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 Betreff des Beitrags: TODESTROMMELN AM GROẞEN FLUSS - Lawrence Huntington
BeitragVerfasst: 01.07.2018 11:25 
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● TODESTROMMELN AM GROẞEN FLUSS / DEATH DRUMS ALONG THE RIVER (D|GB|1963)
mit Marianne Koch, Richard Todd, Albert Lieven, Vivi Bach, Jeremy Lloyd, Robert Arden, Simon Sabela und Walter Rilla
eine Produktion der Constantin Film | Big Ben Films | Hallam Productions | im Constantin Filmverleih
nach Motiven von Edgar Wallace
ein Film von Lawrence Huntington


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»Schlechte Nachrichten verbreiten sich immer schnell!«

Ein kleiner Diamantenschmuggler ersticht einen Polizisten als er verfolgt wird und Inspektor Sanders (Richard Todd) nimmt die Ermittlungen auf. Schnell kann er herausfinden, woher dieser Dolch stammt und welche Personen mit den kriminellen Aktivitäten in Zusammenhang stehen könnten. Die Spur führt in die Klinik des bekannten Arztes Dr. Schneider (Walter Rilla), auf dessen Anwesen sich einmal Diamantenminen befunden haben. Dort lernt er die attraktive Ärztin Dr. Inge Jung (Marianne Koch) kennen, die ihm bei der gefährlichen Jagd nach den Hintermännern des Schmugglerrings behilflich ist. Als sie selbst in Gefahr gerät, setzt Sanders zum entscheidenden Schlag an...

Dann war es schließlich so weit mit dem letzten verbleibenden Edgar-Wallace-Film auf dem Speiseplan, jedoch hielt sich die Vorfreude stark in Grenzen, lag doch die Befürchtung nahe, dass es sich um eine ähnlich langweilige und zähe Angelegenheit wie bei "Sanders und das Schiff des Todes" handeln könnte. Überraschend und angenehm zugleich ist es, dass dieser erste Afrika-Wallace nicht den selben uninteressanten Verlauf offeriert und einen ordentlichen Unterhaltungswert transportiert. Im Vordergrund bei diesem Farbfilm stehen natürlich die herrlichen Aufnahmen der Landschaft, doch leider schwächelt der Krimi-Faktor erheblich. Obwohl immer wieder Spannung aufkommt und ein gutes Tempo vorgelegt wird, ist es die Vorhersehbarkeit, die dem Verlauf schwer zusetzt und den Whodunit-Effekt alles andere als spektakulär erscheinen lässt. Diamantenschmuggel, Mord und einige zwielichtige Gestalten sind zwar vorhanden, auch die Einheimischen werden so dubios und bedrohlich wie es nur möglich ist gezeichnet, aber "Todestrommeln am großen Fluss" ist eben den Vergleichen mit konventionellen Wallace-Adaptionen ausgesetzt, wobei diese eigentlich hinken müssten, da Setting und Personen gemäß der literarischen Vorlage von Edgar Wallace komplett andere sind und man eine angenehme Exotik wahrnehmen kann. Stilistisch gesehen, bewegte man sich dennoch eher in konservativen Gefilden, allerdings ist die ausgewogene und ziemlich geradlinige Bearbeitung anzuerkennen.

Mit einer doch beachtlichen Zahl von 1½ Millionen Kinogängern braucht sich diese Produktion sicherlich nicht komplett vor der Konkurrenz zu verstecken, auch mit den Darstellern kann man sich sehr gut anfreunden, wenngleich es sich für Serien-Verhältnisse quasi nur um die zweite Garnitur handelt. Richard Todd ist in der Rolle des Sanders gut bekömmlich, selbst Marianne Koch wirkt nicht so spröde wie üblich. Albert Lieven und Walter Rilla sieht man in obligatorischen Rollen, die sie aus dem Stand prägen können und Vivi Bach ist hier erneut ein Thema für sich. Angenehm ist, dass sich Koch, Lieven und Rilla für die deutsche Fassung selbst synchronisiert haben. Innerhalb der Konstellationen sieht man kaum ein größeres Bemühen sich voneinander abzuheben oder sich gar durchzusetzen, so dass der komplette Verlauf oftmals ziemlich gemütlich vor sich hinplätschert. In Spannungsmomenten bediente man sich ausgiebig an vorhandenem Archivmaterial der hiesigen Fauna - hungrige Krokodile bedrohen Liebe und Leben, gemütliche Flusspferde schauen interessiert dabei zu, angriffslustige Schlangen kriechen umher und als kleine Schreckensmomente sind diese einfach gelösten Szenen einigermaßen dienlich. Musikalisch orientierte man sich sowohl an gängigen Wallace-Klängen, als auch an der einheimischen Music-Box, aber insgesamt wirkt das alles sehr stereotyp. Insgesamt gesehen ist "Todestrommeln am großen Fluss" wesentlich interessanter ausgefallen als sein Afrika-Nachfolger und als Abenteuer-Krimi mit leichten Action-Einlagen bleibt der Film recht unterhaltsam, jedoch hat man es unterm Strich mit keiner wirklichen Offenbarung zu tun. Um zu gefallen, verlässt sich Lawrence Huntington Beitrag daher hauptsächlich auf seine weitgehend imposante Bildsprache und die verlässliche Besetzung, die man ganz offensichtlich vor jeden Wagen spannen konnte. Ein weitgehend kurzweiliger Wallace-Exkurs.


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