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 Betreff des Beitrags: DER PARTYSCHRECK - Blake Edwards
BeitragVerfasst: 27.06.2018 23:09 
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Produktionsland/Jahr: USA 1968
Darsteller: Peter Sellers, Claudine Longet, Marge Champion, Al Checco, Danny Miller, Buddy Lester, Herbert Ellis, Steve Franken, Linda Gaye Scott
Drehbuch: Blake Edwards, Tom Waldman, Frank Waldman
Produziert von: Blake Edwards
Musik: Henry Mancini

Der glücklose indische Film-Statist Hrundi Bakshi (Peter Sellers), der bei einer Hollywood-Produktion mitspielen soll, zerstört die teure Filmkulisse und wird daraufhin gekündigt. Durch Zufall gerät er auf die Schickeria-Party seines Produzenten. Auch hier sorgt der Tolpatsch natürlich für großes Chaos....
(Ofdb)

Die einzige Zusammenarbeit zwischen Peter Sellers und Blake Edwards außerhalb der Pink-Panther-Reihe.
Und dieses Team erweist sich einmal mehr als Garant für Spaß und gute Unterhaltung.
Der Film heißt nicht umsonst THE PARTY, es ist, würde ich meinen, tatsächlich ein Film, der sich für Partys bestens eignet.
Bis auf die ersten 10 und letzten 5 Minuten ist das eine auf Zelluloid gebannte Party.
Rund 80 Minuten lang darf sich Peter Sellers unter den Anweisungen des Komödienspezialisten Blake Edwards als Chefsaboteur einer Luxusparty eines Produzenten in dessen Nobelvilla betätigen.
Die Villa ist natürlich mit allerlei exklusiven technischen Spielereien ausgestattet, was alleine schon viel Potenzial für Komik bietet, das auch soweit wie nur möglich ausgeschöpft wird.
Das Personal (Köche, Kelllner...) ist aber auch nicht unbedingt sehr kompetent.
Der Oberkellner ist bald stockbesoffen und so passieren ihm immer wieder diverse Missgeschicke und Fehler und als Running Gag dazu, nimmt ihn sich der Chefkoch, wenn ihm irgendetwas passiert, vor und würgt ihn.
Also an guten komischen Ideen und zufriedenstellender Umsetzung derselben mangelt es dem PARTYSCHRECK keinesfalls.
Peter Sellers steht natürlich an vorderster Front, aber auch diverse Nebenfiguren dürfen zwischendrein immer wieder mit kleinen Komik-Einlagen aushelfen und die Villa bietet, wie gesagt, ebenfalls noch diverse "Accessoires", deren komische Einsatzmöglichkeiten voll ausgenutzt werden.
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Partyfilm und als solcher kommt ihm das extrem hohe Tempo auch noch zugute.
Die meisten Gags sitzen, die Verschnaufpausen dazwischen sind sehr kurz, aber genau so soll's ja auch sein.
Für die perfekte Abrundung dieses Gag-Feuerwerks in schickem 60er-Ambiente sorgt Henry Mancini mit seinem poppigen Score.
Abschließend fällt mir nur mehr ein passendes Wort ein: Bravo!
9/10

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PARTYSCHRECK - Blake Edwards
BeitragVerfasst: 28.06.2018 07:26 
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Einer meiner absoluten Lieblingsfilme!!!

In dieser Katergorie wäre dann noch "Ein seltsames Paar" und "Eine Leiche zum Dessert". 8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PARTYSCHRECK - Blake Edwards
BeitragVerfasst: 09.07.2018 15:37 
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Völlig zu recht ein absoluter Kultfilm.

Natürlich auch eine gelungene Satire auf Hollywood und das US-Filmbusiness. Da sind auf der einen Seite die reichen, gelangweilten Filmleute, ein paar überkandidelte Filmstars und -starletts - und auf der anderen Seite Bakshi (Sellers) als unbekannter indischer Kleindarsteller und absoluter Außenseiter auf dieser snobistischen Edelparty, die er durch seine Tolpatschigkeit unfreiwillig in ein Chaos verwandelt (darin gleicht er freilich Sellers' Paradefigur Inspector Clouseau).

In der jungen, schüchternen Nachwuchsdarstellerin Michele Monet (Claudine Longet), die er vor einem sexuellen Übergriff eines fiesen Produzenten bewahrt, findet Bakshi schließlich eine Mitstreiterin. Die französische Schauspielerin und Sängerin Longet ist in einer hinreißenden Szene mit dem Song "Nothing To Lose" zu hören.

Wunderbar witzig natürlich auch Butler Levinson (Steve Franken), der im Laufe der Party immer betrunkener wird, weil er von den zahlreichen Drinks auf seinem Tablett stets einige selbst vertilgt.

Die Komödie bietet Slapstick am laufenden Band, aber auch witzige Dialoge. Ein Großteil der Gags wurde erst beim Dreh improvisiert, da das Drehbuch nur sehr kurz war.

Die deutsche Synchro ist nicht immer ganz originalgetreu. Zum Beispiel spricht Sellers im Deutschen keinen ausländischen Akzent (das tat er übrigens auch in den Synchros der Pink Panther-Filme nie, so dass sich die Verständigungsschwierigkeiten zwischen Clouseau und seinen Gesprächspartnern dem deutschen Zuschauer nie offenbarten). Außerdem baute die Synchro einige zusätzliche Gags ein, z.B. in der Billiardszene, die im Deutschen ins zweideutig Schlüpfrige abdriftet. Deutsche Stimme von Peter Sellers war übrigens ausnahmsweise nicht Georg Thomalla (wie in den meisten Pink Panther-Filmen), sondern der Berliner Kabarettist Wolfgang Gruner von den "Stachelschweinen", der hier aber wunderbar passte.

An den Kinokassen war der Film damals eher ein Flop. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte sprach sich seine Qualität herum, die ihn bis heute sehenswert macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: DER PARTYSCHRECK - Blake Edwards
BeitragVerfasst: 09.07.2018 17:58 
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Riccardo hat geschrieben:
Ein Großteil der Gags wurde erst beim Dreh improvisiert, da das Drehbuch nur sehr kurz war.

Hmhm...
Da haben wir's ja schon wieder.
Wenn ich so etwas zu Filmen aus damaliger Zeit lese (die, wie in dem Fall, auch noch von einem Komödien-Spezialisten gedreht wurden), denke ich mir immer: "Jetzt weiß ich auch, warum das so gut geklappt hat".
Weiß nicht warum, aber ich habe dann immer das Gefühl, dass es eben gerade deswegen so gut geworden ist, weil es eben improvisiert war und nicht bis zur letzten Sekunde ausgeschrieben im Drehbuch festgelegt war.


Zuletzt geändert von Sbirro Di Ferro am 09.07.2018 22:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DER PARTYSCHRECK - Blake Edwards
BeitragVerfasst: 09.07.2018 18:16 
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Ich bin kein Filmemacher, aber ich kann mir vorstellen, dass zuviel Improvisation auch ziemlich in die Hose gehen kann. Ganz zu schweigen davon, dass sich dadurch die Drehzeit (und damit die Kosten) erheblich verlängern dürften.

Aber in diesem Film hat es eben mal ausgezeichnet geklappt. Wahrscheinlich erstens, weil ein eingespieltes Comedy-Team am Werk war, und zweitens, weil es ein Film aus den freien, bunten, verrückten, psychedelischen, späten Sixties war, als so einiges möglich war, was heute nicht mehr denkbar wäre.

Noch ein Wort zur Schlussszene: Wo sonst gibt es ein so schönes Ende, obwohl der Held eben gerade NICHT mit seinem hübschen Schwarm nach oben in der Wohnung verschwindet?


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