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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 30.01.2016 02:11 
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Super Review, Guilala. Mehr davon! :) Liebe die unheimliche Atmosphäre des Films.

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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 30.01.2016 15:30 
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Schönes, treffendes Review.

Das ist auch so ein Film, den man im Laufe der Zeit anders betrachtet. Als ich ihn vor zig Jahren das erste mal sah, fand ich ihn eigentlich prätentiösen Möchtegernhorror. Bei der zufälligen Sichtung vor ein paar Jahren war ich sehr angetan und habe viele Dinge auch erst verstanden. Jetzt steht er im Regal. Die Atmosphäre ist schon ziemlich genial, und Seyrig bietet eine tolle Leistung.


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 19.05.2019 19:54 
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BLUT AN DEN LIPPEN zähle ich wegen seiner unglaublich einnehmenden Bildfaszination zu einen meiner Lieblingsfilme; nach der neuerlichen Sichtung habe ich nun versucht, die besondere Gestaltung des hiesigen weiblichen Vampirs filmhistorisch einzuordnen, wobei ich dann gleichzeitig auch die ambivalente Figurenkonstellation (übersinnlicher Vampir-Bereich / normative Welt) in ihrer sexuellen Verfasstheit zu- und einordnen wollte...


BLUT AN DEN LIPPEN

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Die durch Delphine Seyrig verkörperte Darstellung der Vampirin „Gräfin Bathory“ in BLUT AN DEN LIPPEN greift in ihrer figürlich habituellen Repräsentationsweise unmittelbar auf den filmischen Vamp zurück – dies ein Typus des bedrohlich Weiblichen, wie er bereits seit der Stummfilmzeit im Kino etabliert worden ist. Der Typus des Vamps als Femme fatale kann man beispielsweise in der Stummfilmzeit durch die Schauspielerin Theda Bara verkörpert sehen, die seit ihrem frühen Erfolg mit dem 1913 gedrehten Film THE VAMP auf solche für den Mann gefährliche Frauenrollen festgeschrieben war. (1) Fortschreiben ließe sich diese Entwicklung dann auch zu den Werken Josef von Sternbergs, der es mit der Schauspielerin Marlene Dietrich schaffen sollte, das bis heute klassisch gewordene Image des Film-Vamps zu etablieren: die durch Kostüm und Beleuchtung inszenierte selbstbewusste Frau, welche aber gerade durch diesen selbstbewussten Impetus die „gesetzte Ordnung“ herausfordert. Laura Mulvey hat diesbezüglich in den Filmen von Sternbergs ein Fetischmachen der Frau erkannt, um so Kastrationsängste (im Sinne der Analyse Freuds) zu überspielen. So „kann das Betrachtete formal angenehm sein, inhaltlich jedoch Bedrohungen darstellen. Und dieses Paradox kristallisiert sich in der Frau als Repräsentation/Bild.“ (2) In BLUT AN DEN LIPPEN wird die tödliche Gefahr durch den verführerischen Vamp dann natürlich schon dadurch angezeigt, indem der Vampirismus per se als todbringend wahrgenommen wird. Die Verkoppelung von Verführung und Gefahr zeigt Harry Kümels Film wieder und wieder durch die Fokussierung auf die sinnlich roten Lippen von Seyrigs Figur – die Einführungsszene setzt dafür den Akzent, wenn die Gräfin aus ihrem Auto steigt und in mondäner Pose zur Kamera blickt. Die roten Lippen der Gräfin werden intensiv angestrahlt, wobei zugleich ihr anschließendes Lächeln die tödlichen weißen Zähne hervorstechen lässt. Gleichwohl deutet BLUT AN DEN LIPPEN sein Vampirthema nur subtil an. Delphine Seyrigs Vampircharakter besitzt keine Fangzähne, und auch sonst findet keine Verwandlung in eine Fledermaus etc. statt, wie es die gängige Vampirmythologie beschreiben würde. In einer Szene jedoch spannt die Gräfin ihren Umhang hinter eines ihrer Opfer aus, so dass die Formassoziation zu einer fliegenden Fledermaus entsteht. Der Hauptkern der Vampirdarstellung Kümels liegt somit auf dem oben beschrieben Fetischmachen der weiblichen Hauptfigur, was dazu führt, BLUT AN DEN LIPPEN eine faszinierend schauerliche Einflussnahme auf den Zuschauer zuzuweisen, die sich eben nicht durch den Plot bestimmt, sondern in der Hauptsache die Frauenrepräsentation der „Gräfin“ betrifft, die quasi alle Blicke auf sich weiß. Hierzu noch einmal Mulvey, die hinsichtlich der Dietrich-Darstellung in von Sternbergs Kino schreibt, dass der Regisseur „den Fetisch schlechthin [produziert], […]. Die Schönheit der Frau als Objekt und der Bildraum verschmelzen miteinander; sie trägt nicht länger Schuld [für die Kastrationsangst des Mannes], sondern ist ein perfektes Produkt, dessen stilisierter und durch Großaufnahmen fragmentierter Körper zum Filminhalt und zum unmittelbaren Adressaten des Zuschauerblicks wird.“ (3) Dabei ist allerdings dann auch zu sehen, dass Mulvey dezidiert von einem männlichen Publikum ausgeht, das durch seinen „Blick“ die Frau zum (sexuellen) Objekt degradiert. Und gerade in BLUT AN DEN LIPPEN scheint es eher so zu sein, dass der Zuschauer (immer geschlechtsneutral gemeint) durch den Vamp / Vampir weniger „vernichtet“ wird, als dass sich vielmehr durch den Vampirismus die Möglichkeit einer „Verwandlung“ aus der „alten Ordnung“ (vor allem im sexuellen Zusammenhang) vollzieht, wozu wir jetzt einen genaueren Blick auf jenes Paar, das im Film Kümels in Kontakt mit der Gräfin tritt, zu werfen haben…

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Abseits von denjenigen Filmen, die vor allem einen männlichen Hauptvampir besitzen, hat sich seit Dreyers VAMPIR (Frankreich / Deutschland 1932) auch der weibliche Vampirfilm herausgebildet, welcher gerade in den frühen 70er Jahren einige Vertreter seiner Art produzieren sollte. Dabei können wir an einige Hammer-Produktionen denken, an die Filme Rollins oder etwa an Francos weiblicher Dracula-Variation VAMPYROS LESBOS. Aber zurückkommend auf BLUT AN DEN LIPPEN mit seiner Darstellung des glamourösen Vampirs scheint es doch so zu sein, dass hier die Vorbilder eben nicht nur im Vampirgenrekino liegen, sondern besonders bei solchen Filmen, welche das „Starimage“ des Film-Vamps mitbegründet haben. Und bei der binären Konstellation zwischen der Gräfin Bathory und ihrer Sekretärin Ilona könnte man beispielsweise an von Sternbergs SHANGHAI EXPRESS (USA 1932) sich erinnert fühlen, wo die zwielichtige und zugleich sexuell offensive „Shanghai Lily“ (gespielt von Marlene Dietrich) von ihrer ähnlich mysteriösen Freundin „Hui Fei“ (Anna May Wong) begleitet wird. Der homosexuelle Sub-Plot, der in SHANGHAI EXPRESS durch das zusammenreisende Frauenpaar angedeutet ist, bestimmte sich für den historischen Zuschauer dann natürlich ebenfalls in der Schauspielerin Marlene Dietrich selbst, die in Hollywood zum sogenannten „Näh-Kreis“ gehört hatte. (4) Mit all diesen Elementen und Referenzen spielt BLUT AN DEN LIPPEN gekonnt, während das Handlungsgerüst des Films relativ simpel sich darstellt: Harry Kümels Vampirfilm (Originaltitel: LES LÈVRES ROUGES, Belgien / Frankreich, gedreht 1971) zeigt Stefan und Valerie, ein frisch verheiratetes Paar, welches ihre ersten Ehe-Tage in einem abgelegenen Strandhotel in der Nähe Brügges verbringt. Das Paar trifft im Hotel auf die verführerische Gräfin Bathory, die zusammen mit ihrer Sekretärin Ilona auf der Durchreise ist. Die beiden Paare freunden sich an, bis es schließlich zu sexuellen Überscheidungen kommt. Stefan begehrt zunächst die Gräfin, anschließend deren Sekretärin; und auch Valerie verfällt später der „Barthory“ ebenso, nachdem sie den Ehebruch ihres Mannes mit Ilona herausgefunden hat. Als Ilona bei einem Unfall stirbt (sie wird quasi unbeabsichtigt durch Stefan „gepfählt“), wird deren Leiche an den Strand gebracht und vergraben. Im Zuge dieser Vernichtung Ilonas entsteht an der Seite der Gräfin eine Lücke, die durch Valerie ausgefüllt wird. Denn diese distanziert sich von ihrem Mann, nachdem er sie mit einem Gürtel geschlagen hat. Dieser Gewaltausbruch setzte ein, als Stefan feststellen musste, dass er seine Frau sexuell nicht befriedigen kann. In der Anfangssequenz des Films sieht man allerdings noch, dass Stefan Valerie sexuell tatsächlich begehrt. Dieses Begehren verschwindet jedoch nach einem Gespräch mit Stefans „Mutter“. Valerie, die Stefan wiederholt dazu drängt, seiner Mutter von der plötzlichen Hochzeit zu erzählen, sieht dabei aber nicht, was der Zuschauer während des Telefonats sieht: Offenbar steckt Stefan in einer sexuellen Beziehung zu einem älteren Mann, der in Frauen-Make-up das Telefongespräch mit dem neu Verheirateten führt. Der mit „Mutter“ angesprochene vermutliche Liebhaber Stefans hält ihm nun zugleich vor, mit der Hochzeit eine Art von neuer „Therapie“ angestrebt zu haben. Stefan hätte Valerie also dafür benutzt, dass er mit seiner Hochzeit wieder der sexuellen „Norm“ entsprechen würde! Als dieses „Unternehmen“ dann fehlschlägt, kompensiert sich dies bei Stefan in der Gewalt gegenüber seiner Frau, die daraufhin in die Arme der Gräfin flieht. Kümel verdeutlicht den homosexuellen Verdrängungsversuch Stefans dann auch damit, dass er Ilona relativ burschikos auftreten lässt – und damit für den homosexuellen / bisexuellen Stefan sexuell interessant inszeniert. So trägt Andrea Rau, die Darstellerin der „Ilona“, ihre Haare progressiv kurz, während Danielle Ouimet, die die Figur der „Valerie“ spielt, mit ihren langen blonden Haaren ein typisches feminines Frauenbild abgibt. Was Valerie nun aber betrifft, so zeigt die Nacht mit der Gräfin eine „Verwandlung“, die sie dazu verleitet, sich gänzlich von ihrem Mann abzuwenden (schließlich mit tödlicher Konsequenz). Dahingehend bietet die lesbische Ebene des Films eine Ausbruchsmöglichkeit aus der gewaltsamen Welt, die Valerie beschieden wäre, würde sie weiterhin bei Stefan bleiben. Die sinnlich erotische Verlockung durch den Vamp ist diesbezüglich nicht tödlich für denjenigen, der aus der „Norm“ ausbrechen möchte, sondern sie „verwandelt“, was Valerie in einer Szene auch ausdrücklich so sagt. Dass ein Film wie BLUT AN DEN LIPPEN in den frühen 70er Jahren erschienen war, ist natürlich nicht verwunderlich, wenn wir auf die „Sexwelle“ blicken, die gerade zu dieser Zeit ihren Höhepunkt erreichen sollte. Und besonders der CARMILLA-Stoff von Le Fanu hatte sich dafür im Genrekino des Vampirfilms exemplarisch als Plot-Grundlage angeboten…

Gleichzeitig aber sehe ich in BLUT AN DEN LIPPEN noch einen weiteren Aspekt, der die verwandelnde Kraft durch den verführerischen Vampir dann auch mit dem Zuschauer verbindet – und somit das sexuelle Faszinosum auf diesen überträgt. Wir sagten eingangs, dass die gefährliche Dämonie des Vampirs / Vamps magisch wirke: nicht nur auf die innerfilmischen Figuren, sondern eben auch auf den Zuschauer selbst. In BLUT AN DEN LIPPEN tritt demnach die „Gräfin“ als eine Repräsentationsfigur auf, welche nicht nur für ihre Filmrolle alleine stehen könnte. Denn neben ihrem sinnlichen Erleben wird im Film ebenfalls die Alterslosigkeit der Vampirin in mehreren Szenen betont: Paul Esser etwa spielt den bereits älteren Hotelangestellten, der sich daran erinnert, dass die „Bathory“ schon einmal im Hotel zu Gast war, allerdings liegt dies 40 Jahre zurück, ohne dass sie seither gealtert wäre. Und Bathory selbst spricht Stefan darauf an, ob er erraten könne, wie alt sie sei, um umgehend auf ihre zeitlose Jugendlichkeit anzuspielen. Man kann sich fragen, ob in solchen Lenkungen nicht auch eine Analogie zum Kino selbst verborgen liegt, welches zeitlos mit seinen „Bildern“ fasziniert und somit magisch (aber auch – wie ein Vampir – bedrohlich) ist, da die filmisch aufgezeichneten Figuren niemals altern, auch wenn man die Filme über viele Jahre sich anschaut. Einen solchen Vergleich hat zum Beispiel Elisabeth Bronfen angestellt, die gerade im Vampir – mit seiner Faszinationskraft – eine Chiffre für das „Kino“ sieht: „[D]as Kino selbst entpuppt sich als Schauplatz einer Dialektik des Untoten. Auf Grund eines Spiels von Licht und Schatten können Tote zu neuem Leben erweckt werden. Gleichzeitig verzeichnet das Kino als Medium auch insofern vampiristische Züge, als es nachträglich auf der Leinwand immer wieder eine Filmwelt zu neuem Leben erwecken kann, die es nicht mehr gibt […].“ (5) Der Zuschauerkontakt mit dem Film-Vampir über den Blick wäre demzufolge dann auch ein symbolischer Kontakt mit dem Medium „Film“, welches dann ebenso als eskapistisches Kino mit seiner einnehmend bedrohlichen Magie die Menschen „verändern“ kann. BLUT AN DEN LIPPEN wäre hierzu ein eindrucksvolles Beispiel…

Anmerkungen:
1) Butler, Kristine J.: Irma Vep, Vamp in the City. Mapping the Criminal Feminine. In: Bean, Jennifer M. / Negra, Diane (Hg.): A Feminist Reader in Early Cinema. Durham, London 2002. S. 195-220. S. 202: “In 1910, the actress Theodosia Goodman took as her stage name Theda Bara, which was an anagrammatic transformation of Arab Death. Her own role in the 1913 film THE VAMP and subsequent roles transformed her in the public’s eyes as the quintessential dangerous woman of the time.”
2) Mulvey, Laura: Visuelle Lust und narratives Kino. In: Albersmeier, Franz-Josef (Hg.): Texte zur Theorie des Films. Stuttgart 2009. S. 389-408. Hier S. 396.
3) Ebd., S. 401f.
4) Dazu: *** The link is only visible for members, go to login. ***ähkreis
5) Bronfen, Elisabeth: Das Kino als Vampir. Tod Brownigs DRACULA (1931). In: Keppler, Stefan / Will, Michael (Hg.): Der Vampirfilm. Klassiker des Genres in Einzelinterpretationen. Würzburg 2006. S. 55-72. Hier S. 71f.

die "Gräfin" mit ihrer Sekretärin und dem Hotelangestellten, der die "Bathory" schon vor vielen Jahren gesehen haben will...
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...die Zeitlosigkeit des weiblichen Vampirs in BLUT AN DEN LIPPEN...
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...scheint vom Vamp-Image früher Kinozeit übernommen zu sein...
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...gleichzeitig überschneiden sich die sexuellen Präferenzen...
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(Bildquelle: imdb.com)

Trailer:
youtu.be Video from : youtu.be


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 21.05.2019 00:34 
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Sehr schöner Text! Dem kann man eigentlich gar nichts hinzufügen! Ist auch einer meiner Lieblingsfilme.

Auch die Literatur in den Fußnoten klingt recht interessant. Welche Filme werden denn sonst noch in dem Vampirfilm-Band besprochen?


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 21.05.2019 10:17 
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Gelungene Zusammenfassung.

Die sexuelle Thematik in dieser Konstellation ist für einen Genrefilm schon ungewöhnlich, vor allem in der Zeit. Das ist alles ernsthafter und eindringlicher gemacht als zb die britischen CARMILLA-Filme, wo die lesbische Komponente ja nur als Vorwand dient, soviel Nacktheit wie möglich auf die Leinwand zu bringen und ein bisschen mit dem damaligen Tabu zu spielen. Kümels Arbeitsweise ist auch ein schönes Beispiel, wie man etwas mit Bildern erzählt, statt alles durch Dialoge zu verkünden und totzureden.


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 21.05.2019 13:26 
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samgardner wrote:

...die Literatur in den Fußnoten klingt recht interessant. Welche Filme werden denn sonst noch in dem Vampirfilm-Band besprochen?


Hallo samgardner,

danke für Dein Lob,

das Buch müsste es eigentlich noch geben ( *** The link is only visible for members, go to login. *** );

chronologisch kommen in den Filmbesprechungen von unterschiedlichen Autoren vor:

NOSFERATU, DRACULA (sehr, sehr guter Bronfen-Text), VAMPIR, DRACULA (von Fisher), TANZ DER VAMPIRE, NOSFERATU (von Herzog), BRAM STOKER'S DRACULA sowie ein allgemeiner Überblick - vielleicht für die hiesige Leserschaft interessant, dass der Text über VAMPIR von Prof. Stiglegger ist, der dann auch Bezüge zu Fulcis ÜBER DEM JENSEITS herausarbeitet... insgesamt hochinteressantes Buch, das ich sehr empfehlen kann... BLUT AN DEN LIPPEN wird leider nicht analysiert, schade...


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 21.05.2019 13:40 
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Wentworth wrote:

Die sexuelle Thematik in dieser Konstellation ist für einen Genrefilm schon ungewöhnlich, vor allem in der Zeit. Das ist alles ernsthafter und eindringlicher gemacht als zb die britischen CARMILLA-Filme, wo die lesbische Komponente ja nur als Vorwand dient, soviel Nacktheit wie möglich auf die Leinwand zu bringen und ein bisschen mit dem damaligen Tabu zu spielen.


das, was Du schreibst, sehe ich genauso - die Hammer-Filme haben ja mehr oder weniger einfach nur den männlichen Vampir gegen einen weiblichen ausgetauscht - die Erzählstruktur ist eigentlich gleich geblieben; neben BLUT AN DEN LIPPEN finde ich von José Ramón Larraz noch dessen "Vampyres" (1974) ausgesprochen herausragend, was vor allem die sexuelle Thematik betrifft (Franco wäre hier natürlich auch zu nennen) - allerdings ist BLUT AN DEN LIPPEN eben viel, viel mehr als nur ein gewöhnliches Genre-Werk - der Regisseur ist ein wahrer Cineast, was sich in jeder Kameraeinstellung, in jedem Schnitt usw. dem Zuschauer mitteilt...


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 00:35 
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Howard Vernon wrote:
Wentworth wrote:

Die sexuelle Thematik in dieser Konstellation ist für einen Genrefilm schon ungewöhnlich, vor allem in der Zeit. Das ist alles ernsthafter und eindringlicher gemacht als zb die britischen CARMILLA-Filme, wo die lesbische Komponente ja nur als Vorwand dient, soviel Nacktheit wie möglich auf die Leinwand zu bringen und ein bisschen mit dem damaligen Tabu zu spielen.


das, was Du schreibst, sehe ich genauso - die Hammer-Filme haben ja mehr oder weniger einfach nur den männlichen Vampir gegen einen weiblichen ausgetauscht - die Erzählstruktur ist eigentlich gleich geblieben; neben BLUT AN DEN LIPPEN finde ich von José Ramón Larraz noch dessen "Vampyres" (1974) ausgesprochen herausragend, was vor allem die sexuelle Thematik betrifft (Franco wäre hier natürlich auch zu nennen) - allerdings ist BLUT AN DEN LIPPEN eben viel, viel mehr als nur ein gewöhnliches Genre-Werk - der Regisseur ist ein wahrer Cineast, was sich in jeder Kameraeinstellung, in jedem Schnitt usw. dem Zuschauer mitteilt...


Jo, meinst du? Alles Möchte-Gern-Bullshit. Ich war ost-ende. Der ganze Film ist fake. Lady Bathory, das ich nicht lache. Sexuelle Thematik? Nur Macho-Scheiße. Ja, klar, den Film kann man gucken . wenn man nichts besseres
zu tun hat. Gut, daß man hier unzensiert sagen kann, was man denkt. Der Film hier ist scheiße, und das ist die Wahrheit.

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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 10:31 
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Alan_Cunningham wrote:
Howard Vernon wrote:
Wentworth wrote:

Die sexuelle Thematik in dieser Konstellation ist für einen Genrefilm schon ungewöhnlich, vor allem in der Zeit. Das ist alles ernsthafter und eindringlicher gemacht als zb die britischen CARMILLA-Filme, wo die lesbische Komponente ja nur als Vorwand dient, soviel Nacktheit wie möglich auf die Leinwand zu bringen und ein bisschen mit dem damaligen Tabu zu spielen.


das, was Du schreibst, sehe ich genauso - die Hammer-Filme haben ja mehr oder weniger einfach nur den männlichen Vampir gegen einen weiblichen ausgetauscht - die Erzählstruktur ist eigentlich gleich geblieben; neben BLUT AN DEN LIPPEN finde ich von José Ramón Larraz noch dessen "Vampyres" (1974) ausgesprochen herausragend, was vor allem die sexuelle Thematik betrifft (Franco wäre hier natürlich auch zu nennen) - allerdings ist BLUT AN DEN LIPPEN eben viel, viel mehr als nur ein gewöhnliches Genre-Werk - der Regisseur ist ein wahrer Cineast, was sich in jeder Kameraeinstellung, in jedem Schnitt usw. dem Zuschauer mitteilt...


Jo, meinst du? Alles Möchte-Gern-Bullshit. Ich war ost-ende. Der ganze Film ist fake. Lady Bathory, das ich nicht lache. Sexuelle Thematik? Nur Macho-Scheiße. Ja, klar, den Film kann man gucken . wenn man nichts besseres
zu tun hat. Gut, daß man hier unzensiert sagen kann, was man denkt. Der Film hier ist scheiße, und das ist die Wahrheit.


Die Wahrheit? Wohl eher Dein subjektives Empfinden...


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 13:07 
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Howard Vernon wrote:
samgardner wrote:

...die Literatur in den Fußnoten klingt recht interessant. Welche Filme werden denn sonst noch in dem Vampirfilm-Band besprochen?


Hallo samgardner,

danke für Dein Lob,

das Buch müsste es eigentlich noch geben ( *** The link is only visible for members, go to login. *** );

chronologisch kommen in den Filmbesprechungen von unterschiedlichen Autoren vor:

NOSFERATU, DRACULA (sehr, sehr guter Bronfen-Text), VAMPIR, DRACULA (von Fisher), TANZ DER VAMPIRE, NOSFERATU (von Herzog), BRAM STOKER'S DRACULA sowie ein allgemeiner Überblick - vielleicht für die hiesige Leserschaft interessant, dass der Text über VAMPIR von Prof. Stiglegger ist, der dann auch Bezüge zu Fulcis ÜBER DEM JENSEITS herausarbeitet... insgesamt hochinteressantes Buch, das ich sehr empfehlen kann... BLUT AN DEN LIPPEN wird leider nicht analysiert, schade...


Klingt gut. Danke!

@giant_claw
Alan hatte wohl einen seiner Schübe. Vermutlich war ihm gerade Evelyn im Traum erschienen. :mrgreen: Oder er hatte die Hausaufgabe ein satirisches Posting zu schreiben.


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 13:16 
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Alan_Cunningham wrote:
Howard Vernon wrote:
Wentworth wrote:

Jo, meinst du? Alles Möchte-Gern-Bullshit. Ich war ost-ende. Der ganze Film ist fake. Lady Bathory, das ich nicht lache. Sexuelle Thematik? Nur Macho-Scheiße. Ja, klar, den Film kann man gucken . wenn man nichts besseres
zu tun hat. Gut, daß man hier unzensiert sagen kann, was man denkt. Der Film hier ist scheiße, und das ist die Wahrheit.


Es freut mich für Dich, dass Du die Wahrheit - also einen absoluten Wert - gefunden hast / kennst; wenn ich Dich richtig verstehe, dann hältst Du BLUT AN DEN LIPPEN für zu prä­ten­ti­ös ("Der ganze Film ist fake") und die sexuelle Komponente für aufgesetzte Augenwischerei ("Nur Macho-Scheiße")? Dass der Film überaus artifiziell angelegt ist, steht ja außer Frage - und das kann der Betrachter natürlich auch durchaus - wenn dies nicht seinem Geschmack entspricht - kritisieren; aber gerade dieses aufgebläht Dekadente (verbunden mit einem gewissen Duktus von "Jugendstil" - siehe etwa die vital wallenden und dazu blutroten Kostüme der "Gräfin") ist ja ganz bewusst vom Regisseur so eingesetzt worden; hinzu kommt dann eben ein tiefes Reflexionsvermögen der Filmgeschichte, das die einzelnen Bilder so ungewöhnlich vielschichtig macht - in BLUT AN DEN LIPPEN scheint an unzählbaren Stellen das Werk von Sternbergs durch, und bei MALPERTIUS wäre es u. a. das von Welles; nach meiner Einschätzung nimmt BLUT AN DEN LIPPEN dann deshalb eine herausragende Sonderstellung im Kontext des Vampirfilms in den frühen 70er Jahren ein, da hier nicht nur die Filmsprache, sondern auch die Figurenkonstellation sich vom filmischen Rest der Zeit (und das wären im Vergleich dann vor allem die Hammer-Beiträge) abhebt... mir fiele dann noch "La novia ensangrentada" von 1972 ein, der ähnlich das Rollenmuster vertauscht, dabei aber nicht zu "kunstvoll" in seiner Inszenierung ist (surreal allerdings schon)... sollte ich Dich in Deiner Kritik missverstanden haben und Du kritisiert andere Aspekte an dem Film, dann bitte ich Dich um Entschuldigung, aber aus Deinem Beitrag konnte ich sonst keine anderen Gegenargumente (gegen den Film) herauslesen...


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 13:18 
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samgardner wrote:

Klingt gut. Danke!



Sehr gerne!!!...


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 Post subject: Re: BLUT AN DEN LIPPEN - Harry Kümel
PostPosted: 23.05.2019 13:38 
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samgardner wrote:
Howard Vernon wrote:
samgardner wrote:

...die Literatur in den Fußnoten klingt recht interessant. Welche Filme werden denn sonst noch in dem Vampirfilm-Band besprochen?


Hallo samgardner,

danke für Dein Lob,

das Buch müsste es eigentlich noch geben ( *** The link is only visible for members, go to login. *** );

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NOSFERATU, DRACULA (sehr, sehr guter Bronfen-Text), VAMPIR, DRACULA (von Fisher), TANZ DER VAMPIRE, NOSFERATU (von Herzog), BRAM STOKER'S DRACULA sowie ein allgemeiner Überblick - vielleicht für die hiesige Leserschaft interessant, dass der Text über VAMPIR von Prof. Stiglegger ist, der dann auch Bezüge zu Fulcis ÜBER DEM JENSEITS herausarbeitet... insgesamt hochinteressantes Buch, das ich sehr empfehlen kann... BLUT AN DEN LIPPEN wird leider nicht analysiert, schade...


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@giant_claw
Alan hatte wohl einen seiner Schübe. Vermutlich war ihm gerade Evelyn im Traum erschienen. :mrgreen: Oder er hatte die Hausaufgabe ein satirisches Posting zu schreiben.


Scheiße, ja, ich hatte von Evelyn geträumt. Ich heiße nicht umsonst Alan Cunningham. Haha. Nur Erika Blanc ist noch geiler als "Evelyn" :)

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