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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 02.01.2020 20:39 
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Richie Pistilli wrote:
Ich würde WEIL SIE BÖSE SIND auch niemals mit IM SCHMERZ GEBOREN direkt vergleichen, da beiden Filme völlig unterschiedliche Ansätze zugrunde liegen.


Ist doch klar, lieber Richie. ;) Ich meinta ja nur, dass mir diese, ähem, "intellenten Experimente" - wobei IM SCHMERZ GEBOREN bei weitem keiner dieser misslungenen "Anspruchs"-TATORTe ist, die einer mittelmäßigen Story irgendwas aufzuprfopfen versuchen und mit "Bedeutungsschwangerheit" mehr sein wollen, als sie eigentlich sind - mir im allgemeinen, aber nicht grundsätzlich, etwas weniger gefallen als die 'Emo-TATORTe', die vllt. nur eine handvoll Personen portraitieren.

Und zu weit zurückrudern kann ich ja nun auch nicht, das würde meinem Ruf schaden! ;) :) Nee, dieser "Murot" ist schon richtig stark!

Ich mag es ja, wenn der TATORT mal beim Genrefilm 'wildert' und intelligent zitiert. Kennst du den Bremer Fall: ABSCHAUM ? Dort geht es um rituellen Kindesmissbrauch in sektenartigem Umfeld, der hat mich damals schon sehr beeindruckt.


Richie Pistilli wrote:
Den gestrigen Improvations-Tatort DAS TEAM werde ich mir wohl trotz der durchwachsenen Kritiken im Laufe der nächsten Tage zu Gemüte führen.


Ich habe ihn mir zum Teil angesehen. Natürlich sind das alles tolle Schauspieler, die mal mehr mal weniger im improvisatorischen Zusammenspiel brillieren konnten, aber irgendwie war das nicht dat Wahre . . .


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 04.01.2020 15:44 
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Jimmy Stewart wrote:


Richie Pistilli wrote:
Den gestrigen Improvations-Tatort DAS TEAM werde ich mir wohl trotz der durchwachsenen Kritiken im Laufe der nächsten Tage zu Gemüte führen.


Ich habe ihn mir zum Teil angesehen. Natürlich sind das alles tolle Schauspieler, die mal mehr mal weniger im improvisatorischen Zusammenspiel brillieren konnten, aber irgendwie war das nicht dat Wahre . . .


Das ist noch vorsichtig formuliert ...

Ich fand das schon von Anfang an dermaßen öde und schlecht gemacht, daß ich nach 10 min gestoppt habe, und mir nur im Schnelldurchlauf hier und da einen Fetzen angesehen habe, und das zumindest halbwegs hübsche aber trotzdem wenig überzeugende Ende.
Schade daß dafür das Dortmunder Team verwurstet wurde, denn die Dortmunder Tatörtereien waren schon öfters herausragend.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 04.01.2020 16:12 
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Stanton wrote:
Das ist noch vorsichtig formuliert ...

Ich fand das schon von Anfang an dermaßen öde und schlecht gemacht, daß ich nach 10 min gestoppt habe, und mir nur im Schnelldurchlauf hier und da einen Fetzen angesehen habe, und das zumindest halbwegs hübsche aber trotzdem wenig überzeugende Ende.
Schade daß dafür das Dortmunder Team verwurstet wurde, denn die Dortmunder Tatörtereien waren schon öfters herausragend.


Ich habe ja darauf gewartet bzw. gehofft, dass mal ein wirklich, ähem, "intellektueller Kitzler" kommt. Aber das läpperte doch schon teilweise recht konventionell und auch klischeehaft dahin, so dass ich irgendwann das Interesse verlor.

Die beiden Dortmunder und Nicholas Ofczarek waren schon die schauspielerischen Highlights in DAS TEAM. Wobei der Becker, soweit ich den Film gesehen habe, auch nicht schlecht war. Na ja, Becker halt . . .


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 04.01.2020 21:13 
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Da ich den TSCHILLER - OFF DUTY noch nicht kannte und mir auch nicht unbedingt eine BD davon ins Haus holen wollte, war ich ganz froh, dass der gestern im TV lief und ich ihn so zur Erstsichtung gereicht bekam.

Na ja, was soll man sagen . . . Schweiger ist halt kein Willis oder Neeson, soweit so gut. Aber, dass Alvart hierbei nur sowas Ähnliches wie eine überlange Folge von ALARM FÜR COBRA 11 inszeniert hat, entäuschte mich doch etwas. Der Produktionsaufwand erscheint schon enorm - Originalschauplätze in der Türkei und in Russland etc. - und auch die Action ist nicht zu verachten. Aber das wirkte doch alles wie ein sauber runtergeschriebens und -produziertes Ding, mit nicht dem kleinsten Fitzelchen Anarchie intus. Nee, das ist zwar gutaussehender, aber klischeetriefender Hochglanzkäse, der überhaupt nicht packt.

Ich greife ja nicht gerne zu dieser Formulierung, aber das Ding ist "typisch Deutsch" vom Herrn Schweiger.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 15:40 
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Jimmy Stewart wrote:
Ich meinte ja nur, dass mir diese, ähem, "intellenten Experimente" - wobei IM SCHMERZ GEBOREN bei weitem keiner dieser misslungenen "Anspruchs"-TATORTe ist, die einer mittelmäßigen Story irgendwas aufzuprfopfen versuchen und mit "Bedeutungsschwangerheit" mehr sein wollen, als sie eigentlich sind - mir im allgemeinen, aber nicht grundsätzlich, etwas weniger gefallen als die 'Emo-TATORTe', die vllt. nur eine handvoll Personen portraitieren.

Mir sagen grundsätzlich die Folgen zu, von denen etwas Markantes auch chronisch im Gedächtnis haften bleibt - und da waren die beiden (völlig unterschiedlichen) Regiearbeiten von Florian Schwarz definitiv die Nachhaltigsten ;)


Seine beiden anderen Tatort-Folgen WAFFENSCHWESTERN und KÄLTER ALS DER TOD als auch die Polizeiruf 110-Folge DER ORT, VON DEM DIE WOLKEN KOMMEN können zwar WEIL SIE BÖSE SIND und IM SCHMERZ GEBOREN nicht so ganz das Wasser reichen, zählen für mich aber ebenfalls zu den Serienhighlights der letzten zwanzig Jahre.

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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Mediathek: Polizeiruf 110 - Der Ort, von dem die Wolken kommen


Jimmy Stewart wrote:
Ich mag es ja, wenn der TATORT mal beim Genrefilm 'wildert' und intelligent zitiert. Kennst du den Bremer Fall: ABSCHAUM ? Dort geht es um rituellen Kindesmissbrauch in sektenartigem Umfeld, der hat mich damals schon sehr beeindruckt.

Auf Anhieb kann ich mich jetzt nicht wirklich an diese Folge erinnern, werde mir diese aber bei der nächsten Gelegenheit zu Gemüte führen. Hättest Du zufällig noch weitere sehenswerte Vorschläge parat? :)

Den Improvisations-Tatort werde ich mir erst im Laufe der kommenden Woche zu Gemüte führen.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 17:19 
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Richie Pistilli wrote:
Mir sagen grundsätzlich die Folgen zu, von denen etwas Markantes auch chronisch im Gedächtnis haften bleibt - und da waren die beiden (völlig unterschiedlichen) Regiearbeiten von Florian Schwarz definitiv die Nachhaltigsten ;)


Seine beiden anderen Tatort-Folgen WAFFENSCHWESTERN und KÄLTER ALS DER TOD als auch die Polizeiruf 110-Folge DER ORT, VON DEM DIE WOLKEN KOMMEN können zwar WEIL SIE BÖSE SIND und IM SCHMERZ GEBOREN nicht so ganz das Wasser reichen, zählen für mich aber ebenfalls zu den Serienhighlights der letzten zwanzig Jahre.


An den WAFFENSCHWESTERN erinnere ich mich auch noch, und das sehr positiv. Das war schon ein starker "Frauen - TATORT". Dabei fällt mir noch der Batic/Leitmayr Fall: EIN NEUES LEBEN ein, der mit der durch Nina Proll - die ich toll finde - verkörperten Rolle auch eine wirklich starke (und böse) Frauenfigur zu bieten hat. Und noch der Borowski Fall: BOROWSKI UND DIE FRAU AM FENSTER mit einer sehr starken Sibylle Canonica.

Den KÄLTER ALS DER TOD habe ich nicht gesehen. Ich finde aber Margarita Broich überhaupt richtig gut und denke, dass die beiden "neuen " Frankfurter ihre Sache trotz des schweren Erbes von Dellwo/Sänger und Steier/Mey sehr gut machen. Die neuen Münchner habe ich bisher trotz Graf Regie verpasst, da ich den TATORT am Sonntagabend nicht mehr "sklavisch" verfolge.

Richie Pistilli wrote:
Jimmy Stewart wrote:
Ich mag es ja, wenn der TATORT mal beim Genrefilm 'wildert' und intelligent zitiert. Kennst du den Bremer Fall: ABSCHAUM ? Dort geht es um rituellen Kindesmissbrauch in sektenartigem Umfeld, der hat mich damals schon sehr beeindruckt.

Auf Anhieb kann ich mich jetzt nicht wirklich an diese Folge erinnern, werde mir diese aber bei der nächsten Gelegenheit zu Gemüte führen. Hättest Du zufällig noch weitere sehenswerte Vorschläge parat? :)


Der schlug damals ja ziemlich hohe Wellen, ist aber aus heutiger Sicht (nach über 15 Jahren) sicher kein 'Schocker' mehr. Trotzdem ist der Film immer noch sehr ansehbar, und das DIE FRAU MIT DER 45 MAGNUM - artige Finale knallt auch heute noch. Sehr gut fand ich z. B. den Ösi TATORT: Wehrlos, der ziemlich an die Nieren geht. Die Regisseurin kommt aus der 'Michael Haneke Schule'. Als Klassiker kann ich immer nur wieder BOROWSKI UND DER STILLE GAST sowie die Fortsetzung BOROWSKI UND DIE RÜCKKEHR DES STILLEN GASTES empfehlen - der Eidinger, ne! ;)

Richie Pistilli wrote:
Den Improvisations-Tatort werde ich mir erst im Laufe der kommenden Woche zu Gemüte führen.


Erwarte nicht zu viel davon, Richie.


Last edited by Jimmy Stewart on 05.01.2020 17:47, edited 2 times in total.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 17:44 
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Mal sehen, was der heutige neue Tatort bringen wird.
Nick Tschiller meldet sich nämlich zurück in TATORT: Tschill Out ab 20:15 Uhr ARD

Wegen seiner Alleingänge gegen den Astan-Clan ist Nick erst mal vom Dienst suspendiert worden. Stattdessen hilft er im Heim für schwer erziehbare Jugendliche aus. Sein Kollege Yalcin ermittelt derweil gegen Drogenhandel und Internet-Kriminalität, wobei es einen Toten gibt. Ein Zeuge bringt Yalcin nun zu Nick ins Heim.

Laut Info. ist die Action zurück gefahren worden und man will einiges anders machen.
Schauen wir mal :) Ich mag die Tschiller-Tatorte nach wie vor.
Finde es gut, das die mit Tschiller weiter machen. Bin mal gespannt, ob der neue auch was taugt.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 17:54 
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Graf von Karnstein wrote:
Mal sehen, was der heutige neue Tatort bringen wird.
Nick Tschiller meldet sich nämlich zurück in TATORT: Tschill Out ab 20:15 Uhr ARD


Wie fandest du denn den OFF DUTY? Ich meine, als Actiontrash war er schon okay, aber 'nachhaltig' war da nix, ne?! ;)

Den neuen TSCHILLER schaue ich mir heute Abend an.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 18:33 
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Ich schaue kaum noch Tatorte (vielleicht 4 oder 5 pro Jahr), aber heute Abend bin ich dabei!
Ich hatte auch alle vorherigen Schweiger-Tatorte geschaut und fand den ersten, WILLKOMMEN IN HAMBURG 2013, sehr gut. Die nächsten 3 ließen dann nach, war für mich Durchschnitt.
Und heute soll es ohne so viel Gewalt weitergehen, was ich auch gut finde. Mit Drehbuch und Regie hat Schweiger jedenfalls nichts zu tun.
Die Luna Schweiger (heute wieder dabei) mag ich aber nicht so sehr. Er hat ja noch ne kleinere Tochter, die ich für recht talentiert halte.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 19:12 
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wuthe57 wrote:
Ich schaue kaum noch Tatorte (vielleicht 4 oder 5 pro Jahr), aber heute Abend bin ich dabei!
Ich hatte auch alle vorherigen Schweiger-Tatorte geschaut und fand den ersten, WILLKOMMEN IN HAMBURG 2013, sehr gut. Die nächsten 3 ließen dann nach, war für mich Durchschnitt.
Und heute soll es ohne so viel Gewalt weitergehen, was ich auch gut finde. Mit Drehbuch und Regie hat Schweiger jedenfalls nichts zu tun.
Die Luna Schweiger (heute wieder dabei) mag ich aber nicht so sehr. Er hat ja noch ne kleinere Tochter, die ich für recht talentiert halte.


Die Action-Treiberei war mit dem Kinoablger auch ausgereizt. Mit Eoin Moore ist ein anderer Regisseur am Start, der schon gute TATORTe inszeniert hat. Ganz witzig wäre vllt., wenn Buddy Giovinazzo mal einen TSCHILLER inszenieren würde. ;)


P.S.: Die kleine Schweigerin hat wirklich Talent, da stimme ich dir zu.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 19:29 
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Jimmy Stewart wrote:
Wie fandest du denn den OFF DUTY? Ich meine, als Actiontrash war er schon okay, aber 'nachhaltig' war da nix, ne?! ;)

Ich fand/finde den letzten Teil auch noch gut und kann damit leben. Allerdings wenn der nun nicht gemacht worden wäre, dann wäre es auch gut gewesen, wenn man es bei den 4 Teilen belassen hätte, denke ich. Fand nur blöd, das man den -Off Duty- nun erstmal ins Kino brachte bzw. diesen anscheinend auch für das Kino konzipierte. Damals bei dem doch recht populären und allseits beliebten Kommissar Schimanski (Götz George) hat das ja noch recht gut funktioniert, als die sogar zwei Kino-Tatorte gemacht hatten (ZAHN UM ZAHN & ZABOU) Bei Tschiller funktionierte das nicht, wie man anhand des eher wenig guten Kinoerfolgs sehen konnte. Ich hielt das von beginn an für keine gute Idee. Erst vier gute spannende Tschiller-Tatorte im TV zu zeigen und dann den 5. und letzten Teil plötzlich ins Kino zu bringen. Den hätte man ebenso gleich ins TV bringen sollen. Als Abschluss der Auseinandersetzungen zw. Tschiller und dem Astan-Clan finde ich den soweit gut.

Jimmy Stewart wrote:
Den neuen TSCHILLER schaue ich mir heute Abend an.

Ich auch. Wir können uns dann gerne morgen darüber kurz austauschen, wenn Du magst :)

Ps: Eigentlich wollte ich mir nochmal alle vorigen ansehen, aber dazu bin ich nicht gekommen.
Hatte mir damals diese Amaray Bluray-Box gekauft. naja,... dann eben zu einem anderen Zeitpunkt :)

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.01.2020 20:04 
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Graf von Karnstein wrote:
. . .


Ich erinnere jetzt nicht mehr alle TSCHILLER Filme. Aber, dass der Ober-Astan im Kinofilm wie nahezu ein "Freund" von Tschiller rüberkam, der ihm eigentlich helfen wollte und dafür abgeballert wurde, um dadurch einen noch böseren Typen zu etablieren, fand ich nicht unbedingt sehr überzeugend. Zumal dieser "Hänfling" nicht gerade, wie wohl angedacht, wie ein "New Economy"-Gangster wirkte. Na ja, schaun mer heute mal.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 06.01.2020 22:17 
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WEIL WIR BÖSE SIND
Erstausstrahlung: 3. Januar 2010 auf Das Erste


Ein geschickt inszenierter TATORT, der den Zuschauern mit Sympathien für den Mörder beliefert. Der Auftritt von Markus Boysen ist leider etwas kurz geraten, doch das was er hätte abliefern können, wird locker vom Schweighöfer, der mir in der Rolle des Balthasar Staupen ausgesprochen gut gefallen hat, praktiziert. Eigentlich passt ein „TATORT der Gegenwart“ überhaupt nicht zu mir, aber diesmal haben wir uns vorzüglich verstanden. Klasse!

Ach so, man könnte fast meinen, dass Florian Schwarz innerhalb einer Szene TENEBRAE zitiert…

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 07:36 
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Eure Diskussion war wirklich hochinteressant, und hat mich animiert, einige Tatorte aus der Mediathek herunterzuladen. Als erster kam IM SCHMERZ GEBOREN dran, und der hat mich ziemlich mitgerissen ...

Tatort: Im Schmerz geboren (Florian Schwarz, 2014) 8/10

Richard Harloff kommt aus Bolivien zurück nach Wiesbaden. Zwischen seiner Abreise und dem Jetzt liegen 30 Jahre Tod, Schmerz, Drogenhandel, Kampf … Nun ist er wieder da, und der LKA-Ermittler Murot, damals Harloffs bester Freund und Kollege auf der Polizeischule, weiß nicht so recht wie damit umgehen: Mit den drei Toten am Bahnhof. Dem verschwundenen Gangsterboss Bosco, dessen drei Söhne die Toten am Bahnhof sind. Dass Harloff die Bande von Bosco offensichtlich übernommen hat. Und noch ein anderer Mann spurlos verschwindet: Franz Oswald, der vor 30 Jahren ursächlich dafür verantwortlich war, das Harloff sich nach Südamerika absetzen musste ...

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Ein Mann kommt zurück in eine Stadt um Rache zu nehmen. Der örtliche Sheriff und der Mann waren früher beste Freunde, etwa so wie in Jules und Jim, und liebten sogar dieselbe Frau, etwa so wie Jules und Jim. Aber etwas geschah, etwas zerbrach, und jetzt ist der Mann wieder da und tötet, und sein einstmals bester Freund muss ihn aufhalten.
Ein grundlegendes filmisches Sujet, in unzähligen Western und Krimis gesehen, und immer wieder gut. Aber als Tatort? Ja, gerade als Tatort! Was Ulrich Matthes hier abliefert ist Extraklasse. Matthes ist als Richard Harloff so spöttisch wie Harry Lime, so süffisant wie Hans Landa, so abgründig wie Tommy Judo, und so tödlich und rücksichtslos wie Loco. Dagegen Ulrich Tukur als kleiner deutscher Beamter: Eine graue Maus, die sich hinter einer Maske der Biederkeit und Zurückhaltung versteckt, als perfektes Gegenstück zum weltläufigen und selbstsicheren Harloff. Und der doch genügend Power im Leib hat, um mit der Maschinenpistole im Anschlag auf die Straße zu rennen und alle Angreifer einfach über den Haufen zu ballern. Wie es ein guter Sheriff halt auch mal machen muss.

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Und a propos Sheriff: Was für eine Inszenierung! Der örtliche Don als griechischer Chor, Shakespeare zitierend und mit wohlgesetzter Sprache im klassischen Duktus das große Drama um Tod, Leidenschaft und Verderben kommentierend. Die drei Söhne des Don als Gunmen, am Bahnhof und der glühenden Sonne wartend auf die Ankunft des Fremden, um ihn zu erschießen. Anstatt 08/15-Abblenden frieren die Bilder ein und werden zu Zeichnungen, stellen die wahren Grausamkeiten nur als Gemälde dar, als Abbild der Wirklichkeit. So wie auch die Geschichte von einem zum andern Gemälde reist, und der Shakespeare-Conférencier uns die Zusammenhänge zwischen den Bildern erläutert. Szenen wie Tableaus, im filmischen Stil erzählt: Murot besucht Harloffs Sohn David. Sie trinken Wein in der leeren Wohnung und verstehen sich blendend. Der Kommissar und der Mörder benehmen sich wie Vater und Sohn - Lange getrennt, endlich vereint, und von einer Überstimme sinnig kommentiert. Oder Murot und Harloff sitzen auf der Parkbank, und ein Off-Erzähler schildert uns humorig, was gerade in den Köpfen der Figuren vor sich geht. Momente, die das Korsett einer Fernsehinszenierung und das Format eines “Fernsehkrimis“ weit sprengen. Die nichts anderes wiedergeben als eine Shakespeare-Tragödie, mit all ihren schrecklichen Mordtaten, Treueschwüren und Verrätereien, mit ihren deftigen, blutigen und komischen Szenen.

Lust am Spiel und am Experiment. Lust am Kino. Lust am Erzählen guter Geschichten. Das ist hier alles drin. Und ich glaube, wenn man sich diese Tatort-Folge öfters anschaut, findet man, wie in allen wirklich guten Geschichten, auch noch einiges mehr. Entweder hier, oder beim großen englischen Dichter …

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 20:13 
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Es freut mich zu lesen, dass Dir diese außergewöhnliche TATORT-Folge auch sehr gut gefallen hat.
Dein hervorragender Beitrag schürt zumindest bei mir gerade die Laune auf ein baldiges Refresh :)


Jetzt musst Du Dir aber auch noch den ebenfalls vom gleichen Regisseur stammenden (und aktuell auch in der Mediathek verfügbare) WEIL SIE BÖSE SIND zu Gemüte führen, denn ich könnte mir gut vorstellen, dass Dich diese Folge auf eine andere Art und Weise sogar noch ein wenig mehr begeistern könnte.

Habe mir übrigens in den letzten Tagen auch noch einige ausgesuchte TATORT-Folgen angeschaut, zu denen ich dann -aufgrund meiner momentanen Zeitknappheit- demnächst noch etwas schreiben werde...


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 20:17 
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Ist eigentlich geplant wie bei vorangegangenen 5 Folgen, dass der neue Tschiller auch auf BD erscheint?


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 20:48 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:

Tatort: Im Schmerz geboren (Florian Schwarz, 2014) 8/10


Ein sehr feiner Beitrag, Maulwurf. Du hast wieder mal die richtigen Worte für diesen aussergewöhnlichen Film gefunden. ;)


P.S.: Mir ist bei der neuerlichen Sichtung aufgefallen, dass das Entfernen der schwarzen Kontaktlinsen bei Matthes nicht optimal getimed war. Eigentlich hätte er während des Erwürgens seine "Menschlichkeit" bzw. seine "Frieden" zurückerlangen müssen, was durch den Wechsel der Augenfarbe hätte signalisiert werden können. Nur leider wurde das offenbar produktionsseits verdaddelt, so dass er bereits vor der Szene original 'braun' linste. Das fand ich schon etwas doof, da ja dieser "Marderblick" ein besonderes Merkmal von Harloff war . . .


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 20:56 
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Richie Pistilli wrote:
. . . Habe mir übrigens in den letzten Tagen auch noch einige ausgesuchte TATORT-Folgen angeschaut, zu denen ich dann -aufgrund meiner momentanen Zeitknappheit- demnächst noch etwas schreiben werde...


Da bin ich mal gespannt, Richie. Ich kenne nun bei weitem nicht alle TATORTe und schaue diese eigentlich seit langer Zeit eher selten mal. Aber du wirst dir schon was Feines rausgepickt haben, ne?! ;)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 08.01.2020 23:05 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:

Tatort: Im Schmerz geboren (Florian Schwarz, 2014)


:lol: Den habe ich gestern geschaut und wollte auch was dazu schreiben, aber ich konnte das Forum mal wieder nicht erreichen. Der TATORT IM SCHMERZ GEBOREN hat mir gut gefallen. Es wird fleißig zitiert (SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, YOJIMBO und natürlich HENRY DER FÜNFTE) und experimentiert. Eigentlich nix für Carmen Normalverbraucherin, für mich Sichtung hat sich die Sichtung freilich gelohnt.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 09.01.2020 06:26 
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Vielen Dank an alle für das Lob *schnurrrrrrrr* :hutheben:

Richie Pistilli wrote:
Jetzt musst Du Dir aber auch noch den ebenfalls vom gleichen Regisseur stammenden (und aktuell auch in der Mediathek verfügbare) WEIL SIE BÖSE SIND zu Gemüte führen, denn ich könnte mir gut vorstellen, dass Dich diese Folge auf eine andere Art und Weise sogar noch ein wenig mehr begeistern könnte.

Aktuell schlummern auf meiner Festplatte MUROT UND DAS MURMELTIER, ANGRIFF AUF WACHE 08, ES LEBE DER TOD und WEIL SIE BÖSE SIND. :mrgreen:

Beim 5. Tschiller bin ich mir noch unsicher. Die ersten 4 "richtigen" Tatorte fand ich sehr stark, und OFF DUTY war schlichtweg erstklassig gemachtes Actionkino. Wenn der Film nicht Til Schweiger sondern Mel Gibson oder Liam Neeson in der Hauptrolle gehabt hätte, wäre er sicher ein Kassenknüller geworden. Aber wenn ich nun lese, dass ausgerechnet die Action zurückgenommen wurde, dann bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich noch zündet. Hat den schon jemand gesehen und kann vielleicht was dazu saegen?

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Last edited by Schmutziger_Maulwurf on 09.01.2020 19:26, edited 2 times in total.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 09.01.2020 19:15 
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Jimmy Stewart wrote:
Da bin ich mal gespannt, Richie. Ich kenne nun bei weitem nicht alle TATORTe und schaue diese eigentlich seit langer Zeit eher selten mal. Aber du wirst dir schon was Feines rausgepickt haben, ne?! ;)

Falls Du meinst, dass ich mich im Tatort-Milieu einigermaßen auskenne, dann hast Du Dich getäuscht - denn ich picke momentan absolut im Dunkeln herum! :mrgreen:

Es muss so um das Jahr 2000 gewesen sein, als ich mir sonntagabends plötzlich regelmäßig Tatort-Folgen angeschaut habe. Zu der Zeit war ich nämlich noch sehr deftig am Feiern, was wiederum bedeutete: Sonntag war der einzige Erholungstag. In diesem Rahmen etablierte sich dann auch irgendwann der Tatort am Sonn­tag­abend als eine Art meditativer Wochenendausklang. So ist es auch kaum verwunderlich, dass ich mir die ausgestrahlten weniger bewusst angeschaut hatte, als es heute der Fall ist. Zunächst mochte ich die Kölner, Ludwigshafener und Münchner-Tatorte sehr, aber Thiel und Boerne toppten diese noch eine ganze Zeit lang, als sie 2002 erstmals die Bühne betraten. Wen ich als Darsteller/-in weniger mochte, waren beispielsweise Dominic Raacke, Simone Thomalla oder Manfred Krug. Hinzu kam, dass ich als gebürtiger Saarländer mit sämtlichen Ermittlerteams aus der alten Heimat bestraft wurde: Die meisten Kommissar Palu-Folgen fand ich nichtssagend. Als dann Kappl und Deininger das Ruder bei der Saarbrücker Mordkommission übernahmen, ging für mich irgendwie gar nichts mehr: Ein Bayer im Saarland, und dann auch noch Heinz Beckers Sohn 'Stefan' als sein Partner und seine Frau 'Hilde' als Sekretärin :shock:

Von Stellbrink und Marx hatte ich dann nur noch zwei Folgen gesehen, denn Ende 2013 wurde das allsonntägliche Abendritual zugunsten der ein paar Jahre zuvor frisch entdeckten Genrefilmproduktionen eingestellt. Von Tatort-Folgen aus den 70ern, 80ern und 90ern kenne ich wiederum nur sehr wenige (beispielsweise TOTE TAUBE IN DER BEETHOVENSTRAßE oder REIFEZEUGNIS). Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich nur sehr wenige Schimanski-Folgen kenne... :oops:

Daher bin ich momentan für jeden Tipp dankbar, soweit es sich um eine denkwürdige Folge handelt.


Die einzigen Tatort-Folgen die ich mir in den letzten Jahren noch angeschaut habe, waren beispielsweise die Regiearbeiten von Dominik Graf. Für meine aktuelle Tatort-Laune war das gerade erst kürzlich von statten gegangenes Refresh von WEIL SIE BÖSE SIND verantwortlich, woraufhin sämtliche Regiearbeiten von Florian Schwarz folgten. Als Nächstes waren dann die Murot-Folgen an der Reihe, die ich auch allesamt überdurchschnittlich fand.

Aufgrund meiner Planlosigkeit, schaue ich mir momentan die sogenannten Giftschrank-Folgen an und bin gespannt, was mich dabei erwarten wird. ABSCHAUM habe ich mir übrigens auch schon angesehen - ein kurzes Feedback folgt aber erst in den nächsten Tagen.



Schmutziger_Maulwurf wrote:
Aktuell schlummern auf meiner Festplatte MUROT UND DAS MURMELTIER, ANGRIFF AUF WACHE 08, ES LEBE DER TOD und WEIL SIE BÖSE SIND. :mrgreen:

Bin schon sehr auf Deine Meinungen gespannt! :)




Mit den Tschiller-Folgen kann ich persönlich so rein gar nichts anfangen...


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 09.01.2020 20:50 
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Richie Pistilli wrote:
Falls Du meinst, dass ich mich im Tatort-Milieu einigermaßen auskenne, dann hast Du Dich getäuscht - denn ich picke momentan absolut im Dunkeln herum! :mrgreen: . . . . . . . .


Das liest sich ja schon mal interessant: "Raver Richie", der damals am Sonntagabend gerade so wieder "Mensch" war, irgendwas 'Normales' haben wollte und deswegen den TATORT geguckt hat. :D . . . entschuldige bitte! ;)

Ich habe ja schon rausgelesen, dass du nicht unbedingt von grundauf ein TATORT Afcionado bist und diese zum Teil doch sehr guten TV-Krimis erst nach und nach entdeckt hast - und noch dabei bist. Bei mir ist es so, dass ich den TO eigentlich seit Kindheit an als etwas Besonderes angesehen, und sehr lange regelmäßig geschaut habe. Auch später noch, als es so langsam "in" wurde und der TATORT in verschiedenen Berliner Kneipen zum gemeinsamen Glotzen gezeigt wurde, war ich ab und zu mal dabei.

Aber irgendwann, weiss gar nicht mehr wann das war, verlor ich das Interesse. Das muss wohl zu der Zeit gewesen sein, als alles so schrecklich "gesellschaftlich relevant" sein sollte, dabei aber nicht selten totale Langeweile produziert wurde. Beispielhaft fällt mir gerade die Furtwängler ein. Anfangs fand ich die Krimis mit ihr ziemlich gut, aber dann wurde das immer 'anspruchsvoller' aka dröger und belehrender. Dann kam irgendwann diese Ermittlerflut dazu und es wurde irgendwie ein Einerlei, mit mehr oder weniger immer den gleichen Themen.

In den letzten Jahren hat die Quali aber wieder angezogen, so mein Eindruck. Und mit dem POLIZEIRUF ist ja über die Jahre auch eine gute Konkurrenz entanden, die den TATORT nicht selten sogar aussticht. Der Sonntagabend Krimi im lienearen TV ist noch lange nicht tot, wenn er sich denn öfters mal was traut und nicht nur "durchschleppt".


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.01.2020 05:51 
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Der Haken an der Sache: von den zur besagten Zeit gesehen Tatort-Folgen ist inhaltlich leider nicht viel im Gedächtnis haften geblieben.
Aktuell wäre es super, wenn eine grob geordnete Themenübersicht sämtlicher Folgen bestehen würde, aber eine solche Orientierungshilfe konnte ich leider noch nicht auffinden.
Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als auch weiterhin auf der Suche nach interessanten Folgen im Dunkeln herumzupicken :)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.01.2020 16:53 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Beim 5. Tschiller bin ich mir noch unsicher. Die ersten 4 "richtigen" Tatorte fand ich sehr stark, und OFF DUTY war schlichtweg erstklassig gemachtes Actionkino. Wenn der Film nicht Til Schweiger sondern Mel Gibson oder Liam Neeson in der Hauptrolle gehabt hätte, wäre er sicher ein Kassenknüller geworden. Aber wenn ich nun lese, dass ausgerechnet die Action zurückgenommen wurde, dann bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich noch zündet. Hat den schon jemand gesehen und kann vielleicht was dazu saegen?

Ich hatte mir den 6. Tschiller-Tatort angesehen.
Die Action wurde hier ziemlich herunter gefahren, denn man wollte hier nun einiges anders machen und alles etwas ruhiger angehen, wie Till Schweiger in einem Interview bekannt gab. Das man zumindest aus meiner bescheidenen Sicht zusätzlich die Dramatik drosselte, fand ich nun weniger gut. Denn irgendwie wollte Spannung nicht so recht aufkommen und die 6. Tschiller-Folge trat irgendwie auf der Stelle. Gut war, das sich die Hauptfigur Nick ein wenig nach den vorigen Ereignissen weiter entwickelte. Allgemein reichte es allerdings nicht diese Tatort-Folge über den Durchschnitt zu bringen. Bei den vorigen Tschiller-Folgen war Spannung, Dramatik und Action vorhanden und das harmonierte sehr gut. Auch wirkten alle Beteiligten sehr engagiert und man merkte richtig, das alle bei der Sache waren. Auch sämtliche Figuren waren gut und füllten ihre Parts mit Leben usw.

Hier nun im Grunde in etwa das Gegenteil. Und selbst der türkischstämmige Kollege von Tschiller, also der Yalcin (Fahri Yardim) blieb hier diesmal blass. Also so toll war das für mich alles leider nicht mehr. Völlig hirnlos war die alleinige Aktion der neuen Polizistin, als sie sich dem im Auto sitzenden Auftragskiller nähern will und sich dabei von diesem unbeobachtet glaubt. Also das war nun echt dilettantisch gemacht, wobei sie auch noch im Grunde fast drauf gegangen wäre. Dabei fand ich die gar nicht mal so schlecht und vom Gesicht her erinnert sie mich an ein oder zwei andere. Naja,.. mit weniger Action habe ich kein Problem, aber wenn der Rest auch nicht so recht in Fahrt kommen will, dann bleibt nur noch fast so was wie banale TV-Krimikost, die nicht so aufregend gewesen ist. Kann nur hoffen, das sich das eventuell beim nächsten Tschiller wieder ändert.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.01.2020 18:59 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
. . . und OFF DUTY war schlichtweg erstklassig gemachtes Actionkino.


Meine erste, etwas herbe Kritik hatte ich ja schon etwas abgemildert: ;)

Jimmy Stewart wrote:
. . . OFF DUTY? Ich meine, als Actiontrash war er schon okay, aber 'nachhaltig' war da nix, ne?! ;)


Im Vergleich zu einem z. B. Neeson Film fehlte einfach eine gewisse Wucht, das lief mir alles etwas zu sauber über die Flimmerkiste. Allerdings ist der Film ja auch fürs Kino produziert, und dort kann er ob seiner durchaus verspielten Übertriebenheit schon ganz gut gewirkt haben, denke ich. Bei einer evntl. zweiten Sichtung bin ich bestimmt noch mal gnädiger mit diesem 'Tohowabohu'. ;)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.01.2020 19:01 
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Richie Pistilli wrote:
"Rock 'n' Roll-Raver" bitte schön! 8-)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.01.2020 19:04 
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Graf von Karnstein wrote:
Ich hatte mir den 6. Tschiller-Tatort angesehen.


Ehrlich gesagt, habe ich die Ausstrahlung nicht wirklich verfolgt. Es ging irgendwie ums Darknet und darüber vertriebene Drogen, Zeugenschutz und Kinderpornographie kam auch noch dazu, ne?! So richtig vom Hocker gehauen hat mich das nicht. Was mir aber aufgefallen ist und was ich auch ganz gut fand, war wie Schweiger den angeschlagenen Bullen gegeben hat. Das hat er schon ganz souverän gemacht, finde ich. Und Fahri Yardim muss eigentlich nur irgendwas in seiner Hamburgerisch rotzigen Art sagen, schon fange ich an zu Grinsen. :)

Mal sehen, wie's mit Tschiller weitergeht. Denn ausgedient hat Schweiger als TATORT Kommissar m. E. noch nicht.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 14.01.2020 05:49 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:

Tatort: Im Schmerz geboren (Florian Schwarz, 2014)


Empfehlung: Auf YT steht eine hochinteressant Gesprächsrunde zur Verfügung, die im Anschluss an die Kinovorführung von IM SCHMERZ GEBOREN im Frankfurter Filmmuseum stattfand.

Teilnehmer: Redakteurin Liane Jessen und Redakteur Jörg Himstedt vom Hessischen Rundfunk sowie Regisseur Florian Schwarz und Drehbuchautor Michael Proehl.

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

Interview mit Florian Schwarz - Tatort-Regisseur mit den meisten Leichen

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 26.01.2020 16:57 
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TATORT SAARBRÜCKEN



Da ich mich momentan arbeitsbedingt etwas ausgepowert fühle, bietet sich die wiederentdeckte TATORT-Reihe regelrecht an, als Ersatzdroge für den momentan eher spärlichen Spielfilmkonsum zu fungieren - denn für reguläre Filme fehlt mir aktuell an den meisten Tagen die dafür benötigte Muse, um diese auch adäquat goutieren zu können. Und somit flimmern bei mir seit einigen Wochen überwiegend TATORT-Folgen über die flache Mattscheibe, wobei mein Hauptaugenmerk in der vergangenen Woche den ganz frühen Folgen des 'Saarländischen Rundfunks' galt, die mir bis dahin auch völlig unbekannt waren. Die erste Saarbrücker TATORT-Folge wurde übrigens am 13. Dezember 1970 ausgestrahlt. Dabei handelte es sich außerdem um die zweite Folge der gerade erst frisch gestarteten TV-Reihe, in der -zu meiner größten Freude- mit Dieter Eppler ein angestammtes Mitglied der glorreichen Edgar Wallace-Sippschaft als Kommissar 'Liersdahl' erstmals das Zepter in den kargen Räumlichkeiten der Saarbrücker Mordkommission schwang. Im Gegensatz zu seinem Partner -Kommissar 'Schäfermann'-, der von Manfred Heidmann verkörpert wurde, dauerte die 'saarländische' TATORT-Zugehörigkeit von Dieter Eppler leider nur zwei Folgen an - Kommissar Heidmann hingegen sollte einige Jahre später wieder alleine an die Saar zurückkehren; aber dazu später mehr.




Folge 002: SAARBRÜCKEN, AN EINEM MONTAG (1970)


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Ebenso wie beim TATORT-Seriendebüt 'TAXI NACH LEIPZIG', welches am 29. November 1970 ausgestrahlt wurde, handelt es sich auch bei der zweiten Folge SAARBRÜCKEN, AN EINEM MONTAG um eine ursprünglich überhaupt nicht für die Reihe produzierte Folge, sondern um einen eigenständigen TV-Krimi, der aufgrund der spontanen Entscheidung, die Reihe kurzfristig an den Start zu bringen, dieser einfach -was die simple Titelerweiterung betrifft- in bester Django-Manier einverleibt wurde.

Eins gleich vorweg: Von den bis dato gesehenen SR-TATORT-Folgen, die in den meisten Fällen das Mittelmaß gerade noch so erreichten, war SAARBRÜCKEN, AN EINEM MONTAG zweifelsfrei die sehenswerteste Episode: Neben Kommissar Eppler, der sich ermittlungstechnisch von seiner besten Seite zeigt, sind es gerade die Darbietungen der zuhauf eingespannten Filmstars wie beispielsweise 'Horst Naumann', 'Arthur Brauss', 'Erik Schumann' oder 'Wolfgang Lukschy', die diese erste Folge von der Saar zu etwas Besonderem machen. Und da obendrein die Geschichte auch noch stimmt, kann SAARBRÜCKEN, AN EINEM MONTAG zweifelsfrei als einer der wenigen Beiträge bezeichnet werden, die dem 'Saarländischen Rundfunk' in Zusammenarbeit mit seiner Produktionsfirma 'Saar-Film' letztlich gut gelang.

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Drehortvergleich





Folge 033 : Das fehlende Gewicht (1973)

Am 30. September 1973 folgte mit DAS FEHLENDE GEWICHT die zweite als auch zugleich letzte gemeinsame Folge des Ermittlerduos 'Liersdahl und Schäfermann', wobei die beiden im vorliegenden Fall einen suizidalzentrierten Plot -der ursprünglich aus der Feder 'Arthur Conan Doyles' stammt- aufklären müssen, in den nebenbei auch noch eine breit angelegte Rauschgiftschieberei verflochten ist. Zwar nicht so überzeugend wie der erste Saar-TATORT, aber immerhin besser als die meisten der noch folgenden Produktionen.

Mein persönliches Highlight bei dieser Serienfolge war eindeutig die easy-beat-lastige Filmmusik, die mit jedem neu erklingenden Track mein Herz höher schlagen ließ. Leider lassen sich zum Urheber dieser fantastisch groovenden Beats keinerlei Info vorfinden, so dass ich mittlerweile davon ausgehe, dass es sich hierbei um Libary-Musik handeln dürfte. :?: Weiß zufällig jemand mehr darüber?

Sound-Beispiele: 5:22 - 21:33 - 36:00 - 1:03:30 - 1:04:27






Folge 076: Wer andern eine Grube gräbt (1977)
Folge 098: 30 Liter Super (1979)
Folge 116: Tote reisen nicht umsonst (1980)
Folge 162: Geburtstagssgrüße (1984)



Hierbei handelte es sich um die restlichen TATORT-Folgen von der Saar, bei denen 'Kommissar Schäfermann' mit wechselnden Partnern ermitteln durfte. Leider empfand ich drei der vier Folgen als recht dröge inszeniert. Einzig die grundsolide Folge 30 LITER SUPER konnte aufgrund der Darbietung eines jungen 'Martin Semmelrogges' ein wenig Aufsehen erregen:

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Folge 201: Salü Palu (1988)

1988 trat dann erstmals Jochen Senf in der Rolle des kauzigen Kommissars Max Palu aufs Parkett, der zugleich den ersten Ermittler von der Saar darstellte, den ich Jahre später erstmals bewusst wahrnahm. Und da ich die Palü-Tatorte als ziemlich unspektakulär in Erinnerung habe, folgte gestern mit seiner Einstiegsfolge 'Salü Palu' die Überprüfung: Leider bestätigten sich meine nicht gerade positiven Erinnerungen, so dass ich die Palu-Folgen zunächst noch etwas auf Eis liegen lassen werde. Zumindest bot Palus Eröffnungsfolge einige Überraschungen, zu denen dann nicht nur 'Hans Peter Hallwachs','Eberhard Feik' (als Kommissar Tanner) und 'Gudrun Landgrebe' zählten, sondern zu meiner größten Freude auch die sowohl einzigartige als auch gesangserprobte Grande Dame des deutsch-europäischen Unterhaltungsfilms - "Kai Fischer' (!)

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Und bei so viel Prominenz ließ sich die Produktionsfirma auch nicht lumpen, den damals heißesten und erfolgreichsten Hitparadenschlager aus dem Saarland ins Rennen zu schicken: Der Popstern mit den Hamsterbäckchen - Ms. Sandra 'Ann Lauer' (oder auch besser bekannt als Sandra Cretu)

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

:shock:


Last edited by Richie Pistilli on 10.02.2020 15:54, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.02.2020 13:27 
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Tatort Köln - Folge 569: Odins Rache (2004)


Was zunächst wie eine astreine Hetzjagd auf Nazis beginnt, entwickelt sich im weiteren Filmverlauf zu einem staatsskandalösen Politikum, indessen Mittelpunkt sowohl das verwerfliche Treiben des Verfassungsschutzes als auch ein vermeintlich außer Kontrolle geratener V-Mann namens Olaf stehen. Im undurchschaubaren Nebel des Verfassungsschutzes geraten Ballauf und Schenk auf der Suche nach dem unbekannten Nazikiller nicht nur nebenbei zwischen die Fronten diverser Nazi-Kameradschaften, sondern müssen sich auch noch mit den weiteren potenziell gefährdeten Todeskandidaten, einem großangelegten Waffenschmuggel, einem geplanten Gefängnisausbruch, den und einem gewissenlosen Anwalt herumschlagen, der zugleich den Kopf der rechtsradikalen Partei N.R.A. verkörpert. Und ähnlich wie in der Tatort Folge 'ZORN' (Dortmund 2019) (Mdthk) geht der staatliche Verfassungsschutz auch in ODINS RACHE für seine persönlichen Belange eiskalt über Leichen. Eine sehr beeindruckende Folge, die sich zudem auch noch als äußerst spannend entpuppt. Kuriosester Moment: Freddy Schenk flaniert im Skinhead-Outfit gemütlich durch die Kölner Innenstadt (siehe YT-Video). Nebenbei wurde der breiten Masse kurz zuvor nochmals aufgezeigt, dass nicht jeder Skinhead auch automatisch ein verächtlicher Nazi-Skin ist. Was abschließend noch seine Erwähnung finden sollte, sind solch köstliche Kommentare wie beispielsweise:

"Alles voller Germanen-Kram, aber den ganzen Tag Pizza essen."

"Hast Du irgendwas außer 'Deutschland' verstanden?"
(Frage von Ballauf an Schenk, als sie sich in einer Wohnung eines Verdächtigen eine Schallplatte mit üblem Nazi-Gegröle anhören)


Skinnhead-Freddy:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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