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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.09.2015 11:16 
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Ist es wahrscheinlich, dass zu diesem Film in naher Zukunft ein BluRay-Release erscheint?

Der steht auf meiner Einkaufsliste ganz oben; Ich denke mal, ich kann auf jeden Fall zur DVD-Mediabook-Veröffentlichung greifen, oder?


Last edited by DirtyCash on 27.09.2015 15:17, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.09.2015 16:02 
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DirtyCash wrote:
Ist es wahrscheinlich, dass zu diesem Film in naher Zukunft eine BluRay-Release erscheint?

Der steht auf meiner Einkaufsliste ganz oben; Ich denke mal, ich kann auf jeden Fall zur DVD-Mediabook-Veröffentlichung greifen, oder?

Kannst du! Bild, Ton sowie Synchro sind top. Und der Film sowieso.

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.09.2015 20:04 
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Klasse, ich danke dir für die Info!

Dann werde ich jetzt direkt zuschlagen, ich freu mich schon auf den Film.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.09.2015 20:07 
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Werde ich mir evtl. mal auf DVD holen.

pupi Avati... kann mn NICHTS falsch machen

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 06.10.2015 13:47 
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Hat mir nicht so gut gefallen wie Solamente Nero (von dem ich restlos begeistert war), aber trotzdem in meinen Augen ein guter Film. Und das Mediabook ist auch sehr fein...!


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 14:17 
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Kann mir jemand sagen woher das Motiv auf der 84 Hartbox Cover A kommt? Ist das ein altes VHS Motiv oder so? Ich kann es nirgendwo finden. Oder ist es ein vom Label neu gemachtes Motiv?

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 16:17 
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Ist wohl ein neu gemachtes Motiv.
Das gibt's bei 84 ja öfter.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 17:21 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Ist wohl ein neu gemachtes Motiv.
Das gibt's bei 84 ja öfter.



Ok, danke! Wie gefällt dir das Motiv? Ich find es ehrlich gesagt ultra hässlich. ^^


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 17:25 
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Ich finde es auch nicht besonders.

Das beste (oder besser gesagt schönste) ist für mich immer noch das Motiv:

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 17:30 
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Ich überlege momentan welche Version ich mir ins Regal stellen will. Deine wäre bei mir ganz knapp auf Platz 2, irgendwie finde ich diese Coverversion ein bisschen ansprechender, dafür gefällt mir bei der anderen Variante der ital. Schriftzug besser:
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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 13.02.2016 19:26 
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Wie hoch wird denn die Wahrscheinlichkeit für eine gute BD Umsetzung eingeschätzt?
Ich kenne und mag den Film, hab ihn allerdings nicht in der Sammlung. Würde mir ungern eine DVD kaufen, wenn die Möglichkeit einer BD besteht.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 14.02.2016 13:19 
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Ich glaube nicht das da vorerst eine deutsche BluRay erscheint. Die deutsche DVD beruht auf einem HD- Master und hat das beste Bild weltweit. Wahrscheinlich kommt der Film auf BluRay bei Arrow. Kommt darauf an wie lange 84 die Lizenz hat.

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Blu Ray und DVD Holzkistenverpackungen sind Sondermüll....
und echte Filmfans brauchen sowas nicht !!!


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 14.02.2016 13:39 
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Pa_Nik wrote:
Wie hoch wird denn die Wahrscheinlichkeit für eine gute BD Umsetzung eingeschätzt?
Ich kenne und mag den Film, hab ihn allerdings nicht in der Sammlung. Würde mir ungern eine DVD kaufen, wenn die Möglichkeit einer BD besteht.

Mit der DVD machst du nichts falsch. Die hat wirklich ein TOP Bild!

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 15.02.2016 11:45 
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Danke für eure Einschätzung.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 16.02.2016 13:59 
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Nachtzehrer wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Ist wohl ein neu gemachtes Motiv.
Das gibt's bei 84 ja öfter.



Ok, danke! Wie gefällt dir das Motiv? Ich find es ehrlich gesagt ultra hässlich. ^^


Bei der Reihe "Retro Cinema Collection" wurden die Cover jedoch bewusst als Retro- Cover gestaltet und lehnen sich an alte einheitliche Video- Designs an, welche eine Filmszenen als Cover hatten.
Siehe auch die original Bavaria oder Marketing Video- Cover.

Über die ausgesuchten Filmszenen kann man sich sicher streiten, aber das Konzept find ich schön anzusehen.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 16.02.2016 15:54 
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Okkult wrote:
Über die ausgesuchten Filmszenen kann man sich sicher streiten...


Ohja... vor allem das Profondo Rosso Motiv war ein Griff ins Klo. Generell aber eine schöne Retro-Reihe, die ich aber selbst nicht sammle.
Falls aber jemand seine CMV-Retro-Edition (Glasbox) von den Lachenden Fenstern gegen das Mediabook tauschen möchte, bitte bei mir melden. ;)

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 23.10.2019 14:04 
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Gestern zum ersten Mal gesehen. Nach der allgemeinen überwiegend positiven Rezeption - welche ich noch im Hinterkopf hatte - war ich ziemlich enttäuscht.

Das fing schon mit dem Intro an, fand ich absolut nervig. Die Außenaufnahmen sind blass und trist, keineswegs atmosphärisch. Hat eher den Flair eines Dorfes in Südostasien als Italien. Der beinahe langweilige und spärlich eingesetzte Score trägt weiterhin dazu bei. Bis auf den Hauptakteur und den Alki wirken alle Figuren fast teilnahmslos und uninteressant. Der stets idiotisch lachende "Bote" ging mir auch ziemlich auf die Nerven. Die Rothaarige hätte noch was rausreißen können, war aber leider nach 20 Minuten nicht mehr dabei. Sie wurde dann durch ein jüngeres Modell ersetzt, welche mit ihrer Präsenz aber auch niemanden hinterm Sofa hervorlocken kann.

Bis auf die zwei ominösen Drohanrufe kommt über den gesamten Film hinweg so gut wie keine Spannung auf. Auf Gewalt und Nudity wurde - abgesehen vom Ende - quasi komplett verzichtet. Ich habe auch ernsthafte Schwierigkeiten, diesen Film als Giallo zu bezeichnen; ist für mich auch aufgrund der Mordinszenierungen maximal ein Horror-Hybrid, wenn überhaupt.

Der Oberknaller am Ende war ja dann wohl
der Priester, welcher sich als zweite Schwester entpuppt, indem man eine linke Titte ins Bild geschnitten hat.

Also bitte... :roll:


Der Text auf dem Backcover des Mediabooks spuckt große Töne: "Regisseur Pupi Avati, von der Fachwelt auf eine Stufe gestellt mit Mario Bava und Dario Argento, hat mit diesem Film in seiner beklemmenden Grundstimmung und grandios morbiden Bildsprache ein Meisterwerk des italienischen Horrorkinos geschaffen."

Um es mal drastisch zu formulieren: ein Standbild aus Argentos Meisterwerken erzeugt mehr Stimmung und Emotionen als "Das Haus der lachenden Fenster" in seiner Gesamtheit.

5/10

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 23.10.2019 15:14 
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POshy wrote:
Ich habe auch ernsthafte Schwierigkeiten, diesen Film als Giallo zu bezeichnen; ist für mich auch aufgrund der Mordinszenierungen maximal ein Horror-Hybrid, wenn überhaupt.



Von der Stimmung her - und aufgrund der fehlenden typischen Motive der eher "klassischen" Gialli - hat mich der Film auch immer mehr an Roegs "Wenn die Gondeln Trauer tragen" (natürlich eine GB-Produktion) erinnert; THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS ist letztlich schon ziemlich "selbstständig" und weniger ein reiner Genre-Thriller - genauso wie der "Horror"-Film ZEDER...
"Liebe und Tod im Garten der Götter" wäre dann ja auch so ein Exemplar, wo die Einordnung als "Giallo" schwieriger wird...


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 23.10.2019 18:24 
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Hier nun anbei eine ältere Besprechung von mir, als ich den Film vor sieben Jahren zum ersten Mal sah. Ich war ebenfalls ziemlich enttäuscht von der Auflösung und den diffusen Erklärungen. Allerdings muss man dem Giallo zugute halten, dass er nicht nur depressiv, sondern auch unheimlich destruktiv ist.

Diese Besprechung enthält Spoiler.

Der erste Fehler, den der Film begeht, ist der Vorspann. Wir sehen einen nackten Mann, der mit Dolchen traktiert wird und sich vor Schmerzen windet. Das Blut tritt aus seinem Oberkörper, während man eine atemlose Stimme hört, die sich an den Farben dieser Szene ergötzt und den nahenden Tod willkommen heißt. So wird das Grauen, das den Zuseher erwartet, vorweggenommen und die Aussagekraft des Tonbands, das später im Speicher gefunden wird, verliert etwas an Wirkung. Der Film lässt sich zunächst viel Muße und hält sich mit Belanglosigkeiten auf (die Rolle der rothaarigen Lehrerin ist vollkommen überflüssig); bis Stefano endlich in das Haus außerhalb des Dorfes zieht, vergeht geraume Zeit. Mehrere Schnitte hätten der Geschichte Stringenz verliehen und verhindert, dass sich Ungeduld breitmacht. Mit Lino Capolicchio gelingt es, die Sympathie des Publikums zu gewinnen und zu halten, seine Karriere weist mehrere bemerkenswerte Filmrollen (u.a. in Vittorio de Sicas "Der Garten der Finzi Contini") sowie eine langjährige Theatererfahrung auf. Dieser Film profitiert vor allem von seiner Ruhe und Besonnenheit, nur einmal verliert er in einer Szene mit Francesca kurz die Contenance. Mehr jedoch als die seltsamen Vorkommnisse im Haus der bettlägerigen Frau, regen die Lebensumstände des italienischen Dorfes zur Abwanderung an. Verschlossene Bewohner, aufbrausendes Gehabe im Gasthaus und die ohne schlechtes Gewissen kultivierte Trägheit der Menschen, lassen im Notfall keinerlei Hilfe bzw. Eingreifen von höherer Stelle erwarten. Fremde werden misstrauisch beäugt und der Tourismus ist noch fern. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Unterschiede, die zwischen dem italienischen Originalton und den englischen Untertiteln auftreten. Die Übersetzung mildert Schimpfwörter ab und unterdrückt die rohe bzw. sexuelle Bedeutung der Aussagen. Die Nazis der Vierziger Jahre sind in Wahrheit "i maiali tedeschi" (= die deutschen Schweine), die Schwestern des Malers nicht nur "devils" (= Teufel), sondern "puttane" (= ital. Schimpfwort für Prostituierte). Über die Hintergründe für die Taten rätselt man so umso länger: Stecken religiöser Wahn, sexuelle Motive (eine der Schwestern leidet an einer Geschlechtskrankheit) oder Geisteskrankheit dahinter? Weshalb ließ sich Legnani nicht erdolchen, sondern zündet sich an? Wie glaubwürdig ist es, wenn ein Mann mit einer Brustverletzung stundenlang im Gebüsch ausharren, sich dann aufs Motorrad schwingen und ins Dorf fahren kann? Wurde der echte Pfarrer beseitigt und seine Rolle von einer der Schwestern eingenommen? Oder trat diese von Anfang an als Geistlicher auf?

Die Fragen werden nicht beantwortet und der Film wirkt dadurch im Finale nicht nur schockierend, sondern auch unfreiwillig komisch. Die alten Weiber, die mit den Dolchen die Treppe hinunterrennen, sorgen einen Moment lang für Erheiterung. Vieles wird im Dunkeln gelassen - so auch das Intermezzo in Rio de Janeiro. Liegt hier Aberglaube vor, psychologische Einschüchterung? Das Hauptmotiv ist wohl die Isolation eines gesunden, "normalen" Menschen, der in eine Falle gelaufen ist und sich nicht mehr daraus befreien kann. Die Keimzelle des Bösen, die ein ganzes Dorf in Schach hält und deren Auswüchse die dunkelsten Phantasien umsetzen. Das Gemisch aus Blut, Formalin und Staub lässt das titelgebende Haus in den Hintergrund treten und verschlingt nicht nur menschliche Gebeine, sondern auch viele gute Ansätze zur Logik. Sobald eine (erklärende) Tür aufgemacht wird, fällt irgendwo eine andere ins Schloss. Vier Personen haben am Drehbuch gearbeitet - vermutlich zwei zu viel.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 23.10.2019 20:08 
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POshy wrote:
Bis auf die zwei ominösen Drohanrufe kommt über den gesamten Film hinweg so gut wie keine Spannung auf. Auf Gewalt und Nudity wurde - abgesehen vom Ende - quasi komplett verzichtet. Ich habe auch ernsthafte Schwierigkeiten, diesen Film als Giallo zu bezeichnen; ist für mich auch aufgrund der Mordinszenierungen maximal ein Horror-Hybrid, wenn überhaupt. (...)

Hallo POshy,
zunächst einmal ein herzliches 'Welcome back' im Filmforum ihres Vertrauens :hutheben:


Wie sahen eigentlich Deine Erwartungen an das DAS HAUS DER LACHENDEN FENSTER im Vorfeld aus? Hattest Du eher einen standardisierten Genrebeitrag erwartet, bei dem die üblichen Zutaten wie schwarze Handschuhe, Schlitzwerkzeuge und leichtbekleidete Opferdamen verwendet werden, oder war Dir schon bewusst, dass Pupi Avatis Beitrag weitab der gängigen Genrenormen sein Unwesen treibt?

Howard Vernon hat es meines Erachtens mit seiner Rückmeldung bereits auf den Punkt gebracht, denn DAS HAUS DER LACHENDEN FENSTER stellt in erster Linie einen hochatmosphärischen Horrorfilm dar, der lediglich aufgrund seines Whodunit-Plots gialloeske Züge aufweist. Dabei verzichtet Avati bewusst darauf, den 'Horror' seines Films dem Zuschauer in profaner Art und Weise zur Schau zu stellen, denn wie Du bereits richtig angemerkt hast, gibt es kaum Gewalt oder andere erschreckende Dinge "zu sehen". Das Grauen im HAUS DER LACHENDEN FENSTER entsteht vielmehr aufgrund der morbiden Bildwelten, die in Verbindung mit den unheilvollen Klangwelten für eine durchweg verstörende Atmosphäre sorgen - die ich zumindest in dieser Art und Weise so noch nicht erleben durfte. Die Spannung erhält der Film sowohl durch seinen mysteriösen Whodunit-Plot als auch erneut durch die jeweiligen Soundkulissen. Alles in Allem ein sehr einzigartiger Horror-Giallo-Fantastico-Mix, der sich gerade aufgrund seines subtilen 'Horrors' vom Großteil der standardisierten Genrebeiträge unterscheidet. Bei mir gewinnt der Film auch weiterhin von Mal zu Mal dazu...


POshy wrote:
(...) Um es mal drastisch zu formulieren: ein Standbild aus Argentos Meisterwerken erzeugt mehr Stimmung und Emotionen als "Das Haus der lachenden Fenster" in seiner Gesamtheit.

Kein Wunder, denn die Herangehensweisen der beiden genannten Regisseure sind doch auch völlig gegensätzlich: Während Argento dem Zuschauer kein Entkommen aus seinen omnipräsenten, teils grausamen und stets mitreißenden Bildwelten in Aussicht stellt, setzt Pupi Avati eher auf das Subtile und Hintergründige, was den Betrachter dann wiederum aktiv fordert, um das von ihm präsentierte Horrorerleben auch adäquat genießen zu können. Argentos 'Horror' wirkt größtenteils auch im passiven Zustand - der sich aber wiederum aufgrund der visuellen Sogwirkung auf Dauer schwerlich aufrecht erhalten lässt. :)


POshy wrote:
Die Außenaufnahmen sind blass und trist, keineswegs atmosphärisch. Hat eher den Flair eines Dorfes in Südostasien als Italien (...)

Der Film wurde übrigens in Pupi Avatis Heimatregion, der 'Emilia-Romagna', abgedreht. ;)
Gebäude spielen in den Filmen von Pupi Avati meistens eine große Rolle, wobei es ihm gerade beim HAUS DER LACHENDEN FENSTER zweifelsfrei gelungen ist, den aktiv geforderten Zuschauer die bedrohliche Stimmung der gezeigten Bauwerke sogar recht intensiv spüren zu lassen.



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Last edited by Richie Pistilli on 23.10.2019 20:30, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 23.10.2019 20:26 
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"Das Haus der lachenden Fenster" ist für mich ein Film, der bereits im Vorfeld mit hohen Erwartungen verknüpft war, er sie im Ganzen aber auch halten konnte. Bei der ersten Sichtung hatte ich schon kurzzeitig das Gefühl, dass ich mit dem Verlauf irgendwie unzufrieden war, aber nur aus dem Grund, dass ich nicht das geboten bekommen habe, was ich mir anfangs gedacht habe. Der Film entfaltet sich zwar sehr losgelöst von Genre-Gesetzen, bedient sich aber auch typischer Inhalte, was einen interessanten Mix ausmacht. Am Ende hat die Überraschung über den Mut der Inszenierung überwogen und das Ende finde ich nach wie vor nicht nur durch und durch irritierend, sondern auch richtig verstörend. Bekommt man einfach nicht alle Tage geboten.


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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.10.2019 00:57 
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@Richie: ich machs mal ohne Zitate, ist mir aufm Handy zu umständlich^^

Da ich den Film damals blind gekauft hab - wie fast alle Euroculter - habe ich nichts Spezifisches erwartet. Ich lese vorher höchstens kurz finale Teile von Reviews mit ihren Bewertungen und lasse mich dann quasi komplett vom Endprodukt überraschen.

Dass hier nun nicht übermäßig Gewalt eingesetzt und nackte Haut gezeigt wurde, finde ich nicht grundsätzlich negativ. Mich hat eben die grundsätzliche Stimmung und Umsetzung des Films nicht wirklich abholen können. Die Soundkulisse muss ich dann irgendwann wohl auch einfach ignoriert haben. Mir fiel nur das erste Stück - wenn er mit dem Boot ankommt - schon recht negativ auf; langweilige und monotone Melodie...

Dass die Außenaufnahmen irgendwie „unitalienisch“ wirken, finde ich nur, wenn keine Häuser/Gebäude zu sehen sind. Fand ich wie gesagt alles etwas zu blass und trist.

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 Post subject: Re: THE HOUSE WITH THE LAUGHING WINDOWS - Pupi Avati
PostPosted: 26.10.2019 11:04 
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Eine Horror-Perle die es zu entdecken gilt - wobei die Betonung hier auf entdecken liegt.

Im AK von ZEDER erwähnt der gute Kessler noch weitere Avati-Filme die ich gerne einmal sehen würde !! Besonders den späteren Film der noch einmal Bezug nimmt auf ZEDER. Bin mir jetzt gerade nicht ganz sicher, aber ich meine das war NASCONDIGLIO (2007).
Vielleicht macht ja ARTE irgendwann einmal eine Werkschau.


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