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 Betreff des Beitrags: OSWALT KOLLE: DAS WUNDER DER LIEBE - Franz Josef Gottlieb
BeitragVerfasst: 06.08.2018 10:11 
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OSWALT KOLLE ❤ DAS WUNDER DER LIEBE

● OSWALT KOLLE ❤ DAS WUNDER DER LIEBE / OSWALT KOLLE: DAS WUNDER DER LIEBE - SEXUALITÄT IN DER EHE (D|1968)
mit Régis Vallée, Biggi Freyer, Katharina Haertel, Ortrud Gross, Wilfried Gössler, Manfred Tümmler, Matthias Grimm, u.a.
eine Produktion der Arca Winston Films Corporation | im Inter Verleih
ein Film von Franz Josef Gottlieb


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»Wenn du nackt neben mir liegst, dann muss ich auch mit dir schlafen!«

Eine Diskussionsrunde zwischen Oswalt Kolle und den wissenschaftlichen Beratern Prof. Dr. Dr. Hans Giese, dem Leiter des Instituts für Sexualforschung an der Universität Hamburg, sowie Prof. Dr. W. Hochheimer, dem Direktor des Instituts für Pädagogische Psychologie an der Pädagogischen Hochschule Berlin, stellt die Einführung in diesen ersten von Oswalt Kolles acht Aufklärungsfilmen dar. Die betont sachliche Diskussion nimmt durch Originalbilder und Filmsequenzen eine transparentere Gestalt an. So diskutieren beispielsweise ein jung verheiratetes und ein bereits seit sieben Jahren zusammen lebendes Ehepaar über die Alltagsprobleme ihrer Beziehungen. Thematisiert werden sexuelle Bedürfnisse und mangelnde Zärtlichkeit, außerdem sollen die Gespräche zwischen den Paaren Lösungsansätze offen legen, die von Oswalt Kolle aus dem Off kommentiert werden...

"Das Wunder der Liebe: Sexualität in der Ehe" gilt als richtungsweisend für die anschließend folgende Aufklärungs- oder Sexwelle im Kino, und Kolles Debüt erhielt die Goldene Leinwand für 3 Millionen Kinobesucher, deutschlandweit waren es sogar 6 Millionen. Aus heutiger Sicht mögen die Schilderungen, Inhalte und insbesondere Diskussionsrunden der wissenschaftlichen Beratung mit Oswalt Kolle mehr als antiquiert und letztlich nur bemüht wirken, aber der damalige Erfolg gibt dem Format recht und weist auf, dass es mit der sexuellen Aufklärung offensichtlich nicht weit her war. Filmsequenzen illustrieren die zuvor geführten Gespräche und Kolle selbst liefert Erklärungen aus dem Off. Dieser in Schwarzweiß gedrehte Arca-Film versucht eine Balance zwischen Seriosität und erotisch aufgeladenem Spektakel zu halten, dementsprechend kündigt der Schirmherr des Films mehrmals an, dass die Bilder in ihrer offenherzigen Form so noch nicht dagewesen, aber zu Zwecken der Veranschaulichung absolut nötig seien. Die Thematik handelt im Grunde genommen ein bis dato unter Verschluss gehaltenes Populärthema ab und zeigt vornehmlich Szenen aus dem gemeinsamen Alltag zwischen Mann und Frau, aber auch der Familie. Beinahe mahnend sind die Szenen mit Kindern gestaltet worden, um sie vor möglichen Gefahren oder Traumata zu bewahren. Weniger diskret geht es im Schlafzimmer und der damit verbundenen Zwischenmenschlichkeit zu.

Hier wird die bestehende Vorherrschaft des Mannes beinahe exemplarisch angeprangert und die sexuellen Wünsche der Frau entschachtelt, und zwar in einer Form, damit sich möglicherweise viele Zuschauer darin wieder sehen sollten. Das dabei aufkommende Konfliktpotential wird jedoch von Alles-wird-gut-Tendenzen erstickt. In darstellerischer Hinsicht bekommt es der Zuschauer mit Laiendarsteller_innen zu tun, oder mit solchen, die bislang nur wenige Erfahrungen in der Filmwelt sammeln konnten. Für Biggi Freyer, die beispielsweise in Alfred Vohrers "Der Bucklige von Soho" zu sehen war, war die Filmkarriere nach diesem und einem weiteren Gottlieb-Film gleicher Sorte so gut wie beendet. Auch Régis Vallée - bekannt aus Massimo Dallamanos "Venus im Pelz" - kam nicht über vier Kinofilme hinaus und spielte ausschließlich in Beiträgen mit erotischem Inhalt mit. Es ist dennoch erwähnenswert, dass diese nicht unbegabten Darsteller ihre Sache wirklich überzeugend formen und für ein paar überzeugende Momente sorgen können. Vom Rest der Schauspiel-Crew schaffte es übrigens keiner außer Matthias Grimm und Manfred Tümmler über zehn Filme in ihrer Karriere zu kommen. Alles in allem ist der in verschiedene Sequenzen aufgeteilte "Das Wunder der Liebe: Sexualität in der Ehe" eher schlecht gealtert und wirkt für heutige Verhältnisse in jeder Hinsicht überholt. Als Zeitdokument und aufgrund der Vorreiterfunktion ist Franz Josef Gottliebs Film allerdings nicht zu unterschätzen.


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