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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: THE MAN FROM PLANET X - Edgar G. Ulmer
PostPosted: 03.06.2019 18:44 
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THE MAN FROM PLANET X
USA 1951

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Regie:
Edgar G. Ulmer
Darsteller:
Robert Clarke,
Margaret Field,
Raymond Bond,
William Schallert

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Ein früher Invasionsfilm des Science-Fiction-Genres stellt Edgar G. Ulmers THE MAN FROM PLANET X dar, der 1951 in den US-amerikanischen Kinos anlief. Ulmer erzählt darin von einem Professor auf einer schottischen Insel, der in seiner Sternwarte auf einen Planten, er nennt ihn „Planet X“, aufmerksam wird, da er der Erde verdächtig nahekommt. Schließlich trifft das kleine Forschungsteam im Moor auf ein Raumschiff, dem eine merkwürdige Kreatur, offenbar ein Astronaut vom „Planet X“, entsteigt. Der sonderbare Außerirdische verfügt über ein hohes Wissen, das auf der Erde kommerziellen Gewinn verspricht. Ein Wissenschaftler versucht sich dieses Wissen mit gewaltsamen Mitteln anzueignen, worauf der Fremdling zum Gegenschlag ausholt und die Gedanken der Erdlinge zu kontrollieren beginnt. Die friedvolle Kontaktaufnahme des Aliens scheitert demnach an der Habgier eines Einzelnen, so dass letztlich das Militär anrücken muss, um den Gesandten vom Planeten X zu vernichten. Wie bei den meisten Filmen des Regisseurs, so ist es gleichsam in PLANET X besonders die Umsetzung der Geschichte, die vom Talent Ulmers kündet. Auch hier imaginiert Ulmer eine Kunstwelt, die im ständigen Kampf mit den widrigen Produktionsumständen steht. Der Regisseur löst seine Probleme, indem viel Studionebel das spärliche Setting verschleiert, und zahlreich inszenierte Schattenzonen die Beengtheit der räumlichen Gegebenheiten verbergen. Hinzu kommt eine Liebe zu Miniaturbauten (das Raumschiff im Moor), die mit den „real dargestellten“ Szenen in der Montage interagieren. Gleichwie dann auch innerhalb der Szenen die gemalten Kulissen den davor agierenden Figuren eine theaterhafte Erscheinung geben. Ulmers Gestaltungsstil schafft es gleichfalls, so eine Überwirklichkeit im filmisch Dargestellten zu erzeugen, die bestens mit dem außerirdischen Invasionsthema in Einklang gebracht werden kann. Dahingehend könnte man in der räumlich integrierten Kulissenkunst und in den klar erkennbaren Miniaturbauten eine leitmotivische Begleitung zum Außerirdischen sehen, der ebenso – wie die abstrakt künstlerischen Kompositionen – in die „Realwelt“ eindringt, was eine fremdhafte Stimmung, ja, eine unheimliche Bedrohung in Gang setzt, die quasi surreal wirkt. Das Fremdartigste in THE MAN FROM PLANET X ist gleichwohl aber die Darstellung eben dieses Mannes. Der Außerirdische mutet auch heute noch sonderbar an, seine Gestalt verwundert. Ich möchte deshalb an dieser Stelle etwas spekulieren, wozu ich den bekanntesten Film von Edgar G. Ulmer in Erinnerung rufen möchte: THE BLACK CAT von 1934, in dem es um Satanismus geht. Dort wurde denn auch recht unverblümt auf Aleister Crowley referiert: „Die Figur des von Werdegast gehaßten Kultführers Poelzig, der ein hochmodernes Schloß auf dem Hügel eines Schlachtfeldes bewohnt, basiert auf einem realen Vorbild: dem britischen Okkultisten Aleister Crowley, dessen satanistische Aktivitäten Ulmer faszinierten. Sie werden, gemeinsam mit den Erinnerungen an Fritz Lang, den Ulmer als >>einen Sadisten der schlimmsten Art<< beschreibt, zur Grundlage der Feinzeichnung Poelzigs.“ (Siehe: Grissemann, Stefan: Mann im Schatten. Der Filmemacher Edgar G. Ulmer. Wien 2003. S. 69.) Diesen satanischen Crowley-Link möchte ich somit dann auch in PLANET X in der Erscheinung des Außerirdischen weitergeknüpft wahrnehmen. Denn der kahle, extrem aufgeblähte Schädel des Fremden mit seinen schmalen Lippen, der dünnen Nasenwurzel sowie den mandelförmig verkniffenen Augen, all dies macht meiner Meinung nach eine gewisse Nähe zur Gestalt „Lam“ deutlich, die Crowley mit einer außerirdischen Kraft assoziiert und die sich in dieser beschriebenen Form in einer Zeichnung von 1918/19 visualisiert. Möglicherweise war Ulmer diese Zeichnung bekannt, so dass sein Interesse für Crowley einen neuerlichen Weg – nach THE BLACK CAT – zur Ikonographie des „Manns vom Planten X“ gebahnt hat. Wenn wir bedenken, dass solche Außerirdischen-Beschreibungen im Film der damaligen Zeit weitgehend ein Neuland dargestellt haben, dann verwundert es schon, dass Ulmer gerade solch eine Gestaltung für seinen Außerirdischen wählen sollte – der Bezug zur „Lam“-Zeichnung erscheint mir somit möglich. Verbunden wäre damit auch das Motiv, dass Crowleys Geistwesen Erkenntnis bringt, was ebenso in Ulmers Film thematisiert wird…





die Gestalt des sonderbaren Außerirdischen:

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der lineare Stil der Gesichtsgestaltung von Ulmers Alien könnte möglicherweise in der "Lam"-Zeichnung ein Vorbild besitzen:
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(Bildquelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***)


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