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 Betreff des Beitrags: HALLOWEEN NIGHT – SATAN LEBT! - Jag Mundhra
BeitragVerfasst: 22.12.2018 16:28 
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HALLOWEEN NIGHT – SATAN LEBT!
Originaltitel: HALLOWEEN NIGHT aka HACK-O-Lantern
USA 1988

Regie: Jag Mundhra
Darsteller:
Hy Pyke,
Gregory Scott Cummins,
Katina Garner,
Patricia Christie,
Marya Gant,
Jeanna Fine

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An Halloween bekommt der junge Tommy (Cummins) von seinem Großvater (Pyke) ein Amulett geschenkt, was seiner Mutter (Garner) überhaupt nicht gefällt, da sie keinen Kontakt mit dem seltsamen Verwandten, der den kleinen Ort scheinbar mit seinen Kürbissen beliefert, haben möchte. Die Angst der Mutter stellt sich als nicht unbegründet heraus, denn bei dem geschenkten Anhänger an Tommy handelt es sich um ein Pentagramm und der Großvater ist darüber hinaus der Anführer eines satanischen Kults, der in dessen Scheune zelebriert wird. Der Vater findet in dieser Halloweennacht noch den Tod, nachdem er zwischen „Grandpa“ und Tommy intervenieren wollte. Dies hat weitreichende Folgen für die Zukunft, weil die Halloweenfeier nun immer einen Schatten auf das Familienglück wirft. Zeitlicher Schnitt: Tommy ist jetzt erwachsen und wohnt weiterhin – zusammen mit seiner Schwester und dem Bruder – im Haus der Mutter, die zunehmend neurotischere Züge annimmt. Und abermals ist es Halloween, was für Tommy bedeutet, nun also endlich in den teuflischen Kult seines Großvaters eingeweiht zu werden. Gleichzeitig ereignen sich zahlreiche Morde, die mehr und mehr den Verdacht auf Tommy lenken. Ist er tatsächlich der Halloweenmörder? Und wer eigentlich ist „the devil’s son“?...


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HALLOWEEN NIGHT – Ende der 80er-Jahre gedreht – ist wohl einer jener Filme, die umgehend in die Videotheken gewandert sind und dort durch ihr plakatives Videocover aufgefallen waren. Der Titel mit dem lockenden Wort „Halloween“ sollte die damaligen Slasher-Filmfans ansprechen, gleichwie das Thema um die Satansanbeter immer schon ein beliebtes im Horrorfilmgenre gewesen ist. Mark Robsons THE SEVENTH VICTIM von 1943 stellt sicherlich eines der frühesten Beispiele dar, bei denen in der Handlung ein Satanskult vorkommt. Gleichwohl ist hier aber doch maßgeblich zu abstrahieren, da Robsons Werk auch nicht ansatzweise mit HALLOWEEN NIGHT gleichzustellen wäre. Beides sind zwar billig produzierte Horrorfilme, jedoch setzt der ältere auf einen erzählerischen Duktus, der ernsthaft und authentisch seine Geschichte angeht, während der 80er-Jahre-Film die überlieferten satanischen Plot-Muster theatralisch ironisiert. Diese Ironisierung von Horrorfilmklischees zeigt sich unter anderem darin, in welch Weise die Kultmitglieder und ihre Riten dargestellt werden – Anthony La Vey und seine Selbstdarstellung als Satanist werden dabei sicherlich auch eine wesentliche Rolle für die Popularisierung des satanischen Themas „im Kino“ gespielt haben. Noch wesentlicher für das Filmmedium dürfte dennoch aber der Erfolg von ROSEMARY’S BABY (1968) gewesen sein. Im Zuge dieses Erfolges entstanden zahllose B-Horrorfilme, die – wohl auch beeinflusst durch die Ereignisse um die „Manson Family“ – seit den frühen 70er Jahren entstanden. THE DEVIL’S RAIN oder RACE WITH THE DEVIL, zwei 70er-Jahre-Vertreter, können diesen Trend bestens illustrieren. Allerdings möchte ich in HALLOWEEN NIGHT eine weitere Tradition erkennen, die in dem Film aufgenommen wird: Regisseur Mundhra bietet all das, wodurch sodann aber auch die „poverty row“-Horrorfilme in den 30er und 40er Jahren strukturiert gewesen sind. Denn die vorgeprägten Muster im Setting und in der Typisierung der Figuren erlangen in diesen Filmen solch übertriebene Gestaltung, so dass der Betrachter das Repräsentierte nicht mehr ernst nehmen kann. Dabei gab es für mich eine zentrale Szene in HALLOWEEN NIGHT, die das Gesagte belegen könnte: wenn nämlich der erwachsene Tommy urplötzlich und völlig unmotiviert durch die Handlung seine Sonnenbrille abnimmt und diabolisch direkt in die Kamera grinst. Diese Szene – für mich die Kernszene des Films – macht deutlich, dass hier ein ästhetisches Spiel mit Filmklischees einsetzt. Ein zeitlich paralleles Beispiel, wo ein ähnlicher Ansatz der Filminszenierung zu beobachten wäre, sehe ich in ZOMBIE NIGHTMARE von 1987, der ebenso sich meilenweit weg vom zeitgenössischen Zombiefilm bewegt, da er seine Vorbilder klar in derartigen Werken wie etwa VOODOO MAN (1943) hat. Und HALLOWEEN NIGHT scheint sich nun konkret an eine Z-Filmgarde wie beispielsweise MANOS: THE HANDS OF FATE (1966) und ENTER THE DEVIL (1972) zu orientieren, die denn gleichsam Satanismus und Horrorfilm (ob nun absichtlich oder nicht) zur parodistisch ironischen Symbiose führen. Auch MANOS und ENTER THE DEVIL verlagern den Kult aus der Stadt ins Hinterland, und beide Filme sparen nicht mit mimischer sowie gestischer Theatralisierung. Was in HALLOWEEN NIGHT indes noch hinzukommt, sind die Anleihen an den Slasher-Film mit seiner Betonung an Gore-Effekten und der Inszenierung von Nacktszenen. Bezüge gibt es darüber hinaus zur damaligen Rock-Musik und zu deren Satanismus-Referenz. Wer solche Sachen wie die oben genannten Filmbeispiele mag, wer filmisch den 80ern nicht abgeneigt ist, und wer zudem aber auch ein würdiges Film-up-date zu INVASION OF THE BLOOD FARMERS (1972) sucht, der liegt bei HALLOWEEN NIGHT sicherlich richtig…


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(Bildquelle: imdb.com)

die rockige Traumsequenz:
youtu.be Video From : youtu.be


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