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 Betreff des Beitrags: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 06.10.2018 12:15 
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Bis die Gänsehaut erstarrt (D)
Le palace de l'horreur (BE)
O Fantasma do Grande Hotel (POR)
Perversidad (ES)
Sadist (TÜR)
Wicked, Wicked


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USA 1973

R: Richard L. Bare
D: David Bailey, Tiffany Bolling, Randolph Roberts, Scott Brady, Edd Byrnes, Diane McBain, Roger Bowen, Madeleine Sherwood u.a.

Score: Philip Springer

OFDb



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"Wicked, wicked - that's the ticket... You gotta make me feel so wicked..."


Nachdem eines schönen Morgens drei wasserstoffblonde Frauen -die sich in einem noblen Hotel am Rande der Stadt einquartiert hatten- spurlos verschwunden sind, beauftragt der Hotelmanager (Roger Bowen) den hauseigenen Detektiv Rick Stewart (David Bailey) damit, die drei geflüchteten Zechprellerinnen wieder aufzuspüren. Was Rick zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht weiß: Die drei Damen wurden in der Nacht zuvor von einem maskierten Killer gnadenlos gekillt! Aber was geschah bloß mit ihren Leichnamen?

Im Zuge seiner Ermittlungen trifft Rick Stewart nicht nur auf seine Ex-Frau Lisa James (Tiffany Bolling) -die sich zwischenzeitlich als Sängerin ihre Brötchen verdient-, sondern auch auf den jungen Elektriker Jason Gant (Randolph Roberts) -der nebenbei auch noch als Beleuchter fungiert- und die ehemalige Tänzerin Lenore Karadyne (Madeleine Sherwood) -die das verfrühte Ende ihrer Tanzkarriere nie richtig verkraftet hat. Als dann auch noch der ortsansässige Polizeichef Ramsey (Scott Brady) den Plan betritt, kommt endlich Bewegung in die Sache...


Bleibt letztlich nur noch die Frage, ob es dem Hoteldetektiv gelingen wird, die wahren Hintergründe über das Verschwinden der drei blonden Damen ans Tageslicht zu bringen?


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1973 kam dem amerikanischen Drehbuchautor und Regisseur Richard L. Bare während einer Autofahrt urplötzlich die Idee, eine Filmgeschichte in zwei simultanen Bildverläufen zu erzählen. Gesagt, getan - und nur kurz darauf erschien dann auch schon der vorliegende Film, der erstmals in dem sogenannten Split-Screen-Format 'Duo-Vision' inszeniert wurde. Bei dieser Technik handelt es sich einfach um eine Teilung des Bildes, wobei zur gleichen Zeit jeweils rechts und links zwei unterschiedliche Handlungsverläufe zu sehen sind. Diese können sich beispielsweise ergänzen (beispielsweise werden rechts Rückblenden zu der im linken Teil gezeigten Szene eingeblendet oder ein Plausch zwischen zwei beteiligten Figuren wird jeweils aus der Perspektive des anderen gezeigt), nebeneinander herlaufen (zwei voneinander unabhängige Szenen laufen parallel, was quasi dem simultanen Anschauen von zwei unterschiedlichen Filmen gleich kommt) oder auch ineinander übergehen. Und dann gibt es auch noch eine knuffelige Dame fortgeschrittenen Alters, die nicht nur die erklingende Filmmusik -sozusagen- live mit einer bombastischen Orgel einspielt, sondern ebenfalls auch immer mal wieder in einer der beiden Bildhälften eingeblendet wird (= großartige Momente!).

Dabei wirkt die Split-Screen-Technik zunächst etwas verwirrend und anstrengend zugleich, was sich dann aber spätestens nach 10 Minuten wiederum normalisiert, denn wenn man sich erst einmal an das ungewöhnliche 'Duo-Vision'-Verfahren gewöhnt hat, dann bereitet dies auch ein außergewöhnliches Filmvergnügen, welches man in dieser Form nicht alle Tage erleben kann. Als Drehkulisse diente übrigens das historische Hotel del Coronado.

Weitere Filme, bei denen eine ähnlich gelagerte Split-Screen-Technik zum Einsatz kam: 'Napoleon' (1927), 'Bettgeflüster' (1959), 'Das Phantom im Paradies' (1974), 'Carrie' (1976), 'Lola Rennt' (1998), 'Virgin Suicide' (1999), 'Requiem For A Dream' (2000), 'Snatch' (2000), 'Die Regeln des Spiels' (2002), 'Kill Bill' (2003) u.v.m.


Obendrein kommt es ab der Hälfte des Films zu einem weiteren Clou, denn dem Zuschauer wird in der einen Bildhälfte die Identität des Täters preis gegeben, während sich der rastlose Detektiv in der anderen Bildhälfte auch weiterhin bei der Suche nach dem für ihn bis dato noch unbekannten Täter um Kopf und Kragen ermittelt. Hinzu kommt, dass die Inszenierung aufgrund der unterschiedlichen Geschichten verschiedener Beteiligter recht episodenhaft wirkt: Zum einen hätten wir den unermüdlichen Hoteldetektiv 'Rick Stewart', der von seinem Chef mit der Ermittlung nach den drei spurlos verschwundenen Zechprellerinnen beauftragt wird. Während seiner Ermittlungen trifft er dann im weitläufigen Hotel-Komplex nicht nur auf seine Ex-Frau 'Lisa James', die wiederum von dem jungen Elektriker und Beleuchter 'Jason Gant' angehimmelt wird, sondern auch auf zahlreiche zwielichtigen Nebenfiguren, von denen so einige als potenzielle Täter in Frage kommen dürften. 'Jason Gant' unterhält wiederum ein freundschaftliches Verhältnis mit einem weiblichen Hotelgast, einer bereits leicht betagten Dame, die ebenfalls ihre Hotelrechnung nicht mehr bezahlen kann. Mittendrin darf sich dann auch noch ein maskierter Killer munter austoben, wobei er zwischenzeitlich sogar der erblondeten Sängerin Lisa James erbarmungslos nach dem Leben trachtet. Und diese einzelnen Episoden werden dann anhand des 'Duo-Vision'-Verfahrens einfach miteinander verwoben. Hinzu kommt ein recht kurioses Finale, zumal der Film an sich schon mit einer besonderen Humornote aufwartet.


Die weibliche Hauptrolle wird übrigens von der amerikanischen Sängerin, Moderatorin und Schauspielerin Tiffany Bolling verkörpert, die mir gerade erst in der letzten Woche als Tochter des Bösen über den Weg lief. Zwar soll die hübsche Schauspielerin zunächst behauptet haben, stolz auf ihre Beteiligung an dem Film gewesen zu sein, was sie dann aber angeblich in späteren Interviews wiederum widerrief, da man sie aufgrund der beiden viel kleinen Bildausschnitte im Rahmen späterer TV-Ausstrahlungen nicht mehr richtig erkennen konnte. Und außerdem sei der Film auch äußerst schlecht gemacht... (was ich jetzt wiederum absolut nicht bestätigen kann)


Fazit: Ein recht außergewöhnliches Filmerlebnis, wobei ich mich an das 'Duo-Vision'-Verfahren zunächst einmal gewöhnen musste...


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Trailer:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Filmausschnitt (zur Veranschaulichung des 'Duo-Vision'-Verfahren)


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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 06.10.2018 21:06 
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Die Bilder des Killers versprühen ein kultiges Flair. Äußerst ansprechend.

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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 07.10.2018 18:22 
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@Richie Pistilli

danke für Deine großartige Besprechung dieses genialen, aber (leider doch) sehr unbekannten Films, der sich wirklich nicht eine Sekunde-lang selbst ernst nehmen kann; vor allem die Szenen mit der Organistin sind einfach besonders köstlich und setzen zwischen den einzelnen Episoden mit dem (wohl nicht nur damals) verwirrenden technischen Verfahren im Hotel dann immer wieder schöne Absatzpunkte; ich bin mir ziemlich sicher, dass de Palma bei seinem "Phantom of the Paradise" gehörig durch diesen Film inspiriert worden ist - denn das ist "Wicked Wicked" ja: ein ironisches Remake von "The Phantom of the Opera", wobei die von der Organistin gespielte Partitur die originale des Lon-Chaney-Films ist, und die Tiffany-Bolling-Figur wäre dann die Sängerin, die vom "Phantom" - hier in der "Giallo"-Version - begehrt wird... selten so eine selbstreflexive Parodie auf das Horrorfilmgenre gesehen wie hier - nichts für Originalitätsfanatiker...

Das "Phantom" entdeckt seinen Star:
youtu.be Video From : youtu.be


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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 08.10.2018 21:07 
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sid.vicious hat geschrieben:
Die Bilder des Killers versprühen ein kultiges Flair. Äußerst ansprechend.

War im ersten Moment schon etwas verdutzt, als der messerstechende Meuchelbube urplötzlich mit diesem brottütenähnlichen Etwas über dem Kopf ins Bild gesprungen kam, aber bereits im nächsten Moment konnte ich seine ungewöhnliche Kopfvermummung dann auch schon in mein Herz schließen :P

Ein wahrlich fabelhafter Film, der nicht nur aufgrund seiner einmaligen Machart heraussticht, sondern auch noch mit seiner schwer unterhaltsamen Geschichte punkten kann. Ein kultiges Flair ist hier definitiv gegeben....



Howard Vernon hat geschrieben:
...ich bin mir ziemlich sicher, dass de Palma bei seinem "Phantom of the Paradise" gehörig durch diesen Film inspiriert worden ist - denn das ist "Wicked Wicked" ja: ein ironisches Remake von "The Phantom of the Opera", wobei die von der Organistin gespielte Partitur die originale des Lon-Chaney-Films ist, und die Tiffany-Bolling-Figur wäre dann die Sängerin, die vom "Phantom" - hier in der "Giallo"-Version - begehrt wird... selten so eine selbstreflexive Parodie auf das Horrorfilmgenre gesehen wie hier - nichts für Originalitätsfanatiker...

Vielen Dank für Deine sowohl sehr interessanten als auch zugleich aufschlussreichen Gedankengänge, denn dass der Film als Blaupause für de Palmas PHANTOM gedient haben könnte, wäre mir jetzt nicht in den Sinn gekommen. Ok, ich habe das PHANTOM bisher auch nur ein einziges Mal vor ca. zehn Jahren gesehen und kann mich -ehrlich gesagt- heutzutage an nicht mehr viele Einzelheiten erinnern (somit dürfte auch hier bald ein längst überfälliges Refresh anstehen). Genauso wenig wäre mir jetzt aufgefallen, dass WICKED, WICKED auch als ironisches Remake von Lon Chaneys UR-PHANTOM betrachtet werden kann. Daher finde ich Deine filmgeschichtlichen Querverweise auch immer wieder spannend! Lediglich die großartige Orgelmusik der knuffeligen Organistin kam mir irgendwie bekannt vor, obwohl ich die ursprüngliche Partitur des UR-PHANTOMS jetzt nicht bewusst im Ohr hatte.


Dafür kamen mir aber während des Ansehens immer wieder Filme in den Sinn, in denen auch eine Art von Split-Screen-Technik zum Einsatz kam (einige davon wurden bereits weiter oben schon aufgezählt), aber so sehr ich mich auch anstrengte: es fiel mir kein weiterer Film ein, der auch nur ansatzweise die Ausmaße wie WICKED, WICKED besitzt. In den meisten Fällen wird diese Technik lediglich punktuell als inszenatorisches Stilmittel eingesetzt, aber WICKED, WICKED besteht ja fast ausschließlich aus Split-Screen-Bildern. Insgesamt ein sehr nettes Gimmick, das ich jetzt aber keinesfalls als filmtechnischen Standard bräuchte. In den ersten zehn Minuten machte mich das ungewohnte Duo-Vision Verfahren regelrecht rammdösig, da das simultane Betrachten von zwei Filmen nicht gerade zu meinen alltäglichen Sehgewohnheiten zählt. Doch nachdem sich mein Kopf mit der fast durchgängig angewandten Split-Screen-Technik angefreundet hatte, machte das Ganze auch plötzlich einen riesen Spaß.

Kennst Du zufällig noch weitere Filme, in denen die Split-Screen-Technik auch in einem "größeren Ausmaß" zum Zuge kam?



Die für mich denkwürdigste Split-Screen-Szene -die mir zudem während WICKED, WICKED auch als allererstes in den Sinn kam- stammt übrigens aus Roger Avarys filmischen Glanzstück 'THE RULES OF ATTRACTION' und sieht folgendermaßen aus (ab 0:47):

www.youtube.com Video From : www.youtube.com






Aber kommen wir wieder zurück zum einzigartigen WICKED, WICKED und dessen Trailer, der bei mir dann noch die folgende Frage aufwarf:
Warum wird der Trailer eines DUO-VISION-Films -der dessen außergewöhnliche Technik auch noch explizit anpreist- lediglich in 'ungeteilten' Bildern gezeigt?


Der Trailer prahlt zwar dick und fett mit dem DUO-VISION-Verfahren, enthält dabei aber keine einzige Szene, die dem Zuschauer veranschaulichen kann, wie diese angepriesene Bildtechnologie schlussendlich aussieht... Oder sollte genau das eigentliche der Kniff des Trailers sein, um somit die Spannung -oder besser gesagt: die Erwartung- beim Zuschauer entsprechend anwachsen zu lassen? Merkwürdig wirkt das Ganze dennoch...



Abschließend noch eine kurze Zusammenfassung des DUO-VISION-Verfahrens:

Duovision ist eine Sonderform der Split-Screen, bei der das Gesamtbild für die Dauer des gesamten Films oder für einzelne Szenen zweigeteilt ist (sei es, dass sie nebeneinander, sei es, dass sie untereinander angeordnet waren). Das Verfahren kam bei wenigen Filmen der New-Hollywood-Ära anfangs der 1970er zur Anwendung. Besondere Probleme bereitete die Tongestaltung, weil bei Dialogszenen im einen Teilbild das andere stumm sein musste, was noch zusätzlich durch die Verwendung von Stereo-Ton erschwert wurde (weshalb manchmal von einer active bzw. passive screen gesprochen wurde). Manchmal wurde die gleiche Handlung aus zwei Perspektiven dargestellt, manchmal gleichzeitige Geschehnisse an verschiedenen Orten. Ein Problem war nicht nur der deutlich erhöhte Bedarf an Aufzeichnungen, weil ja zwei Bilder realisiert werden mussten, sondern auch die Zeit, die auf die Zusammenfügung der beiden Bilder und den Schnitt aufgewendet werden mussten. Der wohl bekannteste (und nach eigenem Bekunden der seinerzeitigen Werbung für den Film erste) Duovision-Film ist der im Format 2,65:1 realisierte B-Horrorfilm Wicked, Wicked (USA 1973, Richard L. Bare), der nur wenige Szenen im Ganzbild enthielt (um dem Publikum einen visuellen Schock zu versetzen, wie Bare erklärte). Zeitgenössische Kritiken brachten den Versuch in Beziehung zu der als avantgardistische verstandenen Dual-Screen-Technik, in der Warhol seinen Film Chelsea Girls gemacht hatte (1966). (Quelle)



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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 09.10.2018 17:14 
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Richie Pistilli hat geschrieben:

In den meisten Fällen wird diese Technik lediglich punktuell als inszenatorisches Stilmittel eingesetzt, aber WICKED, WICKED besteht ja fast ausschließlich aus Split-Screen-Bildern. Insgesamt ein sehr nettes Gimmick, das ich jetzt aber keinesfalls als filmtechnischen Standard bräuchte. In den ersten zehn Minuten machte mich das ungewohnte Duo-Vision Verfahren regelrecht rammdösig, da das simultane Betrachten von zwei Filmen nicht gerade zu meinen alltäglichen Sehgewohnheiten zählt. Doch nachdem sich mein Kopf mit der fast durchgängig angewandten Split-Screen-Technik angefreundet hatte, machte das Ganze auch plötzlich einen riesen Spaß.

Kennst Du zufällig noch weitere Filme, in denen die Split-Screen-Technik auch in einem "größeren Ausmaß" zum Zuge kam?



hier würde mir jetzt auch kein weiterer Film einfallen, in dem die Technik so konsequent angewandt werden sollte (vielleicht gibt es einige experimentelle Filme, die so die absolute Filmerfahrung schaffen wollen - keine Narration - nur das Bild - und zwar doppelt :) ) - auf jeden Fall denke ich, dass Richard L. Bare mit der Technik auf den Spuren von William Castle wandeln wollte, der sich zu seinen trivialen Schauergeschichten auch immer wieder eine spektakuläre technische Spielerei hatte einfallen lassen...

man wird WICKED WICKED dann wirklich wohl nur in einem Kino, und mit richtig guter Kopie, erst so richtig genießen können, zumal ich auch den Sound - besonders natürlich den Orgelsoundtrack - genial eingesetzt finde; beim Heimkino also bitte unbedingt Kopfhörer aufsetzen und den Regler hoch...

wenn Du schreibst, dass Du Dich erst an das doppelte Sehen gewöhnen musstest: da fällt mir dann doch "Thomas Jerome Newton" in DER MANN, DER VOM HIMMEL FIEL ein, der hier wohl keinerlei Schwierigkeiten gehabt hätte...

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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 10.10.2018 21:09 
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Howard Vernon hat geschrieben:
man wird WICKED WICKED dann wirklich wohl nur in einem Kino, und mit richtig guter Kopie, erst so richtig genießen können, zumal ich auch den Sound - besonders natürlich den Orgelsoundtrack - genial eingesetzt finde; beim Heimkino also bitte unbedingt Kopfhörer aufsetzen und den Regler hoch...

Wie es scheint, wurde der Film bis dato lediglich in der Warner Archive Collection (USA) als DVD ausgewertet. Besitzt Du diese zufällig und kannst ggf. etwas zu Bild und Ton sagen? Denke mal, dass diese der deutschen VHS-Fassung qualitativ weit überlegen ist... Für mich ist es außerdem unverständlich, dass dieses einzigartige Filmexperiment in den hiesigen Breitengraden immer noch nicht in digitaler Form ausgewertet wurde - denn der damalige Werbeeffekt des DUO-VISION-Formats dürfte doch auch heutzutage noch der Gleiche sein!?

Und den bombastischen Orgel-Soundtrack hätte ich natürlich auch liebend gerne auf LP oder CD zu Hause stehen, aber scheinbar wurde dieser noch nie offiziell veröffentlicht :(


Eine meiner liebsten Szenen der schrulligen Organ-Lady gibt es übrigens hier zu sehen: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** (ab 0:46) :)

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Howard Vernon hat geschrieben:
wenn Du schreibst, dass Du Dich erst an das doppelte Sehen gewöhnen musstest: da fällt mir dann doch "Thomas Jerome Newton" in DER MANN, DER VOM HIMMEL FIEL ein, der hier wohl keinerlei Schwierigkeiten gehabt hätte...

Berufsbedingt werde ich zwar tagtäglich zur Multitaskingfähigkeit gezwungen, was dann aber wiederum in meiner Freizeit ein absolutes No-Go für mich darstellt! Dort herrscht nämlich in erster Linie das Gesetz der Entschleunigung, der Ruhe und des Genusses - aber natürlich wiederum nur soweit, wie es die verbleibende Zeit auch zulässt... 8-)

Und mehrere TV-Programme gleichzeitig anschauen, geht schon mal gar nicht! Der blanke Horror! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 11.10.2018 14:29 
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Richie Pistilli hat geschrieben:
Wie es scheint, wurde der Film bis dato lediglich in der Warner Archive Collection (USA) als DVD ausgewertet. Besitzt Du diese zufällig und kannst ggf. etwas zu Bild und Ton sagen? Denke mal, dass diese der deutschen VHS-Fassung qualitativ weit überlegen ist...


Erstmals bin ich dem Film durch das deutsche VHS-Tape begegnet, das in der hiesigen Videothek in einer Ecke verstaubte (zusammen mit Bavas "Red Wedding Night" und Ted V. Mikels' "Das Kommando der Frauen", die "Bis die Gänsehaut erstarrt" im Regal flankiert hatten). Das muss so Anfang der 90er Jahre gewesen sein. Da sich mir "Wicked Wicked" seitdem als sehr positive Filmerfahrung ins Gehirn eingebrannt hatte, habe ich im DVD-Zeitalter eigentlich immer auf eine adäquate Veröffentlichung gewartet; dahingehend hatte es mich sehr gefreut, dass zumindest in den USA "Warner" den Film als doch recht annehmbare DVD - was die Bildqualität betrifft - veröffentlichen sollte (der Bildkontrast hätte für meinen Geschmack etwas schärfer in den Konturen sein können, aber vor allem der Sound ist auf der DVD richtig gut geworden)...

eine DVD-Besprechung aus "dvddrive-in.com" bringt es ganz gut auf den Punkt:
"The dual image here is shared on a single anamorphic frame, so no dual-projection was utilized when this was shown in theaters. Whether Warner’s DVD transfer was made from elements or a print source is unclear, but the image here is comparable and slightly better than what aired on TCM. The anamorphic widescreen image is framed at 2.40:1 and looks correct throughout and only a bit tight on the left side of the screen during the opening credits. The complicated opticals originally used for the dual image leave behind quite a bit of dirt and debris which is more or less sporadic here. The image is reasonably good but on the soft side, with colors appearing correct if somewhat muted on occasion. Digital artifacting can be detected in darker scenes, and it’s obvious no major restoration was done for this title. The outcome is acceptable but far from ideal in an age where numerous low budget 1970s horror films are getting HD overhauls. The Dolby Digital Stereo audio has decent range, and you can easily detect the intended separation in a number of scenes. The only extra is MGM’s original theatrical trailer which is single-screened and anamorphic."

(*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***)

somit heißt es dann wohl abwarten, ob sich hinsichtlich einer Blu Ray etwas tut (in Deutschland gibt es ja ein Label, das zumindest ein "Wicked" im Namen führt - vielleicht besteht dort ja durchaus Interesse für eine standesgemäße Veröffentlichung mit vielen Extras ;)); also: was den aktuelle Stand betrifft: hier ist die "Warner"-DVD wirklich eine Anschaffung wert, wenn man den Film mag...

Das von Dir ausgewählte Bild ist natürlich Weltklasse und trifft den Erzählton von WICKED WICKED ganz genau...

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 Betreff des Beitrags: Re: BIS DIE GÄNSEHAUT ERSTARRT - Richard L. Bare
BeitragVerfasst: 11.10.2018 20:37 
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Howard Vernon hat geschrieben:
Erstmals bin ich dem Film durch das deutsche VHS-Tape begegnet, das in der hiesigen Videothek in einer Ecke verstaubte (zusammen mit Bavas "Red Wedding Night" und Ted V. Mikels' "Das Kommando der Frauen", die "Bis die Gänsehaut erstarrt" im Regal flankiert hatten). Das muss so Anfang der 90er Jahre gewesen sein.

Du Glücklicher! Als ich zu dieser Zeit in den Videotheken meiner Heimatregion herumstöberte, waren die ganzen älteren Genrefilme bereits in den Osten abtransportiert worden :(

Weder ältere Italo Streifen (Polizeifilm, Giallo, Western, Exploitation...), noch US-amerikanische Filmproduktionen oder Eastern aus der glorreichen Zeit waren dort noch in den Regalen vorzufinden. Und genau deswegen hat es bestimmt auch so ewig lange gedauert, bis ich die Faszination dieser alten Filmrelikte endlich auch für mich entdecken konnte...


Howard Vernon hat geschrieben:
Da sich mir "Wicked Wicked" seitdem als sehr positive Filmerfahrung ins Gehirn eingebrannt hatte, habe ich im DVD-Zeitalter eigentlich immer auf eine adäquate Veröffentlichung gewartet; dahingehend hatte es mich sehr gefreut, dass zumindest in den USA "Warner" den Film als doch recht annehmbare DVD - was die Bildqualität betrifft - veröffentlichen sollte (der Bildkontrast hätte für meinen Geschmack etwas schärfer in den Konturen sein können, aber vor allem der Sound ist auf der DVD richtig gut geworden)...

Vielen Dank für Deine Schilderung :hutheben:
Klingt gut!


Howard Vernon hat geschrieben:
somit heißt es dann wohl abwarten, ob sich hinsichtlich einer Blu Ray etwas tut (in Deutschland gibt es ja ein Label, das zumindest ein "Wicked" im Namen führt - vielleicht besteht dort ja durchaus Interesse für eine standesgemäße Veröffentlichung mit vielen Extras ;));

Das wäre wahrhaftig ein Traum... :pray:


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