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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 21.01.2015 22:15 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Leider fällt die Spielzeit der bezaubernden Frau Lee zeitlich mal wieder etwas sehr dünn aus

Das ist zwar immer schade, wenn man Margaret Lee nur kurz betaunen darf, aber in diesem Falle ist die straffe Rolle ja unbedingt erforderlich gewesen, um die nötige Grundspannung aufrecht zu erhalten und Zweifel zu schüren. Ein paar Rückblenden hätten allerdings sicherlich drin sein können! ;)

Richie Pistilli hat geschrieben:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Das Titel-Thema halte ich für eines der besten überhaupt, höre ich unwahrscheinlich gerne! Wie der Rest der Musik von Nora Orlandi ist das schon absolute Spitzenklasse! Für Edgar-Wallace-Verhältnisse war die musikalische Begleitung bis dahin ohnehin beispiellos, "Stecknadel" und "Halbmond" reihen sich hier mühellos ein.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 22.01.2015 18:02 
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Prisma hat geschrieben:
Ein paar Rückblenden hätten allerdings sicherlich drin sein können! ;)


Das wäre wohl das Mindeste gewesen.... :evil: ;)
Hätte mir gerne ein wenig mehr Spielzeit für die Dame erwünscht. Aber noch viel schlimmer empfand ich die gleichfalls sehr knapp bemessene Spielzeit in einem meiner absoluten Lieblingsfilme:



Hatte den Film im letzten Jahr zum ersten Mal gesehen und war auch hinsichtlich des Auftritts von Margaret Lee im Voraus sehr gespannt.... aber dann folgte dort fast das gleiche Spielzeitfiasko :( (nur ihr Abgang war viel derber insziniert ;) )

Im Zuge meiner momentanen Auffrischung bereits gesehener Italo-Streifen, wurde aber bereits Killer sind unsere Gäste der vorsortierten Filmauswahl beigefügt und dann gibt es Miss Lee auch bald wieder im vollem zeitlichen Umfang zu bestaunen :)



Prisma hat geschrieben:
Das Titel-Thema halte ich für eines der besten überhaupt, höre ich unwahrscheinlich gerne! Wie der Rest der Musik von Nora Orlandi ist das schon absolute Spitzenklasse!


Das unterschreibe ich blind :good: Beide Themen erklingen bei mir sehr häufig aus den Boxen, wobei ich das Titel-Thema auch ein wenig beachtlicher finde. Gänsehaut-feeling pur :ggg55:


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 22.01.2015 21:55 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
aber dann folgte dort fast das gleiche Spielzeitfiasko

In "Killer sind unsere Gäste" wird man in dieser Beziehung garantiert nicht enntäuscht werden, Margaret Lee und der Film hinterlassen einen hervorragenden Eindruck.

Was die kurzen Gast-Rollen insbesondere in italienischen Filmen angeht, sind die gar nicht so sehr zu unterschätzen. Klar, wenn man jemanden sehr gerne sieht und das Vergnügen schnell beendet ist, denkt man unweigerlich an etwas mehr Screentime. Allerdings mochte ich diese in der Regel exponierten Rollen schon immer sehr gerne, weil sie den Star-Bonus nochmals besonders in den Vordergrund heben und sie bleiben meistens doch ganz deutlich in Erinnerung. Daher habe ich diese Rollen immer als eine Art Privileg für Darsteller und Zuschauer empfunden und daher geht das in "Das Gesicht im Dunkeln" schon in Ordnung, genau wie zum Beispiel bei Nadja Tiller in dem gerade von dir besprochenen "Das Geheimnis des gelben Grabes". Solche Auftritte sind trotz der überschaubaren Dauer wie eine Versicherung für fulminante (Selbst-)Inszenierungen des jeweiligen Stars.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 22.01.2015 23:35 
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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 03.11.2016 17:18 
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● MARGARET LEE als HELEN ALEXANDER in
DAS GESICHT IM DUNKELN (D|I|1969)



Riccardo Fredas Edgar-Wallace-Beitrag "Das Gesicht im Dunkeln" wartet mit einer Reihe von unterschiedlich angelegten Frauenrollen auf, von denen allerdings auf ihre bestimmte Art und Weise jeweils eine Bedrohung für den Protagonisten der Geschichte ausgeht. Wie jede ihrer Kolleginnen, hat auch Margaret Lee eine sehr kurze Erscheinungsdauer, doch kommt gerade ihr das Privileg der Dramaturgie zu, die Geschichte aus dem Off zu dominieren. Helen Alexander kam ganz offensichtlich bei einem fingierten Autounfall ums Leben, doch gewisse Anzeichen deuten darauf hin, dass sie möglicherweise noch am Leben ist. So sieht ihr Ehemann John sie beispielsweise in einem Pornofilm, der nach ihrem tödlichen Crash gedreht worden sein muss. Von handwerklicher Seite wurden somit etliche von Helens Markenzeichen mit in die Szenerie integriert, die beim Zuschauer ebenfalls Zweifel aufkommen lassen. Die Strategie, eine totgeglaubte Person quasi wie einen dunklen, aber stets präsenten Schatten über dem Szenario schweben zu lassen, hat sich so gut wie immer als effektives Stilmittel herausstellen können und die Suche nach dem Phantom kann beginnen, somit das Elixier eines Films bilden, so wie hier auch. Helen Alexander wird trotz ihrer wenigen Szenen schnell und nachhaltig integriert und charakterisiert, zu diesem Zweck kommt es der Produktion zugute, eine überzeugende Expertin wie Margaret Lee mit an Bord zu haben. Nach dem 1966 entstandenen "Das Rätsel des silbernen Dreieck", in dem sie ebenfalls eine kürzere Rolle hatte, sieht man interessiert bei ihrem Wallace-Ausstand zu, den sie perfekt löst, da die Rolle optimal skizziert wurde. Ihre erste Szene ist wegweisend und bezeichnend für das momentane Verhältnis zu ihrem Mann, denn die attraktive Millionärin lässt sich in der Badewanne von ihrer Freundin Liz verwöhnen und man spricht ganz offen darüber, dass die Trennung unmittelbar bevorsteht.

Schnell wird der Zuschauer mit weiteren Informationen durch Helens Stiefvater versorgt, der ihren Egoismus, ihre Wesenskälte und Eigenwilligkeit hervorhebt und im Endeffekt nicht gerade schmeichelhaft von ihr spricht. Dass man auch über die Vermögensverhältnisse aufgeklärt wird, liefert gleichzeitig ein Blanko-Motiv für den später folgenden tödlichen Unfall, der ganz nach Wallace-Manier mörderische Hintergründe hat. Trotz weniger Szenen Margaret Lees kann man von einer gut strukturierten Rolle sprechen, die ihre Schlüsselmomente gebündelt und flüssig hervorbringt. Ein Gespräch zwischen Helen und John beim Pferderennen charakterisiert die momentane Ehe-Situation sehr gut, man spricht offen über ihre Freundin und das Verhältnis zu seiner Sekretärin, aber auch darüber, dass es zu einem Schlussstrich kommen wird. Vor allem hier zeigen sich die Kompetenzen der Margaret Lee sehr gut. In ihrem Verhalten zeigt sich ein Ausdruck von Rücksichtslosigkeit und Kälte, beinahe sachlich und emotionslos erklärt sie ihrem Mann die neuen Voraussetzungen und nennt bei dieser Gelegenheit Liebe und Finanzen gleichzeitig in einem Atemzug. Im Grunde genommen wird eine ganz klassische Schablone des Krimi, beziehungsweise eine Form der Opferrolle bedient, denn Verbrecher und Verbrechen werden förmlich vom Opfer selbst herausgefordert. Der Kreis der Verdächtigen hält die Erinnerung an die jeweilige Person schließlich am Leben und hier ist es sogar Helen selbst, da sie trotz ihres Verschwindens omnipräsent bleibt. So ist letztlich zu sagen, dass Margaret Lee ihre feine Schlüsselrolle sehr nachhaltig und überzeugend prägt, weil sich das anvisierte, verwirrende Element über sie entfalten kann. Übrigens sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass man Margaret Lee in "Das Gesicht im Dunkeln" in einer geheimnisvollen Schönheit zu sehen bekommt, wie sie vielleicht kein zweites Mal in dieser Auffälligkeit wahrzunehmen war. Zweifellos einer ihrer interessantesten Auftritte!


➥ MARGARET LEE


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 03.11.2016 17:39 
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Daneben der Franco.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 03.11.2016 17:55 
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Sieht gut aus Sid! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 16.08.2018 21:54 
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Der erste Italo-Wallace (für mich der letzte).
Klaus Kinski einmal nicht als Wahnsinniger, als "Irrer vom Dienst", sondern hier als der, der in den Wahnsinn getrieben werden soll, das ist schon einmal top.
Bei den Damen haben wir hauptsächlich Christiane Krüger und Annabella Incontrera, die das Auge erfreuen.
Dazu die Interieurs im schicken 60er-Stil - für die Augen gibt's also jedenfalls genug.
Nora Orlandi sorgt mit einer Mischung aus klassischem 60s-Jazz und zwei Pop-Melodien/Lieder, die sie selbst singt, für ein angenehmes Feeling.
So weit, so gut, so schön.
ABER: Es fehlt komplett an Spannung, die Story präsentiert sich noch löchriger, als man es von einem Giallo gewohnt ist und die Inszenierung pendelt zwischen recht ordentlich und sehr schwach.
Natürlich könnte das z.T. auch an der Kürzung der deutschen Fassung von immerhin 10 Minuten liegen.
Aber so kommt der Film in Summe in keiner Hinsicht über den Durchschnitt hinaus.
Das Ganze ist und bleibt ganz nett, langweilt nicht, aber mehr auch nicht.
5-6/10


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 17.08.2018 16:13 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Prisma hat geschrieben:
Ein paar Rückblenden hätten allerdings sicherlich drin sein können! ;)

Das wäre wohl das Mindeste gewesen.... :evil: ;)


Prisma hat geschrieben:
In "Killer sind unsere Gäste" wird man in dieser Beziehung garantiert nicht enntäuscht werden, Margaret Lee und der Film hinterlassen einen hervorragenden Eindruck.


Wenn ich dazu noch einen weiteren Film anführen dürfte, in dem Margaret Lee relativ viel Screentime hat: DER BASTARD


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 17.08.2018 19:19 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Wenn ich dazu noch einen weiteren Film anführen dürfte, in dem Margaret Lee relativ viel Screentime hat: DER BASTARD

DER BASTARD zählt auch zu den Filmen, die gefühlt einmal im Jahr über meine flache Mattscheibe flimmern. :dh:


Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
ABER: Es fehlt komplett an Spannung, die Story präsentiert sich noch löchriger, als man es von einem Giallo gewohnt ist und die Inszenierung pendelt zwischen recht ordentlich und sehr schwach.

Meines Erachtens zeichnet doch gerade das von Dir verfasste Fazit diesen imposanten Giallo aus :)

Trotz seiner inszenatorischen Unvollkommenheit funktioniert dieser recht eigenwillige Wallace-Giallo nicht nur einwandfrei, sondern bietet auch noch ein paar großartige Momente abseits der explodierenden Spielzeugautos.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 17.08.2018 20:01 
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Ich darf sagen, dass der Film bei mir von Sichtung zu Sichtung dazu gewinnt. Ich finde ihn einfach klasse.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 17.08.2018 23:13 
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sid.vicious hat geschrieben:
Ich finde ihn einfach klasse.

Ganz meine Meinung! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 18.08.2018 01:17 
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Hab den auch kürzlich gesehen und war nicht ganz so angetan. Kinski ist schon ne Nummer... entweder schaut er bös-gelangweilt oder er schüttet sich n Drink ein, wenn er nicht gerade eine Dame durchrüttelt. Die Modellautosequenz ist natürlich charmant wie sonst nur was, aber der Film kam für mich nie so richtig in die Gänge.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 18.08.2018 05:34 
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Rolf hat geschrieben:
Hab den auch kürzlich gesehen und war nicht ganz so angetan.

Du musst Dir den Film einfach mal wieder irgendwann in Ruhe anschauen, denn mir erging es am Anfang ganz ähnlich. Mittlerweile konnte ich DAS GESICHT IM DUNKELN aber in mein Herz schließen und unterschreibe daher auch blind die beiden folgenden Kommentare:

Prisma hat geschrieben:
Ich kann schon verstehen, wenn man den Film eher kritisch beäugt, aber der gewinnt doch erheblich beim mehrmaligen Anschauen.
Im Grunde genommen hat man es nämlich mit einer der interessantesten Geschichten der gesamten Wallace-Reihe zu tun.
Leider gibt es dann hier und da einige inszenatorische Ungereimtheiten. :lol:


sid.vicious hat geschrieben:
Ich darf sagen, dass der Film bei mir von Sichtung zu Sichtung dazu gewinnt. Ich finde ihn einfach klasse.


8-)


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 18.08.2018 10:33 
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Folgende Frage wollte ich schon lange einmal stellen !!
Und zwar geht es um die häufig erwähnte 'fehlende' Spannung in den Gialli.
Welchen Giallo empfindet ihr denn als insgesamt spannend ??
Und ich meine damit jetzt nicht Sequenzen wie in PROFONDO ROSSO wenn David Hemmings alleine am Klavier sitzt und improvisiert/komponiert und er auf einmal merkt das der Killer ganz nah ist !!
Dies hat Argento wie ich finde sehr gut gemacht aber der Film an sich ist doch nicht spannend, oder ?? Ich meine, selbst bei Erstsichtung in einer Vollbildfassung hab ich den Killer gesehen und letztlich geht es wohl nur um die Frage ob es evtl. doch 2 Täter gab.

Ich persönlich empfinde MIO CARO ASSASSINO auch bei wiederholten Anschauen immer noch als spannend. Welche Kandidaten hättet ihr noch ??


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 18.08.2018 11:40 
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Cagliostro hat geschrieben:
Folgende Frage wollte ich schon lange einmal stellen !!
Und zwar geht es um die häufig erwähnte 'fehlende' Spannung in den Gialli.
Welchen Giallo empfindet ihr denn als insgesamt spannend ??


Da geht's mir sehr ähnlich. Genau wie die aus den Gialli hervorgegangenen Slasher fehlt mir auch Spannung. THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH (mein liebster Giallo) finde ich nicht superspannend, aber treibt seinen plot in gutem Tempo voran. Und TORSO dreht zumindest im dritten Akt komplett an der Spannungsschraube. Und letztendlich natürlich noch DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL, auch wenn der für mich kein reiner Giallo ist. Der ist für mich von vorne bis hinten allerfeinstes Spannungskino.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 18.08.2018 18:17 
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Cagliostro hat geschrieben:
Folgende Frage wollte ich schon lange einmal stellen !!
Und zwar geht es um die häufig erwähnte 'fehlende' Spannung in den Gialli.
Welchen Giallo empfindet ihr denn als insgesamt spannend ??

Schwierig zu beantworten, ein konkreter Titel fällt mir jetzt gar nicht ein.
Prinzipiell, würde ich sagen, entsteht Spannung in einem Giallo (oder generell Krimi) dann, wenn ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht oder wer letztendlich der Mörder ist.
Fehlt mir dieser Reiz, das Wissenwollen, wer der Mörder ist, aus irgendwelchen Gründen, empfinde ich den Film als spannungslos.
Es geht aber natürlich auch dann die Spannung verloren, wenn die Geschichte sich nur langsam und zäh voranschleppt.
Ist es mir aus irgendwelchen Gründen gleichgültig, wie die Sache überhaupt vorangeht, ist der Film absolut langweilig und somit durchgefallen.
Von daher, schwer zu sagen, welcher Giallo wirklich spannend wäre, in dem Sinn.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 19.08.2018 09:29 
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Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Cagliostro hat geschrieben:
Folgende Frage wollte ich schon lange einmal stellen !!
Und zwar geht es um die häufig erwähnte 'fehlende' Spannung in den Gialli.
Welchen Giallo empfindet ihr denn als insgesamt spannend ??

Schwierig zu beantworten, ein konkreter Titel fällt mir jetzt gar nicht ein.
Prinzipiell, würde ich sagen, entsteht Spannung in einem Giallo (oder generell Krimi) dann, wenn ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht oder wer letztendlich der Mörder ist.
Fehlt mir dieser Reiz, das Wissenwollen, wer der Mörder ist, aus irgendwelchen Gründen, empfinde ich den Film als spannungslos.


Stimmt, diese Frage ist nicht gerade einfach zu beantworten, wobei die meisten Gialli den Suspensebogen auf der narrativen Ebene in den wenigsten Fällen durchwegs aufrecht erhalten. Meines Erachtens bestehen beim Großteil dieser speziellen Kriminalfilme lediglich Suspensemomente, die immer wieder durch zwar spannungsarmere Set-Pieces unterbrochen werden, die dann aber wiederum genau dieses Genrefilmformat ausmachen, denn gerade diese Szenen versprühen nicht nur zumeist ein sehr hohes Maß an Zeitkolorit, sondern erfreuen auch meist ungemein das Auge. Somit sind wir auch schon bei einem weiteren Hauptmerkmal der Gialli angekommen, nämlich der visuellen Komponente (welche dann in den meisten Fällen auch den Hauptreiz für mich darstellt)

Hinzu kommt, dass der höchste Spannungsgrad meist nur bei der Erstbetrachtung in Erscheinung tritt, denn sobald man beispielsweise weiß, wer schlussendlich der Mörder ist, laufen einige der diesbezüglichen Spannungsmomente bei Folgesichtungen meist ins Leere. Aber auch Gialli, bei denen man den Täter von vorne herein kennt, können dennoch sowohl zahlreiche gute Spannungsmomente als auch eine bestimmte Faszination verbreiten. Wer die Spannung ausschließlich in der erzählten Geschichte sucht, der wird nur mit einem geringen Teil dieser Filme seine Freude haben, denn der Großteil lebt in erster Linie von ganz anderen Komponenten (bzw. von deren Kombination).

Wenn ich mich recht erinnere, entpuppten sich damals im Rahmen meiner Erstsichtungen beispielsweise THE CHILD, EIN SCHWARZER TAG FÜR DEN WIDDER, DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER, die MARTINO-GIALLI oder auch DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS als äußerst spannend, wobei es sich hierbei vordergründig eher um die klassischen Whodunit-Plots mit vermummten Killern und sauberpolierten Schlitzwerkzeugen dreht. Meine Faszination gilt in den letzten Jahren aber eher den frühen Intrigen-Gialli, die zwar meist etwas unspektakulärer erscheinen, dafür aber ganz andere Qualitäten zu bieten haben.


Sbirro Di Ferro hat geschrieben:
Es geht aber natürlich auch dann die Spannung verloren, wenn die Geschichte sich nur langsam und zäh voranschleppt.
Ist es mir aus irgendwelchen Gründen gleichgültig, wie die Sache überhaupt vorangeht, ist der Film absolut langweilig und somit durchgefallen.

Langweilig muss aber nicht gleich uninteressant bedeuten ;)
Neben der Spannung gibt es auch noch zahlreiche andere Komponenten, die einem dennoch einen ordentlichen Filmspass ermöglichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 19.08.2018 15:09 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Wer die Spannung ausschließlich in der erzählten Geschichte sucht, der wird nur mit einem geringen Teil dieser Filme seine Freude haben, denn der Großteil lebt in erster Linie von ganz anderen Komponenten (bzw. von deren Kombination).


Vielleicht kann man Richies Einordnung dahingehend noch etwas ausweiten, indem man auf den speziellen Ort und auf das anvisierte Kinopublikum des Genrekinos eingeht...

sicherlich wird Pasolinis MEDEA, ein Film von Visconti, von Antonioni etc. nicht in jenen Kinos gelaufen sein (zumindest nicht bei ihrer Erstauswertung), in denen dann ein Western von Bergonzelli, ein "Giallo" von Dallamano oder ein Polizeifilm von Castellari sodann seine Premiere feiern sollte...

sowohl die Art des Kinos als auch dessen Filmauswahl konnte sich somit durchaus unterschieden haben; wenn man es stark vereinfacht sagen möchte: es gab die Kinos, die eher ein bürgerlich intellektuelles Klientel angesprochen haben, weshalb dann auch das Filmprogramm dementsprechend ausgewählt wurde - zum Beispiel: offensichtlich politische Filme, typisches "arthouse"-Kino, was in den 60er / 70er Jahren vielleicht den Brille tragenden Foucault-Leser angezogen hatte, der still in seinem Kino-Sessel Platz genommen hat und die Kinobilder mit ihrer wunderbar komplexen und tiefsinnig überraschenden Story geradezu magisch einsaugen sollte - nach der Vorstellung ist er dann friedlich - vielleicht auch nicht, da ihn die gut erzählte Geschichte in SALVATORE GIULIANO wahnsinnig aufgeregt hat - nach Hause gegangen - oder er hat noch mit Freuden über die intellektuelle Herausforderung, die ihm im Kino gerade die Augen über die Welt geöffnet hatte, diskutiert...

meine Vereinfachung auf der Gegenseite:

ein Kino, diesmal in einem ärmlichen Viertel, mit einer gänzlich anderen Zuschauerschaft; im Kino - das auch schon bessere Tage gesehen hat - wird während der Vorstellung wild herumgelaufen, man unterhält sich lautstark, während der Film läuft; doch keiner im Zuschauerraum interessiert sich großartig für den Plot, lieber tratscht der eine Zuschauer mit seinem Nebenmann, es gibt auch manchmal Streit - doch da: plötzlich wird im Film nicht mehr dialogisiert - es passiert etwas: eine besondere Stimmung entsteht im Film, schwarze Handschuhe sind zu sehen - und zack: die schöne Frau, die gerade nackt aus der Dusche kommt, wird blutrünstig umgebracht - das Spektakel endet - die Story geht weiter... bis dann wieder das Spektakel neuerlich einsetzt...

was ich hier angeschnitten habe, ist natürlich absolut vereinfacht; doch will ich damit ausdrücken, dass selbstverständlich die damaligen Regisseure auf ihr Publikum reagiert haben - der "Giallo" brauchte diese ausgeklügelte Handlung nicht, da es vor allem auf die sinnliche Erfahrung - und nicht auf das Kopflastige - ankam; die "Langeweile", die sich beim Sehen des "Giallo" einstellt, wurde damals möglicherweise überhaupt gar nicht vom angezielten Kinopublikum wahrgenommen, da es in diesen Momenten eh nicht auf die Kinoleinwand geschaut hatte - wurde doch in solchen Genrekinos - im Unterschied zum "arthouse"-Kino - die Inszenierung sinnlicher Sequenzen als eine Art von "Signal" vom Publikum angesehen (zum Beispiel: ein plötzlicher Zoom, Augen-close-ups, der dominante Einsatz von Musik etc.), dass jetzt etwas Besonderes im Film passiert... ansonsten war das Kino der Genre-Filme eben dann auch ein Ort sozialer Kontakte...

was ich eben dargestellt habe, findet sich in Bill Landis Buch: "Sleazod Express - A Mindtwisting-Tour Through The Grindhouse Cinema Of Time Square" (New York 2002) ungemein plastisch beschrieben - so wild wird es dann im italienischen "Bahnhofskino" aber sicherlich nicht zugegangen sein (ansatzweise hierzu auch: Mikel J. Koven: "La Dolce Morte - Vernacular Cinema And The Italian Giallo Film. Lanham, Maryland 2006 [letztlich geht es in dieser Studie dann doch mehr um die Strukturanalyse des "Giallo" und weniger um seine Rezeptionsorte])...

ich glaube dahingehend schon, dass man das Genre-Kino vor allem aufgrund seiner sinnlichen Kraft herausheben sollte (Thriller, Komödie, Melodrama, Pornographie etc. - diese Filme "produzieren" zunächst einmal Affekte - wobei natürlich eine gut konstruierte Handlung hier auch hilfreich sein kann)...

wegweisend für diese Art von Spektakel-Kino war in Europa nach dem II. Weltkrieg vor allem und besonders der sogenannte Sandalenfilm: wenig "Story" - dafür umso mehr starke Männer, die unglaubliche Sachen anstellen... weitere Genres folgten...


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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 19.08.2018 17:06 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Meines Erachtens bestehen beim Großteil dieser speziellen Kriminalfilme lediglich Suspensemomente, die immer wieder durch zwar spannungsarmere Set-Pieces unterbrochen werden, die dann aber wiederum genau dieses Genrefilmformat ausmachen, denn gerade diese Szenen versprühen nicht nur zumeist ein sehr hohes Maß an Zeitkolorit, sondern erfreuen auch meist ungemein das Auge. Somit sind wir auch schon bei einem weiteren Hauptmerkmal der Gialli angekommen, nämlich der visuellen Komponente (welche dann in den meisten Fällen auch den Hauptreiz für mich darstellt).
Langweilig muss aber nicht gleich uninteressant bedeuten ;)
Neben der Spannung gibt es auch noch zahlreiche andere Komponenten, die einem dennoch einen ordentlichen Filmspass ermöglichen.

Du hast schon recht, es gibt mehrere reizvolle Seiten an einem Giallo, aber ich denke, darum geht es Cagliostro bei seiner Frage gar nicht.
So wie ich es verstanden habe, geht es ihm rein um den klassischen narrativen Spannungsbogen und ich habe dann nur versucht, genau dabei zu bleiben.
So gesehen hast du recht, wenn du sagst: "(...) wobei die meisten Gialli den Suspensebogen auf der narrativen Ebene in den wenigsten Fällen durchwegs aufrecht erhalten."
Und damit haben wir eigentlich schon eine Antwort auf die Frage, nämlich gibt es den klassischen Spannungsbogen im Giallo sowieso kaum.

Ich gebe zu, mein letztes Posting war vielleicht auch teilweise unglücklich formuliert, weil der hauptsächliche Reiz eines Giallo ja wirklich nicht von der Mördersuche ausgeht.
Aber wenn mir von Anfang an das Miträtseln, wer denn nun der Mörder ist, uninteressant ist, dann ist der Spaß vorbei, bevor er noch richtig begonnen hat.


Zuletzt geändert von Sbirro Di Ferro am 19.08.2018 21:05, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: DAS GESICHT IM DUNKELN - Riccardo Freda
BeitragVerfasst: 19.08.2018 19:28 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Wenn ich mich recht erinnere, entpuppten sich damals im Rahmen meiner Erstsichtungen beispielsweise THE CHILD. . . DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER . . . als äußerst spannend


Diese Beiden gehören nach wie vor zu meinen absoluten Genre-Favoriten, so unterschiedlich sie auch sind. Der Erstere entwirft ein Familiendrama, welches wirklich nahe geht, da das Opfer (der Haupthandlung) ein geliebtes Kind ist; der "Dallamano" spannt einen weiteren Bogen und webt gekonnt Gesellschaftskritik in seine 'Kolportage' mit ein.

Natürlich bieten "Child" und "Tod" auch die genreimmanenten starken Bilder und die tolle Musik, andernfalls wärs ja Quatsch. ;)

Bei vielen Gialli sind die Opfer vorrangig Augenfutter, ohne ernsthaft herausgearbeitete Eigenschaften. Als geübter Seher - was man sich natürlich erst mal 'antrainieren' muss :) - weiss man das, und geniesst die dargebotenen dekadenten Tableaus.



(Eigentlich ist's doch ganz einfach zu erklären, was einen (Giallo-) Film für den Zuschauer spannend macht. Es sind nicht unbedingt die mal mehr mal weniger gelungenen Spannungssequenzen, die sich im besten Falle geschickt über die Laufzeit verteilen, sondern, ob man mit den Opfern/Bedrohten mitfühlen kann.)


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