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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: ROOM IN ROME - Julio Médem
PostPosted: 06.05.2020 23:54 
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Alternativtitel: Eine Nacht in Rom
Produktionsland/Jahr: Spanien 2010
Darsteller: Elena Anaya, Natasha Yarovenko, Enrico Lo Verso, Najwa Nimri, Ander Malles, Laura Meizoso
Drehbuch: Julio Médem & Katherine Fugate
Produziert von: Julio Médem, Alvaro Longoria, Pilar Benito, David Mataus, Klara Beverly, Cristina Zumarraga
Musik: Jocelyn Pook

Die Spanierin Alba (Elena Anaya) und die Russin Natasha (Natasha Yarovenko) treffen sich zufällig an ihrem jeweils letzten Abend in Rom. Sie trinken in einer Bar Alkohol und gehen dann gemeinsam in Richtung Hotels. Vor Albas Hotel bittet diese die Russin mit herein, die nach kurzem Zögern folgt.
Alba ist lesbisch, Natasha hingegen hatte noch nie etwas mit einer Frau, weshalb sie vorerst nur nebeneinander im Bett liegen möchte, bis die Spanierin einschläft und Natasha sich heimlich wieder aus dem Zimmer schleicht. Allerdings vergisst sie ihr Handy und steht kurze Zeit später erneut vor der Tür.
Dieses Mal kann Alba sie überreden mit ihr die Nacht zu verbringen. Sie haben immer wieder Sex, sprechen dabei aber auch über ihr Leben, das sich der jeweils Anderen erst nach und nach erschließt, da sie anfangs beide darauf bedacht sind, einer Fremden nicht zu viel von sich zu verraten. Doch mit der Zeit entsteht eine Zuneigung und Vertrauen zwischen ihnen, während der Sonnenaufgang immer näher rückt...
(Ofdb)

Eigentlich zähle ich Medem ja zu meinen Lieblingsregisseuren, aber wie bei fast allen meinen Favoriten, gibt's auch bei ihm Filme, die mich nur wenig reizen.
ROOM IN ROME gehört trotz dieser Thematik dazu, es hat mir einfach schon der Trailer zu gewöhnlich gewirkt.
Da war nichts von dieser Magie, die Medem-Filme normalerweise ausstrahlen, zu spüren, das ließ mich eher von einem konventionellen, banalen, kleinen Erotikfilm ausgehen - einer unter vielen quasi.
Das klingt zwar seltsam, wenn man weiß, was Medem normalerweise macht, aber wie gesagt, auch andere große Regisseure, die durchaus bekannter und allgemein als Meisterregisseure anerkannt sind, haben sich Fehlschläge geleistet.
Vorliegender Film nun - um darauf zurückzukommen - hat meine Befürchtungen glücklicherweise nicht bestätigt.
Er mag zwar vielleicht nicht ganz so vielschichtig sein und die philosophische Tiefe mag (streckenweise zumindest) zu wünschen übrig lassen, aber eines beweist uns Medem auch hier wieder zur Genüge: Sein hervorragendes ästhetisches Gespür.
Damit drückt er dem Film seinen Stempel auf und ich als Zuschauer weiß, dass ich einen Medem vor mir habe.
Fangen wir beim offensichtlichsten an - bei den Sexszenen.
Da macht er etwas, das sieht man in der heutigen Zeit, denke ich, eher selten.
Nämlich, er konzentriert sich dabei auch immer auf die Gesichter und das ist, für mein Empfinden, gerade in dem Bereich, in solchen Szenen, sehr, sehr wichtig.
Ich glaube, wenn eine solche Szene anregend, erregend, sein soll (und das sollte ja das Ziel sein), dann ist es nahezu unerlässlich, auch mit dem Gesicht zu arbeiten.
Das macht er gut, außerdem geht er es generell langsam an, lässt sich Zeit, überstürzt nichts und bricht nicht zu früh ab.
Somit wirkt es immer "rund" und nicht, als würde sich hier jemand gedacht haben: "Schnell, schnell eine Sexszene einwerfen, damit das Publikum nicht einschläft".
Ist nicht, braucht er nicht, macht er nicht.
In der Hinsicht ist Medem einfach Medem, wie man ihn kennt.
Was den angesprochenen philosophischen Tiefgang betrifft, der in seinen Filmen ja auch immer ein wesentlicher Bestandteil ist, so ist der hier nicht so ausgeprägt.
Vorhanden ja, aber nicht in gewohntem Ausmaß und wenn, dann nicht immer treffsicher.
Manchmal bleiben die Gespräche zu oberflächlich, an anderer Stelle wiederum werden sie fast prätentiös und kippen in den Kitsch (vor allem in den letzten Minuten).
Aber in Summe in Ordnung, nichts, was mich allzu sehr enttäuscht hätte.
Da frage ich mich, hat mich letztlich eigentlich überhaupt etwas enttäuscht?
Mir fällt nichts ein; es gibt ein paar Dinge, in denen Medem nicht sein ganzes Können offenbart bzw. hin und wieder übertreibt, aber insgesamt war es doch eine positive Überraschung.
7/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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