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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 19.02.2020 23:23 
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Richie Pistilli wrote:
Jimmy Stewart wrote:
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TATORT-Folge 768 Hauch des Todes (2010)

Er schon wieder, ne?! ;)

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Da die beiden Borowski-Teile noch ungesehen auf Halde liegen (aber nicht mehr lange) und ich auch bis dato noch keinen anderen Film mit Herrn Eidinger gesehen habe, stellte seine überzeugende Psychopathenrolle im vorliegenden Tatort meine 'bewusste' Erstbegegnung mit ihm dar. Doch bevor er sich in dieser Folge überhaupt schauspielerisch entfalten konnte, beängstigte mich bereits seine unfassbare Frisur vom ersten Anblick an :)


Ha ha, ja, die Frisur ist wohl das Gruseligste in diesem TATORT, der nach meiner Erinnerung gar nicht mal so toll ist. :?

Den Eidinger finde ich ja richtig gut. Bei ihm habe ich den Eindruck, dass er zwar ein Künstler mit einer gewissen, leicht 'überheblichen' "Leckt mich doch am Arsch - ich weiss, was ich kann" Attitüde, aber auch ein getriebener/suchender Typ ist, der für seine Berufung - das Schauspiel - sehr viel auf sich nimmt. Dabei schwebt er aber nicht in "Kinski-Sphären" oder so, sondern scheint mir sehr geerdet zu sein.

Witzig die kleine Anekdote, wie er zum "BRAVO Posterboy" wurde. Bei einer gemeinsamen Lesung mit Gregor Gysi bemerkte er nebenbei, dass es schon immer ein großer Wunsch von ihm war mal in der Bravo abgebildet zu sein. Der Gregor meinte dazu in etwa: Ich mach da mal was. Und tatsächlich erschien dann ein ziemlich cooles Poster von Eidinger in der BRAVO! :)

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Richie Pistilli wrote:
Übrigens: Corinna Harfouch beerbt 2022 Meret Becker in ihrer Kommissarinnenrolle:
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Die Harfouch finde ich schon immer gut; freut mich, dass sie die Rolle bekommen hat. Die neuen Berliner TATORTE habe ich bisher auch nicht verfolgt, da sie mir doch etwas zu, ähem, "sozialschwer" erschienen. :?


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 20.02.2020 20:07 
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Jimmy Stewart wrote:
Richie Pistilli wrote:
TATORT Frankfurt - Folge 937 Das Haus am Ende der Straße (2015)

Dieser TATORT ist mir auch als ein Besonderer innerhalb der Reihe in Erinnerung geblieben, wie eigentlich alle Frankfurter Fälle mit Król/Kunzendorf. Der Rohde spielt natürlich, wie auch nicht anders zu erwarten war, wieder einen sehr kraftvollen Part.


Die Steier/Mey (Krol/Kunzendorf) Tatorte zähle ich zu den Besten dieser Reihe. Sinn macht es, wenn man die chronologisch sich nach und nach anschaut. Die Fälle an sich stehen jeder für sich, jedoch die beiden Ermittler-Figuren werden weiter entwickelt und charakterisiert. Da ist immer so ein gewisser kleiner roter Faden in den Folgen drin, wo was zur Sprache kommt und/oder Anspielungen stattfinden, was man möglicherweise nicht so recht versteht, wenn man sich einfach mal irgendeine Folge zum ansehen anschaut. Ich kenne die ja soweit alle. Mir fehlen derzeit leider zwei Folgen, da in der Mediathek zur Zeit nicht vorhanden. Muss ich wohl warten bis die beiden mal wieder gesendet werden. Den Rest habe ich :) Wenn ich die beiden fehlenden habe, dann schaue ich mir alles nacheinander an.


Mal was zur Parallel-Serie POLIZEIRUF 110
Die hatte ich im Grunde nie so richtig ins Auge gefasst. Zumindest solange nicht, bis ich zufällig erst letztens mitbekam, das Claudia Michelsen als Kommissarin Doreen Brasche zum festen Bestandteil der Polizei in Magdeburg gehört. Ja gut, da gehöre ich wohl zum absoluten Spätzünder, was solls, aber besser später als nie :D Ich sehe sie nämlich ganz gerne und habe so einiges an Filmen mit ihr. So, und deswegen habe ich mir mal die Polizeiruf-Folgen aus der Mediathek geholt, die ich dort ausfindig gemacht hatte. Das waren immerhin 9 Folgen :dh: Und wie ich feststellte, fehlen mir nur noch drei. Da bin ich mal neugierig, wie die so sind und werde mir vermutlich heute eine Folge vom Jahr 2014 ansehen.

Achja, die Claudia;..... Wie ich zufällig im TV erfahren habe, kommt noch eine weitere Ku'Damm Trilogie. Na bestens :)
Wenn ich mich recht entsinne, dürfte sich Prisma auch darüber freuen.

_________________
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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 20.02.2020 22:06 
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Graf von Karnstein wrote:
Die Steier/Mey (Krol/Kunzendorf) Tatorte zähle ich zu den Besten dieser Reihe. Sinn macht es, wenn man die chronologisch sich nach und nach anschaut. Die Fälle an sich stehen jeder für sich, jedoch die beiden Ermittler-Figuren werden weiter entwickelt und charakterisiert. Da ist immer so ein gewisser kleiner roter Faden in den Folgen drin, wo was zur Sprache kommt und/oder Anspielungen stattfinden, was man möglicherweise nicht so recht versteht, wenn man sich einfach mal irgendeine Folge zum ansehen anschaut. Ich kenne die ja soweit alle. Mir fehlen derzeit leider zwei Folgen, da in der Mediathek zur Zeit nicht vorhanden. Muss ich wohl warten bis die beiden mal wieder gesendet werden. Den Rest habe ich :) Wenn ich die beiden fehlenden habe, dann schaue ich mir alles nacheinander an.


Man hätte ja damals durchaus skeptisch sein können, was auf die fast durch die Bank hochklassigen Frankfurter TATORTe mit Sawatzki/Schüttauf folgen würde. Aber das Team Kunzendorf/Król hat den "Abschiedsschmerz" nicht nur gelindert, sondern sogar neue High-Peaks in der TATORT Geschichte gesetzt.

Es ist zwar sehr schade, dass dieses superbe Team nur fünf Fälle gemeinsam ermittelt hat - wobei noch zwei sehr gute Król/Steier Alleingänge folgten -, aber diese sind absolut herausragende TV-Krimis, die auch in Zukunft nichts an Kraft verlieren werden.


Graf von Karnstein wrote:
Mal was zur Parallel-Serie POLIZEIRUF 110 . . .


Ich habe noch keinen Doreen Brasch - cooler Name - TATORT gesehen :? , obgleich ich die Michelsen ja auch auch ziemlich gut finde. Aber sind das nicht eher so schwermütige, Leidensgesichter-Psycho-Filme? Das wäre nicht so 'mein Ding'.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 25.02.2020 22:37 
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Folge 768 Hauch des Todes (2010)

Jimmy Stewart wrote:
Ha ha, ja, die Frisur ist wohl das Gruseligste in diesem TATORT, der nach meiner Erinnerung gar nicht mal so toll ist. :? (...) Den Eidinger finde ich ja richtig gut.

Seine beiden Darbietungen als 'stiller Gast' konnten mich übrigens auch auf Anhieb überzeugen - vielen Dank für diese tolle Empfehlung!

Ein weiterer sehr markanter Schauspieler, auf den ich auch erst im letzten Monat aufmerksam wurde, ist Roeland Wiesnekker. Absolut überzeugend fand ich seine Rolle als psychotischer Cop in der bemerkenswerten TATORT-Folge 1079 Weiter, immer weiter (Köln, 2019), gefolgt von seiner Darbietung als wesensveränderter Afghanistan-Rückkehrer in der Folge 841 Fette Hunde (Köln, 2012).

Weitere denkwürdige Darbietungen lieferte er in den TATORT-Folgen 776 Der Schrei (Ludwigshafen 2010) und 739 Mit ruhiger Hand (Köln, 2009) ab. Obwohl er seine Sache auch als Kommissariatsleiter Henning Riefenstahl in den aktuellen TATORT-Folgen aus Frankfurt (Brix und Janneke) gut macht, sehe ich Roeland Wiesnekker dennoch viel lieber in zwielichtigen Rollen.

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Momentan stehen zwei TATORT-Folgen mit der Beteiligung Wiesnekkers in der Mediathek zur Verfügung, wobei mich seine Darbietung in "Weiter, immer weiter" am meisten beeindruckte:

'Weiter, immer weiter': *** The link is only visible for members, go to login. ***
'Mit ruhiger Hand': *** The link is only visible for members, go to login. ***



Jimmy Stewart wrote:
Graf von Karnstein wrote:
Die Steier/Mey (Krol/Kunzendorf) Tatorte zähle ich zu den Besten dieser Reihe. Sinn macht es, wenn man die chronologisch sich nach und nach anschaut. Die Fälle an sich stehen jeder für sich, jedoch die beiden Ermittler-Figuren werden weiter entwickelt und charakterisiert. (...)


Man hätte ja damals durchaus skeptisch sein können, was auf die fast durch die Bank hochklassigen Frankfurter TATORTe mit Sawatzki/Schüttauf folgen würde. Aber das Team Kunzendorf/Król hat den "Abschiedsschmerz" nicht nur gelindert, sondern sogar neue High-Peaks in der TATORT Geschichte gesetzt.

Das Ende der Ära Sänger und Dellwo hatte ich noch mitbekommen, aber die Steier und Mey-Folgen sind daraufhin völlig an mir vorbeigegangen.





Obwohl die ARD infolge heftiger Publikumsreaktionen verlauten ließ, pro Jahr nur noch zwei TATORT-Experimente zu senden, werde ich das Gefühl nicht los, dass dafür die Anzahl überzeugender Event-TATORT-Folgen (die für mich eigentlich nichts anderes sind) weiterhin ansteigt. Werde auf einige dieser Folgen in den kommenden Tagen noch etwas ausführlicher eingehen, wobei mich das folgende Wahnsinns-Experiment am Sonntag Abend sprachlos zurückließ:





TATORT Berlin - Folge 1048 Meta (2018)

Ein unfassbares Film im Film-Experiment, dass aufgrund seiner durchdachten Auflösung auf ganzer Strecke überzeugen konnte. Nach dem Erhalt eines abgeschnittenen Fingers, finden die beiden Kommissare Karow und Rubin die dazugehörige Leiche im einem Lagerhaus vor. Eine vor Ort vorgefundene Visitenkarte führt die beiden Ermittler auf die Berlinale, wo gerade der Film 'Meta' seine Weltpremiere feiert. Als Karow und Rubin den ausverkauften Kinosaal betreten, um den verantwortlichen Regisseur zu vernehmen, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf: Das Drehbuch von 'Meta' beschreibt den gleichen Fall, den die beiden Kommissare gerade erleben. Was folgt, ist das Abdriften von Kommissar Karow in eine immer nebliger werdende Welt zwischen dem Film 'Meta' (+ Taxi Driver) und der Realität - wobei sich letztendlich die Frage stellt, ob er dem Wahnsinn verfallen ist oder doch viel eher ein ermittlungstechnisches Genie darstellt.

Im Vergleich zur experimentellen Murot-Folge Wer bin ich? entpuppte sich META zwar als weniger verzwickt, konnte mich aber dennoch die ganzen 90 Minuten über mitreißen. Ein gelungenes Experiment, das zudem auch noch stimmig wirkt. Absolute Empfehlung!


Passendes Zitat aus dem Spiegel:

"Diese wunderbar verblasene, aber in sich schlüssige Konstruktion geht auch deshalb auf, weil durch verwinkelte Spiegelungen von Realität und Fiktion ein Paranoia-Szenario entsteht, das bei dem krankhaft in sich selbst verliebten einsamen Wolf Karow bestens zündet. […] Ein Mann, bei dem man nicht weiß, ob er eingewiesen oder befördert gehört.“


META steht ebenfalls zur Zeit in der Mediathek zur Verfügung: *** The link is only visible for members, go to login. ***

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



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Zwei Beiträge über die lobenswerten TATORT-Experimente:
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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.02.2020 22:38 
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TATORT Hamburg - Folge 942 Frohe Ostern, Falke (2015)


"Wir färben Euch rot!"


Jahr für Jahr startet die antikapitalistische Aktivistengruppe 'Bad Easter Bunnies' zu Ostern eine aufsehenerregende Aktion, indem sie geladene Teilnehmer bestimmter politischer Veranstaltungen mit Farbbeuteln attackieren. Doch in diesem Jahr kommt plötzlich alles ganz anders, da ein neues Mitglied der Gruppe im Vorfeld dafür sorgte, dass anstatt einer harmlosen Farbbeutelaktion eine tollschockende Scheinhinrichtung auf dem Programm steht, wozu dann logischerweise auch angsteinflößende Schusswaffen benötigt werden. Als diesjähriger Austragungsort wurde eine Hamburger Wohltätigkeitsveranstaltung -die zugunsten einer Flüchtlingshilfe stattfindet- auserkoren, unter deren Gäste sich rein zufällig auch Kommissarin Lorenz befindet. Als kurz darauf fünf als böse Osterhasen verkleidete Aktivisten schwer bewaffnet die Spendengala stürmen, heißt es auf einen Schlag 'Schluss mit lustig' für die 80 anwesenden Gäste, denn die bitterbösen Mümmelmänner kochen aufgrund des zynischen Verlogenheitsgrads der Veranstaltung innerlich vor Wut. Was folgt, ist eine schonungslose Standpauke, an deren bitteren Ende eigentlich die geplante Scheinhinrichtung stehen sollte. Doch anstatt zum Schein richtet der zwischenzeitlich selbsternannte Rädelsführer Frank nicht nur urplötzlich das auserkorene Opfer tatsächlich hin, sondern versetzt auch sämtliche Anwesende in eine zunächst unüberwindbar scheinende Schockstarre. Was die bösen Osterhasen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht ahnen: Kommissarin Katharina Lorenz ist es unbemerkt gelungen, ihren Kollegen Falke per verstecktem Handy an dem Hinrichtungshappening teilhaben zu lassen. Als kurze Zeit später das von Kommissar Falke alarmierte Sondereinsatzkommando auf den Plan tritt, beginnt die bereits angespannte Situation vollends zu Eskalieren...


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Nachdem ich mir im letzten Monat bereits einige willenlos ausgewählte TATORT-Folgen mit Wotan Wilke Möhring zu Gemüte führte, schürte die von Jimmy Stewart empfohlene Folge 1039 Dunkle Zeit endgültig das Interesse, mir auch noch die restlichen Fälle von Kommissar Falke zu Gemüte zu führen. Zu meiner großen Überraschung überzeugten mich sowohl sämtliche Folgen aus der Falke und Lorenz- als auch der Falke und Grosz-Ära. Ich könnte auch nicht sagen, welche Darbietung der beiden Ermittlerinnen mir besser gefällt, denn trotz (oder besser gesagt, gerade wegen) ihrer Gegensätlichkeit sagen mir beide irgendwie gleich zu. Zu meinen persönlichen Folgen-Highlights zählen neben dem bereits erwähnten AFD-TATORT (DUNKLE ZEIT) die folgenden beiden Fälle von Kommissar Falke:



TATORT Folge 1037 Böser Boden (2017)

Eine überzeugende Event-Folge, die neben einem übersinnlich scheinenden Kriminalfall auch zahlreiche Anspielungen auf 'lebende Tote' aufweist, wozu sogar an einer Stelle Romeros 'Dawn of the Dead' zitiert wird. Zwar handelt sich bei BÖSER BODEN gewissermaßen um eine weitere Horror-TATORT-Folge, die aber letzten Endes weniger konsequent umgesetzt wurde - was dann aber wiederum genau ihre Stärke darstellt. Top!



TATORT Folge 1056 Alles was sie sagen (2018)

Nachdem im Rahmen eines Polizeieinsatzes eine unbeteiligte Frau durch Falkes Schusswaffe getötet wird, muss sich dieser und seine Partnerin einem endlosen Verhör stellen, welches von Kriminalrat Joachim Rehberg durchgeführt wird. Was folgt, sind unzählige Rückblenden, die lediglich immer mal wieder durch kurze Verhörszenen aus der Gegenwart unterbrochen werden. Zwar ahnte ich spätestens nach einer Stunde wie der Hase im vorliegenden Fall letztendlich laufen könnte, was aber dem durchgehenden Spannungsbogen dennoch keinen Abbruch tat. Diese bemerkenswerte Folge imponierte mir sehr!



Zurück zur eigentlichen Folge FROHE OSTERN, FALKE, die zwar beileibe nicht zu den besten Kommissar-Falke-Folgen zählt, mir aber aufgrund des wohligen als auch gut gemachten B-Movie-Feelings beste Unterhaltung bot: Bis an die Zähne bewaffnete Aktivisten stürmen als ikonenhafte Donnie Darko-Hasen verkleidet eine verlogene Charity Gala und terrorisieren daraufhin knapp 90 Minuten lang die Teilnehmer der Veranstaltung. Dumm nur, dass die Aktivistengruppe von Neuzugang 'Frank' (Donnie Darko lässt grüßen...) unbemerkt infiltriert wurde, denn spätestens nachdem dieser aus einer geplanten Scheinhinrichtung plötzlich grausame Realität werden lässt, gerät auch der ursprünglich angedachte Ablaufplan aus den Fugen. Was bis dato niemand ahnt: Frank wurde von mächtigen Lobbyisten in die Aktivistengruppe eingeschleust, um den eigentlichen Ablaufplan während der Aktion zu unterwandern und im Sinne seiner Auftraggeber mit einer völlig anderen Zielsetzung weiterzuführen.

Ein weiterer Event-TATORT, der einen Großteil der Zuschauer überforderte, da die Inszenierungsweise mit den gängigen TATORT-Mustern bricht. Nachdem ich mir nun in den letzten beiden Monaten zahlreiche Folgen aus den letzten Jahren angeschaut habe, kristallisiert sich immer mehr heraus, dass mich gerade die experimentellen Folgen mit am meisten begeistern. Aber auch unter den gewöhnlich gestrickten Folgen der letzten Jahre konnte ich so einige bemerkenswerte Episoden ausmachen, zu denen dann nach und nach auch noch etwas geschrieben wird.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.02.2020 23:40 
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Richie Pistilli wrote:
Seine beiden Darbietungen als 'stiller Gast' konnten mich übrigens auch auf Anhieb überzeugen - vielen Dank für diese tolle Empfehlung!


Ich bin ja sowieso ein Freund der "Borowskis" (gewesen). Axel Milberg und Sibel Kekilli waren ein großartiges Team, das dem Zuschauer meist psychologisch gut ausgelotete Fälle, die nicht selten in Abgründe menschlichen Handels blickten, mit einem lebensechten, leicht schrulligem Humor präsentierten. Wenn ich mich recht erinnere, hat sogar Henning Mankel Drehbücher für den Kieler TATORT geschrieben.

Ganz groß waren auch die Wortduelle zwischen Milberg und Maren Eggert, die unwiderstehlich die Psychologin gegeben hat, bei der sich Borowski zwangsweise einfinden musste. Das war ein von Anfang an knisterndes "Techtelmechtel", das ja dann irgendwann im "Bett endete" - da war's für mich dann vorbei . . . :?

Dabei fällt mir gerade der tolle BOROWSKI UND DER VIERTE MANN ein, in dem Susanne Wolff, in die ich ein bisschen verknallt bin, eine schöne Rolle spielt.

Quote:
Ein weiterer sehr markanter Schauspieler, auf den ich auch erst im letzten Monat aufmerksam wurde, ist Roeland Wiesnekker.


Das ist auch ein von mir gern gesehener Schauspieler, der irgendwie immer irgendwas "Fertiges" an sich hat. ;)

Quote:
Das Ende der Ära Sänger und Dellwo hatte ich noch mitbekommen, aber die Steier und Mey-Folgen sind daraufhin völlig an mir vorbeigegangen.


Ohwei, das sind doch mit die besten TATORTe überhaupt. Ich kann dir die Steier/Mey Filme nur wärmstens an Herz legen. Das ist mal "Erwachsenenunterhaltung".

Quote:
TATORT Berlin - Folge 1048 Meta (2018)


Da werde ich bei Gelegenheit mal nachfassen . . . kann aber dauern. ;)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 28.02.2020 20:49 
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Jimmy Stewart wrote:
Quote:
Das Ende der Ära Sänger und Dellwo hatte ich noch mitbekommen, aber die Steier und Mey-Folgen sind daraufhin völlig an mir vorbeigegangen.

Ohwei, das sind doch mit die besten TATORTe überhaupt. Ich kann dir die Steier/Mey Filme nur wärmstens an Herz legen. Das ist mal "Erwachsenenunterhaltung".

Nachdem die Hamburg-TATORTe mit Herrn Möhring abgearbeitet wurden, könnte ich mich als Nächstes tatsächlich den überschaubaren fünf 'Steier und Mey-Folgen' widmen. Ins Auge gefasst hatte ich das Unternehmen bereits, aber aufgrund der Masse der zur Verfügung stehenden TATORT-Folgen wurde das Ganze immer wieder aufgeschoben. Und danach stehen ein paar Borowski-Folgen an, wobei ich seine ersten Fälle bereits im Rahmen ihrer Erstausstrahlungen gesehen haben dürfte...

Ab Morgen mache ich aber zunächst mal ein paar Tage Urlaub, denn italienische Filme wollen ja auch noch gesehen und beschrieben werden ;)



Jimmy Stewart wrote:
Quote:
TATORT Berlin - Folge 1048 Meta (2018)

Da werde ich bei Gelegenheit mal nachfassen . . . kann aber dauern. ;)

Bin jetzt schon auf Dein Feedback gespannt :D
Hör Dir mal an, wie Meret Becker die Folge mit nur wenigen Worten beschreibt: *** The link is only visible for members, go to login. *** 8-)

META ist einfach nur wahnsinnig!
... und wirkt auch seit Tagen immer noch unvermindert stark nach.



Wünsche Dir eine gute Reise :hutheben:


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.03.2020 19:41 
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Tatort: Die Nacht gehört Dir (Max Färberböck, 2020) 4/10

Die erfolgreiche Immobilienmaklerin Barbara Springer wird am Tag nach ihrem Geburtstag tot aufgefunden. Todesursache: 2 Stiche mit einem Sushimesser. Recht schnell bekommen die beiden Kommissare Ringelhahn und Voss heraus, dass die integere, beliebte, menschenscheue und freigiebige Luxusdame sich schon seit Jahren erfolgreich in Dating-Portalen rumgetrieben hat. Vor einem halben Jahr allerdings war abrupt Schluss damit, und den Geburtstag hat sie ausgerechnet mit ihrer Kollegin verbracht. Könnte Eifersucht das Motiv gewesen sein? Oder steckt da vielleicht noch mehr dahinter?

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Als fast-gebürtiger Nürnberger habe ich mir die Folge eigentlich nur wegen der alten Mehr-oder-weniger-Heimat angeschaut. Entsprechend waren meine persönlichen Highlights die beiden Assis Fleischer und Schatz, die in breitestem Fränkisch immer wieder Stimmung erzeugten. Aber der Rest, also alles was mit dem Kriminalfall zu tun hatte, war eher dröge. Ein mühsam konstruiertes Drama mit mühsam konstruierten Zusammenhängen und mühsam konstruierten Figuren, die kaum Realitätsnähe hatten und einer wie der andere unsympathisch waren. Auch bei den beiden Kriminalhauptkommissaren hielt sich meine Zuneigung in Grenzen – Dagmar Manzel kam mir mit ihrer melancholischen Art im Lauf der Folge durchaus immer näher, während Fabian Hinrichs als alerter Nordfriese eher fremd blieb. Aber dann doch nicht so fremd, als dass er wie ein Fremdkörper in der fränkischen Gemütlichkeit gewirkt, und somit zu skurrilen oder merkwürdigen Situationen beigetragen hätte. Nein, der Fall an sich war nichts Besonderes, die Ermittler ebenfalls nicht, und nur die Ansichten der Städte Nürnberg und Fürth, sowie die Verwendung des traumhaft schönen Keep the streets empty for me von Fever Ray haben für Zustimmung und gegen Schlaf geholfen. Mühsame Durchschnittsfernsehware …

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.03.2020 20:06 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Tatort: Die Nacht gehört Dir (Max Färberböck, 2020) 4/10

Nein, der Fall an sich war nichts Besonderes, die Ermittler ebenfalls nicht, und nur die Ansichten der Städte Nürnberg und Fürth, sowie die Verwendung des traumhaft schönen Keep the streets empty for me von Fever Ray haben für Zustimmung und gegen Schlaf geholfen. Mühsame Durchschnittsfernsehware …

Volle Zustimmung! Diese TATORT-Folge fand ich ebenfalls sehr belanglos, denn obwohl ich das Ermittlerteam eigentlich mag, plätscherten im vorliegenden Fall sowohl die Geschichte als auch die Darbietungen der beiden Kommissare völlig uninspiriert vor sich hin. Die beiden einzigen Höhepunkte waren wahrlich FEVER RAY und NÜRNBERG.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 12.03.2020 20:49 
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TATORT Dresden - Folge 1092: Das Nest (2019)



Nachdem mir die letzten drei Sonntags-TATORTe so rein gar nicht zusagten und auch ansonsten in den letzten Wochen nur über durchschnittliche Folgen gestolpert bin, verschlug mir vorgestern DAS NEST so ziemlich die Sprache: Düster, vom Anfang bis zum Ende sauspannend, überzeugende Darsteller, eine mitreißende Geschichte und ganz viel angenehme Horrorstimmung.


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Nach einem Autounfall rettet sich eine leicht lädierte junge Frau in ein stillgelegtes Hotel, wo sie dann auch sogleich Zeugin einer grausamen Straftat wird: Ein vermummter Unbekannter lässt ein verschlepptes Opfer bei lebendigem Leib ausbluten, um diesen dann im Anschluss zu präparieren. Als kurz darauf die beiden Kommissarinnen Gorniak und Winkler den Tatort begutachten, stoßen sie nicht nur auf weitere präparierte Leichen, sondern auch auf den unbekannten Täter, dem aber dank einer Unachtsamkeit der Kollegin Winkler die Flucht gelingt. Kurz darauf wird Kommissarin Gorniak -die sich postwendend an die Fersen des flüchtenden Unbekannten geheftet hat- von dem Vermummten eiskalt mit einem Jagdmesser abgestochen.
Nachdem sich Gorniak einige Monate später wieder von ihrer schweren Bauchverletzung erholt hat, lässt sie sich zwar postwendend von der Mordkommission in die Asservatenkammer versetzen, kann sich dabei aber von den weiterhin laufenden Ermittlungen in Reihen ihrer ehemaligen Dienststelle nicht richtig abgrenzen - denn der Drang, den weiterhin flüchtigen Peiniger festzusetzen ist einfach zu groß. Also trifft Gorniak mit ihrer neuen Kollegin Winkler und ihrem Vorgesetzten Schnabel den Deal, dass sie die beiden inoffiziell bei ihren Ermittlungen unterstützt - hält dabei aber schon kurz darauf das Heft selbst wieder in der Hand. Was folgt, ist eine erst Spur, die zu verschiedenen Pflegekräften eines innerstädtischen Krankenhaus führt. Im Rahmen einer anschließenden polizeilichen Gegenüberstellung stellen sich zwei Tatverdächtige heraus, die sich zudem fast wie ein Ei dem anderen gleichen. Für Gorniak steht bereits nach kürzester Zeit der wahre Täter fest, wobei Winkler und Schnabel aber in eine völlig andere Richtung ermitteln. Als die Beiden dann auch noch kurz darauf der Öffentlichkeit einen vermeintlich falschen Verursacher als Täter präsentieren, platzt Gorniak nicht nur endgültig der Kragen, sondern eröffnet auch kurzerhand auf eigene Faust die gnadenlose Jagd auf den -ihrer Meinung nach- wahren Psychopathen. Ein fataler Fehler, wie sich kurz darauf herausstellt, denn nachdem Gorniak dem vermuteten Täter zu nahe kam, baut dieser sie nicht nur unwiderruflich in sein paranoides Wahnsystem ein, sondern dreht auch noch einfach den Spieß um. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt ist sich auch Kommissarin Gorniak bewusst, wie sich richtige Angst anfühlen kann...


Wow, diese überdurchschnittliche TATORT-Folge hatte mich bereits nach kürzester Zeit in ihren Bann gezogen und auch bis zum bitteren Ende nicht mehr losgelassen. DAS NEST wirkt wie eine Hommage an suspenslastige Horror- und Hitchcock-Filme, wobei die Darbietung des erstklassig gespielten Psychopathen das absolute Highlight dieser TATORT-Folge darstellt. Leider fällt es mir aus Spoilergründen schwer, etwas näher auf die Grandiosität dieser Darbietung einzugehen, aber so viel soll zumindest gesagt sein: Die Art und Weise, wie der Psychopath in dieser Folge verkörpert wird, ließ es mir eiskalt den Rücken herunterlaufen, denn völlig unscheinbare Psychopathen, die ruhig und gesittet auftreten, und dabei auch noch sehr gebildetes Psychopathendeutsch vor sich hin faseln, sind mir meist die unheimlichsten. Hinzu gesellt sich ein beachtlicher Spannungsbogen, der über den gesamten Verlauf der Geschichte gleichmäßig hoch gehalten wird. Und als wäre das alles noch nicht genug, verschlug mir das denkwürdige Finale dann gänzlich die Sprache! (Stichwort: der gebrochene Arm der Selbstjustiz) :shock:


Nebenbei sei noch erwähnt, dass Kommissarin Winkler in dieser Folge ihr TATORT-Debüt abliefert. Zuvor ermittelte sieben Folgen lang Kommissarin Henni Sieland an der Seite von Karin Gorniak, wobei ich bis dato erst zwei Folgen des ehemaligen Dresdener Ermittlerinnen-Duos gesehen habe.


Fazit: Wer außergewöhnliche TATORT-Folgen aus den letzten Jahren mag, der sollte sich unbedingt auch DAS NEST anschauen. Eine spannungsgeladene Glanzleistung!



Aktuell steht diese bemerkenswerte Folge auch in der Mediathek abrufbereit: Das Nest


www.youtube.com Video from : www.youtube.com



Und so sieht er übrigens aus, der psychopathische Herr Saubermann:

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Herr Dr. Christian Mertens, ein gebildeter, hochgesitteter und liebevoll scheinender Familienvater, der gerade aufgrund seiner Unscheinbarkeit gepaart mit seiner ruhigen Art umso unheimlicher in seiner gespaltenen Psychopathenpersönlichkeit wirkt.




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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 13.03.2020 00:09 
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Den habe ich bei der Erstausstrahlung gesehen und fand ihn auch recht gelungen. Besonders die Performance von Benjamin Sadler, den ich eigentlich, wenn überhaupt, eher so als Schwiegermutters Liebling in Erinnerung hatte, war doch sehr überzeugend. Und auch Anja Schneider als seine Frau hat die Rolle szsgn. sehr gut 'supportet'.

Ein wenig konstruiert fand ich den anfänglichen "Zickenkrieg" zwischen der etablierten und der neu dazugekommenen Komissarin(en), aber die haben sich am Schluss ja noch gut zusammengerauft.

Das Dresdener Team hat mich schon beim ersten Fall AUF EINEN SCHLAG mit seinem Mix aus Komik und Tragik sehr überzeugt - Jella Haase . . . WTF?! :o
Wobei die tolle Alwara Höfels ja mittlerweile leider ausgestiegen ist, aber Cornelia Gröschel ist auch eine Gute.


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PostPosted: 13.03.2020 19:39 
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TATORT Dresden - Folge 1092: Das Nest (2019)

Jimmy Stewart wrote:
Besonders die Performance von Benjamin Sadler, den ich eigentlich, wenn überhaupt, eher so als Schwiegermutters Liebling in Erinnerung hatte, war doch sehr überzeugend.

Gerade Herrn Sadlers Außenwirkung als 'Schwiegermutters Liebling' versetzte seiner vorliegenden Psychopathenrolle die richtige Note.
Bin von dieser Darbietung hellauf begeistert :)



Quote:
Ein wenig konstruiert fand ich den anfänglichen "Zickenkrieg" zwischen der etablierten und der neu dazugekommenen Komissarin(en), aber die haben sich am Schluss ja noch gut zusammengerauft.

Das mit dem Zickenkrieg empfand ich so ähnlich, aber dank des guten Drehbuchs überraschte mich sowohl der weitere Verlauf der Geschichte als auch die letztendliche Charakterisierung der neuen Kommissarin äußerst positiv.



Quote:
Das Dresdener Team hat mich schon beim ersten Fall AUF EINEN SCHLAG mit seinem Mix aus Komik und Tragik sehr überzeugt - Jella Haase . . . WTF?! :o
Wobei die tolle Alwara Höfels ja mittlerweile leider ausgestiegen ist, aber Cornelia Gröschel ist auch eine Gute.

Aufgrund meiner willenlosen Plünderung der Mediatheken bin ich in den letzten Monaten mit zahlreichen neuen Ermittlerteams in Berührung gekommen, von denen der Großteil wiederum auf Anhieb sehr interessant wirkte. Also bin ich irgendwann dazu übergegangen, sämtliche Folgen einzelner Ermittlerteams zu vervollständigen. Als erstes stand die Komplettierung der Hamburger-TATORT-Folgen ('Falke, Lorenz und Grosz') auf dem Programm, gefolgt von den TATORT-Folgen aus Dortmund ('Faber und Bönisch'). Beim letztgenannten TATORT-Team nervte mich ein wenig das teeniehafte Herumturteln zwischen 'Dalay, Kossik' und aktuell 'Pawlak', aber die Charakterisierungen der beiden Kommissare 'Faber und Bönisch' finde ich absolut großartig.

Weitere TATORT-Folgen aus Dresden werden bestimmt auch noch folgen, aber als Nächstes stehen erst einmal die Steier und Mey-Episoden auf dem Programm.
Bin schon sehr gespannt.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.04.2020 13:14 
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Jimmy Stewart wrote:
(...) Aber das Team Kunzendorf/Król hat den "Abschiedsschmerz" nicht nur gelindert, sondern sogar neue High-Peaks in der TATORT Geschichte gesetzt.

Es ist zwar sehr schade, dass dieses superbe Team nur fünf Fälle gemeinsam ermittelt hat - wobei noch zwei sehr gute Król/Steier Alleingänge folgten -, aber diese sind absolut herausragende TV-Krimis, die auch in Zukunft nichts an Kraft verlieren werden.

Nachdem ich mir nun sämtliche Folgen der Steier / Mey-Ära zu Gemüte geführt habe, kann ich Deiner Lobpreisung nur zustimmen: Das Zusammenspiel zwischen Joachim Król und Nina Kunzendorf zählt mit zu dem Besten, was von TATORT-Ermittlerteams bis dato dargeboten wurde. Obwohl mich einige Geschichten nicht ganz überzeugten, entpuppte sich das Zusammenspiel zwischen Król und Kunzendorf ein jedes Mal als außerordentlich bemerkenswert. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, was Nina Kunzendorf letztendlich dazu bewog, vorzeitig aus der Serie auszusteigen. Auf jeden Fall ist es sehr schade, dass nur fünf gemeinsame Fälle zustande kamen.

Graf von Karnstein wrote:
Die Fälle an sich stehen jeder für sich, jedoch die beiden Ermittler-Figuren werden weiter entwickelt und charakterisiert. Da ist immer so ein gewisser kleiner roter Faden in den Folgen drin, wo was zur Sprache kommt und/oder Anspielungen stattfinden, was man möglicherweise nicht so recht versteht, wenn man sich einfach mal irgendeine Folge zum ansehen anschaut.

Die Entwicklung der beiden Ermittler fand ich -losgelöst von den jeweiligen Fällen- ebenfalls erstklassig umgesetzt :dh:



Zitatquelle

Jimmy Stewart wrote:
Und da du das hübsche Bildchen von "Conny Mey" gepostet hast :P , fällt mir ihre Affäre mit dem Psycho Doc ein, der von Arnd Klawitter top gespielt wurde. Der m. E. unterschätzte Klawitter bietet in dem Dokudrama HERR VON BOHLEN PRIVAT eine ganz tolle Leistung. Nur mal so als kleiner Tipp, ne. ;)

Image

Die Rolle war zwar gut gespielt, aber gemocht habe ich seinen dargebotenen Rollencharakter dennoch nicht... :)



Folgenübersicht:

Steier und Mey:
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Steier und Dräger
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Steiers (solo-)Finale:
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Ein weiteres -nicht aus dem TATORT stammendes- Ermittlerteam, das ich mittlerweile voll und ganz in mein Herzen geschlossen habe, sind Bukow und König vom Polizeiruf 110. Die beiden haben mich dermaßen überzeugt, dass ich mir in den letzten Wochen sämtliche der verfügbaren Folgen angeschaut habe - hoffentlich finden die fehlenden Folgen auch noch baldmöglichst ihren Weg in die Mediathek!
:pray:




Abschließend möchte ich von den letzten Sonntag-Abend-TATORTen noch die vorletzte Folge NIEMALS OHNE MICH (Köln, 2020) hervorheben, dessen sozialkritischer Hintergrund meines Erachtens sehr realitätsnah beleuchtet wurde. Diese Kölner-Folge konnte mich endlich wieder voll und ganz überzeugen!

NIEMALS OHNE MICH in der Mediathek: *** The link is only visible for members, go to login. ***



Die letzte Sonntagabend-Folge KRIEG IM KOPF (Göttingen, 2020) sagte mir von ihrer Geschichte her weniger zu. Lediglich die Darbietung der neuen Kommissarin Anaïs Schmitz konnte mich ein weiteres Mal überzeugen. Heute Abend folgt eine frische Folge aus Dresden (DIE ZEIT IST GEKOMMEN), in der es Gorniak, Winkler und Schnabel mit einer Geiselnahme zu tun bekommen. Bin schon sehr gespannt.

www.youtube.com Video from : www.youtube.com




Leider bringt die Corona-Krise auch den diesjährigen Produktionsplan stark durcheinander, wodurch beispielsweise die folgenden Verschiebungen zustande kommen:


Wegen der Corona-Pandemie liegen die Dreharbeiten für eine Reihe von «Tatort»-Krimis auf Eis, betroffen ist auch der für dieses Jahr vorgesehene Jubiläumsfall zum 50. Geburtstag der Reihe. Es ist eine Doppel-Episode der TV-Ermittler aus München und Dortmund.

«Der Dreh des zweiten Teils des Jubiläums-"Tatorts" "In der Familie" in München ruht aufgrund der aktuellen Beschränkungen bis auf Weiteres», berichtete der Westdeutsche Rundfunk in Köln auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Bayerische Rundfunk in München verwies ergänzend auf «Pläne, wie die Sendeplanung zum Jubiläum noch gehalten werden könnte. Diese Pläne werden der weiteren Entwicklung der Corona-Situation entsprechend angepasst.» Die Ausstrahlung war zu Beginn der Dreharbeiten für den Herbst 2020 angekündigt worden. Beim ersten Teil führte Dominik Graf Regie, beim zweiten Pia Strietmann.


Schon in diesem Herbst ist auch der rbb-«Tatort»-Krimi «Ein paar Worte nach Mitternacht» zur Ausstrahlung geplant, der wegen der Corona-Krise ebenfalls unterbrochen ist. «Wir hoffen, dass der Film bis dahin realisiert werden kann», sagte eine rbb-Sprecherin. «Die Dreharbeiten werden fortgesetzt, sobald dies wieder möglich ist.» Meret Becker und Mark Waschke spielen Nina Rubin und Robert Karow.

Auch der Dreh zum neuen «Tatort» aus Franken in Bamberg («Wo ist Mike?») ist gestoppt. «Der "Tatort" aus Franken hat noch keinen festen Sendeplatz. Daher sind wir mit seiner Fertigstellung flexibler», erläuterte eine Sprecherin des Bayerischen Rundfunks. «Hier wird es besonders wichtig sein, dass der neue Drehzeitraum ein gefühlt jahreszeitliches Kontinuum der Außenaufnahmen ermöglicht.»

Der Hessische Rundfunk hat Dreharbeiten für einen neuen Frankfurter «Tatort», die im Mai geplant waren, vorsorglich aufs nächste Jahr verschoben. Auf das Frankfurter «Tatort»-Duo Brix und Janneke, gespielt von Wolfram Koch und Margarita Broich, müssen die Zuschauer dennoch nicht verzichten: Die Episode «Die Guten und die Bösen» wird wie geplant am 19. April ausgestrahlt. Im September folgt dann ein weiterer Frankfurt-«Tatort», der im November 2019 gedreht wurde.


Auch der von Ulrich Tukur gespielte LKA-Ermittler Felix Murot muss keine Bildschirmpause einlegen. Am 27. September werde der Tukur-Tatort «Die Ferien des Monsieur Murot» gesendet, sagte ein HR- Sprecher. Der nächste Tukur-«Tatort» soll im November gedreht werden.

Der Kölner «Tatort - Gefangen» ist laut WDR für die Ausstrahlung am 17. Mai im Ersten eingeplant. Die im April angesetzten Dreharbeiten für einen Münster-«Tatort» und einen Kölner «Tatort» sind den Angaben zufolge auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr verschoben worden.

Der Südwestrundfunk steuert in diesem Jahr noch zwei «Tatort»-Filme aus Stuttgart und je einen «Tatort» aus dem Schwarzwald und Ludwigshafen bei. «Diese Filme sind alle gedreht und weitgehend fertig», erklärte eine SWR-Sprecherin. «Ein weiterer Stuttgart-"Tatort" ist bereits in der Postproduktion. Unterbrochen haben wir die Dreharbeiten zu einem Lena-Odenthal-"Tatort", den nächsten "Tatort" Schwarzwald vorerst geschoben.» Der nächste Tatort mit Heike Makatsch und Sebastian Blomberg solle ebenfalls noch in diesem Jahr gedreht werden. «Dabei muss der Produzent flexibel auf die Gegebenheiten reagieren.»


Einen «Tatort» aus Dresden können Zuschauer schon an diesem Sonntag sehen. Der nächste der Reihe aus der Elbe-Stadt mit dem Arbeitstitel «Parasomnia» ist derzeit in der Postproduktion. Er soll nach aktuellem Stand Anfang 2021 ausgestrahlt werden, so ein MDR-Sprecher. «Die Dreharbeiten zum Tatort "Rettung so nah" (Arbeitstitel) aus Dresden wurden bis auf Weiteres unterbrochen.» Ob das Auswirkungen auf den Sendetermin habe, sein noch unklar. «Aus Weimar wartet "Der letzte Schrey" auf Ausstrahlung Mitte des Jahres und auch der "Der feine Geist" (Arbeitstitel) ist abgedreht und wird 2021 gezeigt.»

Die 2020 geplanten Erstausstrahlungen von NDR-Krimis - unter anderem ein Niedersachsen-«Tatort» mit Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm und ein Kieler «Tatort» mit Axel Milberg als Klaus Borowski - sind nicht gefährdet. Sie sind abgeschlossen. Die Dreharbeiten für den Kieler Fall «Borowski und die Angst der weißen Männer» sind vorläufig unterbrochen und verschoben. Auch der nach Ostern geplante Drehbeginn für den «Tatort: Familienbande» mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz wurde vorerst verschoben.

Der Saarländische Rundfunk musste zwar den nach Ostern geplanten Dreh für den zweiten Fall seines neuen Teams auf unbestimmte Zeit verschieben. Der Krimi sei jedoch erst für nächstes Jahr bestimmt.

Radio Bremen steckt noch mitten in den Planungen für den ersten Bremer «Tatort» mit dem neuen Ermittler-Team Jasna Fritzi Bauer, Dar Salim und Luise Wolfram. «Daher mussten wir bislang weder Dreharbeiten abbrechen noch Drehs oder Sendetermine verschieben.»


Quelle




Die für den Ostermontag geplante Premiere des neuen Saarbrücker Ermittlerteams findet glücklicherweise statt. 8-)

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 05.04.2020 17:22 
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Richie Pistilli wrote:
Jimmy Stewart wrote:
(...) Aber das Team Kunzendorf/Król hat den "Abschiedsschmerz" nicht nur gelindert, sondern sogar neue High-Peaks in der TATORT Geschichte gesetzt.

Es ist zwar sehr schade, dass dieses superbe Team nur fünf Fälle gemeinsam ermittelt hat - wobei noch zwei sehr gute Król/Steier Alleingänge folgten -, aber diese sind absolut herausragende TV-Krimis, die auch in Zukunft nichts an Kraft verlieren werden.

Nachdem ich mir nun sämtliche Folgen der Steier / Mey-Ära zu Gemüte geführt habe, kann ich Deiner Lobpreisung nur zustimmen: Das Zusammenspiel zwischen Joachim Król und Nina Kunzendorf zählt mit zu dem Besten, was von TATORT-Ermittlerteams bis dato dargeboten wurde. Obwohl mich einige Geschichten nicht ganz überzeugten, entpuppte sich das Zusammenspiel zwischen Król und Kunzendorf ein jedes Mal als außerordentlich bemerkenswert. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, was Nina Kunzendorf letztendlich dazu bewog, vorzeitig aus der Serie auszusteigen. Auf jeden Fall ist es sehr schade, dass nur fünf gemeinsame Fälle zustande kamen.



Schön! ;) Über den Ausstieg von Kunzendorf wird ja einiges gemunkelt, da sie sich dazu nie selbst geäussert hat - was ich sehr fair von ihr finde. Ich nehme an, es kamen mehrere Gründe zusammen. Sie hat die Figur der "Conny Mey" ja mit entwickelt und wollte ihr so etwas Sonniges und Sexy'es geben, was absolut gelungen ist. Nur wurde sie in der Öffentlichkeit dann wohl zu sehr auf dieses Sexy Image festgelegt - und das hat ihr wohl zunehmend missfallen. Ich könnte mir vorstellen, dass bezüglich der weiteren Entwicklung der Figur Uneinigkeit mit der Redaktion bestand - auch was die Outfit Frage betraf. :?

Eine weitere Rolle könnte gespielt haben, dass jedes Jahr zwei TATORT Folgen gedreht wurden und Kunzendorf daher zu wenig Zeit für andere Projekte und auch die Familie gefunden hat. Na ja, jedenfalls bedauere ich die nur kurz andauernde Zusammenarbeit dieses tollen Teams schon etwas.


Richie Pistilli wrote:
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Jimmy Stewart wrote:
Und da du das hübsche Bildchen von "Conny Mey" gepostet hast :P , fällt mir ihre Affäre mit dem Psycho Doc ein, der von Arnd Klawitter top gespielt wurde. Der m. E. unterschätzte Klawitter bietet in dem Dokudrama HERR VON BOHLEN PRIVAT eine ganz tolle Leistung. Nur mal so als kleiner Tipp, ne. ;)

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Die Rolle war zwar gut gespielt, aber gemocht habe ich seinen dargebotenen Rollencharakter dennoch nicht... :)


Ja klar, den Schleimi hat er wieder mal gut gespielt. So ein Typ, dem man mal ordentlich eine in die Fre**e wünscht. :) Und gleich im ersten Fall hat er eine folgenschwere Entscheidung getroffen, indem er das Stalking-Opfer (toll: Vicky Krieps) aus der Obhut enliess und ihr den Gang zum Eingangsbereich des Präsidiums erlaubte. Dass sich dort der rachsüchtige Vater des überfahreren Jungen (stark: Justus von Dohnányi) bereits Zutritt verschafft hat konnte er zwar nicht ahnen, hat damit aber eine Kette dramatischer Ereignisse ausgelösst. :o



Richie Pistilli wrote:
Ein weiteres -nicht aus dem TATORT stammendes- Ermittlerteam, das ich mittlerweile voll und ganz in mein Herzen geschlossen habe, sind Bukow und König vom Polizeiruf 110. Die beiden haben mich dermaßen überzeugt, dass ich mir in den letzten Wochen sämtliche der verfügbaren Folgen angeschaut habe - hoffentlich finden die fehlenden Folgen auch noch baldmöglichst ihren Weg in die Mediathek!
:pray:


Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau (was für eine saugute 'Lache' diese Frau hat :) ) sind ein wirklich tolles Team, bei dem neben den meist sehr guten Fällen auch die Charakterentwicklung der Ermittler im Mittelpunkt steht. Gefällt mir!

Das ist schon ein anderer Schnack als die Uwe Steimle POLIZEIRUFe zuvor, die teilweise aber auch sehr gut waren. Nun hat sich der Steimle ja mittlerweile auf, ähem, "Regierungskritik" verlegt . . . aber das ist eine andere Geschichte.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 06.04.2020 18:38 
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Jimmy Stewart wrote:
Sie hat die Figur der "Conny Mey" ja mit entwickelt und wollte ihr so etwas Sonniges und Sexy'es geben, was absolut gelungen ist. Nur wurde sie in der Öffentlichkeit dann wohl zu sehr auf dieses Sexy Image festgelegt - und das hat ihr wohl zunehmend missfallen. Ich könnte mir vorstellen, dass bezüglich der weiteren Entwicklung der Figur Uneinigkeit mit der Redaktion bestand - auch was die Outfit Frage betraf. :?

Mir fehlen beim Anblick von Kommissarin Mey weiterhin die Worte, denn ihre Outfits sind einfach nur unfassbar erschreckend - aber gerade das zeichnete (u.a.) ihre grandiose Rolle aus :)

Die TATORT-Produktionen des hessischen Rundfunks fallen sowieso meist überdurchschnittlich aus, da deren beide Redakteure (Liane Jessen und Jörg Himstedt) -im Gegensatz zu sämtlichen anderen Rundfunkanstalten- auch gleichzeitig die Produzenten darstellen - eine externe Produktionsfirma, die bei allen anderen Rundfunkanstalten dazwischen geschaltet ist, gibt es beim HR weiterhin nicht! Hier halten alleinig zwei filmwissende und -liebende Redakteure das Heft in der Hand. Und ohne diese beiden Redakteure hätte es auch nie solch großartige TATORT-Folgen wie beispielsweise mit Murot oder eben auch Steier/Mey gegeben. Wer mehr über die Produktionshintergründe der beiden HR-Redakteure erfahren möchte, dem sei die folgende Gesprächsrunde mit Redakteurin Liane Jessen und Redakteur Jörg Himstedt vom Hessischen Rundfunk sowie Regisseur Florian Schwarz und Drehbuchautor Michael Proeh ans Herz gelegt, die bereits zwei Seiten zuvor gepostet wurde:

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(Minute 2:53 - 7:10: Interview mit Florian Schwarz -- ab Minute 7:11: hochinteressante Gesprächsrunde)




Jimmy Stewart wrote:
Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau (was für eine saugute 'Lache' diese Frau hat :) ) sind ein wirklich tolles Team, bei dem neben den meist sehr guten Fällen auch die Charakterentwicklung der Ermittler im Mittelpunkt steht. Gefällt mir!

Die Lache ist einfach nur legendär! Großartig! :D
Bin absolut überrascht, wie viele prägnante und überzeugende Darsteller ich in den letzten Monaten anhand von TATORT- und POLIZEIRUF 110-Folgen kennen lernen durfte. Den großartigen Charly Hübner hatte ich beispielsweise bis dato noch überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, aber dank seiner Rolle als Kommissar Bukow wird das Ganze zukünftig ein wenig anders aussehen.




Abschließend noch ein paar Worte zum gestrigen TATORT "Die Zeit ist gekommen: Zwar legten Gorniak, Winkler und Schnabel wie gewohnt überzeugende Darbietungen aufs Parkett, aber die Umsetzung der Geiselnahmegeschichte konnte mich letztendlich leider nicht so ganz überzeugen.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 06.04.2020 22:01 
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Richie Pistilli wrote:
Jimmy Stewart wrote:
Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau (was für eine saugute 'Lache' diese Frau hat :) ) sind ein wirklich tolles Team, bei dem neben den meist sehr guten Fällen auch die Charakterentwicklung der Ermittler im Mittelpunkt steht. Gefällt mir!

Die Lache ist einfach nur legendär! Großartig! :D
Bin absolut überrascht, wie viele prägnante und überzeugende Darsteller ich in den letzten Monaten anhand von TATORT- und POLIZEIRUF 110-Folgen kennen lernen durfte. Den großartigen Charly Hübner hatte ich beispielsweise bis dato noch überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, aber dank seiner Rolle als Kommissar Bukow wird das Ganze zukünftig ein wenig anders aussehen.


Ha ha, die lacht wie "Sau" . . . ähem, ich meine: saugut! ;) :D

Charly Hübner habe ich schön länger auf dem Schirm; eigentlich schon seit "Ladykracher" mit der Engelke. Gerade in letzter Zeit sah zwei sehr gute Filme mit ihm: ANDERST SCHÖN und JÜRGEN - HEUTE WIRD GELEBT. Ich finde es sehr stark, wie dieser über 1,90-Mann mit der Erscheinung eines "bärbeissigen Truckers" :), Rollen sehr differenziert anlegen kann.

Dass er ein Herz für Punk Rock, wie seine Regiearbeit WILDES HERZ beweist, und überhaupt für "aussenstehende Charaktere" hat, macht ihn mir nochmal so sympathisch.


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PostPosted: 06.04.2020 22:12 
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Richie Pistilli wrote:
Jimmy Stewart wrote:
Sie hat die Figur der "Conny Mey" ja mit entwickelt und wollte ihr so etwas Sonniges und Sexy'es geben, was absolut gelungen ist. Nur wurde sie in der Öffentlichkeit dann wohl zu sehr auf dieses Sexy Image festgelegt - und das hat ihr wohl zunehmend missfallen. Ich könnte mir vorstellen, dass bezüglich der weiteren Entwicklung der Figur Uneinigkeit mit der Redaktion bestand - auch was die Outfit Frage betraf. :?

Mir fehlen beim Anblick von Kommissarin Mey weiterhin die Worte, denn ihre Outfits sind einfach nur unfassbar erschreckend - aber gerade das zeichnete (u.a.) ihre grandiose Rolle aus :)


Lina Jessen meinte in einem Interview mit der TZ:

„Für uns kam die Entscheidung nicht ganz so plötzlich wie für die Öffentlichkeit“, sagt Liane Jessen, Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, im Gespräch mit der tz. „Nina Kunzendorf hat die Rolle der Conny Mey geliebt. Sie hat sie selbst mit entwickelt, und sie wollte dieses Sonnige, dieses Heitere in der Figur. Aber – und das war uns immer klar – eine Schauspielerin wie sie möchte sich breiter aufstellen. Deswegen hört sie auf.“

Vielleicht, so Jessen, habe Kunzendorf den „Hype“, den die Rolle ausgelöst habe, auch unterschätzt. „Jeder hat sie auf den Tatort angesprochen. Sie wurde auf diese Rolle reduziert. Das wollte sie nicht mehr. Sie hatte das Gefühl, zu wenig an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu haben.“ Wenn man zwei Tatort-Folgen im Jahr drehe, so Jessen, dann bliebe im Prinzip nur noch Zeit für einen weiteren Film. Kunzendorf sei schließlich auch allein erziehende Mutter zweier kleiner Kinder. „Es ist ihr wohl alles ein bisschen zu viel geworden, so die Fernsehfilmchefin. „Ich kann ihre Entscheidung nachvollziehen.“


Na ja, wir werden es wohl nie gänzlich erfahren . . .


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 07.04.2020 17:40 
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Jimmy Stewart wrote:
Dass er ein Herz für Punk Rock, wie seine Regiearbeit WILDES HERZ beweist, und überhaupt für "aussenstehende Charaktere" hat, macht ihn mir nochmal so sympathisch.

Die Doku habe ich natürlich gesehen, aber erst vor einigen Wochen geschnallt, dass der verantwortliche Regisseur Charly Hübner war. Einige Tage später folgte die Polizeiruf-Folge Kindeswohl, in der 'Monchi' zu meiner großen Überraschung im Rahmen eines kurzen Gastauftritts als Heimerzieher in Erscheinung tritt.

'Ladykracher' war weniger meine Baustelle...


Und vielen Dank für das TZ-Interview! :hutheben:


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 10.04.2020 10:27 
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Richie Pistilli wrote:
Einige Tage später folgte die Polizeiruf-Folge Kindeswohl, in der 'Monchi' zu meiner großen Überraschung im Rahmen eines kurzen Gastauftritts als Heimerzieher in Erscheinung tritt.


Der Jung ist schon 'ne Marke. ;)

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Quote:
Und vielen Dank für das TZ-Interview! :hutheben:


Gerne. ;)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 12.04.2020 14:28 
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Obwohl mich die beiden neuen Ermittler des Saarbrücker TATORT-Teams vom ersten Eindruck her weniger ansprechen, scheint ihre morgige Debütfolge DAS FLEIßIGE LIESCHEN gar nicht mal so uninteressant zu sein. Bin schon sehr gespannt darauf...

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 14.04.2020 20:45 
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TATORT Saarbrücken - Folge 1128: Das fleißige Lieschen (2020)


Im Großen und Ganzen fand ich den gestrigen Auftakt des neuen Saarbrücker TATORT-Teams recht durchwachsen, wobei dies weniger die Story -denn die war nicht nur interessant, sondern auch gut erzählt- als vielmehr das neue Ermittlerteam betraf: Die Darbietung von Daniel Sträßer (Kommissar Schürk) ließ mich irgendwie kalt, da ich weder das rabiate Auftreten seines gequälten Rollencharakters mochte, noch dessen Hintergrundgeschichte interessant fand. Kommissar Leo Hölzer gefiel mir von seiner Darbietung schon etwas besser, wobei mich aber auch sein Rollencharakter nicht ganz überzeugte. Die beiden Damen machten (zumindest in der ersten Folge) einen recht unsympathischen Eindruck. Mal schauen, ob die Darsteller im kommenden Jahr noch ein wenig mehr Dynamik im Zusammenspiel entwickeln können. Zumindest war im Gegensatz zu den vorausgegangen TATORT-Folgen mit Devid Striesow das Drehbuch stimmig, denn die Geschichte über vergangene Nazi-Verbrechen und deren Nachwirkungen in die Gegenwart war eigentlich recht gut inszeniert.


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 14.04.2020 22:54 
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Ich fand die Geschichte interessant, aber übervoll, zu viele Traumata und etwas unelegante Schicksals-Rückblenden - aber das neue Duo fand ich schon ziemlich interessant, gute Chemie zwischen den beiden. Da ist einiges Potenzial drin. Hier in Saarbrücken war das Schicksal des "Tatort" ja oft holprig, mit dem überraschend gekündigten Duo Brückner/Weber (weil laut Sender "auserzählt") und dann einer schwachen Rollen-Konzeption für den üblicherweise exzellenten Devid Striesow, der hier unter seinen Möglichkeiten blieb und dann seinen Hut nahm.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 15.04.2020 20:35 
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nyby wrote:
Hier in Saarbrücken war das Schicksal des "Tatort" ja oft holprig, mit dem überraschend gekündigten Duo Brückner/Weber (weil laut Sender "auserzählt") und dann einer schwachen Rollen-Konzeption für den üblicherweise exzellenten Devid Striesow, der hier unter seinen Möglichkeiten blieb und dann seinen Hut nahm.

Die Saarbrücker-TATORTe waren meines Erachtens immer ein wenig speziell, wobei ich die Folgen der Brückner und Weber-Ära eigentlich am liebsten mochte. Die überspannten Folgen mit Devid Striesow waren stellenweise haarsträubend, da die Produktionsfirma meines Erachtens alle zur Verfügung stehenden Zutaten in einen Topf tat, um somit ein noch breiteres Publikumsspektrum anzusprechen. Leider waren viele der beigemengten Einzelzutaten untereinander nicht kompatibel und stachen sich somit gegenseitig aus. Devid Striesow habe ich eigentlich sehr gerne gesehen, aber leider wurde seinem Charakter keine klare Linie verliehen. Gerade das Zusammenspiel mit Hartmut Volle (Kriminaltechniker Horst Jordan) hat mir gegen Ende immer besser gefallen, so dass es rückblickend diesen TATORT-Folgen gut getan hätte, das Hauptaugenmerk auf die Dynamik des Zusammenwirkens der beiden zu legen. Leider wurde bis zum bitteren Ende der Fokus auf das undynamische Zusammenspiel von Striesow und Elisabeth Brück gelenkt, welches ich trotz zahlreicher Anpassungsversuche irgendwie nie als passend empfand. Unterhaltsam waren die überwürzten und unausgegorenen Folgen aber dennoch.


Ein weiterer Aspekt, der mir bei den Stellbrink und Marx-Folgen am besten gefiel, war die sorgsame Auswahl der Drehkulissen, denn sowohl das saarländische Umland als auch die Landeshauptstadt selbst wurden meiner nach in dieser Ära am besten in Szene gesetzt:

In den Saarbrücker TATORT-Folgen der 70er und 80er Jahre wurden in erster Linie die guten Beziehungen zum grenznahen Frankreich in den Fokus gestellt, wodurch das sowieso schon kleine Bundesland noch kleiner wirkte. Scheinbar fehlte den Machern damals ein kleines Quäntchen Selbstbewusstsein, wodurch es für mich so wirkte, als würde sich das Bundesland unter den Scheffel der französischen Nachbarn stellen. Zu den Palu-Folgen kann ich weiterhin recht wenig sagen, da zu wenige gesehen. Wenn ich mich recht entsinne, wurde Saarbrücken in diesen Folgen recht provenziell und gemütlich dargestellt. Erst mit den Kappl und Deininger-Folgen bekam ich das Gefühl, dass sich die Produktionsfirma mehr Gedanken über die jeweiligen (regionalen) Drehkulissen machte. Die Stellbrink und Marx-Folgen transportierten meiner Meinung nach das bis dato realistischste Erscheinungsbild der Landeshauptstadt, da sowohl die Stadtarchitektur als auch die regionalen Locations/Sehenswürdigkeiten/Gebäude sorgfältiger ausgesucht und stärker in den Mittelpunkt gerückt wurden.


Der letzte Punkt, der mich als gebürtiger Saarländer an den Saarbrücker-TATORT-Folgen immer begeisterte, waren u.a. die Zweckentfremdungen einzelner Lokalitäten. Beispielsweise gastierte ein Kommissariat im Saarbrücker Schloss, dessen Mauer obendrein auch noch als Gefängnismauer im Rahmen eines Ausbruchs diente. Oder Stellbrinks gläsernes Loft, mit dem gleich die erste Folge '' eröffnet wurde: Der Funkerraum meiner alten Berufsschule am Mügelsberg, in dem ich im Rahmen meiner damaligen Ausbildung auch schon zugegen war, wurde kurzerhand in ein beeindruckendes Loft umgewandelt, das seine Wirkung im TV auch nicht verfehlte. In einer weiteren Folge (ich glaube Söhne und Väter) telefoniert Stellbrink mit seinem Sohn von einer vermeintlich entfernten Schule aus, wobei er ihm mitteilt, dass es noch ein wenig dauern kann, bis er von da zurück ist. Dabei steht er während des Telefonats in einem Schulflur desselben Gebäudes, der sich gerade mal zwei Stockwerke unter dem gläsernen Dachpenthouse befindet. Im aktuellen Tatort gab es während der Verfolgungsjagd durch die engen Passagen des Saar-Centers auch einen plötzlichen Zeitsprung: Eben noch am UT-Kino vorbeigerannt, befinden sich die beiden Kontrahenten im nächsten Filmschnitt bereits in einem Treppenhaus der Saar-Galerie.
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nyby wrote:
Ich fand die Geschichte interessant, aber übervoll, zu viele Traumata und etwas unelegante Schicksals-Rückblenden - aber das neue Duo fand ich schon ziemlich interessant, gute Chemie zwischen den beiden. Da ist einiges Potenzial drin.

Beziehst Du die zu vielen Traumata und die etwas uneleganten Rückblenden auf die Hauptgeschichte oder auf die Hintergrundgeschichte der beiden Ermittler? Oder vielleicht auch auf beides. Wie gesagt, die beiden neuen Ermittlercharaktere konnten mich in ihrer ersten Folge nicht so ganz überzeugen, aber das sagt ja erst einmal nichts. Vermutlich kommen die Konturen in den kommenden Folgen noch etwas besser zur Geltung. Bin auf jeden Fall schon gespannt, wie es mit den beiden zukünftig weitergeht.





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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 26.04.2020 19:18 
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TATORT Frankfurt - Folge 1129 Die Guten und die Bösen (2020)

Die letzte Frankfurter TATORT-Folge mit Kommissar Brix und Kommissarin Janneke hat mir wieder äußerst gut gefallen, wobei sich die Geschichte schwer in Worte zusammenfassen lässt: Hektik und Chaos im Frankfurter Polizeipräsidium, welches aufgrund ausgiebiger Renovierungsarbeiten wie eine Großbaustelle wirkt. Ein Grund mehr für Brix und Janneke, sich nach getaner Arbeit in einem leerstehenden Büro einen ordentlich hinter die Binde zu kippen. Dumm nur, dass sie am nächsten Morgen (noch völlig benebelt) von ihrem Kollegen Matzerath unsanft geweckt werden, der die beiden verkaterten Beamten in Windeseile zu einer abgelegenen Waldhütte fährt, in der nachts zuvor ein unbekannter Mann bestialisch zu Tode gefoltert wurde. Als die beiden Ermittler Matzerath kurz darauf bitten, sie wieder zurück zur Dienststelle zu fahren, eröffnet dieser ihnen aus heiterem Himmel, dass er der Mörder des gefolterten Unbekannten sei. Was folgt, ist ein völlig chaotisches Verhör, das nicht nur inmitten der lautstarken Bauarbeiten stattfindet, sondern auch noch ständig wegen eines Selbsteffizienz-Seminars, an dem die beiden Ermittler abwechselnd teilnehmen müssen, unterbrochen wird.

Eine bemerkenswerte Folge, die sowohl aufgrund ihrer außergewöhnlichen Atmosphäre eine meditative Sogwirkung verbreitet als auch im Rahmen des Verhörs sehr interessante Fragestellungen aufwirft. Schauspielerisch: top!

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'Die Guten und die Bösen' in der Mediathek
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Bin auch schon sehr gespannt, wie die heutige TATORT-Folge National Feminin (Göttingen, 2020) ausfallen wird.
Im Mittelpunkt stehen dieses Mal die 'neuen Rechten'.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 26.04.2020 22:52 
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Richie Pistilli wrote:
Tatort Köln - Folge 569: Odins Rache (2004)
Was zunächst wie eine astreine Hetzjagd auf Nazis beginnt, entwickelt sich im weiteren Filmverlauf zu einem staatsskandalösen Politikum, indessen Mittelpunkt sowohl das verwerfliche Treiben des Verfassungsschutzes als auch ein vermeintlich außer Kontrolle geratener V-Mann namens Olaf stehen. Im undurchschaubaren Nebel des Verfassungsschutzes geraten Ballauf und Schenk auf der Suche nach dem unbekannten Nazikiller nicht nur nebenbei zwischen die Fronten diverser Nazi-Kameradschaften, sondern müssen sich auch noch mit den weiteren potenziell gefährdeten Todeskandidaten, einem großangelegten Waffenschmuggel, einem geplanten Gefängnisausbruch, den und einem gewissenlosen Anwalt herumschlagen, der zugleich den Kopf der rechtsradikalen Partei N.R.A. verkörpert. Und ähnlich wie in der Tatort Folge 'ZORN' (Dortmund 2019) (Mdthk) geht der staatliche Verfassungsschutz auch in ODINS RACHE für seine persönlichen Belange eiskalt über Leichen. Eine sehr beeindruckende Folge, die sich zudem auch noch als äußerst spannend entpuppt. Kuriosester Moment: Freddy Schenk flaniert im Skinhead-Outfit gemütlich durch die Kölner Innenstadt (siehe YT-Video). Nebenbei wurde der breiten Masse kurz zuvor nochmals aufgezeigt, dass nicht jeder Skinhead auch automatisch ein verächtlicher Nazi-Skin ist. Was abschließend noch seine Erwähnung finden sollte, sind solch köstliche Kommentare wie beispielsweise:

"Alles voller Germanen-Kram, aber den ganzen Tag Pizza essen."

"Hast Du irgendwas außer 'Deutschland' verstanden?"
(Frage von Ballauf an Schenk, als sie sich in einer Wohnung eines Verdächtigen eine Schallplatte mit üblem Nazi-Gegröle anhören)


Skinnhead-Freddy:
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Also die Definitionen zu der 18, der 88 und Fred Perry fand ich schon beinahe putzig. Gleiches gilt für Ballaufs Punk-Definition, die unbedingt die Hosen beinhalten musste. Ferner musste man, was ich ebenfalls putzig fand, die einst vom Odfried geplante Befreiung von Rudolf Hess versinnbildlichen. Das Ermittlerteam ist mir eh sympathisch, aber darstellerisch favorisiere ich Sandra Borgmann als Astrid Gehrmeier. Die spielt ihre rotzige Rolle wirklich klasse.

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 26.04.2020 22:54 
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Beziehst Du die zu vielen Traumata und die etwas uneleganten Rückblenden auf die Hauptgeschichte oder auf die Hintergrundgeschichte der beiden Ermittler? Oder vielleicht auch auf beides. Wie gesagt, die beiden neuen Ermittlercharaktere konnten mich in ihrer ersten Folge nicht so ganz überzeugen, aber das sagt ja erst einmal nichts. Vermutlich kommen die Konturen in den kommenden Folgen noch etwas besser zur Geltung. Bin auf jeden Fall schon gespannt, wie es mit den beiden zukünftig weitergeht.


Ja, ich meinte da vor allem die Biografien der Ermittler, da hats dann ein bisschen geknirscht. Aber ich sehe es so wie Du - gespannt bin ich auch.

Und der flotte Sprung von den UT-Kinos aufs Dach der Europagalerie war interessant. :-)

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.04.2020 01:28 
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Tatort Folge 242: Kameraden
Erscheinungsjahr: 1991
Kommissar: Carlucci
Ort: Tatort Bern

Rechtsextreme töten in Bern einen Südafrikaner. Die Zeugin wird emsig eingeschüchtert und Kommissar Carlucci gibt sich als ehemaliger, stramm rechter, Fremdenlegionär aus, um die Mörder sowie seine Radikalisierer dingfest zu machen.

Hat mir bei der Erstsichtung (1991) nur bedingt gefallen. Heute bezeichne ich diesen düsteren Schweizer Tatort als polyvalentes Kleinod. Klasse!

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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.04.2020 14:45 
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TATORT Göttingen - Folge 1130 National Feminin (2020)

Die gestrige TATORT-Folge behandelt zwar ein sehr bedeutsames Thema, wobei mich die inszenatorische Umsetzung letztendlich nicht so ganz überzeugen konnte. Zum einen nervte mich Lindholms pubertärer Eiertanz, den sie fortwährend wegen des schäbigen Knilchs aufführt, zum anderen wirkten einige der Darbietungen zu sehr aufgesetzt. Außerdem wurden weder die wahren Ausmaße dieser besorgniserregenden Entwicklung, noch die hochtoxische Penetranz der identitären Spinner ausreichend genug aufgezeigt, mit der sie tagtäglich ihren rechtspropagandistischen Hetzkommentarmarathon nicht nur in den sozialen Medien vollziehen...

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sid.vicious wrote:
Richie Pistilli wrote:
Tatort Köln - Folge 569: Odins Rache (2004)

Das Ermittlerteam ist mir eh sympathisch, aber darstellerisch favorisiere ich Sandra Borgmann als Astrid Gehrmeier. Die spielt ihre rotzige Rolle wirklich klasse.

Sympathische Ermittlerteams sind bei mir bereits die halbe TATORT-Miete, denn diese sorgen unentwegt dafür, dass auch mittelprächtige Folgen im Nachhinein als immer noch unterhaltsam genug wahrgenommen wurden. Ballauf und Schenk zählen natürlich auch dazu... :)


nyby wrote:
Und der flotte Sprung von den UT-Kinos aufs Dach der Europagalerie war interessant. :-)
[/quote]
Gerade diesen Sachverhalt finde ich an den Saarbrücker TATORT-Folgen überaus spannend, da insbesondere solche Schnittfolgen in den meisten Fällen schwer nachvollzogen werden können - anders bei den saarländischen TATORT-Folgen, denn dort sind mir noch die meisten Lokalitäten geläufig. Ok, so ganz auf dem neuesten Stand scheine ich dann auch nicht zu sein, denn die Europagalerie wurde von mir noch nie betreten - kenne lediglich die ursprüngliche 'Saargalerie', an deren Eröffnung ich mich noch sehr gut erinnere... ;)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.04.2020 17:26 
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Richie Pistilli wrote:
TATORT Frankfurt - Folge 1129 Die Guten und die Bösen (2020)

Die letzte Frankfurter TATORT-Folge mit Kommissar Brix und Kommissarin Janneke hat mir wieder äußerst gut gefallen, wobei sich die Geschichte schwer in Worte zusammenfassen lässt: Hektik und Chaos im Frankfurter Polizeipräsidium, welches aufgrund ausgiebiger Renovierungsarbeiten wie eine Großbaustelle wirkt. Ein Grund mehr für Brix und Janneke, sich nach getaner Arbeit in einem leerstehenden Büro einen ordentlich hinter die Binde zu kippen. Dumm nur, dass sie am nächsten Morgen (noch völlig benebelt) von ihrem Kollegen Matzerath unsanft geweckt werden, der die beiden verkaterten Beamten in Windeseile zu einer abgelegenen Waldhütte fährt, in der nachts zuvor ein unbekannter Mann bestialisch zu Tode gefoltert wurde. Als die beiden Ermittler Matzerath kurz darauf bitten, sie wieder zurück zur Dienststelle zu fahren, eröffnet dieser ihnen aus heiterem Himmel, dass er der Mörder des gefolterten Unbekannten sei. Was folgt, ist ein völlig chaotisches Verhör, das nicht nur inmitten der lautstarken Bauarbeiten stattfindet, sondern auch noch ständig wegen eines Selbsteffizienz-Seminars, an dem die beiden Ermittler abwechselnd teilnehmen müssen, unterbrochen wird.

Eine bemerkenswerte Folge, die sowohl aufgrund ihrer außergewöhnlichen Atmosphäre eine meditative Sogwirkung verbreitet als auch im Rahmen des Verhörs sehr interessante Fragestellungen aufwirft. Schauspielerisch: top!

Bemerkenswert war die Folge, fürwahr. Und die Fragestellungen sind entschieden interessanter als der Handlungsverlauf gewesen, der zwar zwischen leicht skurril und nett hin- und hergependelt ist, mich aber nie so ganz gefangen nehmen konnte. Zu distanziert schienen mir die Figuren, zu spröde die Herangehensweise. Des Handlungsverlaufs wohlgemerkt, nicht des gedanklichen Unterbaus, der war gut. Und dann war da noch dieser Moment im dritten Viertel, die Plansequenz über zwei Stockwerke - Die hat mich völlig geplättet ...

Da gibt es die Tage noch einen Text zu, der sich vor allem mit den Fragestellungen auseinandersetzt. Aber ich sag schon mal, mehr als 6 von 10 Aspirin werden es nicht werden ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: TATORT - Deutschtümelei in Serie
PostPosted: 27.04.2020 17:50 
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Richie Pistilli wrote:
TATORT Göttingen - Folge 1130 National Feminin (2020)

Die gestrige TATORT-Folge behandelt zwar ein sehr bedeutsames Thema, wobei mich die inszenatorische Umsetzung letztendlich nicht so ganz überzeugen konnte. Zum einen nervte mich Lindholms pubertärer Eiertanz, den sie fortwährend wegen des schäbigen Knilchs aufführt, zum anderen wirkten einige der Darbietungen zu sehr aufgesetzt. Außerdem wurden weder die wahren Ausmaße dieser besorgniserregenden Entwicklung, noch die hochtoxische Penetranz der identitären Spinner ausreichend genug aufgezeigt, mit der sie tagtäglich ihren rechtspropagandistischen Hetzkommentarmarathon nicht nur in den sozialen Medien vollziehen...


Ich fand diesen TATORT auch etwas zwiespältig. Imgrunde wollte man die Story eines Eifersuchtsmordes erzählen und dabei darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland an jedem dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-) Partner getötet wird. Eine wahrhaft schockierende Tatsache. Die Idee, dies in einem der Identitären Bewegung nachempfundenen Umfeld spielen zu lassen, war ein grundsätzlich guter Ansatz; nur wurde dabei m. E. zu viel gewollt und dadurch wirkte einiges eher hineingequetscht und leider auch etwas "Drehbuch-akademisch".

Ganz gut gefallen hat mir das Interagieren der beiden Kommissarinnen, die anscheinend immer mehr zusammen finden. Wobei der Erzählstrang der in den Partner der Kollegin verliebten Lindholm, welcher wohl auch in Zukunft für emotionalen "Zündstoff" sorgen soll, reichlich unnötig erscheint. Weniger gut fand ich die wiederholten Szenen, in denen der Vorgesetzte der Beiden am Rechner sitzt und mit offenem Mund in düsterer Nahaufnahme eine Handvoll rechter Twitter Kommentare registriert - C'mon. Das Einblenden ebensolcher Kommentare kurz vorm Abspann, die den Täter nicht akzeptieren wollten, fand ich dann wieder gut und der Realität entsprechend.


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