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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 03.03.2019 16:49 
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Der Kommissar und die Alpen: Schwarze Piste (Michele Soavi, 2016) 6/10
Roccho Schiavone: Pista nera
Marco Giallini, Claudia Vismara, Ernesto D’Argenio, Francesco Acquaroli, Filippo Dini

Vor kurzem wegen disziplinarischer Verfehlungen von Rom nach Aosta versetzt, hat Kommissar Schiavone im eisigen Norden mit allerlei Dingen zu kämpfen: Mit der Kälte, mit Norditalienern, mit einem verrückten Staatsanwalt, mit einem Assistenten der keine Leichen sehen kann, mit Halluzinationen seiner toten Ehefrau, und mit dem, was auf der schweinemäßigen Nervskala als einziges auf Stufe 10 steht: Einem Mord. In der ersten Folge überfährt eine Pistenraupe einen Mann, und obwohl die Tatortabsicherung mehr oder weniger vorbildlich ist (alle rennen kreuz und quer, ein Polizist pinkelt neben dem Tatort in den Schnee, …), ist schnell klar, dass es sich um Mord handelt. Klar, ist ja schließlich auch ein Krimi. Allerdings geht es nur bedingt um die Krimihandlung, vielmehr sehen wir dem römischen Freigeist zu, wie er in der bitterkalten Provinz auf 1.500 Meter Höhe das macht, was er am Liebsten macht: Kettenrauchen, im Büro kiffen, vögeln und Morde aufklären. Und nebenbei noch 2 Kisten Marihuana aus einem LKW beschlagnahmen. Diese Aktion allerdings läuft nicht ganz so wie geplant …

Die Krimihandlung ist nicht wirklich der Brüller, und wenn man ehrlich ist, dann ist sie auch nicht der Mittelpunkt zumindest dieser Folge. Das Zentrum ist vielmehr der (nach eigener Aussage) Kotzbrocken Schiavone, der fluchend und rauchend durch den Schnee geht (mit viel zu dünnen Tretern) und dem Zuschauer dabei einige Lachanfälle beschert. Der Mann ist einfach eine coole Socke. Aktionen wie die Beschaffung von DNA des Hauptverdächtigen (indem er dem Typen eine reinhaut, sich hinterher bei ihm entschuldigt und ihm dann sein Taschentuch anbietet um das Blut abzuwischen) werden lässig dahingerotzt, und es scheint, also ob Schiavone in seinem Leben noch nie etwas anderes getan hat als Mordfälle auf möglichst unkonventionelle Weise zu lösen. Als Vergleich fallen mir ganz schnell die Filme von Ed Herzog um den niederbayerischen Dorfsheriff Eberhofer Franz ein. Die sind ganz ähnlich aufgebaut, mit einem obercoolen Helden in einer beschaulichen Umgebung und mit völlig abstrusen Kriminalfällen. Der Unterscheid zwischen den Serien, zumindest nach dem Genuss von Folge 1, ist, dass beim Eberhofer Franz das kriminelle Moment ausgereizt wird, und die Filme somit bei aller Komik als Kriminalfilm immer noch ihre Funktion erfüllen. Bei Schiavone bin ich im Moment noch hin- und hergerissen. Zum einen war die Krimihandlung der Folge schon sehr an den Haaren herbeigezogen, und zum andern konnte die Folge nach einem starken Beginn leider das Niveau nicht halten, und ist zum Ende hin eher abgeflaut. Richtige Spannung kam nicht auf, und leider ging mit der zum Schluss hin aufkommenden Melancholie auch das Interesse leider ein klein wenig flöten.

Selbstverständlich werde ich die nächste Folge ebenfalls schauen, als Bergsteiger sind die Fälle für mich natürlich hochinteressant. Und da in der ersten Folge einer Serie die Figuren sowieso immer erst einmal eingeführt werden müssen, könnte die zweite Folge möglicherweise etwas mehr Drive haben. Wir werden sehen. Vorerst bin ich jedenfalls durchaus angetan …

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 04.03.2019 00:10 
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Diese Serie gefällt mir in ihrer entspannten Art, die natürlich hauptsächlich auf den coolen Schiavone zurückzuführen, weil auf ihn zugeschnitten ist, sehr gut. Das habe ich ja hier schonmal kurz angemerkt. ;)

Natürlich ist es nicht unbedingt innovativ einen Protagonisten in eine für ihn völlig fremde Welt zu implantieren - und der Dinge zu harren, die da kommen mögen. Aber hier ist es durchaus gelungen, einen abgebrühten Großstadtbullen mit den 'netten Provinzlern' zu konfrontieren. Denn so nett gehts im lieblichen Aostatal in puncto Kriminalität nun auch nicht zu, als dass der erfahrene - nun - Vice Questore alles in einem Handstreich erledigen könnte. Im Gegenteil, bei jedem der Fälle tun sich menschliche Abgründe auf, mit denen sich Schiavone auf etwas andere Art als in Rom auseinandersetzen muss. (Ganz zu schweigen vom Personal :) )

Über der Serie schwebt eine nicht unangenehme Melancholie, die sich besonders in den wiederkehrenden Auftritten der verstorbenen Frau des Kommissars als Geist manifestiert - aber auch Humor kommt nicht zu kurz. Einen "Vergleich" mit den Eberhofer Franz Krimis, lieber Maulwurf, mag ich so nicht sehen; diese sind doch um einiges grotesker angelegt.

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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 05.03.2019 20:42 
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Inzwischen habe ich die zweite Folge der ersten Staffel gesehen, SIEBEN JAHRE STERBEN, und stimme Jimmy Stewart zu, dass die leichte Melancholie das bestimmende Element ist. In der ersten Folge war so einiges an skurrilen Szenen und Personen vertreten, weswegen ich mich da schon an die Eberhofer-Krimis erinnert gefühlt habe, und mit der aufkommenden Ruhe der zweiten Hälfte nicht so viel anfangen konnte.

Diese zweite Folge ist wie erwähnt eher melancholisch. Ein bitteres Familiendrama in düsteren Farben, das leider durch den deutschen Titel zuviel Handlung verrät. Aber umso mehr kann man sich der Stimmung hingeben die das spätwinterliche Aosta durchzieht, und kann die Tragödie, die Schiavone da nach und nach auf- und wieder zudeckt, erst recht erfassen. Auch stelle ich fest, dass Handlungsstränge beginnen, die parallel zu den abgeschlossenen Mordfällen die einzelnen Folgen auf lange Sicht hin verbinden. Somit wird es spannend, und ich ärgere mich ein wenig, die Aufnahmen ab der dritten Folge verpasst zu haben. Denn diese Mischung aus Ruhe und Mord, aus coolem Helden und trauriger Grundstimmung, die gefällt mir, wenn ich so nachdenke, mittlerweile ziemlich gut.

Und außerdem ist es schön zu sehen, dass in Italien immer noch gute Geschichten filmisch hochwertig erzählt werden!

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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 09.03.2019 21:17 
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Dass Schiavone am Schluß von "Sieben Jahre sterben" Beweismittel verschwinden läßt, um diesen ekelhaften Typen 'knastfest' zu machen, ist schon recht provokativ für eine Mainstream Krimiserie. Solche Elemente tauchen in DKUDA ja immer wieder auf, wirken aber dankenswerterweise nicht ans "gesunde Volksempfinden" anbiedernt, sondern einfach nur gerecht . . .

Der dritte Teil der Serie, "Sturz in den Tod", hat sogar mit Bergsteigerei zu tun ;) , fällt aber m. E. nicht so gut wie die zweite Folge aus. Du kannst dich aber schonmal auf den nachfolgenden vierten Teil, "Schnee am Dientag", freuen. Dieser weist m. E. mehr als zuvor einen gewissen "Soavi Style" auf, der Düsterness mit Humor und gut beobachteten Charakteren vereint.


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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 14.04.2019 15:22 
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Das Finale der ersten Staffel, "In einer einzigen Sekunde", ist ein ziemlich düsterer Krimi, der trotz der in der Serie etablierten und m. E. sehr gelungenen komischen Elemente, die auch hier wieder vorkommen, die anfängliche Skurrilität der Serie stark zurückdrängt. Es wird zunehmend finster in den Alpen. Mit diesem Teil wird ein Bogen in die Vergangenheit Schiavones geschlagen, und sein großer Schmerz bzgl. des Verlustes seiner geliebten Frau erhellt.

Aber ich will nicht zuviel verraten, da ich mich auf deine Rezension der Staffel freue. ;) Nur noch soviel, als dass mir eine sich scheinbar anbahnende Entwicklung innerhalb des Teams gar nicht gefällt. Dafür gefällt mir aber die neue Wegbegleiterin des V-Questore: die niedliche Hündin Lupa - und auch, dass Schiavone die Europa Hymne als Klingelton auf dem Handy hat.


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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 15.04.2019 12:13 
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Bestellt habe ich am 4. April, ausgeliefert laut Mail wurde am 5. April. Und seitdem warte ich ... :|

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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 15.04.2019 14:47 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Bestellt habe ich am 4. April, ausgeliefert laut Mail wurde am 5. April. Und seitdem warte ich ... :|


Das ist ja doof; ich hoffe, das klappt noch mit der Lieferung. :?

Diese Serie ist, wie ich schon schrieb, keine "Innovationsbombe", aber ich mag sie gerade aufgrund ihrer relativen Normalität bzw. "konventionellen Machart" sehr gerne. Sie steht dem Trend zu immer mehr "sophisticated" produzierten Event-Serien etwas entgegen - und setzt mehr auf "Handfestigkeit".


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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 22.04.2019 12:20 
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Jimmy Stewart wrote:
Diese Serie ist, wie ich schon schrieb, keine "Innovationsbombe", aber ich mag sie gerade aufgrund ihrer relativen Normalität bzw. "konventionellen Machart" sehr gerne. Sie steht dem Trend zu immer mehr "sophisticated" produzierten Event-Serien etwas entgegen - und setzt mehr auf "Handfestigkeit".

Das hast Du jetzt richtig schön ausgedrückt!

Die zweite Folge: Wo in der ersten Folge noch einige skurrile Momente zu bestaunen waren, und ich vor allem in der ersten Stunde doch viel am Lachen war, herrscht in der zweiten Folge diejenige Melancholie vor, die am Ende der ersten Folge bereits eingesetzt hat. Gesetzt-traurige Musik untermalt vorsichtig den Spannungsbogen, Schiavone hat viele Begegnungen mit seiner toten Frau, und vor allem wird dem Krimi mehr Zeit eingeräumt. Dem Krimi, und den damit verbundenen, unkonventionellen Ermittlungsmethoden. Und dem noch viel unkonventionelleren Ende, das um Längen mehr befriedigt als es ein Fernsehkrimi so im Allgemeinen tut. Nach dem “klassischen“ ersten Teil mit dem Vorstellen der Personen wird hier also offensichtlich die Grundrichtung der Serie vorangetrieben: Der lebenslustige und sonnenverwöhnte Römer im tristen und schneereichen Aosta, der bei seiner Polizeiarbeit nie den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit vergisst. Und der dafür sorgt, dass ich Lust bekomme auf mehr …

Der dritte Teil, STURZ IN DEN TOD, nimmt dann genau diese Fäden wieder auf und spinnt sie weiter. Rocco Schiavone hat so seine Probleme mit den Frauen und mit seinen Untergebenen, wirft auch mal mit Aktenordnern oder Kartons nach seinen Leuten, und sorgt allgemein wieder für ein klein wenig mehr Lächeln beim Zuschauer. Der Fall selber setzt Schiavone wieder vor ganz neue und ungeahnte Herausforderungen: Ermittlungen auf fast 4000 Meter Höhe! Im Schnee!! In einer Hütte ohne Heizung und ohne Essen!!! Wo man nicht rauchen darf!!!! Die Nebenhandlung um den Fund einer Leiche in einer Gruft (sic!) scheint erstmal ein wenig sonderbar, macht aber Laune und sorgt dafür, dass die magere Haupthandlung um den toten Bergsteiger nicht nach 30 Minuten zu Ende ist. Vor allem aber wird das Gerechtigkeitsempfinden des Kommissars durch diese Nebenhandlung wieder ein wenig deutlicher gezeigt, die Figur des Polizisten und Richters in einer Person ist halt trotz seiner Schwächen und Fehler von Grund auf sympathisch. Der kurze Moment, wenn sein Freund ihn beim Monolog mit der toten Frau belauscht, dieser Moment zeigt mit so einfachen Mitteln eine so große Einsamkeit und Leere, dass man fast schaudern möchte. Sprich: Die Charaktere sind erstklassig erdacht und umgesetzt, die Stimmung im mittlerweile frühlingshaften Aosta (es schneit nur noch gelegentlich) ist perfekt eingefangen, und es macht Spaß Schiavone beim Leben und Arbeiten zuzuschauen. Jetzt noch ein klein wenig mehr Kriminalhandlung, und alles wäre perfekt.

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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 22.04.2019 21:18 
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Du hast perfekt beschrieben, was mir an dieser kleinen aber feinen Serie so gefällt: der Hauptprotagonist ist ein Kerl, dem man einfach gerne zusieht, wie er mit seinen beruflichen und privaten Problemen umgehen muss . . . and so on.

Recht nett fand ich z. B, wie seine Eingewöhnung in die neue Umgebung anhand seines Schuhwerks charakterisiert wurde. So trug er anfangs noch feines "Romaneses Leder" an den Füßen, das er ständig zum Trocknen auf die Heizung legen musste - aber er hat dazugelernt. ;)

Die Nebenfiguren sind auch nicht nur reine Stichwortgeber, sondern entweder unterhaltsam-skurril-lustig-dämlich, wie die beiden Unter(unter)geordneten :lol: , oder aber in zunehmender Entwicklung begriffen, wie die zwei Ermittler, die Schiavones Vertrauen geniessen. Ein netter Nebencharakter ist auch der Pathologe - mein heimlicher Liebling -, dem vor nichts gruselt und der auch gerne mal 'ne Stulle neben einer frisch sezierten Leiche geniesst oder ordentlich-blutig die Kreissage schwingt - Soavi Humor!

Der von dir leicht vermisste Krimi-Input zieht ab Folge 4 ziemlich an - und entwickelt sich in der Quasi Trilogie, die die Teile 4 bis 6 umfasst, sogar in Richtung Thriller.


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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 23.04.2019 11:00 
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Jimmy Stewart wrote:
Ein netter Nebencharakter ist auch der Pathologe - mein heimlicher Liebling -, dem vor nichts gruselt und der auch gerne mal 'ne Stulle neben einer frisch sezierten Leiche geniesst oder ordentlich-blutig die Kreissage schwingt - Soavi Humor!

Oder der auch mal die Sekunden runterzählt, bis der Assistent kotzend vom Seziertisch flüchtet. Sehr interessant fand ich auch den "Denk"-Ansatz des einen Teils von Dick & Doof: Der Tote war einen Meter siebzig gross und ist mit siebzig gestorben. Da besteht doch bestimmt ein Zusammenhang, das muss untersucht werden ...

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 Post subject: Re: DER KOMMISSAR UND DIE ALPEN - Michele Soavi
PostPosted: 22.09.2019 15:19 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Jetzt noch ein klein wenig mehr Kriminalhandlung, und alles wäre perfekt.

Mit der Krimihandlung wird es zwar im vierten Teil, SCHNEE AM DIENSTAG, endlich ein klein wenig mehr, aber nur in ganz vorsichtigen Schritten. Wobei mit dem Eindringen der organisierten Kriminalität in das beschauliche Aosta die Basis für mögliche weitere Schandtaten gelegt wird – es bleibt also spannend, wie es kriminalistisch weitergeht. Inhaltlich hat Schiavone wohl eher seine Tage, oder der ewige Winter zerrt an seinen Nerven. Er schimpft, er bedroht seine unfähigen Mitarbeiter auch mal mit der Faust, er nörgelt, er flucht fast unaufhörlich, und er hat überhaupt kein einziges gutes Wort mehr übrig. Weder für seine Leute, noch für irgendwelche Unbeteiligten. Dazu passt, dass innert einer Folge gleich zwei Verhältnisse beendet werden. Dazu passt, dass zwar seine Freunde aus Rom im Skiurlaub bei ihm vorbeischauen, aber sogar dieser Abend im Streit endet. Und ebenfalls passt dieses bläulich-kalte Licht dazu, das im letzten Drittel der Episode für eine ungeheuer frostige Atmosphäre sorgt. Wo die ersten zwei Drittel im Frühling spielen und für eine Menge kleiner und mittlerer Lacher sorgen, so ist das Ende grimmig, blutig, und, krimitechnisch gesehen, ziemlich spannend.

Insgesamt bislang nicht die stärkste Folge, was aber sehr wohl dran liegen kann, dass ich einfach zu müde war und eigentlich überhaupt nichts mehr hätte anschauen sollen. Von daher ist mein Urteil mit Vorsicht zu genießen …

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