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 Betreff des Beitrags: GARGOYLES - Bill Norton
BeitragVerfasst: 09.06.2018 12:26 
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Gargoyles
USA 1972 - Directed by Bill Norton
Starring: Cornel Wilde, Jennifer Salt, Grayson Hall, Bernie Casey, William Stevens, Woody Chambliss, Scott Glenn...


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Willie (Woody Chambliss, The Devil's Rain), Inhaber von Uncle Willie's Desert Museum, berichtet von einem sensationellen Fund. Und das bizarre Skelett, das er stolz vor dem Anthropologen, Bestseller-Autoren und Dämonologie-Experten Dr. Mercer Boley (Cornel Wilde, Sharks' Treasure) und dessen Tochter Diana (Jennifer Salt, Brian De Palmas Sisters) enthüllt, ist der handfeste Beweis, daß er nicht zu viel versprochen hat. Doch noch während er seine Geschichte über das seltsame Fundstück zum Besten gibt, sind lautes Flügelschlagen und seltsame Geräusche zu hören, und dann beginnt auch schon jemand oder etwas, heftig an den Wänden des Holzschuppens zu rütteln. Ein Dachbalken stürzt auf Willie, eine Petroleumlampe kippt um, und binnen Sekunden steht der Raum in Flammen. Für Willie kommt jede Hilfe zu spät, aber den Skelettschädel können Mercer und Diana aus dem Inferno retten. Bei der Fahrt zurück folgt der nächste Schock: Ein geflügeltes Wesen attackiert den Wagen und demoliert ihn, sodaß die beiden die Nacht im Cactus Motel von Mrs. Parks (Grayson Hall, Dark Shadows) verbringen müssen. Und dort kommt es alsbald zu den nächsten Angriffen der mysteriösen Kreaturen, die sämtliche Beweise, die auf ihre Existenz hindeuten, verschwinden lassen wollen. Als der Anführer der Gargoyles (Bernie Casey, In the Mouth of Madness) Diana entführt und in ihr Versteck, eine Höhle, verschleppt, macht sich Mercer, unterstützt von der örtlichen Polizei sowie ein paar jungen Bikern, auf die Suche nach seiner Tochter.

Bill Nortons in achtzehn Tagen abgedrehter Gargoyles ist ein ambitionierter und kurzweiliger Monsterstreifen aus den frühen Siebziger-Jahren, produziert für das amerikanische Fernsehen (Erstausstrahlung: 21.11.1972 auf CBS). Der Film gewann 1973 einen Primetime Emmy in der Kategorie "Outstanding Achievement in Makeup", und die Gewinner sind keine Unbekannten. Del Armstrong (Return of the Living Dead: Part II), Ellis Burman Jr. (The Goonies) und Stan Winston (Aliens) schufen die titelgebenden Kreaturen, die nach der altbewährten Mann-im-Gummikostüm-Methode zum Leben erweckt wurden. Aus heutiger Sicht mögen die höllischen Wesen bisweilen zwar trashig und unfreiwillig komisch wirken, aber die Arbeit, die in die Ungeheuer investiert wurde, weiß den geneigten Fan auch fast fünfzig Jahre später noch zu beeindrucken. Die Masken sind liebevoll und einfallsreich gestaltet, und jede Kreatur unterscheidet sich von der anderen, insbesondere im Bereich des Kopfes. Das ist auch wichtig, da sich die Wesen, im Gegensatz zu vielen anderen Monsterfilmen, alles andere als rarmachen. Die Gargoyles haben sehr viel Screentime; so viel sogar, daß man sich mehr für sie als für die Menschen interessiert. Zwar führen sie - langfristig gesehen - Böses im Schilde, gedenken gar, die Ära der Menschheit zu beenden, aber im Augenblick wollen sie einfach nur in Ruhe gelassen werden, sich weiterbilden, dazulernen, sich vermehren und überleben. Ihre Brut wächst in großen Eiern heran, aus denen sie dann schließlich schleimverschmiert ausschlüpft.

Die Gargoyles stehen im Dienste Satans und werden nicht eher ruhen, bis sie seine Prophezeiung ("My offspring, the gargoyles, will one day rule the Lord's works, earth and man.") erfüllt haben. Bis jetzt konnten sie von den Menschen immer in ihre Schranken gewiesen werden, doch endgültig besiegt sind sie deshalb nicht, werden sie doch alle fünfhundert Jahre erneut wiedergeboren, um ihre Mission auf ein Neues zu beginnen. Wieso diese reptilienartigen Kreaturen - die sich übrigens wie Amando de Ossorios "reitende Leichen" in Zeitlupe bewegen, was ihnen eine befremdliche, leicht außerweltliche Aura verleiht - den menschlichen Protagonisten die Show stehlen, liegt auf der Hand. Die Figuren sind nicht nur schwach charakterisiert, sie sind auch schlecht gespielt und überwiegend (sehr) unsympathisch. Die Hauptfigur etwa, Dr. Boley, gespielt von Cornel Wilde auf Autopilot, ist ein überheblicher, selbstgefälliger Widerling, der seine (auch nicht sonderlich liebenswerte) Tochter vorsätzlich in Gefahr bringt, den armen Willie abfällig behandelt und dessen Tod völlig emotionslos zur Kenntnis nimmt. Am sympathischsten ist da noch der junge Scott Glenn (The Silence of the Lambs) als Biker, der zumindest gegen Ende hin selbstlos agiert und dafür einen hohen Preis bezahlen muß. Ansonsten ist Gargoyles recht flott erzählt, erfreut das Herz mit staubig-kargen New Mexico-Schauplätzen, einer netten Actionsequenz sowie viel Monster-Action, die so manche dramaturgische Schwäche übertünchen. Ein charmant-schlockiges Creature-Feature also, dem man seine TV-Herkunft nicht ansieht.

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