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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 11.11.2011 18:38 
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OT: Il sole nella pelle (1972)

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Zwei Welten prallen aufeinander, als die junge, aus reichen und konservativen Familienverhältnissen stammende Lisa (Ornella Muti) den 19-jährigen Franzosen Robert (Alessio Orano) kennenlernt, der einer gänzlich anderen, alternativen und unabhängigen Lebensart zugewandt ist. Für die beiden stellen diese Gegensätze kaum ein Problem dar und so erblüht schon bald eine zärtliche, einfühlsame Liebe. Lisas Vater hat dafür allerdings keinerlei Verständnis und verlangt, dass sie den Kontakt zu diesem vermeintlich zwielichtigen Typen, der auch schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, sofort abbricht. Mit dieser familiären sowie gesellschaftlichen Ignoranz konfrontiert, kommt dem jungen Pärchen die Idee, sich in die am Meer gelegene Ferienvilla von Lisas reichen Eltern abzusetzen. Von dort aus erkunden sie die idyllische Umgebung und landen auf einer einsamen Insel, nachdem ihr Boot schlappgemacht hat. Währenddessen hat der einflussreiche Vater, der vor allem um die Unschuld seiner Tochter besorgt ist, allerdings auch schon Polizei, Küstenwache und sogar Militär zu einer riesigen Suchaktion alarmiert. Die unschuldigen Annährungen der beiden, im wahrsten Sinne des Wortes, Gestrandeten und die paradiesische Naturverbundenheit scheinen also in ernster Gefahr, zumal die ganze Angelegenheit auch für sensationslüsterne Journalisten ein gefundenes Fressen ist...

Und wieder eine ziemlich fantastische Entdeckung in Sachen Italo-Kino der 70er, soviel muss schonmal gesagt werden. Als Zuschauer bekommt man zu Beginn direkt die Polizeiermittlungen vorgesetzt, die allerdings nur so eine Art Grundgerüst darstellen, denn die verschiedenen Zeugenaussagen all der Leute, die mit dem Ausreißer-Pärchen Kontakt hatten, gehen dann in grOße Rückblenden über, welche wiederum den Verlauf der Geschichte aufdröseln. Hört sich jetzt sicher komplizierter an, als es letzlich ist, denn im Grunde geht hier doch alles recht linear vonstatten, und zwischendurch kann man auch schnell mal vergessen, dass die Story restrospektiv erzählt wird, da es eben nicht wirklich etwas zur Sache tut. Schaden tut's dem Film jedoch ebenfalls nicht und deshalb will ich mich an diesem Punkt auch gar nicht länger aufhalten.
Viel erwähnenswerter ist da nämlich zum Beispiel, auf welch eindrucksvolle Weise hier die Charaktere zum Leben erweckt werden. Sicher trägt die herausragende inszenatorische Leistung, von der ich sogleich noch schwärmen werden, einen großen Teil dazu bei, aber ich empfand dieses dargestellte Verhältnis nicht nur als oberflächlichen "Coming of Age"-Verschnitt, sondern war wirklich angetan von dieser anrührenden, stellenweise fast schon märchenhaften, aber auch von einem unterschwelligen Fatalismus geprägten Beziehung. Manchmal möchte man meinen, es schrammt knapp am Plakativen, Klischeehaften vorbei, wenn man zur nur beiläufig angeschnittenen "Hippie"-Bewegung genau die typischen Bilder geliefert bekommt, die man von einem filmischen Produkt dieser Zeit erwartet, oder im Gegensatz dazu eben die konservative Seite präsentiert wird, also in dem Fall die Eltern, die die Veränderungen in der Gesellschaft eher misstrauisch beäugen, vor allem wenn der eigene Nachwuchs davon betroffen ist. In ähnlicher Hinsicht funktionieren die bissigen Kommentare in Richtung reißerischer Sensations-Journalismus (die bekannte Zeitung mit den 4 Buchstaben lässt grüßen) jedoch wieder umso besser: so ist z.B. ein Reporter enttäuscht, dass es sich bei dem involvierten jungen Mann um einen Franzosen handelt, da "jede andere Nationalität bei dem Fall mehr hergegeben hätte", ein anderer betont, dass "das Wort 'Hippie' in einem Artikel natürlich mit verbraten werden muss" und das Ende offenbart quasi wie nebenbei einen weiteren bitterbösen Seitenhieb.
Nun aber zu Cast und Inszenierung, die es schließlich sind, die dem Streifen zu höheren Weihen verhelfen. Luigi Pistilli wirkt in der Rolle des Kommissars etwas verschenkt. Die junge Ornella Muti und den eher unbekannten Alessio Orano kann man dafür durchaus als Traumpaar bezeichnen, zumindest bringen sie ihre Charaktere absolut überzeugend, eindringlich und verzaubernd rüber. Die imposanten Naturaufnahmen und eine Unterwasserszene, wie ich sie selten so stylisch gesehen habe, sind ebenfalls nicht weniger als ein wahrer Augenschmaus. Doch das Beste zum Schluss, die Lobeshymmne auf Komponist Gianni Marchetti! Ohne Zweifel eines der schönsten Beispiele für italienische Soundtrack-Kunst. Was also Herr Marchetti (den Namen bitte merken) hier geschaffen hat, gleicht schlichtweg einem lieblichen Zuckerguss, bei dem man unweigerlich dahinschmelzen möchte; verträumte Gitarren- und Klavierklänge dominieren das Geschehen und etablieren die Atmosphäre überhaupt erst richtig, vereinzelt setzen treibende Up-Tempo-Sounds punktgenau Akzente, und dabei handelt es sich nicht nur, wie so oft, um Variationen eines Themas, sondern es wird eine ganze Bandbreite aufgefahren, die außerdem noch durch mehrere Ohrwurm-Songs ergänzt wird.

Da fällt mir gar kein großes Fazit ein, außer: Unbedingt sehens- und hörenswert!

Die deutsche DVD von MVW erinnert qualitativ an eine recht ordentlich erhaltene VHS, Bild dürfte aber immerhin im Originalformat sein (wenn auch nicht anamorph). Egal, kaufen! Billig gibt's die Scheibe im Moment z.B. noch bei Ebay, ansonsten aber schon schwerer zu finden das Teil. Ach ja, den Covertext sollte man ignorieren, denn da wird mal wieder heftigst gespoilert!


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 11.11.2011 18:46 
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Ich danke dir Chet! Muss ich mir gleich mal ordern das Teil!!! :)

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 11.11.2011 19:11 
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Chet wrote:
(die bekannte Zeitung mit den 4 Buchstaben lässt grüßen)

Schreib doch

DIE BILD-ZEITUNG !!!

Herrje!!


Ansonsten ... mal wieder ein sehr schmackhaftes Review. Danke. 8-)

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 11.11.2011 19:32 
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TRAXX wrote:
Chet wrote:
(die bekannte Zeitung mit den 4 Buchstaben lässt grüßen)

Schreib doch

DIE BILD-ZEITUNG !!!

Herrje!!


Ansonsten ... mal wieder ein sehr schmackhaftes Review. Danke. 8-)

Boah, schrei doch nicht so, du Rüpel mit den 5 Buchstaben! :shock: War doch zu entziffern, was gemeint war.

Und jetzt: BESTELL DIR DEN FILM, VERDAMMT NOCHMAL!



:lol:

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 11.11.2011 23:13 
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Chet wrote:
aben! :shock: War doch zu entziffern, was gemeint war.

Und jetzt: BESTELL DIR DEN FILM, VERDAMMT NOCHMAL!



:lol:

SCHON ERLEDIGT !!! DU SACK !!!










:P :mrgreen: ;)

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 12.11.2011 07:58 
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Ist ja interessant, dass ein Film, der offenbar die Sensationspresse anprangert, einen deutschen Titel hat, der direkt der 'Bild' entsprungen sein könnte.

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 12.11.2011 17:22 
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Huch! Den müsste ich noch auf VHS haben. Gesehen hab ich den vor Urzeiten mal, aber Erinnerungen sind sehr mau...


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 12.11.2011 19:09 
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@TRAXX: :jc_goodpost: :mrgreen:

Wünsche allen, die so schnellentschlossen zugeschlagen haben, viel Spaß und hoffentlich keine Enttäuschung. :)

The Big Coordinator wrote:
Ist ja interessant, dass ein Film, der offenbar die Sensationspresse anprangert, einen deutschen Titel hat, der direkt der 'Bild' entsprungen sein könnte.

Stimmt schon, aber das war ja sowieso gängige Praxis damals. Interessant ist ja auch im krassen Gegensatz dazu der Alternativtitel EIN SOMMER VOLLER ZÄRTLICHKEIT. Sind aber schon beide irgendwie zutreffend.

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 22.01.2013 15:40 
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Wow der Film ist der Hammer!!!

Was für ein Score! Die Darsteller Klasse!

Ein Mädchen aus behüteten Hause , das ziemlich viele freiheiten hat, verliebt sich in einen Hippie der auf der Straße lebt.
Für ihn gibt es keine festen regeln, er lebt in den Tag hinein und geniesst jede Sekunde.
Für sie gibt es schon noch Regeln die sie auch einhält, als aber ihr Vater ihr verbietet sich weiter mit ihm zu treffen, ändert das ihre Sicht etwas.
Sie fährt mit ihm in ihr Strandhaus, dort haben sie auch ein Segelboot, mit dem Fährt man hinaus. Man bleibt auf einer Sandbank hängen und schwimmt zu einer Insel.
Dort lebt man in den Tag hinein und lässt es sich gut gehen..
Derweil hat ihr Vater die Polizei Alamiert weil sie nicht nach Hause gekommen ist.
Die Polizei ermittel und immer neue Spuren tauchen auf. Da zwei Jäger beobachtet haben wie er ihr hinterher gerannt ist und meinten vielleicht wollt er über sie rüber? Brechen die wildesten Gerüchte los. Vor allem für die Presse die sich gleich eine Hubschrauber chartert ist das ein gefundenes Fressen...
Dabei war gar nichts null komm null...

Mal erhlich ich hab mir echt gewünscht das der Hubschrauber mit den dummen Fotografen abgestürzt wäre ;) :evil:

Die Schauplätze sind ne wucht, anfänglich an so einen Hippietreffpunkt an einem Fluss, wo man sich nackt vergnügt bis die Polizei dem Treiben ein ende macht.
Später die durchsichtige Türkiesblaue See....
Dazu ein herrlicher Score, der die beiden Liebenden so richtig unterstützt!
Oh man sah die Ornella in dem Film affen Geil aus :P
Da wurden echt schöne Bilder eingefangen, da könne Filme wie die "Blaue Lagune" einpacken ;)
Die Unterwasserszenen wurden sowas von Perfekt und erotisch eingefangen , das ist der Hammer!
9/10

Und noch was zum "Medienvertrieb Wiesbaden" zu sagen... Die sind ein ähnlicher Stymperverein wie Pestentertainment, nur das sie ab und an mal ein glückliches Händchen haben in der Filmauswahl.
Bild sieht wie die einfache Abtastung einer Kinorolle aus ohne viel Bearbeitung, am ende gibts gar Vertikale streifen, keine Ahnung was die da gemurkst haben....
So schlecht ist es jetzt nicht das Bild , aber es geht viel besser....


ps. mit den Reportern die ab und an von einem Star eine gelangt bekommen habe ich kein Mittleit, geschiet denen recht! In dem Film benehmen sie sich ja auch wieder überaus affig nur der Sensation hinterher.

Als es heist er sei in die Schifsschraube gekommen und tot, da ist die Story nicht mehr interessant für sie und sie lassen sie fallen :o :roll:

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 23.01.2013 18:36 
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Leute schlagt zu, der Händler hat gerade eine Rabattaktion laufen, zudem ist die Dvd sehr selten und wird im Amazon Marketplace schon sehr hoch gehandelt! Warum die Dvd so selten ist weiss ich auch nicht...

Hier der Link:

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 23.01.2013 18:49 
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reggie wrote:
Leute schlagt zu, der Händler hat gerade eine Rabattaktion laufen, zudem ist die Dvd sehr selten und wird im Amazon Marketplace schon sehr hoch gehandelt! Warum die Dvd so selten ist weiss ich auch nicht...

Hier der Link:

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Ja, sehr cool!! :D
Aber ich habe doch (leider) gestern schon das Tape bestellt. ;)


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 19.10.2017 18:27 
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Hat jemand einen Tipp, wo man die DVD noch bekommen kann?


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 Post subject: EIN SOMMER VOLLER ZÄRTLICHKEIT - Giorgio Stegani
PostPosted: 15.02.2019 15:59 
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Ein Sommer voller Zärtlichkeit – Giorgio Stegani

(Italien 1971)




Inhalt:

Die 15jährige Lisa ist Teil einer Gruppe von Gymnasiasten, die sich aus Schaulust Hippies, die in der Nähe von Rom campieren, nähert. Sie verliebt sich in den mit einer Blume am Arm tätowierten Robert, der Gitarre spielt und muss wenig später erleben, wie die Polizei die Hippies in Gewahrsam nimmt. Lisa, die aus gutbürgerlichem Hause stammt, lässt aber den Kontakt zu Robert nicht abreißen und nach einem Streit mit ihrem Vater, der gegen diese Freundschaft ist beschließen sie, auszureisen. Mit einem Boot gelangen sie auf eine nahegelegene Insel, auf der sie einige Tage verbringen und sich immer mehr ineinander verlieben.

Doch werden sie von zwei Jägern gesehen, die die Polizei informieren, die daraufhin mit einer Hubschrauberstaffel und der Presse anrückt und den fliehenden Robert verhaftet, Lisa ihrem Vater übergibt. Als Lisa, zurück an einem Hafen nahe Rom, Robert sieht, wie er an Schaulustigen vorbei eskortiert wird, ruft sie ihm zu, der sich daraufhin losreißt, ins Meer springt und von einer Schiffschraube getötet wird.



Review:

Giorgio Stegani ist vor allem durch seine Italowestern bekannt („Adios Gringo“, 1965, „Shamango“, 1967 und „Die letzte Rechnung zahlst du selbst“, 1968). „Ein Sommer voller Zärtlichkeit“ drehte er mit dem Kameramann Sergio D´Offizi, der in „Venus im Pelz“ (1969) und „Don´t Torture a Duckling“ (1972) großartige Bilder schuf. Neben der dem Thema entsprechenden, an Plattencover der Sechziger und der TV-Werbung orientierten romantischen Bildsprache fallen auch die Flucht- und Verfolgungsszenen auf, die trotz Verwendung des Zoomobjektives und unruhiger „Wackelkamera“ stets fokussiert und klar erkennbar sind – im Gegensatz zu vielen Filmen des Gegenwartskinos.

Stegani hat Politikwissenschaft studiert und war auch als Drehbuchautor tätig, und so verwundert es nicht, dass „Ein Sommer voller Zärtlichkeit“ mehr ist als ein Vorgriff auf Randal Kleisers „Die blaue Lagune“ (1980). Immer wieder wird die romantische Erzählung unterbrochen und die Polizeiarbeit gezeigt, Polizisten im Gespräch mit dem Vater, oder mit Zeugen. Diese werden teils unfair behandelt, so wird ein Lastwagenfahrer, der die Beiden zum Strand gebracht hatte, nach seiner hilfreichen Aussage wegen unerlaubter Personenbeförderung mit 1000 Lire Bußgeld bedacht. Auch die Presse, von Lisas Vater hinzugezogen, agiert im Filmverlauf immer sensationsgieriger und voyeuristischer, was schließlich in der letzten Filmszene kulminiert, wenn Reporter die Geschichte um Lisa und Robert doch nicht ausführlich schildern wollen, da Roberts blutiger Tod in der Schiffschraube die Leser vergraulen könnte und man anschließend eine Diashow nackter Mädchen begutachtet, die meisten aber als zu aufgedonnert nuttig verwirft, weil man „Natürlichkeit“ will. Dieses Schlusswort offenbart die Intention des Films: Die Zivilisation, verkörpert durch das traditionelle Weltbild von Lisas Vater, die Polizei und die Presse, vernichtet die Natur und die Kultur, verkörpert durch die Liebe Lisas und Roberts, die Hippiekommune, Roberts künstlerischen Ambitionen (Tätowierung, Gitarrespiel) und die Abgeschiedenheit der Insel, die dem Liebespaar Zuflucht bietet. In der zivilisierten Welt kann „Natürlichkeit“ nur unter kontrollierten (unnatürlichen) Bedingungen als Sehnsuchtsort zugelassen werden, z. B., indem man sie kapitalistisch instrumentalisiert – auf der Suche nach dem perfekten, natürlichen Mädchen für die Seite 1, um die Auflagenzahl zu erhöhen.


Fazit:

Ein dicht inszeniertes, vielschichtiges romantisches Meisterwerk.


Wertung:

10 / 10


Last edited by Pacific Nil on 18.02.2019 15:32, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: EIN SOMMER VOLLER ZÄRTLICHKEIT - Giorgio Stegani
PostPosted: 15.02.2019 17:59 
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Schon existent: sonstiges-aus-italien-f32/tode-gehetzt-giorgio-stegani-t3141.html


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 15.02.2019 18:03 
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Erscheint am 26.04.2019 von DONAU FILM: *** The link is only visible for members, go to login. ***


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 15.02.2019 21:38 
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Danke. Zusammengefügt :!:

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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 15.02.2019 22:27 
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Meine Mike Hunter DVD geht 86:49 min und ist angeblich (ofdb) ungekürzt. Hat ein recht mieses Bild.
Hoffentlich wird das jetzt etwas besser. Zu viel sollte man auch nicht erwarten, sonst hätte Donau das auch auf Blu-Ray gebracht.
Bei dem alive-ag Link werden 92 min angegeben. Daran glaube ich aber noch nicht, denn das soll die Kino-Laufzeit gewesen sein. :?:


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 Post subject: Re: ZU TODE GEHETZT - Giorgio Stegani
PostPosted: 16.02.2019 19:06 
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Das Cover ist sehr hübsch geraten, finde ich, und scheint tatsächlich mal ein Motiv aus dem Film zu zeigen, was bei Donau nicht unbedingt üblich ist.

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Stammt dies aus dem Film oder ist das ein, ähem, (evntl. leicht bearbeitetes) 'Stockfoto'?
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