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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: SON DE MAR - NICHT OHNE DICH - Bigas Luna
PostPosted: 11.05.2020 01:38 
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Produktionsland/Jahr: Spanien 2001
Darsteller: Jordi Mollà, Leonor Watling, Eduard Fernández, Neus Agulló, Ricky Colomer, Pep Cortés, Sergio Caballero, Carla Collado, Juan Muñoz
Drehbuch: Rafael Azcona
Produziert von: Andrés Vicente Gómez
Musik: Piano Magic

Ulises (Jordi Mollà) ist kürzlich in einer kleinen Küstenstadt angekommen, um als Literaturlehrer zu unterrichten. Er entdeckt die mediterrane Sinnlichkeit im Meer, im Aroma der Orangen und in den Kartoffeln, die Martina (Leonor Watling) ihm zubereitet. Er verliebt sich heftig in sie. Um sie zu verführen, verzaubert er sie mit seinen Geschichten. Eines Tages verschwindet Ulises. Martina heiratet Sierra (Eduard Fernández), einen wohlhabenden Bauunternehmer, der ihr alle Wünsche erfüllt. Alle, bis auf den, den Ulises ihr Jahre später von seinen Reisen mitbringt...
(Moviepilot; gekürzt)

Meine vorerst letzte Chance für Luna.
Die Vorzeichen stehen gar nicht so schlecht, immerhin ist Rafael Azcona für das Drehbuch verantwortlich und der hat, wie wir wissen, an zahlreichen hervorragenden Filmen mitgearbeitet und war sowieso einer der wichtigsten spanischen Drehbuchautoren.
Aber hierbei hat er sich gewaltige Schnitzer erlaubt und zwar ab dem Verschwinden von Ulises, was sehr seltsam aufgebaut ist, nachdem bis dahin alles soweit normal war.
Das Ganze geht folgendermaßen vonstatten: Kurz nach der Hochzeit mit Martina ertrinkt er angeblich.
Da ist in einer Szene noch alles in Ordnung und in der nächsten eilt Martina plötzlich an die Küste, wir sehen ein ziemlich ramponiertes Boot nahe an den Felsen treiben und Martina bricht in Tränen aus.
Wir als Zuschauer wissen nicht, ob Ulises tatsächlich auf dem Boot war, was er wirklich vorhatte oder wohin er wollte.
Jedenfalls ist Ulises tot, eine Messe wird gelesen, das Begräbnis findet statt und kurz darauf heiratet Martina Sierra, einen guten Bekannten von ihr, der schon länger in sie verliebt ist.
Die beiden leben fortan in einem herrschaftlichen Anwesen, bekommen ein Kind und eines schönen Tages ruft völlig aus dem Nichts Ulises an.
Und ich als Zuschauer bin an der Stelle mindestens so überrascht wie Martina.
Wo kommt der jetzt plötzlich her, war der nicht gerade noch tot?
Wir wissen nicht, wie viel Zeit vergangen ist, wir wissen nicht, ob das nicht vielleicht nur Einbildung von Martina sein könnte, die sich Ulises sehnlichst zurückwünscht, wir wissen nicht, ob er seinen Tod nur vorgetäuscht hat, wir wissen nicht einmal, welchen Grund Ulises gehabt hätte, seinen Tod vorzutäuschen.
Das alles geschieht tatsächlich wie aus dem Nichts, völlig unmotiviert und genauso geht es weiter.
Keine Ahnung, was aus welchem Grund passiert, keine Ahnung, warum all dies so geschieht, keinerlei auch nur kürzeste Erklärungen für auch nur irgendetwas davon.
Der Zuschauer wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne auch nur den kleinsten Ansatz möglicher Theorien seitens des Films zu bekommen.
Also wenn man mich fragt: Wirklich durchdacht wurde hier rein gar nichts.
Dramaturgisch ist der Film ab dem Zeitpunkt von Ulises' Verschwinden ein vollkommen durchlöchertes, keineswegs mehr nachvollziehbares Konstrukt.
Da bleibt eigentlich nur mehr eine Rettungsmöglichkeit vor dem völligen Desinteresse des Publikums und das ist, die Geschichte (der eigentlich jeglicher Zusammenhang fehlt) wenigstens in möglichst schönen, ansprechenden Bildern zu erzählen und eine angenehme Atmosphäre entstehen zu lassen.
Glücklicherweise tut Luna das auch sehr überzeugend, transportiert gewinnbringend mediterranes Flair und rückt den Film damit zumindest in der Hinsicht sogar ein Stück weit in Richtung LUCIA UND DER SEX.
Zwar ohne dessen Brillanz zu erreichen, aber immer noch gut genug, um einen gewissen Unterhaltungswert zu retten.
Wenn auch sonst nicht viel dran ist, visuell-ästhetisch kann sich SON DE MAR durchaus sehen lassen.
Und wenn es einmal nicht die Bilder an sich sind, dann ist es entweder Leonor Watling oder es sind die paar mehr als ordentlich inszenierten Sex-Szenen, wo dankenswerterweise viel mit den Gesichtern gearbeitet wird und die manchmal auch sehr experimentell geschnitten sind.
Wie man sieht, es gibt genügend, um nicht aufgrund des dramaturgischen Chaos in die Langeweile zu rutschen und es reicht aus meiner Sicht damit sogar noch für eine überdurchschnittliche Wertung.
7/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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