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 Post subject: KICKBOXER USA - DIE NACHT DES FIGHTERS - Rafal Zielinski
PostPosted: 10.05.2020 14:16 
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Lorenzo Lamas

KICKBOXER USA - DIE NACHT DES FIGHTERS

● NIGHT OF THE WARRIOR / KICKBOXER U.S.A - DIE NACHT DES FIGHTERS (US|F|1990)
mit Kathleen Kinmont, Anthony Geary, Richard Redlin, Ron Gilbert, Ken Foree, Danny Kamekona, Rick Johnson und Arlene Dahl
eine Produktion der Den Pictures Inc. | Little Bear Productions | Blueline | Ian Page Productions | Trimark Pictures
ein Film von Rafal Zielinski


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»Ich hab mein ganzes Vermögen auf dich gesetzt!«

Um seine Schulden loszuwerden, gibt sich Miles Keane (Lorenzo Lamas) für illegale Boxkämpfe her, da ihm der skrupellose Buchmacher Lynch (Anthony Geary) im Nacken sitzt. Sein letzter Fight gegen Akkidas (Ray Sua) bringt ihm die lang ersehnte Schuldenfreiheit, allerdings lässt sich Lynch nicht so einfach abschütteln, da dieser bislang blendend an Miles verdient hat und an weiterem Profit interessiert ist. Um Miles, der einen Nachtclub besitzt, gefügig zu machen, gibt es ab sofort keine Skrupel mehr. Lynch und seine Komplizen mischen den Club auf und schrecken auch nicht vor brutalem Mord zurück, um ihm das Verbrechen postwendend in die Schuhe zu schieben. Wird er sich dem immensen Druck beugen..?

Ausgewählte Gambler finden sich in einer abgelegenen Fabrikhalle ein, um vermutlich ihr letztes Geld durchzubringen, indem sie auf die beiden Männer wetten, die sich wenig später bis aufs Messer bekämpfen werden. Bei dieser Gelegenheit forciert der kanadische Regisseur Rafal Zielinski geschickt die bestehenden Ungleichgewichte zwischen den wichtigsten Zielpersonen, die alle auf eine unterschiedliche Weise im Würgegriff von hohen Wetteinsätzen sein werden. Miles, der wohl lieber von sich sagen würde, dass es sich bei ihm um einen ehemaligen Kickboxer handelt, glaubt, sich mit seinem letzten gewonnenen Kampf von widerlichen Geldhaien befreit zu haben. Allerdings kommt alles anders, da ein koreanischer Tycoon verlangt, dass es mit diesen Kämpfen weiter gehen muss, da er sich offensichtlich von Miles' Art zu kämpfen hat beeindrucken lassen. Die schnell angelegten Schlingen um Miles' Hals ebnen einen in den wichtigen Intervallen spannenden Verlauf, der zu mehreren Katastrophen führen wird, da es um Geld, Machtgeplänkel und Egoismus geht. Diese unausgewogene Mischung bedroht nicht nur den gut austrainiert wirkenden Protagonisten in fundamentaler und existenzieller Art und Weise, sondern setzt ebenso dazu an, dessen engste Vertraute oder Familienmitglieder in einen eigens dafür geschaffenen Abgrund zu zerren. Ein Kerl wie Miles lässt sich jedoch nicht von irgend welchem dahergelaufenen Abschaum gefügig machen und tut daher alles, um sich aus den Klauen der Erpresser zu befreien. Ab hier nimmt die Geschichte an Fahrt auf, da die Gegenspieler von Lorenzo Lamas nicht zimperlich vorgehen. Hin und wieder fragt man sich zwar, ob schwere Geschütze wie Folter und Mord das Ziel des Ganzen rechtfertigen, aber es geht schließlich um immense Wetteinsätze und das Verlangen eines Geschäftsmannes, der es definitiv gewöhnt ist, dass ihm sein Wille getan wird. Der Film konzentriert sich neben der Haupthandlung auf einige gut ausbuchstabierte Nebenschauplätze, die dafür sorgen, dass keine Eintönigkeit aufkommt.

Getragen wird das Ganze von Hauptdarsteller Lorenzo Lamas, der hier nicht nur in seinen besten Jahren, sondern auch gleichzeitig in allerbester Konstitution zu beobachten ist. Mitreißende Action-Choreografien, harte Kampfeinlagen und eine raubeinige Aura unterstreichen den Titel dieser Produktion und verschleiern, dass das Publikum es ja eigentlich mit einem Aussteiger zu tun hat, der sich lieber auf seinen Strip-Club und womöglich die dort arbeitenden Damen konzentrieren möchte. Hier lässt sich immer wieder der Ansatz der Bedrohung finden, denn man versucht, Miles den Teppich der Existenz unter den Füßen wegzuziehen. Eine beachtenswerte Darbietung liefert 50er-Jahre-Ikone Arlene Dahl als Miles' Filmmutter. Diese Konstellation wird umso interessanter, weil es sich bei Dahl um Lamas' Mutter im wahren Leben handelt. Hier zeichnet sie eine alternde, wenn auch milde gewordene Diva, die sich in obligatorischer Eitelkeit ständig ihrem liebsten Zeitgenossen widmet: dem Hochprozentigen. Wie gut dieser Film teilweise fotografiert wurde, zeigt sich insbesondere in den Szenen mit der schönen Kathleen Kinmont, die auch dem Protagonisten direkt ins Auge fällt. Das erste Treffen ist hierbei blendend in Form eines unverhofften Dates inszeniert worden, das man sich in seiner Fantasie vielleicht immer genauso vorgestellt hat. Überzeugend wirken des Weiteren die kriminellen Elemente des Geschehens, die ihre schmierigen und skrupellosen Seiten unverblümt herauskehren dürfen. Der Verlauf thematisiert viele Inhalte gleichzeitig und achtet dabei auf eine gut ausbalancierte Spielzeit, in der es zu keinen Aussetzern kommen wird, wenngleich "Die Nacht des Fighters" sicherlich nicht zu der Riege der A-Produktionen im Action-Bereich zu zählen ist. Dennoch konzentriert sich Regisseur Rafal Zielinski auf die wichtigen Elemente und stellt die Zielgruppe mit obligatorischen Kniffen zufrieden, woraus sich ein mit Spannung und Konfrontation aufgeladener Unterhaltungswert ergibt. So ist dieser Film auch nach Jahrzehnten immer noch gut anzuschauen, der nicht nur Erwartungshaltungen erfüllt, sondern in vielen Intervallen auch ein bisschen mehr zu bieten weiß.


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