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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 25.12.2011 21:42 
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Als die Nachricht in der Stadt eintrifft, dass ein gottesfürchtiges Brüger getötet und sein Vieh geklaut wurde, bricht ein Mob unter der Führung des Assistenzscheriffs auf, um die Verantwortlichen zu hängen. Nach einer aussichtslos scheinenden Reise finden sie drei Männer, die zwar sagen sie seien unschuldig, aber sowohl den Revolver des Getöteten als auch dessen Vieh bei sich haben...ofdb.de

mit Henry Fonda, Dana Andrews, Anthony Quinn, Harry Morgan u.a.

USA 1943


Guter, sehr bedrückender Western. Ich glaubte dass Fonda hier, ähnlich wie in 12 ANGRY MEN den Besonnenen gibt, aber nein, er ist hier ein ausgemachtes Rauhbein, der bei dem üblen Treiben zunächst zu passiv bleibt. Das ist eine der Geschichten, die sich in dieser Zeit locker hundertfach ereignet haben. Die Zusammensetzung des Lynchmobs: brave Biedermänner, widerliche Trunkenbolde, ein grausamer alter Südstaatenhauptmann, und am Ende zu wenige mit Gewissen. Eastwoodfans werden sich sofort an "Hängt ihn höher" erinnert fühlen, der ähnlich beginnt und zuschauerfreundlicher abläuft.


8/10

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 Post subject: Re: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 28.12.2011 02:29 
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Gerade die Fonda-Doku auf der DVD angesehen, sieht aus wie fürs US-TV gemacht. Viel sentimentales Geschwätz wobei man es tatsächlich schafft, seinen besten und berühmtesten Film in 45 Minuten nicht einmal zu erwähnen... :roll: :roll:

Henry gehört seinen Amerikanern eben ganz allein :lol:

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 Post subject: Re: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 28.12.2011 11:46 
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Ziemlich kurz geratener ( knapp 80 Minuten ), dafür aber nicht minder grossartiger und für seine Zeit sehr mutiger Klassiker mit einem
Fonda in Bestform.

Für mich zusammen mit "Spiel mir das Lied vom Tod " und "Die 12
Geschworenen " die mit Abstand beste Leistung Fonda`s, der mir,
von genannten Beispielen mal abgesehen, in den meisten seiner Filme
immer etwas zu glatt daherkam


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 Post subject: Re: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 04.11.2012 22:55 
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Alternativer Titel: The Ox-Bow Incident
Produktionsland: USA
Produktion: Lamar Trotti
Erscheinungsjahr: 1943
Regie: William A. Wellman
Drehbuch: Lamar Trotti
Kamera: Arthur C. Miller
Schnitt: Allen McNeil
Musik: Cyril J. Mockridge
Länge: ca. 77 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller:
Henry Fonda: Gil Carter
Dana Andrews: Donald Martin
Mary Beth Hughes: Rose Mapen/Rose Swanson
Anthony Quinn: Juan Martínez/Francisco Morez, der Mexikaner
William Eythe: Gerald Tetley
Harry Morgan: Art Croft
Jane Darwell: Jenny Grier
Matt Briggs: Richter Daniel Tyler
Harry Davenport: Arthur Davies
Frank Conroy: Major Tetley
Marc Lawrence: Jeff Farnley
Paul Hurst: Monty Smith
Victor Kilian: Darby
Chris-Pin Martin: Poncho
Willard Robertson: Sheriff
George Chandler: Jimmy Cairnes
Ted North: Joyce
Margaret Hamilton: Mrs. Larch
George Meeker: Mr. Swanson




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Ein Rancher in Nevada soll ermordet und sein Vieh gestohlen worden sein. Die Bürger sind entsetzt und wollen die Verdächtigen umgehend stellen um sie zu lynchen. Gil Carter und Art Croft schließen sich dem aufgebrachten Mob notgedrungen an. Jegliche Versuche von Gil Carter die Absichten der selbst ernannten Richter zu unterbinden misslingen.

William A. Wellmans „The Ox-Bow Incident“ beginnt mit sympathischen Schwarz/ Weiß Bildern, die sich durch den gesamten Film ziehen. Gerade die Aufnahmen in der Nacht sind gerade gemessen am Entstehungsjahr: 1943, sehr gelungen.

„The Ox-Bow Incident“ ist eine kleine Geschichte aus dem Wilden Westen, die mehr zu bieten hat als Schießereien und Prügeleien. Wellman setzt sich mit viel mehr auseinander. Lynchjustiz, Beeinflussung, Feigheit und die eigene Meinungslosigkeit sind wichtige Bestandteile.

Zu Beginn reiten Gil Carter und Art Croft in die kleine Stadt ein und zum Ende reiten sie wieder aus der Stadt heraus. Zwei Momente die mich persönlich an Fords „The Searchers“ erinnern. Das Öffnen und das Schließen einer Geschichte. John Wayne ritt in „The Searchers in die Richtung eines Hauses dessen Tür sich öffnete und verließ zum Ende wieder die Gegend und die Tür schloss sich langsam. „The Searchers“ wurde natürlich wesentlich später gedreht und setzte sich mit dem großen Thema, der Eroberung des Wilden Westens auseinander. „The Ox-Bow Incident“ präsentiert- wie bereits erwähnt- eine kleine Geschichte. Eine Geschichte die hinter den Fassaden jedoch viel zu bieten hat. Doch belassen wir es dabei und kommen zu den Darstellern.

„Das ist nicht nur Viehdiebstahl, das ist Mord!“

Innerhalb der Darstellerriege fällt Henry Fonda in der Rolle des Gil Carter als ruhiger und bedächtiger Mensch auf, als Jemand der im Vergleich zu einigen anderen Charakteren innerhalb des Films die Bezeichnung Mensch wirklich verdient hat. Gil Carter ist die Bezugsperson des Zuschauers, ein Mann der Unrecht verhindern will und es nicht kann. Ein Part der die Hilflosigkeit des Zuschauers wieder spiegelt. Weiterhin ist Marc Lawrence als Jeff Farnley ein sehr wichtiger Charakter. Farnley will die Lynchjustiz mit aller Macht durchsetzen. Es ist ihm egal wie strittig und fragwürdig die Situation ist. In seinen negativen Ansichten wird er von Major Tetley (Frank Conroy) bestärkt. Diese beiden Personen sind die Herdenführer eines ansonsten haltlosen Mobs. Eine Darbietung und Situationsentwicklung die eindeutige faschistische Tendenzen aufweist. Auch hier geht Wellman mit Bedacht vor. Er lässt die Situation eskalieren und bringt mit einer wichtigen Wendung den gesamten Mob zum Nachdenken. Zum Nachdenken über die fehlende eigene Meinung, zum Nachdenken über den Wert eines Menschenlebens.

Fazit: Ein intelligenter US Western den man als eine Art Plädoyer über Hass, Schuld und Sühne sehen kann.

7,5/10

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 Post subject: Re: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 11.04.2014 22:35 
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Wow, ein echt verstörender Film, der thematisch sicherlich heute noch genau so aus dem Rahmen fällt, wie 1943. Wellmann hat zu dieser Zeit überhaupt extrem moderne, fast zeitlos wirkende Filme gemacht, wirklich dauerhafte Kulturbeiträge. 8/10


Die Koch DVD läuft übrigens nuzr 73 Minuten.


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 Post subject: Re: RITT ZUM OX-BOW - William A. Wellman
PostPosted: 05.04.2020 08:30 
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Lief in der Nacht von Freitag auf Samstag im BR.
Fonda war klasse und die Geschichte so wie die Umsetzung hätte ich in einem Western von '43 nicht erwartet. Da war Wellman dann wirklich seiner Zeit vorraus. Das hat er dann später mit Yelloe Sky gleich nochmal bewiesen.
7/10


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