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 Betreff des Beitrags: ICH ERSCHOSS JESSE JAMES - Samuel Fuller
BeitragVerfasst: 24.05.2018 17:46 
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Produktionsland/Jahr: USA 1949
Darsteller: Preston Foster, Barbara Britton, John Ireland, Reed Headley, J. Edward Bromberg, Victor Kilian, Tom Tyler, Tommy Noonan, Eddie Dunn, Barbara Woodell
Drehbuch: Samuel Fuller
Produziert von: Carl K. Hittleman
Musik: Albert Glasser

Die berüchtigte James-Bande nimmt sich die Bank von Topeka vor. Doch diesmal verlässt sie das Glück, die Beute ist gleich null und Bob Ford schwer verletzt. Jesse James kann ihn in letzter Minute vom Tatort wegschaffen und bringt ihn nach St. Joseph, Missouri. Dort kuriert er unter falschem Namen - als Tom Howard - seine Verwundung aus. Bei der Vorstellung einer Wanderbühne entdeckt Bob Ford seine Jugendliebe Cynthy wieder. Die alte Leidenschaft flammt auf, er will Cynthy unbedingt zu seiner Frau machen. Doch er weiß: Das Mädchen liebt den Luxus, ein Habenichts kommt für sie nicht infrage. Also beschließt er, sich die 1.000 Dollar zu verdienen, die auf Jesse James' Kopf ausgesetzt sind...
(Moviepilot; gekürzt)

Das Regiedebüt von Samuel Fuller - einer der unzähligen Jesse-James-Filme.
Ich habe noch nicht viele Versionen von Jesse James' Ermordung durch Robert Ford gesehen, aber so wie Fuller das macht, wie er es ausgearbeitet hat, gefällt mir das ziemlich gut.
Es ist zwar nur ein kleiner Film und nach knappen 78 Minuten ist der Spaß auch schon vorbei, aber was in diesen 78 Minuten steckt, ist oftmals wirklich beachtlich.
Spannung, hohe Dynamik (trotz eines nicht allzu hohen Erzähltempos), durchwegs sehr interessant gezeichnete Charaktere, bestens besetzt und Fuller zeigt ein Gespür für den Western, wie ich es mir (vor allem von einem Regieneuling, der sich an einen Western wagt) nicht erwartet hätte.
Trotz der kurzen Laufzeit lässt er sich in vielen Szenen Zeit, handelt nichts zu schnell ab, treibt die Geschichte in Ruhe voran, sodass es auch für den Zuschauer übersichtlich bleibt.
Das macht er schon sehr ordentlich und an Ideen mangelt es Fuller anscheinend auch nicht (er lässt James Schauspieler werden und den Mord an Ford auf der Bühne zeigen).
Dies stellt auch gleich eine Schlüsselszene dar, aber inwiefern sie das ist, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht weiter ausführen, das muss jeder für sich sehen und herausfinden.
Aber es ist eine schön ausgearbeitete Szene, wie er James vor Publikum sich selbst entlarven lässt.
Ansonsten fällt sicher noch die Saloon-Szene auf, wo Robin Short "The Ballad of Jesse James" singt, die angeblich allen Leuten gefällt, nur James selbst ist verständlicherweise nicht sehr erfreut darüber.
Interessant, wie Fuller das Ganze inszeniert:
Man hört nur Short singen, die übrigen Gäste sagen kein Wort, alle sitzen oder stehen mit versteinerter Miene da und darauf liegt der Fokus.
Allen steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben und Short selbst ist so verunsichert, dass er nur mit Mühe und zittriger Stimme weitersingen kann, als Ford ihn dazu auffordert.
Von diesen ungefähr 5 Minuten kostet Fuller jede Sekunde aus und Ireland kann zeigen, wie viel mit minimalem mimischem Spiel möglich ist.
Auf alle Fälle eine angenehm unangenehme Szene, die in ihrer Ästhetik, denke ich, auch schon ein bisschen den IW vorwegnimmt und ein klares Highlight des Films ist.
Damit aber genug zu den inszenatorischen Qualitäten, kommen wir zu den Darstellerischen.
Ein Film kommt nun mal im Normalfall nicht ohne Schauspieler aus, aber die mögen mit Bedacht selektiert sein.
In ICH ERSCHOSS JESSE JAMES hat man meist eine sehr gute Wahl getroffen, auch wenn die jeweilige Rolle noch so klein ist.
Letzteres würde eben auf die Rolle des Jesse James zutreffen, der nicht lange und nicht viel zu tun hat.
Die drei Hauptrollen sollen aber (obwohl eine gute Besetzung hier selbstverständlich sein sollte) auch nicht unterschlagen werden.
John Ireland, wie gesagt, absolut hervorragend, Barbara Britton als Cynthy, seine Zukünftige ebenso (dient nebenbei auch als Augenweide) und Preston Foster als John Kelley (der in der Realität Edward Kelley hieß) macht seinen Teil auch sehr überzeugend.
Das einzige, was in dem Film merklich rein durchschnittlich ausfällt, ist die Musik, aber das ist zu verschmerzen.
Im Gesamten betrachtet nimmt das dem Film so gut wie nichts und so gehen sich da schon gute 7,5-8/10 aus.

The Ballad of Jesse James:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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