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 Betreff des Beitrags: DER ZEHNTE TAG - Claude Chabrol
BeitragVerfasst: 28.05.2018 23:24 
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Produktionsland/Jahr: Frankreich, Italien 1971
Darsteller: Anthony Perkins, Marlène Jobert, Michel Piccoli, Orson Welles, Guido Alberti, Tsilla Chelton, Giovanni Sciuto, Vittorio Sanipoli
Drehbuch: Eugene Archer, Paul Gardner, Paul Gégauff
Produziert von: André Génovès
Musik: Pierre Jansen

Als der junge Charles mit blutverschmierten Händen in einem Hotelzimmer aufwacht, bittet er seinen Freund Paul um Hilfe. Paul findet schnell heraus, dass Charles sich ausgerechnet mit der jungen Frau seines Adoptivvaters eingelassen hat. Wegen dieser heimlichen Liebe wurde Charles Opfer einer Erpressung...
(Ofdb)

Mit dem Film ist Chabrol genau da, wo wir ihn wohl am liebsten haben.
Auf seinem Spezialgebiet, bei einer Mischung aus Mystery/Psychothriller mit Krimi-Anleihen.
Aus diesen Zutaten entsteht ein geschmackvoll-intensiver Genrecocktail, der von Schluck zu Schluck (oder besser gesagt, von Tag zu Tag, da der Film ja in Tage unterteilt ist) eine stetig stärker werdende Wirkung entfaltet.
Es ist im Grunde ein Ensemblefilm, der im kleinen Kreise von fünf Personen eine Geschichte um die Geheimnisse einer vornehmen Familie erzählt, wo jeder Einzelne dieser illustren Runde seine Leichen im Keller zu haben scheint.
Jeder von ihnen scheint auf seine Art irgendwie nicht ganz normal zu sein; auch Paul, der nicht direkt zur Familie gehört, sondern nur ein Freund von Charles ist.
Irgendwann steht aber auch er, der anfangs Außenstehende, plötzlich neben Charles' Adoptivvater Théo (Orson Welles) im Mittelpunkt des Interesses.
Von Tag zu Tag steigen Spannung und Intensität, gibt's neue Erkenntnisse, zeitweise scheint es gar als wäre das Ganze ein Intrigenspiel jeder gegen jeden, aber das wäre dann doch ein bisschen zu einfach.
Aber es ist bis zum Schluss genial aufgebaut, wirklich lückenlos und so gut wie unvorhersehbar.
Und selbst wenn man am neunten Tag glaubt, die Sache sei geklärt, irrt man sich noch immer.
Denn ist ja erst der neunte Tag und der Film heißt nicht umsonst DER ZEHNTE TAG.
Auch der zehnte Tag hält noch eine Überraschung bereit, erst da wird das alles endgültig aufgeklärt und es macht überhaupt nichts mehr, wenn die letzte Konsequenz in den letzten Sekunden des Films dann doch vorhersehbar ist.
Es passt wirklich alles zusammen:
Von der intelligent konstruierten Geschichte, einem exzellenten Drehbuch, über die erlesene Besetzung (herausragend: Orson Welles als Mann von Welt), die schöne Fotografie von Chabrol-Stammkameramann Jean Rabier bis zum Setting am herrschaftlichen Anwesen.
(Eingekleidet wurden die Damen und Herren vor der Kamera übrigens von Karl Lagerfeld).

Fazit: Mit DER ZEHNTE TAG zeigt sich Chabrol von seiner besten Seite und massiert und knetet uns wieder einmal höchst genüsslich das Hirn durch.
Kann man sich ruhig gefallen lassen, ist überaus angenehm!
9/10

Trailer:
www.dailymotion.com Video From : www.dailymotion.com


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