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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 03.05.2011 21:15 
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Um das Luxusleben seiner Frau Finanzieren zu können überfällt ein Kassierer eine Bank wobei er zwei Menschen tötet. Als er überführt wird versucht sein korrupter Strafverteidiger an das Geld zu kommen.
Kriminalfilm, von Lothar Gündisch begonnen und von Altmeister Hans Billian mit der gehörigen Portion "Sünde" ausgestattet und fertiggestellt (laut Billian Biografie).
Würde diesen Film gerne mal sehen. Kann jemand was genaueres sagen bzw. einschätzen ob es sich um einen unspektakulären Krimi oder einen Geheimtip handelt nach dem es zu suchen lohnt.

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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 06.08.2011 19:47 
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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 12.08.2011 15:02 
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So habe den jetzt endlich auch gesichtet und fand ihn ganz nett, vor allem in den von Billian erotisch aufgepeppten Szenen. Im Großen und Ganzen eine netter 60er Jahre Krimi in für dieses Produktionsjahr (1970) ungewöhnlichen aber stimmungsvollen SW Bildern

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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 11.02.2012 23:59 
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D 1969

D: Horst Naumann, Carine Christian, Christina Kuon, Günter Hendel, Johannes Buzalski

Ein Bankraub endet nicht so wie er soll: Ein toter Banker, ein toter Gangster, und der zweite ist auch verwundet. Immerhin kann er noch mit der Beute von 1,2 Millionen DM flüchten, bevor auch er stirbt. Das Geld allerdings ist verschwunden.

Der Bankangestellte Brandt wird als Mittäter verhaftet, der Rechtsanwalt Peter Keller (Horst Naumann) übernimmt seine Verteidigung.
Doch Keller hat Schulden bei der örtlichen Halbwelt und will an das Geld, das Frau Brandt versteckt hat, heran. Er sorgt mit einem Vorwand dafür, dass Brandts Fingerabdrücke auf einer Waffe, die der beim Überfall verwendeten gleicht, sich befinden, um anschließend den Revolver anonym der Polizei zuzuspielen. Die Folge liegt auf der Hand: Brandt wird zu 15 Jahren Haft verurteilt, die recht kurz ausfallen. Brandt begeht in seiner Zelle Selbstmord.

Keller schiebt seine Freundin Pat (und die notgeile kriminelle Schlampe Ricarda…) erstmal aufs Abstellgleis und heiratet kurzerhand die Brandtsche Witwe, die allerdings behauptet, nicht mehr zu wissen, wo das Geld sei (wer vergisst schon, wo er 1,2 Millionen gelassen hat???). So kommt Keller immer noch nicht an die Marie – und er hat immer noch die Schulden bei Basano.

Und vor allem lässt Keller nicht die Finger von den Frauen, so kommt Pat wieder ins Spiel, doch auch seine Sekretärin Brigitte ist in ihn verliebt – und die lässt Pats Wiederkehr bei der neuen Frau Keller auffliegen. Die begeht daraufhin einen Selbstmordversuch, während Pat und Ricarda sich einen Cat- bzw. Gürtelfight liefern, an dem sich Bondagefreunde laben können. Doch wird es Keller gelingen, endlich an das Geld zu kommen? Wird ihm das noch helfen?

Ein kleiner Krimi mit Nuditätseinlagen, das ist es, womit wir es hier zu tun haben. Während der hohe Anteil an nackten Tatsachen darauf hinweist, dass die sexuelle Revolution ausgebrochen war, blieb die Machart des Films reichlich bieder. Was Rolf Olsen bereits ab 1967 mit seinen St. Pauli-Filmen schuf, war bereits ein ganz anderes Kaliber. Außerdem wurde in schwarz-weiß gedreht, was zu der Zeit nun wirklich nicht mehr up to date war.

Hans Billian wurde nach eigenen Angaben (nachzulesen in seiner Erinnerungen „Der Filmemacher“, Band 1, Seite 11/12) erst ins Boot geholt, als die Dreharbeiten mehr oder weniger feststeckten, um den Film mit mehr „Sünde“ aufzumöbeln. So kam die Rolle der bisexuellen Schlampe Ricarda dazu – besetzt von Christina Kuon, die ihrerseits dann privat von Billian besetzt wurde und ihn außerdem mit dem Pornobusiness (damals noch in Schweden) in Kontakt brachte. Der Rest ist Geschichte…

Diesen Film fand Billian allerdings enttäuschend, und in der Tat war das Resultat nicht so richtig Fisch noch Fleisch und ist aus heutiger Sicht eher als Kuriosum anzusehen.

„Quasseln Sie nicht wie ein Intellektueller – Sie sind Polizist!“


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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 16.09.2014 20:51 
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Gestern mal gewatcht, so schlecht ist der gar nicht. noch in SW gedreht, was ihm gut Stand. Mit viel nudity, vielen angedeuteten Lesbischen Spielereien. Spannend ist der Film eigentlich auch, wird der Anwalt an das Geld kommen?
Und dann die Weibergeschichten, ob das gut geht.....
Der Typische deutsche Score war nicht so mein ding....
Produziert vom Hendel....

Würde so 6-7/10 werten.

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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 20.01.2016 16:52 
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Hörig bis zur letzten Sünde – Hans Billian, Lothar Gündisch

(Deutschland 1970)

9.1.2016; Kino (35mm, Kommkino Nürnberg) / 1,66:1



Der Coup eines Dreiergespanns von Bankräubern geht schief und endet damit, dass der letzte Überlebende Bankräuber schwerverletzt die Beute verstecken kann. Ein korrupter Anwalt kommt dem Verbrechen auf die Spur und ist selbst dazu bereit, Helen, die Witwe des Bankfilialleiters, der die Bankräuber unterstützt hatte und Selbstmord beging, als die Polizei auf seine Spur kam, zu heiraten, um sich die Beute zu erschlafen. Dieser Winkelzug ist für ihn besonders heikel, da er eine Freundin (Patrizia) hat, die er mit einer weiteren Frau (Ricarda) betrügt. Trotzdem ist er sich seiner Sache so sicher, dass er Ricarda bei Patrizia einquartiert, als diese gerade auf Reisen ist, und die sich, als sie zurückkommt, von Ricarda davon überzeugen lässt, dass mit dem Anwalt gar nichts laufe, Patrizia nun aber gerne auch die Freuden lesbischer Liebe kennenlernen könne. Doch dann ist da noch Viktor, der schmierige Gangster und Freund von Ricarda, der auch sein Stück vom Kuchen möchte und befürchtet, dass Ricarda ihn hintergeht. Doch als Helen herausfindet, dass ihr Anwaltsehemann sie nur benutzen will, um die Beute, deren Versteck sie kennt, zu finden, vergiftet sie sich mit Schlaftabletten, kann im letzten Moment gerettet werden und sagt es ihrem Mann dann doch. Der wird im letzten Moment mit der Beute von der Polizei gestellt.

Nach „Das Spukschloss im Salzkammergut“ nahm Hans Billian sofort die Arbeiten an „Hörig bis zur letzten Sünde auf“, der aber erst drei Jahre später in die Kinos kam, wohl weil der Film zu viel Nacktheit bot, die in schwarz/weiß 1970 wiederum keineswegs mehr skandalös wirkte. Das Drehbuch, an dem Günter Hendel („Graf Porno und seine liebesdurstigen Töchter“, 1970; Regie, Drehbuch und Titelrolle) mitschrieb, darf man ob der völlig durchgedrehten überkonstruierten Handlung keinesfalls und zu keiner Sekunde ernst nehmen und sollte sich an den unzähligen köstlich-derben Sprüchen erfreuen. So haben wir es mit einem Polizisten zu tun, der den Fall ermittelt und in nahezu regelmäßigen Abständen über den ganzen Film verteilt Polizistenfeindliche Kommentare absondert: (Zu Frau mit geöffneter Bluse: „Machen Sie ihren Laden wieder dicht, wir haben heute unseren fleischlosen Tag!", - - später zu einem Kollegen: „Sprechen Sie nicht wie ein Intellektueller, Sie sind Polizist!“ - - später, als sich der Bankangestellte erhängt: „15 Jahre Dienst sind ne lange Zeit, da hätte ich mir auch die Krawatte geknüpft!“ - - später, als eine Wasserleiche gefunden wird: „Liegen Sie erstmal 2 Monate im Wasser, dann sind Sie auch nicht mehr so schön!“

Auch das Kennenlerngespräch des Anwalts mit Ricarda, die ihn überhaupt erst auf den Banküberfall bringt, gestaltet sich köstlich: Zuerst wehrt er noch ab: „Ich glaube Sie verwechseln mich, ich bin kein Frauenarzt.“ – „Aber ein Frauenkenner“; wehrt weiter ab: (Ricarda) „Anscheinend habe ich meine Wirkung als Frau unterschätzt“ – (Anwalt, erschrocken) „Langsam, langsam“ - - Was dann so endet: (Ricarda) „Ich wusste gar nicht, dass Anwälte so frivol sein können“.

Einer geht noch: Als Ricarda Patrizia davon überzeugt dass ihr Anwaltsfreund sie nicht betrügt und er sie nur aufgrund einer Notlage bei ihr einquartiert hat, schenkt diese ihr sofort Glauben. Nun weiht sie sie in die Freuden lesbischer Liebe ein, und bald finden sie heraus, „dass du ein Sexteufel bist“. Trotzdem empfindet Ricarda Viktor (ausgerechnet Johannes Buzalski!), ihrem Freund gegenüber so: „Endlich, Viktor!. Du glaubst wohl, ich hätts überhaupt nicht mehr nötig! Ich komm mir schon vor, wie ein nicht genutzter Nachtschrank!“ – Doch auch Viktor wird in diesem dramatischen Spiel um Gier und Liebe bald abserviert.

Beim Betrachten des Films ist es wichtig zu beherzigen, wie clever das Drehbuch tatsächlich konstruiert ist und vor allem als erotische Komödie im Gangstermilieu funktioniert. Aus diesem Blickwinkel sollte man sich also nicht z. B. an dem Banküberfall zu Beginn des Films stören, der kamera- und schnitttechnisch vor Anschlussfehlern nur so strotzt und so wirkt, als hätte man den Darstellern einfach gesagt: „Macht mal“, mit 2 Kameras draufgehalten und das dann irgendwie zusammengeschnitten, wodurch kurze, aber entscheidende Handlungen dann fehlen und zu Irritationen – hier Belustigung führen.

Der Film wurde auf dem 15. außerordentlichen Filmkongress des Hofbauer-Kommandos als Auftakt des dritten Kongresstages gezeigt. Der Kongress frohlockte ob des spaßigen Reißers und befand den Film für sehenswert. Am ersten Kongresstag wurde mit „Das Spukschloss im Salzkammergut“ bereits der direkt zuvor entstandene Billian-Film gezeigt.


Fazit:

Eine Sex-and-Crime-Entdeckung, die zeigt, wie schlecht die Menschen sind!

Wertung:

7 / 10


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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 20.01.2016 19:24 
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Den hatten neben der spanischen Fliege fuer mich ueberraschend viele Kongress-Besucher unter ihren Favoriten, fuer einige war es sogar der beste Film des Kongresses!

Fuer mich ein sehr schoenes Filmchen, das ich mir gern wieder im Kino ansehen wuerde. Die Sprueche sind teilweise der Oberhammer, und die Frauen allesamt grossartig (von den Maennern ganz zu schweigen)! Buzalski endlich mal als Zuhaelter! Halleluja!

Der absolute Hoehepunkt ist aber in jeder(!) Hinsicht Christina Kuon! Ein (Alp)Traum den ich mir von nun an in allen deutschen Sittenreissern (herbei) wuensche.
:wie-geil:

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To please the majority is the requirement of the Planet Cinema. As far as I'm concerned, I don't make a concession to viewers, these victims of life, who think that a film is made only for their enjoyment, and who know nothing about their own existence.


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 Post subject: Re: HÖRIG BIS ZUR LETZTEN SÜNDE - Hans Billian
PostPosted: 14.08.2019 21:03 
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Hörig bis zur letzten Sünde (D)
Anwalt des Teufels (D)
Nackt, wie er sie wollte (D)


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Filmportal

OFDb



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Insgesamt ein sehr erheiternder Erotik-Krimi, in dem sich Horst Naumann in der Rolle des bumsfidelen Advokaten 'Peter Keller' nicht nur genüsslich mit sämtlichen der zur Verfügung stehenden Damen vergnügt, sondern nebenbei auch einer 1,2 millionenschweren Beute aus einem Banküberfall hinterherjagt - und zwar nicht im Namen des Gesetzes, sondern rein zur persönlichen Bereicherung, denn der korrupte Herr Keller ist hoch verschuldet und bangt daher um seine bis dato noch heile Haut. Doch zunächst widmet sich Herr Keller seiner bartanzenden Freundin Pat, bevor er dieser ungefragt die aufreizende Klientin Ricarda in ihr Appartement einquartiert, um sich auch mit dieser zwischendrin amüsieren zu können. Doch da ihn die Liebelei in seinem eigentlichen Vorhaben nicht weiter bringt, ehelicht der saubere Herr Anwalt kurz darauf die Witwe des Gangsters, der die millionenschwere Beute vor seiner Verhaftung noch rechtzeitig mit Hilfe seiner Frau Christine in Sicherheit bringen konnte. Und als wäre das alles nicht schon genug der Vielweiberei, vergnügt sich Keller dann auch noch mit seiner hübschen Sekretärin Brigitte, die bereits seit Längerem ein Auge auf ihren Chef geworfen hat. Ein wahrlicher Nimmersatt, dessen Niedertracht ihm aber schlussendlich selbst zum Verhängnis wird, denn am Ende erhält jeder die Rechnung, die er auch verdient... so auch Herr Keller!


Ein frivoler Kriminalfilm, der zwar mit einer leichten Schmierschicht bedeckt ist, aber letztendlich keine echte Rutschgefahr in sich birgt!



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