Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 12.05.2016 07:58 
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Originaltitel: Liebes Lager
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1976
Regie: Lorenzo Gicca Palli

Darsteller: Karl Koenig, Red Ascott, Ronny Coster, Luciano Pigozzi, Kieran Canter

Fazit:

Ganz seltener Streifen, den ich glücklicherweise mit englischen Untertiteln von einem Freund aus England habe. Der Film ist eine bizarre Mischung aus Nazisploitation und Comedy!
Der Film galt lange Zeit nach seiner kurzen Kinoaufführung in den 70er Jahren (1 Woche über Weihnachten) als verschollen und wurde erst in den 90ern wieder entdeckt!
Es ist mir keine Auswertung weltweit als Video, geschweige denn als DVD bekannt.
Wenn den ein Nischenlabel bringt wäre es wirklich eine Sensation!!!
In einer Nebenrolle bei seinen Filmdebüt übrigens Kieran Canter aus "Sado, Stoss das Tor zur Hölle auf"!


Last edited by Matze5878 on 12.05.2016 09:42, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 12.05.2016 09:35 
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Von dem Film habe ich bisher nichts gehört.

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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 12.05.2016 14:57 
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Auch noch nie gehört, aber die Teile machen direkt hellhörig!
Für solch eine eher unwahrscheinliche Reihe wäre ich jedenfalls zu haben.


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 12.05.2016 18:05 
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Matze5878 wrote:
Es ist mir keine Auswertung weltweit als Video, geschweige denn als DVD bekannt.


Also, es existierte zumindest eine Ausstrahlung im italienischen TV (Sender SNC ?), aber irgendwie habe ich mich an die meisten dieser Filme bis heute noch nicht so wirklich herangewagt. Habe mir mal vor ein paar Jahren im Rahmen meiner Einstiegsphase in die kunterbunte Genrefilmwelt ein paar wenige Vertreter dieses Genres angeschaut, konnte zu diesem Zeitpunkt aber keinen Zugang dazu finden. Aber irgendwann werde ich bestimmt mal wieder den ein oder anderen antesten und bin dann gespannt, wie ich diese Filme heutzutage empfinden werde. Vielleicht fange ich dann gleich auch mal mit dem Liebes Lager an ;)


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 13.05.2016 06:27 
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LIebes Lager ist ja ein eher harmloser Verteter des Genres, kontrovers eher wegen seiner heiteren Note. Am Sehenswertesten aus dem Nazisploitation-Genre fand ich "L'Ultima Orgia del II Reich" von Cesare Canevari und "Le deportate della sezione speciale SS" von Rino de Silvestro - wegen der sehenswerten Performance von John Steiner. Ansonsten ist de Silvestro ja nicht so der Bringer.

P.S. Und dann gäbe es da noch "Lebensborn" von 1961, Titel der US-DVD "Ordered to Love". Der ist allerdings nicht aus Italien sondern aus Deutschland. Regie: Werner Klingler, Darsteller: Maria Perschy, Joachim Hansen und Marisa Mell. Ein wichtiger Vorläufer für den Nazisploitation-Film, da er offenbar als Inspirationsquelle für spätere Werke diente. Tinto Brass verwendete die Lebensborn-Geschichte ja (im Grunde als Nebenhandlung) in "Salon Kitty." Uns so hundertprozentig ernstnehmen kann man Klinglers "Lebensborn" nicht so wirklich, obwohl er offensichtlich ernst gemeint war.


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 13.05.2016 13:18 
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TheInferno7 wrote:
Uns so hundertprozentig ernstnehmen kann man Klinglers "Lebensborn" nicht so wirklich, obwohl er offensichtlich ernst gemeint war.

Ja, der nimmt sich schon sehr ernst. Vielleicht kann man ihm tatsächlich eine gewisse Vorreiter-Rolle zugute halten, aber Klinglers konservative Regie und das Thema passen einfach nicht gut zusammen.


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 13.05.2016 15:24 
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O doch, der Klingler-Film ist Spitze, ich habe mal vor Jahren eine 35mm-Kopie für teures Geld ausgeliehen. Er ist nur für den Begriff Naziploitation schon zu gut.

Wenn LIEBES LAGER mal rauskommt, wäre ich auch interessiert. Der Beste unter den Naziploitern ist für mich aber immer noch EINE ARMEE GRETCHEN. Dabei ist meine alte VHS-Fassung geschnitten, nehme also an, dass die ungeschnittene Fassung noch besser ist. KAPUT LAGER zum Beispiel ist für meinen Geschmack einfach zu fragmentarisch zusammengeleimt.

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FILM MÄG, Print-Fanzine im 12. Jahrgang

"Danach kam ja nur noch der subventionierte Staatsfilm."
(Herbert Fux. Er meinte die Zeit ab Mitte der 70er.)


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 13.05.2016 15:34 
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effetess wrote:
Der Beste unter den Naziploitern ist für mich aber immer noch EINE ARMEE GRETCHEN. Dabei ist meine alte VHS-Fassung geschnitten, nehme also an, dass die ungeschnittene Fassung noch besser ist.


Tatsächlich, findest du den so gut? Dann kauf dir die Blu-ray von Ascot. Die ist günstig, ungeschnitten und auch ansonsten super Qualität und als Bonus auch noch einen Audiokommentar...


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 Post subject: Re: LIEBES LAGER - Lorenzo Gicca Palli
PostPosted: 27.05.2019 10:27 
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LIEBES LAGER

● LIEBES LAGER - I CAMPI DELL' AMORE (I|1976)
mit Karl Koenig, Kieran Canter, Luciano Pigozzi, Red Ascott, Mario Novelli, Ronny Coster, Ilona Kerdmann, Lena Gause, u.a.
eine Produktion der Salaria Film
ein Film von Lorenzo Gicca Palli


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»Marsch!«

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges scheint es nur noch wenige hochrangige Offiziere zu geben, die an einen Endsieg glauben. So auch die Verantwortlichen eines Konzentrationslagers, in dem hauptsächlich die Ehefrauen und Freundinnen von politischen Widersachern und Verrätern untergebracht sind. Da der Einzug der Alliierten kurz bevorzustehen scheint, ist man händeringend nach zündenden Ideen am suchen, den Kopf doch noch aus der Schlinge ziehen zu können. Da für eine unbehelligte Flucht große Geldsummen und Pässe notwendig sind, beschließt man kurzerhand, das Lager in ein gut funktionierendes Bordell umzuwandeln...

Kaum ist der deutsche Marsch im Vorspann zu Lorenzo Gicca Pallis "Liebes Lager" ertönt, der diesen Vertreter des Sadiconazista-Genres übrigens wie viele andere Kollegen auch unter Pseudonym herunterspulte, suhlt sich die Kamera in Vollstreckungen aus einem trostlosen Frauenlager. Die Obrigkeit sieht zufrieden zu, wenn sie die eingepferchte Schar nach Belieben demütigen, misshandeln oder liquidieren kann, und früh fließen unzählige Tränen von erniedrigten und gepeinigten Insassinnen. Doch ist es tatsächlich so? Das Szenario ist dem Eindruck nach standesgemäß ausstaffiert worden, sodass sich in Verbindung mit den männlichen Darstellern ein schnelles Unbehagen breit macht. Betrachtet man den Titel der Produktion, der immerhin internationale Verwendung fand, ist es fraglich, ob es sich schlicht um einen Fehler bei der Schreibweise handelt, oder um einen zynischen Kniff in höflicher Anrede an ein Lager, in dem die Grausamkeiten auf einem perfiden Nährboden gedeihen. Die Vorstellung der männlichen und weiblichen Charaktere geschieht anfangs eher isoliert voneinander, um die zwei Seiten der Charaktereigenschaften zu beleuchten. Weitestgehend sind obligatorische Parolen zu vernehmen, die den schlechten Ton in einer solchen Produktion anzugeben versuchen, doch eigenartigerweise vermischt sich die scheinbar rabiate Stilrichtung mit nahezu heiteren, ja, komödiantischen Momenten, die die Geschichte unappetitlich aufweichen.

Möglicherweise eine Masche, um eine gute Portion der grundeigenen Perversion derartiger Flicks herauszukehren, was aber gründlich nach hinten losgeht, da sich die naturgemäß harte Thematik im Nirgendwo verliert. Bald folgen obligatorische Nuditäten und Untersuchungen, untermalt mit einer Musik, die sich eher in einem deutschen Softsex-Film wohlgefühlt hätte. Regisseur Lorenzo Gicca Palli verliert bereits im frühen Stadium der Geschichte die Balance zwischen Schock und Exposition, sodass das Gezeigte unausweichlich in eine irritierende Lächerlichkeit abdriftet. Somit bleibt abzuwarten, ob der Zuschauer im Endeffekt mit einem Totalschaden konfrontiert wird, oder ob der Film doch noch die Kurve kriegt. Diese Eindrücke werden angefeuert von der ermüdenden Musik von Alessandro Alessandroni, die der Grundstimmung richtiggehend peinliche Momente verleiht. Das Panorama von "Liebes Lager" bleibt überraschend zahm und in Intervallen dosiert, was kaum förderlich ist, denn in diesem Konzentrationslager lauert neben dem tonangebenden menschlichen Abschaum noch ein gefräßiges Ungeheuer namens Langeweile, das sich früh ungeniert präsentiert. Darstellerisch gesehen gibt es kaum erwähnenswerte Leistungen, ohnehin waren nur gerade einmal vier der hier beteiligten Interpreten in anderen Produktionen zu sehen, was viel aussagt. Außerdem ist die Dichte der beinahe ausschließlich eingedeutscht klingenden Namen übermäßig hoch.

In allen Genres sind unzählige Filme zu finden, deren Stärke sich vornehmlich über die Variation oder die Abgrenzung zu gleich gestrickten Beiträgen definiert. Lorenzo Gicca Pallis "Liebes Lager" bedient sich zwar genau dieser Strategie, doch die Idee geht leider kräftig nach hinten los, sodass unappetitliche Eindrücke den Verlauf dominieren, oder eher demolieren. Empfundene Anleihen der bundesdeutschen Sex-Klamotte geben diesem stumpfsinnigen Film schließlich den Rest, und es darf wohl betont werden, dass sich Interessenten des Genres hier schlecht unterhalten, um nicht zu sagen irritiert fühlen dürften. Einhergehend mit dem Gefühl, unangenehm berührt zu sein, windet sich der Verlauf von Etappe zu Etappe, in welchen man fliegende Wechsel zwischen verkapptem Humor, uneindeutiger Gewalt oder eindeutigem Entkleidungsdrang vernehmen kann. Das Script erlaubt sich darüber hinaus den legitimen Luxus, sich gegen jeden erdenklichen Sinn zu sträuben, wenngleich man sich vom Eindruck her oft an die härteren Vertreter dieses Genres erinnert fühlt. Die Regie rudert bei einem Schritt nach vorn jedoch wahlweise immer zwei Schritte zurück, was unterm Strich einen ermüdenden Eindruck hinterlässt. Die Darsteller zeigen sich hin und wieder ambitioniert, aber genauso oft wenig begabt, und die oft bei der Konkurrenz aufgekommene Überzeugungskraft, die unter Umständen sogar von Laiendarstellern ausgehen konnte, bleibt hier nahezu vollkommen aus. Ein insgesamt wenig schmackhafter Vertreter des Genres.


— ITALO-CINEMA —


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