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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 28.12.2009 00:01 
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A Blade in the Dark (Italien 1983, Originaltitel: La casa con la scala nel buio)

Bruno (Andrea Occhipinti) ist ein junger Komponist, momentan arbeitet er am Score für einen Horrorfilm und hat für einen Monat eine geräumige Villa gemietet. Schon bald geschehen merkwürdige Dinge, eine junge Frau taucht auf und verschwindet plötzlich spurlos. Dinge verschwinden oder werden zerstört, eine weitere Dame taucht auf und fragt nach der Vormieterin. Langsam aber sicher glaubt Bruno einem Serienkiller auf der Spur zu sein, doch seine Freundin hält ihn zunächst für einen Spinner. Was hat der Film an dessen Musik er arbeitet mit den Vorgängen zu tun, welche Rolle spielt der Hausmeister namens Giovanni und warum ist lediglich eine der vielen Kellertüren verschlossen...???

Lamberto Bavas Film ist in Deutschland unter dem Titel "Das Haus mit dem dunklen Keller" veröffentlicht worden. Möchte man den Film einem Genre zuordnen, wird er meist als Giallo bezeichnet. Auch wenn sich Lambertos Filme recht deutlich von denen seines Vaters Mario unterscheiden, so gelingt Bava Junior hier eine der grossen Stärken auszuspielen, für die die Filme seines Vaters geschätzt werden. Mit einfachen Mitteln wird eine packende, intensive Atmosphäre erzeugt. So spielt sich die Handlung überwiegend in der besagten Villa -und auf dem dazugehörigen Grundstück- ab, doch trotz spärlicher Ausstattung des Sets vermisst man nichts. Andrea Occhipinti (The New York Ripper, Conquest) erweist sich als Glücksgriff für die Hauptrolle, er schafft es den Film überzeugend zu tragen. Ein paar recht hübsche Damen geben sich die Klinke in die Hand, die eine oder andere gerät in die Fänge des Grauens. Die Morde sind nicht zahlreich, dafür aber teils recht rustikal in Szene gesetzt. Die Auflösung überrascht nicht wirklich, doch insgesamt kann man die Story durchaus als gelungen bezeichnen.

"A Blade in the Dark" bietet dem Genrefan gute Unterhaltung, darf sich aber nicht zu den Höhepunkten oder gar Klassikern des Giallo zählen. Der Score stammt von den De Angelis Brüdern und weiss zu gefallen. Hierzulande wartet der Film noch auf eine offizielle Auswertung auf DVD, die Blue Underground Scheibe aus den USA ist empfehlenswert, wenn man auf den deutschen Ton verzichten kann. Der Film liegt in ordentlicher Qualität vor, in einem Interview kommen der Regisseur und der Drehbuchautor zu Wort. Die DVD ist codefree.

Guter Stoff für Fans = 7/10

Lieblingszitat:

"You don't have a rehearsal, you're just pissed off!"

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Blap V 3.0 regaining paradise

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Vom Ursprung her verdorben


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 28.12.2009 17:06 
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Einer von Lamberto Bavas besten Giallos

Ein Interessanter Film dem man die Frühen 80 Jahre anmerkt, ohne das es Stört

Die Handlung wird recht Langsam und ruhig erzählt Spannung wird duch den gelungen Score erzeugt . Die Mordszenen sind dafür im so Heftiger und duch den Kontrast wirken die Schocks noch extremer - Man Spürt den Einfluss von Argentos Tenenbre bei dem Bava auch mitgearbeitet hatte - auch die Gebäude und die Einrichtungen gehen stark richtung damals modern

Genial finde ich den Anfang - Die Idee ist zwar nicht neu aner gut umgesetzt .
Die Schauspieler passen in ihre Rollen die bis auf die Regiseurin alle eher unauffällig angelegt sind .

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem :

Das Messer mit dem der erste Mord beganngen wird ist ein Witz - würde sofort abbrechen !
Die deutsche Syncho ist richtig billig und passt nicht zu den schönen Bildern .

(altes Review) Peter

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Don't think twice, it's all right ...



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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 28.12.2009 19:33 
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Meiner Meinung nach ist ja von den Bava Jr.-Gialli immer noch DAS UNHEIMLICHE AUGE der Beste, der allerdings von diesem hier gefolgt wird (MIDNIGHT RIPPER ist einfach der schlechteste von ihm). Meiner Meinung nach schafft Lamberto es hier nicht wirklich eine relativ ausgelutschte Story mit genug Verve und Elan so zu gestalten, dass er die gesamte Laufzeit des Films über spannend ist. Ziemlich bieder und konventionell aufgebauter Film mit wenig netten Szenen. Da hätte man mehr machen können.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 03.01.2010 00:15 
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Hmm... was diesen Film angeht scheinen sich ja die Geister zu scheiden. Ziemlich widersprüchliche Aussagen jedenfalls. Die einen bezeichnen ihn als den Giallo von Bava Jr., andere wiederum halten ihn für langweilig. Habe ihn noch nicht gesehen. Wollte ihn mir eigentlich zulegen, doch bin ich etwas verunsichert aufgrund der verschiedenen Kritiken. Der Trailer sah eigentlich interessant aus. Die Musik schien auch passend zu sein. Bin wirklich unentschieden. :?


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 03.01.2010 00:17 
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Also einmal anschauen kann man sich den Film schon.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 25.03.2010 15:09 
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Habe ihn mir nun angesehen und bin eher enttäuscht als begeistert. Schlecht ist "Das Haus mit dem dunklen Keller" zwar nicht, doch fehlen dem Film eindeutig einige wichtige Faktoren, um als gut bezeichnet werden zu können. Beispielsweise diverse schöne Drehorte (der gesamte Film spielt sich in einer öden Villa ab), eine spannendere & komplexere Geschichte, bessere Schauspieler, etwas mehr Sleaze und Atmosphäre. Muss sagen, dass das hier zum Mittelmaß des Giallo gehört.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 13.08.2010 01:44 
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Habe ihn mir gerade beim zweiten Versuch angesehen. Der erste scheiterte an dem fiesen Brummton, weshalb ich ihn vor zwei Jahren nach 5 Minuten ausgeschaltet habe. Da mir der Giallo-Stoff langsam ausging (die neue Bestellung ist noch nicht da), habe ich den wieder eingelegt und es ging viel besser. Mag am anderen Fernseher liegen, da der Brummton locker auszuhalten war. Mir gefiel er sehr gut. Er war durchweg spannend und immer interessant. Das Motiv für die Morde fand ich allerdings etwas doof, aber da kann ich drüber wegsehen. Die Story an sich machte Spaß und wurde von Bava sehr gut umgesetzt.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 14.08.2010 09:17 
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Mit dem Score hätte man sich auch noch etwas mehr ins zeug legen müssen! Für einen 80er film zwar nicht schlecht, aber bei der Story.... Er produziert nen Score für nen Horrorfilm und immer wieder wiederholt sich der gleiche Sound ohne jegliche Abwechslung...
So ist der Film ganz ok, hab schon schlechtere gesehen, man hat sich ne Villa oder Apartment gemietet und drauf los gedreht, bis auf den schneideraum des Horrorfilms gabs dann glaub ich keine weiteren Locations, das ging auch schon besser...
Der anfang mit dem Jungen war sehr gelungen und wäre noch ausbaufähiger gewesen!

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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 16.10.2015 15:29 
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A BLADE IN THE DARK aka DAS HAUS MIT DEM DUNKLEN KELLER

Originaltitel: La Casa con la scala nel buio
Alternative Titel: Das Haus mit dem dunklen Keller
Produktionsland: Italien
Produktion: Lamberto Bava, Mino Loy, Luciano Martino
Erscheinungsjahr: 1983
Regie: Lamberto Bava
Drehbuch: Elisa Briganti, Dardano Sacchetti
Kamera: Gianlorenzo Battaglia
Schnitt: Lamberto Bava
Spezialeffekte: Giovanni Corridori
Musik: Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
Länge: ca. 96 min
Freigabe: ungeprüft
Darsteller: Andrea Occhipinti, Anny Papa, Fabiola Toledo, Michele Soavi


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Der Musiker Bruno erhält den Auftrag den Soundtrack zu einem Horrorfilm zu komponieren. Zu diesem Zweck mietet er sich in eine Villa ein die ihm die benötigte Atmosphäre bietet. Das Haus war einst im Besitz einer ominösen Frau die scheinbar verschollen ist. Mit der Zeit summieren sich seltsame Ereignisse und Bruno ist der Meinung: dass in dem Haus ein Killer umgeht.

DAS HAUS MIT DEM DUNKLEN KELLER ist eine der späten Gialli-Arbeiten unter der Regie von Lamberto Bava. Getragen wird der Film von einer Musik die von Guido De Angelis und Maurizio De Angelis komponiert wurde. Ein recht einfaches Grundthema welches mit dem Einsetzten von stets höheren Tönen ein Einbinden des Rezipienten anstrebt. Im Prinzip recht wirksam da gerade das Hauptthema mit seinem teils monotonen Schema zu einem Trancefördernden Element wird. Ein Klangschema an dem es nichts auszusetzen gibt, da es die klassischen Musikelemente des Gialli mit einem eigenständigen Soundgebilde verbindet.

Die Kameraarbeit von Gianlorenzo Battaglia orientiert sich an der von Luciano Tovoli - sprich Argentos TENEBRE. Man achte hier z.B. auf die langen Kamerafahrten durch die Villa. Auch die Morde die sich im HAUS MIT DEM DUNKLEN KELLER ereignen, erinnern an die „Menschenbeseitigungen“ aus TENEBRE. Einmal gelingt es gar jenen (ich nenne ihn mal den „Jau! Effekt“) zu vermitteln. Bei TENEBRE sorgt eine Hand und eine Axt für einen solchen ausschlaggebenden Aspekt - zur Vermittlung des erwähnten Effekt. Lamberto Bava setzt ebenfalls auf eine Hand und ein Werkzeug…

Von einem weiteren Vergleichen der beiden Filme nehme ich nun Abstand.

Lamberto Bava setzt in seinem Film überwiegend darauf eine unheimliche Atmosphäre zu vermitteln. Durch die eher spärliche Einrichtung im besagten Haus kann ein gewisses depressives und leicht beängstigendes (ich sage mal) Karma erzeugt werden. Der Film lebt von eben jener Ausstrahlung die seine eingesetzten Räumlichkeiten aufweisen. Inmitten dieser Locations befindet sich der Hauptprotagonist, der überwiegend allein mit mysteriösen Ereignissen konfrontiert wird. Unterbrochen wird dieser Zustand mit dem Eintreffen einiger Damen und den Zusammenkünften mit dem Gärtner (der ja angeblich immer der Mörder ist).

Die Morde werden aus der Sicht des Mörders vollzogen. Dieser Grundgedanke ist natürlich ein wichtiges Element um dem Zuschauer die (Spannung bei der) Suche nach dem Mörder zu erhalten.

Innerhalb der Besetzung finden wir übrigens Giovanni Frezza. Seit DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER ein unvergessliches Kindergesicht. In Anbetracht seiner Filmografie frage ich mich ob Giovanni Frezza nicht einen Schaden behalten hat, da er bei der FRIEDHOFSMAUER gerade mal neu Jahre alt war. Ein weiteres überaus bekanntes Gesicht ist Michele Soavi der neben seinem schauspielerischen Mitwirken auch als Co-Regisseur beim HAUS MIT DEM DUNKLEN KELLER tätig ist.

Fazit: Ein kostengünstig inszenierter und durchaus ordentlicher Film (aus der Gialli-Spätphase) der irgendwo zwischen TENEBRE und DRESSED TO KILL angesiedelt ist. In seiner Laufzeit etwas zu lang angelegt. Ca. 15 Minuten weniger und das Teil wäre deutlich knackiger.

Der auf dem von x-rated enthaltene Audio-Kommentar von Pelle Pelsch und Christoph Draxtra weiß zu gefallen. Locker gesprochen so dass man sehr gern zuhört. Zahlreiche Infos gibt es natürlich auch.​​

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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 31.12.2015 11:59 
Gestern die X-Rated Blu-ray gesichtet.
Ach mein Gott, was für ein Filmchen.
Das Giallo Genre hat ja bekanntlich seine ganz eigene Logik aber bei "A BLADE IN THE DARK" darf man diese überhaupt nicht mehr erwarten.
Ich bin ziemlich sicher, dass der Film 1983 so ziemlich von jedem Seher als Videotheken Billigschrott abgetan wurde, was er wohl auch ist. Heute, 30 Jahre danach ist er aber eines der Unikate, die in Form und Stil überzeugen und da wurde alles richtig gemacht. Da passt die ganz eigene Atmosphäre, die Kamera, die Musik und die Farbgebung.
Für mich persönlich ein Hochgenuß!

Ich kann jeden verstehen, der die Lamberto Bava Filme zerreißt aber eigentlich ist der Mann ziemlich stilsicher und zumindest mich machen die Filme von ihm süchtig.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 01.01.2016 14:09 
Ich habe mir den Film nochmals angesehen und finde ihn mittlerweile extremst stilsicher. Das Ding ist, wenn man mal von der hanebüchenen Story absieht perfekt gemacht, da sitzt mal jede Einstellung, der Schnitt ist überragend und die Atmosphäre wunderbar. Da könnten Filmstudenten echt was lernen.

Einer der besten Filme von Lamberto Bava.


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 Post subject: Re: A BLADE IN THE DARK - Lamberto Bava
PostPosted: 24.02.2019 14:11 
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"Das Haus mit dem dunklen Keller" (Original: La casa con la scala nel buio) (Italien 1983)
mit: Andrea Occhipinti, Lara Naszinski, Anny Papa, Stanko Molnar, Valéria Cavalli, Michele Soavi, Fabiola Toledo, Giovanni Frezza, Marco Vivio u.a. | Drehbuch: Dardano Sacchetti und Elisa Briganti | Regie: Lamberto Bava

Der Komponist Bruno erhält von der Regisseurin Sandra den Auftrag, die Musik zu ihrem neuen Horrorfilm beizusteuern und mietet sich zu diesem Zweck ein ruhig gelegenes Haus. Bald bekommt er Besuch von seiner Nachbarin Katia, die ihr Tagebuch liegenlässt, in dem sie Andeutungen über ein furchtbares Geheimnis der Vormieterin Linda macht. Als Katia spurlos verschwindet, sucht ihre Freundin Angela nach ihr, ereilt aber das gleiche Schicksal wie Katia. Bruno schöpft den Verdacht, dass beide Frauen Opfer eines Mordes geworden sind und vermutet die Ursache dafür in ihrer Bekanntschaft mit Linda....

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Wie Regisseur Lamberto Bava (Sohn von Mario Bava) in einem Interview sagte, gefiele ihm der englische Titel "A Blade in the Dark" sogar besser als der italienische Originaltitel. Die Assoziationen, die das Publikum mit einem Haus mit einer im Dunklen verborgenen Treppe verbindet, deuten mehr in Richtung Gothic-Thriller, dabei handelt es sich bei dem Schauplatz um eine helle, moderne Villa mit einem weitläufigen Kellerbereich, der durchaus als Wohnraum genutzt werden hätte können. Keinerlei Spuren von Moder, Verwesung oder Unrat. Der Schrecken findet deshalb nicht in heruntergekommenen Kammern, die seit langem unbenutzt sind, statt, sondern wird durch einen unheimlichen Besucher ins Haus gebracht. Hierbei profitiert der Schauplatz besonders von seiner offenen Struktur, den ebenerdigen Zimmern, in die das Böse ohne Schwelle gleiten kann, ohne dabei gesehen zu werden. Einen Vorsprung gewinnt die Angst durch die Prätitelsequenz, in der das Unheil im Tiefgeschoss lauert, in einem dunklen Schlund, der das pausbäckige blonde Kind verschlingt. Mit diesen Vorzeichen im Hinterkopf wartet der Zuschauer auf die Fortsetzung und Klärung der nicht weiter erläuterten Bluttat. Die subjektive Kamera engt den Blickwinkel während der Ausführung der Taten ein und treibt die Angst der Opfer vor sich her, während die Ausweglosigkeit mit jedem neuen Mord zunimmt. Ursprünglich als TV-Film mit Werbeblöcken geplant, entschieden sich die Verantwortlichen dann doch dagegen, den blutigen Taten Einlass in die italienischen Wohnzimmer zu gewähren und Bava schnitt den Film für eine Kinoauswertung entsprechend um. Die ruhige Ahnungslosigkeit des Komponisten Bruno flankiert die kalte Struktur der Morde auf angenehme Weise, weil mit diesem Stilmittel betont wird, dass es in einem Giallo kein Entrinnen gibt. Die Regeln eines klassischen Kriminalfilms werden außer Kraft gesetzt und die Gewissheit einer Lösung im Sinne des Zuschauers kann nicht garantiert werden. Die Tradition des Giallos sieht vor, dass der (männliche) Protagonist meist ohne Polizei ermittelt und so obliegen die Nachforschungen Andrea Occhipinti, der seine Rolle mit bemerkenswerter Ruhe und Stringenz ausfüllt. Er lässt sich von den tätlichen Angriffen auf seine Arbeit und dem Verschwinden mehrerer Frauen nicht beirren und verfolgt eine Spur, von der er glaubt, dass sie die Hintergründe der Ereignisse ans Licht bringen wird. Lara Naszinski als seine Freundin sorgt durch ihre partielle Abwesenheit selbst für Ungereimtheiten und ist ihrem Partner keine Unterstützung.

Die mangelnde Solidarität und das Unverständnis zwischen den Liebenden macht aus ihnen ein Paar ohne besondere Merkmale; ein Paar, dem das Drehbuch deshalb den Schutz entzieht, der die Helden des Films üblicherweise vor Schaden bewahrt. Die Unfähigkeit, sich zu artikulieren, wird als potenzielle Gefahr gezeichnet. Die handelnden Personen reden aneinander vorbei, verschließen sich oder verschweigen wissentlich Wesentliches. So erhält das geheime Tagebuch des ersten Mordopfers eine gewichtige Rolle, bleibt jedoch in seinen Andeutungen vage, obwohl es doch ein Hüter der Wahrheit sein sollte und die Schreiberin bekennt, sich niemandem sonst anvertrauen zu können. Ebenso redet Bruno bei Giulia ins Leere, während sie ihm verschweigt, dass sie es mit ihrer Verpflichtung am Theater nicht so genau nimmt. Diese Verwässerung der zwischenmenschlichen Beziehungen bereitet den Boden für die rücksichtslosen Taten eines Einzelgängers, der das Vakuum ausnutzt, das sich in seiner Umgebung auftut. Einer Umgebung, in der er sich unauffällig durch den Alltag zu manövrieren versucht, wobei seine unverbindliche Freundlichkeit nur eine Maske ist, die seine wahren Gedanken verbirgt und ihm zu einem bürgerlichen Ansehen verhilft. Die Taten werden mit großer Geduld in einem kontinuierlichen Spannungsaufbau inszeniert, wobei die Einsamkeit des Schauplatzes bereits eine latente Bedrohung darstellt, weil sie mit dem Wissen um die Mordbereitschaft eines Unbekannten einhergeht. Der Zuschauer hält den Atem an, weil er weiß, dass die Zerstörungswut des Täters jederzeit losbrechen kann. Die verzweifelte Raserei des zweiten Mordes gipfelt in einigen harten Szenen, bei denen die Kamera hautnahe Zeugin der Vernichtung eines Menschenlebens wird und der Blutpegel dementsprechend in die Höhe steigt. Obwohl diese Momente den Film nicht dominieren, verleihen sie ihm ein nachhaltiges Gefühl der Unsicherheit und der Anspannung der Nerven. Als ausgleichend beruhigend erweist sich das harmonische Spiel von Andrea Occhipinti, der neben Anny Papa Sympathieträger des Giallos ist. In einer Umgebung der fortwährenden Bedrohung sind diese Charakterzüge nicht hoch genug einzuschätzen und verleihen dem Film einen positiven Fixpunkt. Durch die dezente Farbgebung und die eleganten Interieurs macht der mit bescheidenen Mitteln produzierte Streifen einen hochwertigen und fast zeitlosen Eindruck.

Fazit: Hochspannung in idyllischer Umgebung liefert Bavas Film in beeindruckenden Bildern und einer Geschichte, die dem Zuschauer Raum für Interpretationen lässt. Die zugrunde liegende Motivation des Täters spiegelt seelische Abgründe wider, die sich zur Gefahr für ihre Umgebung ausweiten und ihren Ursprung in der Vergangenheit finden, was ein beliebtes Sujet des Genres ist.


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