Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 13.10.2017 12:18 
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Liebe Türspalt-Lauscher und Schlüsselloch-Glotzer,

sperrt Ohren und Augen auf! Schwarze Lederhandschuhe, aus denen die Klinge eines Messers hervorblitzt. Eine junge Frau, die durch einen dunklen Park irrt. Eine Glasscheibe, die zerbirst und den Blick auf eine blutende Leiche freigibt. Die Bilder sind keine neutralen Dokumente eines Verbrechens, es sind Fragmente eines immer wiederkehrenden Alptraums. Erinnerungen an andere, ersehnte, verdrängte Impressionen, die nicht nur das Unterbewusstsein der Filmfiguren, sondern auch das der Zuschauer heimsuchen. Anders als in konventionellen Thrillern wird der Fall nicht nur durch Ermittlung in der äußeren Welt, sondern durch die Erforschung des (eigenen) Unbewussten gelöst. Wiederholung. Fetischisierung. Regression. Die Frage ist nicht: Wer war es? Sondern: War ich es? Have-I-Dunit statt Whodunit. "Es ist die schiere Überdosis der ungefilterten, hoch potenzierten filmischen Ausdrucksmittel, welche die Figuren und auch uns Zuschauer verstören und in Panik versetzen.“ (Johannes Binotto).

Es ist Zeit für GIALLO FEVER!

Am Samstag, den 18. November, präsentiert Bizarre Cinema im B-Movie ein italienisches Murder-Mystery-Triple:

20 Uhr: THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH
I 1963, Regie: Mario Bava, 92 Min., englische Fassung, 16 mm, mit Leticia Román, John Saxon
In "The Evil Eye" (US-Titel) verbringt die Amerikanerin Nora Davis ihre Ferien in Rom. In der Nacht ihrer Ankunft stirbt ihre Gastgeberin, sie wird ausgeraubt und Zeugin eines grausamen Mordes. Niemand will ihr glauben. Bevor Mario Bava mit "Blutige Seide" den eigentlichen Startschuss für das Genre gab, verwendete er bereits viele der später bekannten Elemente in diesem Krimi, der somit als Ur-Giallo gilt. Bava begeistert mit beeindruckender Schwarz-Weiß-Fotografie, in der Hauptrolle bezaubert Letícia Román das Publikum.

22 Uhr: VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT
I 1971, Regie: Dario Argento, 103 Min., DF, 35 mm, mit Michael Brandon, Mimsy Farmer
Roberto tötet versehentlich einen Mann, von dem er sich verfolgt fühlte. Ein Unbekannter macht ihm dann das Leben zur Hölle, weitere Morde geschehen. Roberto gerät immer tiefer ins Fadenkreuz der Ermittler. Wer steckt hinter den mysteriösen Vorgängen?
Giallo-Meister Dario Argento ("Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Profondo Rosso") erzeugt in seinem dritten Film eine unheimlich-düstere Atmosphäre, die in experimentellen Mordsequenzen kulminiert.

23:59 Uhr, MIDNIGHTMOVIE in Kooperation mit Bizarre Cinema: DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL
l 1971, Regie: Fernando Di Leo, 94 Min., DF, 35 mm, mit Klaus Kinski, Margaret Lee
Das Schloss auf dem Land ist eine Privatklinik für problembeladene, wohlhabende Frauen. Dr. Keller kümmert sich um Nymphomanie, lesbische Liebe und Selbstmordgefahren. Dann beginnt ein Unbekannter, die Patientinnen der Reihe nach zu massakrieren. Fernando Di Leo, eigentlich Experte für ruppige Mafia-Thriller wie "Milano Kaliber 9" oder "Der Teufel führt Regie", legt ein überraschend schmieriges Machwerk vor – angereichert mit viel Schock, Blut und nacktem Fleisch. "Ein frivoles Giallo-Feuerwerk aus der bumsfidelen Ballerburg von Hohenschwand." (italo-cinema.de)

Alle Vorführungen mit Einführung. Kartenreservierung unter *** The link is only visible for members, go to login. ***


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 10.11.2017 22:17 
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Liebe Ink-, Sukk- und Azubis,

für die besinnliche Zeit hat Bizarre Cinema mal wieder keine Mühen gescheut und einen kinematografischen Adventskalender zusammengestellt, der auch die verhornteste Seele emotional bewegen wird. Gefünfteilte (Fünfgeteilte?) Cowboys! Inzestuöse Zombies! Der Führer in Love! Weihnachtslieder singende Shoggoths! Das ist pervers, seltsam, abartig, unerträglich, krank, infantil, kaputt, widerwärtig und natürlich bizarr. Aber ist es auch subversiv? Wir haben in Amos Vogels "Film as a Subversive Art“, der Bibel des Underground-Kinos, nachgeschlagen und nachgezählt: Bisher haben wir erst drei Werke aus diesem unchristlichen Kanon gezeigt ("Barbarella", "Viva La Muerte“, "Die Frau in den Dünen“). Wir bleiben dran.

Sonntag, 3.12.2017, 14.30 Uhr: FÜNF BLUTIGE STRICKE
I/BRD 1968, R: Antonio Margheriti, 98 Min., 35mm, DF, mit Richard Harrison, Claudio Camaso, Spela Rozin, Werner Pochath
Rocco beteiligt sich an einem Goldraub, der von seinem Komplizen Mendoza, auch „Professor" genannt, geplant wurde. Man holt weitere Männer ins Boot, und das scheint sich als Fehler zu erweisen. Fünf von ihnen betrügen Rocco und den jungen Richie und fünfteilen ihn, weil er Roccos Aufenthaltsort nicht preisgeben will, dem nach dem Raub die Flucht gelang. Mit den fünf blutigen Stricken aus dieser Schandtat macht sich Rocco auf die Suche nach den Mördern, um Rache für den Tod von Richie zu nehmen. Einer der härtesten und kompromisslosesten Rache-Western aus Italien von Gothic-Horror Regisseur Antonio Margheriti.
Text und Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 10.12.2017, 14.30 UHR: LE NOTTI DEL TERRORE
Italien 1981, R: Andrea Bianchi, 85 Min., 35mm, DF, mit Karin Well, Gianluigi Chirizzi
Nachdem ein Professor geheime Schriften der alten Etrusker enträtselt hat und daraufhin auf einem Landsitz eine antike Gruft öffnet, entsteigen die Toten ihrer letzten Ruhestätte. Fortan belagert die immer größer werdende Zombieschar die Villa, in der sich drei Pärchen für ein paar sorgenfreie Tage einquartiert haben. Der Name Andrea Bianchi steht für reinstes Exploitation-Kino von oftmals primitiver Machart, das aber über weite Strecken eben auch kurzweilig und unterhaltsam sein kann. "Ein fragwürdiger Horrorfilm, der voll auf Zynismus, Sadismus und Blutrünstigkeit setzt", urteilte der "Katholische Filmdienst“.
Text und Einführung: Mike Schimana

Achtung, geänderte Anfangszeit!
Sonntag, 17.12.2017, 13.30 Uhr: ADOLF UND MARLENE
BRD 1977, R: Ulli Lommel, 88 Min., 35mm, mit Kurt Raab, Margit Carstensen, Ila von Hasperg, Ulli Lommel, Harry Baer
Ulli Lommel, der mit Fassbinder 20 Filme drehte, wurde 1973 mit "Die Zärtlichkeit der Wölfe" über den Serienmörder Fritz Haarmann zum Regiestar. Bevor er 1977 in die USA ging und zum Beispiel mit Andy Warhol arbeitete, drehte er "Adolf und Marlene". Natürlich ist die Affäre zwischen dem Diktator und der Kinodiva frei erfunden (Marlene, die echte, war empört und schaltete ihre Anwälte ein), und mit den Stars des Fassbinder-Universums wird sie zu purem Gold: Kamera? Michael Ballhaus! "Der Führer"? Kurt Raab! Marlene Dietrich? Margit Carstensen! Joseph Goebbels? Ulli Lommel! Außerdem Fassbinder himself, Volker Spengler, Brigitte Mira und Hark Bohm. Trash oder Satire? Urteilen Sie selbst! 1977 gefloppt (im Jahr des Deutschen Herbstes hatte man andere Sorgen), wurde der Film vergessen, lief nie im TV und ist regulär nicht mehr verfügbar. Bizarre Cinema zeigt eine 35mm-Archivkopie – heute schon um 13.30 Uhr!
Text und Einführung: Peter Clasen

Freitag, 22.12.2017, 20 Uhr, Metropolis-Kino: Bizarre Cinema XXXmas Special – THE HOLY NIGHT OF THE TENTACLE
Ein bunter Teller voll Glibber! Polymorph-perverse Präsente aus der 4. Dimension! Besinnliche Shantys aus dem Necronomicon!
Mehr Infos in Kürze ...


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 22.11.2017 21:21 
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Freitag, 22.12.2018, 20 Uhr: Bizarre Cinema XXXmas Special – THE HOLY NIGHT OF THE TENTACLE

Die erste Lovecraft-Verfilmung kam 26 Jahre nach dessen Tod in die Kinos. Sein Name war 1963 in Vergessenheit geraten, seine Erzählungen galten als Schund. Der Film wurde als "Edgar Allan Poe’s Haunted Palace" vermarktet, obwohl dieser sechste Titel aus Roger Cormans Poe-Zyklus zu großen Teilen auf "The Case of Charles Dexter Ward" basiert. Vielleicht waren die bizarren Visionen des Autoren aus Providence, Rhode Island, nur schwer zu visualisieren, vielleicht waren seine Ideen eines Kosmos, der von uralten Gottheiten und Monstren beherrscht wird, zu radikal und unmenschlich, vielleicht war der Mann seiner Zeit zu weit voraus: Die Filmindustrie wurde jedenfalls nur langsam auf Howard Phillips Lovecraft aufmerksam. Bis 1979 verzeichnet die IMDb lediglich fünf weitere Verfilmungen, bis dann jene Dekade anbrach, die dank ihrer Lust an exzessiv transformierbaren Körpern und der voll erblühten Maskenbildnerkunst kongeniale Bilder für Lovecrafts Fantasien fand. Ihre Apotheose fand diese kinematografische Lovecraft-Renaissance in zwei Werken des Regisseur/Produzenten-Teams Stuart Gordon und Brian Yuzna: "Re-Animator" (1985) und "From Beyond" (1986). Heute ist Lovecraft so populär wie nie zuvor und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der gehobenen Horrorliteratur. Ohne ihn wären moderne Klassiker wie "Pan’s Labyrinth" und "Stranger Things" nicht vorstellbar. Seine antihumanistische Kosmologie inspiriert philosophische Schulen wie den "spekulativen Realismus", alle Fasern der Popkultur sind von lovecraftianischen Motiven durchzogen, und im letzten Jahr konnte man in den USA T-Shirts mit der Aufschrift: "Cthulhu for President!" kaufen. Bizarre Cinema möchte dem Meister der Tentakeln und Urvater des modernen Horrors Ehre erweisen und zeigt zwei der schönsten Verfilmungen seiner Stoffe. Iä! Iä!
Text und Einführungen: Volker Hummer und Jan Minck

Film 1: DIE FOLTERKAMMER DES HEXENJÄGERS (The Haunted Palace)
USA 1963, Regie: Roger Corman, DF, 86 Min., 35mm, mit Vincent Price, Debra Paget, Lon Chaney Jr.

Film 2: FROM BEYOND
USA 1986, Regie: Stuart Gordon, OF, 81 Min., 35mm, mit Jeffrey Combs, Barbara Crampton, Ken Foree


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 13.12.2017 23:40 
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Liebe Ghostbusters, Trollhunters und Fearless Vampire Killers,

ja ja, schon klar, den Weihnachtsmann gibt’s gar nicht wirklich, der Bart war angeklebt, die sonore Stimme kam vom Tonband, und früher war sowieso mehr Lametta. Aber wie das immer so ist mit der unerbittlichen Dialektik der Aufklärung, hat die Vernunft auch diesmal zwar mit dem einem Mythos restlos aufgeräumt, die darunter liegende noch viel grausigere Wahrheit jedoch unangetastet gelassen. Hinter dem dicken Mann mit Rauschebart und Rute, der am 24.12. Geschenke verteilt, verbirgt sich nämlich ein ganzes Geschlecht ihre äußere Form permanent wandelnder Kreaturen, die nicht durch Schornstein oder Wohnzimmerfenster ins traute Heim gelangen, sondern durch spontan in den Stuben sich auftuende Wurmlöcher. Deshalb haben über Jahrhunderte Eltern in allen Kulturkreisen ihren Nachwuchs am unheiligen Abend in die Nebenzimmer verdammt, damit ihre Sprösslinge nicht zu den exakt 100 Auserwählten gehören, die von eklen Tentakelarmen hinabgerissen werden in die Schlünde ewiger Finsternis. Denkt mal drüber nach.

Sonntag, 7.1.2018, 14.30 Uhr: PARTY DES GRAUENS
CA 1976, R: William Fruet, 87 Min., 35mm, DF, mit Brenda Vaccaro, Don Stroud, Chuck Shamata, Richard Ayres
Silvester überlebt? – Zu früh gefreut: Die wahre Party des Grauens steigt im Metropolis Kino. Die hübsche Diane (Brenda Vaccaro) wurde unter dem Versprechen einer Wahnsinnsparty vom wohlbetuchten Harry in dessen Landhaus eingeladen. Schon auf der Fahrt kommt es zu einem Zwischenfall: Vier Hinterwäldler, angeführt von Lep ("Bad guy" Don Stroud), fordern zum Rennen heraus. Diane hat die Corvette gut im Griff, die Bande allerdings versenkt ihr Gefährt im Bach und dürstet fortan nach Rache. Harrys Luxusvilla wird schließlich belagert und Angst und Terror verbreitet. "Death Weekend" (OT), von Ivan Reitman ("Ghostbusters") produziert, ist ein Terrorfilm von grimmiger Atmosphäre, den man nicht so schnell vergisst. Deutlich inspiriert von "Straw Dogs" und "The Last House on the Left", garniert jedoch mit einer starken Frauenfigur.
Text und Einführung: Jochen Oppermann

Sonntag, 14.1.2018, 14.30 Uhr: WEN DIE MEUTE HETZT
USA 1971, R: Richard Fleischer, 95 Min., DF, 35mm, mit George C. Scott, Tony Musante, Trish Van Devere
Drehbuch: vom Schotten Alan Sharp, einem Meister der Lakonie, Melancholie, existenzialistischen Tiefe ("Keine Gnade für Ulzana", "Night Moves"). Werbespruch: "In the tradition of Hemingway and Bogart." Musik: Jerry Goldsmith ("Papillon", "Chinatown", "Alien"). Story: Alternder Fluchtwagenfahrer, der sich an der portugiesischen Algarveküste zur Ruhe gesetzt hat, will wissen, ob er es noch draufhat, und macht sich mit einem jungen Gangster und dessen Freundin auf den Weg in die Freiheit. Kamera: Sven Nykvist (Bildgestalter von Ingmar Bergman, u.a. "Das Schweigen", "Persona"). Autos: BMW 503, Dodge Barreiros Dart, Citroen DS 19 Dallas, Jaguar XJ6, Fiat 124, Simca 1200. Hauptrolle: George C. (= coole Sau) Scott. Regie: Bizarre-Cinema-Geheimwaffe Richard Fleischer ("Stiefel, die den Tod bedeuten", "Das Gesetz bin ich", "Mandingo"). Solche Filme werden heute nicht mehr gemacht.
Text und Einführung: Volker Hummel

Stummfilm mit Musikbegleitung:
Sonntag, 21.1.2018, 14.30 Uhr: THE UNKNOWN
USA 1927, R: Tod Browning, 63 Min., 16mm, OF, mit Lon Chaney, Joan Crawford
Der Regisseur Tod Browning schloss sich mit 16 Jahren dem Zirkus an und blieb der Zirkus- und Varieté-Welt über 15 Jahre treu, bis er durch D.W. Griffith den Weg zum Film fand. Brownings Erfahrungen im Zirkusmilieu und seine Vorliebe für düstere Stoffe verbinden sich genial im Stummfilm "The Unknown". Lon Chaney, mit dem Browning zehn Filme drehte, verkörpert den zwielichtigen Alonzo, dessen Zuneigung zu Nanon zu einer Monstrosität wird, als sie die Grenze zur Besessenheit überschreitet.
Text und Einführung: Lillian Robinson
Am Piano: Werner Loll

Sonntag, 28.1.2018: ZARDOZ
Irland/USA 1974, R: John Boorman, 105 Min., 35 mm, DF, mit Sean Connery, Charlotte Rampling, Sara Kestelman
Ende des 23. Jahrhunderts hat sich die Erdbevölkerung endgültig aufgespalten: Die große Mehrheit — die "Brutalen" — muss in einer von Umweltverschmutzung verwüsteten Ödnis dahinvegetieren, während die privilegierte Minderheit der "Ewigen" paradiesische Zustände und Unsterblichkeit genießt, geschützt durch eine undurchdringliche Energiekuppel — bis einer der Brutalen die Barriere überwindet und die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringt … Der katholische "Filmdienst" zählte den Science-Fiction-Film zunächst zu den "plumpsten und armseligsten Exemplaren der Gattung". Im ebenfalls katholischen "Lexikon des Internationalen Films" hieß es dagegen 20 Jahre später: "Prätentiöse, aber unterhaltsame Science-Fiction-Fantasie, die auf zahlreiche mythische und religiöse Motive zurückgreift, um den Triumph der vitalen Irrationalität über den Intellekt zu feiern." Mit anderen Worten: John Boormans irritierende Endzeitvision sollte man sich mindestens zweimal ansehen!
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 14.12.2017 10:28 
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Schönes Programm, ich freue mich besonders auf "Wen die Meute Hetzt", den gibt es ja hierzulande immer noch nicht auf DVD.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 15.12.2017 16:17 
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Käpt'n Krautsalat wrote:
Schönes Programm, ich freue mich besonders auf "Wen die Meute Hetzt", den gibt es ja hierzulande immer noch nicht auf DVD.


Die Autoauswahl klingt zumindest vielversprechend. 8-)


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 31.12.2017 15:18 
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Jenseits von "Bizarre Cinema" gibt es im Januar im Metropolis u.a. noch

Robert Altmans "McCabe & Mrs. Miller"

Eine Filmreihe mit Liselotte Pulver (Klettermaxe, Männer im gefährlichen Alter, Hanussen, Ich denke oft an Piroschka)

US-Screwball-Comedies im Original (It happened one night, My man Godfrey, Mr. Deeds goes to town, The awful truth, Mr. & Mrs. Smith)

und als deutsche 35mm-Kopien (Napoleon vom Broadway, Topper, Mr. & Mrs. Smith, Leoparden küsst man nicht, Blaubarts achte Frau)


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 03.01.2018 21:16 
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Liebe Händchenhalter, Muttersöhnchen und Katholen,

damit euch 2018 kein wichtiger Feiertag durch die Lappen geht, hat das Team von Bizarre Cinema alle freudigen Anlässe des kommenden Jahres zusammengetragen, mit denen ihr eure noch jungfräulichen Kalender besudeln könnt:

Sonntag, 4.2., 14.30 Uhr: DIE ENTFESSELTEN (OT: L'Agression)
F/I 1975, R: Gérard Pirès, 101 Min., DF, 35mm, mit Jean-Louis Trintingnant, Catherine Deneuve, Claude Brasseur, Philippe Brigaud, Milena Vukotic, Franco Fabrizi
Der Geschäftsmann Paul Varlin will mit seiner Frau Hélène und seiner zehnjährigen Tochter Patty in den Urlaub fahren. Unterwegs machen sie Halt an einer Autobahnraststätte. Als sie wieder in ihren Wagen steigen, wird eine Motorradgang auf die attraktive Hélène aufmerksam. Bei der Weiterfahrt nehmen drei Biker die Verfolgung auf. Sie fahren dicht auf und machen obszöne Gesten. Bedrängt von den Rowdys, verliert Paul die Kontrolle über seinen Wagen und fährt eine Böschung hinab. Er steigt sofort aus und beginnt, sich mit den Bikern zu schlagen. Hélène versucht dazwischenzugehen, während Paul von den anderen niedergeschlagen wird. Nachdem er sein Bewusstsein wiedererlangt hat, muss Paul entsetzt feststellen, dass Hélène und Patty vergewaltigt und ermordet wurden. Hartes Selbstjustizdrama mit Starbesetzung und einem exzellenten Soundtrack von Robert Charlebois.
Text und Einführung: Torsten Cornils

Sonntag, 11.2., 14.30 Uhr: DIE MEUTE (OT: The Pack)
USA 1977, R: Robert Clouse, 95 Min, DF, 35mm, mit Joe Don Baker, Hope Alexander-Willis
Auf der idyllischen Ferieninsel Seal Island neigt sich der Sommer dem Ende zu, und die Touristen treten per Fähre die Heimreise an. Idiotischerweise lassen sie ihre Hunde zurück, die sich rasch zusammenrotten, um nach Nahrung zu suchen: zuerst Hoftiere, dann andere Hunde und schließlich … Genau! Die Inselbewohner und deren Wochenendgäste! "Die Meute" gehört zur Oberliga klassischer 70er-Tierhorrorfilme und bietet wahrhaft atemberaubende "Hunde vs. Menschen"-Momente. Kein Wunder, hatten die Vierbeiner doch mit Karl Lewis Miller trainiert. Miller war schon zu Lebzeiten eine Legende unter Hollywoods Tiertrainern. "Cujo" und "White Dog" haben uns seinetwegen solche Angst eingejagt. Auch seine "Meute" lehrt uns das Fürchten. Pfui, Hasso! Aus!
Text und Einführung: Jan Minck

Montag, 12.2.: CARNIVAL OF SOULS

Mittwoch, 14.2.: MY BLOODY VALENTINE (dieses Jahr verschoben auf den 18.2.)

Sonntag, 18.2., 14.30 Uhr: MY BLOODY VALENTINE
CA 1981, R: George Mihalka, 90 Min., OF, 35mm, mit Paul Kelman, Lori Hallier, Neil Affleck, Keith Knight
Valentinstag – verliebte Pärchen, rote Rosen, Herzchen-Luftballons überall. Scheiße nur, wenn der Valentinstag auf den Samstag nach Freitag dem 13. fällt, dann wird’s nämlich blutig! 20 Jahre lang durfte in einer Kleinstadt kein Valentinstag gefeiert werden, da nach einem Grubenunglück ein Verrückter in Bergarbeiterkluft die Einwohner dezimierte. Nun halten es die Teenager der Stadt jedoch nicht mehr länger aus und feiern den Tag der Verliebten, und das auch noch in der lokalen Mine. Na, ob das so eine gute Idee ist? Klar im Fahrwasser von "Freitag der 13." konzipierter Slasher-Streifen, der jedoch mit eigener düsterer Atmosphäre (es wurde in einer echten Mine gedreht), kreativen Kills und einer ohrwurmverdächtigen Titelmelodie punktet. Ein nettes Date-Movie – "There's more than one way to lose your heart."
Text und Einführung: Los Bizarros

Sonntag, 25.2., 14.30 Uhr: EIN FREMDER OHNE NAMEN (OT: High Plains Drifter)
USA 1973, R: Clint Eastwood, 105 Min., DF, 35mm, DF, mit Clint Eastwood, Verna Bloom, Marianna Hill
Ein Fremder kommt in die Stadt – nachdem Clint Eastwood mit diesem Plot neun Jahre zuvor unter der Regie von Sergio Leone ("Für eine Handvoll Dollar") zum Leinwandstar geworden war, inszenierte er sich jetzt erstmals selbst in der Rolle des wortkargen, namenlosen Einzelgängers, der lieber seinen Colt für sich sprechen lässt, als den Mund aufzumachen. Dabei trieb er Leones Kunst des Filmemachens auf die Spitze, präsentierte sich als erbarmungsloser Rachegott und schuf, Westernkenner Phil Hardy zufolge, einen der "aufregendsten und mysteriösesten Western der 1970er".
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

Dienstag, 20.3.: SPRING BREAKERS

Freitag, 30.3.: DEAD AND BURIED

Sonntag, 1.4.: RE-ANIMATOR

Sonntag, 13.5.: MUTTERTAG

Donnerstag, 21.6.: Beginn des BLUTIGEN SOMMERS

Freitag, 13.7.: FRIDAY THE 13TH

Mittwoch, 3.10.: DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER

Sonntag, 14.10.: Beginn der 13. (!) BIZARRE CINEMA-Saison

Mittwoch, 31.10.: HALLOWEEN

Nacht auf Donnerstag, 1.11.: HALLOWEEN 2

Freitag, 2.11.: DAY OF THE DEAD

Sonntag, 11.11.: MARTINS Tag

Montag, 24.12.: SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT

Dienstag, 1.1.2019: NEW YEAR'S EVIL


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 04.01.2018 13:07 
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wow! steiles programm.
wie kann ich mich eigentlich wieder in den newsletter-verteiler eintragen lassen?
meine emailadresse hat sich zwischenzeitlich geändert.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 01.02.2018 19:52 
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Liebe Platonsche Höhlenbewohner, die ihr den Weg nach draußen noch nicht gefunden habt,

träumt ihr nicht auch manchmal davon, den Filmpalast eurer Jugend aus Popcorn und Eis-Konfekt-Schachteln nachzubauen? Das Vorortkino mit den riesigen Schaukästen, deren Fotos sich auf dem Weg zur Schule mit den eigenen Tagträumen verbanden. Das labyrinthische Schachtelkino mit seinen langen, von Uringeruch durchwaberten Korridoren, an deren Enden schwach leuchtende Ziffern den Besucher in vielleicht noch aufregendere Gefilde lockten als die, für die man gerade ein Ticket gelöst hatte. Das mit den mysteriösesten Teppich-Mustern und dunkelsten Tapeten-Farben verzauberte Bahnhofskino, das in Endlosschleife Pornos und Pasolini zeigte. Das Alabama-Kino in Hamburg-Eidelstedt, Kieler Straße 622, an dem die Gore-Nights und das Fantasy Filmfest erfunden wurden, ein Ort des visuellen und oralen Exzesses, an dem Zigaretten, Bier und billige Frikadellen mit derselben unstillbaren Gier konsumiert worden wie die Bilder auf der Leinwand. Das Keller-Kommunalkino mit dem herrlich antiquierten Saal, an dem jeden Sonntagnachmittag die schönsten Trashperlen…

Moment mal! Das gibt’s ja wirklich noch:

Sonntag, 4.3.2018, 14.30 Uhr: BRANNIGAN – EIN MANN AUS STAHL
GB 1975, R: Douglas Hickox, 111 Min., 35mm, DF, mit John Wayne, Richard Attenborough, Judy Geeson, Mel Ferrer, John Vernon
Der Duke gibt sich selbstironisch: In seinem drittletzten Film spielt Wildwest-Ikone John Wayne den raubeinigen Chicago-Cop Jim Brannigan, der im Swinging London von 1975 einen US-Gangster jagt, den korrekten Polizeichef (Richard Attenborough) nervt und sich spätestens bei seiner hübschen Aufpasserin (Judy Geeson) feinere Manieren zulegen sollte… Besondere Erwähnung verdienen eine fulminante Autojagd und der Crime-Jazz-Soundtrack von Dominic Frontière.
Text und Einleitung: Peter Clasen

Sonntag, 11.3.2018, 14.30 Uhr: DEAD ZONE
USA 1983, R: David Cronenberg, 103 Min., 35mm, DF, mit Christopher Walken, Brooke Adams, Martin Sheen
In einer der schönsten Stephen-King-Verfilmungen erzählt David Cronenberg die Geschichte des Englischlehrers Johnny, der nach einem fünfjährigen Koma in einer veränderten Welt erwacht. Neben dem fremden Blick auf seine Umgebung entdeckt er bald eine weitere zweischneidige Gabe an sich: Bei körperlicher Berührung kann er Ereignisse vorhersehen, die seinem Gegenüber in der Zukunft widerfahren werden. Aber kann er diese Ereignisse auch beeinflussen? "Nach all den Jahren erscheint er mir wie einer jener seltenen Momente in der Filmgeschichte, wo Genrekino, Mainstream-Wille, eine grandiose Besetzung und experimentelles Erzählen in ein glückliches Eins zusammenfallen." (Dominik Graf)
Text und Einführung: Volker Hummel

Sonntag, 18.3.2018, 14.30 Uhr: GANGSTER STERBEN ZWEIMAL (OT: Gangsters '70)
Italien 1968, R: Mino Guerrini, 95 Min., 35mm, DF, mit Joseph Cotten, Franca Polesello
Zehn Jahre saß Fabio Destil hinter Gittern. Viel Zeit, die er zu nutzen wusste: Er feilte an einem Plan für den Coup seines Lebens. Eine handverlesene Crew steht ihm dabei gekonnt zur Seite. Doch nicht die Polizei ist der härteste Gegner der Truppe … Damals als sehr brutal und nicht immer logisch geltend, ist er für heutige Sehgewohnheiten in dieser Hinsicht leichter zu verkraften.
Text und Einführung: Lillian Robinson

Sonntag, 25.3.2018, 14.30 Uhr: DER VIERTE MANN
NL 1983, R: Paul Verhoeven, 102 Min., DF, 35mm, mit Jeroen Krabbé, Renée Soutendijk, Thom Hoffman, Dolf de Vries
Nach einer Lesung stürzt sich der alkoholabhängige und bisexuelle Schriftsteller Gerard Reve in ein erotisches Abenteuer mit der verführerischen Christine. Er findet heraus, dass die drei Ehemänner der kühlen Blondine unter höchst mysteriösen Umständen aus dem Leben geschieden sind. Alles nur schreckliche Zufälle oder kaltblütige Morde einer schwarzen Witwe? In seinem letzten niederländischen Film vor seiner internationalen Karriere machte Paul Verhoeven wie immer keine Gefangenen. Von der heimischen Kritik gescholten für seine schnörkellosen und kommerziellen Filme, verfilmte er einen als unverfilmbar geltenden Roman und trieb dabei den Symbolismus auf die Spitze. "Der Vierte Mann" ist ein meisterhaftes Vexierspiel voller Reminiszenzen an Hitchcock, de Palma und Bergman, festgehalten in rauschhaften Bildern von Kamera-Ass Jan de Bont.
Text und Einführung: Jeroen van Kempen


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 25.04.2018 11:38 
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Weiß jemand (ugo?) was da los ist? Kein Programm im April und Mai? Bisschen früh für die Sommerpause.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 26.04.2018 09:52 
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Es ist Sommerpause, ich glaube die war schon immer von April bis September.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 26.04.2018 10:15 
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danke, dachte, die hätte sonst später begonnen, aber dann muss man sich ja keine sorgen machen.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 09.10.2018 18:13 
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Da der Pizza-Hugo ;) das verschlafen hat, überbringe ich hier jetzt mal das neue Programm:

Liebe Freundinnen und Freunde,

Bizarre Cinema geht im Herbst 2018 ins 13. Jahr! Ein glückliches Omen? Worauf Ihr Euch verlassen könnt. Wir hauen Euch wieder alles um die Ohren, was Spaß macht, weh tut, das Denken anregt, nostalgisch werden lässt, Tränen aller Art in die Augen treibt, vom Würgreflex zum Gackern führt, zum Fremdschämen einlädt, kurz: Wir zeigen Euch Körperkino für den Kopf!


7.10.2018 (Sonntag), 14:30 Uhr
DIE TOTALE ERINNERUNG (Total Recall)
USA 1990, Paul Verhoeven, 113 Min. DF, 35 mm
Mit Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Sharon Stone
Nach der Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros“ von Philip K. Dick erzählt der im Jahr 2084 angesiedelte Film von einem Bauarbeiter, der von einem Flug zum Mars träumt, den er sich aber nicht leisten kann. Die Billigvariante der Traumreise sind synthetische Erinnerungen, die man sich bei der Firma Rekall Inc. implantieren lassen kann. Natürlich bleibt der Eingriff nicht ohne Nebenwirkungen, die Paul Verhoeven gewohnt souverän zu einer gelungenen Mischung aus Gewalt und Humor verarbeitet hat. Die „wirre Erlösergeschichte“ diene nur dazu, eine „rabiate Action-Maschinerie zu entfesseln“, formulierte der katholische „Filmdienst“ die Standardkritik (gähn…) an Verhoeven. Wir empfehlen: Noch mal genau hinschauen.
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske

14.10.2018 (Sonntag), 14:30 Uhr
WONNEKLOß
D 1972, Marran Gosov, 79 Min., 35mm
Mit Dieter Augustin, Daisy von Lilienfeld
Den gebürtigen Bulgaren Marran Gosov verschlug es in den 60er Jahren nach München, genauer, nach Schwabing. Dort drehte er Filme von bezaubernd frecher Leichtigkeit, welche das Zeitkolorit jenes Stadtteils trafen. Wonnekloß war Gosovs letzter Kinofilm. Mit Wonnekloß wird im allgemeinen ein netter, lieber Mensch bezeichnet. In diesem Film ist er zu nett, um in der Erotikbranche Erfolg haben zu können.
Mit Vorfilm: DER LANGE MARSCH, D 1070, Marran Gosov, 14 Min.
Text und Einführung: Lillian Robinson

28.10.2018 (Sonntag), 14:30 Uhr
Die wilden Engel von Hongkong (Killers on Wheels)
HK 1976, Kuei Chih-Hung, 98 Min., DF, 35mm
Mit Ling Yun, Terry Liu, Danny Lee
„1000-PS-Karate! Die härteste Motorrad-Action, die je gedreht wurde!“ – Bei diesem einzigen Eastern-Biker-Kracher überschlug sich die damalige Werbung mit Superlativen. Kein Wunder, so dreht Shaw-Brothers-Rebel Kuei Chih-Hung hier dermaßen auf, dass die Sex&Violence-Skala gesprengt wird. Motorrad-Sponsor Yamaha kam prompt der Kaffee wieder hoch. Ein junges Ehepaar beschließt gemeinsam mit der Schwester das Wochenende in einem Ferienhaus auf einer idyllischen Insel vor Hongkong zu verbringen. Doch schon auf dem Weg dorthin machen sie unangenehme Bekanntschaft mit einer Gruppe junger Motorrad-Rocker. Die Gang und deren sadistischer Anführer haben es besonders auf die jungen Frauen abgesehen. Zwischen Orgien und Wettrennen am Strand werden fiese Pläne geschmiedet: Ein tödlicher Kampf ums nackte Überleben beginnt... A savage orgy of blood and lust!
Text & Einführung: Jochen Oppermann

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 22.11.2018 01:51 
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Käpt'n Krautsalat wrote:
Da der Pizza-Hugo ;) das verschlafen hat, überbringe ich hier jetzt mal das neue Programm:



Herbstschlaf beendet! :D


Lbeie Fdrueinnden und Fuernde hstaaurbernäden Insirrns und eemtxrer Fialmhenrfrugen,

wir freuen uns, Euch im Dezember einen Adventskalender allererster Güte kredenzen zu können, der klassische Leckereien jeder Couleur bereithält, ganz so, wie es sich für eine gelungene Festzeit gehört. Alle Geschmäcker dürften in diesem Potpourri versammelt sein und mit insgesamt sechs Bescherungen in vier Wochen bieten wir Euch der schönsten Zeit des Jahres entsprechend üppig unser Menü an. Aber denkt daran: Nicht alles auf einmal glotzen!



2.12.2018 (So), 14:30 Uhr
SPETTERS
NL 1980, Paul Verhoeven, 123 min., 35 mm, DF
Mit Hans van Tongeren, Renée Soutendijk, Rutger Hauer

Ein packendes Zeitdokument der niederländischen Arbeiterklasse der anbrechenden Achtzigerjahre: Rien, Eef und Hans sind begeisterte Motorradfahrer, getrieben von der Hoffnung, als Profis die ländliche Tristesse hinter sich zu lassen. Abends lassen sie in der Großstadt die Sau raus. Als die verführerische Fientje mit ihrem Imbisswagen in die Stadt kommt, schlägt sie die Jungs in ihren Bann. Doch auch Fientje ist bereit, für ein besseres Leben alles zu tun.

Heute als Klassiker anerkannt, legte Paul Verhoevens zynischen Abgesang auf die „heile Welt“ der Siebziger seinerzeit den Finger in so manche gesellschaftliche Wunde und entfachte einen beispiellosen Skandal: Zeitungen, das Fernsehen und sogar eine eigens gegründete Aktionsgruppe machten gegen Spetters mobil.

Text und Einführung: Jeroen van Kempen





15.12.2018 (Sa), 19:15 Uhr
Das große XXX-Mas Special: URBAN HORROR
Bizarre Cinema meets Kriminologische Filmreihe

15.12.2018 (Sa), 19:15 Uhr
DARKMAN
USA 1990, Sam Raimi, 91 Min., DF, 35mm
Mit Liam Neeson, Frances McDormand

und

15.12.2018 (Sa), 21:15 Uhr
CANDYMAN
USA 1992, Bernard Rose, 94 Min., DF, 35mm
Mit Tony Todd, Virginia Madsen


Soziale Ausgrenzung, Armut, Verbrechen, Gewalt: Wo städtische Strukturen scheitern, greift rasch der reale urbane Schrecken um sich. Die Unterschiede zwischen DARKMAN und CANDYMAN mögen auf den ersten Blick groß sein, bei näherer Betrachtung jedoch scheinen sich beide Filme lediglich aus verschiedenen Perspektiven dem Grauen des Großstadtlebens zu nähern. Die Verlockung und das Böse, die zuckerglasierte Glitzerwelt und die Dunkelheit, beides liegt in den Städten so nahe beieinander wie in den Komposita der Filmtitel.

DARKMAN erzählt vom Scheitern des staatlichen Gewaltmonopols im Angesicht des Verbrechens und Selbstjustiz als einziger möglicher Konsequenz für die Opfer von Kriminalität. Gewalt erzeugt hier stets Gegengewalt, Mitgefühl bleibt auf der Strecke, die Figuren sind sich selbst und denen, die ihnen nahestehen, entfremdet.

CANDYMAN erzählt von historisch verankertem und systemimmanentem Rassismus, forcierter städtischer Segregation und geplanter Ghettoisierung. Das daraus erwachsende Stigma der Armut verdammt die Menschen zum Leben in einem alptraumhaften Teufelskreis.

Beide Titel verwenden typische Genrestrukturen: DARKMAN ist die Geschichte des gescheiterten Genies, besessen von Rache für das erlittene Unrecht. Während seines Feldzuges verliert er mehr und mehr Teile seiner Persönlichkeit und wird buchstäblich gesichtslos. CANDYMAN ist nahezu klassisches haunted house-Kino, ausgedehnt auf ein ganzes Stadtviertel: Der Spuk fordert nicht nur Todesopfer, er dringt auch in die Köpfe derer, die sich ihm aussetzen, verzerrt deren Wahrnehmung und treibt sie in den Wahnsinn.

Wir zeigen beide Filme wie immer mit Einführung: Zu CANDYMAN begrüßen wir den Autoren Stefan Preis. Er ist Mitorganisator der Kriminologischen Filmreihe und hat zur Darstellung von Gender und Ethnien im Horrorfilm geforscht, beides zentrale Theman in CANDYMAN!
Volker Hummel und Jan Minck stellen DARKMAN vor.

(Text: Jan Minck)





16.12.2018 (So), 14:30 Uhr
AN SEINEN STIEFELN KLEBTE BLUT aka Kopfgeld: Ein Dollar DF (Navajo Joe)
IT/ES 1966, Sergio Corbucci , 93 min., DF, 35 mm
Mit Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey

Duncan und seine Bande überfallen ein Indianerdorf und bringen die Bewohner um. Der einzige Überlebende, Navajo Joe, schwört Rache und verfolgt die Mörder. Als ein Teil der Duncan-Bande einen Zug überfällt, der eine große Geldsendung transportiert, tötet Navajo Joe die Outlaws und bringt den Zug in die Stadt Esperanza. Als Duncan davon erfährt, plant er die Stadt anzugreifen. Navajo Joe bietet an, die Verteidigung von Esperanza zu organisieren; für den Kampf gegen die Bande verlangt er von jeder dort lebenden Familie einen Dollar pro getötetem Banditen.
Harter Rachewestern von Corbucci mit einem fantastischen Score von Morricone und einer der wenigen Spaghetti-Western, in denen Indianer eine wesentliche Rolle spielten ...

Text und Einführung: Torsten Cornils



23.12.2018 (So), 14:30 Uhr
EINER FRISST DEN ANDEREN
BRD / Italien / Liechtenstein 1964; Gustav Gavrin, 80 Min., DF, 35mm
Mit Cameron Mitchell, Jayne Mansfield, Elisabeth Flickenschildt



Euro-Gangsterdrama: Zwei Killer (u.a. Cameron Mitchell) und eine tödliche Blondine (US-Sexbombe Jayne Mansfield) checken mit einer geklauten Million Dollar auf einer einsamen Mittelmeer-Insel ein, wo Hoteliers und Gäste ihnen die Beute abjagen wollen… Euro-Pulp-Noir-Kolportage mit Elisabeth Flickenschildt als Lady Xenia, Werner Peters und Pinkas Braun, sowie einem jazzy Soundtrack von Carlo Savina. Evangelischer Filmbeobachter (27/1964): „Grausige Mischung von Sex and Crime mit Sadismus, Irrsinn, Blutvergießen und verlogenem Pathos. Für Jugendliche völlig ungeeignet, aber auch Erwachsenen abzuraten.“



Text und Einführung: Peter Clasen



30.12.2018 (So), 14:30 Uhr
KALTES FIEBER
D 1984, Josef Rusnak, 90min, 35mm
Mit Klaus Rohrmoser, Katharina Böhm, Lisa Kreuzer

Vermittelt durch einen Arzt hilft Pierre Menschen in den Tod zu befördern. Doch eines Tages wird seine Routine unterbrochen und bei Pierre beginnt ein Umdenken, in dessen Verlauf er das Leben neu zu schätzen lernt.
Dieser Thriller ist das Erstlingswerk von Joseph Rusnak, der später "The Thirteenth Floor"(1999)drehte, die gelungene Neuverfilmung des Romans zu "Welt am Draht"(1973). Auch Joachim Król gibt hier sein Debüt in der Filmwelt.

Einführung: Lillian Robinson


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 03.12.2018 19:50 
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Während meiner Abwesenheit hat das Metropolis die Reihe "Good Cops Bad Cops" mit US-Polizeifilmen der 70er gestartet. Im Dezember laufen zum Abschluss in dieser Reihe noch folgende Filme:

In Originalfassung (nur "Busting" als 35er Kopie):

Freebie and the Bean (Die Superschnüffler, 1974, Richard Rush)

Hustle (Straßen der Nacht, 1975, Robert Aldrich)

Busting (Spur der Gewalt, 1974, Peter Hyams)

Cops and Robbers (Treffpunkt Central Park, 1974, Aram Avakian)


In deutscher Fassung von 35mm-Kopien:

Die Chorknaben (The choirboys, 1977, Robert Aldrich)

Assault - Anschlag bei Nacht (Assault on precinct 13, 1976, John Carpenter)

Der einsame Job (Report to the Commissioner, 1975, Milton Katselas)

Der Unerbittliche (The enforcer, 1976, James Fargo)
(Ja, das ist der dritte Teil von "Dirty Harry")


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 04.12.2018 12:25 
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Ich habe gestern vernommen, dass am ersten Januar im Metropolis "1900" von Bernardo Bertolucci auf 35mm gezeigt wird.

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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 22.12.2018 11:26 
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Liebe Freundinnen und Freunde alter Spukhäuser, durchknallender Vigilanten und intriganter Gangsterbräute,

wenn das neue Jahr just begonnen haben wird, startet Bizarre Cinema zu Epiphanias in die zweite Hälfte der aktuellen 13. Saison. Unsere heiligen drei Könige: Laughton, Mitchum, Bronson! Aber Achtung: Die singen nur gegen Spende.



6.1.2019, 14:30 Uhr
EIN SATANSWEIB (His Kind of Woman)
USA 1951, John Farrow, 100 Min., DF, 35mm
Mit Robert Mitchum (= Dan Milner), Jane Russell (= Lenore Brent), Vincent Price (= Mark Cardigan), Raymond Burr (= Nick Ferraro), Charles McGraw (= Thompson + Erzähler in der Originalfassung), Tim Holt (= Bill Lusk), Marjorie Reynolds (= Helen Cardigan), Leslie Banning / Leslye Banning (= Jennie Stone), Jim Backus (= Myron Winton), John Mylong (= Martin Krafft), Philip Van Zandt (= Jose Morro), Carleton G. Young (= Gerald Hobson)
Originallänge: 120 Minuten, deutsche Länge 2748 Meter = ca. 100 Minuten)
Kamera: Harry J. Wild

Mit diesem kuriosen Mix aus hartem Film-noir-Gangsterkrimi und Komödie setzte der legendäre Milliardär und RKO-Produzent Howard Hughes seinen Star Jane Russell („Geächtet“, 1943) wieder sehr sexy in Szene. Als Sängerin Lenore Brent bezirzt sie den Abenteurer Dan Milner (cool: Robert Mitchum), der für einen teuflischen Deal nach Mexiko gelockt wird: Der deportierte US-Gangster Nick Ferraro (Raymond „Der Chef“ Burr) will das Leben und das Gesicht von Dan, um wieder in die Heimat zu gelangen… Jane Russell singt „Five Little Miles From San Berdoo“, Robert Mitchum bügelt zur Entspannung seine Dollarnoten, und Gruselikone Vincent Price amüsiert als extravaganter, schmieriger Filmstar „Mark Cardigan“. Gezeigt wird die alte deutsche Kinokopie, die in der Handlung um 20 Minuten gestrafft wurde. Trotzdem immer noch 100 Minuten lang und ein echter Kultfilm.
Text und Einführung: Peter Clasen



20.1.2019, 14:30 Uhr
EIN MANN SIEHT ROT (Death Wish)
USA 1974, Michael Winner, 92 Min., DF, 35mm
Mit Charles Bronson, Vincent Gardenia, Jeff Goldblum

Die Geschichte des friedliebenden Architekten, der nach einem tödlichen Überfall auf seine Familie das Gesetz in die eigene Hand nimmt und zum brutalen Rächer wird, kam zunächst nicht gut an. Die katholische Filmkritik vergab die (in den Augen von Genreliebhabern) höchste Auszeichnung: „Wir raten ab.“ Die Freiwillige Selbstkontrolle setzte den Film auf den Index. Nachdem die Indizierung vor einem Jahr wieder aufgehoben und die ungeschnittene Fassung nunmehr ab 16 Jahren freigegeben wurde, ist es Zeit, sich den umstrittenen Thriller noch einmal anzusehen und zu fragen: Hat die Kritik damals überreagiert? Oder hat die Wirklichkeit den Film inzwischen überholt?
Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske



27.1.2019, 14:30 Uhr
THE OLD DARK HOUSE
USA 1932, James Whale, 72 min, OF, 16mm
Mit Charles Laughton, Melvyn Douglas, Raymond Massey

Ein seltsames Haus, in dem Reisende während eines schauerlichen Sturmes Zuflucht finden. Noch seltsamer sind die Bewohner: ein Geschwisterpaar mit ihrem unheimlichen Diener, verkörpert von Boris Karloff. Das sind die Zutaten zu einer Horrorkomödie, die dank Whales einfallsreicher Regie nichts von ihrem gruseligem Charme eingebüßt hat.
Text und Einführung: Lillian Robinson


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 22.01.2019 09:31 
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Liebe Freundinnen und Freundinnen des bizarrer Lichtspiele,

im Februar 2019 haben wir wieder einmal ein geballtes Programm für Euch zusammengestellt. Sechs Filme legendären Rufes warten darauf, von Euch (wieder)entdeckt zu werden.





3.2.2019, 14:30 Uhr

Mandingo DF

USA 1975, 127 min.

Mit James Mason, Susan George, Perry King, Ken Norton



Louisiana um 1840: Auf der heruntergekommenen, von dem Witwer Warren Maxwell und seinem Sohn betriebenen Südstaaten-Plantage wird der aus dem Mandinka-Volk stammende Sklave Mede für Kämpfe auf Leben und Tod gegen andere Sklaven trainiert. „1946 saß Henry Fondas Wyatt Earp auf der Veranda in Tombstone und balancierte geschickt auf den Hinterbeinen seines Stuhls und die Stadt wurde Symbol für die blühende Gemeinschaft Amerikas und Earp eins für die wohlgesonnene patriarchalische Autorität, die sie ermöglichte. 1975 ist Amerika nicht die jugendliche Wüstenstadt, sondern das korrupte verrottete Herrschaftshaus, und der Stuhl auf der Veranda wird okkupiert von einem Krüppel mit seinen Füßen auf einem Negerjungen. All die Rassen- und sexuellen Konflikte, die in My Darling Clementine im Ansatz enthalten waren, sind in Mandingo expliziert und diagnostiziert.“ (Andrew Britton)



Text und Einführung: Eckhard Haschen







10.2.2019, 14:30 Uhr
DIE LETZTE FLUT (The last wave)
AUS 1977, 106 Min., DF, 35mm
Peter Weir, mit Richard Chamberlain, Olivia Hamnet, David Gulpilil

Fünf Männer sind in Sidney wegen Totschlags angeklagt und der Anwalt David wird zu ihrer Verteidigung bestellt. Doch mehr und mehr Indizien weisen auf eine vorsätzliche, möglicherweise rituelle Tötung hin. Vor allem aber meint David, einem dieser Männer bereits in den erschreckenden Träumen begegnet zu sein, die ihn seit seiner Kindheit begleiten. Er beginnt, die losen Fäden miteinander zu verknüpfen und erkennt mit wachsendem Grauen ein Gesamtbild, das großes Unheil befürchten lässt.
Aborigine-Mythologie, Mystery-Thriller, Sozialdrama, Traumsequenzen – Regisseur Weir verbindet verschiedene Elemente zu einem atmosphärisch und visuell außergewöhnlichen Filmerlebnis mit großartigem Sounddesign.

Text und Einführung: Jan Minck







17.2. 2019, 14:30 Uhr
PLANET DES SCHRECKENS (Galaxy of Terror)
USA 1981 Bruce D. Clark, 35mm, 81 Min., DF
Mit Edward Albert, Erin Moran, Bernhard Behrens, Robert Englund

Ein Phantastisches Universum, ein abgestürztes Raumschiff, das Grauen
der Rettungsmission, Roger Corman schuf mit dieser Produktion wahrlich
eine Welt des Schreckens allzu menschlicher Ängste, die gerade durch die
Distanz der Phantastik ihre volle Wirkung entfalten. Wer sich für frühe
Werke interessiert kann speziell auf das Produktionsdesign durch James
Cameron achten.

Text und Einführung: Eibo Thieme


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Das Bizarre Cinema German Exploitation Special Vol.1
am Samstag den 23.2.2019 ab 19 Uhr


23.02.2019 (Sa), 19:00 Uhr
BLUTIGER FREITAG (Langfassung, 4K-restauriert)
BRD/ITA 1972, Rolf Olsen, 102 Min., DF, DCP
Mit Raimund Harmstorf, Amadeus August, Gianni Macchia, Christine Böhm, Ernst H. Hilbich

Im Rahmen des Bizarre Cinema German Exploitation Specials Vol.1:

Auch das deutsche Kino lieferte in den 70er-Jahren reißerische Schauwerte: Action, Sex & Gewalt!
Kurz vor seiner Verurteilung gelingt dem eiskalten Verbrecher Heinz Klett die spektakuläre Flucht aus dem Gerichtsgebäude. Um sich ins Ausland abzusetzen braucht er Geld und plant mit seinem Komplizen Luigi einen Banküberfall, der alles zuvor in den Schatten stellen soll. Luigis Freundin Heidi und deren Bruder Christian schließen sich dem Duo an und gemeinsam setzen sie Kletts vermeintlich todsicheren Plan um, doch der anschließende Banküberfall eskaliert dramatisch: Während sich Schaulustige und Polizei rund um den Tatort versammeln, hält Klett auf brutale Weise mehrere Geiseln gefangen und fordert ein Lösegeld in bislang noch nie dagewesener Höhe! Als sich die Leichenberge türmen, gibt die Polizei nach und zahlt die geforderte Summe, mit der sich die Gangster aus dem Staub machen. Doch auch die Flucht verläuft nicht nach Plan und endet in einem bleihaltigen Showdown, aus dem es kein Entkommen gibt!

Sehen Sie Rolf Olsens Meisterwerk erstmals in der bislang weltweit unveröffentlichten Langfassung, aufwendig restauriert in 4k vom Originalnegativ!

Zur Einführung von BLUTIGER FREITAG begrüßen wir die für die Restauration verantwortlichen Mitarbeiter der Firma LSP Medien, die über die Besonderheiten dieses Projekts berichten werden.

(Text: Subkultur Entertainment, Einführung: Jochen Oppermann, Gäste: Jan Frederik Kuhn &

Benjamin Albrecht)

23.02.2019 (Sa), 21:00 Uhr
DIE BRUT DES BÖSEN (Langfassung, 4K-restauriert)
BRD 1979, Christian Anders, Antonio Tarruella, 100 Min., DF, Digital
Mit: Christian Anders, Maribel Martín, Dunja Rajter, Deep Roy, Fernando Bilbao

Im Rahmen des Bizarre Cinema German Exploitation Specials Vol.1:

Auch das deutsche Kino lieferte in den 70er-Jahren reißerische Schauwerte: Action, Sex & Gewalt!
Der fiese Giftzwerg Van Bullock regiert die spanische Unterwelt mit eiskalten Methoden. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, landet auf der Abschlussliste und bekommt Besuch von seinem üblen Schläger Komo! Um die Weltherrschaft im Drogenschmuggel zu erlangen, will er eine unscheinbare Karateschule als Umschlagplatz benutzen, welche dem unbezwungenen Karatelehrer Frank Mertens gehört. Doch Van Bullock hat die Rechnung ohne Mertens gemacht, denn der will nicht verkaufen und stellt sich furchtlos den hinterhältigen Attacken des Drogenbarons in den Weg. Mit Hilfe der verführerischen Cora lockt ihn Van Bullock in eine ausweglose Falle, doch als Mertens die Intrige durchschaut, verwandelt sich der friedfertige Karatelehrer in eine unaufhaltsame Kampfmaschine. Angetrieben von dem Wunsch nach Rache, tritt Frank Mertens den härtesten Kampf seines Lebens an!
Zur Einführung von DIE BRUT DES BÖSEN begrüßen wir die für die Restauration verantwortlichen Mitarbeiter der Firma LSP Medien, die über die Besonderheiten dieses Projekts berichten werden.

(Text: Subkultur Entertainment, Einführung: Jochen Oppermann, Gäste: Jan Frederik Kuhn & Benjamin Albrecht)

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24.2. 2019, 14:30 Uhr
PAARUNGEN
BRD 1967, Michael Verhoeven, 83 min., 35mm
Mit Lilli Palmer, Paul Verhoeven, Karl Michael Vogler

Michael Verhoevens Debütfilm basiert auf dem Theaterstück "Totentanz"
von August Strindberg und thematisiert den "Liebeshass" zwischen Edgar und Alice, ein in die Jahre gekommenes Ehepaar, "gefangen" auf einer ehemaligen Gefängnisinsel in der Nordsee gegen Ende des 19.Jhs. Als ein Cousin von Alice zu ihnen stößt, führt die schon lange glimmende Lunte endgültig zur Explosion.(Lillian Robinson)


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 27.02.2019 19:49 
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Liebe Freundinnen und Freunde,

der letzte Monat der laufenden bizarreCinema Saison entlässt uns alle mit einer wahrhaft herausfordernden Fragestellung in die Sommerpause: Was haben Mutanten, Räuber & Gendarm, unzuverlässige Jugenderinnerungen und Freiheitskämpfe gemeinsam?
Antworten findet Ihr im Metropolis-Kino in Hamburg!

Love, Euer bizarreCinema-Team!





3.3.2019, 14:30 Uhr

2071 – Mutan-Bestien gegen Roboter (The Time Travelers)
USA 1964, Ib Melchior, 82 Min., 35mm, DF
mit Preston Foster, Steve Franken, Philip Carey, Merry Anders, Forrest J. Ackerman

Im Zukunftsjahr 1971 geraten vier Menschen in die düstere Welt von 2071: Die letzten Überlebenden einer Atomkatastrophe (vor allem hübsche Single-Frauen!) hausen in einem unterirdischen Höhlenlabyrinth und versuchen sich mit selbst gebauten Androiden gegen wilde Mutanten zu verteidigen… Das kleine, verrückte Zeitreise-Abenteuer von Ib Melchior („Robinson Crusoue on Mars“) ist das 1964er-Kinovorbild der legendären TV-Serie „Time Tunnel“ (1966-67). Dass es teurer aussieht, als es war, liegt u.a. an Kameramann Vilmos Zsigmond und seinem Assistenten Laszlo Kovacs, die 1956 aus Ungarn geflohen waren und später Meisterwerke wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ oder „Easy Rider“ drehten. Ungewöhnlich für seine Zeit: das schockierende, unvergessliche Ende.

Text und Einführung: Peter Clasen



10.3.2019, 14:30 Uhr

Die Banditen von Mailand (Banditi a Milano)
IT 1968, Carlo Lizzani , 98 min., 35 mm, DF
Mit Gian Maria Volonté, Tomas Milian, Margaret Lee, Don Backy, Ray Lovelock

Ende der sechziger Jahre wird Mailand von einer Bande skrupelloser Bankräuber terrorisiert, deren Strategie es ist, möglichst viele Banken in kurzer Zeit zu berauben, um so der Polizei die Möglichkeit für Ermittlungsarbeit zu nehmen. Nach einem verpatzten Coup gelingt es der Polizei, den Fahrer des Fluchtwagens festzunehmen. Während des Verhörs erzählt dieser von seinen Komplizen und eine blutige Menschenjagd auf die übrigen flüchtigen Täter beginnt...
Ein außergewöhnlich spannender Polizeifilm, der mit Mitteln der Rückblende und des Reportagestils eine einzigartige Atmosphäre schafft.

Text und Einführung: Torsten Cornils



17.3.2019, 14:30 Uhr

Big Wednesday
USA 1978, John Milius, 120 min., 35 mm, DF
Mit Jan-Michael Vincent, William Katt, Gary Busey

Die Geschichte der Freundschaft dreier junger Männer, die vor allem ihre Liebe zum Surfen verbindet, über einen Zeitraum von zwölf Jahren (1962–1974) in vier Stationen erzählt. „Dieser Film ist der Traum von einer Jugend, die man so nie gehabt hat. Aber wenn wir uns an diese Jugend erinnern, dann erinnern wir uns an die Stimme von Wolfman Jack im Drive-in, an die Roastbeaf-Sandwiches im Diner und an die Parties am Strand des Pazifik. Wir erinnern uns, wie wir einer platinblonden Vision im Thunderbird hinterherjagten, wie wir mit einer Stripperin auf dem Tresen tanzten, und wie wir um die Einberufung nach Vietnam herumgekommen sind. Wie erinnern uns an Froschauge und Boogie und Bear. Das war unsere verdammt beneidenswerte Jugend. Wir tanzten auf Prom Nights, kannten alle Baseball-Ergebnisse und gingen Surfen. Wir tun es heute noch.“ (Michael Althen)

Text und Einführung: Eckhard Haschen



24.3.2019, 14:30 Uhr

Keoma
I 1976, Enzo G. Castellari, 92 min., 35 mm, DF
Mit Franco Nero, William Berger, Olga Karlatos, Woody Strode

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg kehrt Indianer-Halbblut Keoma zurück in seine verwahrloste Heimatstadt. Dort grassiert eine Pockenepidemie, was der Südstaaten-Offizier Caldwell ausnutzt, um die notleidende Bevölkerung einzupferchen und finanziell auszubluten. Unterstützt wird Caldwell von den Stiefbrüdern Keomas, die für ihn nichts als Verachtung übrighaben. Mit seinem Stiefvater und dem freigelassenen Sklaven George stellt sich Keoma gegen die Unterdrücker.
Zehn Jahre nach Django brilliert Franco Nero in einem der letzten klassischen Italowestern, der die Sinne durch beeindruckende Bildgestaltung und einen intensiven Soundtrack betört. Motive aus der Bibel und Shakespeare sowie ungewöhnliche Erzähl- und Montagetechniken machen Enzo G. Castellaris Film zu einem ebenso brutalen wie poetischen Film um Rache, Leben, Tod und Auferstehung.

Text und Einführung: Jeroen van Kempen


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 25.09.2019 17:49 
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Liebe Freundinnen und Freunde,

die 14. Season von bizarreCinema startet im Oktober mit zwei Terminen, die Besonderes versprechen: Zum einen ein Wiedersehen mit einem echten Klassiker, dessen Einfluss auf nachfolgende Thriller-Generationen sehr groß gewesen zu sein scheint. Das wollen wir uns mal etwas genauer ansehen! Zum anderen präsentiert our very own Hans Arthur-Marsiske nicht nur einen seiner Lieblingsfilme, den man, O-Ton Dr. Marsiske, „alle zehn Jahre mal anschauen sollte“ (letzte Aufführung bei bizarreCinema war im Februar 2009), sondern auch seine erste Romanveröffentlichung!

Love, Euer bizarreCinema-Team!



6.10.2019, 15:00 Uhr

Treibjagd
(La course du lièvre à travers les champs)
Frankreich / Italien 1972, René Clément, 125 Min., 35mm, DF
mit Jean-Louis Trintignant, Robert Ryan

Der French-Noir- und Poliziottesco-Klassiker vom „französischen Hitchcock“ René Clement („Nur die Sonne war Zeuge“, „Der aus dem Regen kam“) startet die 14. Saison von Bizarre Cinema! Sportflieger Tony (Jean-Pierre Trintignant) hat den Tod einiger Kinder verschuldet, flieht vor den rachsüchtigen Eltern nach Kanada, gerät in die Gewalt von Gangster Charly (Robert „The Wild Bunch“ Ryan) und dessen Bande (u.a.Lea Massari, Mias Schwester Tisa Farrow) und muss bei einem Coup mitmischen, der böse fehlschlägt... „And Hope to Die“ (US-Titel) ist komplex, psychologisch ausgefeilt, poetisch – ein Eurothriller vom Feinsten. Martin Scorsese zitiert ihn 1973 in „Hexenkessel“ (Mean Streats). Emmanuelle Béart gab hier ihr Filmdebüt.

Text und Einführung: Peter Clasen



13.10.2019, 14:30 Uhr

Captain Invincible
(The Return of Captain Invicible)
Australien 1983, Philippe Mora, DT, 35 mm
Mit Alan Arkin, Christopher Lee, Kate Fitzpatrick

Die Welt am Abgrund: Superbösewicht Mr. Midnight (Christopher Lee) hat der US-Regierung den streng geheimen Hypnostrahler gestohlen und zielt mit der Superwaffe auf New York. Nur ein Superheld könnte ihn noch stoppen — einer wie Captain Invincible (Alan Arkin). Doch die entwürdigenden Vorwürfe durch den McCarthy-Untersuchungsausschuss (Fliegen ohne Pilotenlizenz, Tragen von Unterwäsche in der Öffentlichkeit) haben den Weltkriegshelden, der einst lächelnd die deutschen Sturzkampfbomber vom Himmel holte, nach Australien vertrieben. Dort ist er zum Alkoholiker geworden und zeigt dem US-Präsidenten, der ihn händeringend um Hilfe bittet, die kalte Schulter… Es ist ein bis heute ungelöstes Rätsel, warum diese abgedrehte Komödie, die sich mit ihrem Superirrsinn allen Genrezuweisungen entzieht, an der Kinokasse zu so einer Superpleite werden konnte. Um diese Frage ausführlicher diskutieren zu können, gibt es diesmal zusätzlich zur Einführung auch eine Ausführung zum Film: Im Vorprogramm liest Hans-Arthur Marsiske aus seinem SF-Roman „Die letzte Crew des Wandersterns“ ein Kapitel, das die Superheldenproblematik berührt, im Nachprogramm lädt er dazu ein, mit Sekt, Kaffee oder Saft auf sein Romandebüt anzustoßen.



Ein- und Ausführung: Hans-Arthur Marsiske


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 23.10.2019 18:26 
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Liebe Freundinnen und Freunde,

Mondo und Klamauk, Dokumentation und Gesellschaftssatire, Sozialstudie und Pflege eines historisch relevanten Filmerbes… Im November bietet bizarreCinema all dies und noch mehr, konzentriert in zwei ergebnisoffenen Versuchsanordnungen. Das Fazit hängt, wie so oft bei uns, deutlich von der eigenen Perspektive ab. Wir sagen: Gut so!
Beide Filme im November werden von Kollegin Lillian präsentiert, die wie keine Zweite ein Händchen für echte Raritäten hat. Was auch immer bei den Experimenten herauskommt: Macht Euch auf Filme gefasst, die vor und nach unseren Terminen lange niemand zu Gesicht bekommen hat/wird!

Viel Spaß, Euer bizarreCinema-Team!



03.11.2019, 14:30 Uhr
Die Tabus der Welt
(I tabù)
I 1963, Romolo Marcellini, 95min, 35mm, DF

Ein typischer Mondo, naturgemäß nichts für Zartbesaitete, aber auch alle anderen werden zuweilen schlucken müssen. Siegt die Neugier? Mitunter grausam und abartig, z.B. wenn Tiere abergläubischen und rücksichtslosen Menschen zum Opfer fallen, mitunter erheiternd und grotesk, z.B. wenn für Papa eine Konkubine ausgewählt wird.

Text und Einführung: Lillian Robinson





17.11.2019, 14:30 Uhr
In Kooperation mit dem cinefest (www.cinefest.de):
Warum die UFOs unseren Salat klauen
D 1980, Hans Jürgen Pohland, 91 min., 35mm
Mit Tommi Piper, Hildegard Knef, Ursula Monn

Der Hobby-Biologe Peter McDonald züchtet einen Supersalat, was zu intergalaktischen Verwicklungen und anderen Katastrophen führt und beinahe den dritten Weltkrieg provoziert. In dieser Parodie auf Berliner Verhältnisse hat, neben vielen bekannten Schauspielern, Curd Jürgens seinen Auftritt als Ufo-Kommandant.

Text und Einführung: Lillian Robinson


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 30.11.2019 16:48 
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Liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben einen Adventskalender für Euch!
An fast jedem Sonntag im zwölften Mond könnt Ihr bei Projektorschein je ein ganz besonderes Türchen in andere Welten öffnen, naturgemäß abseits aller Konventionen und Mainstreambedürfnisse bis das fünfte Lichtlein brennt. Passend dazu bekommt Ihr vier Tage zu früh ein tolles Weihnachtsgeschenk auf und um die Ohren, wenn wir kehr‘n mit unseren Sägen ein ins Lichtspielhaus.

Einen guten Start in den Dezember, woran immer Ihr auch glaubt, Euer bizarreCinema-Team!



01.12.2019, 14:30 Uhr

The Boogey Man
USA 1980, Uli Lommel, 16mm, 82 Min., OF
Mit Suzanna Love, John Carradine, Ron James, Nicholas Love

Welches Grauen verbirgt sich hinter dem Spiegel? Schuld und Urangst,
verstörend in Szene gesetzt von Uli Lommel, der sich zuvor seinen Namen
in der Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder und Andy Warhol
gemacht hatte. Ob dieser Slasher auch Filmkunst-Spuren zeigt mag
dahingestellt sein, als Horrorfilm funktioniert er auf hervorragende
Weise, sowohl im sehr visuellen Schock als auch in Furcht einflößender
Beklemmnis.

Text und Einführung: Eibo Thieme



15.12.2019, 14:30 Uhr

Der schwarze Panther von Rathana
D/IT 1963, Jürgen Roland, 91min, 35mm
Mit Heinz Drache, Marianne Koch, Horst Frank

An Originalschauplätzen gedrehter Abenteuerreißer , in dem Heinz Drache als Richard Padberg eine Zinnmine begutachten soll, dessen Besitzer kurz vor seinem Eintreffen von einem schwarzen Panther getötet wurde. Eine Ärztin und ein ständig betrunkener Sprengmeister bereichern neben anderen die Szenerie und Padberg muss herausfinden, wer wo seine Hand im Spiel hat.

Text und Einführung: Lillian Robinson



20.12.2019 (Freitag!), ab 19:30 Uhr

Süßer die Sägen nie klingen…
Das große bizarreCinema XXX-Mas Special

20.12.2018 (Fr), 19:30 Uhr
Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)
USA 1973, R: John Hough, 95 Min., 35mm, DF
Mit Pamela Franklin, Roddy McDowall, Clive Revill
&
20.12.2018 (Fr), 21:30 Uhr
The Texas Chainsaw Massacre
USA 1974, R: Tobe Hooper, 88 Min., DCP, OmU
Mit Marilyn Burns, Gunnar Hansen, Edwin Neal, Jim Siedow

Das Verhältnis von Bild und Ton ist ein zentrales Thema des Bizarre Cinema. Wir lieben das Geräusch feuerspeiender Riesenechsen und unsauber vom Rumpf getrennter Köpfe, können die poetischsten Passagen von Synchron-Shakespeare Rainer Brandt mitsprechen und verehren den Dolby-Surround-Sound der Dämonen.
In Specials wie der Blaxploitation Extravaganza (2013) und den XXXmas-Double-Features zum Telefonhorror (2011) und zu satanischen Stimmen (2014) haben wir uns intensiv mit den akustischen Ausformungen des Genrefilms beschäftigt, nun setzen wir diese Tradition mit zwei Horror-Perlen fort, die für Gänsevorhaut in den Gehörgängen sorgen.
„Tanz der Totenköpfe" ist eine Verbeugung vor Shirley Jacksons Spukhaus-Klassiker „The Legend of Hill House“ und Robert Wise’ Verfilmung „The Haunting“, zeitgemäß angereichert mit paranormal-pathologischen Sex-Vibes und 70er-Stilikonen wie Pamela Franklin und Roddy McDowall. Für die herrlich derangierte und spooky Atmosphäre sorgt unter anderem der Soundtrack von Delia Derbyshire und Brian Hodgson, die in den 60ern als Mitarbeiter des BBC Radiophonic Workshop die elektronische Musik revolutioniert haben. Danach steigern wir den Lärmpegel und schmeißen die Kettensäge an.
Die Bilder von Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“ haben wir alle im Stammhirn, aber was ist eigentlich mit dem Sounddesign? Soundtrack und Tongestaltung greifen hier in einzigartiger Weise ineinander, die Gesamtheit der Tonspur ist ein Kunstwerk in sich. Der Rolling Stone hält die Klanglandschaft von Tobe Hooper & Wayne Bell für einen der besten Soundtracks aller Zeiten und betont: „[…] music, sound effects and other diagetic sound become indistinguishable.“

Text und Einführung: Volker Hummel & Jan Minck



22.12.2019

Wenig Chancen für morgen (Odds Against Tomorrow)
USA 1959, Robert Wise, 96 min., 35 mm, DF
Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters

Der unehrenhaft aus dem Dienst entlassene New Yorker Polizist Dave Burke plant einen Bankraub in einem nahegelegenen Provinzstädtchen. Als Komplizen versucht er dafür den rassistischen Ex-Sträfling Earl Slater, der wegen Totschlags im Gefängnis war zu gewinnen, sowie den jungen puertorikanischen Jazzmusiker Johnny Ingram, der sich bei Pferdewetten hoch verschuldet hat. Als Slater erkennt, dass es sich bei Ingram um einen Schwarzen handelt,lehnt er zunächst ebenso ab wie auch Ingram, der mit der Sache generell nichts zu tun haben will. Doch schließlich lassen sich die beiden so grundverschiedenen Temperamente auf die angeblich todsichere Sache ein... Ein würdiger, bis heute gern unterschätzter Schlusspunkt des Film-noir-Zyklus‘ und zugleich ein schonungsloser Kommentar zum alltäglichen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft.

Text und Einführung: Eckhard Haschen



29.12.2019, 14:30 Uhr

Die Teufelspiraten von Kau-Lun (Da hai dao; int. Titel: The Pirate)
Hongkong 1973, Chang Cheh, 92 Minuten, 35 mm, DF
Mit Ti Lung, David Chiang, Tien Ching, Feng Yu, Dean Shek;

Hongkong Ahoi! „Die Teufelspiraten von Kau-Lun“ ist ein bunter Martial-Arts-Knaller, den Genregroßmeister Chang Cheh 1973 mit den damals größten Stars drehte - Ti Lung und David Chiang! Das heißt massenweise Kämpfe im Gelben Meer, auf Dschunken, Stränden und in der Takelage. Präsentiert in einer originalen 35mm-Kinokopie aus dem Erstaufführungsjahr!

Text und Einführung: Peter Clasen und Jan „Bammel“ Fangmeier


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 01.01.2020 16:59 
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Der monatliche Newsletter scheint diesmal von Silvesterböllern zerfetzt worden zu sein, daher schmucklos und in aller Kürze


5.1. Duell am Missouri (USA 1976, Arthur Penn)

12.1. Wolfen (USA 1981, Michael Wadleigh)

19.1. Papaya - Die Liebesgöttin der Kannibalen (I 1978, Joe D'Amato)

26.1. Underworld, U.S.A. (USA 1961, Samuel Fuller, OF, 16mm)


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 26.01.2020 01:20 
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Für Komplettisten nachträglich noch der Januar-Newsletter:

Liebe Freundinnen und Freunde,

zum Start ins neue Jahr haben wir vielmal klassisches Kino im Programm, das innerhalb von Genresettings operiert, dabei aber Grenzen verschiebt und sich neue und ungewohnte Perspektiven erarbeitet: Spätwestern, conscious horror, Kannibalenerotik und hard-boiled crime noir. Mal eher Feuilleton, mal eher Trash, auch mal beides, aber zumindest von unserer Seite garantiert immer von Herzen.

Wir wünschen Euch ein gutes neues Jahr, Euer bizarreCinema-Team!



05.01.2020, 14:30 Uhr

Duell am Missouri (The Missouri Breaks)
USA 1976, Arthur Penn, 121 Min. 35 mm, DF
Mit Marlon Brando, Jack Nicholson, Kathleen Lloyd

Mit diesem Film hatte Arthur Penn seinen Protest gegen die etablierten Erzählweisen des alten Hollywood überzogen: Die Geschichte von den Streitigkeiten zwischen einer Bande von Pferdedieben und einem reichen Pferdezüchter, der schließlich einen „Regulator“ engagiert, um gegen die Bande vorzugehen, war so gegen die Genreerwartungen gebürstet, dass sie an der Kinokasse und bei Kritikern durchfiel. Insbesondere die Figur des Regulators wird von Marlon Brando extrem verstörend dargestellt. Solche Filme brauchen Zeit, um zu reifen: Wie bei einem guten Whisky dürfen wir uns nach vielen Jahren der Lagerung im sorgfältig temperierten Metropolis-Archiv daher auf ein besonders prickelndes Erlebnis freuen.

Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske





12.01.2020, 14.30 Uhr

Wolfen
USA 1981, Michael Wadleigh, 115 Min., DF, 35mm
Mit Albert Finney, Diane Venora, Edward James Olmos, Gregory Hines, Tom NoonanEine Reihe von brutalen Morden im Central Park gibt der New Yorker Polizei Rätsel auf: Die Opfer wurden nicht nur ermordet, sondern ihre Leichen regelrecht zerfetzt. Die Polizei geht zunächst von einem terroristischen Anschlag aus, doch die Ermittlungen führen die Beamten unter der Führung des Captain Wilson (Albert Finney („Big Fish“, „Unter dem Vulkan“)) zu einem alten Indianerstamm. Mit Hilfe der Kriminalpsychologin Rebecca Neff (Diane Venora)versucht die Polizei die wahren Begebenheiten zu rekonstruieren – oder sind die Erzählungender Voodoo-Priester etwa doch wahr? Schauplatz des Ganzen: ein kaltes, fahles New York, ein düsterer Moloch, dem Abriss geweiht. „Wolfen“ ist ein knallig inszenierter Werwolf-Schocker, der mit einer entfesselten Steadicam und psychedelischen Bildeffekten im Gedächtnis bleibt. Einer der besten!

Text und Einführung: Jochen Oppermann



19.01.2020, 14:30

Papaya - Die Liebesgöttin der Kannibalen (Papaya dei Caraibi)
IT 1978, Joe D'Amato , 86 min., 35 mm, DF
Mit Melissa Chimenti, Sirpa Lane, Maurice Poli, Dakar

Der geplante Bau eines Atomkraftwerks auf einer idyllischen Karibikinsel zwingt die Bewohner, mit allen Mitteln gegen dieses Vorhaben vorzugehen. Die erzürnten Einheimischen bedienen sich fast vergessener, blutiger Rituale, damit Papaya, die Inselgöttin, ihnen helfen wird, gegen die Eindringlinge vorzugehen. Nicht ahnend, welche Flut aus Grausamkeit sie damit in Gang setzen, werden sie schon bald Zeuge der brutalen Morde an den einzelnen Beteiligten des Bauprojekts. Auch der Ingenieur Vincent und seine bildhübsche Freundin Sara werden in den teuflischen Strudel aus ausschweifendem Sex und kannibalistischen Ritualen gezogen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint...
Ein tropisch heißer Erotik-Thriller-Cocktail, der von Regisseur Joe D'Amato mit Gore und Mondofilm-Elementen gewürzt und mit dem pulsierenden Funk von Stelvio Cipriani garniert wurde.

Text und Einführung: Torsten Cornils



26.01.2020, 14.30 Uhr

Underworld, U.S.A. (Alles auf eine Karte)
USA 1961, Samuel Fuller, 99 min., 16mm, OF
Mit Cliff Robertson, Dolores Dorn, Beatrice Kay

„Es wird immer Leute wie uns geben [...], solange wir keine Unterlagen auf dem Papier haben, solange wir National Projects mit legitimen Geschäftsabläufen durchführen und unsere Steuern auf legitimes Einkommen zahlen und für wohltätige Zwecke spenden und Kirchenbasare betreiben. Wir werden den Krieg gewinnen. Wir haben es immer.“("Big Boss" Earl Connors (Robert Emhardt).
„Underworld, U.S.A. ist wohl Fullers effizientester, brutalster und unsentimentalster Film, und sein Ruf ist erst mit den Jahren gewachsen. Die Idee des organisierten Verbrechens als Geschäft war ein Novum, als Fuller den Film drehte, aber wie die Ereignisse des letzten halben Jahrhunderts deutlich gemacht haben, funktioniert die Unterwelt genau so, und sie verbirgt sich in einem Mantel falscher Seriosität in diesem Fall als das National Projects Unternehmen.Der Filmwurde schnell und billig gedreht und vom Regisseur zunächst als „Schnellschuss“ abgetan. Er bietet eine überzeugende Vision der amerikanischen Gesellschaft im Zusammenbruch, auch wenn sie sich im Schein des Nachkriegsbooms sonnte. Die ersten Jahre der Kennedy-Regierung, angeblich eine Ära des ungezügelten Optimismus.“ (Wheeler Winston Dixon)

Text und Einführung: Eckhard Haschen




Und das Februar-Programm:

Liebe Freundinnen und Freunde,



unser Programm im Februar umspannt als internationale und genreübergreifende Retrospektive bizarrer Filmkunst fünf Dekaden. Kontroverse Klassiker und klassische Kontroversen haben hier ebenso Platz wie Musik und Tanz, Brechdurchfall und Outlaws, Anarchie und Eisberge in CinemaScope.

Lasst Euch berauschen, Euer bizarreCinema-Team!







02.02.2020, 14:30 Uhr

THEMROC
Frankreich 1972, Claude Faraldo, 110 Min., 35mm, kein Dialog
Mit Michel Piccoli, Béatrice Romand, Marilù Tolo, Francesca Romana Coluzzi, Jeanne Herviale



Den Trott durchbrechen und dem Zwang entfliehen, nicht bedacht und sanftmütig sondern radikal und zerstörerisch. Die Fesseln der Zivilisation sprengen und die Menschen in eine wilde und verwegene Freiheit führen. Möglicherweise ist Claude Faraldos Komödie heute provokanter als in den 70ern.



Text und Einführung: Eibo Thieme





09.02.2020, 14:30 Uhr

DAS ROTE ZELT
SU/I 1969, Mikhail Kalatozov, 125min, 35mm, DF
Mit Peter Finch, Sean Connery, Claudia Cardinale



Ein zu Unrecht in Vergessenheit geratener Survival-Film von Meisterregisseur Mikhail Kalatozov, der wahre Ereignisse aus dem Jahr 1928 schildert. Der Film, gedreht in der Sowjetunion, handelt von einer gescheiterten Nordpol-Expedition, die es ohne das faschistische Regime Italiens in der Form wahrscheinlich nicht gegeben hätte, und den Schicksalen dahinter. Neben beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und prominenter Besetzung punktet der Film auch mit einem tollen Score von Ennio Morricone.



Text und Einführung Lillian Robinson





16.02.2020, 14:30 Uhr

POULTRYGEIST: NIGHT OF THE CHICKEN DEAD
USA 2006, Lloyd Kaufman, 103 Min., BluRay, OF
Mit Jason Yachanin, Kate Graham, Robin L. Watkins



Dies dürfte der jüngste Film sein, der je bei bizarreCinema gezeigt worden ist! Zugleich berührend, ekelhaft, saukomisch und zum Fremdschämen, handelt es sich im Kern um eine antikapitalistische Romanze. Was sonst? Wir sind hier bei Troma Entertainment! Hier ist alles kontrolliertes Chaos, DIY, und Herzblut.
Große Konzerne zerstören aus Habgier ganze Communities und deren Mitglieder, hier ist es eine Fastfood-Kette, die sich buchstäblich einen Dreck um Ethik und gesellschaftlichen Auftrag schert. Kaufman und sein Team erzählen ihre haarsträubende Geschichte mit wenig Lust auf subtile Metaphern: Bei allem, was sie über die Leinwand spritzen lassen, schließt man lieber den Mund, der einem grad noch offen stand.
Nur äußerst selten verbindet sich Fun-Splatter mit politischer Agenda in dieser Deutlichkeit und mit so viel Spaß an der Freude. Und mit vielen, vielen Revue-Nummern!„You'll be eaten alive by zombie chickens tonight!“



Text und Einführung: Jan Minck





23.02.2020, 14:30 Uhr

THE HARDER THEY COME

Jamaika 1972, Perry Henzell, 120 Min., 35 mm, OmU
Mit Jimmy Cliff, Janet Barkley, Carl Bradshaw



Das Leben ist hart in Kingston. Das muss der junge Ivanhoe Martin gleich bei seiner Ankunft in der jamaikanischen Hauptstadt erfahren, wo er eine Karriere als Sänger machen will. Zynische Plattenproduzenten, autoritäre Priester und brutale Polizisten legen ihm immer wieder Steine in den Weg. Als er eines Tages im Kino sieht, wie Django mit einem Maschinengewehr um sich ballert, bringt ihn das auf eine Idee… Die Geschichte des Outlaws Rhyging, der in den 1940er-Jahren die Polizei Jamaikas auf Trab hielt, liegt dieser ersten jamaikanischen Spielfilmproduktion zugrunde. Wegen des schwer verständlichen lokalen Dialekts lief der Film auch in den USA mit Untertiteln und wurde dort vor allem in den Mitternachtsvorstellungen ein Renner — nicht zuletzt wegen des Soundtracks, der die Reggae-Musik weit über Jamaika hinaus bekannt machte.



Text und Einführung: Hans-Arthur Marsiske


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 Post subject: Re: Bizarre Cinema im Metropolis Hamburg
PostPosted: 27.02.2020 13:25 
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Liebe Freundinnen und Freunde,



der letzte Monat dieser 14. Season von bizarreCinema steht an und wir haben eine ganze Horde von Gaunern & Monstern zusammengetrommelt, um den kalten Tagen so richtig das Grausen beizubringen und Platz zu schaffen für einen trashfreien Start in den Frühling. Trashfrei…? Nicht ganz! Haltet auch über die hellen Monate Augen und Ohren offen für Licht- und Radiosignale aus dem bizarreCinema-Kosmos.

One World! Peace, Euer bizarreCinema-Team







01.03.2020, 14:30 Uhr
3:15 – Die Stunde der Cobras (3:15 – The Moment of Truth)

USA 1986, Larry Gross, 86 Min., 35mm, DF

Mit Adam Baldwin, Deborah Foreman, Jesse Aragon, Gina Gershon



Erbitterte Revierkämpfe unter Jugendgangs in schrillem Gewand, florierende Drogengeschäfte unter den Augen einer machtlosen Obrigkeit – richtig, wir befinden uns an einer ganz normalen amerikanischen High School. Alles geht seinen ungeregelten Gang, bis Jeff Hannah die Lederjacke der „Cobras“ gegen eine weiße Weste tauscht und seine Muskeln in den Dienst des Schulsports stellt. Als er sich dann noch bei einer Razzia weigert, für die Cobras Drogen zu verstecken, landet er auf der Abschußliste. Nach einem Überfall auf seine Freundin läuft alles auf das entscheidende Duell heraus ... Larry Gross, Schreiber von Walter Hills „Straßen in Flammen“ und den „48 Stunden“-Filmen, nahm hier selbst auf dem Regiestuhl Platz und schuf einen Bandenthriller, der in Bild und Ton den fetzigen Geist der 80er atmet.



Text und Einführung: Jeroen van Kempen







08.03.2020, 14:30 Uhr

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)
Italien 1982, Lucio Fulci, 82 Min., DCP, DF
mit Paolo Malco, Ania Pieroni, Giovanni Frezza, Dagmar Lassander

Ein junger Wissenschaftler zieht mit seiner Familie in ein unheimliches Haus, in dem sein Vorgänger Selbstmord verübte. Der schreckliche Grund dafür findet sich im tiefen, dunklen Keller... Der Saft sei mit dir! Lucio Fulci, Hausgott aller Gorehounds, schuf einen Megaklassiker des europäischen Gothic-Horrors mit besonderem Schwerpunkt auf handgemachten Splatter-Effekten. Zombie-Poesie nach klassischer italienischer Art.



Text und Einführung: Peter Clasen





15.03.2020, 14:30 Uhr

SPIDER BABY or The Maddest Story Ever Told (Alternative Titel: The Liver Eaters, Attack of the Liver Eaters, Cannibal Orgy)

USA 1964/1967, Jack Hill, 71 Min., Blu-Ray, DF
Mit Lon Chaney Jr., Carol Ohmart, Sid Haig



Familie Merrye bewohnt ein schönes, wenn auch schon etwas baufälliges altes Haus auf dem Land. Familie Merrye ist ein bißchen degeneriert und hat eigenartige kulinarische Vorlieben. Seit dem Tod von Vater Merrye kümmert sich Chauffeur und Hausfaktotum Bruno aufopfernd um die drei verwaisten Kinder - und ihre kannibalischen Tanten und Onkel im Keller. Als sich entfernte Verwandte ankündigen, um den Kindern mit Hilfe eines windigen Anwalts ihr Erbe abzujagen, entspinnt sich ein denkwürdiger Tag, an dessen Ende ein Feuerwerk steht.

Der Debütfilm des illustren Regisseurs Jack Hill (FOXY BROWN) wurde 1964 gedreht, aber erst Jahre später veröffentlicht. Zu bizarr und tabubrechend wirkte die bösartige "Horror Comedy", die zwischen Archaik und Moderne des Genres liegt und ihrer Zeit weit voraus war. Graf Dracula, Norman Bates und Hannibal Lector leben eindeutig in unmittelbarer Nachbarschaft der Merryes.
Die deutsche Synchronfassung entstand 2017 unter der Dialogregie von Bodo Traber mit dem wunderbaren, leider kürzlich verstorbenen Helmut Krauss (Marlon Brando in DER PATE, Yaphet Kotto in ALIEN) als deutscher Stimme des legendären Horrordarstellers Lon Chaney, jr., einst Verkörperung des WOLF MAN, der hier noch ein letztes Mal in einer Hauptrolle brillierte.



Text und Einführung: Bodo Traber, Übersetzer und Synchronregisseur der deutschen Fassung







22.03.202, 14:30 Uhr
Geheimring 99 (The Big Combo)
USA 1955, Joseph H. Lewis, 84 Min., 35mm, DF
Mit Cornel Wilde, Richard Conte, Jean Wallace



„Archetypischer kann ein Film noir kaum beginnen. Eine blonde Frau flieht aus einer Boxhalle, hastet vorbei an schwarzen Silhouetten, durch düstere Gänge und Flure, verschwindet im Dunkeln und wird von zwei zwielichtigen Verfolgern gestellt. Die Flucht der ätherischen Blondine vor den Häschern der Unterwelt ist ein Fest der harten Konturen und Kontraste, der schrägen Linien und expressionistischen Schatten. Joseph H. Lewis‘ The Big Combo aus dem Jahr 1955 ist eine Symphonie der Düsternis. Und so linear der Plot des Noir-Klassikers eingefädelt ist, so souverän gelingt es seinem Regisseur und der Kamera von John Alton, die mangelnde Drehbuchdynamik mit urbanen Seelen- und Schattenlandschaften vergessen zu machen. Womöglich liegt in der Melancholie und Lähmung, die diesen Film erfüllen, im Gefühl, dass von Anfang an alles irgendwie schon vorbei, erledigt, aussichtslos, vergebens ist, sein eigentlicher Reiz.“ (Katja Nicodemus)



Einführung: Eckhard Haschen









29.03.2020, 14:30 Uhr

Der Exterminator (The Exterminator)

USA 1980, James Glickenhaus, 102 Min., 35mm, DF

Mit Robert Ginty, Samantha Eggar, Christopher George, Steve James



New York Anfang der 80er-Jahre: Drogen, Gewalt und Prostitution bestimmen das Bild. Der beste Freund von Vietnamveteran John Eastland wird Opfer einer brutalen Straßengang, das ist der Startschuss eines erbarmungslosen Rachefeldzugs gegen das organisierte Verbrechen und sadistische Politiker. Schon bald fürchtet man John als den „Exterminator“. „John Eastland ist ein zutiefst traumatisierter Vietnamveteran, der immer wieder von Erinnerungen an die grausigen Ereignisse durchzuckt wird. Das Selbstjustizthema vermischt sich mit dem Vietnam-Heimkehrerkomplex und so entsteht ein Film, der als zorniger kleiner Bruder von Martin Scorseses TAXI DRIVER durchgehen könnte: DER EXTERMINATOR ist ein ganz besonders düsteres und desillusionierendes Stück Gewaltkino, das auch Assoziationen an solche Runterzieher wie COMBAT SHOCK und MANIAC weckt.“ (Oliver Nöding)



Text und Einführung: Jochen Oppermann


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