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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: BEYOND THE TIME BARRIER - Edgar G. Ulmer
PostPosted: 08.06.2019 18:17 
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BEYOND THE TIME BARRIER
USA 1960

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Regie:
Edgar G. Ulmer
Darsteller:
Robert Clarke,
Darlene Tompkins,
Arianne Ulmer,
Vladimir Sokoloff

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Ein US-amerikanischer Jetpilot macht sich zu einem Testflug auf. Die neuentwickelte Schallgeschwindigkeit befördert dessen Flugzeug in eine unglaubliche Höhe, wodurch allerdings ein Zeitsprung ausgelöst wird – denn plötzlich befindet der Pilot sich jenseits der Zeitgrenze. Schließlich gelingt ihm die Rückkehr zur Flugbasis. Doch findet er alles verändert vor: Der Flugplatz ist menschenleer und verfallen. Der Pilot begreift nicht, was passiert. Dann aber stößt er bei seinem Erkundungsgang auf eine fremdartige Stadt am Horizont. Dort erfährt er nun, dass er sich nicht mehr im Jahr 1960 befindet, sondern es das Jahr 2024 ist, wobei die vielen Atomtests der Vergangenheit eine katastrophale Erdatmosphäre (nukleare Erderwärmung?) geschaffen haben. Eine Folge davon war, dass die Pest ausbrach, so dass jetzt nur noch ein weibliches Wesen dieser unterirdisch lebenden Gesellschaft fruchtbar wäre. Die junge fruchtbare Frau verliebt sich in den Jetpiloten und möchte, dass er bei ihr bleibt. Indes ereignet sich Panik; Mutanten stürmen die Stadt und richten todbringenden Schaden an. In diesen Wirren erklärt der städtische Anführer dem Mann aus der Vergangenheit, wie er mit seiner Maschine in seine Zeit zurückkehren kann: Der Pilot hat die Aufgabe, den Ausbruch der Pest zu verhindern, um so die Zukunft der Menschheit zu retten…

BEYOND THE TIME BARRIER: Ulmers nächster Science-Fiction-Film nach THE MAN FROM PLANET X; und dabei wurde BEYOND THE TIME BARRIER zeitgleich mit THE AMAZING TRANSPARENT MAN in insgesamt nur zwei Wochen abgedreht. Während sich TRANSPARENT MAN eigentlich mehr bei einem klassischen Film Noir bedient und eine düstere Krimihandlung erzählt, die mit einem Science-Fiction-Element (nämlich mit der wissenschaftlich erzeugten Unsichtbarkeit) versehen werden sollte, stellt BEYOND THE TIME BARRIER sich vor allem wegen seiner futuristisch stilistischen Umsetzung ganz in den Dienst des in den 50er Jahren so überaus beliebten Genres des Science-Fiction-Movies. Ulmers Erzählgewand von BEYOND THE TIME BARRIER bricht zugleich in einen Teil, der wesentlich von einem Semi-Realismus lebt: der Anfang und der Schluss, wenn der Pilot mit seinem Team spricht und schließlich die Vorkehrungen für den Flug und die finale Ankunft trifft; und dann haben wir im Mittelteil das Gefühl, wirklich in einer gänzlich anderen Welt angekommen zu sein, die diesen vorausgegangenen Realismus (die Welt des Piloten) nicht kennt, da alle Figuren von einem komplett abstrakten Set umfasst (gefangen?) werden. Ulmer konnte sich dafür bei architektonischen Realien bedienen, nämlich bei einem übriggelassenen Schau-Bau, der auf dem Gelände einer Ausstellung in Dallas immer noch stand und aus dem Jahr 1936 stammte. Insofern könnte man davon sprechen, dass die Zeitreise des Piloten eigentlich nicht in der Zukunft stattgefunden hat, sondern er aus dem Jahr 1960 in die Vergangenheit gereist ist und dort auf dieses retrofuturistische Setting mit seinen streng geometrischen Formen treffen sollte. Der Zuschauer wird damit automatisch in eine vergangene „Film-Zeit“ zurückversetzt, die ihn – wegen des „archaisch“ futuristischen Settings – an Langs METROPOLIS oder eher noch an THINGS TO COME (USA 1936) denken lässt. Aber auch an Ulmers Film THE BLACK CAT (USA 1934) könnte man denken, wenn man sich das BAUHAUS-artige Haus der dortigen Poelzig-Figur in Erinnerung ruft. Der Reiz von Ulmers Werk liegt wiederum darin, wie der Regisseur es geschafft hat, aus dem Vorgefundenen solch wunderbare „Kinoeffekte“ zu zaubern. Die Kamera „fängt“ die Handelnden sehr häufig in dreieckigen Kadrierungen ein, die sich aus den Setting-Formen ergeben. Es ist diesmal nicht die „Auslassung“, wie etwa in Ulmers DETOUR, wo ein Schattenwurf einer Band diese zeichenhaft ersetzt; denn in BEYOND THE TIME BARRIER findet Regisseur Ulmer reale Fundstücke vor, die kongenial in seinem „Kino“ wirken. Der (damals) zeitgenössische Science-Fiction-Plot um die Zeitreise (Vergleichsbeispiele wären hier: TIME MACHINE [USA 1960], THE TIME TRAVELLERS [USA 1964]) wird somit mit einem Stilbewusstsein Ulmers verbunden, so dass die bekannte B-Film-Geschichte sich in ungeahnte ästhetische Höhen schwingt, ähnlich wie dann auch das Flugzeug den Piloten in eine zeitlose Höhe setzt…





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(Bildquelle: imdb.com)

Trailer:
youtu.be Video from : youtu.be


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