeten. Auch ihre Mädchenclique gibt Rätsel auf, doch die Hintergründe bleiben lange ungewiss. Ein Profil des Täters ist kaum zu erstellen, und beteiligte Personen fallen durch mangelnde Kooperation und hohe Widerstände auf. Weitere Ermittlungen ergeben, dass man es mit einem Ring einflussreicher Persönlichkeiten zu tun hat, die sich mit jungem Fleisch versorgen lassen. Wann wird die Clique um die ermordete Angela ihr Schweigen brechen und wer steckt hinter den bestialischen Morden..?

Alberto Negrin, der sich hauptsächlich beim Realisieren im Serien- und TV-Fach einen Namen machen konnte, inszenierte mit "Orgie des Todes" seinen ersten von wenigen Filmen fürs Kino, die dem Vernehmen nach alle keine Erfolge wurden. Diese Produktion erinnert thematisch in vielerlei Hinsicht an Klassiker wie beispielsweise "Der Tod trägt schwarzes Leder" oder "Das Geheimnis der grünen Stecknadel", doch die Sparte der Beiträge rund um Mädchenschulen- oder Internate hatte ihren Zenit im Produktionsjahr 1978 bereits überschritten, zumindest in dieser Form. Nichtsdestotrotz ist ein unterhaltsamer und sehr atmosphärischer Spät-Giallo entstanden, der zwar gewissermaßen ohne eigene Seele auszukommen hat, da zu viele Inhalte ohne wirklich neue Impulse reproduziert wurden, aber in den Sphären unzähliger Wiedererkennungswerte überzeugen kann. Die Elixiere der Geschichte sind dunkle Geheimnisse und verbotene Machenschaften im Rahmen von Fantasien, auf die alternde Herren in langweiligen Ehen hier gerne kommen, wenn sie mit ein paar blutjungen, zunächst noch willigen Schulmädchen versorgt werden. Dass unterm Strich das Ende für jeden folgt, der zu viel weiß, oder zumindest sprechen könnte, liefert eine nahezu eindeutige Prognose für das Ende von zahlreichen Beteiligten, sodass schon einmal ganz pauschal genügend Spannung in der Luft liegt. Der reißerische deutsche Titel findet seine Bedeutung in der Trennung seiner Aufhänger, denn nach der Orgie folgt der Tod. Dieser wenig diskrete Hinweis auf sexuelle Ausschweifungen und verbotene Triebe bleibt nach dem Verlauf in absolut relativer Form zurück, denn man verliert sich angesichts der prekären Thematik geflissentlich in Andeutungen und dem Zuschauer werden nur wenige mechanische Illustrationen angeboten, was die allgegenwärtige Perversion daher noch viel abstoßender erscheinen lässt.

Negrins Beitrag transportiert letztlich nicht den Charme, beziehungsweise Stil großer Vorbilder, was in erster Linie an den angebotenen Charakteren liegt. Hinzu kommt eine teilweise Haudrauf-Synchronisation, die gewissen Personen zwar viel Leben und Agilität einhaucht, aber eben nicht für einen, naja, eher kultivierten Charakter innerhalb ohnehin pervertierter Machenschaften sorgen kann. Da dieser Ausgleich fehlt, setzt man auf ein paar wenige Alternativen, die in der Variation zwar nicht immer brandneu wirken, aber dennoch überzeugen können. Als besonderer Pluspunkt ist hier eine ungewöhnliche Erweiterung im Rahmen der - wenn man es übertrieben formulieren möchte - Hauptrollen zu erwähnen, oder besser gesagt im Kreis der treuen Komplizen, die hier in Form einer schneidigen Kawasaki oder einer stahlblauen, einfach nur wunderschönen DS von Citroën zu sehen sind. Die Kamera räumt diesen Helfershelfern viel Raum ein und tastet sie sehr aufmerksam und bewundernd ab, im Endeffekt handelt es sich um eine schöne Hommage für so viel Eleganz und Ästhetik in Vollendung und Einklang mit Zuverlässigkeit sowie Funktion, die das Auge des geneigten Zuschauers erfreuen wird. Bleibt man bei den tatsächlichen Hauptrollen, so gibt es neben einem omnipotenten Fabio Testi eigentlich niemanden, der in gleicher Form exponiert in Erscheinung tritt. Ivan Desny als Oberstaatsanwalt ist vielleicht als zweite wichtige Rolle zu nennen, allerdings entsteht dieser Eindruck auch nur, weil man ihn den ganzen Film über immer wieder sporadisch zu Gesicht bekommt. Die nominelle weibliche Hauptrolle gibt Christine Kaufmann unter überaus diffuser Anlegung, sodass es letztlich nur erwähnenswert erscheint, weil man sie in ihrer vollen Anmut wahrnehmen darf. Im Großen und Ganzen wirkt die Deutsche allerdings weitgehend verschenkt und verschwindet demnach auch mitten im Film ganz plötzlich ohne weitere Erklärungen.

Um nochmals auf die Parallelen zu ähnlichen Beiträgen zurückzukommen, ist hier dem Empfinden nach manchmal ein regelrechtes Ersatzteillager bekannter Inhalte zu finden, was weniger Kritik als Feststellung sein sollte. Voyeurismus unter der Dusche, Sex-Capricen der jungen Schulmädchen, ein Lehrer-Kollegium das den Eindruck erweckt, als sei es einer Geisterbahn entsprungen, ein Ermittler, der mit unorthodoxen Methoden aufräumt und alte Herren, die im Spätherbst ihres Lebens noch einmal auf Ideen stoßen, die sie bisher noch nicht einmal aus ihren kühnsten Träumen kannten, oder Riz Ortolanis Musik aus "Sieben Tote in den Augen der Katze". Sicherlich ist dieses Grundgerüst mitunter der Stoff, aus dem die Albträume dieser Geschichten sind, aber die ausgeliehenen Themen erfahren dem Empfinden nach nicht die nötige Präsenz oder Brisanz, geschweige denn ausgiebige Abhandlung. Über allem steht jedoch der enorme Unterhaltungswert dieses Beitrags, der sich sehr auffällige Unterschiede bezüglich seiner Wirkung erlaubt. Mal erscheint die Geschichte (zu) konservativ, um kurz danach mit großen Spektakeln, oder beinahe extravaganten Strecken aufzufallen. In Deutschland fand sich für "Orgie des Todes" seinerzeit kein Verleih, also kam es auch zu keiner Auswertung im Kino, sodass es Alberto Negrins Film hierzulande erst im Jahr 1986 zu einer Veröffentlichung brachte. Vielleicht kann das mangelnde Interesse zur Entstehungszeit an der Produktion tatsächlich so gedeutet werden, dass derartige Formate einfach nicht mehr en vogue waren und man daher den günstigen Zeitpunkt um einige Jahre verpasst hatte. Dennoch sagt es nichts über die zweifellos vorhandenen Vorzüge aus, denn bei näherem Betrachten offenbaren sich sehr viele Berührungspunkte, die zu gefallen wissen. Um nochmals auf die Funktion der Besetzung zurückzukommen; es fehlt ein wenig an Ausgewogenheit, denn viele der Parts sind zu unscheinbar oder kurz ausgefallen.

Da Fabio Testi als Inspektor Di Salvo hier in jeder Beziehung über allem steht, muss seine Rolle auch dementsprechend stichhaltig ausfallen, und hier kommt tatsächlich alles zusammen. Sein Beruf hat ihn über die Jahre ganz offensichtlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Er hat zu viel gesehen, um sich mit unnötigen Sentimentalitäten oder Höflichkeiten aufzuhalten. Seinem jeweiligen Gegenüber gibt er daher unmissverständlich zu verstehen, was er von ihm hält. So umgibt den temperamentvollen Ermittler zwar überhaupt kein Geheimnis, aber er kann sehr gut als eines der Fundamente der Geschichte angenommen werden. In kleineren Rollen sieht man einen überaus unbequem wirkenden Jack Taylor, eine gerne gesehene Helga Liné, deren Auftrittsdauer aber leider einen Wettlauf gegen etwa zwei Minuten veranstaltet, oder Fausta Avelli, die erneut Misstrauen und das Bedürfnis nach Sicherheitsabstand hervorruft. "Orgie des Todes" präsentiert eine durchweg angenehme Besetzung, die aber weit von der Extraklasse vieler Gialli entfernt ist. Der Film bietet überdies ein sehr interessantes Puzzlespiel in Form einer Assoziationskette an, die zur Klärung des Falles interessant und exponiert in den Fokus gerückt wird. Was bei anderen Mädchen-Cliquen etwa eine grüne Stecknadel war, setzt sich hier geheimnisvollerweise aus dem Codenamen »Nemesis« zusammen, was allerdings nicht im Rahmen griechischer Mythologie aufgeschlüsselt wird. Eine aufgemalte Katze aus einem Tagebuch, die sich auch auf einem Plakat wiederfindet und den Ermittler zur nächsten Instanz bringt, ein rätselhafter Vers und einige weitere dieser Hinweise, die erst einmal Ordnung finden müssen, wirken spannungsbildend und tragen zu einem klaren Aufbau bei, den der Film in voller Länge auch zu vermitteln weiß. "Orgie des Todes" thront schlussendlich nicht im Olymp der Top-Gialli, kann aber als Film der späteren Stunde mit klassischen Elementen, intelligenten Twists und hohem Unterhaltungswert, sowie einem packenden Finale punkten.


— ITALO-CINEMA —


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 18.12.2016 20:48 
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Der könnte auch mal legal rauskommen.
Ich glaube im Ausland kriegt er eine Bluray spendiert.


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 19.12.2016 06:06 
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Die "Orgie des Todes" habe ich mir auch gerade vor Kurzem mal wieder angeschaut, da ich ihn bis dato eher als einen der unterdurchschnittlicheren Beiträge des Giallo-Genres in Erinnerung hatte. Überraschenderweise hatte er mir dieses mal aber recht gut gefallen und empfand ihn dabei auch recht spannend inszeniert. :dh:


Nachdem die erneute Betrachtung der "Orgie" ein überraschend positives Ergebnis zu Tage förderte, folgten auch noch gleich ein paar weitere Refreshs von bis dahin eher belangloseren Genrevertretern (zumindest meiner Erinnerung nach) und siehe da, fast allen konnte ich in der zweiten Runde etwas Positives abgewinnen, was sich dann auch wiederum positiv auf den hinterlassenen Gesamteindruck auswirkte (hierzu zählten u.a. Der Tod wartet in Venedig, Das Geheimnis des magischen Kreises, Autopsy - Hospital der lebenden Leichen, Blutiger Zahltag, Stendhal Syndrom und The Card Player) Der einzige Film mit dem ich auch weiterhin überhaupt nicht warm geworden bin, war hierbei: Night Ripper - Das Monster von Florenz (Schätze mal, dass hier Hopfen und Malz für immer verloren ist) ;)


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 19.12.2016 18:28 
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Richie Pistilli wrote:
Überraschenderweise hatte er mir dieses mal aber recht gut gefallen und empfand ihn dabei auch recht spannend inszeniert.

Mich konnte der von Anfang an recht gut begeistern, ist daher auch einer der Vertreter, die ich mir häufiger als andere anschaue.
Woran hat es denn beim ersten Mal gelegen, dass er dir nicht so gefallen hat?


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 19.12.2016 18:39 
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Prisma wrote:
Woran hat es denn beim ersten Mal gelegen, dass er dir nicht so gefallen hat?


Aus heutiger Sicht tippe ich einfach mal auf meine damalige Tagesverfassung :unknown:
(die ist nämlich in den meisten Fällen daran schuld) 8-)


Obwohl ich mir den Film zuvor bereits zweimal angeschaut habe, konnte er schlussendlich erst beim dritten Versuch zünden. Warum? Keine Ahnung? Diese Frage habe ich mir im Nachhinein natürlich auch mehrfach gestellt, aber bis dato leider keine eindeutige Antwort darauf gefunden :unknown:

Und genau aus diesem Grund bekommt bei mir auch (fast) jeder Film über kurz oder lang (mind.) eine zweite Chance eingeräumt ;)


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 19.12.2016 19:15 
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Matze5878 wrote:
Der könnte auch mal legal rauskommen.
Ich glaube im Ausland kriegt er eine Bluray spendiert.

Da war doch die Eyecatch Dvd eh eher unterirdischer Qualität wenn ich mich erinnere...

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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 19.12.2016 20:17 
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Richie Pistilli wrote:
Und genau aus diesem Grund bekommt bei mir auch (fast) jeder Film über kurz oder lang (mind.) eine zweite Chance eingeräumt ;)

Das mache ich bis auf sehr wenige Ausmahmen grundsätzlich auch so.
Naja, und die Frage, warum einem ein Film manchmal nicht gefällt, erübrigt sich ja eigentlich.
Manchmal kann ich hinterher auch nicht sagen, was mir nicht gepasst hat. Es ist einfach da. :D


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 20.12.2016 06:59 
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Prisma wrote:
Manchmal kann ich hinterher auch nicht sagen, was mir nicht gepasst hat. Es ist einfach da. :D


Und in manchen Fällen ist es dann nach einer erneuten Betrachtung urplötzlich wieder weg, ohne aber letztendlich Gewissheit darüber zu haben, was es nun tatsächlich war. Die Hauptsache ist doch, dass der Film irgendwann funzt :)


Abschließend noch zwei Trailer: Da der zusammengebastelte deutsche Trailer doch etwas sonderbar wirkt, folgt hier der Italienische:


www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 20.12.2016 13:16 
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Richie Pistilli wrote:
Die Hauptsache ist doch, dass der Film irgendwann funzt

Auch wieder wahr! :D


Richie Pistilli wrote:
Da der zusammengebastelte deutsche Trailer doch etwas sonderbar wirkt

Oh ja, war auch mein Eindruck. Hab mich daher gar nicht getraut, den hier zu posten. :lol:


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 24.03.2018 17:19 
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Kommt demnächst in den USA heraus.
Weiß jemand etwas über eine eventuelle deutsche Veröffentlichung?


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 26.03.2018 11:47 
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Matze5878 wrote:
Kommt demnächst in den USA heraus.
Weiß jemand etwas über eine eventuelle deutsche Veröffentlichung?


Auf DVD gibt's den schon seit Jahren von Eyecatcher bei uns. ;)

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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 26.03.2018 12:13 
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Rolf wrote:
Auf DVD gibt's den schon seit Jahren von Eyecatcher bei uns. ;)


Sicherlich zielte die Nachfrage auf eine offizielle VÖ aus Deutschland... ;)

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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 26.03.2018 12:13 
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Rolf wrote:
Matze5878 wrote:
Kommt demnächst in den USA heraus.
Weiß jemand etwas über eine eventuelle deutsche Veröffentlichung?


Auf DVD gibt's den schon seit Jahren von Eyecatcher bei uns. ;)


Das weiß ich auch und die habe ich ja. ;)

Ich meine ne ordentliche, qualitative Veröffentlichung.


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 Post subject: Re: ORGIE DES TODES - Alberto Negrin
PostPosted: 26.03.2018 18:48 
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Matze5878 wrote:
Rolf wrote:
Matze5878 wrote:
Kommt demnächst in den USA heraus.
Weiß jemand etwas über eine eventuelle deutsche Veröffentlichung?


Auf DVD gibt's den schon seit Jahren von Eyecatcher bei uns. ;)


Das weiß ich auch und die habe ich ja. ;)

Ich meine ne ordentliche, qualitative Veröffentlichung.


Achso, sorry. Und ja: da ist mal ein Upgrade fällig. Mir wär die Synchro auch ganz lieb da Testi hier von Danneberg gesprochen wurde.

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