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 Betreff des Beitrags: ZHONG HUA ZHANG FU - Liu Chia-Liang
BeitragVerfasst: 10.01.2019 17:46 
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ZHONG HUA ZHANG FU
Englischsprachiger Titel: HEROES OF THE EAST
Hong Kong 1978

Regie: Liu Chia-Liang
Darsteller:
Gordon Liu Chia-Hui,
Yuko Mizuno,
Yasuaki Kurata,
Cheng Kang-Yeh

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Gordon Liu spielt hier den jungen Ho Tao, einen begeisterten Studenten der chinesischen Kampfkunst. Parallel dazu ereignet sich aber auch, dass er mit einer jungen Japanerin verheiratet wird, die ebenfalls die unterschiedlichsten Kampftechniken beherrscht – allerdings: die der japanischen Kultur. Dies bringt das Problem mit sich, dass die Ehepartner sich zunehmend heftiger darüber streiten, ob jetzt die chinesische oder die japanische Kampfkunst vorzuziehen sei. Das Paar verfängt sich dahingehend nicht nur in verbalen Streit, sondern wird regelrecht „handgreiflich“. Daraus folgt, dass die verärgerte Braut zurück nach Japan reist und ihre Ehe aufgeben will. Ho Tao verfällt deshalb auf die List, einen Wettkampf zwischen den zwei Kampfkünsten vorzutäuschen, damit die Japanerin, die so fanatisch ihre Seite verteidigt, wieder zu ihrem Ehemann nach China zurückreist. Als sie allerdings den Brief mit der vorgetäuschten Herausforderung erhält, ist auch Takeno, ein japanischer ninjutsu-Experte, anwesend, der sich ebenso von der chinesischen Einladung herausgefordert fühlt. Zusammen mit seinem Meister und weiteren Kampfspezialisten fährt Takeno umgehend nach China, um die Ehre Japans zu verteidigen. Ho Tao, der eigentlich nur seine Frau zurückhaben wollte, sieht sich nun dieser kampfbereiten Gruppe aus Japan gegenübergestellt. Welches Land wird als Sieger hervorgehen? Welche Kampfstile sind besser?...

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Die Antwort hierauf, welches Land nun die effektiveren Kampfstile besitzt, kann man sich natürlich bei diesem Shaw-Brothers-Film aus den späten 70er Jahren schon im Vorfeld denken. Im Kosmos des Martial-Arts-Films chinesischer Prägung enden die kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern zumeist eindeutig auf chinesischer Seite. Werke wie etwa FIST OF FURY oder der unglaublich Action-reiche FIVE ELEMENT NINJAS können dies beispielhaft veranschaulichen. Dennoch stellt sich der Länderkonflikt in ZHONG HUA ZHANG FU deutlich anders dar. Länderübergreifend sollte der Sportsgeist sein, die Philosophie, die hinter dem Kämpfer steckt. Diesbezüglich fokussieren sich die Kampfchoreographien nicht auf blutige Actionsequenzen. Die Darstellung der diversen Kampftechniken und der spezifisch eingesetzte Stil der zahlreichen Waffen ragen bei der Inszenierung Liu Chia-Liangs abwechslungsreich hervor. Der Regisseur tritt sogar selbst in einer kleinen Nebenrolle als betrunkener Meister auf, um den chinesischen „drunken“-Stil vorzustellen, den Ho Tao dann anschließend für seinen Kampf kopiert. Gleichfalls hat man anfangs den Eindruck, als ob der Film eher in Richtung einer Komödie sich entwickeln würde. Die Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten beginnen recht humoristisch, werden zunehmend ernsthafter, und sind letztlich aggressiv. Dieser ernsthaft aggressive Ton bestimmt dann auch das Verhalten der angekommenen Japaner, die ihr Können als japanische Kampfkünstler mit allen Mitteln unter Beweis stellen wollen. Dies merkt Ho Tao vor allem dann, wenn es zur letzten Etappe der Kämpfe kommt: zum Wettkampf mit dem Ninja Takeno, dem jeder Trick recht zu sein scheint – geht es doch ums Siegen. Somit setzt sich ZHONG HUA ZHANG FU hauptsächlich aus den unterschiedlichsten Kampfepisoden zusammen. Man kann diese Plot-Struktur sicherlich mit DIE 36 KAMMERN DER SHAOLIN (1978) vergleichen – mit dem großen Kinoerfolg, der ebenso von Liu Chia-Liang gedreht worden ist und mit Gordon Liu besetzt wurde. Dort sind es einzelne Trainingskammern im Shaolin-Kloster, die sukzessive den kämpferischen Horizont des Hauptcharakters erweitern, während es in ZHONG HUA ZHANG FU die einzelnen Kampftechniken und Waffen der zwei Länder sind, die sich gegenüberstehen. Shaw-Brothers-Spezialisten müssten bewerten, inwieweit man ZHONG HUA ZHANG FU oder auch die 36 KAMMERN einer eher „realistischeren“ Strömung im Genre zurechnen könnte, einer, bei der vor allem die Kampfkunst selbst im Zentrum steht und weniger übernatürliche Sprünge und spektakuläre Kampfszenen, die mit Hilfe von Seilkonstruktionen zustande gekommen sind (was ich aber sehr mag). Gordon Liu jedenfalls kann in ZHONG HUA ZHANG FU vollauf überzeugen – auch wenn ich nichts von asiatischer Kampftechnik verstehe, finde ich das Dargebotene sehr eindrucksvoll, was jetzt die Körperbeherrschung während der Kämpfe betrifft. Auch spielt Gordon Liu hier einmal nicht den Shaolin-Mönch – dies eine Rolle, auf die er nach den 36 KAMMERN festgelegt wurde (mein Tipp hier: der doch recht abseitige LEGENDARY WEAPONS OF CHINA von 1982, wo es unter anderem auch um „mentales“ Kung Fu geht). Also mein Fazit: Die HEROES OF THE EAST sollte man sich als Fan der Shaw Brothers unbedingt ansehen…


(Bildquelle: imdb.com)

Trailer:
youtu.be Video From : youtu.be


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