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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
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#151 "Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" wurde von Ferdinando Baldi verwirklicht. Baldi bescherte uns ein paar sehr starke Italowestern wie zum Beispiel "Blindman", "Django und die Bande der Gehenkten" oder auch "Django - Der Rächer". Auch der hier besprochene Film reiht sich schön in seine Italowestern-Filmografie ein und konnte mich erneut von seinem Können als Regisseur überzeugen. Er ist meiner Meinung nach auf jeden Fall einer der besten Regisseure innerhalb des Genres.
"Seine Kugeln pfeifen das Todeslied" gehört zu den wenigen Italowestern die sich als Drama im Westerngewand präsentieren und sich großer literarischer Werke bedienen. Dazu zählen unter anderem auch "Glut der Sonne" und "Django - Die Totengräber warten schon".
Die Story dreht sich um Sebastian, der in jungen Jahren einem Massaker entkommen konnte bei dem unter anderem sein Vater getötet wurde. Schuld an dieser Tragödie ist wie es scheint seine eigene Mutter, die sich so dessen Anwesen unter den Nagel gerissen hat. Jahre später taucht Sebastian wieder auf und seine Mutter fürchtet nun seine Rache. Somit bekommen wir eine sehr interessante Geschichte vorgesetzt die auch schön verpackt wiedergegeben wird.
Die Inszenierung ist als sehr gekonnt zu bezeichnen und man bekommt einige sehr starke Bilder geboten. Die Atmosphäre die der Film aufbauen kann passt wie die Faust aufs Auge und die Musik trägt auch einen großen Teil dazu bei. Natürlich lässt die Story, die uns in passendem Tempo präsentiert wird eine gute Portion Dramatik nicht vermissen und man kann sich gut in die Darsteller hineinversetzen. Die Locations, vor allem das protzige Anwesen passen sehr gut zu der Geschichte und man fühlt sich zwischenzeitlich fast garnicht mehr wie in einem Italowestern. Dies fassen einige auch als Kritikpunkt auf, doch ich bin der Meinung, dass es eine Stärke des Films ist.
Die Darsteller machen ihre Sache mehr als gut, was bei den Hauptdarstellern anfängt und bis in die Nebenrollen hineinreicht. Die Hauptrolle spielt hier Leonard Mann, der mir schon in "Django - Die Nacht der langen Messer" sehr gut gefallen hat. In weiteren Rollen sehen wir zum Beispiel noch bekannte Gesichter wie Peter Martell, José Manuel Martín, Luciano Rossi & Pierro Lulli.
Vor allem das Massaker auf der Hazienda und das enorm starke, feurige und atmosphärische Finale haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich bin wirklich begeistert von dem Film gewesen. Einen Kritikpunkt habe ich noch und zwar, dass sich hier zwischenzeitlich ein paar Längen einschleichen und das obwohl der Film nur um die 80 Minuten lang geht. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich zu abgestumpft bin und mit der hier gebotenen Dramatik nicht so viel anfangen kann. Mir sind lockere Revolutionswestern und stumpfe Rachegeschichten, sowie die Suche nach Gold immer lieber als tiefgehende Dramen. Jedoch empfinde ich solche Filme als willkommene Abwechslung. Von mir gibt es für diesen tollen und dramatischen Italowestern jedenfalls dicke 8,5/10 Punkte!


#152 "Sein Wechselgeld ist Blei" ist der 2te Italowestern von Alfonso Brescia den ich während meiner Retrospektive geschaut habe. Der erste war "Stirb oder töte", der mir ziemlich gut gefallen hat. Gerade eben habe ich mir noch "100.000 verdammte Dollar" bestellt.
Wie schon bei "Stirb oder töte" spielt auch bei dem hier besprochenen Film Peter Lee Lawrence die Hauptrolle. Da ich PLL immer gerne sehe ist es nicht verwunderlich, dass er mir auch hier gut gefallen hat. Die Geschichte, die sich um seine Figur entwickelt wurde interessant gestaltet und unterhält bis auf ein paar kleinere Längen zwischendurch ungemein gut. Vielleicht wären 10 Minuten weniger nicht schlecht gewesen um den Verlauf etwas zu straffen. Die Story ist dabei allerdings eher amerikanischen Vorbildern entliehen und auch der dreckige Look fehlt etwas, was ich aber in diesem Fall nicht sonderlich schlimm fand. Eine Augenweide ist Beba Lončar, die wir in der Rolle der Christine sehen dürfen. In Nebenrollen sehen wir außerdem noch bekannte Gesichter wie Nello Pazzafini, Andrea Bosic und Rosalba Neri.
Die Inszenierung ist solide geworden, wir bekommen einige schöne Kameraeinstellungen geboten und dazu ertönt ein schöner Score. Dafür, dass der Film nicht in Spanien gedreht wurde sind die Locations dennoch ganz schön anzuschauen.
"Sein Wechselgeld ist Blei" ist ein gelungener Genre-Beitrag, der zwar etwas US-lastig daher kommt was mich aber in diesem Fall kaum gestört hat. Mit einem Kauf macht man meiner Meinung nach nichts falsch und ich ziehe für diesen Brescia-IW gute 6,5/10 Punkte.


#153 "Django - Sein Gesangbuch war der Colt" wurde von Lucio Fulci inszeniert, der ansonsten noch "Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben" & "Silbersattel" zu seiner IW-Filmografie zählen darf, die beide dem Spät-Italowestern zuzuordnen sind. "Verdammt zu leben" ist ein schöner Beitrag zum Genre, jedoch wage ich mich immernoch nicht an "Silbersattel" heran und kann daher auch nichts über die Qualität des Streifens sagen.
Der hier im Thread besprochene "Django" wurde scheinbar zeitlich sogar noch vor dem "Ur-Django" gedreht und dürfte somit sogar der allererste Django-Film sein auch wenn die Figur im Original nicht auftaucht.
Wie dem auch sei, der Film ist absolute Spitzenklasse und ist für mich eigentlich genauso gut wie der Original-Django, wenn nicht sogar noch besser! Beide Filme eignen sich als Einstieg in das Genre sehr gut. "Gesangbuch" bietet eine nahezu perfekte Atmosphäre für einen Italowestern, was sich vor allem durch die besonders staubige Atmosphäre auszeichnet und dadurch dass man die sengende Hitze förmlich spüren kann.
Die Story wird sehr spannend, dramatisch und vor allem ernst erzählt. Besonders hervorheben möchte ich das perfekte Tempo in dem die Geschichte erzählt wird. Dies ist wirklich in kaum einem anderen Italowestern in dieser Form wiederzufinden. Außerdem ist der Film für die Anfangszeit des Genres wirklich sehr blutig und auch sadistisch geraten. Die Action-Szenen sind ebenfalls richtig gut inszeniert und man bekommt auch viele davon geboten. Besonders das Finale ist sehr bleihaltig geworden!
Auch von den Darstellern her gibt es nichts zu bemängeln, denn schließlich spielt Franco Nero die Hauptrolle und als Sidekick bekommt er George Hilton bereitgestellt, der seine Rolle ebenfalls richtig gut ausfüllen kann. Auch auf Seiten der Bösen bekommen wir mit Nino Castelnuovo einen verdammt miesen Typen geboten, der in seiner Rolle schön aufgehen darf.
Der Film ist ein heißer Kandidat für meine Top 20-Liste und vielleicht sogar mein liebster Django-Film. Dafür ziehe ich die Höchstnote von 10/10 Punkten für einen Film bei dem ich keine Schwächen ausmachen konnte.

Meine Lucio Fulci-Rangliste:

1. Django - Sein Gesangbuch war der Colt
2. Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben


#154 "Rivalen unter roter Sonne" wurde von Terence Young gedreht, der den meisten hier bekannt sein sollte, da er unter anderem drei der ersten vier James Bond-Filme gedreht hat. Somit ist der Regisseur also ein Brite was schon mal recht ungewöhnlich ist. Dazu kommen dann vier bekannte Gesichter in den Hauptrollen: der US-Amerikaner Charles Bronson, der ebenfalls eigentlich jedem ein Begriff sein sollte; die Schweizerin Ursula Andress, das wahnsinnig heiße erste Bond-Girl; der Japaner Toshiru Mifune, DER Samurai-Film-Darsteller schlechthin; der Franzose Alain Delon, der in zahlreichen Klassikern des französischen Kinos wiederzufinden ist. Als Produktionsland werden gleich drei Länder angegeben, nämlich Spanien, Italien und Frankreich. Ich glaube somit dürfte "Rivalen unter roter Sonne" der bunteste Mix im Italowestern-Thread sein. Schon allein deswegen sollte man definitiv mal einen Blick riskieren.
Es geht kurz gesagt darum, dass Alain Delons Bande einen Zug überfallt und ein kostbares Samuraischwert seinem Besitzer entwendet wird. Mifune und der von Delon hintergangene Bronson begeben sich als Partner wider Willen gemeinsam auf die Suche nach Delon bzw. dem unbezahlbaren Schwert. Dabei lernen sie sich nach und nach besser kennen und erleben eine abenteurliche Reise, bei der Unstimmigkeiten aufgrund der kulturellen Unterschiede unausweichlich bleiben. Gerade dieses Aufeinanderprallen der Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein könnten machen einen Großteil des Unterhaltungsfaktors aus. Beide Darsteller spielen ihre Rollen sehr gut und ergänzen sich prächtig, jedoch gefiel mir Delon in seiner Rolle als Bösewicht am Besten. Natürlich ist Ursula Andress eine Augenweide was den Film ebenfalls bereichern kann. Langweilig wird es hier selten, jedoch hätte dem Film vielleicht dennoch etwas weniger Laufzeit ganz gut getan.
Inszenatorisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich, jedoch bin ich der Meinung, dass man eventuell etwas mehr aus dem Film hätte herausholen können. Übrigens ist der Showdown mit dem Indianer-Angriff richtig gut geworden und wenn Mifune sein Samuraischwert sprechen lässt wird nicht gerade mit Blut gegeizt. Somit enthält der Film auch eine gesunde Portion Härte. Ich wurde auf alle Fälle sehr gut unterhalten und ich bin froh den Film in der Sammlung stehen zu haben. Ich vergebe etwas weniger Punkte als beim letzten Mal und ziehe 7,5/10 Punkte für diesen schönen Mischling.


#155 "Todesmelodie" wurde von dem unvergleichlichen Sergio Leone gedreht. Der Film stellt den Mittelteil seiner "Amerika-Trilogie" dar, welche mit "Spiel mir das Lied vom Tod" begonnen und mit "Es war einmal in Amerika" abgeschlossen wurde. Es handelt sich hierbei um einen Revolutions-Italowestern, von denen ich nun schon einige während meiner Retrospektive angeschaut habe und jedes Mal wieder erneut euphorische Reviews geschrieben habe. Auch "Todesmelodie" reiht sich prächtig in das Sub-Genre ein, denn man bekommt auch von diesem epischen Leone-Western einiges geboten.
Die Story ist ähnlich gelagert wie bei den großen, artverwandten Filmen des Revolutions-Genres. Auch hier treffen ein mexikanischer Bandit und ein Fremder, in diesem Fall ein Ire, aufeinander. Der Mexikaner wird von Rod Steiger gespielt, der eine in jeder Hinsicht überragende Leistung abliefert. Auch der "Knallfrosch" verkörpert durch James Coburn ist ein sehr starker Charakter geworden. Die beiden bilden ein ungleiches, unterhaltsames Duo welches in den Wirren der Mexikanischen Revolution gemeinsam ein spektakuläres Abenteuer erlebt.
Die Inszenierung ist wie nicht anders zu erwarten absolut erstklassig. Die Kamera fängt die schönen Landschaften und Ortschaften mehr als nur gelungen ein. Untermalt wird das Ganze von einer perfekt passenden Morricone-Musik, die zwar ungewöhnlich, aber dennoch sehr packend ist.
Man bekommt eine vorzügliche Szene nach der anderen geboten und man mag kaum entscheiden welche nun die Beste ist, da es viele unvergessliche Momente zu bestaunen gibt. Ich denke für mich persönlich ist die stärkste Szene zu Beginn zu finden in der man den Charakter des Juan Miranda (Rod Steiger) kennenlernt. Ein wirklich hervorragender Beginn, der schon erahnen lässt wohin hier die Reise gehen wird.
Ich habe auch nur einen einzigen Kritikpunkt und das wäre die Lauflänge des Films, der mit seinen 2 1/2 Stunden für mein Empfinden etwas zu lang geraten ist.
Dies war leider schon der letzte Leone-Film für mich und ich ziehe für dieses Meisterwerk dicke 9,5/10 Punkte! Mir gefallen jedoch "Töte Amigo" und "Il Mercenario" noch ein wenig besser auch wenn "Todesmelodie" natürlich epischer daherkommt.

Meine Sergio Leone-Rangliste:

1. Zwei glorreiche Halunken
2. Für ein paar Dollar mehr
3. Für eine Handvoll Dollar
4. Todesmelodie
5. Spiel mir das Lied vom Tod
6. Mein Name ist Nobody

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#156 "Vier Fäuste für ein Halleluja" ist das direkte Sequel zu "Die rechte und die linke Hand des Teufels" und auch hierbei handelt es sich um einen Comedy-Italowestern bei dem erneut Bud Spencer & Terence Hill die Hauptrollen übernahmen. Die Regie fiel wieder in die Hände von Enzo Barboni, der ja gerade für diese Art von Filmen bekannt ist.
Auch der hier besprochene Film ist ein schöner Gute-Laune-Film, den man sich immer wieder anschauen kann, sofern man für diese Art von Filmen empfänglich ist. Ich bin ja mittlerweile den Comedy-Italowestern nicht mehr abgeneigt und muss sagen, dass ich erneut sehr gut unterhalten wurde. Man muss einfach sein Hirn ausschalten und sich in den Film hineinziehen lassen. Wenn man sich darauf einlassen kann stehen einem vergnügliche 2 Stunden bevor, in denen man den beiden Hauptdarstellern bei ihrem entspannten Abenteuer beiwohnen kann. Die beiden Prügel-Buddys sind einfach unfassbar sympathisch und jede Szene in denen man beide gemeinsam auf dem Bildschirm sieht bereitet mir Freude.
"Vier Fäuste für ein Halleluja" ist mindestens genauso unterhaltsam wie sein Vorgänger. Die Sprüche sind locker und witzig, die Handlung Nebensache und die Inszenierung ist routiniert. Ich kann verstehen wieso die Filme sich immernoch solch einer großen Beliebtheit erfreuen. Ein rundum gelungenes Vergnügen, welches sich bestens für einen gemütlichen Sonntag nachmittag auf der Couch eignet. Ich vergebe hierfür gerne 7,5/10 Punkte.


#157 "100.000 verdammte Dollar" wurde von Alfonso Brescia gedreht, der unter anderem noch "Stirb oder töte" und "Sein Wechselgeld ist Blei" zum Genre des Italowestern beigetragen hat, die auch beide locker über dem Durchschnitt anzusiedeln sind. Auch der hier besprochene Film ist durchaus unterhaltsam, konnte meiner Meinung nach jedoch nicht ganz mit seinen beiden Konkurrenten mithalten.
Es geht um einen Revolverhelden, gespielt von Richard Wyler, der einem Goldminenbesitzer bei seinem Kampf gegen Banditen und einem skrupellosen Geschäftsmann beisteht. Wyler spielt seine Rolle gekonnt, jedoch nicht überragend. Ihm gegenüber steht unter anderem ein Banditenboss gespielt von Fernando Sancho, der wie immer äußerst unterhaltsam ist, sowie Conrado San Martín, der seine Rolle ebenfalls sehr gut spielt. Die Story wird relativ kurzweilig erzählt und hat gegen Ende sogar noch eine nette Wendung zu bieten.
Die Inszenierung ist relativ durchschnittlich, was nicht unbedingt negativ gemeint ist, aber dennoch ist es eben nichts besonderes innerhalb des Genres. Ich bin auch der Meinung, dass etwas zu viel Zeit mit Prügeleien verschwendet wurde bezogen auf die kurze Laufzeit von nicht einmal 80 Minuten. Man macht nichts falsch wenn man sich den Film anschaut aber man sollte keine Höhenflüge erwarten. Alles bewegt sich hier im durchschnittlichen Bereich. Ich vergebe für den Film 5,5/10 Punkte.

Meine Alfonso Brescia-Rangfolge:

1. Stirb oder töte
2. Sein Wechselgeld ist Blei
3. 100.000 verdammte Dollar


#158 "Lauf um dein Leben" ist der dritte und letzte Teil der Sollima-Trilogie und ich kann vorweg schon einmal sagen, dass es sich hierbei um einen würdigen Abschluss dieser tollen Trilogie handelt. Außerdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich es mehr als nur schade finde, dass Sergio Sollima nur drei Filme zum Genre beigetragen hat.
Die Geschichte spielt glücklicherweise während der Mexikanischen Revolution was für mich ein großer Pluspunkt ist. Unser Hauptcharakter Cuchillo, großartig und nahezu perfekt gespielt von Tomas Milian, erfährt durch Zufall den Fundort von einem wertvollen Schatz und fortan muss er vor etlichen Parteien flüchten die es alle auf den Schatz abgesehen haben. Darunter befindet sich unter anderem der 2te Hauptdarsteller, ein ehemaliger Sheriff, dargestellt von Donald O'Brien, der ebenfalls eine starke Leistung vollbringt. Des Weiteren finden wir in zahlreichen Nebenrollen bekannte Gesichter aus dem Genre des Italowestern vor, wie zum Beispiel Nello Pazzafini, Luciano Rossi, Federico Boido oder auch John Ireland. Es ist wirklich eine Freude direkt zu Beginn ein bekanntes Gesicht nach dem anderen zu entdecken. Viele sehen diese hohe Anzahl an Charakteren als Pluspunkt, andere wiederum als Kritikpunkt. Ich kann beides nachvollziehen, jedoch schlag ich mich auf die Seite derjenigen die dies als Pluspunkt sehen.
Die Geschichte wird temporeich erzählt und so vergeht die Spielzeit von knapp 2 Stunden wie im Fluge. Es gibt eine tolle Szene nach der anderen zu bestaunen, zum Beispiel die Szene mit der Windmühle oder die Schnee-Szene und noch viele mehr. Dazu bekommen wir eine bärenstarke Inszenierung, sehr schönen Landschaften und einem fabelhaften Score geboten. Aber nichts davon kommt auch nur annähernd an die schauspielerische Leistung von Tomas Milian ran, denn die Rolle des Cuchillo füllt er einfach perfekt aus und es macht wahnsinnig Spaß dem armen, gutherzigen und listigen Messerwerfer bei seinem Abenteuer beizuwohnen. Milian ist einer der besten Darsteller, die das Genre zu bieten hat meiner Meinung nach und dies beweist er mit diesem Film hier erneut. Leider muss ich schweren Herzens zugeben, dass ich den Abschluss der Trilogie nicht ganz auf Augenhöhe mit den beiden Vorgänger-Filmen sehe und ziehe hier daher "nur" 9,5/10 Punkte.

Meine Sergio Sollima-Rangliste:

1. Von Angesicht zu Angesicht
2. Der Gehetzte der Sierra Madre
3. Lauf um dein Leben

Meine Revolutions-Italowestern-Rangliste:

1. Töte Amigo
2. Mercenario
3. Lauf um dein Leben
4. Todesmelodie
5. Zwei wilde Companeros
6. Tepepa
7. Lasst uns töten, Companeros


#159 "Verflucht, verdammt und Halleluja" ist der letzte Italowestern von Enzo Barboni und stellt so etwas wie den inoffiziellen dritten Trinity-Film dar. Leider ist Bud Spencer hier nicht mit von der Partie und so bleibt uns nur Terence Hill in der Hauptrolle des Joe. Dies ist zwar etwas schade, aber Hill beweist hier schon einmal, dass er einen Film durchaus auch allein tragen kann. Dies sollte er ein Jahr später eindrucksvoll mit "Mein Name ist Nobody" untermauern. Mir kommt der Film übrigens auch vor wie ein Zwischending aus den beiden Trinity- und den beiden Nobody-Filmen. Der Film schafft eine Atmosphäre, die zwar eine gewisse Leichtfüßigkeit ausstrahlt, dabei aber auch melancholisch daherkommt. Diese Mischung ist etwas ganz besonderes und macht einen Großteil des Charms aus, den der hier besprochene Film ausstrahlt.
Die Story um einen feinpinkeligen Engländer, der auf Wunsch seines verstorbenen Vaters in Richtung Westen reist wird sehr ruhig und entspannt erzählt. Er tritt diese Reise an, weil der letzte Wunsch seines Vaters war, dass dessen alte Kumpanen ihn zu einem echten Mann formen. Hill passt sehr gut in diese Rolle, jedoch muss man sich erst einmal damit abfinden Hill in einer solch schnöseligen Rolle zu sehen. Der Film ist weitestgehend unterhaltsam, muss bei seiner Lauflänge von 2 Stunden jedoch ein paar Längen zwischendurch in Kauf nehmen.
Dennoch ist der Film ein feiner Beitrag zum Genre des Comedy-Italowestern und kann vor allem mit Terence Hill in der Hauptrolle, sowie mit einer im Genre selten zu findenden Atmosphäre überzeugen. Ich ziehe 6/10 Punkte da mir die beiden Vorgänger doch noch etwas mehr zugesagt haben.

Meine Enzo Barboni-Rangliste:

1. Django - Die Nacht der langen Messer
2. Vier Fäuste für ein Halleluja
3. Die rechte und die linke Hand des Teufels
4. Verflucht, verdammt und Halleluja


#160 "Die Rache des weißen Indianers" wurde von Enzo G. Castellari im Jahre 1993 gedreht, also in dem gleichen Jahr wie Jurassic Park. Somit handelt es sich um einen Spät-Italowestern, der so spät gedreht wurde, dass man ihn kaum noch dazu zählen kann. Diese späte Entstehungszeit macht den Film an sich schon interessant, was aber noch viel interessanter ist, ist dass es sich hierbei um eine Art Nachfolger zu dem Spät-IW-Klassiker "Keoma" handelt.
Die Story dreht sich um Jonathan, gespielt von Franco Nero, der als Kind mit ansehen muss, wie seine Eltern bei einem Überfall getötet werden. Er selbst kann sich in einer Bärenhöhle in Sicherheit bringen und wächst zunächst mit einem Bärenjungen auf und später wird er dann von einem Indianerstamm großgezogen.
Schön ist, dass Castellari als Regisseur des Originals auch noch den gleichen Hauptdarsteller für das Projekt begeistern konnte. Die Geschichte klingt mehr wie die eines Abenteuerfilms, was aber nicht weiter tragisch ist, da ich solche Filme ebenfalls sehr gerne mag. Dazu kommt noch, dass dieser Abenteuerfilm auch noch eine große Portion des "Keoma-Spirits" bereithält. Zwar wird keineswegs die Originalität und das Können was hinter "Keoma" steckt erreicht, aber es ist dennoch eine schön Verbeugung vor dem Film. Auch die düstere, trostlose Atmosphäre des Originals wird schön eingefangen und wir bekommen eine tolle Kamerarbeit, sowie einen passenden Score geboten.
Interessant ist ebenfalls, dass John Saxon den Gegenspieler von Keoma mimt, was er wie zu erwarten sehr gut über die Bühne bringt. Ein besonderer Leckerbissen ist natürlich auch David Hess in der Rolle des Maddock. Ich habe die ganze Zeit überlegt woher ich das Gesicht kenne, aber kam nicht drauf. Jetzt weiß ich, dass er den irren Killer in "Wenn du krepierst, lebe ich!" gespielt hat, ebenfalls an der Seite von Franco Nero. Hess ist mir aus diesem Film gut in Erinnerung geblieben und es war schön hier erneut auf ihn zu treffen. Einfach ein herrlicher Schauspieler!
Negativ aufgefallen ist mir nur der mitunter vorhandene Kitsch, der leider nicht ausgeblieben ist, sowie die vielen ausschweifenden Szenen über Keomas Indianer-Vergangenheit. Wenn man diese Szenen etwas gekürzt hätte wäre die Inszenierung straffer und kurzweiliger gewesen und vermutlich wäre meine Bewertung dann auch noch einen Punkt höher ausgefallen. Mit einer Laufzeit von 2 Stunden ist er nämlich doch etwas lang geraten.
Ich vergebe für diesen sehr späten Italowestern locker 6,5/10 Punkte und muss sagen, dass ich froh bin dass Castellari und Nero diesen Film noch gemeinsam gedreht haben.

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Last edited by Djabartana on 16.09.2020 23:31, edited 2 times in total.

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PostPosted: 29.12.2018 16:00 
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#161 "Töte, Django" wurde von Giulio Questi gedreht und dieser sehr außergewöhnliche Italowestern sollte auch sein einziger Ausflug ins Genre bleiben. Eigentlich sehr schade wenn talentierte Regisseure wie Questi sich ins Genre verirren und danach keinen weiteren IW mehr drehen. Man fragt sich dabei immer was wohl beim nächsten Mal rausgekommen wäre.
Es wird die Geschichte von dem Mexikaner Django erzählt, der gemeinsam mit seiner Bande und der Bande des Gringos Oaks Gold bei einem Überfall erbeutet. Oaks hat jedoch eigene Pläne und lässt kurzerhand Django und seine Bande ihr eigenes Grab schaufeln und metzelt sie nieder. Django überlebt das Massaker schwer verletzt und wird von zwei Indianern gesundgepflegt. Fortan sinnt er auf Rache und landet schließlich in der Stadt in der sich Oaks und seine Bande mit dem erbeuteten Gold niedergelassen haben. Diese Stadt ist jedoch keine gewöhnliche Stadt...
Django wird von Tomas Milian gespielt und auch in diesem Film spielt er seine Rolle hervorragend. Oaks wird ebenfalls von einem sehr guten Darsteller gespielt, nämlich von keinem Geringeren als Pierro Lulli. Auch er konnte mich erneut begeistern, denn er passt einfach vorzüglich in solch hinterlistige Rollen.
Die eigentlichen Hauptcharaktere sind für mich jedoch die Bewohner der Stadt in der Django und Oaks landen. Eigentlich jeder einzelne Bewohner ist auf seine Weise verschlagen, bösartig und nur auf sein eigenes Wohl bedacht. Man könnte meinen man würde sich in der Hölle auf Erden befinden. Eigentlich ist dies aber nur ein Spiegel der Gesellschaft in der wir leben, den Questi uns vorhält. Dies wird dem Zuschauer mit drastischen Bildern ins Hirn gehämmert und man kann behaupten, dass es sich um einen der brutalsten Italowestern handelt. Man bekommt wirklich sehr viele Grausamkeiten zu sehen, wie zum Beispiel das Herausreißen von Kugeln aus dem Körper eines noch lebenden Pierro Lulli, das Skalpieren eines Indianers oder eine Person die mit geschmolzenem Gold übergossen wird. Diese Szenen sind wirklich verstörend obwohl der Film doch schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
Der Film ist hervorragend inszeniert, die Locations sind sehr schön anzuschauen, die Musik untermalt diesen ungewöhnlich IW sehr passend und die Kamera fängt das Geschehen mit sehr schönen Bildern ein. Was mich jedoch an dem Film stört ist, dass er mit seinen knapp 2 Stunden Laufzeit etwas lang geraten ist. Dies ist mir in letzter Zeit bei mehreren Filmen des Genres aufgefallen die eine ähnliche Lauflänge haben. Vor allem im Mittelteil dümpelt "Töte, Django" etwas vor sich hin. Auch hier wären 15 Minuten weniger meiner Meinung nach nicht verkehrt gewesen. Außerdem ist die Folterszene mit den Tierchen ziemlich lächerlich gewesen, aber das ist nicht weiter tragisch.
Für mich ist der hier besprochene Film sehr gut, jedoch sehe ich ihn nicht als das Meisterwerk wie es viele Fans tun. Für mich sind 8,5/10 Punkte hier angemessen.


#162 "Django und Sartana, die tödlichen Zwei" wurde von Sergio Garrone gedreht. Eigentlich wollte ich diesen Film als Letzten von Garrone anschauen, aber ich werde noch "Django - Der Tag der Abrechnung" hinterher schieben, den ich als ganz brauchbar in Erinnerung habe. Garrone hat bereits mit "Django und die Bande der Bluthunde" einen absoluten Höhepunkt aus der 2ten Reihe des Genres geschaffen und auch der hier im Thread besprochene Film ist mit den Bluthunden sogar auf Augenhöhe.
Fangen wir mit der Story an, die sich um Menschenhandel dreht. Fargo ist der Kopf einer Bande die illegal Mexikaner über die Grenze in die Vereinigten Staaten schafft was sich als sehr lukrativ für ihn erweist. Django, gespielt von Anthony Steffen, möchte das Kopfgeld welches auf die Bande ausgesetzt ist gerne einstreichen und auch Sartana, hier von William Berger verkörpert, scheint die gleichen Interessen zu verfolgen. Somit ist die Geschichte sehr interessant geraten und auch die Besetzung liest sich hervorragend. Schon allein, dass die beiden Charaktere Django & Sartana (zumindest in der deutschen Fassung) aufeinander treffen ist Grund genug sich den Film anzusehen.
Doch damit nicht genug, denn nicht nur die Besetzung und die Story machen Spaß, sondern auch alle anderen Faktoren die einen waschechten Italowestern ausmachen werden dem Zuschauer schmackhaft präsentiert. Zuerst einmal ist die hier geschaffene Atmosphäre schön dreckig geworden, dazu bekommen wir äußerst coole Drehorte präsentiert und vor allem schafft es die Kamera sehr starke Bilder einzufangen, die man sonst in dieser Weise selten sieht. Auch die zahlreichen Shootouts inklusive eines hohen Bodycounts und die dazu passende gesunde Portion Härte zaubern mir ein Grinsen ins Gesicht und schließlich gibt es im Finale sogar noch ein Leone-ähnliches Duell der 3 Protagonisten zu sehen.
Ein rundum gelungener Italowestern aus der 2ten Reihe, der für mich die meisten seiner Konkurrenten hinter sich lässt und ganz dringend eine DVD oder gar Blu-Ray Veröffentlichung braucht. Ich vergebe dicke 9/10 Punkte für diesen Kracher!


#163 "Johnny Yuma" wurde von Romolo Guerrieri gedreht, der mit "Django - 10.000 blutige Dollar" einen der schönsten Django-Vertreter geschaffen hat. Auch "Johnny Yuma" ist ein gelungener Vertreter des Genres und ich bin froh, dass der Film letztes Jahr in einer schönen Fassung endlich bei uns erschienen ist.
Rosalba Neri spielt hier Samantha, die ihren Ehegatten des Geldes wegen ermorden lässt. Der Neffe des Ermordeten, Johnny Yuma ist Alleinerbe und Samantha will ihn nun ebenfalls aus dem Weg räumen lassen. Ähnlichkeiten zu "Sein Kugeln pfeifen das Todeslied" lassen sich nicht von der Hand weisen, jedoch sind die beiden Filme von ihrer Machart her doch sehr unterschiedlich.
Mark Damon spielt seine Rolle sehr routiniert und es macht Freude ihm dabei zusehen zu dürfen. Dennoch ist Damon nach wie vor kein Liebling von mir und das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Neri ist in ihrer Rolle ebenfalls hervorragend, denn sie verleiht der an Niedertracht kaum zu überbietenden Samantha eine kühle Boshaftigkeit, die ihr gut zu Gesicht steht. Auch die Nebencharaktere wurden gut ausgewählt bei diesem kleinen, aber feinen Italowestern. Einzig die Rolle des mexikanische Sidekicks von Yuma ist etwas nervig angelegt.
Die erste Hälfte verläuft, bis auf den Anfang, noch recht gemäßigt, doch schon bald wird klar warum der Film auch als einer der härtesten Filme des Genres gilt. Es geht hier wirklich ziemlich zur Sache, denn sowohl die Bande, die Johnny Yuma zur Strecke bringen will, als auch Yuma selbst gehen bei ihren Vorhaben nicht gerade zimperlich zur Sache. So wird zum Beispiel ein kleiner Junge zu Tode geprügelt oder ein Arm gebrochen unterlegt mit einem krachenden Geräusch was man auch nicht ständig in diesem Genre zu sehen bekommt.
Auch die Inszenierung und die Musik sind sehr schön geworden und somit kann ich mich der Mehrheit hier anschließen, die den Film als einen äußerst starken Italowestern ansieht. Ich bin jedoch nicht der Meinung, dass es sich hierbei um einen der besten Filme aus der 2ten Reihe handelt. Dennoch sollte man sich "Johnny Yuma" als Italowestern-Fan definitiv nicht entgehen lassen und somit zücke ich hierfür gute 7/10 Punkte.

Meine Romolo Guerrieri-Rangliste:

1. Django - 10.000 blutige Dollar
2. Johnny Yuma


#164 "Fahrt zur Hölle, ihr Halunken" wurde von Sergio Corbucci gedreht und ist zeitlich zwischen "Il Mercenario" und "Lasst uns töten, Companeros" wiederzufinden. Corbucci lieferte ja eine handvoll Italowestern, die zur Speerspitze des Genres gehören und die zumeist auch immer vom ganzen Stil her sehr unterschiedlich sind. Zwar kann man immer seine Handschrift erkennen, aber man wird stets mit etwas Besonderen und Einzigartigen belohnt. Auch beim hier besprochenen Film kann man von einem ungewöhnlichen Film sprechen, der jedoch nicht die Klasse von Corbuccis besten Werken erreicht.
Johnny Hallyday spielt hier die Hauptrolle namens Hud, der die Stadt aufsucht in der sein Bruder zu Unrecht gelyncht wurde. Er versucht folglich die wahren Drahtzieher hinter dem Banküberfall zu finden und gerät dabei an eine Gangsterbande, eine Gruppe Hippies sowie an die Mächtigen der Stadt. Hallyday spielt die Hauptrolle sehr ansehnlich und hat dazu auch einen coolen Style verpasst bekommen. Unter anderem findet man auch Mario Adorf in der Rolle des El Diablo im Film vor. Soweit ich weiß ist dies auch sein einziger Ausflug ins Genre gewesen. Er ist sogar in einer richtig lustigen Szene zu sehen in der er mit auf den Rücken gebunden Händen gegen den Sheriff der Stadt kämpfen muss, also quasi ein Duell ausgefochten mit den Köpfen.
Die ungewöhnlichen Landschaften werden sehr schön von der Kamera eingefangen und ich finde es immer sehr interessant wenn man Landschaften vorfindet die man so nicht in Italowestern erwarten würde. Die Atmosphäre die durch die Machart geschaffen wird passt sehr gut und wird mit einem seltsamen, aber sehr treffenden Score unterlegt. Überhaupt beherbergt der Film einige sehr merkwürdige Momente was den Film zusätzlich nochmal interessanter macht. Vor allem das Finale in dem die Hippie-Bande die gesamten Einwohner der Stadt dazu zwingt sich nackt auszuziehen ist wirklich ziemlich einzigartig im Genre.
Ich muss jedoch wie ich zu Beginn des Reviews schon erwähnt habe nochmals sagen, dass ich "Fahrt zur Hölle, ihr Halunken" von den bisher von mir gesehen Corbucci-Filmen am wenigsten gelungen finde was jedoch nicht heißen soll, dass der Streifen schlecht ist. Ich würde ihn mit 6,5/10 Punkten bewerten.


#165 "Quanto costa morire" wurde von einem gewissen Sergio Merolle verwirklicht, welcher auch leider sein einziger Italowestern bleiben sollte. Auch in diesem Fall ist dies äußerst bedauerlich denn er hat mit dem hier besprochenen Film einen sehr schönen, kleinen Beitrag zum Genre geleistet. Leider gibt es hiervon keine DVD-Auswertung bei uns und ich glaube daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.
Der Film weißt ein paar Parallelen zu "Leichen pflastern seinen Weg" auf. Vor allem das Setting welches eine Schneelandschaft aufweist erinnert daran. Leider kriegen wir aber nicht einmal ansatzweise soviel Schnee geboten wie im Corbucci-Meisterwerk und außerdem zieht sich die Schnee-Atmosphäre auch nicht durch den ganzen Film.
Die Geschichte ist sehr interessant geworden und soweit ich weiß auch recht einmalig im IW-Genre. Scaife und seine Bande haben eine Viehherde gestohlen und quartieren sich gezwungenermaßen in einem kleinen Dorf ein. Der Sheriff stellt sich ihnen entgegen und versucht ihn mit einer kleinen Gefolgschaft nachts zu überwältigen. Leider klappt das nicht wie erhofft und somit wird der Sheriff erschossen und Scaife nimmt folglich die Bevölkerung des Dorfes gefangen und lässt sie für sich arbeiten. Tony, gespielt von Andrea Giordana, kann jedoch fliehen und sinnt auf Rache.
Giordana hat mir schon in "Die im Staub verrecken" und "Django - Die Totengräber warten schon" außerordentlich gut gefallen und ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass er auch hier die Hauptrolle gespielt hat. Es war für mich jedenfalls ein willkommenes Wiedersehen mit ihm, denn auch in "Quanto costa morire" spielt er seine Rolle wirklich gut. Ihm gegenüber steht Bruno Corazzari in der Rolle des Scaife. Dieser Charakter erinnert stark an Kinskis Rolle des Loco in "Leichen pflastern seinen Weg", jedoch kommt er nicht ganz so diabolisch rüber wie Kinski. Er meistert die Rolle aber ebenfalls extrem gut und somit kriegen wir auf Seiten der Darsteller ebenfalls einiges geboten.
Erwähnenswert ist auch die absolute passende Musik von Francesco De Masi, die die düstere, beklemmende Atmosphäre sehr schön untermalt. Auch der langsame Storyaufbau passt sehr gut in diesem Film, denn dadurch wird ein schöner Spannungsbogen geschaffen. Ansonsten ist die Inszenierung jedoch recht durchschnittlich geworden, was auch mein einziger Kritikpunkt wäre. Um ein Meisterwerk zu werden braucht es doch noch ein Stück weit mehr, aber ich würde den Film definitiv als eine Perle unter den Italowestern aus der 2ten Reihe bezeichnen und es ist sehr schade, dass wir hier bei uns keine Veröffentlichung von dem Film haben. 7,5/10 Punkte vergebe ich hierfür jedenfalls sehr gerne.

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#166 "Die schmutzigen Dreizehn" wurde von Nunzio Malasomma gedreht. Malasomma begann schon Anfang der 20er Jahre seine ersten Filme zu drehen was ihn folglich zu einem sehr erfahrenen Regisseur macht. Der hier besprochene Film wurde im Jahre 1968 gedreht und war der einzige Ausflug des Regisseurs ins Genre des Italowestern. Leider sollte dieser Film auch sein letzter Eintrag in seine Filmografie werden...
Die beiden größten Stärken des Films sind die temporeiche Inszenierung, die dem Zuschauer viel Action bietet, sowie die sehr gute Story, die in dieser Form einzigartig im Genre ist. Zwei rivalisierende Banden werden beschuldigt eines Nachts drei Frauen ermordet zu haben. In einem Fort verschanzen sie sich gemeinsam und werden fortan von den auf Rache sinnenden Stadtbewohnern belagert. Dies stellt in meinen Augen eine sehr spannende Ausgangssituation dar und mit fortschreitender Laufzeit stellt sich heraus, dass die Story auch wirklich erstaunlich gut funktioniert. Außerdem ist zu erwähnen, dass es auch eine kleine Krimihandlung innerhalb des Geschehens gibt, weil nicht klar ist wer denn nun für die Morde an den Frauen verantwortlich ist. Es passiert ständig etwas, der Spannungsbogen ist sehr gut gelungen, die Inszenierung ist richtig stark und auch die Musik passt dazu bestens.
Auch auf Seiten der Schauspieler gibt es nichts zu bemängeln. Namhafte Darsteller wie Craig Hill, George Martin, Jose Manuel Martin oder Aldo Sambrell kriegen wie geboten und das ist schon mal eine gute Voraussetzung für einen unterhaltsamen Italowestern.
Ich war jedenfalls sehr überrascht wie packend der Film ist und wurde von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Leider gibt es auch von dieser kleinen Perle keine DVD-Auswertung und so musste ich mich mit einer relativ farblosen Fassung begnügen, was mich schon gestört hat. In einer besseren Qualität mit kräftigen Farben wäre der Film noch sehenswerter gewesen. Ich vergebe für diesen schönen Genrebeitrag 7,5/10 Punkte.


#167 "El Rocho - Der Töter" wurde von Leopoldo Savona gedreht, der mit "Spiel dein Spiel und töte Joe" und "Killer Kid" zwei sehr gute Italowestern geschaffen hat. Außerdem konnte er "Django - Gott vergib seinem Colt" durch seine Übernahme der Regie nach dem Bankrott einer Produktionsfirma noch in den soliden Durchschnitt retten. Meiner Meinung nach ist er also ein sehr fähiger Regisseur gewesen und ich hätte mich über ein paar weitere Italowestern von ihm gefreut.
Geboten bekommen wir eine kompromisslos erzählte Rachegeschichte in der El Rojo, der hier von Richard Harrison gespielt wird, auf der Jagd nach den vier ehrenwerten Bürgern einer Stadt ist, die ein Massaker an einer Pionierfamilie zu verantworten haben. Einen nach dem anderen kann er durch kluge Schachzüge und mit Hilfe seiner Gefährten zur Strecke bringen bis er schließlich auf den letzten ehrenwerter Bürger namens Lasky trifft. Lasky wird übrigens von Pierro Lulli gespielt, der einfach jeden Italowestern bereichern kann. Somit kann sich die Besetzung mit Harrison und Lulli schon sehen lassen.
Die Inszenierung kann man als solide bezeichnen und die düstere Atmosphäre die erschaffen wird ist ziemlich gut gelungen. Gefallen hat mir auch der episodenhaften Aufbau der Story, sowas sehe ich immer sehr gerne in Italowestern.
Auch hier wäre eine DVD-Auswertung wünschenswert, denn dieser kleine, dreckige B-Italowestern hätte es definitiv verdient veröffentlicht zu werden. Schließlich schafft er es sich aus dem Durchschnittsbrei des Genres doch hervorzuheben und ich vergebe gute 6,5/10 Punkte.

Meine Leopoldo Savona-Rangliste:

1. Spiel dein Spiel und töte, Joe
2. Killer Kid
3. El Rocho - Der Töter
4. Django - Gott vergib seinem Colt


#168 "Pagò cara su muerte" wurde von León Klimovsky gedreht. Klimovsky schuf unter anderem noch "La sfida dei MacKenna", den ich bisher noch nicht kenne, und "Sando Kid spricht das letzte Halleluja" welchen ich recht unterhaltsam finde. Allerdings fabrizierte er scheinbar auch ein paar Gurken von denen ich jedoch ebenfalls noch keine gesehen habe. Auch "Django kennt kein Erbarmen" findet sich in seiner Filmografie wieder der aber eigentlich von Castellari gedreht wurde.
"Pagò cara su muerte" kann mit einer schön erzählten Geschichte punkten, die man so in bisher keinem anderen Italowestern gesehen hat. Der Farmer Martin Rojas wird gezwungenermaßen zum Banditen. Nach einem erfolgreichen Raub wird er vom Sheriff geschnappt und in ein Arbeitslager gesteckt. Kurz zuvor gebärt seine Frau noch seinen Sohn, jedoch stirbt sie bei der Geburt. Der Sohn wächst beim Sheriff auf und Rojas gelingt schließlich nach ca. 10 Jahren die Flucht aus dem Gefängnis. Sein ehemaliger Partner will nun endlich an das erbeutete Geld gelangen und entführt Rojas' Sohn um sein Ziel zu erreichen...
Soviel zur Story, die sehr interessant klingt und uns auch dementsprechend spannend erzählt wird. Dabei muss man erwähnen, dass der Film sehr dramatisch daherkommt, sich auch mal aufgrund Rojas' Sohn zeitweise etwas kitschig anfühlt und demnach auch eine gewisse Tiefe zu bieten hat. Leider schafft es der Film nicht über die gesamte Lauflänge gleichermaßen zu unterhalten da sich ein paar Längen einschleichen. Dies ist jedoch nicht weiter tragisch, da wir ansonsten einen starken Film geboten bekommen. Neben der Story ist vor allem auch die Musik hervorzuheben, die die gezeigten Bilder mit düsteren Klängen sehr passend untermalen kann und so zu der düsteren Atmosphäre ihren Teil beitragen kann. Ebenfalls sollte man erwähnen, dass der Film einer von den wenigen ist, die kein Happy End bereithalten was ich immer begrüße.
Die Hauptrolle des Martin Rojas spielt Guglielmo Spoletini, der seine Sache ganz ordentlich macht, jedoch gnadenlos von Eduardo Fajardo an die Wand gespielt wird. Fajardo spielt die Rolle des Trevor der hier den Bösewicht gibt was er auch am besten kann. Auch hier darf er so richtig schön bösartig sein, so wie ich es mag. Gerade durch ihn erfährt der Film eine gesunde Portion Härte.
Ein schöner, kleiner Italowestern der mit einer spannend erzählten und dramatischen Geschichte punkten kann, jedoch leider ein paar kleinere Längen aufweist. Schade, dass auch dieser Film nicht in Deutschland gezeigt wurde und es hier demzufolge auch keine DVD-Auswertung gibt. Ich vergebe gute 7/10 Punkte für diese unbekannte, kleine Perle.

Meine León Klimovsky-Rangfolge:

1. Pagò cara su muerte
2. Sando Kid spricht das letzte Halleluja


#169 "Beichtet Freunde, Halleluja kommt" wurde von Giuliano Carnimeo gedreht. Es handelt sich dabei um die Fortsetzung zu "Man nennt mich Halleluja" bei dem ebenfalls George Hilton die Hauptrolle übernahm. Hilton macht auch in dem hier besprochenen Film eine gute Figur. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, seinen Gegnern immer einen Schritt voraus und dazu eine sehr coole Ausstrahlung. Auch das Outfit das man ihm hier verpasst hat ist sehr gelungen, denn wir sehen einen unrasierten Hilton in einer völlig schwarzen Kluft und das sieht wirklich ziemlich cool aus. In einer Nebenrolle ist unter anderem auch Nello Pazzafini zu sehen, der mir auch immer sympatisch ist.
Die Handlung dreht sich um eine kleine, sehr wertvolle Aztekenstatue welche unser Halleluja für einen mexikanischen General ausfindig machen soll. Viele Parteien wollen sie sich unter den Nagel reißen was zu einigen skurrilen Situation führt. Übrigens ist die Handlung während der Mexikanischen Revolution angesiedelt was für mich immer ein willkommener Hintergrund für einen Italowestern ist. Jedoch sollte man keinen Revolutions-IW erwarten, denn die Revolution ist hier nur Nebensache.
Allgemein kann man den Film als Comedy-Italowestern bezeichnen, der nochmal ein Stück alberner daherkommt als sein Vorgänger "Man nennt mich Halleluja". Dies ist aber nicht wirklich schlimm, denn der Film bietet sehr viele schöne Ideen und die Zeit vergeht beim Anschauen wie im Fluge. Die Inszenierung ist flott und schön anzusehen, unterlegt wird das Ganze mit einem passenden, fröhlichen Score und man bekommt auch eine Portion Action in Form von Schießereien und Prügeleien geboten. Ein spaßiges Filmchen welches uns Carnimeo hier liefert, das sich sehr schön in seine tolle Filmografie einreihen kann. Seine anderen Filme die ich vorher gesehen habe gefallen mir aber noch etwas besser und somit landet "Beichtet Freunde, Halleluja kommt" auf dem hintersten Platz meiner Carnimeo-Rangliste. Dennoch schafft es der Film eine Wertung von 6/10 Punkten bei mir zu erreichen und ich bin weiterhin der Meinung, dass man mit Carnimeo eigentlich kaum etwas falsch machen kann. Einer meiner liebsten Regisseure des Genres!


#170 "Django - Den Colt an der Kehle" wurde von Vincenzo Musolino realisiert, der auch für die Produktion und das Drehbuch verantwortlich war. Die Hauptrollen spielen George Ardisson in der Rolle des Django und Anthony Ghidra, der hier den Bösewicht spielt. Ardisson spielt seinen Part zufriedenstellend, konnte mich jedoch nicht wirklich begeistern. Auch von Ghidra bin ich nicht der größte Fan, er spielt seine Rolle jedoch ebenfalls recht ansprechend.
Wir bekommen eine typische Rachestory geboten in der Django die Mörder seiner Familie sucht. Also sollte man auch was die Story betrifft nichts Weltbewegendes erwarten. Die Inszenierung würde ich ebenfalls als durchschnittlich bezeichnen, die Musik ist allerdings ziemlich gut geraten. Während der Spielzeit kommt im Mittelteil auch des öfteren etwas Langeweile auf. Was mir jedoch sehr gut gefallen hat war das bombige Finale in dem Django sich mit der Gatling Gun mal richtig austoben darf. Die Szene dauert auch dementsprechend lange und ist wirklich äußerst unterhaltsam. Das Ende des Films konnte den ansonsten in quasi allen Belangen mittelmäßigen Film noch retten und ich vergebe daher 5,5/10 Punkte. Letztendlich ist der Film nur einer von vielen Rache-Djangos dem das gewisse Etwas fehlt und daher versinkt er leider im Einheitsbrei des Genres.

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#171 "Ringo mit den goldenen Pistolen" wurde von Sergio Corbucci gedreht und stellt dabei den dritten Italowestern des Regisseurs dar. Die beiden Vorgänger "Keinen Cent für Ringos Kopf" und "Minnesota Clay" kenne ich nicht. Von Corbuccis Filmen die mir bekannt sind ist der hier besprochene Film in meinen Augen der mit Abstand schlechteste.
Ringo schickt die Perez-Brüder zur Hölle. Nur der jüngste der Brüder kommt mit dem Leben davon und schwört von nun an Rache. Im Laufe der Handlung wird Ringo ins Gefängnis gesteckt und Juanito Perez und seine Bande verbünden sich mit den Apachen um gemeinsam das Gefängnis zu stürmen und Ringo zur Strecke zu bringen. Im Gefängnis verschanzen sich Ringo, der Sheriff und ein paar andere Helfer und setzen sich gegen die angreifende Übermacht zur wehr.
Eigentlich eine bekannte Ausgangssituation jedoch habe ich eine solche Story bisher noch nicht in einem Italowestern gesehen. Von daher klingt das Ganze schon mal recht interessant. Auch die Tatsache, dass Sergio Corbucci auf dem Regiestuhl saß hört sich erstmal gut an. Die Inszenierung ist gekonnt und auch die Musik geht in Ordnung, jedoch finde ich, dass der Film über weite Strecken ziemlich langweilig geraten ist. Der Anfang hat mir allerdings richtig gut gefallen und auch zwischendurch gibt es hier und da mal eine Szene die ganz gut gelungen ist. Das Finale kommt sehr bleihaltig daher und auch ein paar schön anzusehende Explosionen bekommt man geboten. Dennoch gestaltet sich der Filmgenuss etwas zäh trotz der eigentlich kurzen Laufzeit.
Ein weiteres großes Manko ist meiner Meinung nach die Besetzung. Mark Damon in der Hauptrolle fand ich nicht sonderlich berauschend und auch sein Gegner gespielt von einem gewissen Franco De Rosa konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Ettore Manni in der Rolle des Sheriffs war allerdings in Ordnung.
Alles in allem würde ich den Film als relativ belanglos bezeichnen auch wenn zwischendurch mal ein Funke dessen aufblitzt was Corbucci in seiner weiteren Karriere noch schaffen sollte. Man kann sich den Film ruhig mal anschauen aber meiner Meinung nach ist dies kein Muss. 5/10 Punkte gibt es von mir für "Ringo".


#172 "Django - Nur der Colt war sein Freund" wurde von Alberto De Martino gedreht. Von Martinos Italowestern ist mir ansonsten nur noch "100.000 Dollar für Ringo" bekannt welchen ich nicht so berauschend fand.
Django trifft auf einen Kopfgeldjäger der zufälligerweise gerade die Leiche von Djangos Vater bei sich hat. Kurzum schickt Django den Kopfgeldjäger ins Jenseits und beschließt den Leichnam seines Vaters nun persönlich in der Stadt abzuliefern. Nachdem er das Geld kassiert hat findet er heraus, dass sein Vater der Geschäftspartner eines Bankiers namens Kluster war. Nun will er das Erbe seines Vaters antreten was Kluster natürlich mit allen Mitteln zu verhindern versucht.
Der Beginn ist wirklich sehr gelungen wenn Django auf den Kopfgeldjäger trifft und bei ihm die Leiche seines Vaters entdeckt. Eine wirklich schöne Idee wie ich finde. Django wird gespielt von Glenn Saxon der ziemlich sympatisch rüberkommt. Unterstützung findet er bei Fernando Sancho der hier mal einen guten Charakter spielen darf und dabei wie gewohnt eine richtig gute Figur macht. Die beiden geben ein ziemlich cooles Duo ab und es macht Spaß ihnen bei ihrem Abenteuer beizuwohnen. Allgemein strahlt der Film eine gewisse Leichtfüßigkeit aus was auch durch die gelungene Synchro nochmals verstärkt wird. Auch die gut gewählten Schauspieler tragen zu der lockeren Atmosphäre eine großen Teil bei und das steht dem Film außerordentlich gut. Die Musik weiß ebenfalls zu gefallen und passt zu den schönen Bildern die wir geboten bekommen. Die Story wird interessant und kurzweilig wiedergegeben, so dass eigentlich kaum Langeweile aufkommt wenn man sich den Film ansieht. Gekrönt wird das Ganze von einem atmosphärischen Finale welches auch noch eine kleine Überraschung bereithält.
Ein unterhaltsamer, kleiner Film aus der 2ten Reihe des Genres, der zwar nicht herausragend ist aber für gute Laune sorgen kann ohne dabei in Albernheiten zu verfallen und dabei eine interessante Geschichte zu erzählen weiß. Für mich sind 6,5/10 Punkte eine angemessene Wertung und ich würde mich auch hier über eine DVD-Veröffentlichung freuen.


#173 "Der Fremde von Paso Bravo" wurde von Salvatore Rosso gedreht, der außer diesem Film nur noch an einer Dokumentation als Regisseur mitgewirkt hat. Äußerst schade wie ich finde, denn er hat mit dem hier besprochenen Film einen gelungenen Beitrag zum Genre des Italowestern geleistet. Er hat damit das Rad zwar nicht neu erfunden, aber einen handwerklich soliden und kurzweiligen Rache-IW geschaffen.
Interessant zu wissen ist, dass der Film eine Art Remake erfahren hat und zwar durch den noch stärkeren "Satan der Rache" mit Klaus Kinski in der Hauptrolle. Die Story weist einige Gemeinsamkeiten auf und sogar die Hauptcharaktere beider Filme tragen den selben Namen, nämlich Gary Hamilton. Unser Anti-Held kommt nach 7 Jahren Gefängnis zurück in seinen Heimatort. Seine Farm wurde in der Vergangenheit niedergebrannt und seine Frau und seine Tochter kamen dabei ums Leben. Er selbst war zu dieser Zeit betrunken... Hamilton glaubt nicht an ein natürliches Feuer sondern kehrt zurück um die Übeltäter zu richten. Scheinbar steht ein mächtiger Mann namens Acombar in Verbindung mit dem Verbrechen.
Anthony Steffen spielt die Hauptrolle des Gary Hamilton wie gewohnt sehr routiniert und mit seiner üblichen Präsenz und das verfehlt auch in diesem Film nicht seine Wirkung. Ihm gegenüber steht in der Rolle des Acombar einer meiner liebsten Bösewichte und dabei handelt es sich um Eduardo Fajardo. Er liefert wieder eine exzellente Show ab und man merkt erneut, dass er einfach wie geschaffen für solche Rollen ist.
Die Handlung wird ansprechend und immer interessant wiedergegeben und man sucht vergeblich nach Langeweile. Das Erzähltempo ist genau richtig gewählt und somit ist es auch nicht schlimm, dass Hamilton zu Beginn keine Waffe trägt. Der Film nimmt sich nämlich Zeit die Geschichte zu entfalten und um auf Hamiltons Vergangenheit einzugehen. Die Actionszenen vor allem das Finale sind gekonnt inszeniert. Die Musik ist passend gewählt und schön atmosphärisch geraten und auch die Schauplätze passen sehr gut zur Inszenierung.
Meiner Meinung nach kann der Film fast mit "Satan der Rache" mithalten, aber ist doch von der Machart her anders geraten. Von daher lassen sich die beiden Filme nicht sonderlich gut miteinander vergleichen. Mir gefallen jedenfalls beide sehr gut und ich vergebe an "Der Fremde von Paso Bravo" 7/10 Punkte. Erneut muss ich mit bedauern hinnehmen, dass wir auch hier vermutlich vergeblich auf eine DVD-Veröffentlichung warten werden.


#174 "Django - Tag der Abrechnung" wurde von Sergio Garrone gedreht. Ich hatte in meinen anderen Garrone-Reviews den hier besprochenen Film als Schlaftablette und schlechtesten Garrone-IW bezeichnet und habe die große Hartbox nach der damaligen Sichtung auch direkt wieder verkauft. Heute habe ich dem Film nochmal eine Chance gegeben und war wirklich überrascht wie sich der Geschmack innerhalb von ein paar Jahren verändern kann.
Der Film ist sicherlich kein Meisterwerk, aber meiner Meinung nach auch nicht langweilig. Die meisten finden, dass der Film zu wenig Action und dafür zu viel Familien-Kitsch bietet. Ich habe sogar gelesen, dass der Film erst nach 45 Minuten etwas an Fahrt aufnimmt und später kaum Spannung zu bieten hat...
Was den Film für mich so interessant macht ist die Tatsache, dass die eigentlichen Hauptdarsteller hier die Bösewichte sind. Es wird viel Zeit damit verbracht dem Werdegang der Bösewichte beizuwohnen. Man kriegt sämtliche Schandtaten vor Augen geführt und dabei wird auch nicht gerade zimperlich vorgegangen. Die Darsteller der Gangsterbande sind eine Wucht und können sich hier richtig austoben. Dargestellt werden sie unter anderem von Bruno Corazzari und Nello Pazzafini und die beiden machen ihre Sache mehr als gut. Sie stellen richtig widerliche und schmierige Charaktere dar und genau sowas will ich in einem düsteren Italowestern sehen. Auch George Eastman ist mit von der Partie und spielt hier den Guten und auch er weiß erneut zu gefallen, aber die Bösen stehlen ihm definitiv die Show!
Die Story ist auch interessant gestaltet und ich konnte wirklich so gut wie keine Langeweile ausfindig machen. Meiner Meinung nach gibt es in dem Film auch nicht zu wenig Action und ich konnte sogar einige spannende Momente ausmachen. Natürlich ist ein wenig Kitsch vorhanden, aber das hält sich alles noch im Rahmen. Auch die Inszenierung kann sich sehen lassen und die Schauplätze sind auch nicht verkehrt. Ich verstehe gar nicht wieso der Film so schlecht wegkommt bei den meisten Fans.
Ich erhöhe meine Wertung von 4/10 auf solide 6/10 Punkte und muss sagen, dass mich der Film doch sehr überrascht hat! Die große Hartbox werde ich mir vermutlich bald wieder bestellen.

Meine Sergio Garrone-Rangliste:

1. Django und die Bande der Bluthunde
2. Django & Sartana, die tödlichen Zwei
3. Django - Tag der Abrechnung
4. Andere beten - Django schießt


#175 "The Boldest Job In The West" wurde von José Antonio de la Loma realisiert, der ansonsten noch "Dinamita Jim" im Bereich des Italowestern drehte. "Dinamita Jim" kenne ich jedoch nicht und es existiert im Forum auch scheinbar kein Thread zu dem Film. Außerdem wird er als Regisseur von "Jetzt sprechen die Pistolen" gelistet, der aber eigentlich von Edoardo Mulargia gemacht wurde.
"The Boldest Job In The West" ist einer der wenigen Schnee-Italowestern und tritt somit in die Fußstapfen von "Leichen pflastern seinen Weg" oder auch des später entstandenen "Todesmarsch der Bestien". Dazu muss man sagen, dass die Schnee-Atmosphäre erst in der zweiten Hälfte des Filmes so richtig zu spüren ist. Der Film handelt von einer Bande, die sich vorgenommen hat eine Bank auszurauben und dazu einen ausgeklügelten Plan ausheckt. Von dieser Vorbereitungsphase erzählt die erste Hälfte des Films. Für meinen Geschmack hätte man vielleicht nicht ganz so viel Zeit dafür aufwenden sollen, denn es zieht sich schon ein wenig bis es zum Bankraub kommt. Wenn dieser Punkt jedoch erreicht ist geht es so richtig los. Dennoch ist der Aufbau bis dahin recht ansprechend geraten und schließlich wird man dann mit einer spektakulären Sequenz belohnt in der man viele Explosionen bestaunen darf. Anschließend flüchtet die Bande dann mit der Beute in die nahe gelegenen, verschneiten Berge und es wird sehr ansprechend und spannend auf die Geschehnisse nach dem Raub eingegangen. Dabei ist vor allem die Atmosphäre hervorzuheben, die durch die tollen Schneelandschaften geschaffen wurde. Auch die erzeugte Spannung durch die Konflikte im Anschluss an den Raub ist durchaus erwähnenswert. Man sollte jedoch keinen Action-Western erwarten, denn gerade die erste Hälfte ist sehr ruhig gehalten.
Die Inszenierung ist ordentlich geraten und auch der Score ist sehr schön geworden. Unter den Schauspielern finden wir unter anderem den allseits beliebten Fernando Sancho und auch Pierro Lulli wieder. Sancho spielt hier eigentlich sogar die Hauptrolle was man auch nicht alle Tage sieht und auch anfänglich gar nicht gedacht hätte. Wie nicht anders zu erwarten ist es auch hier eine Freude ihm dabei zuzusehen.
Wir kriegen einen schönen, atmosphärischen Italowestern aus der 2ten Reihe des Genres geboten, der nach anfänglichen Startschwierigkeiten richtig gut wird und eine sehr angenehme zweite Hälfte zu bieten hat. Zwar ist der Film kein Meisterwerk aber man sollte sich ihn als Fan auf jeden Fall mal anschauen wenn man die Gelegenheit dazu hat. Ich denke 7/10 Punkte sind eine faire Bewertung für "The Boldest Job In The West".

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#176 "Bete, Amigo!" wurde von Sergio Corbucci gedreht und stellt den abschließenden Teil seiner Revolutions-Trilogie dar. Bei den anderen beiden Teilen handelt es sich um "Il Mercenario" & "Lasst uns töten, Companeros" die beide zu den Highlights des Genres zählen und in keiner Sammlung fehlen sollten.
Grob gesagt geht es hier um zwei Italiener, ein Theaterschauspieler und ein Priester, die zufällig in die Wirren der Mexikanischen Revolution geraten. Die beiden Hauptcharaktere werden von Vittorio Gassman & Paolo Villaggio verkörpert, die mir beide nicht zugesagt haben. Vor allem der Theaterschauspieler gespielt von Gassman war doch schon ziemlich nervig. Leider gibt es außer Eduardo Fajardo, der einen Colonel spielt auch keine weiteren Größen des Genres zu bewundern.
Die Story ist nicht der Rede wert, dafür ist die Inszernierung sehr aufwendig und der Film schreitet in einem hohen Tempo voran, wodurch eigentlich keine Langeweile aufkommt. Dabei sollte man allerdings keinesfalls außer Acht lassen, dass es sich hier in keinster Weise um einen ernsten Vertreter des Genres handelt. Man bekommt zwar zahlreiche Schießereien, Explosionen und dergleichen geboten, wobei auch viele Menschen ihr Leben lassen, jedoch ist der Film in gewisser Weise eher eine Slapstick-Komödie inmitten der Mexikanischen Revolution. Als ich den Film das erste Mal gesehen habe hab ich ihn gehasst und war richtig enttäuscht. Mittlerweile kann ich über den Klamauk ganz gut hinwegsehen und bin der Meinung, dass der Film sehr unterhaltsam ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass hier viel Potential verschenkt wurde und dass die Rolle von Vittorio Gassman eine der nervigsten im gesamten Genre ist. Es ist schon wirklich eine Qual sich das über die gesamte Laufzeit anzuschauen.
Die Bewertung fällt mir in diesem Fall besonders schwer und ich komme nach reichlichem Überlegen zu dem Entschluss den Film mit 6,5/10 Punkten zu bewerten. Irgendwie mag ich diesen überdrehten Film ganz gerne und würde ihn gerne Mal in einer angemessenen Qualität sehen!

Meine Sergio Corbucci-Rangliste:

1. Leichen pflastern seinen Weg
2. Il Mercenario
3. Django
4. Navajo Joe
5. Lasst uns töten, Companeros
6. Die Grausamen
7. Fahrt zur Hölle, ihr Halunken
8. Bete, Amigo!
9. Ringo mit den goldenen Pistolen


#177 "Der Colt aus Gringos Hand" wurde von Tulio Demicheli gedreht von dem ich ansonsten nur noch "Arriva Garringo" kenne, der eigentlich ganz unterhaltsam war. Dieser Film hier setzt allerdings nochmal eine dicke Schippe oben drauf!
Die Story spielt während der Mexikanischen Revolution, aber ich würde ihn definitiv nicht als Revolutions-IW bezeichnen, da das Thema nur angeschnitten wird. Dennoch haucht die Epoche dem Film zusätzliches Leben ein und trägt somit einen Teil dazu bei, dass die Laufzeit des Films wie im Fluge vergeht.
Die beiden Hauptcharaktere werden von Robert Hundar und Fernando Sancho gespielt. Sancho ist wie üblich mehr als nur unterhaltsam und zeigt sich hier von seiner sympathischen genauso wie von seiner hinterhältigen Seite. Hundar hat mich sehr überrascht, denn von der ersten Szene an fand ich ihn ebenfalls sehr sympathisch und das sollte sich auch bis zum Ende des Films hin durchziehen. Eine coole Szene war zum Beispiel wo er dem Arzt den er ermorden sollte die Kugel schenkt und ihm sagt, dass er sie eigentlich anderweitig überreichen sollte... In "Todesmarsch der Bestien" gefiel er mir auch schon sehr gut und ich denke ich habe ihm bisher zu wenig Beachtung geschenkt. Wie dem auch sei Sancho und Hundar geben ein tolles Gespann ab in diesem schönen, kurzweiligen Italowestern aus der 2ten Reihe des Genres.
Neben dem Setting und den Darstellern war ich auch begeistert von dem hohen Tempo, dass der Film an den Tag legt. Es gibt sehr viel Action zu sehen, wobei das Ganze auch noch sehr abwechslungsreich geraten ist und auch sonst reihen sich hier einige tolle Szenen aneinander.
Ich finde es immer besonders erfreulich wenn man mit geringen Erwartungen an einen Film herangeht und der einen dann sprichtwörtlich vom Hocker haut und genau das war bei diesem Film für mich der Fall. 8/10 Punkte vergebe ich hierfür mit einer leichten Tendenz nach oben. Neben "Django & Sartana" würde ich mich bei "Der Colt aus Gringos Hand" bisher am meisten über eine Veröffentlichung freuen.

Meine Tulio Demicheli-Rangfolge:

1. Der Colt aus Gringos Hand
2. Arriva Garringo


#178 "La muerte busca un hombre" wurde von José Luis Merino gedreht, dem wir unter anderem das kleine Meisterwerk "Requiem für Django" zu verdanken haben. Von daher war ich sehr gespannt darauf den hier besprochenen Film erneut anzuschauen, da ich so gut wie keine Erinnerung mehr an selbigen hatte.
Es geht hier um den Kopfgeldjäger Forsythe, der seine Frau als Köder benutzt um Banditen anzulocken für die er dann das Kopfgeld kassieren will. Eines Tages läuft das Ganze mal nicht nach Plan und seine Frau stirbt bei dem Unterfangen. Zu dieser Zeit taucht ein mysteriöser Fremder auf der Forsythe dabei hilft sich zu rächen. Das nächste gemeinsame Ziel ist dann ein Banditenboss für den es eine richtig saftige Belohnung gibt...
Der mysteriöse Fremde wird von Peter Lee Lawrence gespielt der hier eine seiner besten Leistungen zeigt. Forsythe wird von Charles Quiney gespielt der auch eine ordentliche Leistung abliefert, aber auch keine Begeisterungsstürme in mir auslöst. Auch Stelvio Rosi, der hier den Banditenboss verkörpert macht seine Sache ebenfalls sehr gut. Sowieso ist sein Charakter sehr interessant und ungewöhnlich angelegt. Übrigens trägt Stelvio Rosi ebenfalls einen Leoparden-Poncho wie schon die Figur des Django in Merinos "Requiem für Django".
Die Inszenierung an sich ist ebenfalls als äußerst ungewöhnlich zu bezeichnen. Dies zeigt sich vor allem daran, dass der Film eine ganz besondere, düstere Atmosphäre aufbauen kann wovon ich immer ein großer Fan bin. Es werden eine Menge schöner und einzigartiger Ideen in die sowieso schon interessante Handlung miteingebracht was ebenfalls ein Pluspunkt des Films ist.
Dennoch bin ich der Meinung dass sich der Film zwischenzeitlich etwas zieht. Vor allem der Teil des Films in dem PLL von der Indianerin gesund gepflegt wird ist für mein Empfinden zu lang geraten. Auch die seltsame Musik die zwar eigentlich ganz gut zu der Atmosphäre passt wollte mir nicht so richtig gefallen. Ich mag den Film zwar und will demzufolge auch eine Empfehlung aussprechen, aber ich sehe in dem Film kein Meisterwerk oder Ähnliches. Ich denke 6,5/10 Punkte sind eine faire Bewertung für diesen seltsamen und atmosphärischen Film. Merinos "Requiem für Django" gefällt mir jedenfalls nochmal eine ganze Ecke mehr!


#179 "Djangos blutige Spur" wurde von Tanio Boccia gedreht, der unter anderem noch den ordentlichen "Die sich in Fetzen schießen" und den äußerst durchwachsenen "Für eine Handvoll Blei" realisiert hat. Auch bei dem hier besprochenen Film handelt es sich um einen billigen Film der mehr oder weniger vor sich hinplätschert. Ein paar ganz gute Momente hat er natürlich hier und da schon, aber man sollte nichts Weltbewegendes erwarten.
Ein Pluspunkt ist zum Beispiel Richard Harrison, der hier die Hauptrolle spielt. Er macht seine Sache ganz ordentlich und auch Rik Battaglia als sein Widersacher hat sichtlich Spaß an seiner Rolle gehabt. Die Story wird in Rückblenden erzählt und bietet uns eine simple Rachegeschichte die keine besonderen Höhepunkte aufweisen kann. Die meiste Zeit über wirkt der Film relativ belanglos und es macht sich gepflegte Langeweile breit. Nur das erste Drittel des Films ist ganz unterhaltsam, danach sieht es echt übel aus.
Ein Film aus der hintersten 2ten Reihe des Genres den man meiner Meinung nach nicht unbedingt gesehen haben muss. Ich ziehe nur 3,5/10 Punkte für diesen Schnarcher.

Meine Tanio Boccia-Rangliste:

1. Die sich in Fetzen schießen
2. Für eine Handvoll Blei
3. Djangos blutige Spur


#180 "Viva Maria!" wurde vom französischen Regisseur Louis Malle gedreht. Es handelt sich bei dem Film um einen Revolutions-Western mit Comedy- und Musical-Anleihen. Das Ganze ist äußerst aufwendig inszeniert und wirklich sehr schön anzusehen. Nicht zuletzt auch wegen den beiden Hauptdarstellerinnen Brigitte Bardot und Jeanne Moreau. Wie unglaublich hübsch vor allem Bardot ist, das ist schon Grund genug sich den Film anzusehen. Aber auch die wunderschön eingefangenen exotischen Landschaften sind ein echter Hingucker. Es gibt viele schöne Szenen und man wird dabei auch recht gut unterhalten, allerdings hat mir irgendetwas gefehlt. Ich weiß nicht so recht was ich von dem Film halten soll und daher fällt mir die Bewertung auch so schwer. Man sollte jedenfalls nicht mit zu hohen Erwartungen an den Film herangehen, denn der Film ist weit davon entfernt ein waschechter Italowestern zu sein. Auch sollte man nicht den Fehler machen und einen anspruchsvollen, ernsten Revolutions-Western erwarten, denn der Film bietet pure Unterhaltung ohne dass man dabei sein Hirn anstrengen muss. Dennoch kann man meiner Meinung nach ruhig mal einen Blick riskieren. Ich denke 6,5/10 Punkte kann man schon vergeben, denn wenn man etwas aufgeschlossen ist erwarten einen hier spaßige zwei Stunden.

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#181 "Eine Faust geht nach Westen" wurde von Michele Lupo gedreht, von dem ich "Arizona Colt" und "Der Mann aus Virginia" sehr schätze. Den Comedy-Italowestern "Ben und Charlie" kenne ich leider noch nicht, aber würde mich auch interessieren. Auch bei dem hier besprochenen Film handelt es sich um einen Comedy-IW der allerdings erst im Jahre 1981 gedreht wurde, also quasi ein Nachzügler des Sub-Genres.
Man kann sagen, dass der Film eigentlich in allen Belangen überdurchschnittlich ist. Angefangen bei der sehr starken Inszenierung, den toll eingefangenen Landschaften, der wundervollen Morricone-Musik und einer im richtigen Tempo erzählten Story, die zu jeder Zeit unterhalten kann. Natürlich sollte auch die Leistung von Bud Spencer nicht unerwähnt bleiben, denn auch hier ist er wieder eine Wucht. Leider finde ich seinen Sidekick "Adlerauge" stellenweise schon etwas nervig und gerade in diesen Momenten hätte ich mir Terence Hill an seiner Seite gewünscht.
Der Film kann durchaus zur Speerspitze des Comedy-Italowesterns gezählt werden und ich bin froh, dass ich diesem Sub-Genre nochmal eine Chance gegeben habe, denn auch hier kann man ein paar schöne Filme entdecken. Wie dem auch sei "Eine Faust geht nach Westen" ist ein unterhaltsamer, sehr schön inszenierter Film, der wahrscheinlich auch bei mehrmaligem Anschauen immer wieder spaßig ist. Ich vergebe hierfür gute 7/10 Punkte.


#182 "Rocco - Der Einzelgänger von Alamo" wurde von Alfio Caltabiano inszeniert. Er drehte außer diesem Film hier noch zwei Comedy-Italowestern die ich jedoch nicht kenne.
Die Hauptrolle spielt hier Anthony Ghidra, der in der Rolle des Rocco eine ziemlich gute Figur macht. Außerdem bekommen wir Angelo Infanti geboten, der den jungen Kopfgeldjäger Nigros äußerst stark spielt. Die beiden Darsteller ergänzen sich richtig gut! Den Bösewicht spielt coolerweise der Regisseur selbst und dieses Unterfangen meistert er mir Bravur! Von den Schauspielern her gibt es also schon mal nichts zu bemängeln.
Auch die Inszenierung und die Story sind gut gelungen und man sucht zum Glück vergeblich nach Langeweile. Dies liegt auch daran, dass der Film sehr actionlastig ist und auch mit einer gehörigen Portion Härte daherkommt. Eigentlich enthält der Film alle Zutaten die für einen waschechten B-Italowestern nötig sind. Man sollte jedoch erwähnen, dass der Film stets mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist, denn hier wird teilweise schon arg übertrieben was mir jedoch sehr viel Freude während dem Schauen bereitet hat.
Von der ersten bis zur letzten Minute bietet der Film tolle Unterhaltung und meiner Meinung nach macht man absolut nichts falsch wenn man sich den Film gönnt. Wieder mal bin ich froh darüber, dass man auch nach etlichen bereits bekannten Italowestern immernoch ein paar schöne Streifen entdecken kann die man bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich vergebe daher 7/10 Punkte an den "Einzelgänger von Alamo".


#183 "One Damned Day At Dawn… Django Meets Sartana!" ist ein Italowestern gedreht von dem sagenumwobenen Demofilo Fidani. Bisher habe ich bei meiner Retrospektive nur "Adios Companeros" von Fidani gesehen den ich unglaublich langweilig und trashig fand.
Die Hauptrollen beim hier besprochenen Film spielen Jack Betts aka Hunt Powers, der hier den Django mimen darf, und zu meiner Überraschung Fabio Testi. Hunt Powers hat ja in zahlreichen Fidani-Filmen mitgewirkt und zählte quasi zu seinen Stammdarstellern. Fabio Testi hatte seine ersten Filmauftritte übrigens in den ersten beiden Italowestern von Fidani was somit der Grundstein für seine Karriere sein sollte.
Die Story ist wie zu erwarten nichts besonderes. Es geht um ein Städtchen welches von Banditen terrorisiert wird die unter der Fuchtel von einem gewissen Bud Wheeler stehen. Django kommt in die Stadt und versucht gemeinsam mit dem Sheriff dem Treiben ein Ende zu setzen. Man hat schon oft Ähnliches gesehen, aber das ist ja nicht sonderlich schlimm wenn man sich im Genre des Italowestern heimisch fühlt.
Die Inszenierung ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei. Alles wirkt relativ billig wie man es erwartet von Fidani. Die Stadt wirkt wie ausgestorben und die Schauplätze sind auch nichts besonderes. Immerhin konnte der Film teilweise eine düstere Atmosphäre aufbauen und auch ein paar Kameraeinstellungen waren sehr gelungen. Dazu muss ich noch loswerden, dass der Film zwar unterhalten konnte, aber die Handlung dennoch ziemlich belanglos vor sich hinplätschert. Ich denke mit 4/10 Punkten ist der Film ganz gut bewertet. Er hat mir nämlich wesentlich besser gefallen als "Adios Companeros". Am besten finde ich immernoch Fidanis Pseudonym "Dick Spitfire", das ist echt unsagbar lustig!

Meine Demofilo Fidani-Rangfolge:

1. One Damned Day At Dawn… Django Meets Sartana!
2. Adios Companeros


#184 "Leg ihn um, Django" wurde von Enzo G. Castellari gedreht, von dem ich schon ein paar äußerst solide Italowestern gesehen habe. Unter anderem haben wir ihm auch das Meisterwerk "Keoma" zu verdanken. Ich kenne bisher keinen Film von ihm den ich mit weniger als 6,5/10 Punkten bewertet habe und das ist schon ein starker Schnitt. Auch "Leg ihn um Django" hat mich nicht enttäuscht!
Schon die Anfangsszene ist richtig stark geworden in der an Eastwood, Nero und Van Cleef angelehnte Figuren in ein Städtchen reiten und Bekanntschaft mit unserm Django machen. Auch danach gibt es immer wieder schöne Szenen, Kameraeinstellungen und Landschaften zu bewundern. So zum Beispiel auch ein stark inszenierter Zugüberfall bei dem wir auch die anderen beiden wichtigen Charaktere namentlich Monetero und Clayton kennenlernen.
Die Hauptrolle ist mit George Hilton bestens besetzt der auch hier wieder überzeugen kann. Gerade seine Rolle erinnert umso weiter die Laufzeit voranschreitet immer mehr an die Figur des "Halleluja". Edd Byrnes hat mir diesmal nicht sonderlich gut gefallen und auch von Gilbert Roland war ich nicht sonderlich begeistert. Was hingegen durchaus als gelungen bezeichnet werden kann ist die Musik von Francecso de Masi.
Das größte Problem an dem Film ist, dass die erste Hälfte mehr als gut ist und die zweite Hälfte dann viele Prügeleien und weitere belanglose Szenen aneinander reiht. Nur das Finale konnte mich dann wieder überzeugen. Somit fällt es mir auch hier wieder schwer den Film ansprechend zu bewerten, da er ja die meiste Zeit über schon sehr unterhaltsam war. Ich glaube mit 7/10 Punkten ist "Leg ihn um, Django" ganz gut bewertet.

Meine Enzo G. Castellari-Rangliste:

1. Keoma
2. Django - Die Totengräber warten schon
3. Töte alle und kehr allein zurück
4. Leg ihn um, Django
5. Die Rache des weißen Indianers
6. Die Satansbrut des Colonel Blake
7. Django kennt kein Erbarmen


#185 "El Puro" wurde von Edoardo Mulargia gedreht, der uns eine Reihe kleiner B-Italowestern liefern konnte, die mich so ziemlich alle überzeugen konnten. Dabei schaffte er es zumeist aus einem geringen Budget das Bestmögliche herauszuholen. Dabei blieb mir vor allem "Ein Fressen für Django" erneut in guter Erinnerung. Der hier besprochene Film ist leider eine Rarität und ein Release bei uns ist immernoch nicht in Aussicht.
Die Story dreht sich um einen ehemaligen Kopfgeldjäger, der dem Alkohol verfallen ist. Er wird gespielt von Robert Woods, der hier eine unfassbar starke Leistung abliefert. Er spielt die Rolle des "El Puro" sehr glaubhaft und man kann förmlich spüren wie der Alkohol ihm zusetzt und was für eine jämmerliche Erscheinung aus ihm dadurch geworden ist. Er kommt durch gewisse Umstände bei eine Hure unter die in einem Saloon arbeitet. Diese wird im Laufe der Handlung von einer Gruppe bestehend aus fünf Kopfgeldjägern auf brutale Art und Weise ermordet. Diese Szene ist schon sehr drastisch geworden in ihrer Machart. Die Kopfgeldjäger sind nämlich auf der Jagd nach El Puro, auf den ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist und dabei gehen sie über Leichen. Die Bande der Kopfgeldjäger sind wie schon der Charakter den Woods verkörpert äußerst interessant geworden. Schon der Anfang bei dem man sie kennenlernt ist richtig gut geraten. Sie werden in ihrer ganzen Art einfach abstoßend und verkommen dargestellt. An Bösartigkeit und Wahnsinn sind sie kaum zu übertreffen und nahezu jede Szene in denen sie vorkommen umgibt eine sehr düstere und bedrohliche Atmosphäre. Wirklich eine klasse Leistung!
Das Budget welches Mulargia zur Verfügung gestellt wurde war sicherlich nicht besonders hoch, aber wie so oft schafft er es sehr viel daraus zu machen. Gerade bei "El Puro" ist das schon erstaunlich, denn man bekommt einen äußerst fesselnden Film geboten, dessen Story und Atmosphäre den Zuschauer immer bei Laune halten. Wobei ich aber sagen muss, dass der Film schon sehr langsam erzählt wird und vielleicht ab und an mal Anflüge von Langeweile aufkommen wenn das langsame Erzähtempo dann doch mal etwas zu viel ausgereizt wird.
Wie dem auch sei der Film steuert auf ein sehr starkes Finale hinzu, welches sehr spannend geworden ist. Robert Woods nimmt dabei sogar kurz in einem Schaukelstuhl platz was äußerst cool rüberkommt. Auch nach dem Finale bietet der Film dem Zuschauer noch eine böse Überaschung.
Der Film ist jedenfalls in seiner ganzen Machart außergewöhnlich und auch die Story wird auf eine sehr untypische Art und Weise erzählt. Erwähnen sollte man auch den sehr guten Score der dem Film zusätzlich noch mehr Atmosphäre verpasst.
Wir haben es auf jeden Fall mit einer kleinen Perle des Genres zu tun welche zu unrecht lagsam in Vergessenheit gerät. Gut dass es Fans wie uns gibt die den Film am Leben erhalten. Ich bin jedoch ein Stück weit davon entfernt den Film als Meisterwerk oder Top 20-Kandidat zu bezeichnen. Dafür ist die Konkurrenz einfach zu stark und der Film nicht frei genug von Unebenheiten. Jedoch ist meine Bewertung von 8,5/10 Punkten für einen tollen und vor allem ungewöhnlichen Film noch im sehr guten Bereich anzusiedeln.

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#186 "Haut für Haut" wurde von Robert Hossein im Jahre 1961 gedreht. Hossein verdanken wir auch den erstklassigen "Friedhof ohne Kreuze" den sich jeder Fan des Italowesterns unbedingt mal ansehen sollte. Der hier besprochene Film wurde in Schwarz-Weiß gedreht womit ich bei meiner ersten Sichtung damals nicht gerechnet hatte. Auch hier ist es nicht einfach den Film richtig einzuordnen was das Genre betrifft. Schließlich ist der Regisseur und Hauptdarsteller Franzose und als Produktionsländer werden Frankreich, Deutschland und Italien angegeben.
Die Handlung ist während der Mexikanischen Revolution angesiedelt. Einem Trupp von Aufständischen unter der Führung von Pérez fällt bei einem Zugüberfall die Tochter des Präsidenten in die Hände. Pérez will sie an seinen General übergeben um sie gegen politische Gefangene auszutauschen. Er begibt sich also auf die beschwerliche und lange Reise um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Handlung liest sich auf jeden Fall schon mal sehr interessant und wird dem Zuschauer auch auf angenehme und vor allem spannende Art und Weise erzählt.
Pérez wird wie zu Beginn des Reviews schon angedeutet von Robert Hossein gespielt, der auch schon in "Friedhof ohne Kreuze" die Hauptrolle übernahm und dabei eine starke Leistung erbringen konnte. Auch in "Haut zu Haut" macht er wieder eine sehr gute Figur. Seine beiden Mitstreiter und die Tochter des Präsidenten sind ebenfalls mit gut aufgelegten und passenden Darstellern besetzt worden. Die Figur des Chamaco wird übrigens sogar von Mario Adorf verkörpert. Giovanna Ralli die die Tochter des Präsidenten spielt ist zudem auch noch sehr hübsch anzusehen.
Die Inszenierung ist hervorragend und man bekommt wirklich viele tolle Szenen geboten. Die herrlichen Landschaften werden dabei von der Kamera sehr schön eingefangen. Ich finde es ehrlich gesagt aber etwas schade, dass der Film nicht in Farbe gedreht wurde. Ich schaue zwar auch gerne mal Schwarz-Weiß-Filme aber hierfür hätte ich mir schon Farbe gewünscht. Das ist wahrscheinlich aber wieder Ansichtssache, denn es gibt garantiert andere Stimmen die sagen, dass der Film in Farbe nicht so gut rüberkommen würde wie in Schwarz-Weiß.
Wie dem auch sei der Film ist ein besonderer und auch früh entstandener Beitrag zum Sub-Genre des Revolutions-Westerns und Robert Hossein konnte mich auch hiermit wieder voll und ganz überzeugen. Ich mag das langsame und ruhige Erzähltempo was Hossein auch später bei "Friedhof ohne Kreuze" in ähnlicher Weise wieder aufgriff. Alles in allem vergebe ich für diese zu unrecht unbekannte Perle 8/10 Punkte.

Meine Robert Hossein-Rangfolge:

1. Friedhof ohne Kreuze
2. Haut für Haut


#187 "Mehr tot als lebendig" wurde von Franco Giraldi inszeniert von dem ich ansonsten nur noch "Rocco - Der Mann mit den zwei Gesichtern" kenne. Er drehte unter anderem noch die beiden "Mac Gregor-Filme" die ich mir eines Tages auch noch gerne anschauen würde.
Die Hauptrollen in diesem Italowestern sind hier nicht mit Italienern sondern mit Amerikanern besetzt was nicht unbedingt üblich ist. Im Thread habe ich gelesen, dass die Besetzung nicht sonderlich gut bei euch ankommt. Gerade Alex Cord wurde kritisiert was ich jedoch nicht nachvollziehen kann. Natürlich würde der Film vermutlich noch besser funktionieren mit einem Franco Nero in der Hauptrolle, aber auch Cord spielt die Rolle meiner Meinung nach sehr gut.
Die Story dreht sich um eine vom Gouverneur veranlasste Amnestie, die es den Gesetzlosen erlaubt mit einem kleinen Startkapital sich ein neues Leben fernab von Verbrechen aufzubauen. Auch Clay McCord auf den ein großzügiges Kopfgeld ausgesetzt ist hört von diesem Angebot. Er wird von Lähmungserscheinungen an seinem linken Arm geplagt und befürchtet wie schon sein Vater an Epilepsie zu leiden. Eine interessante Ausgangssituation ergibt sich für mich daraus.
Der Film bietet uns eine Reihe sehr starker Szenen, die gekonnt umgesetzt wurden. Die Atmosphäre kommt sehr düster daher und auch in puncto Gewalt bekommt man hier einiges geboten. Dabei wird die Geschichte interessant erzählt und somit kommt auch keine Langeweile zustande. Für mich ist der Film jedenfalls rundum gelungen und ich ziehe sogar 8/10 Punkte. Es handelt sich hierbei auf jeden Fall um einen schönen kleinen B-Italowestern von dem ich mir ebenfalls eine deutsche Veröffentlichung wünschen würde.

Meine Franco Giraldi-Rangliste:

1. Mehr tot als lebendig
2. Rocco - Der Mann mit den zwei Gesichtern


#188 "Viva Cangaceiro" wurde von Giovanni Fago realisiert, der auch den sehr guten "Django - Der Bastard", sowie den durchschnittlichen "Django - Melodie in Blei" gedreht hat.
Der hier besprochene Film kann durchaus dem Genre des Revolutions-Italowestern zugerechnet werden auch wenn die Handlung in Brasilien stattfindet. Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Il Mercenario", "Companeros" oder auch "Lauf um dein Leben" sind nicht von der Hand zu weisen was eigentlich schon mal recht gut klingt. Die Story um den Bauern Espedito, dessen Dorf von Regierungstruppen niedergemetztelt wird und der folglich Rache nehmen will indem er Anführer einer Truppe Aufständischer, genannt "Cangaceiros", wird klingt ebenfalls interessant.
Die Hauptrolle spielt hier Tomas Milian, dessen Rolle stark an die des Cuchillo aus den Sollima-Western erinnert. Natürlich spielt er seine Rolle wie gewohnt sehr unterhaltsam sofern man seine Art mag. Ihm gegenüber steht in der Rolle des Gouverneur Branco niemand geringeres als Eduardo Fajardo. Insofern kann man sich auch nicht über die Besetzung beklagen.
Die aufwendige Inszenierung kann als sehr ordentlich bezeichnet werden und untermalt wird das Ganze dazu noch von einem treffenden Score von Riz Ortolani. Vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass man Brasilien als Ort der Handlung gewählt hat sollte der geneigte Italowestern-Fan ruhig mal einen Blick riskieren, denn dies ist im Genre einzigartig.
Der Film bietet einen sehr hohen Unterhaltungswert was nicht zuletzt auch an Tomas Milian liegt. Ständig passiert irgendetwas interessantes und die temporeich erzählte Handlung kann den Zuschauer die gesamte Laufzeit über bei Laune halten. Zwischendurch werden zwar hier und da ein paar Szenen eingestreut die das Tempo etwas drosseln, aber selbst diese Szenen machen Spaß. Irgendwie wirkt der Film aber dennoch nicht 100%ig rund was auch der Grund dafür ist, dass er meiner Meinung nach nicht ganz die Klasse seiner starken Konkurrenz erreicht. Ein toller und actionreicher Revolutions-IW der auch als Abenteuerfilm nicht zuletzt auch aufgrund der exotischen Kulissen taugt. Ich ziehe hierfür gerne 8/10 Punkte, denn der Film hat mir sehr gut gefallen auch wenn er ein paar kleinere Makel hat.

Meine Giovanni Fago-Rangliste:

1. Django - Der Bastard
2. Viva Cangaceiro
3. Django - Melodie in Blei


#189 "Django - Schwarzer Gott des Todes" wurde von Giovanni Grimaldi gedreht, der zuvor schon "Pistoleros" inszeniert hat. "Pistoleros" wurde im Jahre 1965 gedreht und stammt somit noch aus der Frühphase des Genres. Daher war der Film auch noch deutlicher an den US-Western angelehnt. Grimaldis "Django" wurde ein Jahr später gedreht und kann somit ebenfalls noch zu den recht frühen Vertretern des Genres gerechnet werden. Leider ist der Film bei uns nicht einmal auf VHS erschienen und kann somit als kleine Rarität bezeichnet werden.
Die Story dreht sich um Johnny Blyth, der nach einigen Jahren zurück in seinen Heimatort kommt. Sein Vater wurde vor einiger Zeit ermordert und seine Mutter ist nun mit seinem Onkel verheiratet. Ein einflussreicher Bankier der sich mit Banditen eingelassen hat beherrscht mittlerweile den Ort. Folglich versucht Johnny herauszufinden von wem sein Vater ermordet wurde. Zur gleichen Zeit beginnt auch ein mysteriöser, maskierter Fremder in der Gegend aufzuräumen, den alle nur "Starblack" nennen...
Die Story ist zwar nichts besonderes und bietet auch keine wirklichen Überraschungen, kann aber dennoch ganz gut unterhalten. Vor allem die Figur des Starblack kommt dabei schon ziemlich cool rüber und ist auch hauptsächlich dafür verantwortlich, dass der Film zu keiner Zeit langweilig wird. Für die Entstehungszeit beinhaltet der Film schon ein paar deftige Szenen was mich schon überrascht hat. So darf Starblack zum Beispiel auch mal einen Gegner mit geschickt geworfenen Messern an die Wand nageln oder wirft jemandem eines seiner Messer mitten ins Auge. Seine Auftritte sind jedenfalls immer sehr gut in Szene gesetzt und man freut sich immer auf die nächste Szene in der er wieder zu sehen ist. Diese Szenen in denen Starblack loslegen darf gibt es zum Glück am laufenden Band und somit bekommen wir auch sehr hohe Leichenberge präsentiert.
Die Inszenierung kann sich definitiv sehen lassen und auch der Score ist meiner Meinung nach gelungen. Action gibt es hier am laufenden Band und somit kann der Film auf alle Fälle zu den sehr bleireichen Italowestern gezählt werden. Ich glaube es gibt kaum einen IW in dem mehr Menschen getötet werden. Zumindest kam mir das eben beim Schauen so vor. Schade, dass auch dieser Film nie bei uns erschienen ist und ich hoffe, dass sich das eines Tages mal ändern wird. Würde den Film jedenfalls sehr gerne mal in einer besseren Fassung sehen. Ich vergebe dicke 8/10 Punkte an "Starblack"!

Meine Giovanni Grimaldi-Rangfolge:

1. Django - Schwarzer Gott des Todes
2. Pistoleros


#190 "Il Nero" wurde von Claudio Gora inszeniert. Als Regisseur war dies auch zugleich sein einziger Italowestern. Er hat damit den wohl mysteriösesten und zugleich auch, was eine Veröffentlichung angeht, den am meisten herbeigesehnten Italowestern geschaffen. Seit geraumer Zeit wurde der Film von einem Label angekündigt, aber bis heute ist noch kein genaues Datum bekannt. Ich habe mir den Film bewusst bis zum Schluss aufgehoben und war mehr als gespannt auf ein Wiedersehen.
Von der ersten Sekunde an strahlt "Il Nero" eine seltsame Faszination aus, die ich so in keinem anderen Italowestern vorgefunden habe. Schon die Szene wo ein Geständnis aus einem scheinbar Geisteskranken herausgekitzelt werden soll ist interessant geraten. Auch die kurz darauf folgende Szene in der er gehängt wird und sein kleiner Bruder alleine und völlig hilflos mit ansehen muss wie er aufgeknüpft wird ist wirklich heftig anzusehen.
Der kleine Junge heißt Vincent und Jahre später kommt er in seine Heimatstadt zurück um Rache an denjenigen zu nehmen die für die Ermordung seines Bruders verantwortlich sind. Zur gleichen Zeit taucht ebenfalls ein mysteriöser Fremder namens "Il Nero" auf der Vincent aus unbekannten Gründen zu unterstützen scheint. Ein Berufskiller wird damit beauftragt die beiden Störenfriede aus dem Weg zu räumen.
Die Hauptrollen spielen Carlo Giordana in der Rolle des Vincent, der übrigens der Sohn des Regisseurs ist und Tony Kendall in der Rolle des "Il Nero". Beide verkörpern ihre Rollen richtig stark. Sowieso sind die beiden Charaktere äußerst interessant geraten. Ungewöhnlich ist alleine schon, dass beide den gesamten Film über nicht ein einziges Wort von sich geben. Richtig cool finde ich auch, dass Vincent ein Messerwerfer ist was eine willkommene Abwechslung für mich darstellt. Schön ist auch, dass Tony Kendall im Film stets einen kleinen Hund dabei hat, der ihm scheinbar sehr wichtig ist, ihn dann aber plötzlich aus nichtigen Gründen anschießt. Über Il Nero ist sowieso rein gar nichts bekannt, man weiß nicht mal wieso er überhaupt in die Stadt gekommen ist und wieso er Vincent hilft. Einzig der Killer der auf die beiden angesetzt ist scheint Il Nero von früher zu kennen. Es wird viel darüber diskutiert was genau sein Anliegen ist. Ich habe gelesen, dass jemand denkt er wäre das kleine Baby welches zu Beginn so schlimm am Schreien ist wenn Vincents Bruder aufgehängt wird. Jemand anderes sagte sogar, dass sich Vincent und Il Nero aus einer Irrenanstalt kennen. Beides klingt interessant und ich würde sehr gerne erfahren wie der Regisseur sich das gedacht hat. Jedenfalls ist die Besetzung mit den beiden Hauptfiguren bestens geworden und die beiden Hauptcharaktere sind wirklich sehr mysteriös.
Die Inszenierung ist ebenfalls ordentlich geworden und bringt auch einige tolle Ideen hervor. Die Musik ist passend zu dem ganzen Film ziemlich merkwürdig, aber durchaus ansprechend geraten. Die düstere, bizarre Atmosphäre die hier geschaffen wurde hat mir sehr zugesagt und auch die eingestreuten Brutalitäten haben mir gefallen. Eigentlich bietet der Film nicht viel mehr als eine simple Rachegeschichte kann sich aber dennoch durch seine ganze Machart deutlich von anderen Vertretern des Genres abheben.
Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein kurioses, kleines Meisterwerk welches sich jeder Fan des Genres unbedingt mal ansehen sollte. Ich hoffe, dass der Film bald endlich bei uns veröffentlicht wird, denn er ist zweifelsohne einer der interessantesten Italowestern die es überhaupt gibt. Meiner Meinung nach sind 8,5/10 Punkte eine treffende Bewertung für "Il Nero".

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#191 "Get Mean" aka "Time Breaker" wurde von Ferdinando Baldi gedreht, der bei mir sehr hoch im Kurs steht, da er einige hervorragende Italowestern hervorgebracht hat. Die Hauptrolle im hier besprochenen Film spielt Tony Anthony, der einer meiner liebsten Italowestern-Darsteller ist und der gemeinsam mit Baldi schon den grandiosen "Blindman" hervorbrachte. Auch "Get Mean" habe ich vor geraumer Zeit schon einmal gesehen und erinnere mich, dass ich ihn damals nicht so gut fand wie die anderen mir bekannten Filme mit Anthony. Nun ist es an der Zeit dem Film im Zuge der neuen Blu-Ray-Veröffentlichung erneut eine Chance zu geben mich zu beeindrucken. Leider wartet die IW-Gemeinde immernoch auf eine Veröffentlichung von "Comin' At Ya!" um die Tony Anthony-Italowestern endlich zu komplettieren, doch mit "Get Mean" konnte die erste Lücke schon einmal geschlossen werden.
Bei "Get Mean" handelt es sich im Grunde genommen um den vierten Stranger-Film. Der Stranger wird hier zu Beginn von seinem Pferd unglücklicherweise durch den Dreck gezogen und findet sich schließlich in einer Geisterstadt wieder. Wie es zu dazu kam, dass er hinter seinem Pferd hergeschleift wird erfahren wir nicht, man ist also direkt mitten im Geschehen. Die Szene macht sehr viel Spaß und man freut sich ungemein auf die folgenden 90 Minuten, welche allerdings wirklich sehr wirr und abgedreht werden. In der Geisterstadt trifft er auf eine Hexe die ihm 50.000$ dafür bietet eine spanische Prinzessin in ihre Heimat zu begleiten. Dort angelangt findet sich der Stranger inmitten einer Schlacht zwischen Rittern und Barbaren wieder, die sich aufgrund eines Schatzes bekämpfen. Nur die Prinzessin weiß wo sich der Schatz befindet und somit hat Anthony alle Hände voll zu tun sie zu beschützen.
Okay also der Film ist wie man bereits meiner kurzen Inhaltsangabe entnehmen kann kein gewöhnlicher Italowestern und dies merkt man ihm auch zu jeder Sekunde an. Die Handlung ist völlig an den Haaren herbeigezogen und die Schausplätze und Kostüme sind ebenfalls einzigartig im Genre. Man darf nicht den Fehler machen und einen bierernsten Italowestern erwarten. Dies war ja schon beim dritten Stranger-Film der Fall, jedoch wurde das in dem Fall nicht so ausgereizt wie bei "Get Mean". Schließlich finden hier auch einige Fantasy-Elemente ihren Platz und man bekommt wahrlich unfassbare Szenen geboten. Meiner Meinung nach macht der Film dennoch Laune wenn man sein Hirn abschaltet und sich einfach berieseln lässt. Wie Tony Anthony sich seinen Weg durch das Abenteuer bahnt ist schon mehr als amüsant auch wenn es hier und da ein paar Szenen gibt die wirklich dämlich sind. Aber egal mir hat das nichts ausgemacht, auch wenn ich die andern Stranger-Filme und vor allem "Blindman" mehr schätze.
Für dieses spaßige Filmchen ziehe ich 6,5/10 Punkte und werde die Blu-Ray somit definitiv in meinem Regal stehen lassen, da ich ihn garantiert noch weitere Male schauen werde. "Get Mean" ist einfach eine schöne Ergänzung zu den anderen Anthony-Filmen und ich bin richtig heiß auf "Comin' At Ya!" geworden.


#192 "Ein Halleluja für zwei linke Brüder" wurde laut Wikipedia von einem gewissen Renzo Genta gedreht, der hiermit auch seine einzige Regiearbeit ablieferte. Anderen Quellen zufolge hat Richard Harrison selbst Regie geführt, der hier auch eine der Hauptrollen spielt, sowie am Drehbuch und an der Produktion beteiligt war. Letztere Variante halte ich daher auch für wahrscheinlicher...
Es handelt sich bei dem Film um einen Comedy-Italowestern in dem uns ein unterhaltsames Heldenduo präsentiert wird, welches von Harrison und Donald O'Brien verkörpert wird. Die beiden von Grund auf verschiedenen Stiefbrüder ergänzen sich äußerst gut, was auch der Grund dafür ist, dass der Film über seine Laufzeit recht gut unterhalten kann. Fairerweise muss ich zugeben, dass der Mittelteil sich ein wenig gezogen hat. Allerdings gibt es ständig lustige Sprüche zu hören, wobei der Film allerdings nicht in absoluten Klamauk ausartet. Schließlich wird hier auch geballert und gemordet.
Man hat sich augenscheinlich an den Spencer/Hill-Comedy-Western orientiert was nicht von der Hand zu weisen ist, allerdings kommt der Film nicht an den Charme der Trinity-Filme heran. Natürlich sollte man keinen Überflieger erwarten, allerdings ist man auch weit davon entfernt im Trashbereich zu landen. Mich hat der Film jedenfalls ordentlich unterhalten und ich bin froh zugeschlagen zu haben bei der schönen Veröffentlichung. Wer nach Alternativen zu den Trinity-Filmen sucht sollte hier ruhig mal einen Blick riskieren. Übrigens gibt es in Nebenrollen auch wieder das Duo Federico Boido & Luciano Rossi zu bestaunen die für mich immer wieder einen Italowestern aufwerten können. Somit gibt es an der Besetzung schon mal nichts auszusetzen.
Ab und zu bin ich solchen Comedy-Italowestern garnicht mehr so abgeneigt wie das früher Mal der Fall war. Wenn die Darsteller ihren Job gut machen und auch die restlichen Zutaten was die Qualität anbelangt stimmen kann man bei diesem Subgenre so gut wie immer Spaß haben. Und genau das trifft bei den "Zwei linken Brüdern" zu, denn die Inszenierung ist meiner Meinung nach gelungen, die Geschichte ist nicht langweilig, das Tempo ist genau passend und die gut aufgelegten Darsteller runden das Ganze dann wunderbar ab. Ich würde den Film mit 6/10 Punkten bewerten wenn ich müsste.


#193 "Eine Bahre für den Sheriff" wurde von Mario Caiano gedreht. Von Caiano kannte ich bisher nur vier seiner Italowestern. Nun konnte ich eine weitere Lücke schließen, jedoch fehlt mir noch "Das Todeslied von Laramie", welchen ich sehr gerne mal sehen würde. Der hier besprochene Film stammt aus dem Jahre 1965 und somit haben wir es mit einem sehr frühen Vertreter des Genres zu tun der noch etwas amerikanisch angehaucht daherkommt.
Die Hauptrolle spielt hier der allseits beliebte Anthony Steffen, der hier übrigens auch einen seiner ersten Auftritte in einem Italowestern hat. Ich glaube nur in "Jetzt sprechen die Pistolen" spielte er kurz vorher schon einmal die Hauptrolle. Ihm gegenüber steht kein geringerer als Eduardo Fajardo, der wie eigentlich in jedem seiner Filme eine starke Leistung als Bösewicht abliefern kann.
Für das Entstehungsjahr ist "Eine Bahre für den Sheriff" ganz unterhaltsam geworden, geht aber leider in der Masse der Italowestern unter. Leider wechseln sich viele tolle Szenen mit einigen nicht so spannenden Momenten ab, so dass mich der Film irgendwie nicht ganz überzeugen konnte. Meiner Meinung nach wird der Film nach den ersten 20 Minuten ziemlich zäh bis er dann letztendlich zum Finale hin wieder in Fahrt kommt. Das Finale ist dann allerdings richtig stark geworden!
Man macht nichts falsch wenn man sich die DVD besorgt, allerdings gibt es auch eine Vielzahl besserer Genre-Vertreter. Mehr als 6/10 Punkte kann ich leider nicht vergeben, da mir der doch recht lang geratene Mittelteil nicht sonderlich zugesagt hat.

Meine Mario Caiano-Reihenfolge:

1. Der letzte Zug nach Durango
2. Der Mann mit der Kugelpeitsche
3. Django spricht das Nachtgebet
4. Es geht um deinen Kopf Amigo
5. Eine Bahre für den Sheriff


#194 "Der Einsame aus dem Westen" aka "A Man Called Sledge" wurde von einem gewissen Vic Morrow inszeniert. Morrow war eigentlich Schauspieler, hat aber mit dem hier besprochenen Film seine erste und gleichzeitig einzige Regiearbeit abgeliefert. Interessant ist, dass Morrow US-Amerikaner war und auch die meisten seiner für den Film gewählten Schauspieler stammten aus den USA. Dennoch wurde der Film in Italien produziert und in Almeria dann schließlich gedreht, wonach man den Film schon dem Italowestern-Bereich zuordnen kann. Man sollte jedoch keinen urtypischen Italowestern erwarten.
Die Hauptfigur namens Sledge versucht sich gemeinsam mit seiner Bande einen dicken Batzen Gold unter den Nagel zu reißen. Nach reichlicher Überlegung und Vorbereitung schmiedet man einen gewagten Plan um an das sich in einem Gefängnis befindende Gold zu kommen. Darum geht es handlungstechnisch in dieser kleinen Perle. In ähnlicher Weise hat man die Jagd nach dem Gold schon oft gesehen, dennoch werden solche Geschichten meistens nicht langweilig, so auch hier! Denn man bekommt so einiges während der Laufzeit geboten und dabei sieht das Ganze auch noch äußerst gut aus was vermutlich an dem relativ hohen Budget lag, welches Morrow zur Verfügung stand.
Die Locations wurden wirklich gut gewählt und die Kamera schafft es auch die passenden Bilder einzufangen. Dazu bekommt der Zuschauer einen starken Score geboten. Auch die schauspielerischen Leistungen kann man getrost als gelungen bezeichnen. Langeweile sucht man hier vergebens, denn die drei Abschnitte in die man den Film grob aufteilen kann sind alle als sehr gelungen zu bezeichnen. Übrigens bekommen wir am Anfang sogar einen kleinen Schnee-Italowestern-Part geboten, was mich besonders gefreut hat.
Meiner Meinung nach kann man mit dem Film nichts falsch machen, egal ob man nun eher ein Italo- oder ein US-Western-Fan ist. Beide Lager dürften an "A Man Called Sledge" gefallen finden. Ich denke 7/10 Punkte kann man hierfür schon vergeben.


#195 "Ein Stoßgebet für drei Kanonen" wurde von Nando Cicero inszeniert. Cicero drehte unter anderem den unterhaltsamen "Zeit der Geier" und den mir bisher unbekannten "2x Judas", den ich sehr gerne einmal sehen würde.
Die Story dreht sich um drei Gauner, die zum Tode verurteilt wurden und nun eine letzte Chance bekommen dem Tod von der Schippe zu springen. Sie sollen eine abhanden gekommene Ladung Gold zurück beschaffen, die der Armee geklaut wurde und die im Laufe der Handlung in die Hände mexikanischer Banditen gelangt.
In der Hauptrolle sehen wir hier niemand geringeren als George Hilton, der auch bereits in "Zeit der Geier" eine der Hauptrollen spielte. Wie von Hilton gewohnt spielt er seinen Part routiniert und bestens aufgelegt. Auch die anderen Schauspieler sind durchweg überzeugend. Außerdem gibt es viele bekannte Gesichter zu sehen und somit gibt es von Seiten der Darsteller nichts zu bemängeln.
Auch die Inszernierung ist durchaus im grünen Bereich und man kann daher von einem wertigen und optisch ansprechenden Italowestern sprechen.
Der Film beginnt stark und man bekommt sehr viel Action geboten, die noch dazu mit einigen lockeren Sprüchen gewürzt wird. Dies ist vielleicht nicht jedermanns Sache, mir hat es allerdings viel Freude bereitet. Ein Kritikpunkt meinerseits ist, dass der Film ab etwa der Hälfte der Spielzeit etwas zäh wird. Meiner Meinung nach schwächelt der Film in etwa ab dem Zeitpunkt, an dem unser Trio das Lager der mexikanischen Banditen erreicht. Dennoch ist der Film allemal eine Sichtung wert, was vor allem an den tollen Hauptdarstellern liegt. 6,5/10 Punkte kann man hierfür locker vergeben.

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#196 "Ben und Charlie" oder auch "Zwei Himmelhunde im Wilden Westen" wurde von Michele Lupo inszeniert. Es handelt sich hierbei um einen Comedy-Italowestern mit Giuliano Gemma und George Eastman in den Hauptrollen. Die beiden Genre-Größen ergänzen sich in diesem Buddy-Movie wirklich ausgezeichnet. Optisch ist der Film ebenfalls sehr ansprechend geraten, vor allem was die Kameraführung betrifft und auch der Mix aus ernstem und lustigem Italowestern kann als gelungen bezeichnet werden. Ich mag es ja wenn in einem Comedy-Western auch geballert wird was das Zeug hält. Erwähnen sollte man dabei auch noch die gelungene musikalische Untermalung.
Ein sympathischer Film der über die gesamte Laufzeit zu unterhalten weiß. Das Beste am Film ist aber nach wie vor das Duo Gemma / Eastman, die ihre Rollen mehr als nur stark spielen. Es macht einfach Spaß den beiden bei ihrem Abenteuer beiwohnen zu dürfen. Für mich handelt es sich hier jedenfalls um einen der besten Comedy-Italowestern und ich bin froh endlich diese Lücke geschlossen zu haben. Meinerseits eine dicke Empfehlung für diesen tollen Film. Ich vergebe locker 8/10 Punkte hierfür.
Übrigens erschien der Film hier bei uns unter dem Titel "Zwei Himmelhunde im Wilden Westen" auf DVD. Mich hat das etwas verwirrt da ich anfangs dachte "Ben und Charlie" wäre bei uns noch gar nicht veröffentlicht worden.
Michele Lupo hat meiner Meinung nach vier richtig starke Beiträge zum Genre geleistet. Nicht viele Regisseure können sich mit einer derart makellosen und vielseitigen Italowestern-Filmografie schmücken.

Meine Michele Lupo-Rangliste:

1. Arizona Colt
2. Der Mann aus Virginia
3. Ben und Charlie
4. Eine Faust geht nach Westen


#197 "2x Judas" oder auch "Kugeln tragen keine Unterschrift" wurde von Nando Cicero gedreht, dem wir unter anderem auch "Zeit der Geier" und "Ein Stoßgebet für drei Kanonen" zu verdanken haben. Beide Filme sollte man als Fan des Genres zumindest einmal gesehen haben, da es sich um sehr solide Beiträge handelt die äußerst unterhaltsam sind. Auch Ciceros dritter Italowestern ist sehenswert auch wenn er meiner Meinung nach nicht das Niveau seiner beiden Vorgänger erreichen kann.
Die Hauptrolle spielt hier ein gewisser Antonio Sabàto, der seinen Part ganz ordentlich spielt und als seinen Gegenspieler kriegen wir sogar Klaus Kinski geboten. Kinski ist wie eigentlich immer äußerst unterhaltsam und ist auf alle Fälle einer der Gründe weshalb man sich den Film ruhig mal ansehen kann.
Ein weiterer Grund ist die interessant aufgebaute Story, die sich um einen Hauptcharakter dreht der mit Gedächtnisverlust zu kämpfen hat, ähnlich wie bei “Django spricht das Nachtgebet“. In Rückblenden erfährt der Zuschauer wie es zu dem ganzen Dilemma kam in dem sich unser Anti-Held nun befindet, denn ihm und seiner Familie wurde wirklich übel mitgespielt. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die Geschichte recht zäh entfaltet und der Film daher durchaus einige Längen aufweist. Dies liegt vor allem daran, dass in dem Film sehr viel geredet wird und es nur selten Auflockerungen in Form von Actionszenen gibt. Erst zum Ende hin wird man dann wieder mit ein wenig Action belohnt und dabei ist vor allem die Szene erwähnenswert in der unser Held sich im Alleingang einem Haus nähert um sich gegen eine Übermacht von Gegnern zur Wehr zu setzen. Die finale Schießerei ist wiederum nicht so gut gelungen und ließ mich etwas enttäuscht zurück.
Dennoch hat Nando Cicero drei unterhaltsame Genre-Vertreter abgeliefert und sollte daher ein höheres Ansehen unter den Italowestern-Anhängern genießen wie ich finde. Der hier besprochene Film fällt wie Eingangs schon erwähnt allerdings gegenüber den andern beiden Italowestern des Regisseurs ein wenig ab. In Punkten würde ich “2x Judas“ daher mit 6/10 Punkten bewerten.
Übrigens habe ich eben festgestellt, dass bei Antonio Sabàtos Filmografie auf Wikipedia sowohl "2x Judas" als auch "Kugeln tragen keine Unterschrift" gelistet werden und zwar mit verschiedenen Entstehungsjahren, obwohl es sich dabei um ein und denselben Film handelt.

Meine Nando Cicero-Rangliste:

1. Die Zeit der Geier
2. Ein Stoßgebet für drei Kanonen
3. 2x Judas


#198 "Vayas con dios, Gringo" wurde von Edoardo Mulargia inszeniert. Mulargia hat eine Reihe solider Italowestern abgeliefert von denen mir ein paar sogar sehr gut gefallen haben. Andere wiederum waren meiner Meinung nach nur leicht über dem Durchschnitt anzusiedeln. Dementsprechend gespannt war ich natürlich darauf wie sich der hier besprochene Filme nun in meine Mulargia-Rangliste einfügt.
Die Hauptrolle spielt hier der Holländer Glenn Saxon, den ich bisher nur aus "Django - Nur der Colt war sein Freund" kenne. Er spielt seine Rolle ansprechend, aber ist auch weit davon entfernt eine Glanzleistung abzuliefern. Die übrigen Darsteller machen ihr Sache ebenfalls ganz ordentlich, auch wenn zum Beispiel ein Fernando Sancho die Rolle des "Mexico" wahrscheinlich aufgewertet hätte bin ich froh, dass es in diesem Fall Pedro Sanchez war. Es wäre ja langweilig wenn man immer die gleichen Darsteller in ihren Paraderollen sehen würde und Pedro Sanchez ist weiß Gott kein Unbekannter im Genre.
Der Film an sich bietet eine geradlinig erzählte Story, die sich durch viele verschiedene Schauplätze hindurchzieht und daher kommt das Ganze auch ziemlich kurzweilig daher. Natürlich spielt dabei auch die kurze Lauflänge von knapp 80 Minuten eine Rolle.
Auch mir gefällt die Szene auf der Hacienda eigentlich am besten. Die genannte Szene wurde wirklich sehr stimmig inszeniert. Etwas zu viel des Guten war im weiteren Verlauf des Films dann die Szene mit dem Kutschenüberfall gegen Ende des Films. Es ist nämlich das Normalste auf der Welt während einer Runde Poker in einer Kutsche eine Übermacht von mexianischen Banditen abzuwehren indem man beiläufig in aller Ruhe Dynamitstangen aus der Kutsche wirft. Unterhaltsam war die Szene natürlich schon, aber dennoch etwas albern.
Ansonsten würde ich sagen, dass der Film ein Stück über dem Durchschnitt liegt. Zwar ist er etwas besser als beispielsweise "Django - Kreuze im blutigen Sand" oder auch "Django - Dein Henker wartet", aber kommt nicht an "El Puro" oder "Ein Fressen für Django" heran wie ich finde. Ich denke mit 6,5/10 Punkten ist der Streifen daher fair bewertet, denn ein Must-See ist der Film nicht unbedingt. Für einen schönen Italowestern-Abend wenn man alle bekannten Italowestern bereits abgearbeitet hat eignet er sich aber auf jeden Fall.

Meine Edoardo Mulargia-Rangfolge:

1. El Puro
2. Ein Fressen für Django
3. Shangos letzter Kampf
4. Vayas con dios, Gringo
5. Jetzt sprechen die Pistolen
6. Django - Kreuze im blutigen Sand
7. Django - Dein Henker wartet


#199 "Friss oder stirb" oder auch "Sundance Cassidy und Butch the Kid" wurde von Duccio Tessari verwirklicht, der mit "Zwei wilde Companeros" meinen Favoriten unter den Comedy-Italowestern geschaffen hat. Selbiger konnte sogar einen Platz in meiner Top-20-Liste aller Italowestern ergattern. Außerdem verdanken wir Tessari die beiden "Ringo-Filme" die bei den meisten Genrefans ebenfalls sehr hoch im Kurs stehen. Wie schon bei "Zwei wilde Companeros" handelt es sich bei dem hier besprochenen Film ebenfalls um einen Comedy-Italowestern, in dem diesmal Giuliano Gemma die Hauptrolle spielt und dem dabei Nino Benvenuti zur Seite steht. Benvenuti war eigentlich Profi-Boxer und seine Rolle in "Friss oder stirb" sollte auch sein einziger Ausflug in die Filmbranche bleiben. Gemma spielt seine Rolle routiniert und ist durchaus unterhaltsam, Benvenuti hingegen hat mir nicht sonderlich zugesagt.
Die Story um zwei ungleiche Brüder die aufgrund einer Erbschaft dazu gezwungen sind miteinander auszukommen ist auf jeden Fall spaßig und das Ganze wurde auch dementsprechend schwungvoll inszeniert. Man merkt auch, dass der Film ziemlich aufwendig produziert wurde was eigentlich so gut wie immer von Vorteil ist für Filme dieser Art. Ich muss jedoch sagen, dass der Film vor allem im Mittelteil ein wenig an Fahrt verliert und dabei auch ziemlich albern wird. Zum Beispiel die Prügelszene im Badezimmer ist richtig bescheuert und auch die ganzen Szenen mit der hübschen Sydne Rome waren völlig unnötig und nervig. Dennoch finde ich, dass es sich bei "Friss oder stirb" um einen der besseren Comedy-Italowestern handelt, da mir vor allem das erste und das letzte Drittel des Films sehr gut gefallen haben. Wäre der Mittelteil genauso ansprechend geworden würde meine Wertung auch etwas höher ausfallen. Unter diesen Gegebenheiten will ich nicht mehr als 6,5/10 Punkte vergeben.

Meine Duccio Tessari-Rangliste:

1. Zwei wilde Companeros
2. Eine Pistole für Ringo
3. Ringo kommt zurück
4. Friss oder stirb


#200 "Comin' At Ya!" aka "Alles fliegt dir um die Ohren" wurde von Ferdinando Baldi gedreht, der einige sehr starke Italowestern hervorgebracht hat. Wie schon bei "Blindman" und "Get Mean" spielt auch in dem hier besprochenen Film der großartige Tony Anthony die Hauptrolle. Bei "Comin' At Ya!" handelt es sich übrigens um einen 3D-Italowestern was sich erstmal ganz interessant anhört. Das Problem bei dem Film ist allerdings, dass er sich zu sehr auf diese Technik verlässt was auf Dauer doch etwas anstrengend wirkt. Der Film wurde fünf Jahre nach "Get Mean" gedreht und somit stammt er aus dem Jahre 1981, also einer Zeit in der kaum noch jemand das Genre des Italowestern auf dem Schirm hatte. Von daher ist das Vorhaben an sich schon interessant und mutig gewesen.
Alles in allem wirkt der Film wie eine Mischung aus den übrigen Tony Anthony-Filmen, wobei vor allem "Blindman" dabei heraussticht, da "Comin' At Ya!" zu selbigem einige Parallelen aufweist. Anthony kommt wie immer extrem cool rüber und ich finde es nach wie vor schade, dass es nicht noch mehr Italowestern mit ihm in der Hauptrolle gibt. Er hat einfach das gewisse Etwas was ihn so sympathisch und unterhaltsam macht.
Die Story ist wie zuvor erwähnt ähnlich gelagert wie die von "Blindman", wobei diesmal Anthonys Frau von zwei mexikanischen Bandenbossen entführt wird. Es stellt sich heraus, dass die Bande um die beiden Brüder jede Menge Frauen entführt um sie zu verkaufen und zur Prostitution zu zwingen. Der Dicke der beiden Brüder wird gespielt von Ricardo Palacios, der eine starke Vorstellung abliefert und dabei richtig bösartig und ekelhaft rüberkommt. Dabei sollte man auch noch anmerken, dass der Film äußerst ruppig daherkommt und hier auch viel Blut fließt.
Erwähnenswert sind außerdem noch der gut gelungene Score und die vielen starken Kameraeinstellungen. Die 3D-Parts innerhalb des Films werden teilweise etwas überstrapaziert und so kommen einige unnötige Szenen vor, die dazu auch noch ständig in Zeitlupe präsentiert werden. Gerade die Zeitlupenszenen werden unglaublich oft eingesetzt und beginnen mit der Zeit etwas auf die Nerven zu gehen. Sehr gut gefallen haben mir dabei aber die Ratten-Szene und die Szene in der Anthony von dem Indianer mit Pfeilen beschossen wird. Die Fledermaus-Szene war hingegen schon ziemlich bescheuert.
Ich muss sagen, dass mir der Film ausgesprochen gut gefallen hat und ich hierfür locker 7/10 Punkte vergeben würde mit leichter Tendenz nach oben.

Meine Ferdinando Baldi-Rangliste:

1. Blindman
2. Django - Der Rächer
3. Seine Kugeln pfeifen das Todeslied
4. Django und die Bande der Gehenkten
5. Comin' At Ya!
6. Get Mean

Meine Tony Anthony-Rangliste:

1. Blindman
2. Ein Dollar zwischen den Zähnen
3. Western Jack
4. Der Schrecken von Kung Fu
5. Comin' At Ya!
6. Get Mean

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PostPosted: 28.02.2019 19:29 
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#201 "John il Bastardo" wurde von einem gewissen Armando Crispino inszeniert. Der Film stellt den einzigen Beitrag des Regisseurs zum Genre des Italowestern dar. Die Handlung die sich einer klassischen Vorlage bedient ist ziemlich außergewöhnlich für einen Italowestern. Es geht hier im Grunde genommen um einen Frauenhelden der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt welcher ein mexikanischer Großgrundbesitzer ist. Das bisherige Leben der Titelfigur war nicht sonderlich glorreich. Er musste sich ständig Beleidigungen und Anfeindungen gefallen lassen, da er keinen richtigen Vater hatte und demzufolge entwickelte er sich zu einem Casanova, vor dem keine Frau sicher ist. Somit haben wir es mit einer interessanten Ausgangslage zu tun welche den Film zu etwas Besonderem innerhalb des Genres macht.
Die Hauptrolle wird vom Briten John Richardson gespielt, der ansonsten zum Beispiel noch in "Django - Die Bibel ist kein Kartenspiel" zu sehen war. In weiteren Rollen sind bekannte Gesichter zu sehen wie Claudio Camaso, Gordon Mitchell oder Claudio Gora. Die Besetzung ist daher schon mal als gelungen zu bezeichnen.
Auch die Inszenierung, die Drehorte und der eingängige Score wissen zu gefallen. Außerdem ist das Erzähltempo äußerst angemessen und die Action sehr gut dosiert. Ein weiter Pluspunkt ist für mich, dass der Film mit einer gewissen Leichtfüßigkeit inszeniert wurde, jedoch im gleichen Maße viel Gewalt zu sehen ist. Leider muss ich sagen, dass der Film gegen Ende etwas an Fahrt verliert und sich daher ein wenig zieht.
Mir hat der Film jedenfalls sehr gut gefallen und ich finde es schade, dass der Film nie in Deutschland gezeigt wurde und demzufolge auch keine deutsche Synchro existiert. Ich würde es auch begrüßen den Film mal in einer besseren Qualität genießen zu dürfen. In der soeben von mir gesehenen Fassung bekommt der Film von mir jedenfalls 7/10 Punkte mit leichter Tendenz nach oben.


#202 "Kennst du das Land wo blaue Bohnen blühn?" ist ein Klamauk-Italowestern von Giuliano Carnimeo. Es handelt sich hierbei um den ersten der beiden "Tresette-Filme". Die Figur des "Tresette" wird in beiden Filmen von George Hilton verkörpert und neben ihm sehen wir jeweils Cris Huerta in der Rolle des "Bambi". Der Nachfolger des hier besprochenen Films heißt übrigens "Dicke Luft in Sacramento" und wurde hierzulande auch auf DVD veröffentlicht.
In "Blaue Bohnen" sollen Tresette und Bambi einen Goldtransport ans Ziel bringen. Auf der Reise geraten die beiden natürlich in eine Reihe verrückter Situationen. Am Zielort angelangt stellt sich heraus, dass es sich bei der Ware um unechtes Gold handelt und somit suchen die beiden im weiteren Verlauf der Story nach besagtem Gold.
Allerdings ist es eigentlich vollkommen egal worum es im Film geht denn im Prinzip jagt hier eine bescheuerte Szene die nächste und jede noch so beknackte Situation wird dann noch untermalt von dem unfassbaren Blödsinn den die Charaktere von sich geben. Somit ist klar, dass man im Film keine ruhige Minute hat und daher auch eigentlich keine Langeweile aufkommt. Dennoch muss man eine gewisse Vorliebe für Filme dieser Art mitbringen um sich zu amüsieren. Ich mag ja Comedy- und Buddy-Italowestern im Allgemeinen, aber mir ist es lieber wenn der Comedyanteil nicht ganz im Vordergrund steht. Beim hier besprochenen Film steht ganz klar der Klamauk im Vordergrund und dabei ist man sich für absolut gar nichts zu schade. Jede noch so dumme Idee wird in die Handlung eingebaut, so dass man sich teilweise wirklich fremdschämt. Mir war das jedenfalls viel zu viel Blödsinn, obwohl es natürlich schon ein paar lustige Szenen und vor allem Sprüche zu sehen und hören gibt.
Erwähnenswert ist noch, dass die Inszenierung als ziemlich gelungen bezeichnet werden kann und auch die Musik macht meistens Laune. Außerdem sind die Darsteller bestens aufgelegt und man merkt auch, dass die Filmcrew vermutlich sehr viel Spaß bei den Dreharbeiten hatte. Vor allem Hilton & Huerta sind als Duo wirklich unterhaltsam gewesen, aber selbst das konnte den Film meiner Meinung nach nicht mehr retten. Ich finde es schwer einen solchen Film angemessen zu bewerten. Ich würde ihn auf jeden Fall als den am wenigsten gelungenen Italowestern von Carnimeo bezeichnen und werde ihn mir auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder anschauen. Ich denke mit 3,5/10 Punkten ist "Blaue Bohnen" für meinen Geschmack recht angemessen bewertet.


#203 "La notte dei serpenti" wurde von Giulio Petroni inszeniert, von dem ich bisher nur sehr gute Italowestern kenne. Vor allem "Tepepa" und "Von Mann zu Mann" stehen sehr hoch bei mir im Kurs, aber auch "Amigos" konnte mich begeistern, welcher innerhalb der Comedy-Italowestern einen schönen Beitrag zum Genre darstellt.
Der hier besprochene Film schlägt dann wieder in eine andere Kerbe, denn es handelt sich um einen ernsten und düsteren Italowestern, bei dem es um ein Komplott geht in dem die Ermordung eines Waisenjungen ausgeführt werden soll. Dazu wird der zum Trinker gewordene Luke engagiert, der ebenfalls seinen Sohn verloren hat und nichts davon ahnt, dass er einen kleinen Jungen ins Jenseits befördern soll. Somit wurde eine interessante Ausgangssituation geschaffen, die äußerst vielversprechend klingt.
Die Hauptrolle spielt hier ein gewisser Luke Askew und dabei unterstützen ihn eine Vielzahl bekannter Gesichter aus dem Italowestern, bei denen es sich aber keinesfalls um Größen des Genres handelt. Die Schauspieler sind allerdings sehr passend gewählt und daher ist es nicht sonderlich störend, dass wir keine großen Namen geboten bekommen. Ich muss jedoch sagen, dass der Film mit jemand anderem in der Hauptrolle vermutlich noch etwas besser funktionieren würde.
Richtig stark ist die Inszenierung geworden, denn der Film ist vor allem optisch sehr ansprechend. Petroni versteht sein Handwerk einfach und zählt zu den besten Regisseuren innerhalb des Genres was er mit seinen zuvor gedrehten Italowestern ja schon bewiesen hat. Die Musik stammt von Riz Ortolani und passt wie die Faust aufs Auge zu der Atmosphäre und der Thematik des Films.
"La notte dei serpenti" lohnt sich für den geneigten Italowestern-Fan allemal denn man bekommt einen Film geboten der im oberen Drittel des Genres einzuordnen ist. Man sollte allerdings keinen Action-IW erwarten, denn es geht hier vielmehr um die Geschichte und die Charaktere, als um wilde Ballerorgien und Verfolgungsjagden. Ich vergebe hierfür jedenfalls locker 7,5/10 Punkte.
Auch "La notte dei serpenti" wurde nie in Deutschland veröffentlicht und daher konnte ich ihn nur auf italienisch mit deutschen Untertiteln genießen. Dies empfand ich aber nicht weiter als tragisch, denn die Bildqualität war äußerst ansprechend. Auf eine Veröffentlichung können wir vermutlich leider lange warten...

Meine Giulio Petroni-Rangliste:

1. Tepepa
2. Von Mann zu Mann
3. La notte dei serpenti
4. Amigos


#204 "Ein Halleluja für Spirito Santo" wurde von Giuliano Carnimeo inszeniert, der eigentlich immer unterhaltsame Italowestern hervorgebracht hat. Für mich zählt er wie ich an anderer Stelle bereits erwähnt habe zu den fähigsten Regisseuren die das Genre zu bieten hat. Auch der hier besprochene Film, der leider bei uns bisher nicht auf DVD veröffentlicht wurde, reiht sich problemlos in seine prallgefüllte Italowestern-Filmografie ein. Auffällig ist hierbei, dass der Comedy-Anteil mit jedem seiner Filme ein Stück erhöht wurde bis man schließlich bei den Tresette-Filmen angelangt ist.
Auch bei "Spirito Santo" handelt es sich erneut um einen Comedy-Italowestern, der allerdings glücklicherweise nicht übertrieben albern daher kommt. Es wird geballert was das Zeug hält und es werden viele Leichen produziert, so wie es sich für einen waschechten Italowestern gehört. Dabei ist der Film eigentlich über die gesamte Laufzeit durchgehend unterhaltsam. Natürlich gibt es zwischendurch ein paar Szenen bei denen ich mir gewünscht hätte sie wären etwas weniger auf Comedy getrimmt worden, aber das ist wirklich nicht weiter tragisch.
Dafür gibt es als Entschädigung Gianni Garko in der Hauptrolle des Spirito Santo zu bewundern, der wieder einmal eine klasse Vorstellung abliefert. Im Prinzip spielt Garko eine ähnlich Rolle wie in seinen Sartana-Filmen, nur dass er hier eben weiß gekleidet ist. Ich wünschte es hätte noch den ein oder anderen Spirito Santo-Film mehr gegeben, denn die Figur hat mir viel Spaß gemacht. Garkos Sidekick wird gespielt von Cris Huerta der ebenfalls eine solide Vorstellung abliefert. Die beiden formen ein schönes Duo während ihres Abenteuers.
Storytechnisch geht es grob gesagt um eine Schatzsuche während der Mexikanischen Revolution. Italowestern die während der Revolution spielen sind eigentlich meistens sehr unterhaltsam und selbiges gilt auch für Filme bei denen es um eine Schatzsuche geht. Von daher habe ich mir schon gedacht, dass mich der Film bei Laune halten wird. Auch die Inszenierung weiß zu gefallen und die Musik ist ebenfalls eine Wucht! Man kann also sagen, dass es sich um einen rundum gelungenen Comedy-Italowestern handelt.
Es fiel mir schwer "Spirito Santo" meiner Carnimeo-Rangliste hinzuzufügen, da die Filme punktemäßig zum Großteil sehr nah beieinander liegen. Demzufolge sollte es auch nicht abschrecken wenn man in die Rangliste guckt und "Spirito Santo" so weit hinten vorfindet, denn auch diesen tollen Film würde ich mit 7,5/10 Punkten bewerten.

Meine Giuliano Carnimeo-Rangfolge:

01. Sartana kommt
02. Django - Ein Sarg voll Blut
03. Man nennt mich Halleluja
04. Sartana - Töten war sein täglich Brot
05. Ein Halleluja für Camposanto
06. Ein Halleluja für Spirito Santo
07. Django & Sabata - Wie blutige Geier
08. Sartana - Noch warm und schon Sand drauf
09. Beichtet Freunde, Halleluja kommt
10. Kennst du das Land wo blaue Bohnen blühn?


#205 "Friss den Staub von meinen Stiefeln" ist ein in Südafrika entstandener Italowestern der von einem deutschen Regisseur namens Peter Henkel inszeniert wurde. Ein paar Jahre später wurde vom selben Regisseur scheinbar sogar eine Fortsetzung namens "They Call Me Lucky" gedreht.
Da ich von dem Film zuvor noch nie gehört hatte und eine Veröffentlichung angekündigt war wurde ich natürlich sofort neugierig. Nachdem ich hier ein wenig im Forum gestöbert hatte und ein paar Infos erhielt war ich richtig heiß auf den Streifen. Ich las davon, dass es sich hierbei um eine "Verbeugung" vor meinem unangefochten Lieblings-Italowestern "Zwei glorreiche Halunken" handelt. Wenn man dann noch den exotischen Hintergrund bezüglich des Regisseurs und des Produktionslandes von "Friss den Staub von meinem Stiefeln" bedenkt klingt das Ganze wirklich äußerst interessant und ich konnte nicht anders als mir die DVD sofort zu bestellen. Vor allem bin ich froh, dass ich endlich mal wieder einen Italowestern neu entdecken und ein Review schreiben kann.
Wie dem auch sei ich fand den Film ganz unterhaltsam, aber er hat mich auch nicht wirklich umgehauen. Die Handlung wird kurzweilig erzählt und die beiden Hauptcharaktere "Major" und "Lucky" spielen ihre Rollen recht ansprechend. Allerdings kann Lucky einem mit voranschreitender Laufzeit auch etwas auf die Nerven gehen mit seinem ständigen "Hey Major"-Gebrülle. Bedingt durch das Entstehungsland Südafrika kriegt man hier exotische und durch die Kamera schön eingefangene Landschaften geboten. Die Musik wurde teilweise recht ansprechend gewählt, die meiste Zeit über empfand ich sie allerdings als eher unpassend und anstrengend. Dafür bekommen wir aber einige coole Szenen und lustige Ideen präsentiert, wie zum Beispiel als der Major seine Schießkünste präsentiert und eine Erdnuss in der Luft zerschießt und die Nüsse dann lässig auffängt. Was mich leider am meisten an dem Film gestört hat war dann das etwas zähe und vor allem actionarme Finale. Da hatte ich mir wirklich mehr von erhofft, aber man kann ja nicht immer kriegen was man will.
Alles in allem würde ich sagen, dass der geneigte Italowestern-Fan hier ruhig zuschlagen und sich mit dem Streifen einen schönen Abend machen kann. Dabei sollte einem jedoch klar sein, dass man es hier mit einem recht billigen Filmchen zu tun hat. Ich denke eine Wertung von 5,5/10 Punkten kann man hierfür ruhig vergeben. In der Sammlung stehen haben muss man die DVD allerdings nicht unbedingt und ich glaube ich werde mir sie auch nicht so schnell noch einmal ansehen.

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PostPosted: 14.01.2020 16:52 
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#206 "Der Mann, der aus dem Norden kam" wurde von José Luis Merino verwirklicht, der mit “Requiem für Django“ und “La muerte busca un hombre“ zwei außergewöhnliche Italowestern geschaffen hat. Der hier besprochene Film ist sozusagen der Vorgänger von “Zeit der Geier“, der ein Jahr später von Nando Cicero gedreht wurde, welcher jedoch nur die Hauptfigur namens Kitosch mit diesem gemein hat.
Auch bei dem hier besprochenen Film handelt es sich um einen ungewöhnlichen Italowestern, da die Handlung in Kanada angesiedelt ist und außerdem Indianer eine nicht gerade unwesentliche Rolle spielen. Der Hauptcharakter, der wie auch bei „Zeit der Geier“ von George Hilton dargestellt wird muss dem kanadischen Militär dabei helfen einen Goldtransport durch ein gefährliches Gebiet zu geleiten um letztendlich ein Fort zu erreichen. Auch die zweite Hauptrolle ist mit einem bekannten Darsteller besetzt, den vermutlich jeder Fan des Genres kennt und schätzt. Hierbei handelt es nämlich um niemand Geringeren als Piero Lulli. Von der darstellerischen Seite gibt es daher schon mal nichts zu bemängeln.
Was mir ebenfalls zugesagt hat waren die großangelegten Schlachten, die man in der Form nicht so oft im Genre zu sehen bekommt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mit Rotröcken und Indianern nicht soviel anfangen kann, obwohl ich natürlich wusste worauf ich mich eingelassen habe. Natürlich freue ich mich immer wenn es mal einen neuen Italowestern zu entdecken gibt, vor allem wenn es sich um einen ungewöhnlichen Vertreter innerhalb des Genres handelt. Jedoch konnte mich der Film nicht so ganz überzeugen. “Der Mann, der aus dem Norden kam“ ist zwar schon einen Blick wert und ich denke er wird auch ein paar Fans Freude bereiten, aber man sollte nichts Herausragendes erwarten, denn über den Durchschnitt kommt er nicht hinaus. Ich vergebe hierfür daher 5/10 Punkte.

Meine José Luis Merino-Rangfolge:

1. Requiem für Django
2. La muerte busca un hombre
3. Der Mann, der aus dem Norden kam


#207 "Die letzte Rechnung zahlst du selbst" ist ein Italowestern welcher von Giorgio Stegani inszeniert wurde. Stegani drehte zuvor schon "Adios Gringo" und den starken "Shamango", erstgenannten Film kenne ich jedoch noch nicht.
Wir haben es hier mit einem sehr gut besetzten Italowestern zu tun, der mit Lee Van Cleef und Antonio Sabato in den Hauptrollen auftrumpfen kann. Van Cleef ist einer der bekanntesten Darsteller innerhalb des Genres während Sabato nur in einer handvoll weniger bekannten Italowestern mitgewirkt hat. Van Cleef ist wie gewohnt eine sehr gute Wahl für eine Hauptrolle in einem Western und Sabato wirkt gegen ihn leider ein wenig blass, obwohl seine Rolle gar nicht so uninteressant angelegt ist. Als Gegenspieler der beiden kriegen wir Gordon Mitchell geboten, welcher ganz in schwarz gekleidet daherkommt und dabei zwar etwas sonderbar, aber dennoch irgendwie cool aussieht. Ziemlich stark geworden ist die Szene gegen Ende wenn Mitchell mit seiner Bande zum finalen Kampf reitet. Die Szene wirkt schön bedrohlich was zum einen an der Präsenz von Mitchell liegt und zum anderen an der gut gewählten musikalischen Untermalung und den schön platzierten Schnitten die zwischen Mitchells Bande und ihren Gegenspielern hin- und herwechseln. Das Finale ist meiner Meinung nach auch ziemlich actionreich und macht dementsprechend auch viel Spaß!
Leider muss ich sagen, dass mir die Musik von Riz Otrolani nicht besonders gut gefallen hat und sie mir zwischenzeitlich etwas auf die Nerven ging. Auch die Inszenierung wirkte etwas bieder und langweilig, da der gesamte Film die meiste Zeit über wie ein leichtfüßiger US-Western wirkt der nur wenige Italowestern-Elemente beeinhaltet. Zum Ende hin wird es allerdings besser was das angeht. Außerdem muss ich noch anmerken, dass der Film optisch schon was hermacht und dementsprechend auch nicht billig wirkt was den Film definitiv aufwerten kann.
Die Story ist dabei interessant genug um den geneigten Fan bei Laune zu halten und einem einen schönen Abend zu bescheren. Allerdings bin ich der Meinung, dass man den Film etwas hätte straffen können, was damals ja auch geschah als der Film in die deutschen Kinos kam. Ich habe die 110 Minuten lange DVD-Fassung des Films gesehen welche an einigen Stellen auf italienisch mit deutschen Untertiteln daherkommt. Die meisten der Szenen hätte ich nicht unbedingt gebraucht und von daher bin ich mal darauf gespannt wenn die neue Blu-Ray von Koch erscheint welche ja die wesentlich kürzere Kinofassung beinhalten soll.
In der hier vorliegenden Form würde ich den Film jedenfalls mit 6/10 Punkten bewerten und ich bin fest davon überzeugt, dass mir der Film in der kürzeren Fassung noch ein wenig besser munden wird und in Zukunft vielleicht noch ein Pünktchen mehr von mir bekommen könnte. Übrigens gibt es als kleinen Bonus auch noch Bud Spencer als Minienbesitzer zu bewundern und zwar ohne Bart. Man erkennt ihn im ersten Moment kaum. Er hat aber leider nur wenig Screentime.

Meine Giorgio Stegani-Rangliste:

1. Shamango
2. Die letzte Rechnung zahlst du selbst


#208 "Chatos Land" wurde von Michael Winner inszeniert und kann mit Charles Bronson und Jack Palance in den Hauptrollen aufwarten. Hierzu sei gesagt, dass es sich bei dem Film nicht um einen Italowestern, sondern um einen britischen Western handelt. Allerdings wurde als Drehort Almeria gewählt und auch die Machart enthält einige Ähnlichkeiten zum Italowestern. Ich denke aber, dass der Film dem US-Western noch etwas näher steht als dem Italowestern was aber nicht sonderlich schwer ins Gewicht fällt wie ich finde.
Die Story um ein Halbblut welches in Notwehr einen Sheriff erschießt und fortan von einem wütenden Mob, angeführt von Jack Palance, durch die Prärie gejagt wird wird spannend und ohne große Längen erzählt. Die Schauspieler, vor allem die Hauptdarsteller spielen ihre Rollen sehr stark, wobei vor allem Bronson das gejagte Halbblut hervorragend verkörpert. Innerhalb der Gruppe gerät die Stimmung relativ schnell ins wanken, da sich die Jagd als äußerst schwierig gestaltet und aufgrund der angespannten Situation die immer aussichtsloser wird, Streitigkeiten entbrennen. Bronson dreht den Spieß relativ schnell um und wird vom Gejagten zum Jäger, da er seinen Verfolgern stets einen Schritt voraus ist und sich die Umgebung zu seinem Vorteil zu Nutzen macht.
Ich kann jedem Italowestern-Fan nur raten dem Film mal eine Chance zu geben, weil er sehr unterhaltsam ist, eine simple aber spannende Rache-Story erzählt und zudem auch nicht mit Brutalitäten geizt. Zudem muss man auch erwähnen, dass der Film durchaus sozialkritische Töne verlauten lässt, welche durch die ruppige Inszernierung hervorgehoben werden. Wenn man etwas aufgeschlossen ist kann man durchaus Spaß mit dem Film haben und sich einen schönen Abend damit gestalten. Ich vergebe an "Chatos Land" jedenfalls 7/10 Punkte und bin froh den Film entdeckt zu haben.


#209 "Tötet Emiliano Zapata!" wurde von Felipe Cazals inszeniert. Es handelt sich hierbei um einen Revolutions-Western der in Mexiko gedreht wurde. Ich denke aufgrund der Thematik und der Optik kann man ihn jedoch getrost auf eine Stufe mit den italienischen Vertretern des Genres stellen. Meiner Meinung nach braucht er sich daher auch nicht hinter Genreklassikern wie "Il Mercenario", "Todesmelodie" oder "Tepepa" zu verstecken. Im Gegensatz zu den meisten anderen Revolutons-Western handelt es sich bei dem Film allerdings um einen sehr ernsten Vertreter des Genres, welcher ohne jeglichen Humor auskommt und dabei auch sehr brutal und blutig zu Werke geht.
Wie dem auch sei, wir bekommen hier einen sehr aufwendig inszenierten Film geboten, welcher uns großangelegte Schlachten präsentiert die von einer tollen Kameraarbeit eingefangen werden. Den Hauptdarsteller kannte ich zwar nicht, aber ich muss sagen, dass er seine Rolle wirklich unglaublich stark spielt und man daher auch keinen Franco Nero oder Tomas Milian vermisst. Richtig gut fand ich auch, dass die Revolution hier so dargestellt wird wie sie vermutlich auch im echten Leben abgelaufen ist, nämlich äußerst brutal und ohne jegliche Gnade. Man bekommt massenhaft Hinrichtungen und andere skrupellose Handlungen zu sehen und kann daher von einem sehr realistischen Film innerhalb des Themas sprechen.
Ähnlichkeiten zum Italowestern sind jedefalls haufenweise vorhanden und ich denke, dass jeder Fan von Revolutionsfilmen hier mal ein Auge riskieren kann, denn man bekommt einen unglaublich guten Film zu sehen der auch technisch auf einem sehr hohen Niveau anzusiedeln ist. Ich würde sogar soweit gehen und den Film mit 8,5/10 Punkten bewerten. Die Konkurrenz ist jedoch einfach zu stark um ihm eine noch höhere Wertung zu geben.


#210 "Sing mir das Lied der Rache" wurde von Mario Bianchi gedreht. Meine kurzen Nachforschungen haben mir gezeigt, dass er neben dem hier besprochenen Film zuvor noch zwei weitere Italowestern gedreht hat, die ich allerdings nicht kenne.
Bei diesem recht kostengünstig produzierten und erst im Jahre 1973 entstandenen Italowestern haben wir es mit einer herkömmlichen Rachegeschichte zu tun. Die Hauptrollen spielen der mir unbekannte Sergio Ciani und als seinen Gegenspieler kriegen wir immerhin William Berger geboten. Ciani passt meiner Meinung nicht in die Rolle des ganz in schwarz gekleideten Rächers. Berger hingegen macht wie eigentlich immer eine gute Figur als Bösewicht.
Optisch kommt der Film sehr düster und dreckig daher, was eigentlich für einen Italowestern immer von Vorteil ist. Dennoch wirkt das Gezeigte leider auch sehr billig und die lahme Kameraarbeit kann daran auch nichts ändern. Die dazugehörige Musik passt größtenteils nicht zu den eingefangenen Bildern und nervt teilweise richtig.
Es gibt aber auch ein paar positive Aspekte an dem Film wie zum Beispiel die kurzweilig erzählte Geschichte, die leider im Mittelteil etwas nachlässt aber im Großen und Ganzen gut unterhalten kann. Vor allem die erste halbe Stunde macht richtig Spaß, weil ständig jemand gefoltert, erschossen oder verprügelt wird. Auch das Ende ist ansprechend geraten und bietet uns ein schönes Duell zwischen Ciani und Berger in einer Geisterstadt. Hervorheben sollte man ebenfalls die Gewalt, die man in dem Streifen vorgesetzt bekommt. Die Brutalität ist wirklich nicht von schlechten Eltern und die derartigen Szenen verteilen sich auch schön über die gesamte Laufzeit.
Alles in allem würde ich sagen, dass der Film genug zu bieten hat um sich einen schönen Abend zu machen, jedoch sollte man auf keinen Fall ein Meisterwerk erwarten. Es ist definitiv ein sehr billiger Film, der hauptsächlich von der gezeigten Gewalt profitiert die man so sonst nur in sehr wenigen Filmen des Genres zu sehen bekommt. Ich vergebe hierfür faire 6/10 Punkte.

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 Post subject: Re: Djabartanas Filmkunstakademie
PostPosted: 30.05.2020 01:21 
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#211 “Ein Fremder ohne Namen“ ist eine der ersten Regiearbeiten von Clint Eastwood. Es handelt sich hierbei um einen US-Western, der allerdings sehr nah am Italowestern gehalten ist. Eastwood selbst übernimmt hier noch einmal seine Paraderolle des namenlosen Fremden die er schon in der Dollar-Trilogie von Sergio Leone verkörperte. Auch hier taucht er wie aus dem Nichts in einer kleinen Stadt auf und verwandelt sie im Verlauf der Story in die Hölle auf Erden.
Der Film zählt für mich zu den besten Filmen von Clint Eastwood, was natürlich in Anbetracht der Vielzahl an starken Filmen von ihm ein großes Kompliment meinerseits ist. Vor allem was die Stimmung und Atmosphäre angeht kann “Ein Fremder ohne Namen“ auftrumpfen, denn nur selten findet man einen Western, der so kompromisslos und düster daherkommt. Auch optisch haben wir es hier mit einer grandiosen Leistung zu tun, denn viele Einstellungen und Szenen könnten geradewegs aus einem Leone-Western stammen. Man merkt auf jeden Fall, dass Eastwood viel vom Meister gelernt hat was dem Film natürlich zugutekommt.
Eastwood blüht in der Hauptrolle richtig auf und ich glaube niemand hätte den Part des Fremden besser verkörpern können als er, denn seine Leinwandpräsenz ist wirklich einmalig. Schon der Beginn in dem er aus dem Nichts auftaucht, in die Stadt reitet und dort erstmal drei Halunken niederschießt, die ihm Ärger machen wollen und im Anschluss eine Frau vergewaltigt zeigt in welche Richtung der Film geht. Der Fremde wird anschließend von den Bewohnern angeheuert um die Stadt vor drei Gesetzlosen zu schützen, die bald aus dem Gefängnis entlassen werden sollen. Sie gewähren ihm bei der Vorbereitung darauf freie Hand, was er immer weiter ausreizt bis die Bewohner sich nicht mehr sicher sind ob sie richtig gehandelt haben. Der Fremde hat dafür allerdings seine ganz eigenen Gründe, denen sich die Bewohner noch nicht bewusst sind…
Vor allem das Finale in der gänzlich rot angemalten Stadt ist wirklich grandios geworden. Wie Eastwood seine Rache bekommt während die Stadt bei Nacht in Flammen steht und dabei die unheimliche Musik ertönt ist wirklich beeindruckend. Die deutsche Tonfassung wird übrigens in der Schlussszene auf dem Friedhof seiner Mystery-Komponente beraubt woran die Story an Intensität verliert.
Auch beim wiederholten Male macht der Film immer wieder Spaß und ich denke Italowestern-Fans können hiermit auf keinen Fall was falsch machen. Gerade diejenigen die ihre Italowestern gerne kompromisslos, düster und knallhart mögen werden auf ihre Kosten kommen. Wer nach der Dollar-Trilogie nicht weiß welchen Eastwood-Western er als nächstes anschauen sollte, kann meiner Meinung nach bedenkenlos zu dem hier besprochenen Film greifen, denn er ist eine prima Ergänzung dazu. Ich vergebe hierfür jedenfalls dicke 9/10 Punkte und werde in den nächsten Tagen auch noch einmal “Ein Fressen für die Geier“ anschauen, der allerdings in eine ganz andere Kerbe schlägt.


#212 “Ein Fressen für die Geier“ wurde von Don Siegel inszeniert, dem wir einige tolle Filme zu verdanken haben, wie zum Beispiel “Dirty Harry“ oder “Flucht von Alcatraz“ bei denen Clint Eastwood die Hauptrolle gespielt hat. Auch in dem hier besprochenen Film können wir uns über Eastwood freuen, der hier allerdings in Begleitung von Shirley MacLaine ist. Die beiden ungleichen Hauptcharaktere führt ihr gemeinsamer Weg quer durch Mexiko und dabei sind einige Auseinandersetzungen vorprogrammiert was äußerst amüsant anzusehen ist. Somit steht auch die Stoßrichtung des Films fest, denn wir haben es hier mit keinem bierernsten Western zu tun sondern mit einem Feel-Good-Movie, welches sich perfekt für einen entspannten Sonntag nachmittag eignet.
Handwerklich gibt es an dem Film absolut nichts zu bemängeln, denn musikalisch bekommen wir niemand geringeren als Ennio Morricone geboten, der hier wie zu erwarten eine schöne Stimmung aufbauen kann. Auch optisch bekommen wir wunderschöne Aufnahmen von Mexiko zu sehen, die von der Kamera wunderbar eingefangen werden. Alles im Film wirkt einfach sehr professionell und man merkt einfach, dass das Budget da war um einen guten Film zustande zu bringen.
Was mich an den Film allerdings gestört hat war die fehlende Action was vor allem im Mittelteil besonders auffällt, denn hier machen sich einige Längen bemerkbar. Dafür ist der Beginn äußerst gelungen, bei dem man die beiden Hauptcharaktere kennenlernt und ihre Reise allmählich Fahrt aufnimmt. Ebenfalls sehr stark ist das bleihaltige Finale in dem wir viele Explosionen und Leichen zu sehen bekommen.
“Ein Fressen für die Geier“ ist ein guter und unterhaltsamer US-Western, dem man seine Vorbilder aus Italien zu jeder Zeit anmerkt. Die Längen im Mittelteil sind zu verschmerzen, denn auch in diesem Teil des Films gibt es genug zu sehen was den Zuschauer bei Laune halten kann. Dennoch muss ich sagen, dass hier nicht das hohe Niveau der Dollar-Trilogie oder auch von “Ein Fremder ohne Namen“ erreicht werden kann. Ich würde dem Streifen gute 7/10 Punkte geben und auch hier eine Empfehlung aussprechen für diejenigen, die mal einen Blick in Richtung US-Western werfen wollen ohne dabei den Italowestern komplett aus den Augen zu verlieren. Jedoch sollte man auch offen sein für Western mit Comedy-Einschlag, denn hier geht es nicht die ganze Zeit über knallhart zu, sondern es wird viel Zeit in den sympathischen Schlagabtausch zwischen Eastwood und MacLaine gesteckt.


#213 “Silbersattel“ ist der dritte und letzte Italowestern von Lucio Fulci, nach dem hervorragenden “Django - Sein Gesangbuch war der Colt“ und dem ebenfalls gelungenen “Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben“. Bei “Silbersattel“ hatte ich immer ein wenig Angst ihn mir anzuschauen, da ich oft gelesen habe, dass der Film sehr kitschig sein soll, was mir eigentlich nie wirklich zusagt. Dennoch gibt es auch einige Stimmen, die dem Film einiges abgewinnen konnten und schließlich hat dann doch meine Neugierde gesiegt und ich habe ihn mir einfach mal spontan bestellt. Vor allem weil ich auch ein großer Fan der späten Italowestern bin, wie zum Beispiel “Keoma“, “Der Mann aus Virginia“, “Mannaja“ oder eben “Verdammt zu leben - Verdammt zu sterben“. Übrigens handelt es sich bei “Silbersattel“ meines Wissens nach sogar um den letzten echten Italowestern, einem Genre welches im Jahre 1964 das Licht der Welt erblickte und 1978 mit dem hier besprochenen Film sein Ende fand.
Wie dem auch sei entgegen meiner Befürchtungen muss ich sagen, dass mir der Film ganz gut gefallen hat. Schon allein aus produktionstechnischer Hinsicht merkt man, dass der Film in der oberen Liga mitspielt. “Silbersattel“ sieht optisch ansprechend aus und auch von der Musik her gibt es nichts zu beanstanden. Es passt einfach alles sehr gut zu der Stimmung die der Film aufbaut. Man merkt sofort, dass man es hier mit einem Italowestern aus der Spätphase zu tun hat, was auf jeden Fall ein gutes Zeichen ist.
Auch die Actionszenen machen Spaß und verteilen sich sehr schön über die Laufzeit des Films. Es gibt einige Szenen die wirklich gut gelungen sind. Vor allem die erste halbe Stunde ist wirklich richtig stark geworden, doch mit dem Auftauchen des kleinen Jungen wandelt sich die Stimmung. Von nun an ist der Junge sowas wie ein ständiger Begleiter des Hauptcharakters, was manchmal wirklich nervig sein kann. Ich denke aber das ist alles noch im Rahmen des Erträglichen, wobei ich mir gewünscht hätte, dass der Junge eine nicht ganz so gewichtige Rolle einnimmt. Die Hauptrolle spielt übrigens Giuliano Gemma, der routiniert seinem Charakter Leben einhauchen kann. Dennoch werde ich mit ihm einfach nicht richtig warm wie ich schon mehrfach an anderer Stelle erwähnt habe.
Obwohl der Film nicht die hohe Qualität der Anfangsphase über die gesamte Spielzeit halten kann ändert dies nichts daran, dass es sich um einen interessanten Beitrag zum Genre handelt. Leider gibt es zwischendrin zu viel Leerlauf aufgrund des kleinen Jungen, der einfach in dieser Form nichts in einem Italowestern zu suchen hat. Es raubt einem solchen Film einfach die Glaubwürdigkeit meiner Meinung nach. Nichtsdestotrotz wurde ich ansprechend unterhalten und bin froh dem Film eine Chance gegeben zu haben, denn die positiven Aspekte überwiegen weitestgehend. Ich würde “Silbersattel“ jedenfalls mit guten 6,5/10 Punkten bewerten. Die anderen Italowestern aus der Spätphase des Genres die ich zu Beginn aufgezählt habe haben mir allerdings eine ganze Ecke besser gefallen.


#214 “The Stranger And The Gunfighter“ oder “In meiner Wut wieg‘ ich vier Zentner“ wurde von Antonio Margheriti gedreht, der unter anderem auch die beiden starken Italowestern “Fünf blutige Stricke“ und “Satan der Rache“ inszeniert hat.
Es handelt sich hierbei um einen Eastern-Meets-Western-Film, wie bei “Der Mann mit der Kugelpeitsche“, “Der Schrecken von Kung Fu“ oder auch “Rivalen unter roter Sonne“, die mir allesamt gut gefallen haben. Interessant ist auch die Tatsache, dass der hier besprochene Film von der Produktionsfirma Shaw Brothers ermöglicht wurde. Dies ist glaube einzigartig im Genre des Italowestern.
Im Film geht es um einen Kung-Fu-Kämpfer (Lo Lieh), der in den Wilden Westen kommt um die Reichtümer seines verstorbenen Onkels zurück nach China zu bringen. Unterstützung erhält er dabei von einem Revolverhelden gespielt von Lee Van Cleef. Im Prinzip suchen die beiden nach vier Ärschen, bzw. den sich darauf befindenden Tattoos, die den Weg zu dem Vermögen offenbaren sollen. Daraus ergeben sich ein paar recht lustige Situationen. Sowieso handelt es sich hier um ein Buddy-Movie mit einer guten Prise Humor.
Der Film ist bisher komplett an mir vorbei gegangen. Ich kannte zwar den Titel “In meiner Wut wieg‘ ich vier Zentner“, hatte allerdings keine Ahnung was sich dahinter verbirgt. Wenn ich mich nicht täusche gab es bis jetzt auch noch keinen Thread zu dem Film.
Meiner Meinung nach ist der Streifen recht unterhaltsam, auch wenn ich die anfangs von mir erwähnten Filme etwas besser finde als diesen hier. Wer im Bereich des Italowestern ein Herz für Eastern-Meets-Western-Crossover hat sollte definitiv mal einen Blick riskieren. Ich halte eine Wertung von 6,5/10 Punkten für eine angemessene Wertung.

Meine Antonio Margheriti-Reihenfolge:

1. Fünf blutige Stricke
2. Satan der Rache
3. The Stranger And The Gunfighter
4. Vier Halleluja für Dynamit Joe

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