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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Filmfiguren als Vorbild
BeitragVerfasst: 07.08.2018 13:40 
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Filme und Fernsehserien dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern sie üben manchmal einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die eigenen Wertevorstellungen und Anschauungen aus. So begegnet man im Laufe der Jahre immer wieder Charakteren, die Tugenden verkörpern, die man selbst gern besäße. Gelassenheit, Mut, Tapferkeit, Wortgewandtheit und Souveränität sind nur einige der Eigenschaften, die manche Filmfigur mitbringt und derentwegen man sie beneidet. Bereits in der Kindheit treten einem Rollentypen entgegen, die man bewundert und die als persönliches Vorbild angesehen werden können. Ich möchte hier gern einige Filmfigur vorstellen, die mich beeindruckt haben und deren Glanz und Charisma einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Es würde mich freuen, wenn meine Abhandlung zum Thema andere hier anregt, über ihre Filmvorbilder zu berichten und zu erzählen, welche Eigenschaften sie besonders an ihnen schätzen.

1. Der kleine Maulwurf

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Was war das für ein Erlebnis, wenn der Turnsaal der Grundschule abgedunkelt wurde, um den Lichtprojektor an die Wand werfen zu können, damit die Zeichentrickfilme von Zdenek Miler gezeigt werden konnten! Das freundliche Gesicht mit den leuchtenden Augen und der roten Nase verströmte so viel Wärme, dass man sich wünschte, an den lustigen Abenteuern im Wald und auf der Wiese teilhaben zu können. Der Maulwurf hatte immer ein offenes Ohr für die Nöte seiner Freunde und half, wo er nur konnte. Oftmals weinte er bittere Tränen, wenn eine gute Tat misslang, aber sein heiteres Lachen versöhnte bald wieder mit dem Leben. Obwohl es viele positive Zeichentrickfigur gibt und man von "Wickie und die starken Männer" über "Pinocchio" bis zu "Niklas, der Junge aus Flandern" die meisten Serien kennt, so bleibt mir doch der kleine Geselle mit dem schwarzen Fell als besonders positiv und engagiert im Gedächtnis.


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 Betreff des Beitrags: Re: Filmfiguren als Vorbild
BeitragVerfasst: 08.08.2018 13:37 
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2. Joachim Fuchsberger als Ermittler in den Edgar-Wallace-Filmen

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Als die Edgar-Wallace-Filme noch um 19.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt wurden, gab es für die Zuschauer am Samstagabend die Möglichkeit, anzurufen und ihren sogenannten Wunschfilm zu küren. Drei Titel standen zur Auswahl und dramatische Klänge kündigten anschließend das Ergebnis des Televotings an. Neben dem "Frosch mit der Maske" mit dem schmucken Blacky Fuchsberger gab es einmal auch etwas weniger Ansehnliches (wenigstens für jemandem im Grundschulalter): "Im Banne des Unheimlichen" mit der berüchtigten "Lachenden Leiche", einem gruseligen Knochenkopf mit schwarzem Umhang im Stile eines Skulduggery Pleasant, nur mit dem Unterschied, dass mich das nicht so angenehme Skelett von Regisseur Alfred Vohrer so erschreckte, dass ich noch Wochen danach Alpträume hatte. Selbst Blacky Fuchsberger hatte seine Mühe, den garstigen Killer zu bändigen, denn das Gute siegte nicht mehr automatisch im Edgar-Wallace-Kosmos.

Mit dem Aufkommen der Farb-Ära wichen nebelumwehte Mönche, grüne Bogenschützen und schwarze Äbte dem Realismus von Drogenbossen, Bordellbesitzern und Psychopathen. Der Kampf gegen diese Gegner brachte den ehrlichen Scotland-Yard-Ermittler bald an seine Grenzen. Deshalb firmierten die frühen Schwarzweiß-Filme der Reihe in den Augen meiner Eltern unter der Prämisse "harmlos", während die bunten Filme, die auf unserem Schwarzweißfernseher ebenfalls farblos liefen, als zu "modern" betrachtet wurden. Es handelte sich hierbei eben um keine Märchen für Erwachsene. Unerschrocken kämpfte sich vor allem Joachim Fuchsberger durch den Verbrechersumpf und war dabei so cool, wie man selbst gern gewesen wäre, wenn einem jemand auf dem Schulhof eine verbale Peitsche hingeknallt oder einen rhetorischen Giftpfeil abgeschossen hatte. Schnell war er, clever und gutaussehend - vor allem verkörperte er eine junge Art des Rechts im Gegensatz zu den Bürokraten, die in ihren Amtszimmern seine unkonventionellen Ermittlungsmethoden kritisierten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Filmfiguren als Vorbild
BeitragVerfasst: 10.08.2018 14:02 
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3. Mortimer in "Das Testament des Dr. Mabuse" (1962)

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Neben den smarten Ermittlern vom Schlage eines Blacky Fuchsberger gab es natürlich auch Bösewichte, die eine nachhaltige Faszination ausübten. Allein der Name des Nihilisten aus der Feder von Norbert Jacques, der die verrottete Welt in Trümmer stürzen wollte, hatte einen magischen und unheimlichen Klang: Dr. Mabuse. Gestandene Männer wie Gert Fröbe erbleichten, wenn sein Name fiel, der Angstschweiß trat ihnen auf die Stirn und ungläubig flüsternd - so als wollten sie keine schlafenden Hunde wecken - entgegneten sie halbherzig "Aber Mabuse ist doch tot!" Natürlich hatte der famose Doktor auch seine Helfer (Stichwort "Ausführung ist Ihre Sache!"). Ein Mann blieb mir immer als besonders lässig in Erinnerung: Charles Regnier als Mortimer, der Chef der Gangster in "Das Testament des Dr. Mabuse" von Werner Klingler.

Er sorgte für Nachschub, wenn einer draufging, kümmerte sich um die fachgerechte Umsetzung der Pläne und lebte in weitaus komfortableren Verhältnissen als die einfachen Handwerker wie Lachgas-Henry und Kurzschluss-Joe. Sein Wort galt, er genoss den Respekt der Gruppe und konnte sich Freiheiten herausnehmen, wie z.B. auf der Diamantenbörse einen besonders schönen Brillanten selbst einzustecken statt ihn als Diebesbeute beim großen Chef abzuliefern. Selbst sein Tod war von einer gewissen Eleganz. Ohne seine Würde zu verlieren, rauchte er noch seine Spezialzigarre, bevor er seine Lebensgeister aushauchte. Hier leistete sich das Drehbuch eine Hommage an alte Tragödien; die übrigen Bandenmitglieder ließen sich widerstandslos verhaften. Charles Regnier verband ich lange Zeit mit dieser Rolle, die er mit kühler Nonchalance ausstattete - Glacéhandschuhe und ein Hauch Parfüm eben.


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