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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE BLUTJUNGEN LIEBESSCHÜLERINNEN - Jean-Marie Durand
PostPosted: 06.01.2019 13:26 
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Le professeur d'amour
(Die blutjungen Liebesschülerinnen / Blutjunge Liebesschülerinnen / Lusthotel)
Frankreich 1981 - Directed by Jimmy Braggett (= Jean-Marie Durand)
Starring: Alban Ceray, Brigitte Verbecq, Dominique Saint Claire, Gil Lagardère, Ingrid Chorey, Patrick Grondelbeck, Sylvie Duverne...


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Juliette: "Ich fahre mit ihm in den Urlaub, und plötzlich kommt seine Alte angewackelt. So eine Scheiße!"

Juliette (Dominique Saint Claire) ist entrüstet, und das völlig zurecht. Da gönnt frau sich endlich mal einen schönen, entspannten Urlaub in Israel, gesponsert vom (und zusammen mit dem anderweitig vergebenen) Geschäftsmann Georges (Alban Ceray), und dann steht auf einmal dessen Herzblatt Janine (Brigitte Verbecq), eine erfolgreiche Anwältin, vor der Hotelzimmertür, und vorbei ist es mit der Gaudi. Janine hat sich vor dem spontanen Abflug noch ordentlich vom Zuhälter Alain (Gil Lagardère) durchorgeln lassen, dem sie - wie es der Zufall so will - prompt im selben Hotel wieder begegnet, in dem auch ihr Schatz abgestiegen ist. Alain macht dort Urlaub mit seiner Cousine Marie (Sylvie Duverne), einer "Gunstgewerblerin", die trotz des Verwandtschaftsverhältnisses auch seine Flöte polieren darf. Und dann ist da noch das engagierte Zimmermädchen Alice (Ingrid Chorey), die sich sehr um das Wohl der Gäste bemüht und gerne das neue Pferdchen in Alains Stall wäre. Ihre erste Begegnung verläuft schon mal vielversprechend.

Alice: "Kann ich Ihnen helfen, junger Mann?"
Alain: "Ja, ich suche die Maniküre."
Alice: "Tut mir leid, die ist noch nicht da."
Alain: "Darf ich mich setzen?"
Alice: "Natürlich!"
Alain: "Verzeihung, aber ich hab' es ziemlich eilig. Könnten Sie mich nicht fertig machen?"
Alice: "Ich werd's versuchen."
[Macht ihm die Haare.]
Alain: "Könnten Sie mir auch die Nägel machen?"
Alice: "Ich werd's versuchen."
[Macht ihm die Nägel.]
Alice: "Bitte sehr."
Alain: "Danke. Und jetzt möchte ich, daß Sie mir einen blasen!"
Alice: "Ich werd's versuchen."
[Alice erledigt die Aufgabe mit Bravour.]


Le professeur d'amour ist ein humorvoller Ferkelfilm aus Frankreich, geschrieben von Maurice Cury (Road to Salina) und inszeniert von Jean-Marie Durand unter dem Pseudonym Jimmy Braggett. Durand ist Freunden der französischen Phantastik kein Unbekannter, ist er doch als Antoine in Jean Rollins Le frisson des vampires (Sexual-Terror der entfesselten Vampire, 1971) zu sehen. Seine Regiearbeit Le professeur d'amour ist aus mehreren Gründen gelungen. So verströmt der Streifen ein lockeres, sehr angenehmes Urlaubs-Flair, punktet mit überraschend viel Lokalkolorit, begeistert (in der deutschen Fassung) mit vielen pfiffig-witzigen Dialogen und erfreut das Auge mit hübschen Frauen, die selten bekleidet sind. Das wichtigste für einen Film dieser Art ist jedoch, daß er obendrein anregend bzw. erregend ist, daß er die Lust auf etwas Zeit zu zweit, also auf eine zünftige Schnackslerei, weckt. Da bekommt man(n) echt Bock, den Lurch zu versenken, den Docht reinzuhängen, das Würstchen zu verstecken, et cetera pp.

Außerdem ist ziemlich offensichtlich, daß die Beteiligten vor der Kamera jede Menge Spaß hatten. Das zeigt sich nicht nur an den diversen, abwechslungsreichen Sexszenen, sondern auch am launigen Umgang miteinander. Die sind allesamt zwar keine schauspielerischen Leuchten - tatsächlich spielen sie phasenweise haarsträubend schlecht -, aber in Kombination mit den Dialogen entsteht eine coole Camp-Stimmung, weshalb man auch nicht über die Unfähigkeit der Darsteller lacht, sondern mit ihnen schmunzelt. Überhaupt ist der Schmunzelfaktor enorm hoch, was folgende Szene schön veranschaulicht. Georges begattet im Badezimmer sein holdes Weib von hinten, als plötzlich und ohne anzuklopfen Alice hereinschneit und fragt. "Hallo, kann ich Ihnen helfen? Ach so, Sie ficken!" Georges parkt sofort aus, dreht sich um und spritzt ihr mitten ins Gesicht. Ein gefakter Cumshot, schließlich ist es kaum möglich, auf eine Distanz von geschätzten zwei Metern so perfekt zu treffen. Egal, Georges ist beschämt und meint:

"Entschuldigung, aber ich konnte den Schuß einfach nicht mehr länger zurückhalten. Es ist mir noch nie passiert, sowas. Tut mir sehr leid."

Alice steht da wie ein begossener Pudel und guckt ihn mit einem putzigen Gesichtsausdruck an, als ob die Sache keine Rede wert wäre, weil ihr das sowieso jeden Tag ein paar Mal passiert und sie sich schon längst daran gewöhnt hat. Dazu Georges' linkische Entschuldigung und sein flinkes Handeln, indem er ihr das Malheur mit einem Handtuch wegwischt. Eine gar köstliche Sequenz, bei der ich Tränen gelacht habe. Darüber hinaus bekommt man auch auf dem verbalen Sektor einiges geboten. Als der Page beim Bumsen überrascht wird, sagt er höflich: "Entschuldigen Sie vielmals, aber ich muß nur noch schnell abspritzen." Der verstimmte Georges schnauzt seine Frau, die ihn sanft streichelt, ungehalten an: "Ach, nun nimm doch Deine Flossen weg!" Und auch Janine reagiert erbost, als Alain seine Absichten - "Ich möchte Sie mal wieder richtig schön durchficken" - äußert: "Verpiß Dich, mein Freund, sonst kriegst Du Ärger." Woraufhin er schlagfertig und nicht ganz gentlemanlike erwidert: "Hau ab, Du ausgefranste Nudel!"

Bevor ich zum Ende komme, das, nebenbei bemerkt, ebenfalls eine Klasse für sich ist, möchte ich noch erwähnen, daß Jacques Chaumelles Easy-Listening-Score das Geschehen angenehm untermalt, daß die Schambehaarung der Ladies ausgelassen wuchert, und daß die Damen sowohl eine sympathische, als auch eine erotische Ausstrahlung besitzen, was den Umstand, daß sie allesamt keine klassischen Schönheiten sind, locker wettmacht. Meine Favoritin ist Ingrid Chorey, die einfach dieses gewisse Etwas hat, um mich ganz wuschig zu machen. Le professeur d'amour ist ein Porno der kurzweiligen Art, spritzig, amüsant, sexy, nicht ohne Charme und mit Retro-Touch. Ein idealer Antörner für Pärchen, welche eine launige Geschichte mit abwechslungsreichem Sex der heutzutage üblichen endlosen Matratzenakrobatik vorziehen. Nun aber zum trefflichen Ende, das auf den ersten Blick wahrlich nichts Besonderes ist, das aber mit großer Freude völlig vergeigt wurde (vor allem von Dominique Saint Claire), weshalb es nicht die Bohne überzeugt.

Juliette (aufgebracht): "Und was willst Du tun, entscheide Dich endlich!"
Georges (süßholzraspelnd): "Meine kleine Juliette, nichts wird mich mehr von Dir abbringen."
Juliette (skeptisch): "Ehrlich?"
Georges (entschlossen): "Ich haue ab mit Dir!"
Juliette (überrascht): "Oh!"
Georges (einen Schlußstrich ziehend): "Ich hab' die Schnauze hier gestrichen voll."
Juliette (Glück vortäuschend, auf eine Weise, die man gesehen haben muß, sonst glaubt man es nicht): "Ah, wirklich? Wie schön."
Georges (auffordernd): "Komm, wir gehen."


Und exakt das tun sie dann auch.
That's all Folks!

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 Post subject: Re: DIE BLUTJUNGEN LIEBESSCHÜLERINNEN - Jean-Marie Durand
PostPosted: 06.01.2019 21:09 
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Danke für diese köstliche Vorstellung dieser, wie ich feststellen mußte, mir unbekannten Mike-Hunter-Perle. 8-)

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