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 Betreff des Beitrags: LUCIFER’S WOMEN - Paul Aratow
BeitragVerfasst: 30.07.2018 19:13 
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LUCIFER’S WOMEN
USA 1974
(1978 entstand unter der Regie von Al Adamson eine weitere Schnittfassung mit neuen, erweiterten Szenen; der Film kam so noch einmal als DOCTOR DRACULA in die Kinos)
Regie: Paul Aratow
Darsteller:
Larry Hankin,
Jane Brunel-Cohen,
Paul Thomas,
Norman Pierce

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Professor John Wainwright (Larry Hankin) glaubt, dass er die Reinkarnation des berühmten Magiers und Hypnotiseurs Svengali sei. Sowohl sein Auftreten mit stechendem Blick und diabolischem Ziegenbart als auch seine Bühnenshows sollen dies beweisen. Zudem hat er ein Buch über seine Besessenheit durch Svengali verfasst, das von dem dubiosen Sir Stephen Phillips (Norman Pierce) vertrieben wird. Nach und nach allerdings scheint Wainwrights Seele jene Svengalis zurückdrängen zu wollen; doch da hat Sir Phillips sich schon längst als Satanist bekannt, der zusammen mit Wainwright / Svengali ein Menschenopfer auf einer Schwarzen Messe anstrebt – ausgesucht wird hierfür die unschuldige Seele Trilbys (Jane Brunel-Cohen), eine junge Frau von 21 Jahren, die jede Nacht in einem Stripteaseclub einen exotischen Nackttanz vollführt…

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Der Umstand, dass der 1974 gedrehte LUCIFER’S WOMEN vier Jahre später durch Al Adamson eine gänzlich neue Horrorfassung (diesmal mit John Carradine) erfahren sollte, lässt schon darauf schließen, dass der Film – trotz seines R-Ratings – nicht viel Erfolg an der Kinokasse in den USA erzielt hat. Paul Aratows Originalversion wirkt denn auch merkwürdig nostalgisch; ja, LUCIFER’S WOMEN erscheint geradezu kitschig dekadent, was wohl vor allem daran liegt, dass offensichtlich dem Ur-Svengali-Film von 1931 (mit John Barrymore) recht intensiv nachgearbeitet wurde. Bereits der spitzbärtige Magier mit seinen manierierten Gesten zaubert eine retrospektive Stimmung, die mehr an die spiritistischen Sitzungen um 1900 erinnert, als dass der wild rebellische Zeitgeist der frühen 1970er Jahre damit eingefangen wäre. Überhaupt kam mir bei Professor John Wainwright mehrfach der WIZARD OF GORE von H. G. Lewis (1970) in den Sinn, der ähnlich pathetisch bei seinen Bühnenshows über die Macht der Illusion doziert. Allerdings fehlt LUCIFER’S WOMEN jenes Markenzeichen, welches den Lewis-Film bestimmt, so dass es statt graphischem Blutvergießen eine subtile, eine unheilschwangere Furcht ist, die sich über die Protagonisten des Werks Aratows legt. Das bizarr außerzeitgemäße Verhalten des Magiers, der mehr charmant sein Opfer, die unschuldige Trilby, zu verführen sucht, rückt LUCIFER’S WOMEN denn gleichfalls aber auch in die Nähe von Eddie Saetas DOCTOR DEATH, der ein Jahr vorher, 1973, entstanden war, zumal es ebenso bei diesem Film um Seelenwanderung geht…

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Neben den zahlreichen Nacktszenen der Darstellerinnen scheint es sodann aber das Okkultismus-Thema gewesen zu sein, worin man – wahrscheinlich seitens des Produzenten – die kommerzielle Qualität von LUCIFER’S WOMEN vermutet hatte. Der satanische Symbolismus, der sich in besonderen Gewändern und Zeichen hier darstellt, und vor allem die Schwarze Messe wurden von Anton LaVey beaufsichtigt – der Gründer der „Church of Satan“ hatte diesbezüglich die Aufgabe gehabt, die nötige Authentizität in die Ritualszenen zu bringen...

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Insofern haben wir mit LUCIFER’S WOMEN einen Film vor uns, der durch und durch sentimental und kitschig ist – dies macht den Film einerseits zwar einzigartig in seiner Art, doch damit aber auch speziell. Mir jedenfalls hat dieser aristokratisch veraltete Duktus von LUCIFER’S WOMEN durchaus zugesagt. All dies erinnert mich auch an das 70er-Jahre Kino etwa von Ken Russell, an die Dr-Phibes-Reihe oder auch an ein solches „camp“-Werk wie HORROR HOSPITAL, wo ebenso der alte Stil und ein neuer wunderbar (wenn auch nicht immer passend) Pastiche-artig zusammenfinden…

(Bildquelle: vinegarsyndrome.com)

Trailer:
youtu.be Video From : youtu.be


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