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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 18.01.2010 22:15 
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Dieser Film vom "kleinen" Bava erfreut sich offensichtlich keiner besonders grossen Beliebtheit. Schade, ich mag den Streifen. Besonders im Hinblick auf den Zeitpunkt seiner Entstehung und Lamberto Bavas geringer Begeisterung für das Genre.

Hier ein älterer Kurzkommentar:

Midnight Ripper

Ein Polizist hat einen heftigen Streit mit seiner Ehefrau. Bei dieser Auseinandersetzung kommt es einem Ausbruch der Gewalt, jedoch trägt keiner der Streitenden wirklich ernsthafte Verletzungen davon. Kurze Zeit später findet man die Leiche der Polizistengattin. Inspector Terzi ist von der Schuld seines Kollegen überzeugt, die renommierte Psychologin Anna Berardi teilt seine Meinung jedoch nicht. Ihrer Überzeugung nach, treibt ein längst für tot erklärter Serienmörder wieder sein Unwesen...

Lamberto Bava inszenierte diesen ansehenlichen Giallo Mitte der achtziger Jahre. Nun liebe ich bei Gialli besonders die Schönheit der sechziger Jahre, die "sleazy" Atmosphäre der Siebziger oder eine Kombination aus diesen Elementen. Beides bietet dieser Film nicht sehr ausgeprägt, aber trotzdem gelingt Bava Junior die Erzeugung einer "giallotypischen" Stimmung. Ich fühlte mich von Anfang an wohl mit diesem Film. Schön!

Die Darsteller agieren solide, Bava hat viel von den Meistern des Genres gelernt und transportiert dies in die Achtziger. Im letzten Viertel baut das Niveau des Filmes etwas ab, der Unterhaltungswert bleibt aber auf einem guten Level. Die Auflösung wirkt ein wenig unglaubwürdig, ist aber zumindest eine recht gut gelungene Überraschung.

Die DVD aus dem Hause X-NK geht in Ordnung. Als Bonus bekommt man eine halbe Stunde "Lamberto Bava plaudert aus dem Nähkästchen" geboten. Dabei erzählt er von seinen eigene Arbeiten, über die Werke seines Vaters Mario Bava und das gute Verhältnis zu seinem Erzeuger. Sehr interessant, obwohl manchmal ein wenig abgehackt wirkend.

Gut bis sehr gut = 7,5/10


***

Nachtrag: Sicher ist der Film kein Klassiker. Doch auch Filme aus der "zweiten Liga" des Genres können jede Menge Freude bereiten.

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Blap V 3.0 regaining paradise

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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 18.01.2010 23:33 
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Mag den auch ganz gerne. Nur bescheuert, dass in der deutschen Fassung mitten im Film unfreiwillig die Identität des Killers verraten wird. Ich will aber nicht spoilern. Wer den Film kennt, weiß sicher welche Szene ich meine.

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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 19.01.2010 10:17 
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Ich verstehe auch nicht, warum der Film in der regel so schlecht weg kommt... Für mich eindeutig einer der besseren 80er Gialli.....

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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 24.01.2010 13:16 
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Dr. Freudstein wrote:
Mag den auch ganz gerne. Nur bescheuert, dass in der deutschen Fassung mitten im Film unfreiwillig die Identität des Killers verraten wird. Ich will aber nicht spoilern. Wer den Film kennt, weiß sicher welche Szene ich meine.


Ja, ist für mich auch das einzige Manko des Filmes, gebe dir recht!


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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 08.06.2010 23:20 
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Dr. Freudstein wrote:
Mag den auch ganz gerne. Nur bescheuert, dass in der deutschen Fassung mitten im Film unfreiwillig die Identität des Killers verraten wird. Ich will aber nicht spoilern. Wer den Film kennt, weiß sicher welche Szene ich meine.




Habe ich was verpasst? Habe ihn gerade nach Ewigkeiten wieder mal gesehen und finde ihn ebenfalls recht gut. Nur diesen Spoiler habe ich wohl nicht mitbekommen. Kann mich da jemand aufklären?


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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 20.06.2010 19:45 
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Der Film weiss durchaus zu unterhalten, auch wenn die Story nicht gerade begeistern kann. Kein Top Giallo, der aber trotzdem zu gefallen weiss.


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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 20.06.2010 22:10 
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Ich find den ziemlich gut, hat durchaus einige spannende Momente...7,5/10 Pkt

Der Fehler mit dem zu frühen Auflösen des Mörders, ist mir noch garnie aufgefallen :(

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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 23.06.2010 17:33 
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Muss ich mir den nochmal anschauen? Mich wundert es, dass der MIDNIGHT RIPPER wirklich so gut weg kommt bei euch. Ich finde ja, dass es der schlechteste Giallo vom Bava-Junior ist. Ich habe ihn Atmosphärisch ziemlich dürftig, leidlich spannend und auch sonst sehr konventionell und einfallslos inszeniert in Erinnerung.


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 Post subject: Re: MIDNIGHT RIPPER - Lamberto Bava
PostPosted: 23.02.2019 14:56 
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"Midnight Ripper" (Morirai a mezzanotte) (Italien 1986)
mit: Valeria d'Obici, Paolo Malco, Leonardo Treviglio, Dino Conti, Lara Wendel, Lea Martino, Eliana Miglio, Barbara Scoppa, Loredana Romito, Marcello Modugno, Loredana Guerra, Peter Pitsch, Giampaolo Saccarola, Giuseppe Marrocco u.a. | Drehbuch: Dardano Sacchetti, Lamberto Bava | Regie: Lamberto Bava

Kriminalkommissar Piero Terzi glaubt zunächst nicht an die Theorie der Polizeipsychologin Anna Berardi, dass die jüngsten Frauenmorde auf das Konto des berüchtigten Franco Tribbo gehen. Dieser kam vier Jahre nach seiner Inhaftierung bei einem Brand in der psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses ums Leben. Dennoch wird er von mehreren Zeugen in der Nähe der Tatorte gesehen. Konnte Tribbo, der das Feuer damals selbst legte, entkommen? Oder hat jemand sein Erbe angetreten und begibt sich nun auf einen mörderischen Rachefeldzug?

Image Image


Die Zutaten für einen gelungenen Giallo kennt Lamberto Bava aus dem filmischen Werk seines Vaters. Die Ungewissheit, die Verunsicherung und die Demütigung durch Angst spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Atmosphäre einer permanenten Bedrohung legt den Grundstein für das Gelingen des Films, der nach "A Blade in the Dark" (1983) erneut auf ein zurückliegendes Trauma baut und die tödlichen Folgen eines nicht aufgearbeiteten Verbrechens aufzeigt. Die Faszination, die rätselhafte Serienmorde mitbringen, entsteht in regelmäßigen Abständen immer wieder neu, besonders, wenn Daten unter Verschluss gehalten werden oder das Thema wegen neuer Taten wieder aktuell wird. Dabei sieht es zu Beginn nach einem klassischen Fall von Eifersucht aus, der häusliche Gewalt provoziert und deren Verlauf den Ehemann zum Tatverdächtigen Nummer Eins werden lässt. Die Tatsache, dass es sich dabei um einen Polizeibeamten handelt, wird nicht übermäßig ausgeschlachtet, um ein negatives Bild der Ordnungskräfte zu zeichnen, wie es in vielen Gialli der Fall ist. Im Gegenteil sehen wir mit Paolo Malco als Hauptermittler einen besonnenen Mann, der sich der aufkommenden Hysterie um die Rückkehr des Mörders Franco Tribbo verschließt und wissenschaftliche Ergebnisse höher bewertet als Spekulationen über ein Phantom. Eine besondere Note erhält die Handlung durch Terzis Tochter Carol, die von Lara Wendel mit sympathischer Ausgewogenheit dargestellt wird. Sie recherchiert den archivierten Fall Tribbo als Studentin der Kriminalpsychologie und zieht ihre eigenen Schlüsse. Sie bewahrt auch die Nerven, als sie selbst in Gefahr gerät und sich die Schlinge immer fester um ihr Umfeld zusammenzieht. In diesem Zusammenhang gibt es erneut eine Referenz an "A Blade in the Dark" (1983), als eines der Mädchen einen Roman mit dem Titel "Blood" liest, dessen Titelbild ein Messer zeigt, das durch eine Hand sticht. Ebenso erinnern die weitläufigen Gänge des wegen Saisonende geschlossenen Hotels an die Abgeschiedenheit des "Hauses mit dem dunklen Keller".

Valeria d'Obici als Anna Berardi gibt in der Spurensuche nach dem Phantom mit dem Eispickel die Richtung vor. Ihr Beruf verlangt nach distanzierter Analyse, doch nun vermischen sich Dienstliches und Privates und ein guter Freund von ihr steht unter dem Verdacht, ein Mörder zu sein. D'Obici zeigt ihre Anna als pragmatische Frau, die man nicht so leicht erschrecken kann und sie scheint trotz der Gedanken, die sie sich um die neue Mordserie macht, sehr gefasst. Dennoch hat der Fall Tribbo, der bereits über zehn Jahre zurückliegt, Eindruck auf sie gemacht und beschäftigt sie auch außerhalb der Arbeitszeiten, wenn sie sein Gesicht plötzlich im Spiegel ihres Wohnungsflurs sieht. Zum ersten Mal verliert sie ihre Beherrschung, doch da sie bald wieder sachlich über den Fall diskutiert, vergisst man den kurzen Moment ihrer Agonie wieder. Anna ist der Ruhepol im aufgeregten Umfeld ihrer Studenten und Berufskollegen und der Zuschauer merkt zunächst nicht, dass sich die Identifikation von Anna auf Carol verlagert, so subtil geschieht es. Mit dem Schauplatzwechsel in das "Hotel Progresso" wird die Spannungsschraube noch einmal fester gezurrt und die jungen Mädchen als verlockende Beute für einen gestörten Killer werden dem Monster sozusagen auf dem Präsentierteller angerichtet. Er kann nun seelenruhig eine nach der anderen töten, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, da die Abgeschiedenheit des geschlossenen Raums ihm Schutz vor Strafverfolgung bietet und er keinen anderen Gegner zu fürchten hat als sich selbst. Dennoch lässt die Anspannung nicht nach, weil die Heldin des Films generell unter dem sprichwörtlichen Schutz des Zuschauers steht, der um sie bangt. "Midnight Killer" scheint hier den Weg bis zum Ende gehen zu wollen und obwohl die Morde im Vergleich mit anderen Genrevertretern nicht übermäßig brutal ablaufen (man denke etwa an "Body Puzzle" oder "Bay of Blood"), sorgen die gelungenen Kameraeinstellungen für gleichbleibenden Nervenkitzel.

Fazit: Die Geschichte um den unheimlichen Franco Tribbo wartet mit überzeugenden Darstellern und einem flüssigen Plot auf, der aus den klassischen Versatzstücken des Genres einen grundsoliden und ansprechenden Beitrag gestaltet und erneut unterstreicht, dass Lamberto Bava einer der begabtesten Regisseure auf dem "gelben" Stuhl ist.


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