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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Betreff des Beitrags: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 09.09.2014 22:33 
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Kleine Teufel (D - VHS)
Cinq fois la mort (F - VHS)
Acoso mortal (ES)
Tantrums (UK)
Peopletoys (US - Original)
The Horrible House on the Hill (USA - Wiederaufführung)
Devil Times Five (USA - Wiederaufführung)

USA 1974

R: Sean MacGregor
D: Sorrell Booke, Gene Evans, Taylor Lacher, Shelley Morrison, Carolyn Stellar, Leif Garrett u.a.

dt. VHS-Premiere: 01.11.1986

OFDb



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"Die Satansbrut vom State Mental Hospital"


In einer eingeschneiten kanadischen Einöde findet in einem abgelegenen Ferienhaus ein Familientreffen statt, zu dem der Patriarch und Eigentümer einer Sanatorien-Kette "Sir Papa Dog" (Gene Evans) eingeladen hat. Die entsprechende Gästeliste für das mehrtägige Treffen liest sich folgendermaßen:

* Tochter Julie mit ihrem Freund Rick, der für Papa Dog als Angestellter in einer der psychiatrischen Einrichtungen arbeitet und eigentlich gar keinen Bock darauf hat, dass Wochenende auch noch mit seinem mürrischen, rechthaberischen und selbstverliebten Chef verbringen zu müssen.
* Der auf eine Stelle als Arzt gierende Harvey mit seiner dauerbetankenden Schnapsdrossel, äh, Ehefrau Ruth, die in der Beziehung aber ganz klar die Hosen an hat
* Der überhebliche Gastgeber Papa Dog mit seiner leicht nymphomanisch veranlagten Frau Lovely, die es an diesem Wochenende mit dem bereits vergebenen Rick versuchen möchte. Der Hundepapa brüstet sich ständig vor den Anwesenden mit seinem "Lebenslauf des Erfolgs durch harte Arbeit" von einer ungelernten Reinigungskraft einer Pflegeeinrichtung bis hin zu deren Eigentümer... und das Ganze natürlich ohne Hochschulabschluss.
Also beste Voraussetzungen für ein entspanntes Wochenende im Schnee...
* Der letzte im Bunde, ist der etwas mental retardierte Hausmeister Ralph ("Mädchen für Alles"), der zusammen mit seinen Kaninchen einen Schuppen auf dem Anwesen bewohnt.

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Nachdem also alle eingetroffen sind, kommt auch schon sehr schnell Bewegung in die Ganze Sache: Lovely versucht zuerst das mental retardierte Hausmädchen Ralph zu verführen, aber dieser kann mit dem Wesen Frau rein gar nichts anfangen und gesellt sich lieber wieder zu seinen Kaninchen. Daraufhin provoziert sie noch ein wenig im Beziehungsgefüge von Julie und Rick bis das Ganze in einem Frauen-Zweikampf endet... es lebe die Familie!

Szenenwechsel:

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Ziemlich zur gleichen Zeit kommt es auf einer gar nicht so weit entfernten Landstraße zu einem schwerwiegenden Unfall eines Kleinbusses mit mehreren Toten. Einzig eine Ordensschwester und 4 Kiddies in der Altersspanne von ca. 8-15 Jahren überleben das Unglück in der eingeschneiten Einsamkeit und starten gemeinsam ihren orientierungslosen Marsch durch die endlose Schneelandschaft. Unter der Führung der etwas sehr merkwürdigen Schwester Hanna erreichen der 12 jährige (Oberst) Rick, der elegante und schöne David, die der Faszination des Feuers verfallene Susan und das erschöpfte Nesthäkchen Miriam das Ferienhaus von Papa Dog und bitten dort um Unterschlupf:

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Der Familienbande wird es bei dem Anblick der hilflosen Truppe ganz warm ums Herz und sie nehmen die Gestrandeten in ihrem Feriendomizil liebevoll auf.
Aber schon schnell kommen ihnen die sonderbaren und sehr erwachsen wirkenden Kinder immer merkwürdiger vor und bereits am nächsten Tag wird die Leiche von Hausmeister Ralph an einem Stahlseil erhängt aufgefunden. War es Suizid oder gar ein grausamer Mord? Aber wer war dann der/die Täter?

Und schon schnell zeigt die grausame Wahrheit ihr Gesicht in Form von weiteren kuriosen Morden (Tod durch Axt, Schaumbad mit Piranhas, menschliche Fackel oder Lüftröhrenschnitt mit Speer) und der Wahnsinn nimmt im Weiteren ungeahnte Dimensionen an.
Kann dieser Hölle überhaupt noch jemand entkommen?

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"Keine Angst, keiner von uns muss wieder zurück in diese Hölle.... jeden der uns zurück bringen will, mach ich kalt"


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US Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com



Dieses Exponat des "Kinder-Slasher" Genres ist wahrlich kein gut gemachter Film, aber konnte mich bereits bei der Erstsichtung aufgrund seines gewissen Charms letzt endlich doch sehr begeistern. Die Inszenierung weißt zwar einige Längen auf, aber mit denen kann man noch gut leben und der restliche Filmverlauf begeistert einfach nur. Die dt. VHS-Synchronisation ist dann auch recht ordentlich gelungen.

Die meuchelnden Kiddies haben hier eine ordentliche Zusatz-Portion Wahn versetzt bekommen, so dass das Szenario der Konkurrenz aus Ed Hunts Angst wie die reinste Idylle wirkt ;) Finde nichts unheimlicher, als unschuldig dreinschauende Kinder, die in Wirklichkeit abscheuliche Mörderbestien sind ;)

Zu Beginn gibt es schon eine sehr intensive Gewaltszene, die in einer psychotisch-wirkenden Bildoptik unter Einsatz von Vorschlaghammer, Mistgabel oder einer Stahlkette dargeboten wird. Das Szenario wirkt recht intensiv, verstörend und unbequem (bleibt im Gedächtnis).



Freunden gepflegter Trash-Kost aus den frühen 70ern könnte dieser Horror-Streifen eigentlich recht gut gefallen und spreche hiermit mal eine kleine Empfehlung aus.

Allen anderen lege ich lieber das großartige Meisterwerk Ein Kind zu töten ans Herz (ganz großes Kino)


ps: Leider ist dieser Exploitation Knaller "offiziell" in unseren Breitengraden lediglich als VHS-Auswertung erschienen :|


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 10.09.2014 08:46 
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Das Teil schreit förmlich nach einer legalen Silberling-Veröffentlichung.

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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 11.09.2014 06:37 
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 Betreff des Beitrags: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 24.09.2018 17:43 
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KLEINE TEUFEL
Originaltitel: DEVIL TIMES FIVE aka THE HORRIBLE HOUSE ON THE HILL
USA 1974
Regie: Sean MacGregor
Darsteller:
Sorrell Booke,
Gene Evans,
Leif Garrett,
Tia Thompson

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Ein Bus verunglückt auf einer verschneiten Landstraße – fünf Kinder überleben den Unfall, wobei hier seitens der Kinder nachgeholfen wird, denn die Kinder kommen aus einer Psychiatrie, und dies nicht zu Unrecht, wie die weitere Handlung zeigt. Jene fünf Verunglückten suchen nun Zuflucht in einer abgelegenen Villa, die von einem egoistischen Patriarchen und einigen weiteren Familienangehörigen bewohnt ist. Während die untereinander zerstrittene Familie ihren Problemen nachgeht und dabei den fünf Kindern nur wenig Aufmerksamkeit schenkt, schlachten diese auf einer sehr kreativen Weise die Erwachsenen nacheinander ab…

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DEVIL TIMES FIVE hatte den Arbeitstitel PEOPLETOYS und dieser umschreibt recht gut, um was es in dem Film geht: die fünf psychisch gestörten Kinder nehmen die Erwachsenen als Spielobjekte wahr, denen man dann auch gerne einmal mit Gewalt zu begegnen mag. Sean MacGregor inszeniert die Geschichte als reinen Exploitationen-Film, weshalb denn auch einige komische Szenen, beziehungsweise: sehr viel Episodenhaftes vorkommt, welches von dem insgesamt interessanten Inhalt den Fokus abzieht. Wäre DEVIL TIMES FIVE ernsthafter gedreht worden, er hätte das Zeug gehabt, eine ähnlich intensive Wirkung wie beispielsweise BLOODY BIRTHDAY (USA 1980, Regie: Ed Hunt) zu entwickeln, wo ebenso der Mythos vom „unschuldigen Kind“ ins Gegenteil gedreht ist. Insgesamt dringt die Struktur des (Prä-)Slasher-Kinos durch, das „Ten-little-Indians“-Prinzip zeigt sich, das die Erwachsenen als Opfer nacheinander eliminiert. Die hier dargestellten Morde jedenfalls sind für das damalige Grindhouse-Kino wirklich wie geschaffen, wobei vor allem für den damaligen Zuschauer wohl die Tötung in der Badewanne durch Piranhas (!) im Gedächtnis hängengeblieben sein wird – so ist in dieser Szene sowohl graphische Gewalt als auch weibliche Nacktheit kongenial kombiniert. Hinsichtlich dieser Wahrnehmungsperspektive stellen die Kinder dann nur das „ausführende“ Organ dar, welches für den Slasher-Plot die spekulativen Schauwerte ausführt. Eine andere Sichtweise würde sich auf die Familie und deren Zerstrittenheit konzentrieren. Stephen Thrower weist in seiner Besprechung des Films (siehe dessen Buch NIGHTMARE USA, S. 444) darauf hin, dass das Familienoberhaupt des „Papa Doc“ sehr dem Charakter „Big Daddy“ aus CAT ON THE TIN ROOF gleiche, gleichwie die Familie in beiden Filmen nur um das Finanzielle streitet. Ein Ansatz, der sicherlich nicht von der Hand zu weisen wäre. Allerdings bindet diese Analyse Throwers nicht die mordlustigen Kinder in die Interpretation ein. Dahingehend würde ich den Bezug eher noch zu Hitchcocks BIRDS sehen, wo ebenso die angriffslustigen Vögel das materialisierte Symbol für die emotionalen Konflikte der Figuren auf der abgelegenen Farm sind – besonders der Konflikt um die starke Mutterbindung des Hauptcharakters ragt dabei hervor. Strukturell ähnlich wäre dies dann auch in DEVIL TIMES FIVE zu beobachten, wo die Kinder denn quasi die familiären Streitigkeiten symbolisch begleiten und somit den filmischen Code für die psychische Gewalttätigkeit der Familie und ihres Egoismus bezeichnen würden. Insgesamt ist DEVIL TIMES FIVE ein feiner Grindhouse-Film mit allen Stärken und Schwächen, wobei das Bizarre in manchen Szenen sicherlich positiv für den geneigten Zuschauer überwiegen wird…

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(Bildquelle: imdb.com)

Trailer:
youtu.be Video From : youtu.be


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 24.09.2018 18:10 
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Einer meiner liebsten Kinder-Slasher! :P

Howard Vernon hat geschrieben:
Die hier dargestellten Morde jedenfalls sind für das damalige Grindhouse-Kino wirklich wie geschaffen, wobei vor allem für den damaligen Zuschauer wohl die Tötung in der Badewanne durch Piranhas (!) im Gedächtnis hängengeblieben sein wird – so ist in dieser Szene sowohl graphische Gewalt als auch weibliche Nacktheit kongenial kombiniert. Hinsichtlich dieser Wahrnehmungsperspektive stellen die Kinder dann nur das „ausführende“ Organ dar, welches für den Slasher-Plot die spekulativen Schauwerte ausführt.

Der Film ist wahrlich Grindhouse-Kino par excellence, wobei die verstörende Totschlägerszene bei mir einen nachhaltigeren Eindruck hinterließ, als beispielsweise die denkwürdige Badewannenszene.

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Howard Vernon hat geschrieben:
Insgesamt ist DEVIL TIMES FIVE ein feiner Grindhouse-Film mit allen Stärken und Schwächen, wobei das Bizarre in manchen Szenen sicherlich positiv für den geneigten Zuschauer überwiegen wird…

Schön auf den Punkt gebracht! :)




Übrigens: horror-f39/kleine-teufel-sean-macgregor-t8002.html ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 24.09.2018 19:20 
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@ Richie Pistilli

Das finde ich natürlich große Klasse, dass Du den Film auch kennst (ich hatte ihn gestern zum ersten Mal überhaupt gesehen) - und vor allem ebenso magst; es ist ja in der Tat kein gut gemachter Film, aber manche Ideen sind einfach zu bizarr, als dass man KLEINE TEUFEL böse sein könnte...

sorry, dass ich Deine vorausgegangene Kritik nicht gefunden habe (habe ich bei der Suchfunktion wohl übersehen)...

eine höhere Macht müsste dann wieder die Beiträge bitte zusammenfügen...


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 25.09.2018 05:12 
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Howard Vernon hat geschrieben:
es ist ja in der Tat kein gut gemachter Film, aber manche Ideen sind einfach zu bizarr, als dass man KLEINE TEUFEL böse sein könnte...

Genauso sieht es aus :dh:
Der einzige, der den kleinen Rackern auch weiterhin ablehnend gegenübersteht, ist der griesgrämige 'Sir Papa Dog':

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Keine Ahnung, warum diese feine Grindhouse-Perle bis dato in unseren Breitengraden noch nicht veröffentlicht wurde, denn wenn ich mich recht entsinne, handelt es sich bei der deutschen Kinosynchro um eine erstklassige Arbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 25.09.2018 15:57 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Keine Ahnung, warum diese feine Grindhouse-Perle bis dato in unseren Breitengraden noch nicht veröffentlicht wurde, denn wenn ich mich recht entsinne, handelt es sich bei der deutschen Kinosynchro um eine erstklassige Arbeit.


Deutsche Kinosynchronisierung hört sich natürlich gut an (ich ging eigentlich davon aus, dass hier eine für die Video-Auswertung gemacht wurde) - ich habe den Film als Blu Ray von Code Red, die eine unglaubliche Bildqualität hat (bei der einen Szene im Billardraum meint man, dass das Rot der Zimmerwand förmlich aus dem TV-Gerät springt... - einfach klasse); außerdem sind bei der BD noch Interviews als Extras dabei, wo einige nachgedrehte Szenen das Thema sind (man erkennt sie unter anderem daran, dass in ihnen Leif Garrett eine Perücke trägt, da er sich zwischenzeitlich für einen anderen Film die Haare hat kurz schneiden lassen) - auch Deine Lieblingsszene stammt aus dem Nach-Dreh; der Grund dafür ist einfach: es hatte nach dem eigentlichen Dreh solch ein "narratives Chaos" - nennen wir es so - geherrscht, dass kaum noch eine sinnvolle Montage möglich war; inwieweit der Hase-liebende Hausmeister schon vorher im Drehbuch stand, war leider nicht zu erfahren; seine Präsenz machen manche Szenen zwar unvergesslich (Stichwort: Verführungsszene), doch wenn dieser Charakter weggelassen worden wäre (oder anders inszeniert), dann denke ich, dass KLEINE TEUFEL richtig gutes Spannungskino geworden wäre; so aber hat der Film noch zahlreiche Kinderkrankheiten, die dann erst später BLOODY BIRTHDAY beheben sollte...


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 25.09.2018 16:41 
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Ich habe den Film ebenfalls als sehr gelungen in Erinnerung , nach euren Reviews wird er wohl bald wieder im Player landen müssen ! :D

Ich werde diesmal der deutschen Version den Vorzug geben , bisher lief nur die Originalfassung ...

Hier noch die Cover der deutschen + amerikanischen VHS :

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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 25.09.2018 18:47 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Deutsche Kinosynchronisierung hört sich natürlich gut an (ich ging eigentlich davon aus, dass hier eine für die Video-Auswertung gemacht wurde)

Auwei, ich sollte so früh Morgens lieber weniger posten, denn natürlich wurden die kleinen Teufel hierzulande erstmals auf VHS veröffentlicht. War wohl heute Morgen noch etwas schlaftrunken, wodurch ich dem Film wiederum aufgrund meiner Erinnerung an eine gute Synchro einfach eine Kinopremiere angedichtet habe.
Schande über mein Haupt - Sorry! :boys_0222:



Howard Vernon hat geschrieben:
- ich habe den Film als Blu Ray von Code Red, die eine unglaubliche Bildqualität hat (bei der einen Szene im Billardraum meint man, dass das Rot der Zimmerwand förmlich aus dem TV-Gerät springt... - einfach klasse); außerdem sind bei der BD noch Interviews als Extras dabei, wo einige nachgedrehte Szenen das Thema sind (man erkennt sie unter anderem daran, dass in ihnen Leif Garrett eine Perücke trägt, da er sich zwischenzeitlich für einen anderen Film die Haare hat kurz schneiden lassen) - auch Deine Lieblingsszene stammt aus dem Nach-Dreh; der Grund dafür ist einfach: es hatte nach dem eigentlichen Dreh solch ein "narratives Chaos" - nennen wir es so - geherrscht, dass kaum noch eine sinnvolle Montage möglich war; inwieweit der Hase-liebende Hausmeister schon vorher im Drehbuch stand, war leider nicht zu erfahren; seine Präsenz machen manche Szenen zwar unvergesslich (Stichwort: Verführungsszene), doch wenn dieser Charakter weggelassen worden wäre (oder anders inszeniert), dann denke ich, dass KLEINE TEUFEL richtig gutes Spannungskino geworden wäre; so aber hat der Film noch zahlreiche Kinderkrankheiten, die dann erst später BLOODY BIRTHDAY beheben sollte...

Vielen Dank für diese äußerst aufschlussreichen Informationen, denn dass einige Szenarien aus einer Nachdrehsession entstammten, wusste ich bisher noch nicht. Sehr interessant, zumal ich nach Deiner Beschreibung die Augen wohl doch mal lieber nach der Code Red-BD offen halte werde. Hatte bisher inständig gehofft, dass der Film auch irgendwann hierzulande in einer solchen Aufmachung veröffentlicht wird, aber leider war das bis dato noch nicht der Fall. Ok, aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen müsste ich mir eigentlich nur die Import BD bestellen und schon dürfte 2-3 Wochen später die Ankündigung einer deutschen Veröffentlichung folgen. :)

Klar krankt die Inszenierung vorne und hinten, aber irgendwie verleiht doch gerade dieser Sachverhalt dem Film den gewissen Charme, der ihn dann wiederum erheblich von BLOODY BIRTHDAY unterscheidet. Zudem kommt der unsaubere und fragmentarische Inszenierungsstil nicht nur einem reineren Grindhouse-Genuss näher, sondern macht für mich letztendlich auch den gewissen Reiz an diesem Film aus. Schätze mal, Du weißt bestimmt was ich meine...

(BLOODY BIRTHDAY mag ich übrigens auch sehr) :dh:




Operazione Bianchi hat geschrieben:
Ich habe den Film ebenfalls als sehr gelungen in Erinnerung , nach euren Reviews wird er wohl bald wieder im Player landen müssen ! :D

Ich werde diesmal der deutschen Version den Vorzug geben , bisher lief nur die Originalfassung ...

Aufgrund der aktuellen Beiträge ist meine Laune auf den Film auch dermaßen gestiegen, dass ich ihn mir gleich noch zu Gemüte führen werde.
Zur 'tatsächlichen' Qualität der deutschen Synchro kann ich Dir dann Morgen mehr berichten...








Und bis dahin dürfen sich die kleinen, todbringenden Lümmel nicht nur ausgiebig im Schnee austoben,
sondern auch einträchtig mit einem bereits leicht erschöpft wirkenden Papa Dog lebensechte Schneemänner bauen:


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 26.09.2018 18:20 
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Nachdem ich nun gestern Abend meine Erinnerungen an die kleinen Teufel aufgefrischt habe, stellen sich manche der zuvor geschriebenen Sachverhalte doch ein wenig anders dar: Zwar begeisterte mich dieser chaotisch zusammengeschraubte Film auch dieses Mal, aber im Rahmen der gestrigen Sichtung traten dann auch wieder die inszenatorischen Schwächen ins Bewusstsein, die ich nicht nur vergessen hatte, sondern sich auch sehr hemmend auf den sowieso schon sehr geringen Filmflow auswirken. Gerade im ersten Drittel fühlte ich mich ständig aus dem Filmverlauf gerissen, da dieser quasi alle paar Minuten durch abrupte Umschnitte auf zäh wirkende Zwischenspiele (beispielsweise der mental verdrehte Kaninchenflüsterer oder die schwerfällig wirkende Bettakrobatik) -die zudem von ihrer Laufzeit auch noch meist viel zu lange geraten sind- unterbrochen wird. Augenscheinlich fehlte dem Regisseur jegliche inszenatorische Finesse, zumal auch die angewandte Kameratechnik in manchen Szenen recht merkwürdig und unbeholfen wirkt.

Seltsamerweise empfand ich diese aufgezählten Mankos nach dem Film aber gar nicht mehr so gravierend, wie sie mir während des Anschauens vorkamen. Zurück blieb einzig das Gefühl, eine zwar recht sonderbare, aber auch zugleich höchst unterhaltsame und wohltuende Grindhouse-Sause gesehen zu haben. Daher möchte ich erst gar nicht wissen, wie gut dieser Film erst geworden wäre, wenn jemand fähigeres als Sean MacGregor auf dem Regiestuhl gesessen hätte. Immerhin hatte es MacGregor letztendlich auf sechs Regiearbeiten geschafft, von denen ich aber keine weitere kenne.

Im Gegensatz zum noch viel verschrobeneren The Barn of the Naked Dead a.k.a. Terror Circus - den ich aufgrund seiner abgedrehten Drehbuch-Idee eigentlich lieben möchte - mich aber aufgrund seiner nervenden Machart ein jedes Mal sprichwörtlich in den Wahnsinn treibt, so dass ich den Film meistens auch nicht bis zum Ende durchstehe - gelingt es den kleinen Teufeln trotz ihrer offensichtlichen Mängel sie dennoch einfach nur zu mögen. :)


Abschließend noch ein paar Worte zur deutschen Sprachfassung: Zwar hatte ich die Synchro noch einen kleinen Tick besser in Erinnerung, aber für VHS-Verhältnisse klingt sie immer noch außerordentlich gut. Die eingesetzten Sprecher wirken allesamt hochwertig und adäquat. Einzig die Stimme von Hausmeister Ralph fand ich ein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen wirkt die deutsche Synchro recht ernsthaft - kalauerartige Eskapaden sind hier fehl am Platz.


Zuletzt geändert von Richie Pistilli am 26.09.2018 18:45, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 26.09.2018 18:44 
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Kennt ihr eigentlich den hier?

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Wenn ihr auf Horror-Kinder steht, dann wäre das noch n feiner Tip meinerseits.

Ist kein Remake von diesem hier:

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...aber auch dieser ist einen Blick wert, wenn man Horror-Kinder mag.

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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 26.09.2018 18:50 
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Vielen Dank für die beiden Filmtipps, TRAXX :hutheben:
In der Tat kenne ich bisher keinen der beiden Streifen...


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 26.09.2018 20:37 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Im Gegensatz zum noch viel verschrobeneren The Barn of the Naked Dead a.k.a. Terror Circus - den ich aufgrund seiner abgedrehten Drehbuch-Idee eigentlich lieben möchte - mich aber aufgrund seiner nervenden Machart ein jedes Mal sprichwörtlich in den Wahnsinn treibt, so dass ich den Film meistens auch nicht bis zum Ende durchstehe - gelingt es den kleinen Teufeln trotz ihrer offensichtlichen Mängel sie dennoch einfach nur zu mögen. :)



diesbezüglich fällt mir noch der INVASION OF THE BLOOD FARMERS ein, der wohl ebenso die Meinungen spalten dürfte, und dem ich ebenso einfach nicht böse sein kann; TERROR CIRCUS kenne ich nicht, aber da Andrew Prine mitspielt, wäre der Film auf jeden Fall für mich interessant...

der größte Kontrast bei KLEINE TEUFEL dürfte wohl sein, dass einerseits der Plot und auch die Inszenierung insgesamt zu zerfasert wären, doch andererseits die graphischen Schauwerte ungemein effektiv umgesetzt sind; man kann den Film sicherlich am besten genießen, wenn man darin einzelne Akte - und kein logisches Ganzes - wahrnimmt, so dass man dann völlig losgelöst von der Handlung einen ca. 3 Min. "catfight" sieht, mehrere komische Sequenzen mit dem Hausmeistern hat - und dann natürlich die diversen Mordszenen, die die Mundpropaganda für den damaligen Kinoeinsatz geliefert haben... that's exploitation... dieses "klassische" Exploitation-Kino - das an die Anfänge des Kinos an sich erinnert - hat ja in Deutschland nur sehr wenig Tradition, mir kämen zumindest nur sehr wenige Filme in den Sinn, die gänzlich nur auf Schauwerte aufbauen und die Handlung ausschließlich nur den dünnen Rahmen für deren Präsentation setzen würde; also ich meine jetzt solche Sachen wie Filme von Lee Frost, David F. Friedman, H. G. Lewis etc. - deshalb glaube ich, dass es Filme im Stil von KLEINE TEUFEL in der BRD eher schwerer haben - aber es gibt hier ja durchaus Hoffnung, wenn ich die kommende Veröffentlichung des Wishman-Films bedenke...


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 27.09.2018 06:01 
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Howard Vernon hat geschrieben:
...diesbezüglich fällt mir noch der INVASION OF THE BLOOD FARMERS ein, der wohl ebenso die Meinungen spalten dürfte, und dem ich ebenso einfach nicht böse sein kann; TERROR CIRCUS kenne ich nicht, aber da Andrew Prine mitspielt, wäre der Film auf jeden Fall für mich interessant...

Ich muss gestehen, dass meine Erinnerungen an die INVASION zwischenzeitlich etwas verblasst sind und somit ebenfalls eine Auffrischung benötigen. Zum zäh wirkenden TERROR CIRCUS muss ich allerdings auch dazu sagen, dass mir von dem Film lediglich die Astro-Auflage vorliegt, die neben einer sehr bescheidenen Bildqualität auch nur die minderprächtige deutsche Synchro vorzuweisen hat...
Vielleicht liegt es auch daran? :jc_hmmm:


Howard Vernon hat geschrieben:
der größte Kontrast bei KLEINE TEUFEL dürfte wohl sein, dass einerseits der Plot und auch die Inszenierung insgesamt zu zerfasert wären, doch andererseits die graphischen Schauwerte ungemein effektiv umgesetzt sind; man kann den Film sicherlich am besten genießen, wenn man darin einzelne Akte - und kein logisches Ganzes - wahrnimmt, so dass man dann völlig losgelöst von der Handlung einen ca. 3 Min. "catfight" sieht, mehrere komische Sequenzen mit dem Hausmeistern hat - und dann natürlich die diversen Mordszenen, die die Mundpropaganda für den damaligen Kinoeinsatz geliefert haben...

Neben den von Dir zurecht aufgeführten Schauwerten sind es aber auch die passgenauen Darstellertypen (z.B. die irrsinnige Nonne, Papa Dog, Harvey oder die vier Terror-Gören) und die sehr angenehmen Drehkulissen, die den Film letzten Endes doch noch sehr sehenswert machen. Darüber hinaus mag ich auch die Atmosphäre, die diese Chaos-Produktion ausstrahlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 27.09.2018 10:59 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

Abschließend noch ein paar Worte zur deutschen Sprachfassung: Zwar hatte ich die Synchro noch einen kleinen Tick besser in Erinnerung, aber für VHS-Verhältnisse klingt sie immer noch außerordentlich gut. Die eingesetzten Sprecher wirken allesamt hochwertig und adäquat. Einzig die Stimme von Hausmeister Ralph fand ich ein wenig unpassend. Im Großen und Ganzen wirkt die deutsche Synchro recht ernsthaft - kalauerartige Eskapaden sind hier fehl am Platz.


Ich habe den Film nun auch nochmal gesehen ... Grindhouse Horror wie er seien sollte !
Natürlich sind die "Kleinen Teufel" alles andere als ein cineastisches Meisterwerk , aber das hat wohl auch niemand erwartet . Viele Hintergründe bleiben unklar und es dauert eine ganze Weile bis die Kinder ihr teuflisches Potential entfalten . Bis dahin wird der Zuschauer mit dem überwiegend bedenklichen Sozialverhalten der Erwachsenen unterhalten : So wird der zurrückgebliebene Diener (?) erstmal gnadenlos angesleazed , es gibt einen amtlichen Catfight und "Papa Doc" glänzt durch permanente Erniedrigung seiner Mitmenschen . Vielleicht ist ja der zelebrierte JB Konsum dafür verantwortlich ?

Nach und nach präsentieren uns die psychisch gestörten Kinder fröhlich ihre individuellen Störungen (von Crossdresser über Militär-Tick bis zum Nonnen-Komplex ) , wobei die Hintergründe vaage bleiben . Eine gemeinsame Tötungssequenz in slow-motion und s/w Bildern belegt zwar recht früh im Film das Gefahren-Potential der Kids , liefert aber kein wirkliches Motiv . Das ist dann auch eher nebensächlich , denn der Tabu-Bruch ist vollzogen und wird dann auch im letzten Drittel des Films mit einer Reihe blutiger Tötungen ausgereizt ...

Die deutsche Synchro ist durchweg mit bekannteren Sprechern besetzt ( ua Tommi Piper ) und passt sehr gut zum Film , hier ein paar "Highlights" :

"Wir geben ihr einfach ne Flasche Scotch mit nem Schnuller dran..."

"Hör zu, Du blödgesoffene Schlampe"

"Wenn ich zurrück komme gibts Mampfi Mampfi , aber erst muss ich essen für die Menschen machen"

Und mein persönlicher Favorit : "Pygmäen !!! " (beim Anblick der Kinder)


Zuletzt geändert von Operazione Bianchi am 28.09.2018 10:14, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: KLEINE TEUFEL - Sean MacGregor
BeitragVerfasst: 28.09.2018 05:10 
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Operazione Bianchi hat geschrieben:
Und mein persönlicher Favorit : "Pygmäen !!! " (beim Anblick der Kinder)


Ein sagenhafter Moment... :lol:

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