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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 29.11.2009 21:11 
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Originaltitel: Geißel des Fleisches
Herstellungsland: Österreich
Erscheinungsjahr: 1965
Regie: Eddy Saller
Darsteller: Hans Baldauf, Paula Elges, Johannes Ferigo, Herbert Fux, Tommy Hörbiger, Peter Janisch, Sieglinde Koch u.a.

Inhalt:
Nach zahlreichen Morden an jungen Frauen steht der sexuell gestörte Pianist Alexander Jablonsky (Herbert Fux) vor Gericht- von der Staatanwaltschaft und der Öffentlichkeit entmenschlicht, schweigsam und lethargisch. Im Laufe der Verhandlung lässt er unfreiwillig seine gesamten Taten Revue passieren- an aufreizenden Barmädchen, frühreifen Teenagern und Prostituierten- bis zu der Verhaftung durch eine Polizistin, die Undercover in einem Striptease-Club arbeitete…

Quelle: *** The link is only visible for members, go to login. ***


Reveiw von McKenzie auf OFDb: *** The link is only visible for members, go to login. ***

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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 17.12.2009 10:33 
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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 17.12.2009 10:59 
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Jenius wrote:
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Eigentlich mein ich ja dem Spiegel nicht allzuviel abzugewinnen, aber immerhin bezeichnet der Autor den zweiten Saller-Film SCHAMLOS als Premium-Schundgranate. Immerhin. :mrgreen:

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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 26.01.2010 23:28 
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Gelungener schwarz-weiß Exploitationer von 1965. Herbert Fux gibt den derangierten Jablonsky, der die Frauen meuchelt (aber nicht für jeden Mord, den man ihm anhängen will, auch tatsächlich verantwortlich ist), und der Saller gibt uns da auch mal schön die subjektive Kamera.

Der Richter ist noch so richtig autoritär (das dritte Reich liegt ja auch erst 20 Jahre zurück) und der Verteidiger macht den allgemeinen Sittenverfall für die Morde verantwortlich, mit dem sein Madant halt nicht umgehen könne. Der Staatsanwalt beschuldigt ein Model, durch ihre aufreizende Show indirekt an der Ermordnung ihrer Kollegin schuld zu sein.

Und in einer Texteinblendung gleich zu Beginn wird die Verlotterung der Sitten angeprangert, während der Film selbst gleich mit einer Massenduschszene startet (was ja auch noch zehn Jahre später in Olsens "Ekstase - Der Prozeß gegen die Satansmädchen" funktionierte. Olsen war übrigens auch Österreicher...)

Als Extras gibt es leider nur den Trailer und ein knapp 20-minütiges Feature.

Ach ja, die Produktionsgesellschaft der Saller-Filme hieß tatsächlich Commerz-Film... ;)


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 27.01.2010 00:18 
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Auf der DVD gibt's übrigens die deutsch synchronisierte Fassung zu sehen - äh zu hören. Auf der alten Videokassette gab's die österreichische Fassung. Hatte ich auch nicht gewusst, dass Constantin Film damals den Film für den deutschen Markt neu vertont hatte.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 28.01.2010 00:21 
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Meinst du die VHS von diesem münchner (?) Kleinstlabel, wo die beiden Saller Filme irgendwann, schätzungsweise in den 90ern, mal aufgelegt wurden?


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 29.01.2010 16:37 
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StefanK wrote:
Meinst du die VHS von diesem münchner (?) Kleinstlabel, wo die beiden Saller Filme irgendwann, schätzungsweise in den 90ern, mal aufgelegt wurden?


Vermutlich. Hab inzwischen nur noch eine DVD-R von dem Video. Die Fassung, die in den 90ern im ORF lief, war - wenn ich das richtig erinnere - auch die österreischische Fassung.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 24.03.2010 20:31 
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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 30.03.2010 21:47 
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StefanK wrote:
die VHS von diesem münchner (?) Kleinstlabel


Das Label heißt Bizarr Verlag und existiert wohl heute noch (*** The link is only visible for members, go to login. ***), allerdings werden - zumindest auf der Webseite - keine Videos mehr angeboten.

Die beiden Saller-Filme waren meines Wissens die einzigen "richtigen" Spielfilime, die der Laden in seinem Video-Programm hatte; ansonsten bestand das ausschließlich aus Underground-Kram, z.B. Musikvideos von solche allseits popülären Acts wie DAS SYNTHETISCHE MISCHGEWEBE, oder Super8-Shorts wie BAD BLOOD FOR THE VAMPYR. Bei den Sallers dürfte es sich um Abtastungen der österreichischen 35mm-Prints gehandelt haben, die Carl Andersen Anfang der 90er durch deutsche Off- und Programmkinos touren ließ.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 07.09.2016 18:31 
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percyparker wrote:
Auf der DVD gibt's übrigens die deutsch synchronisierte Fassung zu sehen - äh zu hören. Auf der alten Videokassette gab's die österreichische Fassung. Hatte ich auch nicht gewusst, dass Constantin Film damals den Film für den deutschen Markt neu vertont hatte.

Gibt's Unterschiede zwischen den beiden Fassungen?
Ich meine, dass vielleicht in der deutschen Fassung nur hochdeutsch gesprochen wird und in der österreichischen Fassung im Dialekt.
Gibt's derartige Unterschiede oder ist der Film sowieso komplett hochdeutsch?

Hätte mir nämlich überlegt, mir die DVD demnächst zu besorgen und jetzt lese ich hier das...


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 07.09.2016 20:18 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Gibt's Unterschiede zwischen den beiden Fassungen?
Ich meine, dass vielleicht in der deutschen Fassung nur hochdeutsch gesprochen wird und in der österreichischen Fassung im Dialekt.


Ja klar, die Originalfassung (ich nenn es jetzt mal so) ist natürlich in österreichischem Dialekt, deswegen hat man wohl damals eine deutsche Synchro erstellt.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 07.09.2016 20:46 
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Na supercool!
Und da muss ich mich als Österreicher mit der deutschen Fassung zufriedengeben... :roll:


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 07.09.2016 21:07 
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www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Diesem Fassungsvergleich nach zu Urteilen sind wohl doch beide Fassungen hochdeutsch.
Die österreichische wäre schön gewesen, hört sich für mich natürlich besser an.
Aber die deutsche Fassung ist auch nicht sooo schlecht.
Was anderes bleibt mir sowieso nicht über, als dass ich mich damit zufriedengebe.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 10.11.2016 17:42 
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Bin jetzt endlich einmal dazugekommen, mir den Film anzuschauen.
Ich habe ja bis jetzt vom österreichischen Kino dieser Zeit kaum etwas gekannt, habe also auch nicht gewusst, was mich da erwartet.
Nun gut, von Sex & Crime Reißer ist die Rede auf dem Backcover, als Exploitationer wird er hier bezeichnet.
Hört sich prinzipiell alles nicht schlecht an, aber so etwas aus Österreich, ob das funktioniert?
Teilweise, denn Kameraarbeit, Musik und Herbert Fux als schweigsamer Stripclub-Pianist in dem ein Psychopath schlummert sind zwar sehr gut.
Aber einiges wirkt durch die Inszenierung einfach auch ein bisschen altbacken und der durchgehend erhobene moralische Zeigefinger tut sein übriges dazu.
Das bisschen nackte Haut macht da auch nichts mehr besser und von Spannung brauche ich sowieso gar nicht anfangen.
Atmosphärisch leider auch nicht so ganz das Wahre und somit bleibt mir nur, wie schon gesagt, die gute Kameraarbeit von Edgar Osterberer und Hanns König, die Musik von Gerhard Heinz und ein wortkarger, absolut großartiger Herbert Fux.
Mir reicht das, dass mir nicht langweilig wird, aber für mehr auch nicht.
Daher fürs Erste auch nur 6/10.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 14.11.2016 22:26 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Die österreichische wäre schön gewesen, hört sich für mich natürlich besser an.
Aber die deutsche Fassung ist auch nicht sooo schlecht.
Was anderes bleibt mir sowieso nicht über, als dass ich mich damit zufriedengebe.

Auf dem "GiG Video"-VHS-Tape befindet sich die österr. Sprachversion von "Geißel des Fleisches". Diesen VHS-Ton habe ich vor ein paar Jahren digitalisiert, um ihn ans Bild der Donaufilm-DVD ("Exploitation Austria"-Edition) anzulegen. Wenn ich mich recht erinnere, war dies über die gesamte Filmlänge aber nicht möglich, da die Donaufilm-DVD Kürzungen aufwies, sodass man mit eingestreuten VHS-Bildinserts hätte arbeiten müssen, was aber auch nicht das Wahre ist.

Eine historisch-kritische Edition dieses Klassikers, idealerweise veröffentlicht innerhalb der EDV oder durch das Label "Forgotten Film Entertainment", in deren Rahmen dann die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Länderfassungen (z.B. in den Vorspännen, in den Dialogbüchern, bei etwaigen Szenenkürzungen, etc..) beleuchtet werden, wäre sicher sehr interessant (z. B. bei Veit Harlans "Sittenfilm""Das dritte Geschlecht" bzw. "Anders als du und ich" (1957) wurde das im Zuge des "Edition Filmmuseum"-DVD-Releases auf entfernt ähnliche Weise schon mal versucht).


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 15.11.2016 14:36 
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eskaton wrote:
(...)da die Donaufilm-DVD Kürzungen aufwies(...)

Die ist gekürzt?
Das lese ich jetzt zum ersten Mal.
Die Eintragungen in der Ofdb mögen zwar nicht immer korrekt sein, aber laut Ofdb ist der Film nie gekürzt worden, nicht einmal die Kinoaufführung 1965.


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 15.11.2016 21:33 
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Ich werde die entsprechenden Files bei Gelegenheit mal rauskramen und dann genaueres sagen. Dass ich mich mit dem Film intensiver beschäftigt habe, ist schon ca. zwei Jahre her (ein zu langer Zeitraum für exakte Erinnerungen).


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 Post subject: Re: GEISSEL DES FLEISCHES - Eddy Saller
PostPosted: 14.03.2020 08:40 
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Geißel des Fleisches
Geißel des Fleisches
Österreich 1965
Regie: Eddy Saller
Herbert Fux, Hermann Laforet, Hanns Obonya, Peter Janisch, Josef Loibl, Thomas Hörbiger, Hans Baldauf, Johannes Ferigo, Richard H. Lenau, Rudi Schippel, Edith Leyrer, Ingrid Malinka


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Der Barpianist Alexander Jablonsky steht vor Gericht. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, mehrere Frauen bestialisch ermordet zu haben, der Verteidiger erklärt dies mit der schweren Kindheit und dem Hass der Mutter wegen Jablonskys abstoßendem Äußeren. In Folge begleiten wir Jablonsky ein Stückchen seines Weges: Der grausame Mord an einer Balletttänzerin unter der Dusche, der Tod eines Unterwäschemodels, das Sterben einer lüsternen Anhalterin … Doch die Polizei hat eine heiße Spur, und mit Hilfe der Kriminalassistentin Marianne wird dem Unhold in der Playboy-Bar eine Falle gestellt. Dumm nur, dass Jablonsky gar nicht auf Marianne scharf ist, sondern auf die vor Erotik nur so strotzende Marion, die sich nackt auf seinem Klavier räkelt. Doch Marianne ist mir ihrem Latein noch nicht am Ende.

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Verruchte Damen, dümmliche Polizisten, schmierige Barbesitzer, ein hilfloser Kommissar, und natürlich er: Herbert Fux, der Herr über Leben und Tod, der wahre Herrscher der Wiener Nachtwelt.

Und so ziehen wir gemeinsam mit Jablonsky und seinem Mordtrieb durch die sündige Meile Wiens, durch eine Nacht voller nackter und aufreizender Damen, und vor allem durch eine Welt, in der moderne Frauen keine Scham mehr empfinden und die Röcke deutlich oberhalb der Knie enden. Eine Welt, in der die Frau offensiv auf Männerfang ist, und keine Scheu an den Tag legt, den Herrn der Schöpfung zu umgarnen und zu becircen. So zumindest legt es uns die Einführung in den Film dar. Und mittendrin der arme Jablonsky, den niemand jemals lieb hatte, und der seine Einsamkeit mit psychopathischen Hass und grausamen Gewalttaten zu bekämpfen versucht. Eine wunderbare Reise durch Stripschuppen, Kellerbars und Cafés, in denen junge Dinger Unterwäscheshows vor betagten Frauen(!) abhalten, und der Klavierspieler vor lauter Trieb gar nicht mehr weiß wo er noch hinschauen soll.

Die Schwarzweißfotografie ist vom Feinsten, und erinnert oft an den klassischen Noir-Film, nämlich wenn die Morde durch Schattenwürfe eines schleichenden Mannes angekündigt werden, was Stimmung und Spannung in diesen Momenten in ziemliche Höhen schraubt. Der einzige wirkliche Wermutstropfen ist die Synchro. Dass die Schauspieler alle hochdeutsch gedubbt wurden mag GEISSEL DES FLEISCHES vielleicht einiges von seinem Schmier nehmen, aber das Flair des Verruchten und Geheimnisvollen geht leider verloren. Wie mag der Film wohl im originalen Wiener Schmäh wirken? Trotzdem ist der Streifen eine gekonnte Gratwanderung zwischen einem frühen Exploiter und einem ernsthaften Drama, zwischen einer wilden Kolportage und dem Psychogramm einer gequälten Seele.

Irgendwo ist es schade dass Saller sich nicht so recht entscheiden konnte, in welche Richtung GEISSEL denn nun gehen sollte. Konnte, oder wollte? Denn auf der anderen Seite entsteht genau dadurch dieses besondere Spannungsfeld. Während die Eröffnungssequenz noch wie ein Vorgriff auf die späteren Report-Filme wirkt, und auch die folgenden Tanz- und Duschszenen schwer in die Richtung des Bahnhofskinos zeigen, sind die Morde eher düster und mit einer gesunden Härte dargestellt. Auch die Rahmenhandlung in Form der Gerichtsverhandlung mit den Rededuellen zwischen Staats- und Rechtsanwalt deutet eher auf eine klassisch-biedere Kriminalhandlung denn auf das Ausschlachten nackter und nackterer Tatsachen. Mit fortschreitender Laufzeit wird der Film dann immer finsterer, und hätte mit einer anderen Inszenierung auch problemlos als ernsthafter Großstadtkrimi durchgehen können. Was ich mit anderer Inszenierung meine? Damit meine ich, dass ein Film wie etwa SCHRITTE IN DER NACHT die Besessenheit seines Protagonisten ganz anders darstellt. Intensiver, obsessiver, düsterer – eben ernsthafter. Bei GEISSEL schwingt oft so ein Augenzwinkern mit, eine Leichtigkeit, die den Film krampfhaft aus dem Bahnhofskino heraushalten und in die großen Kinos hineinbringen sollte. So scheint es zumindest, aber genau diese Unentschlossenheit ist es, die wie gesagt GEISSEL dieses Besondere gibt. Wenn es jemals einen schmierigen Exploiter innerhalb der klassischen Edgar Wallace-Reihe gegeben hätte, dann würde er aussehen wie GEISSEL DES FLEISCHES …

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7/10

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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