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 Betreff des Beitrags: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 09.08.2018 21:54 
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EIN UNBEKANNTER RECHNET AB

● EIN UNBEKANNTER RECHNET AB / ...E POI , NON NE RIMASE NESSUNO / DIX PETITS NÈGRES / DIEZ NEGRITOS / AND THEN THERE WERE NONE (D|I|F|E|GB|1974)
mit Oliver Reed, Elke Sommer, Richard Attenborough, Maria Rohm, Stéphane Audran, Herbert Lom, Adolfo Celi, Alberto de Mendoza, Charles Aznavour und Gert Fröbe
eine Produktion der Corona | Coralta Cinematografica | Ozeania Produzioni Internationali Cinematografiche | COMECI | Talía Films | im Gloria Verleih
ein Film von Peter Collinson


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»Hier spricht ihr Gastgeber!«

Ein Unbekannter, der sich U. N. Known nennt, lädt eine zehnköpfige Gesellschaft unter falschen Vorwänden in einen Palast in der iranischen Wüste ein. Die Herrschaften glauben zwar, sich im Klaren über ihre jeweilige Einladung zu sein, doch spätestens als sie die Stimme ihres Gastgebers von einem Tonband hören, ist das Entsetzen groß. Jeder Einzelne wird eines ungesühnten Verbrechens beschuldigt und es werden Anklagen wie vor Gericht erhoben. Zunächst wird der komplette Spuk nicht ganz ernst genommen, doch wenig später gibt es auch schon den ersten Toten und in unterschiedlichen Abständen werden weitere Todesurteile vollstreckt. Hat man es mit einem Wahnsinnigen zu tun und sind die Anklagen berechtigt? Die übrigen Personen sind im Kampf ums Überleben von nun an auf sich alleine gestellt und können niemandem mehr trauen. Doch wer von ihnen ist der todbringende Unbekannte..?

Bei Peter Collinsons "Ein Unbekannter rechnet ab" handelt es sich um eine weitere Adaption nach der bekannten Romanvorlage "Und dann gab's keines mehr" von Agatha Christie, die über Dekaden hinweg in zahlreichen Varianten in die Kinos gebracht wurde. Kennt man einige dieser Verfilmungen, so liegen Vergleiche bezüglich der Charaktere und natürlich bei der jeweiligen Besetzung nahe, was sich mitunter als sehr interessant erweist. Hier setzt die Regie gleich ab der ersten Sekunde auf eine geheimnisvolle Spannung und - wie es der Titel unmissverständlich ankündigt - eine unbekannte Komponente, die sorgsam entschlüsselt und ans Tageslicht befördert wird. Durchdenkt man die unterschiedlichen Adaptionen, wie beispielsweise George Pollocks 1965 verfilmten Krimi "Geheimnis im blauen Schloss", sind es natürlich die individuellen Herangehensweisen an den gleichen Stoff und jeder Zuschauer wird seinen Favoriten schnell ausfindig machen können. Bei "Ein Unbekannter rechnet ab" dürfte es sich zunächst einmal um die opulenteste Verfilmung handeln, die mit Extravaganz und Zeitgeist angereichert wurde. Ein Helikopter landet im Nirgendwo, zumindest stellt dieser Schauplatz dies für die Gäste dar, und die bestehenden Vorahnungen werden dadurch angefeuert, dass niemand den großen Unbekannten kennt. Praktischerweise stellen sich die Herrschaften nicht nur selbst vor und offerieren gleichzeitig eine bunte Mischung von Typen, sondern es wird das Phantom sein, das wenig später via Tonband die Anklagen und gleichzeitig die nicht genau formulierte Vollstreckung verlauten lassen wird. Die interessante Frage bleibt natürlich, ob es sich um gerechtfertigte Anschuldigungen handelt, doch der Verlauf lässt dies weitgehend offen, wobei man als Zuschauer selbstverständlich die heimliche Überlegung anstrengt, wer schuldig sein könnte oder wer eben nicht.

Die geistreiche Verknüpfung der Geschehnisse mit dem alten Kinderlied der "Zehn kleinen Negerlein" und dessen Strophen, die die Art des Mordes ankündigen, lässt eine todbringende, jedoch unsichtbare Hand in jedem Winkel des Palastes vermuten. Einfache aber wirkungsvolle Kniffe kommen bei den Ermordungsszenen zum Tragen und auch die Vielfalt der Methoden schmeichelt dem kaum nachlassenden Spannungsbogen. Interessant ist die Tatsache, dass man als Zuschauer kaum die Fragwürdigkeit der gesamten Angelegenheit anprangert, sondern mitunter selbst urteilt, da die Personen in klassische Fraktionen zwischen sympathisch und weniger angenehmen eingeteilt werden. Diese Klassifizierung macht selbst vor den eigentlichen Protagonisten nicht immer halt, was gleichzeitig das Misstrauen schürt und beinahe jeden in ein verdächtiges Licht rücken kann. Doch die Reihen lichten sich nach und nach, sodass prominente Namen ziemlich früh manch wirkungsvollen Abgang erfahren. Die hohe Dichte an international bekannten Stars zeichnet diese Produktion im Besonderen aus. Da jeder der zehn Gäste pauschal unter Anklage gestellt wurde, ist es insgesamt schwierig, sich mehrere Identifikationsfiguren herauszusuchen. Oliver Reed schlägt aus dieser Voraussetzung in bemerkenswerter Weise Profit und er ist in einer vollkommen gelösten Performance zu sehen, die entgegen einer empfunden launischen Darbietung in eine Art Improvisation übergeht, die insbesondere im Zusammenspiel mit Partnerin Elke Sommer sichtbar wird. Reed tritt einerseits wie ein klassischer Einzelgänger auf, andererseits ist es ihm in diesem Vakuum aber auch völlig klar, dass man alleine möglicherweise nicht überleben kann. Derartige Allianzen oder Grüppchenbildungen finden nahezu bei allen Personen statt, bevor sich die Reihen dezimieren. Zwischen Oliver Reed und Elke Sommer spielt sich zusätzlich ein spürbares Knistern ab.

Dieses lädt die ohnehin angespannte Atmosphäre mit einer angenehmen Prise Erotik auf, was angesichts der Tatsache, dass man eigentlich niemandem trauen kann, noch für zusätzlichen Zündstoff sorgen könnte. Elke Sommer hinterlässt einen sehr angenehmen Eindruck, ohne dabei gezielt in die Trickkiste der großen Schauspielkunst zu greifen. Ihre Eigenschaften lassen sich über ihren Beruf der Sekretärin herleiten. Sie führt Anordnungen aus, lässt sich leiten und ergreift nicht selbst die Initiative, sodass Oliver Reed gut mit seinem coolen Offensiv-Charme zum Zuge kommen darf. Im Szenario gibt es neben Sommer kaum weitere weibliche Parts, jedoch sind die wenigen als deutliche Pendants zueinander aufgebaut. Die stets so gerne gesehene Maria Rohm, in nahezu unmöglicher Aufmachung, präsentiert Züge einer schwarzen Seele; schlechte Voraussetzungen für das Überleben in einer solchen Geschichte. Die umwerfende und geheimnisvoll wirkende Stéphane Audran strotzt vor weiblichem Selbstbewusstsein, Eleganz und vereinnahmendem Charme und der Aufbau der Rollen sieht daher strikt vor, dass sich die drei Damen nicht um Berührungspunkte, sondern eher um Sicherheitsabstand bemühen werden. Im weiteren Verlauf kommt es zu Geständnissen auf einem brodelnden Vulkan, zumindest von den meisten Beteiligten. Hierbei bietet die Herrenriege ebenfalls sehr unterschiedliche Skizzierungen an. Es gibt die Kultivierten und die Ordinären, die Diskreten und die Nervösen, die fast Sympathischen und Unsympathischen, doch eines werden die meisten gemeinsam haben, nämlich einen gewaltsamen Tod. Letztlich lässt sich sagen, dass sich durch die Bank sehr stichhaltige Leistungen offenbaren, wie beispielsweise von Richard Attenborough als Richter, der sich zu keinem Zeitpunkt in die Karten blicken lässt und bei dem man selbst an der Mimik keine Regung ablesen kann, oder Herbert Lom, als nervöser Arzt mit Alkoholproblem.

Auch Gert Fröbe erlaubt sich eine seiner berüchtigten Performances rund um ungeduldige Anwandlungen und lautes Lospoltern. Adolfo Celi verbreitet seinen weltmännischen Touch und Charles Aznavour und Alberto de Mendoza runden das Geschehen gekonnt als Stichwortgeber ab. Die Allianzen untereinander werden schließlich mit dem Tod quittiert, sodass es in diesem prunkvollen aber abgelegenen Palast in der Wüste effektiv nur Einzelgänger geben kann - ausgenommen man steht zu Unrecht unter Anklage. Die atemberaubende Kulisse liefert übrigens die Hotelanlage des Shah Abbas Hotels, das heute Abbasi Hotel heißt, in der iranischen Stadt Isfahan. Peter Collinson schafft es insgesamt sehr gut, dem Stoff von Agatha Christie neuen Schwung und Glanz zu verleihen und auch für den Fall, dass man die Geschichte bereits als Roman oder aus einem Film kennt, kommt es zu einem durch und durch interessanten und weitgehend spannenden Sehvergnügen. In Kombination mit Carlo Rustichellis hervorragender Musik und auf die Seheindrücke abgestimmten Arrangements, die insbesondere bei den Ermordungsszenen so wirken, als spiele ein gesamtes Streichorchester auf den Nerven des Zuschauers, kommt man in den Genuss eines sehr unterhaltsamen und vielmehr schonungsloser vorgehenden Films, der innerhalb des durchaus bestehenden Korsetts eigene Wege gehen wird. Im Endeffekt hat jede Adaption dieses Christie-Stoffes ihre Qualitäten und deutliche Vorzüge, aber auch Schwächen bei der Umsetzung zu bieten und ob der Flick nun "Das letzte Wochenende", "Geheimnis im blauen Schloss", "Ein Unbekannter rechnet ab" oder "Tödliche Safari" heißen mag, die starke Vorlage stellt bei jeder der Verfilmungen schon einmal die halbe Miete dar. Peter Collinsons Werk ist und bleibt nach persönlichem Geschmack jedenfalls die stärkste und ansprechendste Version im Rahmen des "Zehn kleine Negerlein"-Prinzips und daher immer wieder gerne gesehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 10.08.2018 17:28 
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tolle Kritik, Prisma...

Collinsons Werk gefällt mir richtig gut; wahrscheinlich war dem Regisseur klar, dass aus dem Stoff selbst nur noch wenig Originelles herauszuholen gewesen ist (aufgrund des Bekanntheitsgrades von Roman und Verfilmungen), weshalb sein Film unglaublich auf der visuellen Seite punkten kann...

besonders gefallen hat mir dabei, wie Collinson ein Brettspiel (oder dekoratives Kunstwerk?), dessen Figuren für die Protagonisten stehen, in die Bildgestaltung immer wieder einbauen sollte; die Bildkompositionen suggerieren somit ein Interagieren "zwischen den Welten" (also zwischen den dinglichen Objekten des Spiels und den [bald] umgebrachten Filmfiguren)...

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ich weiß jetzt nicht, ob die europäische Koproduktion auf einen ganz bestimmten Absatzmarkt gesetzt hat (die Schauspieler-Riege ist ja sehr gut durchmischt, so dass jedes beteiligte Land [s]einen "Liebling" hatte); allerdings: die Beteiligung von Carlo Rustichelli für den Soundtrack sowie die übertrieben betonte artifizielle Bildinszenierung erwecken bei mir dann aber schon die Assoziation mit einem "Giallo" (was für den italienischen Kinomarkt auch nicht das "englische" Whodunit-Thema verhindert hätte)...

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das italienische Poster scheint dann auch eine derartige "Giallo"-Stimmung vermitteln zu wollen, wobei das Genre - so wie wir es heute in der Rückschau interpretieren - 1974 seinen Höhepunkt bereits erreicht hat - und folglich Markt-strategisch etabliert war...

zumal: die Laster der Reichen und Schönen, so wie sie im Film dargestellt und benannt werden (sprich: eine gewisse gesellschaftliche Dekadenz - also das klassische Setting des "Giallo"), eben diese Laster finden sich in EIN UNBEKANNTER RECHNET AB äußerst massiv hervorgehoben, was sicherlich mit der Romanvorlage zusammenhängt, aber dann ebenso in die damalige "Giallo"-Welle gepasst hatte...

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(Bildquelle: imdb.com)


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 11.08.2018 12:40 
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Howard Vernon hat geschrieben:
wahrscheinlich war dem Regisseur klar, dass aus dem Stoff selbst nur noch wenig Originelles herauszuholen gewesen ist

Das denke ich auch, denn es gab vorher schon zahlreiche Verfilmungen. Trotz dieser Tatsache punktet "Ein Unbekannter rechnet ab" als moderne und extravagante Verfilmung, selbst bei Bekanntheit der Vorlage. Was die Bildgestaltung und die Sets angeht, bleiben hier wirklich keine Wünsche offen. Alleine schon der Ort des Geschehens, der tatsächlich einem Palast gleicht, ist an Opulenz kaum zu überbieten. Unter anderem aus diesen Gründen sehe ich mir Collinsons Film immer wieder gerne an, der trotz ungünstiger Voraussetzungen (bezüglich der vorhergegangenen Adaptionen) wirklich einen Schritt weiter gehen konnte. Normalerweise kommt bei mir wenig Begeisterung auf, wenn mir im Vorfeld klar ist, was geschieht und insbesondere wenn ich den Täter kenne. Hier war das nicht der Fall.


Howard Vernon hat geschrieben:
Assoziation mit einem "Giallo"

Interessanter Gedanke, auf den ich ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen bin, vielleicht aufgrund der Autorin, oder der eher klassischen Krimnalihandlung. Aber es stimmt ja, dass sich etliche Gialli eines ähnlichen Themas bedienten - insofern ist die Assoziation sehr naheliegend. Der Film entstand ja auch in einem Zeitfenster, in dem Gialli noch sehr populär waren. Vielleicht schielte die Produktion tatsächlich ein wenig auf diese Strategie, um einen Teil des gelben Kuchens abzubekommen. Die Besetzung ist so international, dass er in zahlreichen Ländern Berührungspunkte angeboten haben dürfte.



Howard Vernon hat geschrieben:
das italienische Poster scheint dann auch eine derartige "Giallo"-Stimmung vermitteln zu wollen

Dieses sehr schöne Poster gehört allerdings nicht zu Collinsons Film, sondern zu George Pollocks 1965 entstandenen "Geheimnis im blauen Schloss", der auch nicht uninteressant ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 11.08.2018 13:51 
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Prisma hat geschrieben:


Howard Vernon hat geschrieben:
das italienische Poster scheint dann auch eine derartige "Giallo"-Stimmung vermitteln zu wollen

Dieses sehr schöne Poster gehört allerdings nicht zu Collinsons Film, sondern zu George Pollocks 1965 entstandenen "Geheimnis im blauen Schloss", der auch nicht uninteressant ist.


Oh, da hast Du natürlich recht - die Präsenz der gänzlich anderen Schauspieler (die hier sehr gut zusammengesetzt sind) hätte mir natürlich auffallen müssen (das Filmplakat ist in die Photos von EIN UNBEKANNTER RECHNET AB bei imdb.com gerutscht)...

noch einmal zu einem speziellen Absatzmarkt: da unter anderem Harry Alan Towers den Film produziert hatte, nehme ich an, dass auch der US-Kinomarkt anvisiert worden war; wobei ich dann auch überlege, ob EIN UNBEKANNTER RECHNET AB nicht ebenso ein prägendes Vorbild für die späteren TOD AUF DEM NIL, DER BÖSE UNTER DER SONNE etc. wäre - die edle Ausstattung mit einer ebensolchen Besetzung, die die Krimi-Handlung trägt, finden wir in der späteren Filmreihe ja ebenso deutlich...


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 11.08.2018 19:28 
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EIN UNBEKANNTER RECHNET AB stellt auch für mich unter den Agatha Christies 'Da waren es nur noch neun...'-Verfilmungen sowohl aufgrund der tollen Darstellerriege als auch des bildstarken Inszenierungsstils meinen persönlichen Favorit dar, welcher dann aber gleich vom GEHEIMNIS IM BLAUEN SCHLOß gefolgt wird, den ich mir zufälligerweise gerade erst vor ein paar Tagen mal wieder angeschaut habe.

Peter Collinsons Verfilmung verbreitet nicht nur durchwegs eine fantastische Atmosphäre, sondern besticht auch aufgrund seiner brillanten Bildkompositionen. Obendrein zählt dieser Film zu denen, die aufgrund ihres sehr hohen Wohlfühlfaktors mindestens einmal pro Jahr in meinem BD-Player rotieren. Ein Fest für die Augen!

Zwar fiel mir bereits bei meiner ersten Sichtung auch gleich auf Anhieb die gialloeske Atmosphäre des Films auf, dafür entging mir im Finale ein kleines Detail, wodurch das Ende einen völlig anderen Sinn ergab:

Aus unerklärlichen Gründen entgingen mir im Rahmen meiner Premierensichtung die folgenden beiden Szenen, so dass das Ende einen richtig bitterbösen Beigeschmack hinterließ :D

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Dachte ehrlich, dass sich Elke Sommer aufgrund der dadurch entstandenen Ausweglosigkeit am Ende selbst aufgeknöpft hat :lol:



Ein wenig verwunderte mich auch der deutsche Vorspann, da in diesem weder Großbritannien als Co-Produktionspartner, noch Harry Alan Towers als Produzent genannt wird. Dafür irritierte mich beim englischen Vorspann die Namensnennungen der beiden Darsteller 'Teresa Gimpera' und 'Rik Battaglia', welche scheinbar nur in der spanischen Langfassung (105 min.!) im Rahmen eines nachgedrehten Nebenhandlungsstrangs zu sehen sind. In dieser erweiterten Fassung wird zusätzlich auch noch die Ankunft der eingeladenen Gäste am Flughafen gezeigt, wo dann aber auch sogleich die besagte zusätzliche Rahmenhandlung beginnt. Gimpera und Battaglia werden darin ständig von einem unbekannten Kommissar ('Naser Malek Motiee') verfolgt. Leider erschloss sich mir der Sinn dieser nachgedrehten Rahmenhandlung in keinster Weise, da mir zum Vergleich lediglich eine spanische Fassung von YT (ohne UTs) zur Verfügung stand.

Hier ein paar Eindrücke der zusätzlich nachgedrehten Szenen:

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Abschließend sollte auch noch auf das Fassungswirrwarr hingewiesen werden, denn laut dem Eintrag in der IMDB existieren von diesem Film zahlreiche unterschiedlich lange Schnittfassungen:

1 hr 32 min (92 min) (Germany)
1 hr 45 min (105 min) (Spain)
1 hr 38 min (98 min) (USA)
1 hr 40 min (100 min) (Japan)
1 hr 35 min (95 min) (video) (Belgium)
1 hr 35 min (95 min) (home cinema) (Italy)
1 hr 38 min (98 min) (original)


Weiterhin verblüffte mich die Tatsache, dass ich irgendwie keinen deutschen Kinostart ausfindig machen konnte, obwohl dieses filmische Glanzstück sowohl aufgrund der astreinen Synchro als auch inszenatorisch ganz klar auf die große Leinwand gehört hätte... Ist dem wirklich so oder habe ich einfach nur nicht gut genug recherchiert?
:unknown:


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Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com



Am 14.09. veröffentlicht FILMJUWELEN dieses filmische Prachtstück übrigens erneut als BD, wobei ich davon ausgehe, dass es sich um die gleiche Schnittfassung wie auf der vorausgegangenen DVD handeln wird. Dass neben der deutschen Tonspur auch noch die Albanische enthalten sein soll, kann ich mir aber irgendwie nicht richtig vorstellen...
(vermutlich ein Schreibfehler?) :jc_hmmm:


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 11.08.2018 19:56 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Weiterhin verblüffte mich die Tatsache, dass ich irgendwie keinen deutschen Kinostart ausfindig machen konnte, obwohl dieses filmische Glanzstück sowohl aufgrund der astreinen Synchro als auch inszenatorisch ganz klar auf die große Leinwand gehört hätte... Ist dem wirklich so oder habe ich einfach nur nicht gut genug recherchiert?
:unknown:

Er lief ab 24. September 1974 bei der Gloria im Kino.
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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 11.08.2018 20:28 
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Richie Pistilli hat geschrieben:


Am 14.09. veröffentlicht FILMJUWELEN dieses filmische Prachtstück übrigens erneut als BD, wobei ich davon ausgehe, dass es sich um die gleiche Schnittfassung wie auf der vorausgegangenen DVD handeln wird.
(vermutlich ein Schreibfehler?) :jc_hmmm:


In den USA ist letztes Jahr eine Blu Ray von Scorpion Releasing veröffentlicht worden; die Laufzeit wird mit 98 Min. angegeben;
die Bildqualität bewertet beispielsweise blu-ray.com recht mittelmäßig:

"Ten Little Indians is presented on Blu-ray courtesy of Scorpion Releasing with an AVC encoded 1080p transfer in 1.67:1. The element used for this transfer has obviously undergone little to no restoration, and so there is quite noticeable and fairly recurrent damage, including flecks, specks and scratches. The opening credits sequence is fairly ragged looking (and interestingly at a little more so than the also included Italian credits sequences), and the bulk of the film looks just slightly faded, often toward the brown end of things, something that tips reds into oranges and can give flesh tones a slightly muddy quality. Some of the day for night material looks pretty hazy, with only minimal detail levels evident. In brighter lighting, detail levels improve, but are never at totally excellent levels. There are occasional signs of what looks like some artificial sharpening. I'm not sure if this was an issue with original release prints, but occasionally the corners of the frame appear slightly out of focus (more so on the right side than the left, for some reason). All in all, this is certainly watchable, but just as certainly not optimal."

das Cover:
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ich bin mit der DVD von Filmjuwelen eigentlich recht glücklich; sollte deren BD auf dem Transfer aus den USA beruhen, dann erscheint ein up-date wohl nicht unbedingt zwingend...

PS: Richie, wieder eine sehr schöne Bildergalerie, die Du hier angelegt hast (und mit dem korrekten Kinoplakat)...


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 12.08.2018 18:26 
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Michael hat geschrieben:
Er lief ab 24. September 1974 bei der Gloria im Kino.

Vielen Dank für die Info :hutheben:
Hatte wohl gestern Tomaten auf den Augen gehabt, denn die IMDB gibt gleichfalls diesen Termin an (muss ich wohl in der gestrigen Hektik irgendwie übersehen haben...) :oops:



Howard Vernon hat geschrieben:
In den USA ist letztes Jahr eine Blu Ray von Scorpion Releasing veröffentlicht worden; die Laufzeit wird mit 98 Min. angegeben;
die Bildqualität bewertet beispielsweise blu-ray.com recht mittelmäßig

Auch an Dich ein herzliches Danke schön für die Info :hutheben:
Dann warte ich auch lieber ein paar Bewertungen zur Bildqualität (bzw. Schnittfassung) der anstehenden BD ab.






Normalerweise assoziiere ich Filmtitel mit den dazugehörigen Filmplakaten, aber sobald der Titel des vorliegenden Films fällt, kommt mir seit meiner Premierensichtung immer nur die folgende Szene in den Sinn:

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Keine Ahnung warum? :unknown:






Und dann wäre da auch noch:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


:l_coffee:


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 13.08.2018 14:09 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
1 hr 32 min (92 min) (Germany)
1 hr 45 min (105 min) (Spain)
1 hr 38 min (98 min) (USA)
1 hr 40 min (100 min) (Japan)
1 hr 35 min (95 min) (video) (Belgium)
1 hr 35 min (95 min) (home cinema) (Italy)
1 hr 38 min (98 min) (original)


Ich hatte mich schon immer gefragt, wo denn eigentlich Rik Battaglia und Teresa Gimpera abgeblieben sind, da sie ja häufig aufgeführt werden.
Daher ist diese Liste sehr interessant und gibt Aufschluss darüber, dass nicht Mr. U. N. Known dafür verantwortlich ist, dass sie fehlen. :lol:
Und die deusche Version ist natürlich mal wieder die kürzeste...


Richie Pistilli hat geschrieben:
Normalerweise assoziiere ich Filmtitel mit den dazugehörigen Filmplakaten, aber sobald der Titel des vorliegenden Films fällt, kommt mir seit meiner Premierensichtung immer nur die folgende Szene in den Sinn:

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Bis auf einen kleinen Unterschied ist das bei mir ganz ähnlich, aber die Maria Rohm hat in Gedanken schon längst eine Schlinge um den Hals. :mrgreen:
Wenn ich an den Film denke, kommt mir immer Maria Rohm zuerst in den Sinn. Ich glaube es hängt mit ihrer unorthodoxen Aufmachung zusammen.
Da habe ich mich schon immer gewundert, was da eigentlich passiert ist...


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 Betreff des Beitrags: Re: EIN UNBEKANNTER RECHNET AB - Peter Collinson
BeitragVerfasst: 14.08.2018 13:29 
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Prisma hat geschrieben:
Bis auf einen kleinen Unterschied ist das bei mir ganz ähnlich, aber die Maria Rohm hat in Gedanken schon längst eine Schlinge um den Hals. :mrgreen:


Apropos Schlinge: Wie siehst Du das Ende in "Ein Unbekannter rechnet ab" bzw. "Geheimnis im blauen Schloss"? Wäre Dir hier die absolute Konsequenz in der Umsetzung der Romanvorlage von Agatha Christie lieber gewesen oder liegt der Reiz im Abweichen von der radikalen Lösung? Gerade über diesen Punkt wird oft sehr heftig gestritten. Wie ist Deine Meinung dazu?


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