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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 10.04.2014 20:42 
DIE WEISSE SPINNE
Deutschland 1963
Darsteller: Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Horst Frank,
Musik: Peter Thomas
Regie: Dr. Harald Reinl

Inhalt:
Eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche wird gefunden. Die junge Muriel (Karin Dor) identifitiert den Toten anhand eines Talismans, einer weißen Spinne, als ihren Mann. Bei weiteren Unfällen werden dann wiederum Spinnen - Anhänger entdeckt. Inspektor Hubbard (Joachim Fuchsberger) nimmt sich des Falls an...

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Ab 18 Juli auf DVD und Blu-ray.

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 25.04.2014 19:32 
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Wie sieht es den mit der Blu-ray Verpackung aus? Hoffe ja, das auch die BD in einem Schuber und einer normalen Amaray Hülle herauskommt, so wie die bisherigen DVDs von Filmjuwelen.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 27.05.2014 12:36 
Italofreak1970 wrote:
Wie sieht es den mit der Blu-ray Verpackung aus? Hoffe ja, das auch die BD in einem Schuber und einer normalen Amaray Hülle herauskommt, so wie die bisherigen DVDs von Filmjuwelen.



Es wird sich um eine normale kleine Blu-ray Amaray Hülle handeln. Das finde ich auch besser so, weil ich Blu-rays bei Blu-rays einsortiere.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 28.05.2014 13:04 
Nun gibt es auch hier einen originalen Kinotrailer, der bald erscheinenden Filmjuwelen Blu-ray:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 17.07.2014 13:11 
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Kurz in die Blu-ray reingeschaut: Das Bild ist knackscharf, aber auch teilweise übersäet von Kratzern, Streifen und Sprenklern, je nach Szene mal mehr und mal weniger. Vor allem die Kontrastwerte des Bildes sind sehr gelungen. Die Außenszenen sind bei der weißen Spinne ja ohnehin etwas weichgezeichnet um das "diesige" britische Wetter darzustellen. Das Booklet bietet leider wieder nur das "Gewohnte", der gleiche Text wie auf der Rückseite der Hülle, dazu einige Biographien, ein paar Bilder und etwas Werbung. Als Bonus gibt es einige Wochenschau(?)-Clips zu Karin Dor und Joachim Fuchsberger.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 17.07.2014 17:19 
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Matofski wrote:
Kurz in die Blu-ray reingeschaut: Das Bild ist knackscharf, aber auch teilweise übersäet von Kratzern, Streifen und Sprenklern, je nach Szene mal mehr und mal weniger. Vor allem die Kontrastwerte des Bildes sind sehr gelungen.


Hört sich vielversprechend an, vor allem Kratzer und Laufstreifen sind ein Indiz für den Verzicht auf übermäßigen DNR-Terror. Bin auf die Scheibe gespannt, sollte in den nächsten Tagen eintreffen.

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 17.07.2014 17:39 
Ich habe die Blu-ray mittlerweile und muss erst noch reinsehen. Kratzer oder mal Laufstreifen dürfen bei diesen Filmen gerne sein. Ein schöner Kinolook in HD finde ich gut. Bin gespannt.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 18.07.2014 10:38 
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Screenshots der Blu-ray:

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 18.07.2014 10:44 
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Das sieht nach herrlich filmischem Look aus! Filmkorn ist definitiv zu erkennen. Ich werde heute mal im örtlichen Media Markt ausschau halten =)

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 18.07.2014 13:47 
Au fein! Den gucke ich mir heute Abend an. Wie schon bei TEPPICH DES GRAUENS eine Erstsichtung für mich.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 24.07.2014 13:31 
Verkaufen tun sich die Scheiben für Klassiker Verhältnisse echt nicht schlecht. :)




DIE WEISSSE SPINNE ist Platz 1 in den Amazon Horrorklassiker Charts
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DER TEPPICH DES GRAUENS ist Platz 1 in den Krimiklassiker Amazon Charts.
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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 26.07.2014 09:32 
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Der Film hat recht gut gefallen und die Bildqualität geht (noch) in Ordnung. Man darf gespannt sein, was noch so alles bei FJ folgen wird. :bye2:


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 26.07.2014 14:55 
Richie Pistilli wrote:
Der Film hat recht gut gefallen und die Bildqualität geht (noch) in Ordnung. Man darf gespannt sein, was noch so alles bei FJ folgen wird. :bye2:


Auch die Spinne finde ich etwas langatmig, dafür ist die Story etwas spannender als bei TEPPICH. Trotzdem kann bei SPINNE die Kameraarbeit nicht mit der wunderbaren schwarzweiß Optik von TEPPICH mithalten.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 19.10.2014 13:05 
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Habe den Film vergangene Nacht geschaut. Ich bin durchaus ein Freund unhektischer Inszenierungen, hier hätte jedoch eine leichte Straffung vermutlich Sinn gemacht. Dennoch komme ich gut mit dem Streifen klar, darf für etwas mehr als 100 Minuten in die hei­me­lige Atmosphäre einheimischer "Früh-Sechziger-Krimikost" eintauchen. Fühlt sich wie ein Treffen mit alten Freuden an, inklusive einer Flasche Glenfarclas 25yo.. Neben den Lieblingen Fuchsberger und Dor, verwöhnen uns Horst Frank (schräg und bööööse), Werner Peters (herrlich schleimig), Dieter Eppler (unbeschreiblich) und Friedrich Schoenfelder (Fatzke vom Dienst) mit ihrer Anwesenheit, Chris Howland kennt man als Nervensäge, diesmal bewegt er er sich in erträglichen Bahnen.

Rätsel gibt das Treiben nicht auf, fürs gepflegte Sehvergnügen sorgen genannte Akteure und die liebgewonnene Atomsphäre. Einsteiger tätigen mit den "Wallace-Standards" die bessere Wahl, die Spinne bietet eingeschworenen Fans angenehmes Ergänzungsfutter.

Was gibt es über die BD aus dem Hause Filmjuwelen zu sagen? Hier kann ich Entwarung geben, das Bild wurde nicht totgefiltert, sanfte Spuren des Zahnes der Zeit sorgen für recht stimmungsvollen Filmlook. Kontrast und Helligkeit nicht perfekt, insgesamt aber ordentliche Qualität. Kauftipp für Fortgeschrittene!

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 19.10.2014 13:18 
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@El Blapo:
Wann verwöhnst Du uns mal wieder mit Beiträgen zu Deinem Filmtagebuch ? Die waren immer sehr lesenswert und sorgten immer für den einen oder anderen Schmunzler oder hast Du das völlig aufgegeben ? Gialli-Reviews kannst Du von mir aus weglassen... :P


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 19.10.2014 14:25 
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Mailman wrote:
@El Blapo:
Wann verwöhnst Du uns mal wieder mit Beiträgen zu Deinem Filmtagebuch ? Die waren immer sehr lesenswert und sorgten immer für den einen oder anderen Schmunzler oder hast Du das völlig aufgegeben ? Gialli-Reviews kannst Du von mir aus weglassen... :P


Danke für die Blumen. Ich habe die Lust am Getippe verloren, schaue lieber noch mehr Filme. Momentan fühlt sich nichts nach einer Änderung an, aber ganz ausschließen will ich es nicht, vielleicht mag ich irgendwann wieder ein paar Kurzkommentare schreiben.

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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 19.10.2014 14:32 
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Blap wrote:
Mailman wrote:
@El Blapo:
Wann verwöhnst Du uns mal wieder mit Beiträgen zu Deinem Filmtagebuch ? Die waren immer sehr lesenswert und sorgten immer für den einen oder anderen Schmunzler oder hast Du das völlig aufgegeben ? Gialli-Reviews kannst Du von mir aus weglassen... :P


Danke für die Blumen. Ich habe die Lust am Getippe verloren, schaue lieber noch mehr Filme. Momentan fühlt sich nichts nach einer Änderung an, aber ganz ausschließen will ich es nicht, vielleicht mag ich irgendwann wieder ein paar Kurzkommentare schreiben.

Na dann werd ich die Hoffnung nicht aufgeben.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 25.12.2014 01:58 
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Hab den Film gesichtet und bin nicht vollends überzeugt. Eigentlich hat er einige gute Ideen, den geheimnisvollen Kommissar, den maskierten Schurken, er ist technisch gut umngesetzt.
Horst Franks Sturz aus dem Fenster ist grandios gefilmt
. Fuchsberger,Eppler und Dor spielen herausragend. Trotzdem ist die Geschichte nur mäßig spannend und manche Szenen, gerade das Finale, hätten etwas besser zelebriert werden können und sind auch etwas schlampig runter gekurbelt. 6/10.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 24.04.2017 10:39 
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● HORST FRANK als JOE "KIDDIE" PHELIPS in
DIE WEIẞE SPINNE (D|1963)



»Nanu Puppe, du bist ja neu hier!« Beinahe gelangweilt nimmt Kiddie Phelips die Sekretärin des Hilfsvereins ins Visier, stellt sich praktischerweise in ungehobelter Manier selbst vor und will seine Stütze so unkompliziert und schnell wie möglich, vor allem aber ohne die üblichen Formalitäten ausgezahlt bekommen. Bei Hauptdarstellerin Karin Dor scheint er jedoch an der falschen Adresse zu sein, der es letztlich obliegt, ihre vom rechten Wege abgekommenen Klienten unter a wie asozial, oder b für besserungsfähig einzustufen. Horst Frank war zu jener Zeit schon längst als überzeugender Bösewicht etabliert und auch hier gibt er eine Rolle zum Besten, die geprägt ist von Brutalität und Kaltblütigkeit. Retrospektiv betrachtet ist es ein wenig verwunderlich, dass Horst Frank nur in wenigen Epigonen zu sehen war und keinen einzigen Auftritt in der Edgar-Wallace-Reihe vorzuweisen hat, die er zweifellos mit seiner Unruhe stiftenden Art bereichert hätte. In Harald Reinls Louis-Weinert-Wilton-Adaption ist Frank wie so häufig als ausführender Arm der Ungerechtigkeit zu sehen, der im Dienste der Unterweltorganisation, der sogenannten "weißen Spinne", steht. Zu seinem Repertoire gehören rücksichtsloser Mord aus dem Hinterhalt und dass er keine unnötigen Fragen stellt, solange der Preis stimmt. Im Zuchthaus gesessen hat der »gute«, »nette« oder »brave« Kiddie, wie er sich selbst gerne in der dritten Person nennt, wegen Sittlichkeitsverbrechen an Minderjährigen, was ihn nur noch unbequemer und schmieriger erscheinen lässt. Horst Frank zeigt in dieser Produktion eine seiner leichtesten Fingerübungen, was überhaupt nicht heißen soll, dass nur etwas Gewöhnliches abgespult wurde. Ganz im Gegenteil, denn er baut eine hohe Durchschlagskraft auf, trägt zu einer guten Portion Unbehagen und Spannung bei, da er herumschleicht wie ein hungriges Raubtier, das jederzeit aus dem Hinterhalt zuschlagen könnte.

In diesem Zusammenhang erlaubt sich die Geschichte zwar kaum praktische Veranschaulichungen, aber Hemmungslosigkeit und Skrupellosigkeit werden absolut deutlich, als er eine reiche, alte Dame in ihrem Badezimmer ermordet, dabei alles so aussehen lässt, als sei es ein bedauernswerter Unfall gewesen. Die Geschichte schlägt hierbei lediglich gedankliche Brücken zu erwähnten Morden aus der Vergangenheit, für die er zumindest verantwortlich sein könnte. Nicht nur Karin Dor wird von ihm wenig galant angepackt, sondern es bahnt sich auch ein Clash mit Joachim Fuchsberger an, was Horst Franks eigentlich ziemlich übersichtliche Rolle wesentlich mehr an Präsenz gewinnen lässt. Mit seiner beinahe singenden Stimme entstehen ziemlich unbequeme Intervalle, die durch seine hervorragende Interpretationsgabe für klassisch dichte Krimi-Momente sorgen. Die Frage, was ihn eigentlich antreibt, ist ziemlich schnell nach dem ersten Treffen mit seinem Chef beantwortet, denn über allem steht ausschließlich der Profit. Für einen Bruchteil des Erfolgshonorars für die "weiße Spinne" spielt er den verlängernden und eiskalten Arm des Todes und es ist nur zu erahnen, wie vielen Opfern er bereits das Licht ausgeknipst hat. Insgesamt kann gesagt werden, dass sich Horst Frank zwar innerhalb einer bestimmten Schublade bewegt, das aber in vollkommen überzeugender Art und Weise. Mit eiskalter Erscheinung und rücksichtsloser Aggressivität stellt er genau einen der Typen dar, die eine solche Geschichte für ihre Glaubwürdigkeit und letztlich auch Spannung nötig hat. Gewürzt mit zynischen Gebärden und Dialogen, entstehen beachtliche Momente, da es zu etlichen Szenen kommt, die hochqualifiziert skizziert werden. Bei einer derart eindeutig gebrandmarkten Figur bleibt zwar keinerlei Spielraum für Sympathie, aber gerade wegen der starken Bedrohlichkeit bleibt er in diesem ohnehin sehr unterhaltsamen Krimi nachhaltig in Erinnerung.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 02.09.2020 21:19 
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"Die weiße Spinne" bietet eine interessante Alternative im Bereich des Whodunit-Schemas an. Obwohl die Geschichte ihre größten Geheimnisse nicht bis zum Ende aufrecht erhalten kann, bleibt sie aufgrund der routinierten Kniffe von Regisseur Harald Reinl dennoch spannend. Der deutsche Kriminalfilm hat über die Jahre viele unterschiedliche Maskeraden gesehen, sicherlich wesentlich bessere als in dieser Produktion, aber auch definitiv schlechtere. Die Geschichte rund um das für den Titel Pate stehenden Verbrechersyndikats ist flüssig und überaus eingängig erzählt, wartet außerdem mit einigen Hinguckern auf, die nicht zuletzt wegen einer auffälligen Brutalität bei den Mordszenen für Aufsehen sorgen können. Unbequeme und vorzugsweise wohlhabende Leute werden per Auftragsmord ins Jenseits befördert. In diesem Zusammenhang zeigen sich diverse Handlungsstränge, die sehr geschickt miteinander verknüpft sind und den Verlauf frisch und abwechslungsreich halten. Hierzu trägt natürlich das Who's Who des deutschen Kriminalfilms bei, das sich durchgehend keine Blöße erlaubt. Joachim Fuchsberger und Karin Dor agieren als längst eingespieltes Team innerhalb unterschiedlichster Voraussetzungen, wirken als Duo sogar teilweise interessanter, als bei der Rialto-Filmreihe. In Erinnerung bleiben außerdem Dieter Eppler, Werner Peters, Horst Frank, Paul Klinger oder Mady Rahl, die perfekt abgestimmte Leistungen präsentieren. "Die weiße Spinne" ist nicht zuletzt wegen des turbulenten Inszenierungsstils und des alternativen Angebots immer wieder gerne gesehen, sondern auch wegen einer besonders schönen, mysteriösen Atmosphäre.


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 Post subject: Re: DIE WEISSE SPINNE - Harald Reinl
PostPosted: 19.09.2020 21:00 
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"Die weiße Spinne" wartet mit liebevollen Details auf, die den Film schon in den ersten Minuten unverkennbar und originell machen. Das Maskottchen des besessenen Spielers, die kleine weiße Spinne aus Glas, die sich im Vorspann zur Zeichnung vor dunkelgrauem Hintergrund wandelt und mit ihrem Netz die Leinwand überzieht; die griffige Musik von Peter Thomas, die aufgeregt und listig zugleich Unheil und Spannung heraufbeschwört; die betroffen und schockiert in die Kamera blickende Karin Dor und das Geheimnis eines zweifelhaften Todes, der nur vermeintlich den Schlusspunkt unter die Ereignisse im "Club 55" setzt. Der Ablauf ist gut strukturiert und vermeidet Längen wie im ähnlich konzipierten "Das Wirtshaus von Dartmoor". Man merkt, dass mit Harald Reinl ein Routinier (das Wort im besten Sinne) am Werk ist und die Spannung durch verschiedene Rätsel, die erst spät gelöst werden, gehalten wird. Im Umfeld der Spielclubs bewegen sich kauzige und unheimliche Figuren. Er ist als Sammelplatz für Entscheidungen ein wichtiger Treffpunkt. Gleichzeitig sorgen das verschlossene Zimmer im Yard, die Unterkunft von Ralph Hubbard, die elegante Wohnung von Muriel Irvine und das heruntergekommene "Hotel Falk" für angenehme Abwechslung. Wieder einmal fällt ins Auge, dass die Schauspieler außerhalb der so populären Edgar-Wallace-Reihe weitere Akzente setzen können und eine fast unnahbare, zeitlose Stilsicherheit in Aussehen und Auftreten zeigen, die ihre Präsenz noch bemerkenswerter und angenehmer für den Zuschauer macht. Der Eindruck, ernsthafter wirken zu wollen, zieht sich wie ein Leitmotiv durch die meisten sogenannten Epigonen.


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