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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: QUIETSCH... QUIETSCH... WER BOHRT DENN DA NACH ÖL? - Jean Girault
PostPosted: 26.09.2018 17:53 
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Produktionsland/Jahr: Frankreich 1963
Darsteller: Louis de Funès, Mireille Darc, Roger Dumas, Jacqueline Maillan, Christian Marin, Philippe Nicaud, Guy Tréjan, Daniel Ceccaldi, Maria-Rosa Rodriguez
Drehbuch: Jean Girault & Jacques Vilfrid
Produziert von: Roger Debelmas
Musik: Jean-Michel Defaye

Als seine Frau ihm zum Geburtstag die Rechte einer Ölquelle schenkt, fällt der Börsenprofi Monestier aus allen Wolken, ist Madame doch auf einen Betrüger hereingefallen. Nun muss Monestier unbedingt die Quelle an irgendeinen leichtgläubigen Idioten abtreten. Glücklicherweise gibt es da Antoine, einen reichen Geschäftsmann, der schon lange Zeit an Monestiers Tochter Patricia interessiert ist. Doch die hat gerade erst einen Fremden engagiert sich für ihren Ehemann auszugeben, um den Aufdringlichkeiten von Antoine aus dem Weg zu gehen. Monestier ist überhaupt nicht begeistert von der überraschenden Eheschließung und verpflichtet den unerwünschten Gatten Patricias Bruder zu spielen, um den mittlerweile angereisten Antoine die Ölfelder andrehen zu können. Als schließlich auch noch Patricias wirklicher Bruder auftaucht, ist die Verwirrung endgültig komplett...
(Ofdb)

Bereits der erste Film De Funes' unter Jean Girault wird in gewisser Weise zu einer Besonderheit innerhalb seines Schaffens.
Auf Basis des Bühnenstücks "Sans cérémonie" gibt Girault De Funes hier die Möglichkeit, sich erstmals als Hauptdarsteller in seiner späteren Paraderolle des grimassierenden Cholerikers zu präsentieren.
Es wird auch gar nicht versucht die theatralische Herkunft des Stoffes zu verbergen, ganz im Gegenteil, eigentlich noch betont durch die auf sehr begrenztem Raum mit hohem Tempo vorangetriebene Handlung.
Allerdings werden eben genau da dann schon die Unterschiede von Girault zu einem Regisseur wie bspw. Molinaro deutlich.
Denn es wirkt über weite Strecken schon sehr bemüht, als würde Girault bei seiner Übertragung des Stücks von der Theaterbühne auf Film (obwohl es von ihm selbst und Vilfrid stammt) nicht ganz Schritt halten können.
Er kommt des Öfteren deutlich aus dem Rhythmus, schaltet tempomäßig manchmal schlagartig von 100 auf 0, wo ich mir als Zuschauer dann denke, dass er sich mit dieser filmischen Adaption wohl doch übernommen hat.
Und wenn er das Tempo herausnimmt, bin ich leider auch nicht dankbar für eine etwaige Verschnaufpause, sondern hätte mir eher gewünscht, dass Girault den Zuschauer wenigstens mit der Geschichte, mit den Verstrickungen und Verwirrungen, auf Trab halten kann, aber auch das funktioniert nicht wirklich.
Aber ein Ass hat Girault noch im Ärmel: Palma Diamantino (Maria-Rosa Rodriguez), eine (vermeintlich) südamerikanische Tänzerin.
Sie bereichert den Film durch die eingebrachte Exotik, lässt (stellenweise zumindest) über so manche Schwäche kurzzeitig hinwegsehen.
So sind es sie und De Funes' Mimik und Gestik, die den Film in den brauchbaren Bereich retten.
Für De-Funes-Verhältnisse also schlussendlich ein relativ schwacher Film, der abermals meinen Eindruck bestätigt, dass Girault, obwohl er hauptsächlich im Komödiengenre (und sehr oft mit De Funes) gearbeitet hat, nicht der größte Könner war.
6-7/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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