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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 00:48 
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♦ MORD IST IHR HOBBY ♦

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● MURDER, SHE WROTE / MORD IST IHR HOBBY (US|1984-1996)
in den Hauptrollen: Angela Lansbury, William Windom, Tom Bosley, Ron Māsak, Michael Horton, Richard Paul
eine Produktion von Universal TV | Corymore Productions
eine Serie von Corey Allen | John Llewellyn Moxey | Seymour Robbie | Allen Reisner | Walter Grauman | u. v. a.




Jessica Fletcher (Angela Lansbury) lebt in dem verschlafenen Küstenort Cabot Cove im Bundesstaat Maine. Die pensionierte Englisch-Lehrerin ist in ihrer Gemeinde sehr angesehen und beliebt. Nach dem Tod ihres Ehemannes Frank begann sie damit, ihren ersten Kriminalroman zu schreiben, der von ihrem Neffen Grady (Michael Horton) ohne ihr Wissen zu einem Verlag geschickt wurde und auf Anhieb zum Bestseller wurde. Seit diesem Zeitpunkt gerät Jessica immer wieder in mysteriöse Mordfälle, und egal wo sie sich auch gerade befindet, die Verbrechen werden mit ihrer wachen Kombinationsgabe stets aufgeklärt, natürlich sehr zum Unmut der Polizei. Bei ihren kriminalistischen Aktivitäten wird es oft gefährlich für die begeisterte Hobby-Detektivin, doch anscheinend braucht Jessica den Nervenkitzel und neues Material für ihre Kriminalgeschichten, so dass niemand die resolute Schnüfflerin aufhalten kann...

"Mord ist ihr Hobby" ist eine weitere Serie aus dem persönlichen Archiv der Erinnerungen und auch heute sehe ich die Fälle der umtriebigen Jessica Fletcher noch sehr gerne. Die Serie ist einer der Dauerbrenner des deutschen Fernsehens und lief dem Empfinden nach seit ihrer Entstehung ununterbrochen auf diversen Sendern. Der große Erfolg basiert auf dem eigentlich ziemlich simplen Konzept dieser Krimi-Reihe mit beinahe 265 Episoden, und konnte Millionen von Zuschauern weltweit in ihren Bann ziehen. Im Wesentlichen ist die Überzeugende Titelfigur ausschlaggebend dafür gewesen, aber auch das einfache Prinzip eines jeden Falles. Um Miträtseln und Mitraten zu können, muss man hier wirklich kein Krimi-Experte sein, da die Einfachheit der Geschichten dem Zuschauer ein positives Gefühl zurück gibt. Jeder kann des Rätsels Lösung herausfinden, da die Geschichten wenig komplex gestaltet sind und stets offensichtliche Hinweise zur Täter-Überführung gegeben werden. Eine Art der leichten Unterhaltung, die allerdings in allem Bereichen vollkommen aufgeht, da charmante Personen, geistreiche Plots, Humor und immer wiederkehrende Ortswechsel für Abwechslung sorgen. Ein weiterer Bonus ist in quasi jeder Episode zu finden, denn es wirken teils hochkarätige Gast-Darsteller mit. "Mord ist ihr Hobby" habe ich damals täglich bis regelmäßig nach der Schule gesehen, im Kreis der Familie oder mit Freunden, und es entstand immer eine Art Wetteifern um den besten Riecher, wobei die Lösungen zu den Mordfällen meistens wirklich auf der Hand gelegen haben. Die Serie bot und bietet einen hohen Unterhaltungswert, mittlerweile sogar einen Nostalgie-Faktor, und auch wenn man sie mag oder nicht, ich denke dass die meisten TV-Konsumenten bestimmt schon einmal bei J.B. Fletcher reingeschaut haben.



www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 19:44 
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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 19:50 
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Blap wrote:
ich verabscheue Frau Lansbury zutiefst. Schade.

Dann schütte mir mal dein Herz aus, Blap. Was hat sie dir denn nur angetan? :lol:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 19:59 
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Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung! :mrgreen:

Vermutlich sollte ich meinen Psychologen um Rat bitten, eventuell mag Hypnose eine geeignete Option darstellen.

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 20:08 
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Blap wrote:
Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung! :mrgreen:

Verstehe schon. Wir haben doch alle unsere Geheimnisse! :lol: :mrgreen: :D

Blap wrote:
Vermutlich sollte ich meinen Psychologen um Rat bitten, eventuell mag Hypnose eine geeignete Option darstellen.

Gut dass du es selbst erwähnst! In diesem Fall empfehle ich dir direkt einmal die Folge 10 "Blind mit offenen Augen", in der ein Hypnotiseur vorkommt. Allerdings ist der Herr auch mit Vorsicht zu genießen, denn seine Fähigkeiten reichten nicht im gewünschten Maße aus: er konnte alle außer seinen Mörder hypnotisieren. :mrgreen:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 20:15 
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Hätte nicht gedacht, die Serie hier zu finden.
Sehr spaßig.
Mache mich immer über meine Freundin lustig wenn sie's schaut.
Oma TV.
Nee, dann doch lieber Columbo, Magnum, 3 Engel (simple but sweet)...

Aber lustige Gastastars hat se oft, die Marpleoma Lansbury (die immerhin
im wunderbaren THE LONG HOT SUMMER dabei gewesen war).

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 20:19 
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Blap wrote:
Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung! :mrgreen:

Vermutlich sollte ich meinen Psychologen um Rat bitten, eventuell mag Hypnose eine geeignete Option darstellen.


Das sollte doch auch ohne psychologische Hilfe zu ergründen sein.
Hm... Erinnert sie dich an (d)eine (böse) Schwiegermutter? Oder an d(eine) alte, biestige Nachbarin? Sonst irgendjemand?
Oder verbindest du eine ihrer Eigenschaften mit jemandem, den du nicht magst?
Oder überkommt dich einfach das Grauen bei diesen komischen Dauerwellen-Föhnfrisuren älterer Damen?
Denk mal drüber nach. :mrgreen: :lol:

By the way: ich mag Frau Lansbury auch nicht. Sie ist mir zu aufdringlich, neugierig, hektisch-überengagiert und besserwisserisch. Bäh.

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 20:35 
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Ich kann es nicht anders nennen: eine Verschwörung! :x :lol: :mrgreen:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 01.03.2015 22:04 
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Asa Vajda wrote:
1. Erinnert sie dich an (d)eine (böse) Schwiegermutter?
2. Oder an d(eine) alte, biestige Nachbarin? Sonst irgendjemand?
3. Oder verbindest du eine ihrer Eigenschaften mit jemandem, den du nicht magst?
4. Oder überkommt dich einfach das Grauen bei diesen komischen Dauerwellen-Föhnfrisuren älterer Damen?
5. Sie ist mir zu aufdringlich, neugierig, hektisch-überengagiert und besserwisserisch. Bäh.


1. Verstorben, war nicht böse. Also NEIN.
2. Verstorben, war mir gleichgülitg. Also nein.
3. Mir fällt keine geeignete Person an. Also nein.
4. Durchaus! Aber das reicht nicht aus.
5. Nun kommen wir der Sache näher. In einer Folge der Serie hat sie auf ekelhafte Art und ohne Unterlass geschnüffelt (naja, das macht sie sowieso immer). Das Mordopfer war ein widerlicher Mensch, doch sie musste unbedingt das Leben weiterer Personen zerstören. Vermutlich ein Teilchen im Mosaik meiner Abneigung. :mrgreen:

Schick die Rechnung bitte an meine Krankenkasse. Bin Privatpatient, dennoch bitte nicht mehr als den 2,3-fachen Satz abrechnen. Ansonsten bitte eine ausführliche Begründung beifügen.

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PostPosted: 02.03.2015 19:12 
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Schon ok. Da der Aufwand unter 5 Minuten war, wird das natürlich nicht verrechnet. ;)

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 02.03.2015 19:43 
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Prisma wrote:
Ich kann es nicht anders nennen: eine Verschwörung! :x :lol: :mrgreen:


:!:

Läuft Momentan übrigens im Morgen Programm auf Kabel1.Glaube immer um 6 Uhr rum


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 02.03.2015 20:29 
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Blap wrote:
Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung! :mrgreen:

Vermutlich sollte ich meinen Psychologen um Rat bitten, eventuell mag Hypnose eine geeignete Option darstellen.


Herrlich, geht mir ganz genauso.
Die Tante geht einfach gar nicht :D


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 03.03.2015 21:10 
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trainspotting wrote:
Blap wrote:
Genau da liegt das Problem. Ich habe keine Ahnung! :mrgreen:

Vermutlich sollte ich meinen Psychologen um Rat bitten, eventuell mag Hypnose eine geeignete Option darstellen.


Herrlich, geht mir ganz genauso.
Die Tante geht einfach gar nicht :D


JBF, die Frau mit den tausend Nichten, Neffen und alten Freunden, die alle unter Mordverdacht geraten - wie aus dem Leben gegriffen :D Ich habe auch diverse Folgen gesehen. Die Serie war so was wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für alternde Fernsehschauspieler, die noch mal auf die Bühne durften. Obwohl ich Frau Lansbury für ihren Fleiß bewundert habe. So einen Knochenjob in dem Alter, Hut ab.


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 03.03.2015 22:39 
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Ich komme mit der Reihe sowie Frau Lansbury nicht so klar.

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 05.03.2015 10:25 
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Zuerst möchte ich ja mal sagen, dass ich mich über die vielen Rückmeldungen gefreut habe! :)

Etwas überrascht war ich allerdings schon, welch eindeutiges, oder eher unterdurchschnittliches Profil die Serie und insbesondere Angela Lansbury vermitteln. Ganz unabhängig von "Mord ist ihr Hobby" finde ich nämlich schon, dass Lansbury eine großartige Interpretin ist, mir gefällt ihr häufiges Spiel mit Nähe und Distanz im Sinne von Aufdringlichkeit ganz gut und die oftmals omnipotenten Anstriche ihrer Personen haben mich mehr überzeugt, als dass sie mich gestört hätten. Innerhalb dieser Serie kann man aber sehr gut zwischen der aufdringlichen, alleswissenden Schnüfflerin und der immer wieder geschilderten Privatperson Jessica Fletcher unterscheiden. Sie ist im Grunde genommen nämlich eine sehr diskrete Person, deren Intelligenz, Schlagfertigkeit und Humor eine interessante, ja kultivierte Mischung ergeben. Dass man sie und die Serie an sich, oder selbst als Fan von Krimi-Formaten einfach nicht mag, kann ich aber auch verstehen, da "Mord ist ihr Hobby" ziemlich einfach im Konzept ist und bleibt.

Ich hänge heute eindeutig am Nostalgie-Faktor fest, und was damals gut war, muss ja heute nicht gleich schlecht sein. ;)


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 06.03.2015 15:33 
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@Prisma: mir gefällt deine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Charakter Jessica Fletcher. Vielleicht hab ich auch zu wenig gesehen, um es wirklich beurteilen zu können. Aber der altbackene Stil und das klischeehaft überstilisierte, teils hysterische Auftreten diverser Charaktere hat mich immer davon abgehalten, mir mehrere Folgen anzusehen.

Edit: während ich vor dem PC sitze läuft die Serie gerade im Hintergrund. Die Dialoge sind echt irgendwie mittelalterlich.
Frau (inbrünstig und mit viel Theatralik): "Ich muss dir was gestehen. Ich will keine Buchhalterin mehr sein! Ich will DEINE EHEFRAU sein."
Neffe von J. Fletcher (gerührt): "Aber das ist doch genau das, was ich auch will!"
Frau: "Oh Grady!"
Neffe von J. Fletcher: "Ich muss dir auch etwas gestehen. Ich habe deinen Vater getroffen und er hat mich rausgeschmissen..."

Also ich weiß ja nicht... :mrgreen: Bezweifle, dass das damals richtig lustig war und die Serie ist irgendwie schlecht gealtert.

Noch ein Edit: da schau ich mir lieber "Unsere kleine Farm" (kein Scherz :mrgreen: ) an, die Dialoge sind z.T. fortschrittlicher. ;)

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 07.03.2015 11:55 
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Asa Vajda wrote:
Aber der altbackene Stil und das klischeehaft überstilisierte, teils hysterische Auftreten diverser Charaktere hat mich immer davon abgehalten, mir mehrere Folgen anzusehen.

Dann vermute ich, dass es auch so bleiben wird. "Mord ist ihr Hobby" ist eine Serie, in die man normalerweise sehr schnell hinein kommt, was bei vielen anderen Serien übrigens auch der Fall ist. Vielleicht ist es zu allgemein zu behaupten, dass es eben genau auf das Hineinkommen oder vor allem den ersten Eindruck ankommt, aber wenn ich da von mir ausgehe kann ich nur sagen, dass mir Serien, die ich früher nicht mochte oder als zäh und durchschnittlich empfand, auch heute keinen Spaß machen. Das haben diverse Versuche gezeigt.

Was die Dialoge angeht, ist mir sofort eine Passage aus der Episode "Kritiker leben gefährlich" eingefallen, die mich immer wieder amüsiert.
Der zynische Kritiker interviewt Jessica Fletcher mit einer herablassenden und arroganten Art und sie wartet höflich ab, um ihre Stärke ausspielen zu können.
Es geht darum, dass einer ihrer Kriminalromane als Vorlage für ein Stück dient, dass an den Broadway gebracht werden soll:

Jessica: »Ist es nicht wahr, dass das einzige das man voraussagen kann im Theater, dass man nichts voraussagen kann?«
Kritiker: »Oh, bravo Mrs. Fletcher! Sie sind wohl die ganze Nacht aufgeblieben um sich diesen Text auszudenken?«
Jessica: »Um genau zu sein Molière hat das für mich getan, vor etwa 200 Jahren.«

Damit möchte ich jetzt gar nicht erst sagen, dass die Serie durchzogen ist von geistreichem Sarkasmus, aber es gibt eigentlich in fast jeder Folge Nettigkeiten dieser Art zu finden. Die hier aufgekommene Kritik ist in vielerlei Hinsicht allerdings auch gerechtfertigt, insbesondere in den von dir angesprochenen Folgen, wenn Jessica Fletchers bucklige Verwandschaft ihr Unwesen treibt. Diese Episoden gefallen mir auch mitunter am wenigsten, da die Struktur immer die gleiche ist und die Leute nerven. Der vertrottelte, unsichere und schrecklich naive Neffe Grady kreiert beispielsweise ein ungesundes Verhältnis bezüglich der Wirkung von Jessica Fletcher, die durch ihn tatsächlich omnipotent und gluckenhaft wirkt. Außerdem sind die dazu aufgetischten Dialoge oft nicht mehr mit einem Augenzwinkern wegzustecken und die Charaktere aus der Verwandtschaft wirken allesamt blass und nervenaufreibend.

Interessant wird es für mich allerdings immer, wenn bekannte Gäste mit von der Partie sind, und da braucht man in "Mord ist ihr Hobby" erst gar nicht lange zu suchen. Eine meiner Lieblingsfolgen ist "Skandal hinter Gittern". Hier sieht man nicht nur Vera Miles als Direktorin, sondern überhaupt mag ich ja diese Gefängnis-Sachen prinzipiell sehr gerne. Eine Revolte und Mord, und J. B. Fletscher mittendrin. In solchen Fällen macht es dann plötzlich auch gar nicht mehr so viel aus, wenn einige Geschichten manchmal etwas hinterfragungswürdig bleiben, oder schon den x-ten Aufguss erlebt haben.

"Unsere kleine Farm" kenne ich übrigens auch zu Genüge! :lol:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 07.03.2015 15:52 
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Prisma wrote:
"Unsere kleine Farm" kenne ich übrigens auch zu Genüge! :lol:

Also das hab ich als Kind öfters angeschaut und mag ich sogar heute noch gerne und seh es mir an, wenn ich grad mal zur richtigen Zeit die Glotze in Betrieb habe.
Finde den Michael Landon sehr sympathisch, hin und wieder geb ich mir sogar eine Folge "Ein Engel auf Erden". :mrgreen: :oops:

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 07.03.2015 23:33 
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Habe ich auch früher regelmäßig und gerne gesehen. Bei "Ein Engel auf Erden" weiß ich allerdings nicht so genau, ob das heute noch bei mir zünden würde.
Wäre ja immerhin auch ein Versuch wert. Mir fällt immer wieder auf, dass ich eigentlich so gut wie alles gerne geschaut habe! :mrgreen:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 08.03.2015 12:25 
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● PILOTFILM: THE MURDER OF SHERLOCK HOLMES / DER MORD AN SHERLOCK HOLMES (US|1984)
mit Angela Lansbury als Jessica Fletcher
Gäste: Eddie Barth, Jessica Browne, Bert Convy, Herb Edelman, Anne Lloyd Francis, Michael Horton,
Tricia O'Neil, Dennis Patrick, Raymond St. Jacques und Ned Beatty, Arthur Hill, Brian Keith
Regie: Corey Allen




Kriminalromane sind die große Leidenschaft von Jessica Fletcher, einer Witwe aus Maine. Eines Tages beginnt sie, eine eigene Kriminalgeschichte zu schreiben, allerdings nur zum Zeitvertreib. Als diese Geschichte jedoch von ihrem Neffen Grady heimlich an einen Verleger geschickt wird, der diese auch noch sofort herausbringt, ist das ruhige und gemütliche Leben von Jessica Fletcher vorbei. Der Roman wird blitzartig zum Bestseller. Während einer Promotion-Kampagne in New York wird Jessica zu einem Kostümball eingeladen, auf dem es zu einem rätselhaften Mord kommt. Die Polizei tappt im Dunkeln und nun ist Jessicas wache Kombinationsgabe gefragt, die sich sonst immer nur in ihrer Fantasie abspielte. Da es auf der Party von Verdächtigen geradezu wimmelte, wird es für sie schwer, den Mörder finden und überführen zu können...

Bei der Serie "Mord ist ihr Hobby" handelt es sich nicht nur um einen Dauerbrenner im deutschen TV, sondern auch um einen der ganz persönlichen. In den Neunziger Jahren waren die Folgen Pflichtprogramm nach der Schule, oftmals hat man sich die Serie sogar gemeinsam angeschaut und aufgrund des klassischen Whodunit entstanden mitunter auch mal heiße Diskussionen. Eine schöne Zeit, und auch heute sehe ich die Ermittlungsarbeit der Jessica Fletcher noch sehr gerne. Klar, dass sie Mord, Totschlag und Verbrechen anzieht wie ein Magnet kann man mit einem Schmunzeln hinnehmen, auch dass sie mit ihrer Auffassungsgabe jedem, vor allem aber der Polizei haushoch überlegen ist, ist geschenkt. Das Konzept der Serie ist aber gewollt einfach gehalten. Oftmals braucht man nicht großartig herumzukombinieren, weil es viele eindeutige Hinweise gibt, beispielsweise durch Kamera-Einstellungen, Verhalten oder Dialoge, so dass man den Mörder auch ohne Zusammenhänge erraten kann, was damals insbesondere für uns junge Zuschauer hoch interessant war. So konnte es mitunter sogar vorkommen, dass der Tag beim falschen Tipp beinahe so gut wie gelaufen war. Eine wenig komplizierte Serie, die viel Identifikationspotential bietet, immer klar aufgebaut ist, und für TV-Verhältnisse ziemlich aufwendig hergestellt wurde, und sie bietet rückblickend auch einen nostalgischen Aspekt. Daher sehe ich mir "Mord ist ihr Hobby" auch heute noch gerne, und immer wieder an.

Der Pilotfilm fängt geheimnisvoll und beinahe gruselig an, und Krimi-Experten sehen direkt den Vergleich zu dem Spielfilm "Mord im Spiegel" von 1980, in dem Angela Lansbury die Miss Marple interpretierte, der ebenfalls in einem Kino beginnt. Die Einführung Jessicas ist daher ebenso eindeutig, denn sie jongliert direkt mit ihrer außergewöhnlichen Kombinationsgabe und kann einige Duftmarken setzen. Überhaupt ist die Vorstellung der Protagonistin sehr gut gelungen, denn sie wird von allen Seiten beleuchtet. Jessica ist eine überaus angesehene Bürgerin von Cabot Cove, die nahezu alle positiven Prädikate besitzt, die man irgendwie vorweisen kann. Auf ihrer Promotion-Tour macht sie erste unliebsame Erfahrungen mit den Medien und der Presse, so dass sie sich aus heiterem Himmel mit Feministinnen, sensationslüsternen Moderatoren, Betrügern und Klatschtanten konfrontiert sieht, was sehr hier humorvoll in Szene gesetzt wurde. In ihrem Radio-Interview fragt sie der gelangweilte Moderator zum Beispiel: »Tut mir leid Süße, aber das halte ich nicht aus. Haben sie denn nicht eine lesbische Freundin oder was? Waren Sie mal im Knast?« Die Zusammenhänge der Morde sind dem Zuschauer vollkommen unklar und wie in der Serie üblich, werden auch genügend Verdächtige präsentiert. Der Inspektor dieser Folge erscheint vollkommen inkompetent aber charmant, und als auch noch Jessicas Neffe unter Verdacht steht, sieht sie sich genötigt, diesen Fall in Eigenarbeit zu lösen. Dabei sieht man sie beim hartnäckigen Herumschnüffeln, sie stellt unbequeme Fragen, sie sieht sich bei eigenmächtigen Touren durch Manhattan auch mit Gefahren konfrontiert, aber es entsteht kein Zweifel daran, wer diese Verbrechen letztlich lösen wird. Das Finale ist spannend, logisch erklärt, jedoch kommt einfach zu viel Information aus dem Nichts zusammen. Eine gelungene erste Folge, wenn es auch außer Frage steht, dass da noch wesentlich bessere kommen werden.


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 11.03.2015 13:05 
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Asa Vajda wrote:
Finde den Michael Landon sehr sympathisch

Dann können wir also in absehbarer Zeit mit einem kleinen Starportrait rechnen :?: :lol: :mrgreen:


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 11.03.2015 19:18 
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So weit geht die Sympathie dann aber auch wieder nicht! ;)
Da gäbe es etliche Andere, über die ich lieber etwas schreiben würde... ;) (Und damit das klar ist, Matthieu Carrière gehört nicht dazu. Das war eine infame Unterstellung von dir und dem Maulwurf!)

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PostPosted: 12.03.2015 10:40 
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"Ein Engel auf Erden" ... langsam bekomme ich wirklich Angst vor euch! :mrgreen:

Da soll noch jemand meckern, wenn ich immer Mo-Fr um 16.15h meine geliebte Soko Kitzbühel im ZDF schaue. Karin? Vatter?

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PostPosted: 12.03.2015 18:18 
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Blap wrote:
"Ein Engel auf Erden" ... langsam bekomme ich wirklich Angst vor euch! :mrgreen:

Das Gefühl kenn ich. Geht mir hier auch manchmal so, wenn ich bestimmte Postings lese. ;) :mrgreen:

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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 12.12.2016 21:07 
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● FOLGE 31 | JESSICA BEHIND BARS | SKANDAL HINTER GITTERN (US|1985)
mit Angela Lansbury als Jessica Fletcher
als Gäste: Margaret Avery, Adrienne Barbeau, Barbara Baxley, Yvonne De Carlo, Linda Kelsey, Janet MacLachlan und Vera Miles
eine Produktion der Universal Pictures
Regie: John Llewellyn Moxey



Jessica Fletcher springt kurzerhand für eine indisponierte Kollegin als Lehrkraft in einem Frauengefängnis ein, und noch bevor sie ihr Wissen mit den Insassinnen teilen kann, ereignet sich ein Todesfall, der wenig später eine bewaffnete Revolte nach sich zieht. Im Gefängnis herrscht Ausnahmezustand und Jessica versucht die Lage zu entspannen, doch die Frauen wollen der neuen Direktorin aufgrund miserabler Bedingungen an den Kragen, außerdem behaupten einige von ihnen, sie sei die Mörderin der Gefängnisärztin. Die Hobby-Detektivin sammelt Indizien und als sich wenig später eine weitere Tote findet, weiß sie, dass sie auf der richtigen Spur sein muss...

Bei "Skandal hinter Gittern" handelt es sich nach persönlichem Ermessen um eine der stärksten Folgen der Serie "Mord ist ihr Hobby", was auf viele Gründe zurückzuführen ist. Zunächst sollte die Regie erwähnt werden, denn mit John Llewellyn Moxey war ein erfahrener Krimi-Spezialist am Werk, der diese 31 Episode im Vakuum Gefängnis von Anfang bis Ende mit Spannung, Konfrontation und Geheimnis ausstatten konnte. Seine Inszenierung gleicht einem Wettlauf mit der Zeit, denn einige der ungeduldigen Damen aus dem Knast fallen vor allem durch Aggressionen und Gewaltbereitschaft auf. Jessica Fletcher wirkt dementsprechend wie ein Fremdkörper zwischen all diesen Kriminellen, kann ihre Pufferfunktion aber klassisch ausspielen. Ungewöhnlich bei "Skandal hinter Gittern" ist die etwas härtere Gangart, die man im Serien-Kontext nicht alle Tage zu sehen bekam. Moxey veranstaltet ein regelrechtes Zeitdiktat, in dem Zusammenhänge aufgeschlüsselt, Rätsel gelöst und Personen rehabilitiert, beziehungsweise entlarvt werden müssen, doch die Zeit rennt buchstäblich davon, da die Crème de la Crème des Knast-Abschaums Nägel mit Köpfen machen will. In diesem Zusammenhang wird man zahlreiche Verschwörungstheorien hören, die von von der erfahrenen Hobby-Detektivin widerlegt werden müssen, sehr zum Unmut der Rädelsführerinnen, die die unübersichtliche Situation für ihre persönliche Vendetta ausnutzen wollen. Pragmatismus, Logik und Fingerspitzengefühl spaltet die Insassinnen in zwei Lager, doch zwischen allen steht die verhasste Direktorin des Gefängnisses, welche beinahe jede der Damen am liebsten teeren und federn würde. Der allgemeine Konfrontationskurs spitzt sich immer mehr zu, da die nächste Leiche nicht lange auf sich warten lässt und man beginnt, sich ungeniert gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Plötzlich stehen alle auf der gleichen Stufe. Die Insassinnen stehen unter Verdacht, das Personal ist ohnehin ominös und selbst die Integrität der Direktorin wird angezweifelt, da sie als Karrierefrau skizziert wird, die im Zweifelsfall über Leichen gehen würde. Buchstäblich? Jessica Fletcher bekommt in dieser über die Maßen unterhaltsamen Episode, in der kein einziger Mann eine Rolle inne hat, alle Hände voll zu tun und gerät mehr als nur einmal zwischen die Fronten. Das Szenario wartet mit namhaften Gästen auf, was hier einen zusätzlichen Reiz ausmacht. Hollywood-Legenden wie die unvergleichlichen Vera Miles oder Yvonne De Carlo finden sich unter den Verdächtigen wieder, die attraktive Adrienne Barbeau plustert sich als bedrohlich wirkende Anführerin der Revolte auf, oder beispielsweise Janet MacLachlan sowie Barbara Baxley können ebenfalls hervorragende Eindrücke hinterlassen. Insbesondere die Mitwirkung von Vera Miles ist hier hoch erfreulich, denn sie beweist neben ihren besonderen darstellerischen Kompetenzen die Fähigkeit, zu polarisieren und für prägende Kontraste zu wirken. Gerade wenn sie ins Visier der aufgebrachten Gefangenen gerät, die sich über die schlechten Bedingungen in diesem Etablissement beklagen, bekommt man immer mehr den Eindruck der sich aufbäumenden Gefahr, dass sie den Schädel eingeschlagen bekommen könnte. Jessica Fletcher hingegen versucht die angespannte Lage zu beruhigen und die unübersichtlichen Voraussetzungen zu ordnen. Mit Logik und Verstand räumt sie mit geschürten Zweifeln und kursierenden Gerüchten auf, die Rekonstruktion der Taten geschieht in einer Art und Weise derart verständlich, dass selbst die letzten Kritiker verstummen. Moxeys Beitrag zählt schließlich zu den Kronjuwelen der über lange Jahre laufenden Serie und vereint Spektakel, Unterhaltung und die typischen Charakteristika spielend unter einem Hut. Immer wieder ein pures Vergnügen!


Last edited by Prisma on 11.01.2020 23:21, edited 1 time in total.

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● FOLGE 152 | MURDER, PLAIN AND SIMPLE | MORD, SCHLICHT UND EINFACH? (US|1991)
mit Angela Lansbury als Jessica Fletcher
als Gäste: Todd Eric Andrews, Hunt Block, Martha Byrne, John Ireland, Jay Robinson, Jennifer Runyon, Michael Sarrazin, u.a.
eine Produktion der Universal Pictures
Regie: Vincent McEveety



Jessica Fletcher ist mit Reuben Stoltz, dem Assistenten ihres Verlegers, auf dem Weg in ein Dorf der Amish People, um ein ganz spezielles Souvenir für ihren Neffen zu kaufen. Während der Fahrt werden die beiden in einen Unfall mit einer Pferdekutsche verwickelt, sodass sie gezwungen sind, eine Nacht bei einem dort ansässigen Bauern zu verbringen. Wenig später stellt sich heraus, dass Reuben im Dorf kein Unbekannter ist, denn er gehörte einst selbst zur Gemeinschaft, bis er verstoßen wurde. Eine alte Rivalität und Spannungen kochen erneut zwischen dem Gastgeber Jacob Beiler und Reuben hoch, bis es zu einem tödlichen Zwischenfall kommt, durch den der Geächtete unter Mordverdacht gerät...

Angenehme Gespräche und eine idyllische Landschaft ebnen den Einstieg in diese bereits 152. Folge der erfolgreichen Krimiserie, bis es schnell zu einer Wendung kommt, die die Geschichte schnell vorantreibt. Im Dorf der Amish People scheint die Zeit ein Stück weit stillgestanden zu haben, und es ist interessant und angenehm zugleich, dass die Regie sich Vorbehalte oder das Zeichnen eines Kulturschocks in dieser anders aussehenden Welt weitgehend aufspart, sodass es nicht zuletzt wegen einer immer offen, besonnen und liberal wirkenden Jessica Fletcher zu keinerlei Berührungsängsten, geschweige denn Vorverurteilungen kommt. Die sich mittlerweile im siebten Jahr befindende Serie zeichnete sich über die gesamte Dauer durch ihren Facettenreichtum an den unterschiedlichsten Schauplätzen aus, und in "Mord, schlicht und einfach?" wird die spannende und mysteriös angehauchte Geschichte durch eine empfundene Isolation einer eingeschworenen Gemeinschaft, die sich aufgrund ihrer Werte nach Außen hin im Rahmen der Nächstenliebe öffnen muss, nur befeuert, was sich als ansehnlicher Leitfaden herausstellen wird. Set und Ausstattung wirken in dieser mit zaghaften wenn auch mit kritischen Untertönen angereicherten Episode sehr authentisch, und generell lässt sich sagen, dass die Geschichte mit all ihren Impressionen einen perfekten Rahmen für die rücksichtsvolle und mit feinen Antennen ausgestattete Jessica bietet, die hier erneut zur Höchstform auflaufen darf. Geschehnisse und Kontakte, die gegen Regeln der Gemeinschaft und des Glaubens verstoßen, kommen offen aufs Tableau, sodass ein kleiner Hauch von Absolution im Szenario mitschwingt, weil jeder seine Makel und Fehler hat und auch haben darf. Als Markenzeichen dieser Folge entfaltet sich schließlich eine wirklich gute Balance in nahezu allen Bereichen, die sich im Gedächtnis etablieren wird.

Regisseur Vincent McEveety wartet auch mit einer Reihe sehr gelungener Szenen auf, die mit dem Auffinden des quasi vorprogrammierten Toten ihre Erfüllung finden, und dabei ziemlich beeindrucken können, schließlich kommt eine geistreiche Metaphorik zum Vorschein, die in einem solchen Format aber naturgemäß etwas untergehen wird, da die Strategie der passiven Berieselung und die Tatsache der Abnutzung nach über 150 Folgen kein Geheimnis mehr darstellt. Viele Charaktere erscheinen aufgrund ihrer nahezu weltlichen Darstellung sehr greifbar zu sein und es geschieht ein gelungener Transfer in die Zeit der Entstehung. Sehr atmosphärische Sequenzen sorgen insgesamt für genau jene Kurzweiligkeit, die zu einem der Aushängeschilder der laufenden Serie geworden ist. Hinzu kommt der obligatorische Whodunit-Effekt, der treue Anhänger auch hier zufriedenstellen dürfte. Die mit obligatorischen Charakteristika versehene Rolle von Jessica Fletcher wirkt erneut überaus sympathisch, und es besteht kein Zweifel daran, dass die aufmerksame Autorin und Hobby-Detektivin diesen Fall lösen wird, obwohl sich ihr zahlreiche Komplikationen und Widerstände in den Weg stellen. Mithilfe von tatkräftigen Gaststars wie Hunt Block, Martha Byrne oder John Ireland kommt eine angemessene Dynamik auf. Das Fazit, dass Verbrechen, Mord und Tod tatsächlich überall lauern können, wirkt insbesondere in dieser Episode wie ein Etikett, das in der Serie zwar haufenweise wahrzunehmen war, aber gerade hier noch etwas auffälliger angebracht zu sein scheint, als üblich. Vom ersten Eindruck her verlaufen Finale, Auflösung und Zukunftsprognose von "Mord, schlicht und einfach?" etwas zu glatt, aber man darf schon eine gewisse Tiefe zwischen den Zeilen herausfiltern, die glücklicherweise nicht zu gestelzt wirkt. Vincent McEveety konnte erneut wirksam schildern, dass Jessica Fletcher das Verbrechen offensichtlich anzieht wie ein Magnet, ohne das es allzu unglaubwürdig erscheinen will.


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 28.12.2018 22:34 
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● FOLGE 167 | INCIDENT IN LOT #7 | HAUS DES SCHRECKENS (US|1992)
mit Angela Lansbury als Jessica Fletcher
als Gäste: Daniel Bardol, Jackie Gayle, Henry Gibson, Ron Glass, Michelle Johnson, Paula Prentiss, Stuart Whitman, u.a.
eine Produktion der Universal Pictures
Regie: Anthony Shaw



In den Universal Studios in Hollywood soll ein Bestseller von Jessica Fletcher verfilmt werden. Zu diesem Anlass reist sie an den Ort des Geschehens, muss jedoch schnell die Kehrseiten des Showbiz kennenlernen. Ihr Roman soll publikumswirksamer gestaltet werden, sodass der junge Drehbuchautor John Cavershaw die Vorlage vollkommen umgeändert hat, was Jessicas Widerstand provoziert. Doch es zeigen sich zusätzliche Spannungen rund um das Team des Produzenten Darryl Heyward, den viele seiner Untergebenen zu hassen scheinen. Bei einem vereinbartem Treffen zwischen ihm und Jessica findet sie ihn ermordet auf. Spektakulär hierbei ist der Fundort der Leiche - nämlich das Haus, in dem über 30 Jahre zuvor Alfred Hitchcocks "Psycho" entstand...

Anthony Shaws Beitrag erweist sich als eine verspielte Hommage an Hitchcocks "Psycho", ohne dabei einen serientypischen Fall zu auszulassen. Der große Vorzug dieser Episode entsteht selbstverständlich durch die spektakulären Schauplätze der Universal Studios, die mit viel Schein und Sein ausstaffiert wurden. Als man noch mittendrin ist, die beteiligten Personen, die dazu gehörenden Spleens, Abhängigkeiten, Spannungen und Schwingungen vorzustellen, taucht plötzlich das wohl am meisten berüchtigte Haus der Filmhistorie auf, und es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass den interessierten Zuschauern leichte Schauer über den Rücken laufen. Nicht nur die Serie legte innerhalb ihrer scheinbar unzähligen Fälle immer wieder eindringlich dar, dass Verbrechen und Mord nicht aufhören werden, sondern diese Rahmenhandlung bringt zusätzlich die sekundäre Erkenntnis zutage, dass ein wahrer Mythos unsterblich zu sein scheint. Die schnell Form annehmenden Querelen rund um das Drehbuch zum geplanten Film, für den J.B. Fletcher ihren guten Namen hergeben soll, weisen gleichzeitig ein breites Unbehagen der Autorin auf, die sich in dieser artifiziellen Welt doch einige Male schwer zusammennehmen muss, da sie eine derartige Konfrontation eigentlich verabscheut. Wieder einmal zeigt sich allerdings, worin Jessicas Stärken bestehen. Geduldig hört sie hoffnungslosen Selbstdarsteller_innen zu, innerhalb ihres großen Ärgers über den geplanten Etikettenschwindel weist sie mehr als höflich darauf hin, dass das Geschäft unter diesem widrigen Umständen platzen wird, und der treue Zuschauer bemerkt schnell, dass die Autorin am liebsten schnell wieder Cabot Cove Retour buchen würde, da sie sich einen persönlichen Kulturschock ersparen möchte. Interessant bei der Inszenierung ist, dass es trotz der ausgeliehenen Thematik zu keinem unbeholfenen Horror-Einschlag kommt, und man bei den Maximen der Serie bleibt.

Zeitweise rückt der Mordfall tatsächlich in die zweite Reihe, da permanent die Übermacht eines weltberühmten Klassikers mitschwingt, doch die Inszenierung geht den determinierten Weg des hauseigenen Formats, obwohl es zu einer interessanten Allianz mit dem Universal-Fundus kommt. Das Auffinden der Leiche im "Psycho"-Haus wirkt inszenatorischen Sinn beinahe enttäuschend, doch die Dichte der Bilder sorgt für ein ganz eigensinniges, starkes Flair. Originalszenen aus Hitchcocks Film bauen beispielsweise eine wertvolle Brücke zu den aktuellen Geschehnissen und lassen einen Hauch des Übernatürlichen aufkommen, bis man den Zuschauer schließlich wieder daran erinnert, dass man sich lediglich in einer berüchtigten Scheinwelt befindet. Bekannte und gut aufgelegte Interpreten runden das Geschehen nach Kräften ab, kommen hier dem Empfinden nach aber nicht gegen eine noch mächtiger wirkende Jessica Fletcher an, deren Ermittlungen und Interaktion wiederum dem großen Abziehbild untergeordnet wirkt. In "Haus des Schreckens" offenbart sich unterm Strich vielleicht das Prinzip von style over substance, das sehr gewichtig zum Vorschein kommt, was die Folge allerdings in keinster Weise abwerten will, da die Auslese der beeindruckenden Bilder für sich selbst spricht und für eine ganz natürliche Spannung sorgt. Im Finale erweist sich nochmals das kreative Händchen der Regie, denn es kommt zu einem hervorragend konstruierten Showdown in einer der Duschen im "Bates Motel", bei dem sich viele Äquivalente zu der 1960er Version zeigen. Auch wenn die Auflösung am Ende dann doch von dieser Welt zu sein scheint, bleibt man keineswegs enttäuscht zurück, da zahlreiche Referenzen optimal in die Handlung integriert wurden. Selbst wenn man Anthony Shaws Episode innerhalb der Reihe nicht als überdurchschnittlich im klassischen Sinn bewerten möchte, ist schon viel gewonnen, wenn sie lediglich auf die fesselnde Aura reduziert wird.


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 Post subject: Re: MORD IST IHR HOBBY
PostPosted: 05.03.2020 21:33 
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● FOLGE 198 | A DEATH IN HONG KONG | TOD IN HONGKONG (US|1993)
mit Angela Lansbury als Jessica Fletcher
als Gäste: Tery Austin, Barry Ingham, Dustin Nguyen, France Nuyen, Soon-Tek Oh, James Sutorius, David Warner, u.a.
eine Corymore Produktion | für Universal Television
Regie: Vincent McEveety



Jessica Fletcher trifft sich mit ihrer Freundin Emma Soong Dunbar, eine der berühmtesten Keramikkünstlerinnen der Welt, in Hongkong. Bei einer Tour durch die Einkaufsstraßen der Stadt kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Emma von Fremden überwältigt und anschließend entführt wird. Während Jessica bei der Polizei auf wenig Unterstützung stößt, bekommt Brian, der Ehemann der Entführten, einen erpresserischen Anruf, in dem eine hohe Geldsumme verlangt wird. Brian, der Chef eines Handelsriesen ist, kann die Summe ohne Probleme bereitstellen, sodass seine Frau wenig später wieder zu Hause ankommt. Für Jessica ist diese dubiose Geschichte damit allerdings noch nicht geklärt und schon bald kommt es zu einem mörderischen Ereignis...

»Willkommen im unerforschlichen Asien, Mrs. Fletcher!« Noch während Jessica mit sichtlichem Interesse durch die Hongkonger Innenstadt gefahren wird und sie über das britische Flair der Metropole philosophiert, fällt diese verheißungsvolle Anmerkung, die für das Publikum wie einer der obligatorischen Wegweiser bezüglich des bevorstehenden Verlaufs aufgestellt wird. Viele Eindrücke und unterschiedliche Charaktere mischen das Szenario früh und nachhaltig auf, sodass die 198. Folge schnell an Dynamik gewinnt. Dunkle Machenschaften brauen sich somit unmissverständlich an, vor allem als man sich in der Chefetage eines großen Unternehmens wiederfindet, das offensichtlich kurz vor der feindlichen Übernahme steht, da eine gütliche Einigung in weite Ferne gerückt ist. Über all dem thront die interessante Tatsache, dass die Rückgabe Hongkongs an China zu dieser Zeit kurz bevor gestanden hat und dass einem die Vorstellungskraft viele namenlose Konflikte vor Augen führt, die so unterschiedlich sein könnten, wie die verschiedenen Mentalitäten, die in einer derartigen Metropole tagtäglich aufeinandertreffen. Mit diesen Unterschieden werden auch die Hauptcharaktere versehen, sodass ohne es bereits zu ahnen, eine Menge Konfrontation und Zündstoff in der Luft liegt. Eine Entführung auf offener Straße sorgt für Nervosität und Beunruhigung bei Jessica, die auf dem Polizeirevier nur noch mehr durch die lapidaren Abfertigungen des zuständigen Beamten befeuert wird. Solche Aktionen seien im gehobenen Milieu nicht unüblich, außerdem kehrten die gekidnappten Personen nach Zahlung einer gewissen Summe wieder unbeschadet nach Hause zurück. Eigenartig genug, dass der Gesetzeshüter Recht behalten sollte, denn Emma Soong Dunbar empfängt die erstaunte Hobbydetektivin wenig später unbeschadet in ihrer eigenen Villa, welche sich von so viel Abgebrühtheit und Resignation noch nicht ganz erholt hatte.

Der Zuschauer übt sich derweil ebenso in Misstrauen, und da die Geschichte bereits mehrere Konfliktpotenziale und Haifischbecken skizziert hatte, wartet man weniger gespannt als überzeugt ab, dass sich schon bald ein Toter zeigen dürfte. Die subtil angedeuteten gesellschaftskritischen Aspekte der Episode werden schnell zugunsten des Serien-Elixiers Mord fallen gelassen und der interessierte Zuschauer findet sich in einem typisch aufgezogenen Verlauf wieder, der seine Stärken vergnüglich preisgibt, um seine bestehenden Schwächen vielleicht ein bisschen zu kaschieren. Dem Vernehmen nach soll man in Hongkong alles kaufen können, falls der Preis stimmt, doch eines scheint es nicht in diesem Angebot zu geben, nämlich Aufrichtigkeit. Dieser Eindruck schwebt wie ein Schatten über der Geschichte, die von niederen Beweggründen und vertrauensunwürdigen Personen beherrscht wird. Hinzu kommt, dass dieUnübersichtlichkeit der Stadt die Ermittlungen in erheblichem Maß unterwandert. Da der treue Fan der Serie natürlich weiß, dass Jessica jeden noch so renitenten Polizisten in die Tasche stecken kann, darf man sich auf ihre aufmerksamen Ermittlungen verlassen, wenngleich die Thematik kein besonders extravagantes Motiv herausrücken will. Von darstellerischer Seite bekommt man in "Tod in Hongkong" recht ausgewogene Leistungen geboten, die in vielen Szenen sehr punktgenau wirken. Interessant ist das Wiedersehen mit Dustin Nguyen, der möglicherweise noch aus der Serie "21 Jump Street" ein Begriff ist. Auch wenn diese Episode durchaus ihre Erkenntnisse mit sich bringt, liegt es wieder einmal an einer überaus aufmerksamen Jessica Fletcher, diesen Fall ganz selbstverständlich zu lösen, bei dem der Geruch bitterer Mandeln in der Luft liegt. Dunkle Finanzgeschäfte und rücksichtslose Interessengemeinschaften tun das Übrige in einer örtlich blendend simulierten Folge dazu, die unterm Strich unterhaltsam ausgefallen ist.


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