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 Betreff des Beitrags: Psycho IV - The Beginning (1990)
BeitragVerfasst: 03.02.2019 15:33 
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Anthony Perkins

PSYCHO IV - THE BEGINNING

● PSYCHO IV - THE BEGINNING (US|1990) [TV]
mit Olivia Hussey, CCH Pounder, Warren Frost, John Landis, Donna Mitchell, Ryan Finnegan und Henry Thomas
eine Produktion der Universal Television | Smart Money Productions
ein Film von Mick Garris


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»Der beste Freund ist die Mutter...«

Als die Radio-Moderatorin Fran Ambrose (CCH Pounder) gerade mit ihrer Show "Talk of the Town" zum Thema Matrizid auf Sendung ist, meldet sich ein Anrufer, der sich Ed nennt und live davon berichtet, dass er dem Zwang unterliegt, bald wieder morden zu müssen. Die detaillierte Berichterstattung des Anrufers über seine von ihm getötete Mutter (Olivia Hussey) legt dem in der Sendung anwesenden Psychiater Dr. Richmond (Warren Frost) die Vermutung nahe, dass es sich beidem anonymen Talk-Gast um den mittlerweile rehabilitierten Massenmörder Norman Bates (Anthony Perkins) handelt, den er vor etwa dreißig Jahren selbst begutachtete. Die Ankündigung Normans versetzt die Runde in helle Aufregung und man versucht herauszufinden, wie ein weiteres Unglück noch in letzter Minute verhindert werden kann...

"Psycho IV - The Beginning" wurde seinerzeit für das amerikanische Fernsehen produziert und ist erstmals nicht als direkte Fortsetzung der im Jahr 1960 gestarteten Chronologie des Grauens anzusehen. Das clevere Konzept dieses vier Jahre nach dem dritten Teil entstandenen Films bedient sich vor allem des Stilmittels von breit ausbuchstabierten Rückblenden, die Themenbereiche ansprechen, die zuvor höchstens angedeutet wurden, beziehungsweise der Fantasie des Zuschauers überlassen waren. Der Verlauf verlässt sich primär auf drei Eckpfeiler, bestehend aus den Schilderungen rund um die Vergangenheit, Normans privates Umfeld und der damit verbundenen Situation, außerdem der Radiosendung "Talk of the Town". Interessant bei dieser Variante der Erzählung ist, dass der vierte Teil es nur bedingt schafft, für das Verständnis gegenüber Norman Bates zu sorgen, welches die Vorgänger spielend kreieren konnten, da mehr auf diskretere Tragik gesetzt wurde. Des Weiteren kommt es unter Mick Garris Regie zu einer Reihe von Formfehlern, die sich nicht mit den Schilderungen aus den vorhergegangenen Teilen decken, was durch die sehr hohe Unterhaltsamkeit allerdings kompensiert werden kann. Die Hintergründe aus Normans Jugend stellen die spektakulärsten Inhalte von "The Beginning" dar, die aufgrund der intensiven Bebilderung sowie einiger introvertierter bis exaltierter Charaktere packen können. Eigenartigerweise wird die Spannungskurve immer wieder durch Perkins selbst unterbrochen, da sich erstmals eine gewisse Vorhersehbarkeit einschleicht, was jedoch nur auf die aktuellen Geschehnisse bezogen ist. Das Verwenden vieler Bindeglieder zur Vergangenheit beschert dem vierten Teil eine angemessene Strahlkraft, und für TV-Verhältnisse kann sich "Psycho IV" durchaus sehen lassen. In darstellerischer Hinsicht bekommt man sehr ansprechende Leistungen geboten, die sich vor allem in den Sequenzen der Rückblenden finden lassen. Hier zu erwähnen sind vor allem Olivia Hussey und Henry Thomas, die das vollkommen gestörte Mutter-Sohn-Verhältnis mit Hingabe, überaus irritierend und weitgehend glaubhaft über die Bühne bringen.

Für die Darstellung des jungen Norman Bates scheint Henry Thomas wie geschaffen zu sein, denn er wirkt wie ein machtloser Spielball der psychischen Instabilität und Stimmungslabilität seiner eigenen Mutter, die wiederum von Olivia Hussey unbequem, temperamentvoll und unberechenbar gezeichnet wird. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn nimmt teilweise abenteuerliche Konturen an, trägt aber zum Verständnis und vielleicht auch ein Stück weit zur Existenzberechtigung dieses erneuten Flicks bei, der sich zwar problemlos selbst neu erfindet, aber nicht an die Dichte und Qualitäten der Vorgänger heranreicht, was vielleicht auch naturgemäß so sein muss. Erwähnenswert ist des Weiteren die sympathische Performance von CCH Pounder, die als verständnisvolle Zuhörerin fungiert und dem Zuschauer Informationen beschert. Zwar wirkt sie so, als sei sie schon seit Jahren nicht mehr aus ihrem Studio herausgekommen und dementsprechend in einem Tunnel der Überambitioniertheit gefangen zu sein, aber sie funktioniert als wichtiges Bindeglied innerhalb der verschiedenen Handlungsstränge. Anthony Perkins Mitwirkung kann zunächst einmal als Muss bezeichnet werden. Dem Empfinden nach geht sein Auftritt aber auch nicht über diese Grenze hinaus, da er anderen das Feld überlassen muss, und er zugunsten der Dramaturgie in ein einseitiges Set eingeschnürt ist, aus dem nur gegen Ende herauszubrechen ist, um schließlich seichten TV-Seelenbalsam zu kolportieren. Unterm Strich schafft es "Psycho IV" nicht lückenlos, den Zuschauer bedingungslos auf seine Seite zu ziehen, da einfach zu viele vorgefertigte Wertungen zu finden sind. Kein anderer Teil versuchte dem Zuschauer in derartiger Art und Weise das Denken abzunehmen, was einfach nicht spurlos am Interessenten vorbeigehen kann, da sich die gewohnt-mysteriöse Spannung und das Unergründliche nicht durchgehend intensiv aufbaut. Dennoch bleibt zu erwähnen, dass "Psycho IV - The Beginning" einen ordentlichen Achtungserfolg, oder eher einen Arbeitssieg verbuchen kann, denn die kurzweilige Geschichte weiß in ausreichender Manier zu überraschen und daher insgesamt gut zu unterhalten. Ein geplanter fünfter Teil hatte sich übrigens mit dem Tod von Hauptdarsteller Anthony Perkins im Jahr 1992 zerschlagen.


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 Betreff des Beitrags: Liebesgrüße aus Moskau (1963)
BeitragVerfasst: 06.02.2019 14:05 
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Sean Connery

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● FROM RUSSIA WITH LOVE / JAMES BOND 007 - LIEBESGRÜẞE AUS MOSKAU (GB|1963)
mit Daniela Bianchi, Pedro Armendáriz, Robert Shaw, Bernard Lee, Eunice Gayson, Walter Gotell, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn,
Francis de Wolff, George Pastell, Nadja Regin, Anthony Dawson, Vladek Sheybal, Martine Beswick, Hasan Ceylan und Lotte Lenya
eine Produktion der Eon Productions | im Verleih der United Artists
Ein Film von Terence Young


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»Russische Uhren gehen immer richtig!«

Die geheime Verbrecherorganisation "Phantom" will sich für den Tod ihres strategischen Partners "Dr. No" rächen und gleichzeitig soll der Sowjetunion eine neuartige Dechiffriermaschine entwendet werden, um sie wieder für ein Vielfaches des Preises an sie zurück zu verkaufen. Des Weiteren rekrutiert die Organisation Rosa Klebb (Lotte Lenya), die ehemalige Chefin des sowjetischen Geheimdienstes, um das Vorhaben voranzutreiben. Ihr unterstellt ist die Dechiffrier-Expertin Tatiana Romanova (Daniela Bianchi), der man vortäuscht, dass sie ihren Auftrag für ihr Mutterland erfülle. Tatiana soll eine Affäre mit James Bond (Sean Connery) eingehen, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Anvisiert ist nicht nur die Erfüllung des Plans der Verbrecherorganisation, sondern gleichzeitig die Beseitigung James Bonds...

"Liebesgrüße aus Moskau" ging im Jahr 1963 als zweiter Vertreter der Bond-Reihe an den Start und konnte international große Erfolge verbuchen. Mit einem Produktionsbudget von etwa 2 Millionen US-Dollar konnte der Film beinahe das vierzigfache seiner Kosten wieder einspielen und dokumentiert nicht zuletzt deswegen, dass die Zeit genau richtig für derartig aufwändige, aber ebenso leichtfüßige Geheimagenten-Thriller war. Die seinerzeit brandaktuelle Thematik rund um Spionage und Manipulation durch Geheimdienste wirkt auch heute noch sehr ansprechend und spannend umgesetzt, wenngleich sich Terence Youngs Beitrag mit ein paar Längen auseinanderzusetzen hat, die allerdings nicht gravierend ins Gewicht fallen, da Sequenzen abgehandelt werden, die einen sorgsam durchdachten Aufbau unterstreichen. Eine prominente Rolle nimmt die Verbrecherorganisation "Phantom" ein, die gleichzeitig auch die Schachfiguren in diesem tödlichen Spiel rekrutiert und stellt. Der Kopf des Ganzen bleibt dabei weitgehend ohne physisches Profil und es ist hauptsächlich seine fordernde Stimme zu hören, die in der englischen Sprachversion vom Österreicher Eric Pohlmann übernommen wurde und um einiges nachhaltiger wirkt, als in der deutschen. Nichtsdestotrotz scheint dieser Unbekannte gnädiger mit seiner Katze umzugehen, als mit Untergebenen, falls sie seine Befehle nicht, oder nur halbherzig ausführen. Die Geschichte rund um die gestohlene Lector erscheint auf den ersten sowie den zweiten Blick etwas unspektakulär zu sein, jedoch ergeben sich genau hieraus die Zusammenhänge und wichtigen Handlungsstränge. So kommt die Story ganz natürlich ins Rollen, sodass bei dieser Gelegenheit alle wichtigen Charaktere vorgestellt werden können.

Das halsbrecherische und mörderische Tauziehen um die bessere Position gestaltet sich hoch interessant, denn sowjetische Härte, britischer Esprit und exotische Würze finden sich zusammen. Hinzu kommen beeindruckende Schauplätze und nette Spielereien aus dem obligatorischen Bond-Repertoire, was der Geschichte, die sich dem Empfinden nach sehr nah an der Realität abspielt, erinnerungswürdige Konturen verleiht. Mit Sean Connery ist der Mann der ersten Stunde zu sehen, und bereits hier zeichnet sich ganz deutlich ab, dass er mit jedem seiner Auftritte wachsen konnte. James Bond ist erwartungsgemäß mit allen Wassern gewaschen. Typische Charakteristika wie die schnelle Kombinations- und Auffassungsgabe, eine übernatürliche Cleverness und eine gute Portion Kaltschnäuzigkeit eines echten Gentleman lassen den Zuschauer gebannt dabei zusehen, wie 007 einen Kontrahenten nach dem anderen ausschalten kann, selbst wenn es zu überaus bedrohlichen Phasen kommt, in denen andere längst umgekommen wären. An seiner Seite ist Daniela Bianchi zu sehen, die mit "Ließesgrüße aus Moskau" ihren internationalen Durchbruch feiern konnte. Interessant ist übrigens die Tatsache, dass es sich hierbei um ihre erste und einzige englischsprachige Rolle handelt. Die Italienerin bringt alles mit, was der Zuschauer mit einem klassischen Bondgirl assoziiert, obwohl sie mit Reserviertheit und merklicher Unterkühltheit zu agieren hat. Dennoch stimmt der Sex-Appeal, außerdem ist eine dynamische Leistung wahrzunehmen, die bestimmt in Erinnerung bleiben wird. Ebenso erwähnenswert sind Robert Shaw und Lotte Lenya, die brandgefährlichen Figuren der Gegenseite, die sich buchstäblich jenseits von Gut und Böse bewegen.

Insbesondere die Wahl-Amerikanerin und gebürtige Wienerin Lotte Lenya stellt quasi eine Art Prototyp der aggressivsten Sorte dar, für die Moral und Sentimentalität Fremdwörter zu sein scheinen. Als hochkarätig abgeworbene Geheimdienstfunktionärin der Sowjets, liefert sie als Rosa Klebb eine Performance, die in die James-Bond-Geschichtsbücher eingehen sollte; eine Darbietung, die an Boshaftigkeit und negativer Energie kaum zu überbieten ist. In der selben Liga spielt der Brite Robert Shaw, dessen eigene Überheblichkeit und Verachtung ihm in hoch intensiven Sequenzen zum Verhängnis werden wird. Exzellente Interpreten staffieren den Verlauf bemerkenswert gut aus, erhalten jedoch nicht den Raum, um der Titelfigur das Wasser abgraben zu können. "Liebesgrüße aus Moskau" verfügt insgesamt über einen klar definierten Aufbau, der oftmals wie eine chronologische Abhandlung wirkt. Zahlreiche Stolpersteine lassen zwar nie das Gefühl aufkommen, dass es für den Geheimdienst Ihrer Majestät unlösbar schwierig werden könnte, allerdings bewegen sich Gut und Böse über lange Zeit auf Augenhöhe, da viele positiv angelegte Personen das Zeitliche segnen müssen. Die Gefahr bekommt stets die passenden Gesichter, doch diese hängen nur wie Marionetten an den Fäden, die im Hinterhalt bedient werden. Das perfide Phantom bleibt spannungsfördernd im Hintergrund positioniert und demonstriert hin und wieder seine Macht und Verworfenheit, was sehr gut anzukommen weiß. Terence Young pflastert den Weg zum großen Finale mit vielen Leichen und empfindlich berührenden Schockmomenten, um am Ende der gelungenen Veranstaltung noch einmal giftig auftrumpfen zu können. Alles in allem handelt es sich bei Beitrag 002 um einen echten Klassiker der Reihe.


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 Betreff des Beitrags: Kennwort - Salamander (1981)
BeitragVerfasst: 07.02.2019 20:47 
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KENNWORT - SALAMANDER

● THE SALAMANDER / LA SALAMANDRA / MORRIS WEST'S THE SALAMANDER / KENNWORT - SALAMANDER (US|I|GB|1981)
mit Franco Nero, Martin Balsam, Sybil Danning, Anthony Quinn, Christopher Lee, Claudia Cardinale, John Steiner,
Anita Strindberg, Cheavon Little, Paul L. Smith, Renzo Palmer, Jacques Herlin, Fortunato Arena sowie Eli Wallach
eine Produktion der ITC | Opera Film Produzione | Orbi S.A. | im Ascot Filmverleih
ein Film von Peter Zinner


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»Ich verhelfe Ihnen zu einer präventiven Beerdigung.«

Der Tod von General Panteleone ist nur einer von mehreren prominenten Todesfällen der jüngsten Zeit, die Italien und deren Agenten in Unruhe versetzt, da mittlerweile ohne jeden Zweifel von einer Mordserie an hohen Politikern gesprochen werden kann. Am Tatort hinterlässt der mysteriöse Killer stets eine Karte mit der Zeichnung eines Salamanders. Oberst Dante Matucci (Franco Nero) soll Licht in die dunkle Angelegenheit bringen. Seine gefährlichen Ermittlungen ergeben, dass die Liquidierungsserie in direktem Zusammenhang mit der Planung eines faschistischen Staatsstreichs stehen, dem noch weitere hochrangige Personen zum Opfer fallen sollen. Im undurchsichtigen und ebenso lebensbedrohlichen Nebel von Intrigen, Mord und Verrat, versucht Dante Matucci den sogenannten Salamander zu entlarven, doch die Zeit rennt ihm davon...

Der austroamerikanische Filmeditor Peter Zinner inszenierte mit "Kennwort - Salamander" seinen einzigen Kinofilm, in dem er eine unglaubliche Vielzahl von international renommierten Stars zur Verfügung hatte. Die Geschichte um rivalisierende Geheimdienste und undichte Stellen innerhalb der jeweiligen Behörden klingt zunächst nicht besonders neu, allerdings werden einem in diesem 1981 entstandenen Beitrag keine aktuellen Balanceakte oder Relikte des Kalten Krieges aufgetischt, sondern eher mafiöse Strukturen unter der Schirmherrschaft von westlichen Geheimdiensten innerhalb Europas und insbesondere Italiens. Dem Empfinden nach mag die Beschreibung Poliziotteschi aufgrund der zeitlichen Einordnung nicht so recht zu der Geschichte passen, obwohl der Kern der Sache eigentlich doch getroffen wird. Regisseur Peter Zinner ist es insgesamt sehr anschaulich gelungen, eine packende Inszenierung auf Basis der Romanvorlage "The Salamander" des australischen Schriftstellers Morris West auszuarbeiten, und vielleicht kann gesagt werden, dass man es aufgrund des Ausgangsmaterials und des zur Verfügung stehenden Star-Aufgebots mit einer Art Selbstläufer zu tun hat. Die Geschichte beginnt rasant mit der Liquidierung eines ranghohen Offiziers, sodass den Beteiligten ein unsentimentaler Mord als plötzlicher, aber ehrenvoller Tod unter der Ausübung der Pflichten aufgetischt wird. Die potentiellen Kontrahenten werden wenig später bei seinem Begräbnis durch die Off-Stimme der Hauptperson des Szenarios vorgestellt.

Oberst Dante Matucci heftet sich somit an diesen undurchsichtigen Fall, doch er ahnt noch nicht, in welches Hornissennest er gestochen hat. Der Film widmet sich zunächst einer ausgiebigeren Vorstellung der Haupt-Charaktere, ohne dabei Zweifel entstehen zu lassen, dass sich mitunter die Crème de la Crème der Skrupellosigkeit versammelt hat und man dementsprechend auf aufwühlende Szenen gefasst sein darf. Die Geschichte hält sich recht lange mit graphischen Veranschaulichungen und Schockmomenten zurück, um zu gegebener Zeit jedoch beeindruckende Offensiven zu starten. Verschwörungstheorien nehmen Gestalt an, Freunde werden zu Feinden, die latente Gefahr eines faschistischen Staatsstreichs spitzt sich in erdrückender Weise zu, und Personen, die man gerade als Sympathieträger identifiziert hatte, springen über die Klinge. Abgesehen von den perfiden Raffinessen der Folter, der unsentimentalen Liquidation von Zeugen und Wissensträgern, sowie der Andeutung von absoluter Verworfenheit und Perversion gewisser Offiziere in diesem unliebsamen Schachspiel, ist es die Skizzierung der Tatsache, unter welcher Grundvoraussetzung gesamte Staaten durch und durch vergiftet werden können. Der Kampf erscheint beinahe aussichtslos, da ein Ungleichgewicht der Mächte präsentiert wird, was dem Empfinden nach kaum zu durchbrechen ist. Als Mann der Stunde ist Franco Nero in Bestform zu sehen, der sich gegen die drohende Gefahr auflehnt, und in dessen ungläubigen Augen sich Sadismus und Brutalität widerspiegeln.

Dabei müssen mehrere Etappen genommen werden, die im Rahmen der Dramaturgie und deren Bebilderung sehr eindringlich auf unterschiedlich intensiv ablaufenden Ebenen geschildert werden. Morde, die mit süffisantem Lächeln und sarkastischen Anmerkungen als Unfälle deklariert werden, Foltermethoden, die selbst dem Zuschauer den Verstand rauben könnten, und Geschöpfe aus Eis, unter deren unscheinbarer Hülle rostfreier Stahl zu sein scheint. Im immer rasanter werdenden Verlauf darf man sich auf sehr viel Rücksichtslosigkeit einstellen, die die temporären Erfolge von Oberst Matucci wie ein Tropfen auf den heißen Stein aussehen lassen. Eine Armee von Stars verhilft dem Verlauf neben der ohnehin sehr packenden Inszenierung zu einem besonderen Status. Ob Sybil Danning, Martin Balsam, Eli Wallach, Christopher Lee, Anthony Quinn oder beispielsweise Claudia Cardinale; jede einzelne Darbietung ist passgenau auf Überraschungen abgestimmt worden und die gerne gesehenen Darsteller bewegen sich mitunter sehr sicher auf unberechenbarem Terrain. Wenn sich die Reihen gelichtet haben, die Zusammenhänge auf dem Tisch liegen und sich die Schlinge um Oberst Matuccis Hals immer enger zuzieht, kommt der Zuschauer in den Genuss eines bedeutenden Showdowns in einer Art Amphitheater, der in dieser Form vielleicht nicht zu erwarten gewesen wäre. Der betriebene Aufwand in "Kennwort - Salamander" lohnt sich schließlich von Anfang bis Ende, und Peter Zinners Beitrag stellt sich insgesamt als faustdicke Überraschung heraus.


— ITALO-CINEMA —


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 Betreff des Beitrags: Lockvogel der Nacht (1959)
BeitragVerfasst: 11.02.2019 21:37 
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LOCKVOGEL DER NACHT

● LOCKVOGEL DER NACHT (D|1959)
mit Erika Remberg, Peter van Eyck, Peter Mosbacher, Maria Holst, Inge Egger, Eva Schreiber, Horst Naumann,
Alf Marholm, Erich Fiedler, Agnes Windeck, Gerd Frickhöffer, Erik Radolf sowie Kai Fischer und Helmut Schmid
eine Produktion der Cinelux Film | Alfa | im Verleih der Deutsche Cosmopol Film
ein Film von Wilm ten Haaf


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»Außerdem bist du kein Detektiv, sondern ein Zuhälter!«

Klaus Petzold (Peter Mosbacher) betreibt zusammen mit seinem Mitarbeiter Albert Zanecki (Alf Marholm) eine Agentur, deren Klientel ausschließlich aus scheidungswilligen Damen besteht. Falls es an Gründen bei den anvisierten Trennungen hapert, wird kurzerhand nachgeholfen. Mit ihren attraktiven Lockvögeln, Ingeborg (Erika Remberg) und Else (Kai Fischer), bringen sie die Männer der Abschussliste in kompromittierende Situationen, die zu Belastungszwecken von Petzold höchstpersönlich abfotografiert werden. Ingeborgs nächster Auftrag ist der Modehausbesitzer Amsel (Peter van Eyck), doch hier scheint die Masche nicht so reibungslos zu funktionieren wie üblich...

Film- und Fernsehregisseur Wilm ten Haaf gilt als einer der Pioniere des deutschen TV und drehte in seiner Laufbahn allerdings nur wenige Kinofilme. Sein 1959 entstandener Beitrag "Lockvogel der Nacht" wartet mit einer prominenten Besetzung und einer für die damalige Zeit handelsüblichen Skandal-Geschichte auf, die für heutige Verhältnisse sicherlich nur noch harmlos wirken will, aber gewiss nicht ohne Reiz ist. Die Story rund um die Agentur, die auf einseitig lukrative Scheidungen für sich selbst spezialisiert ist, wird mithilfe der richtigen Interpreten eingängig vorgestellt, bekommt vor allem durch Erika Remberg und Kai Fischer glaubhafte Konturen, da die Reize der Hochstaplerinnen gewinnbringend und anschaulich eingesetzt werden. Obwohl deftige Rosenkriege hier ausbleiben werden, stellt sich phasenweise doch eine gewisse Brisanz ein, vor allem wenn Inhalte der Planung aus dem Ruder laufen. Wilm ten Haaf behandelt hier ganz augenscheinlich ein Populärthema der damaligen Zeit, als männlich-weibliche Rollenverteilungen noch wesentlich klarer voneinander getrennt, vor allem aber rückständiger definiert waren. Die Rollen von Kai Fischer und insbesondere Erika Remberg wirken für heutige Begriffe wie gut konstruierte Klischees, repräsentieren für damalige Verhältnisse allerdings ein klassisches Ausbrechen aus Schablonen, da sich die Damen gegen jegliche gesellschaftliche Norm stellen und sich von ihren Auftraggebern zu dem degradieren lassen, was die Allgemeinheit über Frauen dieses Schlages zu erzählen hatte. Käufliche Animierdamen, denen noch mehr als das zugetraut wurde. Die in Anspruch nehmende Männerriege wird in diesem Zusammenhang naturgemäß ausgeklammert und von jedem Verdacht frei gesprochen, geraten sie doch in die Fänge hinterhältiger Verführerinnen, denen nur mit starren Paragraphen beizukommen ist. Der Verlauf der Geschichte ist somit sehr stark in eine gewisse Vorhersehbarkeit eingefasst worden, aber dennoch kommt es zu begrüßenswerten Intervallen.

Vor allem die Darsteller tun ihr Bestes, um für Glaubwürdigkeit, Feuer und spürbares Unbehagen zu sorgen. Erika Remberg und Peter Mosbacher werden als überzeugendes Duo integriert, die eine Masche entwickelt haben, die ihre anvisierten Opfer mit Leichtigkeit zu Fall bringen, beziehungsweise dies mit Leichtigkeit könnten. Vor allem die zu jener Zeit gut beschäftigte Österreicherin Erika Remberg zeigt eine dynamische Leistung, die trotz ihrer Anlegung Sympathie vermittelt und dabei tragische Konturen zu zeichnen versucht. Als eine Art Prototyp der halbseidenen Verführerin zeigt sie in aller Schnelle, warum sie die richtige Wahl für den attraktiven Lockvogel darstellt. Ihre weniger prominent in den Fokus gerückte Kollegin Kai Fischer tut ihr Übriges dazu. Peter van Eyck, der im Film noch vor dem Titel genannt wird, interpretiert hier lediglich die nominelle Hauptrolle, aber es ist immer wieder ein Vergnügen diesem überaus begabten Darsteller zuzusehen. Zusätzliche Darbietungen von Helmut Schmid, Alf Marholm oder Maria Holst sorgen für vertraute Eindrücke, und unterm Strich hatte Wilm ten Haaf eine sehr ansprechende Entourage zur Verfügung. Musikalisch begleitet von Peter Thomas, entstehen gut choreografierte Sequenzen, die im Rahmen des Zeitfensters keine großartigen Überholmanöver in Sachen Erotik und Provokation gestalten können, wenngleich es im Jahr 1959 stellenweise natürlich anrüchig oder sogar skandalös gewirkt haben dürfte, da schließlich eine Thematik behandelt wurde, die es zwar gegeben haben dürfte, aber über die keinesfalls gesprochen werden sollte. "Lockvogel der Nacht" bewegt sich insgesamt sehr sicher in einem gut ausbalancierten Unterhaltungsmodus, versprüht eine ausgiebige Portion biedere Erotik, und auch Krimi-Inhalte bekommen eine kleinere Bühne eingeräumt. Daher ist dieser Beitrag als weitgehend gelungen zu bezeichnen und stellt ein weiteres Beispiel dafür dar, dass das willige Werkzeug erneut ein deutlich härteres Schicksal ereilen muss, als es beim Handwerker der Fall ist.


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 Betreff des Beitrags: Hinter diesen Mauern (1966)
BeitragVerfasst: 12.02.2019 17:28 
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HINTER DIESEN MAUERN

● HINTER DIESEN MAUERN (D|1966) [TV]
mit Fritz Wepper, Barbara Schneider, Karin Kernke, Ilse Steppat, Karl John, Robert Meyn, Hermann Lenschau und Max Eckard
eine Produktion des Zweiten Deutschen Fernsehens
ein Film von Karlheinz Bieber


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»In diesem Land begnadigt man keine überführten Mörder!«

Nach rund fünfzehn Jahren erfährt Paul Burgess (Fritz Wepper), dass sein totgeglaubter Vater doch noch am leben ist und eine Haftstrafe wegen Mordes verbüßt. Paul will nicht an die Schuld seines Vaters glauben und stellt Recherchen an, obwohl seine Mutter (Ilse Steppat) strikt dagegen ist. Unmittelbar nach der verwirrenden Nachricht begibt sich der junge Mann am den Schauplatz des Verbrechens und befragt Zeugen, die seinen Vater einst schwer belastet haben. Unterstützung bekommt Paul von Lena Anderson (Barbara Schneider), die er bei seinen Nachforschungen in der dort ansässigen Bibliothek kennenlernt, doch die beiden haben gegen große Widerstände zu kämpfen, da das Aufrollen dieses alten Falles offenbar nicht in jedermanns Interesse ist...

Zahlreiche Kriminalfilme und gleich gelagerte Serien konnten im deutschen Fernsehen insbesondere in den 60er Jahren für Aufsehen sorgen, sodass es Phasen gab, in denen das Programm von Geschichten über Raub, Verbrechen und Mord dominiert wurde. Eine Vielzahl dieser TV-Produktionen wartete nicht nur mit bekannten Drehbuchautoren und Regisseuren auf, sondern verfügten in den meisten Fällen über die gleiche A-Besetzung im Kreis der Schauspieler, die in ihrer Prominenz auch oft dem Kino zur Verfügung stand. Die Beliebtheit des Krimis ist schnell über Angebot und Nachfrage, aber auch über Qualität sowie Zielgruppen erklärt. Dieser im Jahr 1966 von Regisseur und Drehbuchautor Karlheinz Bieber inszenierte Beitrag verfügt über sehr gute Grundvoraussetzungen und bietet dem Zuschauer einen schnellen Einstieg an, sodass man sich mithilfe einfachster Mittel schnell orientiert fühlt. Erste Szenen mit Hauptdarsteller Fritz Wepper und seiner Filmmutter Ilse Steppat sorgen nicht nur aufgrund des brisanten Inhalts rund um einen vermeintlichen Halbwaisen für Tempo, denn immerhin erfährt er aus dem Nichts, dass sein Vater ein verurteilter Mörder sein soll, sondern auch Steppat selbst liefert ihre bekannteste Expertise in Sachen Darbietungsstil ab. Immer wenn sich diese Frau in die Enge getrieben fühlt, wählt sie den Angriff zur Selbstverteidigung, sogar wenn es sich um ihren eigenen Sohn handelt. Dennoch liefert sie erste wichtige Teile für dieses zunächst unübersichtliche Puzzle, sodass Paul Burgess sich gezwungen sieht, auf eigene Faust zu ermitteln. Vielleicht sieht es im ersten und auch im zweiten Moment so aus, als entstehe dieser Entschluss ausschließlich über eine Art Intuition, doch wenn es so gewesen sein soll, trügt sie ihn nicht. Es folgen zahlreiche Etappen der Recherche, die ebenso viele Personen aufs Tableau bringen, um diesen alten Fall zu klären. Aus vagen Ahnungen bildet sich schließlich schnell die Gewissheit, dass seinerzeit schlampig gearbeitet und hemmungslos vertuscht wurde.

Für den Zuschauer stellt die schnelle Gewissheit, dass es sich bei Pauls Vater um einen unschuldig Verurteilten handelt, kein Problem dar, welches die Kriminalgeschichte in irgend einer Weise aufweichen würde, denn schließlich ahnt man doch, dass am Ende der wahre Täter serviert werden dürfte. Also kann "Hinter diesen Mauern" mit einem kleinen Whodunit aufwarten, dessen Findung mit inszenatorischer Sorgfalt und darstellerischer Akribie ausgestattet sein wird. Fritz Wepper stellt sich in Windeseile als Glücksgriff für die Rolle des jungen Mannes mit plötzlichen Identitätsproblemen heraus.. Im Geschehen und beim Zusammentragen von Indizien stellt er sich gar nicht einmal so ungeschickt an und kann daher wichtige Erfolge verbuchen, die die Geschichte vorantreiben. Im Rahmen der Suche nach der Wahrheit wird nicht nur ein wenig Tiefe für das Szenario kreiert, sondern es kommt gleichzeitig zu einer Befriedigung des Gerechtigkeitsempfindens eines jeden Zuschauers. Hoch interessant ist die Tatsache, dass man an Originalschauplätzen in England gedreht hat, was der Szenerie einen authentischen Stempel verleiht. Außerdem veredeln Raimund Rosenbergers verheißngsvolle Klänge die Geschichte sehr intensiv und angemessen. Im erweiterten darstellerischen Bereich überrascht vor allem Gelegenheitsdarstellerin Barbara Schneider, deren heiteres und überaus aufrichtig wirkendes Wesen eine Wohltat im Dunstkreis gleichermaßen bieder dargestellter Frauenfiguren der 60er Jahre darstellt. Auch Karin Kernke weiß wie üblich in ihrem Rollen-Abonnement zu überzeugen und sie spielt erneut mit ihrer vielversprechendsten Waffe, nämlich ihrer unverkennbaren Stimme. Max Eckart, Karl John oder Robert Meyn arbeiten sich durch Tatkraft und minutiöse Einsätze hervor, sodass insgesamt von einer überzeugenden Zubringer-Arbeit gesprochen werden kann. "Hinter diesen Mauern" zählt zu den sehenswerten Vertretern der einschlägig bekannten Gattung der Fernseh-Krimis und überzeugt im Rahmen dosierter Spannung, förderlicher Wendungen und eines klar definierten Aufbaus.


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 Betreff des Beitrags: Der Richter und sein Henker (1975)
BeitragVerfasst: 14.02.2019 18:41 
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DER RICHTER UND SEIN HENKER

● DER RICHTER UND SEIN HENKER / ASSASSINO SUL PONTE (D|I|1975)
mit Jon Voight, Jacqueline Bisset, Robert Shaw, Helmut Qualtinger, Lil Dagover, Friedrich Dürrenmatt,
Gabriele Ferzetti, Donald Sutherland, Rita Calderoni, Norbert Schiller, Guido Cerniglia und Martin Ritt
nach der Novelle "Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt
eine Produktion der MFG-Film | T.R.A.C. | im Verleih der Neue Constantin Film
ein Film von Maximilian Schell


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»Man kehrt immer dahin zurück, wo man hingehört!«

Der Schweizer Kommissar Hans Bärlach (Martin Ritt) steht nach jahrzehntelangen Dienstjahren vor dem Ende seiner Laufbahn, denn er ist mittlerweile nicht nur alt, sondern auch schwer erkrankt. So bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, eine 30 Jahre alte Wette zum Abschluss zu bringen. Hierbei ging es darum, dass sein Gegenspieler, Richard Gastmann (Robert Shaw), einst behauptete, dass er ein Verbrechen begehen könne, ohne dass er dafür zur Verantwortung gezogen würde. Im Beisein von Bärlach stieß er eine gemeinsame Freundin namens Nadine (Rita Calderoni) von einer Brücke. Bei der Tat kam die junge Frau ums Leben, die Kommissar Bärlach nie vergessen konnte. Etliche Jahre später schickt er Gastmann dessen eigenen Henker, denn der Kriminelle soll für einen Mord angeklagt werden, den er dieses Mal jedoch nicht begangen hat...

Bereits im Jahr 1957 wurde ein Fernsehfilm unter der Regie von Franz Peter Wirth nach der gleichnamigen Romanvorlage "Der Richter und sein Henker" hergestellt, bis Dürrenmatt im Jahr 1975 wieder das Drehbuch für eine Adaption schreiben sollte, dieses Mal allerdings unter der Regie von Maximilian Schell. Da es sich um einen Spielfilm fürs Kino handelt, wurde nicht nur wegen der internationalen Besetzung gleich in Englisch gedreht, sondern man wollte augenscheinlich einen Zuschnitt für den Weltmarkt hinbekommen. Maximilian Schells sehr aufwändig inszenierter Psycho-Thriller brachte es nach seiner Entstehung zu einigen Auszeichnungen und fand naturgemäß eine breitere Beachtung als das beinahe zwanzig Jahre zuvor entstandene Fernsehspiel, das vergleichsweise sehr altbacken und starr wirkt. In diesem Zusammenhang findet man sehr schnell die Stärken dieses Beitrags, denn er wurde einer inszenatorischen Frischzellenkur unterzogen, sodass ein moderner Spielfilm mit Strahlkraft wahrzunehmen ist, der sich seiner Maxime jedoch vollkommen bewusst bleibt. Sicherlich liegt es vor allem daran, dass sich Friedrich Dürrenmatt (unter Mitwirkung von Regisseur Marimilian Schell) selbst für das Drehbuch verantwortlich zeigte. So lässt sich eine enge Anlehnung an die Novelle feststellen, in der sogar Passagen zu finden sind, die originalgetreu übernommen wurden. Der Verlauf beginnt mit einer sehr atmosphärischen Rückblende, die zum frühen Verständnis beitragen wird, falls man "Der Richter und sein Henker" nicht als literarische Version kennt. Ennio Morricones Musikstücke veredeln die ohnehin hervorragende Bildgestaltung, und die Interpreten aus zahlreichen Herkunftsländern sorgen für Intensität und Irritation, Abscheu und Sympathie. Alleine aufgrund der hochwertigen Entourage hinter und vor der Kamera kann sich der interessierte Zuschauer auf einen sehr spannenden und gut ausbalancierten Verlauf freuen, der es schafft, ohne allzu viele Barrieren und dramaturgische Klippen auszukommen.

Die große Stärke dieser Produktion ergibt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass der Film sich auch ohne großartiges literarisches Interesse oder gar Vorkenntnisse spielend etablieren kann, da zeitgenössische Zutaten nicht fehlen. Maximilian Schell achtet darauf, eine clever durchdachte Publikumswirksamkeit zu kreieren, um - an normalen Sehgewohnheiten gemessen - nicht überqualifiziert zu wirken. Ein offensiver Fischzug nach mehreren möglichen Zielgruppen entsteht unterm Strich allerdings nicht. Die Thematik um Wettschulden, die normalerweise Ehrenschulden sind, nimmt unter der fachmännischen Bearbeitung des gebürtigen Österreichers teils groteske, wenn nicht sogar bizarre Formen an. Die Unterstützung durch ein ebenso aufmerksames wie variables Auge der Kamera lässt Momente der Formvollendung aufkommen, die in schnellen Wechseln wieder mit der bitteren Realität gekreuzt werden. Als reiner Kriminalreißer möchte sich diese Version von "Der Richter und sein Henker" erst gar nicht verstehen, denn viele andere Elemente kommen zum tragen, die ein wenig nach Thrill aussehen möchten. Auch an Doppelbödigkeit fehlt es dieser Veranstaltung nicht, wenngleich es hin und wieder Unstimmigkeiten im Rahmen der psychologischen Tiefe zu geben scheint, da diverse Inhalte offenlegen, dass sie lediglich schleppend choreografiert sind. Dennoch entwickelt das Tauziehen zwischen Kommissar Bärlach und seinem Kontrahenten Gastmann eine bemerkenswerte Eigendynamik, die von Schockmomenten bis trügerischer Idylle noch vieles mehr zu bieten hat. Die beiden Herren weisen äußerst unterschiedliche Werdegänge auf, obwohl man auf eine gemeinsame Vergangenheit zurückblickt. Bärlach machte Karriere bei der Berner Polizei, wo hingegen Gastmann kriminelle Wege eingeschlagen hat. Das Dilemma des Kommissars setzt sich daher aus mehreren Komponenten zusammen: eine derartig bedeutende Wette zu verlieren verletzt die Eitelkeit des Polizeimanns erheblich, außerdem höhlt die Gewissheit aus, ihm nicht mit Mitteln und Wegen gegenüber treten zu können, die das Gesetz vorschreibt.

Der amerikanische Regisseur Martin Ritt und der britische Schauspieler Robert Shaw brillieren in diesen sehr unterschiedlich angelegten Rollen, demonstrieren dabei ein Kräftemessen der unterschiedlichsten Mittel. Interessant hierbei ist der angewandte Seitenwechsel des Kommissars, da ihm die Hände durch die ihm zur Verfügung stehenden Mittel des Gesetzes gebunden sind. Sein gefährlichster Gegenspieler ist allerdings die Zeit, da er erkrankt ist und sein Vorhaben zu Ende bringen muss. Gute Voraussetzungen für Gastmann, der eigentlich nur abwarten müsste. Durch das Demonstrieren seiner vermeintlichen Überlegenheit wird er allerdings unvorsichtig, sodass seine eigene Überheblichkeit ihn zu Fall bringen wird; natürlich in Kombination mit der Cleverness des Kommissars. Als weitere Figur in diesem Fall sieht man Jon Voight als Kriminalbeamten Tschanz, der durch den mysteriösen Tod eines Kollegen in eine bessere Position rutscht, um gegen Gastmann zu ermitteln. Interessant bei diesem Schachspiel ist der permanente Wechsel vom Offizier zum Bauern, und Bärlach ist der Spielleiter. Weitere sehr intensiv gefärbte, beziehungsweise eigentümliche Interpretationen geben beispielsweise eine immer bezaubernde Jacqueline Bisset, Helmut Qualtinger, Rita Calderoni, Donald Sutherland oder Friedrich Dürrenmatt zum Besten, außerdem ist Stummfilm-Ikone Lil Dagover in einer ihrer letzten Rollen als Gastmanns Mutter zu sehen. Die Kraft der Bilder unterstützt die ohnehin starke Vorlage bemerkenswert gut und es kommt dementsprechend zu einem nicht nur eleganten Gesamtergebnis, sondern einer ernstzunehmenden Adaption eines literarischen Klassikers. Wenn alle Kräfte mobilisiert sind und man auf das unausweichliche Finale zusteuert, lockt der Genuss gleich mehrerer inszenatorischer Überraschungen, sodass unterm Strich zu sagen bleibt, dass Maximilian Schell und Friedrich Dürrenmatt es in einer überaus harmonischen Allianz geschafft haben, Klassik, Publikumswirksamkeit und moderne Ansätze in Einklang zu bringen. Alles in allem ist "Der Richter und sein Henker" in vielerlei Hinsicht ein kleiner Geheimtipp geworden.


— ITALO-CINEMA —


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 Betreff des Beitrags: Goldfinger (1964)
BeitragVerfasst: 16.02.2019 20:31 
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Sean Connery
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● GOLDFINGER / JAMES BOND 007 - GOLDFINGER (GB|1964)
mit Gert Fröbe, Honor Blackman, Harold Sakata, Tania Mallet, Lois Maxwell, Bernard Lee, Martin Benson, Michael Mellinger,
Richard Vernon, Burt Kwouk, Desmond Llewelyn, Margaret Nolan, Cec Linder, Austin Willis, Peter Cranwell und Shirley Eaton
eine Produktion der Eon Productions | im Verleih der United Artists
Ein Film von Guy Hamilton


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»Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!«

James Bond (Sean Connery) bekommt es mit einer äußerst schwierigen Mission zu tun, denn er wird auf den Milliardär Auric Goldfinger (Gert Fröbe) angesetzt, der im Verdacht steht, den internationalen Goldmarkt mit illegalem Schmuggel aus den Fugen bringen zu wollen. Nachdem Bond sich gleich zweimal den Spaß erlaubt hat, Goldfinger zu brüskieren, kommt es zu eindeutigen Demonstrationen in Sachen Skrupellosigkeit. Da Goldfinger plötzlich zu seinem Schweizer Firmensitz reist, nimmt 007 die Verfolgung auf. Schnell wird klar, dass es sich hierbei um keine Vergnügungsreise handelt, denn Bond steht auf der Abschussliste. Nur aufgrund eines Tricks kann 007 seine eigene Eliminierung verhindern und wird daraufhin von Goldfinger als Gast mit in die Vereinigten Staaten genommen, um Zeuge eines wahnwitzigen Verbrechens zu werden...

Der dritte Teil der James-Bond-Reihe wird häufig als Inbegriff der Abenteuer von 007 angesehen und genießt nicht zu Unrecht einen Klassiker-Status. Bereits nach dem US-Kinostart wurden zahlreiche Rekorde gebrochen, so wurde beispielsweise ein Dutzendfaches des Produktionsbudgets wieder eingespielt, was nicht nur für die Qualität dieses Bond-Abenteuers spricht, sondern auch für die Wirksamkeit der strategischen Vermarktung im Vorfeld. Natürlich ist der internationale Großerfolg unmittelbar mit der charismatischen Figur des Agenten in Zusammenhang zu bringen, denn Sean Connery konnte sich zuvor nicht nur für weitere Abenteuer empfehlen, sondern sich richtiggehend profilieren, und zwar im Sinne einer anerkannten Weltmarke, deren Sprache überall verständlich war und immer noch ist. Guy Hamiltons "Goldfinger" zählt zweifellos zu den bekanntesten Vertretern der langjährigen Reine und kann für Aufsehen im Rahmen der Bearbeitung sorgen. Wie üblich tragen unterschiedliche Schauplätze zu besonderen Flair, Dynamik und Tempo bei, sodass dieser rasante Streifen sich kaum Atempausen gönnen wird. Inszenatorisch bewegt sich die Produktion auf sehr hohem Niveau und es kommt zu vielen typischen Spielereien, die der Zuschauer seit Beginn an zu schätzen gelernt hatte. Denkt man an filmische Bond-Abenteuer, so fallen einem spontan gleich mehrere signifikante Szenen ein, die man mit der Reihe assoziiert. In "Goldfinger" ist in diesem Zusammenhang gleich eine ganze Reihe derartig epischer Szenen zu finden, die in die Annalen der Filmgeschichte eingegangen sind. Die Bond-Produktionsnotizen berichten, dass Gert Fröbe, der ohne Zweifel einer der Prototypen der Bösewichter darstellt, nicht die erste Wahl für die Figur des Auric Goldfinger gewesen sein soll. Daher ist es hier umso erfreulicher, den Deutschen in der Rolle des unberechenbaren Kontrahenten zu sehen.

Bevor James Bond auf den goldverliebten Milliardär angesetzt wird, schildert der bereits turbulente Einstieg eine andere Mission in einem lateinamerikanischen Land, um für unmittelbare Action und Spannung zu sorgen. Der eigentliche Fall wird dem Agenten in üblicher Manier auferlegt, um ihm bei dieser Gelegenheit alle hilfreichen Spielzeuge vorzuführen, die ihren nützlichen Einsatz finden sollen, falls Bond von aggressiven Angreifern belästigt wird. Derartige zum Teil abenteuerliche Gadgets konnten in nahezu jedem Teil der Reihe für ein gewisses Aufsehen sorgen, und hier fällt James Bonds schöner und überaus funktionstüchtiger Aston Martin DB5 ins Auge, dem angenehmerweise eine prominente Rolle zuteil wird. In der Titelrolle ist erneut Sean Connery zu sehen, der wieder einmal überaus agil und leichtfüßig wirkt. Connery stattet die Rolle des Agenten mit weltmännischer Nonchalance aus, und im internen Vergleich wirkt er dem Empfinden nach ine Spur bissiger als sonst, was allerdings an der besonders teuflischen Skrupellosigkeit seines Gegenspielers und dessen Helfershelfern liegen mag. Bei James Bond agierte man stets nach folgendem Credo: Der Zweck heiligt alle Mittel. Dementsprechend dürfen viele Köpfe rollen, sodass der Eindruck durchgehend präsent bleibt, es liege tödliche Gefahr in der Luft. In diesem Zusammenhang bleibt die Spannungskurve weitgehend konstant und es kommt kaum zu Abfällen. Gert Fröbe als "Goldfinger" erweist sich wie erwähnt als großer Coup dieser Produktion. Seine Liebe und Gier bezüglich des wertvollen Edelmetalls verleiht ihm beinahe manische Züge, die eine ausgiebige Portion Wahnsinn mit einschließt. Wenn der Geschäftsmann Gold wittert, würde es etwa genauso aussichtslos sein, Trüffel vor einem Schwein verstecken zu wollen, was die eigentliche Gefahr darstellt. Etliche Szenen charakterisieren den schwerfällig wirkenden Mann des Geldadels als ungeduldig, ungehobelt und im Zweifelsfall ebenso brutal.

Sein stummer Handlanger, und im wahrsten Sinne des Wortes ausführender Arm der Ungerechtigkeit, wird eindrucksvoll von Harold Sakata dargestellt, der sich noch als willenlose Maschine in den Vordergrund manövrieren wird. Bei der Damenwahl zeigt sich ein ebenso glückliches Händchen, wie bei den beteiligten Herren, denn mit Honor Blackman, Tania Mallet und Shirley Eaton sind im Rahmen aller Unterschiede oder Karriereverläufe wirkliche Kapazitäten zu sehen. Für Honor Blackmans Rolle und deren Anlegung muss man vielleicht ein Faible haben, damit sie im Vergleich zwischen Bond-Glanz-und -Gloria nicht das Nachsehen hat, doch rein darstellerisch kann die Britin innerhalb ihrer sehr resolut und beinahe burschikos angelegten Rolle punkten. Ihre Landsfrau Tania Mallet, die dem Vernehmen nach bereits für Daniela Bianchis Part in "Liebesgrüße aus Moskau" vorgesehen gewesen sein sollte, und hier in ihrem ersten und einzigen Kinofilm zu sehen ist, steht für eine tragische Note zur Verfügung, ebenso wie Shirley Eaton, die trotz ihrer nur kurzen Rolle, doch mithilfe einer der erinnerungswürdigsten Szenen der gesamten Reihe zum Inbegriff des Bond-Girls wurde. Der Film profitiert insgesamt sehr stark vom Katz-und Maus-Spiel der beiden Kontrahenten Auric Goldfinger und James Bond, das zunächst von einer Art harmloseren Beschnuppern geprägt ist, bis es zu eindeutigen Machtdemonstrationen kommen darf, in denen insbesondere Gert Fröbe auftrumpfen kann. Die eingeschlagene Richtung und sorgsame Ausarbeitung der Regie garantiert über weite Strecken ein hohes Tempo und fulminante Action, sodass sich vollste Zufriedenheit einstellen kann. Auch die brutale Würze steht diesem Verlauf wirklich sehr gut, da man sich als Zuschauer immer wieder fragen muss, ob ein Wahnsinniger nicht doch das Potential haben könnte, einen derart abstrusen Plan zu verwirklichen. Alles in allem ist "Goldfinger" zurecht über die Bond-Barrieren hinaus zu einem Kult-Klassiker avanciert, der stets zu unterhalten weiß.


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 Betreff des Beitrags: Der Fußgänger (1973)
BeitragVerfasst: 18.02.2019 21:02 
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DER FUẞGÄNGER

● DER FUẞGÄNGER (D|CH|ISR|1973)
mit Gustav Rudolf Sellner, Peter Hall, Alexander May, Elsa Wagner, Gila von Weitershausen, Ruth Hausmeister,
Dagmar Hirtz, Maximilian Schell, Angela Salloker, Norbert Schiller, Herbert Mensching, Christian Kohlund, u.a.
als Gäste: Peggy Ashcroft, Elisabeth Bergner, Françoise Rosay, Käthe Haack, Johanna Hofer und Lil Dagover
eine Produktion der Franz Seitz Film | Alfa Film | MFG Film | Zev Braun | im Constantin Filmverleih
ein Film von Maximilian Schell


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»Hast du jemals vom Tod geträumt?«

Für den Großindustriellen und das Landtagsmitglied Heinz Alfred Giese (Gustav Rudolf Sellner) soll sich nach einem selbstverschuldeten Autounfall alles ändern, denn sein Sohn Andreas (Maximilian Schell) kommt dabei ums Leben. Obwohl ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingestellt wird, durchleuchtet eine bekannte Boulevardzeitung in diesem Zusammenhang Gieses bisheriges Leben und stößt auf sensationelle Erkenntnisse, die sich in seiner Vergangenheit finden. Chefredakteur Rudolf Hartmann (Peter Hall) verwickelt den Industriellen in einen handfesten Skandal, da Recherchen ergeben haben, dass Giese im Zweiten Weltkrieg in Exekutionen gegen griechische Zivilisten verwickelt gewesen sein soll. Nach einem reißerischen Aufhänger auf der Titelseite, der über ein Massaker und Mord spekuliert, kommt es zu öffentlichen Anfeindungen und Tumulten in Gieses Firma...

Maximilian Schells Beitrag mit dem vollkommen unscheinbaren Titel "Der Fußgänger" wurde nach Erscheinen mit nationalen und internationalen Preisen überhäuft, unter anderem erhielt der Film 1974 den Golden Globe, als bester fremdsprachiger Film, außerdem war er bei der Oscar-Verleihung des gleichen Jahres ebenfalls in dieser Kategorie nominiert. In der Summe erhielt "Der Fußgänger" bemerkenswerte 49 Preise, was eindeutig für die Qualität dieses Dramas spricht. Maximilian Schell inszenierte neben der Schauspieltätigkeit, seinem Hauptgeschäft, nur wenige Spielfilme, doch seine Arbeiten fürs Kino stellen innerhalb der unterschiedlichen Bearbeitung von ernstzunehmenden Stoffen definitiv Klassen für sich dar. Im Vordergrund stehen künstlerische Ansätze, die zusammen mit Realität und Fiktion wie ein Blick durch ein Kaleidoskop wirken. Zusammenhänge ergeben sich innerhalb gerne verwendeter Trugbilder, Irrungen und Wirrungen eine plausible Einheit, die sich wie in diesem Verlauf spät, beziehungsweise in Etappen erschließt, wenngleich die Geschichte alles andere als eine Erfindung zu sein scheint. Schell betrachtet einen Einzelfall, der aber bestimmt keinen isolierten Fall darstellt. Eine beliebige Person, die zu dieser Zeit überall existent hätte sein können und es sicherlich auch gewesen ist, führt ein unbehelligtes Leben in äußerst gut situierten Verhältnissen. Ansehen und Integrität stehen außer Frage; die Verdienste für die Allgemeinheit ebenso. Plötzlich und unerwartet nimmt die latent vorhandene Angst des hier als für schuldig gesprochenen Protagonisten Gestalt an und bringt den Zuseher in offensiv herbeigeführte Konflikte, da die geschilderten Eindrücke nicht nur in Schwarz oder Weiß geschildert werden. Der Regisseur, der sich auch gleichzeitig für das Drehbuch verantwortlich zeigte, achtet akribisch auf Ausgewogenheit und wirft die Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft in eine unübersichtliche Waagschale.

Das erwähnte Dilemma für den Zuschauer ergibt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass mit Heinz Alfred Giese eine Person zu sehen ist, die vom Schicksal mit einen unerbittlichen Vergeltungsschlag konfrontiert ist, da Gleiches mit Gleichem abgegolten wird. Da die sensationslustige Boulevardzeitung die Vergangenheit des Großindustriellen aufs Tableau gebracht hat, die sich mit einem Massaker in einem griechischen Dorf befasst, bei dem auch Kinder exekutiert wurden, Giese außerdem seinen eigenen Sohn in einen tödlichen Autounfall verwickelt hat, tut man es der feinfühligen, aber schocklustigen Dramaturgie gleich und geht nicht so hart mit dem ohnehin gebrochenen, beinahe schwermütig wirkenden Mann ins Gericht, wie es wahrscheinlich sonst der Fall wäre. So zeigen sich beispielsweise Sequenzen, die Giese als liebevollen Großvater zeigen, der seinen eigenen Enkel allerdings selbst zum Halbwaisen gemacht hat. Außerdem irritiert die Ruhe und Nachdenklichkeit dieses Mannes enorm, sodass man als Zuschauer vor allem eine abwartende Haltung einnehmen muss, die deutlichen Positionierungen aus dem Weg zu gehen versucht. Diese Aufgabe übernimmt ohnehin die gierige Sensationspresse, für die der Zweck schließlich alle Mittel zu heiligen scheint, solange höhere Auflagen in Aussicht stehen. Der Tod - egal ob vergangen, aktuell, oder potentiell - wird hier in brutaler Art und Weise näher gebracht und mit prosaischen Bildern ausstaffiert, was wohl am meisten schockiert. So macht sich eine breite Trostlosigkeit breit, die sich trotz lichter Momente nicht zerschlagen lässt. »Je näher man kommt, desto weniger sieht man...« Dieser im Film verwendete Satz bleibt vor allem so präsent und vehement bestehen, weil er in vielerlei Hinsicht die Eindrücke des Zusehers widerspiegeln kann und möglicherweise wird, da diese unvorhersehbare Achterbahnfahrt aufgrund ihrer stakkatoartigen Bildeinspielungen strapaziert, da der Tod immer wieder neue Gesichter bekommt.

Letztlich sorgen zahlreiche erschreckende Phasen, aber auch etliche Chraraktere für derartige Eindrücke, außerdem kommt die Vergangenheit wie ein dunkler Schatten zurück, sodass "Der Fußgänger" von Pessimismus und bösen Vorahnungen dominiert wird. Im darstellerischen Bereich sind durch die Bank hervorragende Leistungen zu sehen und es ist in diesem Zusammenhang ganz offensichtlich, dass Maximilian Schell im Rahmen der Regie-Arbeit selbst einen halben Schauspieler mit dessen Erfahrungswerten mit einfließen ließ. Der Schauspieler, Dramaturg, Regisseur und Theaterleiter Gustav Rudolf Sellner besticht innerhalb seiner unbegreiflichen Ruhe und Lethargie, denn man erwartet gegenteilige Impressionen von diesem Mann, der eine schwere Schuld auf sich geladen hat. Diese scheint sich aufgrund der damaligen Ausnahmesituation zwar zu rechtfertigen, doch seine Gewissensbisse verjähren nicht. Die Verantwortung wäre sicherlich nur halb so schlimm, wenn man sie nicht plötzlich ans Tageslicht befördert hätte. Sowohl er als auch die Hyänen der Presse erfahren kaum sympathische Zeichnungen, wenngleich gerade Sellner es immer wieder schafft, ein eigenartiges Mitgefühl zu provozieren, das sich jedoch immer wieder weg dividiert, wenn entsprechende Rückblenden zu sehen sind. In einer ebenfalls interessanten Rolle ist Regisseur Maximilian Schell zu sehen, der wie ein nicht abzuschüttelndes Mahnmal wirkt. Generell bleibt zu sagen, dass man es in "Der Fußgänger" mit exzellenten bis denkwürdigen Interpretationen zu tun bekommt. Vor allem die angekündigten Gäste in Form einer illustren Runde von berühmten Alt-Stars sorgt für Furore, wenn wild in Deutsch, Englisch und Französisch umher gesprochen wird. Maximilian Schell beweist erneut, dass er seine Regie-Arbeiten mit wesentlich mehr als nur Routine ausstatten konnte, und unter seiner Bearbeitung scheint die Medaille sogar mehr als nur zwei Seiten zu haben; allerdings stolpert sein Film ein wenig über die Barrieren der Massentauglichkeit.


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 Betreff des Beitrags: Ein interessanter Typ (1996)
BeitragVerfasst: 19.02.2019 17:21 
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● FOLGE 152 | SOKO 5113 | EIN INTERESSANTER TYP (D|1996)
mit Wilfried Klaus, Hartmut Schreier, Michel Guillaume, Olivia Pascal, Heinz Baumann
Gäste: Mark Keller, Barbara Frey, Axel Scholtz, Alexander Duda, Götz Otto und Sabina Sesselmann
eine Produktion der Elan Film | im Auftrag des ZDF
Regie: Jobst Oetzmann




Der freiberufliche Journalist Kerst (Axel Scholtz) setzt sich von einem öffentlichen Fernsprecher aus mit Kriminaloberkommissar Schickl (Wilfried Klaus) in Verbindung. Gerade in dem Moment, als Kerst brisante Informationen weitergeben will, wird die Telefonzelle von einem Baustellenfahrzeug erfasst. Die Zeugenaussagen ergeben, dass es sich um keinen Unfall handeln kann. Die Spur führt schließlich in einen bekannten Großkonzern, für den Kerst zuletzt tätig war. In diesem Zusammenhang arbeitete er an einem Artikel, der sich mit der Vita der Konzernchefin, Ellen Meersen (Sabina Sesselmann), befasste. Kriminalkommissarin Berger (Olivia Pascal) und ihr Kollege Schickl suchen die Chefetage auf, doch Frau Meersen ist nicht zu sprechen, sodass sie mit ihrem persönlichen Referenten, dem zwielichtig wirkenden Hannes Hallberg (Mark Keller) vorlieb nehmen müssen...

»Ich hätte das mit Geld geregelt...« Unaufgeregt und beinahe teilnahmslos legt Ellen Meersen den bedauerlichen Todesfall mit diesem Satz zu den persönlichen Akten, und widmet sich lieber ihrem wesentlich jüngeren Mitarbeiter, der ihr auch nach Geschäftsschluss zur Verfügung zu stehen scheint. Da die Folge "Ein interessanter Typ" im Eiltempo zum Punkt gekommen war, kann das Mosaik ohne weitere Hintergrundinformationen von den Beamten der Sonderkommission zusammengefügt werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und werden sehr anschaulich für den Zuschauer transparent gemacht. Bereits in der Chefetage des anvisierten Konzerns Meersen Enterprises wurden die möglichen Hintergründe im Rahmen von belastendem Material erwähnt, ohne zu direkten Aussagen zu kommen. Konkret wurde die kurz vor ihrem sechzigsten Geburtstag stehende Ellen Meersen allerdings nur in einem Bereich; nämlich, dass sie ganz offenkundig mit den Qualitäten ihres Liebhabers zufrieden ist. Die Person im Hintergrund ist in zweierlei Hinsicht hoch interessant. Zum einen ist es beachtenswert, dass man Sabina Sesselmann nach über 25 Jahren der Schauspiel-Abstinenz wieder einmal zu Gesicht bekommt, die sich als vielbeschäftigte Interpretin bereits Mitte der 60er Jahre zur Ruhe gesetzt hatte. Zum anderen will die nebulös angelegte Rolle gefallen, da eine kalte Frau skizziert wird, die unter dem Deckmantel des scheinbaren Desinteresses kaum greifbar erscheint. Für Sabina Sesselmann handelte es sich bei dieser Gast-Rolle bereits um ihren letzten Auftritt vor der Kamera, da die sympathische Schauspielerin bereits im Jahr 1998 verstarb.

Mark Keller, im edlen Anzug und Porsche, als ihr engster Mitarbeiter, regelt die pikante Situation nach seinen eigenen Regeln, sowohl im Büro, als auch im Schlafzimmer. Seiner Chefin steht er beruflich zwar loyal zur Seite, allerdings gilt diese Loyalität nicht für den privaten Bereich, denn bei der erstbesten Gelegenheit schmeißt er sich an die attraktive Kommissarin Lizzy Berger heran, um ihr in eindeutiger Manier den Hof zu machen. Sie nimmt die plumpen Avancen an schließlich an, um in kriminalistischer Hinsicht weiterzukommen, bis sie schließlich dem ersten Aufeinandertreffen mit Frau Meersen gegenübersteht, was jedoch schnell von der reichen Dame selbst beendet wird, da man sich immerhin noch unter ihrem eigenen Dach befindet. Ellen Meersen scheint die Zweigleisigkeit ihres Gigolos gewöhnt zu sein, und ihr ist es bis zu dem Zeitpunkt gleich, solange es sich nicht in ihrem Haus abspielt. Eine kurze Zurechtweisung klärt die Fronten und alles kann weitergehen wie bisher. Der Zuschauer blickt in dieser Episode etwas irritiert auf die fortlaufende Geschichte, die von privaten Angelegenheiten dominiert zu sein scheint. Fast könnte man den eigentlichen Kriminalfall und den heimtückischen Mord vergessen, wenn er ab einem gewissen Zeitpunkt nicht wieder indirekt aufs Tableau kommen würde. Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Ein interessanter Typ" um eine eher durchschnittliche Folge ohne Längen, aber auch ohne Paukenschläge. Gerade in dieser Richtung wären ein paar inszenatorische Finessen des Regisseurs wünschenswert gewesen., denn am Ende klärt sich beinahe alles von selbst. Nichtsdestotrotz war es schön, Sabina Sesselmann noch einmal kurz gesehen zu haben, bevor der Vorhang endgültig gefallen ist.


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 Betreff des Beitrags: Ds Biest muss sterben (1969)
BeitragVerfasst: Gestern 22:30 
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DAS BIEST MUSS STERBEN

● QUE LA BÊTE MEURE / UCCIDERÒ UN UOMO / DAS BIEST MUSS STERBEN (F|I|1969)
mit Michel Duchaussoy, Caroline Cellier, Jean Yanne, Anouk Ferjac, Marc Di Napoli, Louise Chevalier Guy Marly, u.a.
eine Produktion der Les Films de la Boétie | Rizzoli Film | im Materna Filmverleih
ein Film von Claude Chabrol


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»Der Gesang der Vögel kommt mir wie ein tristes Geleiere vor...«

Nach dem Tod seiner Frau lebt der Kinderbuchautor Charles Thénier (Michel Duchaussoy) zurückgezogen mit seinem 9-jährigen Sohn auf dem Land. Eines Tages ereilt den alleinerziehenden Vater ein schwerer Schicksalsschlag, denn sein Junge wird auf offener Straße von einem Auto überfahren und stirbt. Der Verursacher des Unfalls begeht Fahrerflucht und die ermittelnde Polizei legt den Fall schon bald als bedauerlichen Unfall zu den Akten. Fortan hat Charles mit starken Rachegefühlen zu kämpfen und begibt sich schließlich selbst auf die Suche nach dem Täter. In einem Tagebuch schreibt er seine Gedanken und Gefühle nieder, die sich zu immer mehr zu dem Plan formieren, den flüchtigen Unfallverursacher zur Rechenschaft zu ziehen. Charles baut jedoch nicht auf die Hilfe der Justiz, sondern sinnt auf Blutrache...

Wer sich ein wenig mit dem Schaffen Claude Chabrols auseinandergesetzt hat, weiß, dass die aufgezeigte Idylle in den meisten Fällen nur ein Trugbild darstellt. In "Das Biest muss sterben" kommt es gleich zu Beginn zu derartigen Eindrücken, die kurz ein unbeschwertes Leben skizzieren, bis es sich schon bald dem Ende zuneigt. Dieser schwere Schicksalsschlag, der im Allgemeinen wohl als einer der schlimmsten angesehen werden dürfte, beendet gleichzeitig das Dasein eines zurückgebliebenen Vaters, der sich fortan einem diffusen Hass, nicht zu überbietendem Pessimismus und destruktiven Eigen-Ermittlungen hingibt, die aber sowohl bei Scheitern als auch Erfolg nichts mehr ändern würden. Lediglich sein eigenes Leben wäre betroffen, welches er aber ohnehin als beendet sieht. Der verzweifelte Vater foltert sich mit Super 8-Filmen, folglich Szenen der Vergangenheit, die seinen Jungen in unschuldiger Unbeschwertheit zeigen, aber vor allem lebendig. Chabrol kreuzt einen Kriminalfall mit dramatischen Elementen, die in Windeseile überhand nehmen, zumal es auch zu entgegengesetzten Grundvoraussetzungen kommt. Die Ermittler der Polizei werden in die zweite Reihe gezwungen, da ihre Arbeit dem Vernehmen nach ergebnislos geblieben ist und im Grunde genommen als tragischer Unfall zu den Akten gelegt wird. Die vakante Rolle wird somit von einem von Hass erfüllten Vater übernommen, der trotz seiner ruhigen Maske für den Zuschauer vollkommen unberechenbar wirkt. Man kann ihn verstehen; man will es sogar, aber dennoch stellt sich keine bedingungslose Loyalität ein, da alles um ihn herum ausgeblendet wird. Der kalte Hass stellt unter Claude Chabrol ein ergiebiges, wenn auch vergiftetes Elixier für diesen Verlauf dar, der aufgrund seiner strikten Determination trostlos erscheint. Da man die immer wiederkehrenden Notizen von Charles Thénier vor Augen geführt bekommt und prägnante Sätze im Ohr behalten hat, scheint der Tod unausweichlich zu sein.

Obwohl sich bei Chabrol sehr häufig eine gelenkte Vorhersehbarkeit abzeichnet, die hier allerdings diffuse Konturen beibehält, sind es die unterschiedlichen Wege zum Ziel, die für Überraschungen sorgen. Der Täter, der gleichzeitig Opfer werden soll, ist schnell gefunden, doch wie Charles selbst erwähnte, soll die Hinrichtung langsam und qualvoll vonstatten gehen. Ausfindig macht er zu seiner eigenen Überraschung eine Frau, die er normalerweise anziehend finden würde, doch unter diesen speziellen Umständen abstoßend finden muss. Mit Hélène Lanson beginnt eine perfide Liaison dangereuse, die viele Informationen für den potentiellen Henker und irritierten Zuschauer zutage bringen wird. Naturgemäß ist es so, dass die besten oder in diesem Fall schlechtesten Vorsätze eben nur solche bleiben werden, wenn die Hemmschwelle zur Praxis unüberwindbar ist. Eigenartigerweise entstehen intime Momente, in denen sich Aggressivität und Sentimentalität abwechseln, dementsprechend einen vollkommen dynamischen Verlauf suggerieren. Die Kehrtwendungen entstehen blitzartig, und zwar, wenn die anvisierte Zielscheibe ausfindig gemacht ist. In diesem Zusammenhang wirft die Szenerie allen Beteiligten einen ordinären, cholerischen und grenzenlos egoistischen Herrn zum Fraß vor, der dem Empfinden nach tatsächlich das Schlimmste verdient hätte, wenn äußere Umstände nicht permanent für eine Verzögerung der eigentlichen Verwirklichung des Filmtitels sorgen würden. Die Frage, ob der tragische Protagonist der Geschichte letztlich auch den Mut haben wird, seine Rache umzusetzen, bleibt eine spannende Angelegenheit, zumal die anfängliche Vehemenz immer wieder durch ungewöhnlich deutliche Sentimentalitäten und Eigenkorrekturen aufgeweicht wird, die sich mit der breiten Hoffnung decken, dass es eben nicht zum Äußersten kommen möge, immerhin scheint es bereits genug zu sein, dass ein Leben beendet wurde.

Insgesamt bleibt es schließlich sehr spannend, ob Claude Chabrol im Sinne der Gerechtigkeit oder der Schockstarre weiter inszenieren wird. Zur Verfügung stehen diesem Beitrag, der auffällige Wechselspiele zwischen Lethargie und Optimismus eingeht, besonders stichhaltige Interpreten, unter denen vor allem Michel Duchaussoy hervorzustechen weiß. Obwohl man sich als Zuschauer naturgemäß sträubt, sein Vorhaben verstehen zu wollen, kommt man trotz natürlicher Abwehrmechanismen immer wieder zu dem schwachen Punkt, mit ihm zu sympathisieren. Im Grunde genommen setzt er der Polizei zunächst Hörner auf, die seinerzeit keine weitere Veranlassung gesehen hatte, den Unfalltod seines Sohnes Michel effektiv zu durchleuchten. Unter falschem Namen nistet sich der Schriftsteller von Kinderliteratur im Leben der anderen ein, um wie eine Spinne auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Doch wird die Falle genauso zuschnappen können wie anvisiert? Sein Gegenspieler und Auslöser dieser destruktiven Kettenreaktion hält naturgemäß dagegen, erfährt in diesem Zusammenhang eine hervorragende Zeichnung durch Jean Yanne, der sich in vielen Situationen selbst übertrifft, indem er auf Konventionen und Sentiments aller anderen pfeift. Caroline Cellier reiht sich sicher in dieses ungleiche Trio ein und fällt nicht zuletzt wegen ihrer auffälligen Attraktivität auf. "Das Biest muss sterben" verfolgt einen verkopften Verlauf und breitet seine nachdenklichen Tendenzen zu den richtigen Zeitpunkten aus. Ein netter Twist gegen Ende der Veranstaltung verleiht der Geschichte ihre zusätzliche Brisanz, die angesichts der behandelten Thematik äußerst zynisch wirkt. Claude Chabrols Marschroute, die Gedanken und Gefühle seiner Protagonisten auf einem Seziertisch zu zerlegen, geht erneut vollkommen auf, und der ruhige Verlauf - der geprägt ist von Leere und Kalkül – führt den Titel des Films immer wieder unterschwellig vor Augen, der sich nicht vor Kehrtwendungen scheut, außerdem interessante Manipulationen zulässt.


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