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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 09.07.2013 17:54 
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reggie wrote:
Was war denn da wieder, könntest du das bitte nochmal erläutern ?
Beim DVD Forum wurden ja alle Beiträge gelöscht bei einem hacker angriff....

Bei der Neuauflage von X-Rated im "Director's Cut" kam der Anfang wie gehabt: Mord in Zeitlupe, dann Standbild mit Frauenleiche im Vordergrund, hinten auf einem Berg das Schloss/die Burg.

Es folgt: Titeleinblendung SCHATTEN DES TODES (selbstgemacht), dazu läuft die bekannte Musik. Das bleibt dann auch so, der Titel wird über 30 Sekunden eingeblendet. Danach wieder nur das Standbild, jetzt erneut ohne Schrift, plus Musik.

Bei Minute 2:09 wird auf Schwarzbild (!) umgeschnitten, die Musik setzt deutlich hörbar zu einem früheren Zeitpunkt wieder ein. Vor Schwarzbild laufen nun die Credits (Schauspieler und alle anderen) ab. Die Namen sind dort platziert, wo sie auch in anderen Fassungen standen (wo es wie üblich dahinter das bekannte Standbild gab).

Der Schluss ist ähnlich verlängert: Letzte Szene, nächtliches Standbild. Die Musik läuft und läuft, außer dem Standbild sieht man nichts (eigentlich liefen hier schon immer die Credits durchs Bild). Irgendwann wird dann wieder auf Schwarzbild umgeschnitten, die Credits beginnen nun zu laufen. Die Musik ist logischerweise zu kurz, also musste erneut "angestückelt" werden, um wirklich den gesamten Abspann damit abdecken zu können.

Kurzum: Sieht relativ besch**den aus und klingt auch so. War meine sechste Fassung dieses Films und ich hatte mir doch eine bessere Ausgabe davon erhofft als den Erstversuch von X-Rated. Das Bild ist durchaus OK, nur diese Pseudo-Verlängerung zum Director's Cut vergällt (zumindest mir) den Spaß am Film gewaltig.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 09.07.2013 18:06 
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:roll: Danke, selten Dämlich was die das Fabriziert haben nur um nen DC vorzugaukeln :x

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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 10.07.2013 13:41 
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... das schreit doch nach einer Neuauflage. Am besten eine Bido-Box mit STIMME DES TODES und BLUTIGER SCHATTEN. Ich liebe diese beiden Filme, da wäre noch Optimierungsbedarf vorhanden :rotezoradafuer:

Wenn ich dieses Stück höre würde ich den Streifen am liebsten sofort einlegen :tanzen4:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 10.07.2013 14:04 
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Das war, wenn ich mich recht entsinne, mein erster je gesehener Giallo, von daher mag ich den Film auch sehr (wie ich überhaupt die etwas düsteren Giallos mit urbaner Atmosphäre mehr mag). Habe die alte X-Rated-DVD jetzt als nicht so schlecht im Hinterkopf.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 10.07.2013 14:16 
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Matofski wrote:
Das war, wenn ich mich recht entsinne, mein erster je gesehener Giallo, von daher mag ich den Film auch sehr (wie ich überhaupt die etwas düsteren Giallos mit urbaner Atmosphäre mehr mag). Habe die alte X-Rated-DVD jetzt als nicht so schlecht im Hinterkopf.


... ich habe die 1. X-Rated und den Directors Cut (Erstauflage). Bildtechnisch ist der Directors Cut durchaus in Ordnung und eine enorme Verbesserung zur Erstauflage, aber meiner Meinung nach hätte der Film eine bessere Auswertung verdient ...


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 04.11.2013 22:12 
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Diabolik! wrote:
Freilich zählt BLUTGER SCHATTEN nicht zu den Glanzpunkten des Giallo-Genres, als Schlusslicht ist er jedoch auch nicht einzuordnen, eher im gehobenen Mittelfeld. Aufgrund der gemächlichen Narration schleicht sich mitunter etwas Stillstand ein, und auch die Mordszenen – Salz in der Suppe eines jeden Giallo! – sind leider etwas bieder und unspektakulär ausgefallen. Allerdings ist allein die unglaubliche Szene in der Wohnung der mysteriösen Signora Nardi (Juliette Mayniel) und ihrem geistig behinderten Sohn die Anschaffung des Films wert. Und auch das Finale wartet mit einigen überraschenden Twists auf, die weniger an den Haaren herbeigezogen anmuten, als in vergleichbar besseren Filmen.



Hab ihn grade seit längerem mal wieder gesehen und sehe das so wie Diabolik. Inzwischen finde ich ihn ganz nett, da reisst einen nichts aus dem Sessel außer der o.g. Szene, aber es gibt eine gute Handlung , schöne Bilder von venedig ( da fällt mir ein: die "verfolgungsszene inkl. Handkamera ist eingentlich auch ganz gut gelungen, wird aber leider zu inflationär eingesetzt) einen guten Soundtrack und eigentlich auch eine solide Handlung, die allerdings nicht so richtig Fahrt aufnimmt.Früher habe ich den Film gehasst, aber so langsam freunde ich mich mit ihm an.
Hier und heute eine 7/10


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 05.11.2013 17:14 
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Mir hat Blutiger Schatten ebenfalls sehr sehr gut gefallen außerdem mag ich Craig Hill äußerst gern. Hat mir auch wesentlich besser gefallen als Bidos anderer Giallo, Die Stimme des Todes, der allerdings auch recht unterhaltsam war. Eine gute und angemessene Auswertung würde mich mehr als freuen, die X war ja, sagen wir mal bescheiden. Ich würde Blutiger Schatten, aber auch Die Stimme des Todes, wirklich gern noch einmal in einer guten Qualität genießen.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 03.01.2014 18:41 
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Ich habe Die Neuauflage mit dem Retro Cover und dem Titel BLUTIGE SCHATTEN statt BLUTIGER SCHATTEN (das Beste der ganzen Cover meine ich) - finde den Film echt super. Er hat tolle Locations und auch ne coole düstere Atmosphäre.Auch die Musik und die Story wissen zu gefallen. Übrigends der andere Bido Giallo ist echt auch top.
Schade dass er keine Giallos mehr gedreht hat.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 15.03.2015 11:36 
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Kommt im im Mai von 88 Films auf BD. Könnte eine interessante Ausgabe werden, wird daher unter Beobachtung gestellt.

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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 15.03.2015 11:44 
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Blap wrote:
Kommt im im Mai von 88 Films auf BD. Könnte eine interessante Ausgabe werden, wird daher unter Beobachtung gestellt.


Und warum nicht unsere BD die in 3 Wochen kommt?
PS: Wir haben das Master für 88 gemacht


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 15.03.2015 12:45 
Neue Bertuccifilm wrote:
Blap wrote:
Kommt im im Mai von 88 Films auf BD. Könnte eine interessante Ausgabe werden, wird daher unter Beobachtung gestellt.


Und warum nicht unsere BD die in 3 Wochen kommt?
PS: Wir haben das Master für 88 gemacht



Ausland = immer besser bei Blap. :mrgreen:


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 15.03.2015 12:55 
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italo wrote:
Neue Bertuccifilm wrote:
Blap wrote:
Kommt im im Mai von 88 Films auf BD. Könnte eine interessante Ausgabe werden, wird daher unter Beobachtung gestellt.


Und warum nicht unsere BD die in 3 Wochen kommt?
PS: Wir haben das Master für 88 gemacht



Ausland = immer besser bei Blap. :mrgreen:


Achso. Ich verstehe ;)


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 15.03.2015 17:39 
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italo wrote:
Ausland = immer besser bei Blap. :mrgreen:


Blödsinn. Zehn Stockschläge! :lol:

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Neue Bertuccifilm wrote:
Und warum nicht unsere BD die in 3 Wochen kommt?
PS: Wir haben das Master für 88 gemacht


Du weißt, dass ich dich und dein Labelsortiment schätze. Ich bin jedoch nach wie vor von den BDs der letzten Zeit etwas enttäuscht (Filmtexturen verschwunden, Kompression unbefriedigend etc.), über das Thema haben wir bereits -ohne wirkliches Ergebnis- in einem anderen Thread diskutiert. Allerdings beschränke ich mich sowieso nie auf den deutschen Markt, möchte nach Möglichkeit die beste Scheibe für mein Geld bekommen. Bei gleichem Master wird der Vergleich umso interessanter.

Ich habe deine Neuauflage von "Bloodstained Shadow" in meiner Sammlung (Box 77, vermutlich 2007 veröffentlicht). Diese Scheibe gefällt mir gut, solide DVD-Qualität, Filmtexturen nicht total plattgeschmiert. Sollte die BD -im Rahmen der nun verbesserten Mediensituation- ähnlich angenehm ausfallen: Vielen Dank!

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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 17.05.2015 17:07 
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Gestern die X-BD gesichtet...

Meine Fresse! Hat der n Bomben-Cipriani-Score zu bieten! Allerfeinste Ohr-Sahne!

Den Film selbst fand ich auch überraschend gut. Überraschend weil ich den eher als etwas mau in Erinnerung hatte (letzte Sichtung war glaub ich die Zenit-VHS). Aber dieses Venedig-Setting in Verbindung mit diesen zum niederknieenden Cipriani-Tunes hat letztendlich voll eingeschlagen. Auch die Kills wussten durchaus zu gefallen (ich sag nur: Kamin!).


10 / 12

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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 17.05.2015 18:53 
Die Story ist nicht schlecht aber auch nicht überragend. Die drei wesentlichen Punkte am Film sind die unglaubliche Atmosphäre, verbunden mit der klasse Musik von Stelvio Cipriani und der Anwesenheit von Craig Hill.

8/10


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 18.05.2015 15:18 
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Blutige Schatten (D)
Solamente nero (IT)
Terreur sur la lagune (F)
The Bloodstained Shadow (Int.)
Only Blackness (Int.)

It 1978

R: Antonio Bido
D: Lino Capolicchio, Stefania Casini, Craig Hill, Massimo Serato, Juliette Mayniel, Laura Nucci u.a.


dt VHS-Premiere

dt. Synchronsprecher

Schnittbericht

Score: Stelvio Cipriani (with a little help of Goblin)

OFDb



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"Wenn Du über Mord sprichst, wird man bald über Deinen reden..."


Der junge Professor Stefano D'Archangelo (Lino Capolicchio) möchte nach längerer Zeit mal wieder seinen Bruder, den Pfarrer Don Paolo (Craig Hill) im herbstlichen Venedig besuchen und lernt während der Anreise mit der Bahn die reizende Künstlerin und Innenausstatterin Sandra Sellani (Stefania -Suspiria- Casini) kennen (und im weiteren Filmverlauf auch lieben).

Doch nach Ankunft in der Lagunenstadt trennen sich zunächst die Wege der beiden Turteltäubchen und Stefano wird am Hafen von seinem Bruder herzlichst im Empfang genommen. Während einer leckeren Polentamahlzeit in einem nahe gelegenen Gasthaus fällt Stefano eine geheimnisvolle Frau (Alina De Simone) auf, die in der hintersten Ecke einsam an einem Tisch verweilt. Bei der namenlose Dame (die im Film lediglich als das "das Medium" betitelt wird) handelt es sich um ein übersinnliches Medium, das zusammen mit 3 weiteren Einwohnern spiritistische Séancen in ihrem Haus abhält. Zu den Mitgliedern dieses exklusiven okkulten Zirkels gehören außerdem der Arzt und Atheist Dr. Aloisi (Sergio Mioni), der auf junge Knaben stehende und in der Bevölkerung verhasste Graf Pedrazzi (Massimo Serato) und Signora Nardi (Juliette Mayniel), eine alleinstehende Frau, die im Untergrund illegale Abtreibungen durchführt und ihren mental retardierten Sohn (Gianfranco Bullo) auf eigene Faust in ihrem Haus vor der Öffentlichkeit sicherheitsverwahrt.

Nachdem man sich mit gestillten Magen in der priesterlichen Residenz zum Antritt der Nachtruhe eingefunden hat, vernimmt Don Paolo plötzlich grausame Hilfeschreie aus dem verregneten Innenhof des Anwesens und verlässt umgehend wieder das bereits angewärmte Bett, um sich die Sache mal genauer vom Fenster aus betrachten zu können. Was er aber sieht, lässt ihm zunächst das Blut in den Adern stocken, denn vor seinen Augen ereignet sich gerade ein grausamer Mord durch einen maskierten Täter an einer unbekannten Frau.
Doch nach Ankunft im Innenhof ist die Leiche zunächst auf unerklärliche Weise verschwunden, taucht dann aber seltsamerweise am folgenden Tag an einer anderen Stelle wieder auf: Bei der ermordeten Frau handelte es sich um das Medium, das tatsächlich eine Nacht zuvor von einem unbekannten Täter gemeuchelt wurde.

Plötzlich findet Don Paolo in seinem Haus zudem auch noch einen gegen ihn gerichteten Drohbrief vor, der augenscheinlich vom unbekannten Täter stammt. Dieser hatte wohl nachts zuvor die Anwesenheit des Priesters am Fenster bemerkt und versucht diesen jetzt mittels seiner Drohbriefe mundtot zu machen.
Doch der Priester lässt sich keinesfalls so leicht mundtot machen und begibt sich gemeinsam mit Stefano auf die Spurensuche nach dem Täter. Dabei geht aber jeder seine eigenen Ermittlungswege, so dass Stefano auf seinem Rechercheweg zufälligerweise wieder auf die verzückende Sandra trifft und sich mit dieser intensiver anfreundet.

Nach kürzester Zeit überschatten aber schon weitere grausame Morde im Umfeld des okkulten Zirkels die wolkenverhangene Lagunenstadt und die Anzahl zugestellter Drohschreiben vermehrt sich zusehends. Als Stefano dann auch noch ein mysteriöses Bild im Haus von Stefanies Stiefmutter (Laura Nucci) entdeckt, löst dieses bei ihm plötzlich einen unangenehmen Flashback aus, da das Gesehene bereits vergessene Erinnerungen eines scheinbar verdrängten Kindheitstraumas wieder hervorzurufen scheint. Doch am nächsten Tag ist das Bild plötzlich verschwunden und die Stiefmutter vom unbekannten Killer gehimmelt (bzw. durchgegaren).

Ab diesem Moment befinden sich alle Involvierte in höchster Lebensgefahr und ein unaufhaltsames Wettrennen auf Leben und Tod beginnt. Kann der unbekannte Mörder rechtzeitig enttarnt werden, oder gibt es für den Pfarrer und die Liebenden letztendlich kein Entkommen mehr...?


"Priester, denke daran: Schweigen ist Dein Leben!"


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Diese erneute Betrachtung der eigentlich zuvor schon als recht gut empfundenen Giallo-Perle konnte gestern Abend so richtig begeistern und stellte sich als ein sehr intensives und wohliges Filmerlebnis heraus.
Keine Ahnung, ob das im Vergleich zur alten DVD an der Top Bild-und Tonqualität der neuen X-Rated BD liegt, aber dermaßen intensiv hatte ich diese audio-visuelle Meisterleistung zuvor noch nicht wahrgenommen (gerade die Nachtszene mit dem fahrenden Boot im Kanal des Todes konnte mich vom Bild her komplett wegblasen) -die Schnappschüsse stammen aber aufgrund eines fehlenden BD-Laufwerks am PC von der DVD-

Die Inszenierung des Films ist zwar vordergründig sehr ruhig und dialoglastig gestaltet, kann aber aufgrund seiner fantastischen Gesamt-Atmospähre den Betrachter in seinen Bann ziehen und dabei auch Spannung vermitteln. Am stärksten erinnerte mich dieses 2. Giallo Werk von Antonio Bido (nach dem bereits recht beachtlichen Erstlingswerk "Die Stimme des Todes") an das gleichfalls sehr außerordentliche Pupi Avati Werk "Das Haus der lachenden Fenster", das mir aufgrund der ähnelnden Filmatmosphäre mehrmals unweigerlich in den Sinn kam.

In vielen ruhigen Passagen wird dem Zuschauer die wohlige und leicht triste Atmosphäre Venedigs in Form wunderschöner und beeindruckender Bilder vermittelt, die dem Film erst den gewissen Esprit verleihen. Hinzu gesellen sich immer wieder großartig in Szene gesetzte und zeitintensive Spannungsszenen, die ihre vollständige Intensität aber erst durch die erstklassige Filmmusik von Stelvio Cipriani verliehen bekommen.

Diese hatte ich zuvor auch noch nie so "großartig" wahr genommen, da es bisher lediglich das Titel-Thema auf meine Favoriten-Liste geschafft hatte, aber bei der gestrigen Betrachtung zündete dann auch der komplette Soundtrack.
Dieses meisterhafte Werk schien unter der Mithilfe der ungenannten Goblin-Mitgliedern entstanden zu sein, wobei ich mir hierbei vorstellen könnte, dass Simonetti & Co lediglich die entsprechenden (und wunschgemäßen) Soundeinstellungen bei den elektronischen Instrumenten und Gerätschaften vornahmen (bzw. lieferten) und Cipriani diese für seine Komposition der letztendlichen Filmmusik nutzte...


Fazit: Ein ruhiges, aber sehr intensives und atmosphärisches Filmerlebnis aus der Lagunenstadt Venetiens, dessen audio-visuelle Komponente zu fesseln weiß.


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Trailer:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Score:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


www.youtube.com Video from : www.youtube.com




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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 18.05.2015 17:44 
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Richie Pistilli wrote:

Die Inszenierung des Films ist zwar vordergründig sehr ruhig und dialoglastig gestaltet, kann aber aufgrund seiner fantastischen Gesamt-Atmospähre den Betrachter in seinen Bann ziehen und dabei auch Spannung vermitteln. Am stärksten erinnerte mich dieses 2. Giallo Werk von Antonio Bido (nach dem bereits recht beachtlichen Erstlingswerk "Die Stimme des Todes") an das gleichfalls sehr außerordentliche Pupi Avati Werk "Das Haus der lachenden Fenster", das mir aufgrund der ähnelnden Filmatmosphäre mehrmals unweigerlich in den Sinn kam.



Ging mir ähnlich.

Und schön, dass hier endlich mal
das verrate ich doch nicht mal in Spoilertags :mrgreen:
der Mörder ist.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 07.06.2015 11:57 
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Gestern zum vierten Mal gesehen. Für mich ist "Blutiger Schatten" ein Film, der nicht nur bei jeder Sichtung gut funktioniert, sondern beim wiederholten Anschauen sogar noch an Qualität gewinnt. Mit dem schönen Bild der neuen X-Rated Blu Ray ist dieser Ausflug nach Venedig ein absoluter Genuss.

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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 13.11.2015 20:38 
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Gestern zum ersten Mal gesehen. Guter Giallo mit allen Standard-Zutaten des Genre. Mysteriöse Story bei dem der Mörder und das Motiv gesucht wird, etwas Gore und etwas Nudity. Mit Venedig bietet der Streifen auch eine interessante Lokation. Fühlte mich gut unterhalten und zu keiner Zeit gelangweilt. Die deutsche Synchro ist ok.
Bzgl. der Story fand ich einzig die fehlende Erklärung für den ursprünglichen Mord etwas unzufriedenstellend. Die Erklärung, dass der Mörder sich nicht mehr erinnern kan, ist doch etwas schwach.


7/10

Screenshots der X-Rated Blu-ray:
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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 26.02.2019 13:48 
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"Blutiger Schatten" (Original: Solamente nero) Italien 1978
mit: Lino Capolicchio, Stefania Casini, Craig Hill, Massimo Serato, Juliette Mayniel, Laura Nucci, Attilio Duse, Gianfranco Bullo, Alina Simoni, Alfredo Zammi, Sergio Mioni, Sonia Viviani, Luigi Casellato, Emilio Delle Piane, Fortunato Arena, Andy Luotto, Robert Sommer u.a. | Drehbuch: Antonio Bido, Marisa Andalò und Domenico Malan | Regie: Antonio Bido

Stefano D'Arcangeli besucht seinen Bruder Don Paolo, der auf einer Insel in der Venezianischen Lagune eine kleine Pfarrei leitet. In der Eisenbahn lernt er Sandra Sellani kennen, die regelmäßig bei ihrer Stiefmutter vorbeischaut, die seit Jahren krank ist. Bereits wenige Stunden nach Stefanos Ankunft geschieht unter dem Fenster von Don Paolos Zimmer ein Mord: eine Frau wird von einem maskierten Angreifer erwürgt. Am nächsten Tag findet der Pfarrer einen anonymen Drohbrief vor seiner Tür, in dem er zum Schweigen aufgerufen wird, andernfalls würde sein Geheimnis publik gemacht. Es dauert nicht lange und der zweite Mord aus dem Umfeld des erwürgten Mediums geschieht....

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Der Schauplatz charakterisiert die Handlung in ihren Grundfesten: Fäulnis und Moder greifen nach den Fassaden, die bisher tapfer standhielten, nun aber nach und nach zunehmend entblößt und beschädigt dastehen. Der Niedergang manifestiert sich in den zurückhaltenden Gesten der Figuren, spiegelt sich in versteinerten Mienen wider und sucht seine Entsprechung in der Besinnung auf das Spirituelle; sei es nun die offizielle Kirche oder der Hokuspokus einer "Berufenen". Wie gering das Zutrauen zu den Behörden ist - gerade im ländlichen Bereich - wird dadurch deutlich, dass ein Verbrechen wie Pädophilie nicht der Polizei, sondern dem Pfarrer gemeldet wird. Der dekadente Vertreter des Adels, der sich kleine Jungen ins Haus holt; die Ortshebamme, die als "Engelmacherin" tätig ist; das Medium, das Geld aus seinem Wissen erpresst und der schizophrene Sohn, der auf dem Dachboden verborgen wird, sind nur einige Episoden in einer Welt der Abschottung und der dunklen Familiengeheimnisse, die bis in den Privatkreis des Pfarrers hineinreichen. Die Kamera weidet sich förmlich an den ansprechenden Lokalitäten; an den dunklen, engen Gassen, den Nebeln, die aus dem Kanal steigen und der Romantik eines flackernden Grablichts auf dem nächtlichen Friedhof. Die Personen werden lange Zeit wie Schachfiguren durch das Labyrinth der subtilen Bedrohung geschoben, bis sich die Schwere der Interieurs auf ihre gequälten Seelen legt und sie ihrer finalen Bestimmung zugeführt werden. Lino Capolicchio, der sich bereits in "Das Haus der lachenden Fenster" (1976) mit den Absonderlichkeiten einer abgeschiedenen Welt befassen musste, findet bei seinem Bruder, den Craig Hill mit empathischer Würde spielt, nicht die erhoffte Ruhe, sondern gerät ins Zentrum brutaler Morde. Der Täter geht systematisch vor und schont weder Mann, noch Frau. Sein Interesse erschöpft sich im Beseitigen unliebsamer Mitwisser oder Zeugen und in der Vernichtung von Beweismaterial. Allein dadurch kristallisiert sich bald heraus, dass es der Zuschauer hier mit einem weitaus komplexeren Fall zu tun hat, der wiederum in der Vergangenheit fußt, wie durch die Erinnerung Stefanos veranschaulicht wird.

Antonio Bido zeichnet sowohl für die Idee und das Drehbuch, als auch für die Regie verantwortlich, was man dem Film durchaus anmerkt. Die Geschichte wirkt wie aus einem Guss und präsentiert nicht nur eine grausame Wahrheit aus der Vergangenheit, sondern beginnt ihr teuflisches Mörderhandwerk, ohne sich lange mit Belanglosigkeiten aufzuhalten. Der populäre dramaturgische Griff, die Hauptfigur von Kindheitserlebnissen heimsuchen zu lassen, zeugt vom Tiefgang der Produktion, die mit dem Geistlichen einen Mann in den Mittelpunkt stellt, der sich tagtäglich mit Schuld und Verantwortung, sowie mit Sühne und Vergebung auseinandersetzen muss. Er ist die moralische Instanz des Ortes und wird mehr noch als die Polizei um Hilfe und Rat gebeten. Die Tatsache, dass er selbst bedroht wird und sogar Anschläge auf sein Leben verübt werden, sorgt für eine Beklemmung, die geradezu als Gotteslästerung empfunden wird. Die Entschlossenheit des Täters, jeden zu vernichten, der seinem Plan im Wege steht, verleiht dem Giallo Authentizität und webt ein Spinnennetz aus Gefahren, in dem sich die Opfer wie wehrlose Insekten verfangen. Dabei geht der Mörder nicht zimperlich vor; von der Hellebarde bis zum Kaminfeuer lässt sich alles zweckentfremden, was gerade verfügbar ist. Die knisternde Spannung variiert dabei und gipfelt nicht bei jeder Aktion in einem Erfolg, was der Handlung, die sich ausführlich Zeit für Nuancen und Zwischentöne nimmt, sehr zugute kommt. Ebenso werden Schauplätze in Szene gesetzt, die vor allem bei Dämmerung und in der Nacht unheimliche Schatten werfen und in der Phantasie des Publikums mit Gefahr in Verbindung gebracht werden. Der pointierte Einsatz des Tons und der Musik steigert die vorhandenen Stilelemente um ein Vielfaches und unterstreicht die Absicht des Drehbuchs. Die Auflösung überrascht und bedient sich einer eleganten Rückschau, die den Bogen bis zum Mord in der Vergangenheit spannt und in ihren Einzelheiten kaum deduzierbar ist. Die Ungewissheit über die Herkunft der seltsamen Erinnerungen löst sich bei Stefano auf, schafft allerdings neue Probleme und entlarvt das Leben als emotional fragiles und enttäuschendes Perpetuum mobile, was dem Giallo an sich selten ein Happy-End beschert.

Fazit: Dramaturgisch fesselnder und inszenatorisch überzeugender Giallo mit dem natürlich und verletzlich aufspielenden Paar Capolicchio und Casini, sowie einem charismatischen Craig Hill, der den Geistlichen nachhaltig darstellt. Die morbide Poesie der Schauplätze fungiert als stimmiges Schwergewicht und passender Rahmen für das hochwertige Drama.


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 Post subject: Re: BLUTIGER SCHATTEN - Antonio Bido
PostPosted: 26.02.2019 14:14 
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Den fand ich bei der Erstsichtung nicht so aufregend, aber Deine wunderbare Beschreibung macht grosse Lust auf einen zweiten Versuch. Sehr grosse Lust ...!

Percy Lister wrote:
Die Personen werden lange Zeit wie Schachfiguren durch das Labyrinth der subtilen Bedrohung geschoben, bis sich die Schwere der Interieurs auf ihre gequälten Seelen legt und sie ihrer finalen Bestimmung zugeführt werden.

Wie kommt man auf solche Sätze? Gigantisch! Vor solcher Formulierungskraft verbeuge ich mich voller Scham ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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