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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 29.04.2010 17:36 
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Nanü!?

Gibt's etwa noch nichts zum Schwanz des Skorpions??? Sollte mich doch wundern. Wenn's was gibt, dann ab hiermit in die ewigen Jagdgründe des Internets!

Zum Film:

Inhalt (ohne Spoiler):
Mädels Mann stirbt bei einem Flugzeugabsturz, sie erbt eine Menge Zaster, muss jedoch nach Athen reisen, um dort den schnöden Mammon in Empfang zu nehmen (!). Die Versicherungsgesellschaft glaubt nicht an ein ordnungsgemäßes Ableben des Ehemannes und setzt einen Ermittler auf die Schöne an. An der Million haben auch noch diverse andere Herren ein Interesse angemeldet, denen man lieber nicht nachts auf einer einsamen Landstraße begegnen möchte. Und schwupps - ehe man sich versieht, hat die Schöne nichts mehr von den Scheinchen. Bleibt nur der Onkel von der Versicherung...

(will jetzt nicht weiter spoilern)...

Martinos Regie ist mal wieder Sahne, extreme Weitwinkelaufnahmen wechseln sich mit subjektiven Kamerafahrten ab, der Film ist stimmungsvoll ausgeleuchtet, und die Musik von Bruno Nicolai bleibt oft dezent im Hintergrund und erschlägt nicht jede aufkommende Spannung. Die typischen Martinowitzchen bleiben uns natürlich nicht erspart, ist schon drollig, wenn die Frau fremdpoppt, in Parallelmontage dazu das Flugzeug samt Ehemanne an Bord abhebt, das Paar wie weiland der Jet so langsam in die Vertikale übergeht, bis es zum Koitus kommt, bei dem - wie soll's anders sein - das Flugzeug explodiert.
:o

Für Giallo-Fans haben wir natürlich auch hier Killer in Schwarz, die obligatorischen schwarzen Handschuhe, blitzende Messer, blutrote Hüte, hübsche Blondinen mit Löchern in Bauch, Hals, ... pomadengegelte Ermittler, hirnlose Polizisten - Krimiherz, was willst du mehr?!

Zur Veröffentlichung
Kenne nur die Drops of Blood - Veröffentlichung. Dort liegt der Film in (angeblich) neuer Abtastung und im 16 : 9 - Format vor. Das Bild ist gut, habe jedoch nur einen kleinen TV-Schirm, kann also keine objetive Aussage machen. Ton ist verständlich.


Last edited by Sergio Paydes on 29.04.2010 18:04, edited 2 times in total.

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 Post subject: Re: Der Schwanz des Skorpions - Sergio Martino
PostPosted: 29.04.2010 17:57 
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Cooler Film, wie gewohnt toll inszeniert von Sergio Martino. Ich fand ihn aber zu vorhersehbar und auch ein wenig zu langatmig. Trotzdem ein toller Streifen, den zumindest Genre-Fans nicht verpassen sollten.

Ich selber hab vor gut einem Jahr noch die NoShame-DVD gekauft, die ist erste Sahne!


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 22.06.2010 23:42 
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Der Schwanz des Skorpions ist ein sehr spannender Erbschaftskrimi im 1A Giallo-Look. Die Handlung ist extrem fesselnd, denn ständig werden uns neue Verdächtige präsentiert, die dann einige Zeit später wieder genussvoll weggemeuchelt werden. Die Morde fallen zwar recht farbenfroh aus (Blut fließt fleißig), sind aber nicht wirklich hart inszeniert. Im Gegensatz zu den meisten Gialli, spielt dieser Film hier nicht in Italien, sondern in England und Griechenland. Speziell die zweite Location erzeugt eine wunderbare Giallo-Atmo. Die Schauspieler sind allesamt in Ordnung und machen einen wirklich guten Job. Das Ende ist dann typisch für einen Giallo und kam für mich nicht wirklich überraschend, trotzdem finde ich es sehr gelungen.

Ein starker Vertreter des Giallo-Genres
8/10 Pkt

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 22.12.2011 01:48 
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Mal kurz was zur X-Scheibe aus der "Drops Of Blood" - VÖ: Ich hatte die letztens im Player und habe mal penibel auf die ach so schlimm angepriesenen Asynchronitäten geachtet und siehe da, mir fiel nur 1 Stelle auf wo die Tonspur kurz hinterher hinkt und zwar da wo Hilton ein Fenster zuplautzt, alles andere läuft meiner Meinung völlig in Ordnung durch, natürlich kann man sich einbilden das da was nicht stimmt und sollte da was nicht gleichmäßig gelaufen sein, so war es zu keinem Zeitpunkt störend. Ich will jetzt den X-Laden nicht unnötig verteidigen (die haben sich auch genug Schnitzer geleistet), aber da wurde 2006 so ein Rumgepisse wegen öfters auftretenden und dazu noch "extrem" auffallendem asychronen Tonproblemen gemacht und dann sind die Vorwürfe (für mich) irgendwie nur heiße Luft.

Zum Film: Für mich ein Giallo-Klassiker, der sich knapp hinter dem Martino's "Killer von Wien" und "Torso" in meine Giallo Top 10 mit einreihen darf.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 22.12.2011 10:07 
Ich fand das damals echt störend und habe die DVD wieder verkauft und mir das US Release besorgt.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 22.12.2011 15:16 
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Giulio Sacchi wrote:
Mal kurz was zur X-Scheibe aus der "Drops Of Blood" - VÖ: Ich hatte die letztens im Player und habe mal penibel auf die ach so schlimm angepriesenen Asynchronitäten geachtet und siehe da, mir fiel nur 1 Stelle auf wo die Tonspur kurz hinterher hinkt und zwar da wo Hilton ein Fenster zuplautzt, alles andere läuft meiner Meinung völlig in Ordnung durch, natürlich kann man sich einbilden das da was nicht stimmt und sollte da was nicht gleichmäßig gelaufen sein, so war es zu keinem Zeitpunkt störend. Ich will jetzt den X-Laden nicht unnötig verteidigen (die haben sich auch genug Schnitzer geleistet), aber da wurde 2006 so ein Rumgepisse wegen öfters auftretenden und dazu noch "extrem" auffallendem asychronen Tonproblemen gemacht und dann sind die Vorwürfe (für mich) irgendwie nur heiße Luft.


Meine Sichtung ist zwar schon eine Weile her, aber mich hat das auch sehr gestört und es kam auch mehr als nur einmal vor. Fast das gesamte 2. Drittel vom Film.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 11.01.2012 18:30 
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Ein guter Film, der im oberen Bereich angesiedelt werden kann.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 11.01.2012 23:47 
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Für mich mit Abstand der schlechteste von Sergio Martinos 70er-Giallos. Mal sehen, ob ich bei einer Zweitsichtung mal zu einem anderen Ergebnis komme.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 11.01.2012 23:50 
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Chet wrote:
Für mich mit Abstand der schlechteste von Sergio Martinos 70er-Giallos. Mal sehen, ob ich bei einer Zweitsichtung mal zu einem anderen Ergebnis komme.



Wenn du dir den Film ansiehst achte bitte mal auf die blonde Hauptdarstellerin. In manchen Einstellungen sieht diese für mich aus wie Eva Herman. :?:

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 12.01.2012 21:12 
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Chet wrote:
Für mich mit Abstand der schlechteste von Sergio Martinos 70er-Giallos. Mal sehen, ob ich bei einer Zweitsichtung mal zu einem anderen Ergebnis komme.


Na da würde mich mal wirklich interessierne, was du denn so schlecht am SCHWANZ DES SKORPIONS findest. Der für mich schlechteste Martino-Giallo ist ja immer noch DIE FARBEN DER NACHT, auch wenn ich mittlerweile weitaus weniger Probleme mit dem habe als früher. Für mich bietet der Skorpionschwanz trotz eines sehr unscheinbaren und recht normalen Looks/Stil gerade durch die entfesselte Experimentierlust bei den Kameraeinstellungen alleine schon eine sehr tolle Sache, die Stimmung ist auch richtig gut und die Story ist jetzt auch nicht so groß Panne, dass man sich da aufm Sofa am liebsten unter der Decke verstecken mag. Also für mich ist der Film eine durchaus gelungene Sache.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 12.01.2012 21:58 
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Wie gesagt, muss mir den nochmal ansehen. Im Moment sind mir da kaum noch Details präsent.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 09.07.2012 23:20 
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DER SCHWANZ DES SKORPIONS
[LA CODA DELLO SCORPIONE][ITA/SPA][1971]

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Regie: Sergio Martino
Darsteller: George Hilton, Anita Strindberg, Alberto de Mendoza, Ida Galli, Janine Reynaud, Luigi Pistilli , Luis Barboo


„Wahrscheinlich ein Sexualtäter. Allerdings fehlen auch eine Million Dollar.“

Der Gatte Lisa Baumers [Ida Galli] macht den Abflug – im wahrsten Sinne des Wortes, geht sein Flugzeug doch gleich zwei Mal in die Luft: erst regulär, dann per Bombe. Die ohnehin nicht besonders große Trauer der untreuen Ehefrau wird im Anschluss durch ein stattliches Erbschaftssümmchen abermals gemildert. Als sie sich nach Athen begibt, um die Summe in Empfang zu nehmen, hat sie jedoch plötzlich den Versicherungsagenten Peter Lynch [George Hilton] am Hacken. Dieser glaubt nämlich nicht so ganz daran, dass Lisa am Ableben ihres Mannes völlig unschuldig ist. Doch nicht nur Lynch setzt der frischgebackenen Witwe zu: Auch die geheimnisvolle Lara [Janine Reynaud] nebst vernarbtem, sonnenbebrilltem „Anwalt“ Sharif [Luis Barboo] taucht auf einmal auf. Als Geliebte des Verblichenen verlangt sie die Hälfte des Geldes, ansonsten würde sie der Polizei vermeintliche Mordbeweise zukommen lassen. Zwar kann Lynch sie aus ihrer bedränglichen Situation befreien (ist halt immer gut, nen Versicherungsagenten auf seinen Fersen zu haben), doch nun fängt auch noch ein maskierter Messer-Jocke an, mit dem Fall in Verbindung stehende Leute aufzuschlitzen. Die Polizei ist ratlos und verdächtigt irgendwie alle zugleich. Währenddessen tut sich Lynch (in vielerlei Hinsicht) mit der attraktiven Reporterin Cléo Dupond [Anita Strindberg] zusammen, um Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen. Doch dann geraten auch sie in das Visier des Killers...

Der Giallo, die in Italien entstandene, gewalthaltige Subkategorie des Kriminalfilms, hatte sich Anfang der 70er endgültig als eigene Kunstform etabliert und erlebte in den folgenden Jahren eine wahre Blütezeit. DER SCHWANZ DES SKORPIONS, 1971 von Sergio Martini mit deutlichen Anleihen an die Thriller Alfred Hitchcocks gedreht, erweist sich dabei als äußerst linientreuer Genrebeitrag, der die Grenzen der Glaubwürdigkeit bewusst missachtet, um dafür gediegene Spannungsmomente, ungewöhnliche Kameraeinstellungen und blutgetränkte Tötungsakte in den Fokus zu rücken. Im direkten Vergleich zu dem vom Regisseur im selben Jahr entstandenen, wesentlich versierterem DER KILLER VON WIEN ist DER SCHWANZ DES SKORPIONS zwar ein Rückschritt, gepflegt bei Laune hält die stellenweise recht rüde Mörderhatz dennoch.

Dem etwas konfusen, doch nicht uncleverem Skript gelingt es, so manche falsche Fährte zu legen, um Zuschauer wie Protagonisten mehr als einmal in die Irre zu führen. Angereichert mit etwas Action (wie die schwindelerregend gefilmte Verfolgung über eine Wendeltreppe), einer Prise nackter Haut und einer gesunden Portion schrägen Humors ergibt das einen zwar nicht sensationell originellen, aber doch sehr wohlschmeckenden Unterhaltungscocktail, der zwar oftmals droht, sich in seiner Vielzahl an Winkelzügen und Wendemanövern zu verfangen, doch schließlich zu einer wenn auch nicht unbedingt plausiblen, so doch zumindest passablen Lösung gelangt.

Dabei gibt sich die zu Grunde liegende Handlung hier erstaunlich geerdet: Ist der typische Giallo in seiner Thematik häufig stark sexuell aufgeladen, das Tat-Motiv oft mit einem traumatischen Kindheitserlebnis verwurzelt, so bewegt man sich hier auf geradezu mustergültig altmodischem Krimi-Terrain, mit dem selbst die Urgroßmutter noch etwas anfangen kann: Es geht um Versicherungsbetrug und Verleumdung, um Erpressung und Erbschleicherei, um Geld und Gier.

So konventionell das inhaltlich auch scheinen mag, so experimentell geriet das in der Ausführung: DER SCHWANZ DES SKORPIONS bietet eine erquickliche Vielzahl an schrägen Blickwinkeln, optischen Verzerrungen und fotographischen Sperenzchen, was seinen bizarren Höhepunkt erreicht, als sich die Kamera während eines Polizeiverhörs plötzlich quer legt und das Geschehen um 90° Grad verdreht hochkant präsentiert. Solche Spielereien mögen auf den ersten Blick sinnlos erscheinen, sorgen jedoch für einen erfrischenden Aufbruch konventioneller Sehgewohnheiten.

Doch auch abseits der rein visuellen Komponente mangelt es nicht an höchst effektvollen Augenblicken: So findet Lisas anfänglicher Ehebruch in Parallelmontage zum Flugzeugunglück statt – auf dem Höhepunkt des Aktes explodiert makabererweise die Maschine ihres Mannes (schade, dass der böse Sarkasmus dieser Szene durch den lausigen Kinderzimmer-Spezialeffekt zerstört wird). Und in einer späteren Szene bangt eine Dame um ihr Leben, als sie feststellen muss, dass der Mörder gerade im Begriff ist, die schützende Tür zu durchbrechen. Zwecks Abwehrung des Angreifers hechtet die Frau zur Tür - genüsslich in Zeitlupe zelebriert, die Augen voll panischer Angst. Ein kleiner Moment zwar nur, aber dennoch großes Kino!

Einen zusätzlichen Reiz bezieht DER SCHWANZ DES SKORPIONS aus der häufigen Verschiebung seiner Haupt- und Sympathiefiguren: Vermeintlich zentrale Protagonisten verlassen die Handlung wieder, scheinbar böswillige Charaktere enden als hilflose Opfer und von jedem Verdacht befreite Personen haben plötzlich Dreck am Stecken. Bis zum Schluss bleibt unklar, wem hier eigentlich zu trauen ist - ein willkommener Anlass zum fröhlichen Mörderraten.

In der Hauptrolle erlebt man George Hilton [→ EIN HALLELUJA FÜR DJANGO] - von bösen Zungen gern als talentfreie Zone verschrieen, schlägt er sich als Versicherungsagent Peter Lynch doch sehr wacker und legt seine Rolle ähnlich der von Cary Grant in VERDACHT an. So steht er nicht nur für die ermittelnden Beamten, sondern auch für den Zuschauer häufiger mal in Verdacht, selbst der Täter zu sein.

Die Figur Anita Strindbergs [→ DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS] als Reporterin Cléo wird reichlich spät (und auch dramaturgisch etwas holprig) eingeführt, aber ihr sympathisches Auftreten und attraktives Äußeres lullen den Zuschauer (und freilich nicht nur den) dennoch erstaunlich schnell ein.

Luigi Pistilli [→ LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG] steht als ermittelnder Inspektor Stavros währenddesen so dermaßen auf dem Schlauch, dass man fast Mitleid bekommen möchte (vor allem dadurch verdeutlicht, wie er immer wieder vor einem Puzzlebild sitzt und sich vergebens mit dessen korrekter Zusammensetzung abmüht). Zwar wird zugegebenermaßen nicht wirklich geklärt, ob Stavros sich nicht einfach der Columbo-Methode bedient und sich argloser gibt, als er tatsächlich ist, doch wie er hinter jedem Mord ein Sexualverbrechen vermutet (obwohl keines der Opfer in irgendeiner Weise sexuell missbraucht wurde), ist schon sehr drollig.

Ist DER SCHWANZ DES SKORPIONS auch weit davon entfernt, neue Maßstäbe zu setzen, ist er für Giallo-Freunde schon aufgrund der geliebten Ingredenzien absolutes Pflichtprogramm: Wenn der Killer, stilecht schick unterwegs mit Maske, Schlapphut und Klappmesser, sein blutiges Tag- und Nachtwerk verrichtet, spielen inhaltliche Defizite (wie im Sande verlaufende Handlungsstränge) ohnehin höchstens die zweite Geige. Zeitweise von launiger Urlaubsatmosphäre durchzogen bietet das angenehm abstruse Mörderspiel deutlich überdurchschnittlichen Krimi-Kurzweil mit charmanten Ecken und Kanten und – trotz bescheidener Tricks - erstaunlich heftigen Gewaltspitzen. Schwänzen lohnt sich!

a. auch: DER SCHWANZ DES SKORPIONS

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Regelmäßig neue Reviews von Stuart Redman und DJANGOdzilla bei
JÄGER DER VERLORENEN FILME


Last edited by DJANGOdzilla on 27.08.2013 00:53, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 30.07.2013 22:56 
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Gesichtet wurde die asynchrone Drops of Blood-Fassung, und eines gleich vorweg:
Den würde ich mir kein zweites Mal kaufen.

Für mich der schlechteste Martino-Giallo.
Das einzige was gut ist, ist die Szene mit der abgebrochenen Flasche im Auge, alles andere ist (für mich) langweilig.
Da reißen auch Leute wie George Hilton, Anita Strindberg oder Luigi Pistilli nichts mehr raus.
Nicht mal der Soundtrack ist hier erwähnenswert.
Und da die abgebrochene Flasche das einzige ist was ich in diesem Film als gelungen bezeichnen würde, bleibt mir nur eine Wahl:
Höchstens 4,5/10


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 30.07.2013 23:44 
Sbirro Di Ferro wrote:
Das einzige was gut ist, ist die Szene mit der abgebrochenen Flasche im Auge



Ich mag den Film sehr und die Szene mit der Flasche ist mit Sicherheit der unwichtigste Punkt für mich.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 00:30 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Gesichtet wurde die asynchrone Drops of Blood-Fassung, und eines gleich vorweg:
Den würde ich mir kein zweites Mal kaufen.

Für mich der schlechteste Martino-Giallo.
Das einzige was gut ist, ist die Szene mit der abgebrochenen Flasche im Auge, alles andere ist (für mich) langweilig.
Da reißen auch Leute wie George Hilton, Anita Strindberg oder Luigi Pistilli nichts mehr raus.
Nicht mal der Soundtrack ist hier erwähnenswert.
Und da die abgebrochene Flasche das einzige ist was ich in diesem Film als gelungen bezeichnen würde, bleibt mir nur eine Wahl:
Höchstens 4,5/10


Dein Geschmack ist leider sehr bedauerlich :(


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 07:57 
Vincent cushing wrote:
Sbirro Di Ferro wrote:
Gesichtet wurde die asynchrone Drops of Blood-Fassung, und eines gleich vorweg:
Den würde ich mir kein zweites Mal kaufen.

Für mich der schlechteste Martino-Giallo.
Das einzige was gut ist, ist die Szene mit der abgebrochenen Flasche im Auge, alles andere ist (für mich) langweilig.
Da reißen auch Leute wie George Hilton, Anita Strindberg oder Luigi Pistilli nichts mehr raus.
Nicht mal der Soundtrack ist hier erwähnenswert.
Und da die abgebrochene Flasche das einzige ist was ich in diesem Film als gelungen bezeichnen würde, bleibt mir nur eine Wahl:
Höchstens 4,5/10


Dein Geschmack ist leider sehr bedauerlich :(



Mir gefällt an diesem Film die Besetzung und die Musik. Gerade SCHWANZ hat eine sehr Giallo typische Musik und der krasse Wechsel ins Mediterrane hebt den Film noch mal heraus.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 08:47 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Nicht mal der Soundtrack ist hier erwähnenswert.


... ich glaube mit dieser Meinung stehst Du ziemlich alleine da. Eine typische bzw. perfekte Untermalung für einen Giallo. Zählt für mich persönlich zum Besten was italienische Filmmusik hergibt. Vorallem das Titelstück ist ein Traum ...

Sbirro Di Ferro wrote:
Das einzige was gut ist, ist die Szene mit der abgebrochenen Flasche im Auge, alles andere ist (für mich) langweilig.


... wenn Du einen Giallo auf Brutalitäten reduzierst mag das stimmen. Für mich muss ein Giallo allerdings mehr bieten um zu gefallen, und das tut der SCHWANZ DES SKORPIONS vorzüglich. Für mich persönlich ein Paradebeispiel für einen gelungenen Giallo ...

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 10:08 
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Könntest Du bitte die Edit-Funktion nutzen, vielen Dank.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 10:19 
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Blap wrote:
Könntest Du bitte die Edit-Funktion nutzen, vielen Dank.


Habe es zusammengefügt.

@il gatto
Ist von Blap nicht böse gemeint, sondern dient einfach nur der besseren Übersicht.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 31.07.2013 11:08 
sid.vicious wrote:

@il gatto
Ist von Blap nicht böse gemeint, sondern dient einfach nur der besseren Übersicht.



Blap ist unser Foren Vater. Wer könnte ihm schon böse sein. :)


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 05.08.2013 07:52 
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Der Schwanz hat alles, was ein guter Giallo braucht: Den Killer in schwarzem Dress, blinkende Messer, hübsche Mädels mit blankem Busen, aufgeschlitzte Leichen (und Augen), voyeuristische Blicke durchs Schlüsselloch.

Der Zuschauer meint zunächst, dass es sich um einen einfachen Plot handelt, doch wird mit jedem weiteren Mord die Handlung rätselhafter, bis erst am Schluss jeder Mord logisch begründet wird. Hier ist kein Mord bloßer Selbstzweck.

Hinzu kommen die schönen Locations, stellenweise erinnert der Film ein wenig an einen James Bond Film, und das nicht nur wegen der Tauchszenen und der weißen Yacht, dem hübschen Mädel im Bikini, sondern auch in der Rasanz der Ereignisse, denn lagweilig wird der Film nie, die Handlung galoppiert Richtung Finale, so dass eigentlich nie Langeweile aufkommt.

Ab und an werden gute Sprüche geklopft, die jedoch die Handlung nicht stören:

Reporterin: Haben Sie was gegen französische Küche?
Peter: Französinnen sind mir lieber!

Stanley zu Peter, der eine zweifelhafte Frau ohrfeigen will:
Stanley: Was sind das für Methoden?! Die wendet ja heute nicht mal mehr die Polizei an!

Peter, nachdem er eine Attacke mit einer Axt überlebt hat: Natürlich hat auch niemand versucht, mir eben den Kopf zu zertrümmern, man hat sich nur ein wenig im Beilwerfen geübt!

Der Score ist hervorragend, aber das steht oben mit Beispielen belegt, danke nochmls für den Querverweis :D

Für mich war der Schwanz schon immer in meiner Top5 der Gialli, doch nach der nun guten Veröffentlichung von Filmart, wo lediglich der Ton an der ein oder anderen Stelle schwankt (der Ton klingt kurz dumpf, springt dann wieder in den klaren Klang über, ein Filterfehler?), mit ausgezeichnetem Bild mit klaren Farben, einem schönen Interview mit Sergio Martino, den filmischen Querverweisen zu Hitchcock, Bond, Argentos Handschuhe, ... nun mein absoluter - und da lege ich mich fest - Lieblingsgiallo. Mir gefällt er besser als die Argentos. Basta.

10/10 Punkten!


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 05.08.2013 11:23 
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Sergio Paydes wrote:
....doch nach der nun guten Veröffentlichung von Filmart, wo lediglich der Ton an der ein oder anderen Stelle schwankt (der Ton klingt kurz dumpf, springt dann wieder in den klaren Klang über, ein Filterfehler?),...

Wie an anderer Stelle im Forum erwähnt, waren diese paar Stellen wohl in der 35mm Kopie defekt und mußten von einer 16mm Kopie gezogen werden. Ich finde es löblich, dass man nicht einfach mit der Videosynchro aufgefüllt hat oder OmU gegangen ist sondern tatsächlich noch eine andere Quelle gesucht hat. Der Ganze betrifft ja auch nur ein paar wenige Sätze im Film.
Beim deutschen Vorspann (der in 35mm und 16mm Variante im Bonusbereich vorhanden ist; noch besser beim Hidden Feature) kann man sich einen Eindruck des Zustandes der 35mm und 16mm Kopie machen. Besonders der Ton der 16mm Kopie scheint sehr stark gelitten zu haben.

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 05.08.2013 11:26 
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Da hat also schon jemand das Osterei gefunden... ;)

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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 07.08.2013 17:40 
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ich verstehe nicht das man Filme nur nach dem Goregehalt bewertet... der Skorpion ist ein spannender und stimmiger Giallo...
zwar nix besonderes aber sehr gut gemacht.

gute 8/10

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PostPosted: 23.09.2013 15:08 
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Der Schwanz des Skorpions (Italien, Spanien 1971, Originaltitel: La coda dello scorpione)

Anita & George im Nahkampf

Lisa Baumer (Ida Galli) verliert ihren Ehemann durch einen Flugzeugabsturz. Auf die attraktive Frau wartet ein üppiges Trostpflaster, sie erhält eine Million US-Dollar aus der Lebensversichrung ihres verschiedenen Gatten. In Athen lässt sich unsere lustige Witwe die gesamte Summe in bar aushändigen. Bald trübt sich die Stimmung deutlich ein, Lisa wird von der resolut auftretenden Lara Florakis (Janine Reynaud) massiv unter Druck gesetzt, soll die Hälfte des Geldes abliefern. Kurz darauf fällt Lisa einem brutalen Mörder zum Opfer, das Geld ist verschwunden. Versicherungsdetektiv Peter Lynch (George Hilton) arbeitet eifrig an der Aufklärung der Vorgänge, ebenso interessiert befasst sich Journalistin Cléo Dupont (Anita Strindberg) mit dem Fall. Während der zuständige Inspektor Stavros (Luigi Pistilli) Peter Lynch für verdächtig hält, mit Unterstützung des Interpol-Ermittlers und John Stanley (Alberto de Mendoza) Nachforschungen anstellt, kommen sich Peter und Cléo langsam näher. Weitere Morde geschehen, wer steckt hinter den grausamen Taten ...???

Unbestritten war die erste Hälfte der siebziger Jahre die große Zeit des Giallo. Sergio Martino gehört zu den wichtigsten Regisseuren dieser Epoche, lieferte in dieser frühen Phase seiner Karriere fünf relevante Beiträge zum Genre ab. Es folgt eine kurze Übersicht der Werke neben "Der Schwanz des Skorpions":

• Der Killer von Wien (Lo strano vizio della Signora Wardh)
• Die Farben der Nacht (Tutti i colori del buio)
• Your vice is a locked room and only I have the key (Il tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave)
• Torso - Die Säge des Teufels (I corpi presentano tracce di violenza carnale)

"Der Killer von Wien" erfeut (nicht nur) das Auge mit überschäumender Sinnlichkeit und herrlichen Wendungen. "Die Farben der Nacht" punktet mit okkult-pulsierender Schlagseite, während sich Grenzgänger "Your vice ..." -auf Poe-Fundament- in prickelnd-bedrohlicher Dreiecksbeziehungskistensuhle (und viel mehr) aalt. "Torso" lebt (teils) von boshaft-sadistischen Momenten, ist fraglos einer der wichtigsten Proto-Slasher neben Bavas "Im Blutrausch des Satans" (Reazione a catena). So mutet "Skorpion" auf den ersten Blick fast ein wenig unscheinbar an, vermeintlich fehlen ganz besondere Momente. Mit jeder Sichtung offenbart der Streifen mehr Potential! Sergio Martino beschränkt sich hier zwar auf bewährte Strickmuster, präsentiert uns diese jedoch nahezu formvollendet, garniert mit kleinen Spielereien und Höhepunkten. Martino mag kein Genie des Kalibers Mario Bava oder Dario Argento sein, ihn jedoch lediglich als geschäftstüchtigen Handwerker zu bezeichnen scheint mir unangemessen, viel Liebe zum Detail wird dem aufmerksamen Zuschauer nicht entgehen, mindestens Handwerkskunst lasse ich gelten. Freilich darf die hervorragende Kameraarbeit von Emilio Foriscot nicht unerwähnt bleiben, gleiches gilt für den grandiosen Score aus der Feder des zuverlässigen Bruno Nicolai.

Auch das Ensemble wird bei Freunden des italienischen Genrekinos für Begeisterung sorgen, nicht nur die Hauptrollen wurden mit bekannten und geschätzten Gesichtern besetzt. George Hilton darf den smarten Schnüffler geben, natürlich erliegt die weibliche Hauptrolle seinem Charme, wir dürfen Hilton und Strindberg in vielen gemeinsamen Szenen genießen, packendes Finale inklusive. Immer wieder begeistert mich die kühle Schönheit der Schwedin Anita Strindberg, hinter deren nordischer Edelfassade es verlockend brodelt. Ein Blick hier, eine Geste da, trallala. Luigi Pistilli liefert erwartungsgemäß hohe Qualität. Leider gelang dem großartigen Schauspieler nie der ganz große Durchbruch, obschon in Italien ebenso als Theaterdarsteller geschätzt, sein Leben endete 1996 durch Selbstmord. Alberto de Mendoza gibt den gönnerhaft angehauchten Interpol Mitarbeiter, Ida Galli dominiert die Aufwärmphase, Janine Reynaud sorgt für fiese Momente, unterstützt durch Luis "Fratzengeballer" Barboo. Leider bleibt nicht viel Raum für die wunderschöne Lisa Leonardi, deren Filmographie unerfreulicherweise nur wenige Einträge aufweist.

Wir bekommen einen Killer in schwarzen Klamotten und schwarzen Handschuhen zu sehen, Martino zeigt uns Morde voll blutroter Schönheit, gibt sich allerdings nicht allzu ausufernden Gewaltszenen hin, ähnliches gilt für die erotischen Momente. Unbeschwert wird Hitchcock aus der Schublade geholt, stilsicher gewählte Schauplätze sind sowieso garantiert, Einsatz von Zeitlupe und ungewöhnlichen Kameraperspektiven würzen das ohnehin schmackhafte Menü zusätzlich. Geldgier und Verdorbenheit lassen gierige Geiferlinge aus dem Boden sprießen, der Mensch ist eine Sau. Die Lösung des Falls setzt Martinos stilsicherer Inszenierung die Krone auf. "Der Schwanz des Skorpions" mag nicht mein Liebling im Giallo-Kosmos sein, er ist auch ich nicht mein Favorit aus dem Schaffen Sergio Martinos. Dennoch schaue ich mir den Film immer wieder sehr gern an, kann mich an jeder Sekunde dieser gekonnten Zielgruppenbedienung erfreuen. Bestens für Einsteiger geeignet, dicke Empfehlung!

In Deutschland erfuhr "Der Schwanz des Skorpions" bereits einige Auswertungen auf unterschiedlichen Formaten, die neue DVD von filmArt deckelt vorherige Veröffentlichungen. Im Vergleich zur DVD aus dem Hause X-Rated wurde die Bildqualität verbessert, neben der Videosynchronisation befindet sich nun auch die Kinosynchronisation an Bord. Ferner wird italienischer Ton angeboten, dazu ein interessantes Interview mit Sergio Martino, diverse Trailer, alternativer Vor- und Abspann, Vergleich zwischen 35mm und 16mm, abgerundet durch ein lesenswertes Booklet. Auch Besitzer älterer Ausgaben dürfen zugreifen, Einsteiger sowieso, klarer Kauftipp!

Es bleibt bei dicken 8/10 (sehr gut)!


Lieblingszitat:

"Im Schlafzimmer bist du besser als in der Küche."

_________________
Blap V 3.0 regaining paradise

***
Vom Ursprung her verdorben


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 05.01.2014 22:42 
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Nachdem ich jetzt alle Martino-Gialli gesehen habe, hab ich mir auch diesen nochmal angesehen.
Diesmal in einer synchronen Version.
Ich muss sagen, er ist immernoch genau so langweilig wie bei der Erstsichtung und ich verstehe auch nach wie vor nicht, was an diesem Film so besonders sein soll.
Für mich ganz klar der schwächste Martino-Giallo.
Die Musik ist, zugegebenermaßen, gar nicht so schlecht und deshalb kriegt er jetzt von mir 5/10.


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 09.01.2014 16:28 
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Für mich einer der besten Gialli, die ich kenne. Martino hätte in Sachen Spannung bei den einzelnen Szenen noch etwas mehr raus holen können, aber alles in allem ist er gut inszeniert. 8/10


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 27.01.2014 23:09 
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Nachdem ich den Film bisher nur von VHS (Arcade Glasbox + Today) kannte, hab ich mir nun auch mal die FilmArt-Scheibe gegönnt. Zum Film selbst wurde ja alles relevante bereits gesagt, er ist gut, aber Sergio hat im gelben Genre noch Besseres zustande gebracht. Sehr schön sind aber gewiss seine optische Spielereien (Mord durch die Glasscheibe gefilmt, Zeitlupeneinsatz, quergestelltes Bild). Auch über die Besetzung mit George Hilton, Luigi Pistilli, Anita Strindberg, Janine Reynaud und Evelyn Stewart aka Ida G(i)alli kann man nicht meckern.


Ein besonderes Dankeschön gebürt FilmArt dafür, die originale Kinosynchro wieder ausgegraben zu haben, die zwar an einigen Stellen qualitativ abfällt (hier musste von einer 16mm-Kopie aufgefüllt werden), sonst aber nicht zu kritisieren ist.

"Auch ein Sexualverbrecher muss leben und seinen Schneider bezahlen!"


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 21.04.2014 17:19 
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Es ist halt einfach das Gesamtbild das hier ausgesprochen stimmig ist und ein recht perfektes Ganzes ergibt. Die Schauspieler sind gute Bekannte die ich immer gerne sehe, die Settings erzeugen extreme Urlaubsstimmung (oder Aussteigerträume, um bei einem Thema des Films zu bleiben) und Frau Strindberg ist eine Augenweide auf der ich den Rest meines Lebens grasen möchte.
Die Musik geht einmal ins Ohr und bleibt drin. Tief drin. Und begleitet mich den Rest der lausigen Woche und erfreut mein Herz. Die Kameraführung und die Umsetzung der visuellen Ideen verdienen das Prädikat "Dafür wurde der Film erfunden", und last but not least natürlich die gepflegte (Kino-) Synchro mit einigen herrlichen Gassenhauern, die den Film auffrischen ohne ihn zum Dauerkalauer zu machen.

Hitchcock hat mal die Definition des Begriffs Suspense gemacht. "Wenn eine versteckte Bombe unter einem Tisch, an dem mehrere Leute frühstücken, plötzlich explodiert, ist dies ein Schreck und unterhält 20 Sekunden lang; wenn der Zuschauer die Lunte jedoch lange brennen sieht und die Figuren nichts davon ahnen, ist dies Suspense und fesselt fünf oder zehn Minuten lang." [Quelle: Wikipedia]
Und genau hier hakt DER SCHWANZ DES SKORPIONS ein. Die Lunte brennt, und der geneigte Zuschauer fiebert mit. Den Film auf eine Reihe mal mehr mal weniger blutiger Morde (= Schrecksekunden) zu reduzieren (sic) wäre wie EASY RIDER auf die Szenen beim Motorradfahren zu beschränken, ohne die Geschichte dahinter zu erkennen. Wenn ihr versteht was ich meine ...

Darum gibt es von mir 8,5/10 Schiffstörns in der Ägäis mit der Anita ...

_________________
Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: DER SCHWANZ DES SKORPIONS - Sergio Martino
PostPosted: 01.02.2015 16:27 
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Der Schwanz des Skorpions (D)
La coda dello scorpione (IT)
La queue du scorpion (F)
La cola del escorpión (ES)
The Case of the Scorpion's Tail
Tail of the Scorpion
Scorpion's Tail


IT / ES 1971

R: Sergio Martino
D: George Hilton, Anita Strindberg, Luigi Pistilli, Ida Galli (Evelyn Stewart), Alberto de Mendoza, Janine Reynaud, Luis Barboo u.a.


dt. Kinostart: 25.05.1973

dt. Synchronsprecher #1 (Kino 1973)

dt. Synchronsprecher #2 (VHS 1983)

Schnittbericht: dt. VHS vs dt. DVD

Score: Bruno Nicolai

OFDb



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"Wissen Sie, als Anwalt ist er kein allzu großes Licht, dafür hat er andere Fähigkeiten, wie man z.B. Menschen verschwinden lässt..."


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Lisa Baumer (Evelyn Stewart), ihres Zeichens Ehefrau des recht vermögenden Piloten Kurt Baumer, vergnügt sich während der beruflichen Abwesenheitszeiten ihres Mannes gerne in fremden Betten und erhält eines Morgens nach einer ausschweifenden Liebesnacht eine telefonische Hiobsbotschaft mitgeteilt: Das Flugzeug ihres Mannes ist über dem Pazifik abgestürzt und Kurt dabei tödlich verunglückt.

Kurz darauf erhält sie Kenntnis von einer bestehenden Lebensversicherung, die ihr Mann mit einer Police i.H.v. 1 Mio $ auf ihren Namen anlegte und muss zur Klärung der Auszahlungsmodalitäten von London ins ferne Athen fliegen. Da die Versicherungsgesellschaft aber hinsichtlich der mysteriösen Todesursache Misstrauen hegt, setzt diese ihren besten Mann, den Versicherungsdetektiv Peter Lynch (George Hilton), auf Lisa Baumer an.

Doch kurz vor ihrem Abflug wird die Witwe plötzlich von ihrem heroinabhängigen Ex-Freund erpresst, da dieser angeblich noch einen Brief in seinem Besitz hat, indem Lisa bereits in der Vergangenheit unwiderlegbare Mordabsichten hinsichtlich ihres Gatten mitteilte.
Doch als Lisa am Abend die vereinbarte Summe übergeben möchte, findet sie ihren Verflossenen ermordet in dessen Wohnung vor.

Am nächsten Tag trifft sie dann nach ihrer Ankunft in Griechenland auf Peter Lynch, der sich bereits fest an ihre Fersen geheftet hat und die reiche Witwe ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aus den Augen lässt. Am gleichen Abend macht sie zudem in einem alten Vorstadttheater Bekanntschaft mit der etwas wahnsinnigen Lara Florakis (Janine Reynaud) und deren skrupellosen Anwalt Sharif (Luis Barboo), die es gleichfalls auf die Lebensversicherung abgesehen haben. Lara offenbart sich als die neue Verlobte des mittlerweile verstorbenen Kurts und sollte nach der geplanten Heirat eigentlich die neue Erbberechtigte werden. Daher verlangt sie 50% der Erbmasse oder ihr Anwalt würde die 100% auf seine Art eintreiben.

In Todesangst lässt sich Lisa am nächsten Tag die 1 Mio $ Police von der Versicherung in Bar auszahlen, um im Anschluss Athen in Richtung Tokyo schnellstens zu verlassen können.
Doch noch vor Antritt ihres Fluges wird Lisa in ihrem Hotelzimmer grausam ermordet vorgefunden und die 1 Mio $ sind spurlos verschwunden.

Der ermittelnde Inspektor Stavros (Luigi Pistilli) schießt sich zunächst auf Peter Lynch als Tatverdächtigen ein und lässt es diesen auch unmissverständlich wissen. Stavros wurde zusätzlich von Interpol der Ermittler John Stanley (Alberto de Mendoza) zur Seite gestellt, der ihm bei der Lösung dieses Falls unter die Arme greifen soll.
Während Peter verzweifelt seine Unschuld zu beweisen versucht, tritt plötzlich die aufreizende Polizeireporterin Cléo Dupont (Anita Strindberg) auf den Plan, da sie hinter dem Fall eine große Story wittert.
Peter ist von der hübschen Cléo sehr angetan und beginnt mit ihr gemeinsam auf eigene Faust nach dem Täter und der verschollenen Million zu ermitteln.
Doch schon bald kommt es schon zu weiteren Opfern und auch Cléo befindet sich plötzlich in höchster Lebensgefahr...


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Ein weiterer Giallo des werten Herrn Martino, den ich auch eher den Hochglanz-Vorzeige-Exemplaren des Genres zuordnen würde. Inszenatorisch wartet dieses Werk mal wieder mit sehr schönen Bildern auf und der Plot ist auch recht solide gestaltet, aber so richtig überraschen konnte er mich noch nie. In diesem Fall könnte ich hierauf bezogen sogar mit dem gestrigen Feedback von Prisma zum Wiener Killer konform gehen ;)

Ein wenig merkwürdig (und unpassend) empfand ich den wohl als innovativ gemeinten Kameraschwenk in Luigis Büro:

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:unknown:


Das sehr gute Aufgebot an Darstellern bietet dann wieder eine (wie gewohnt) überzeugende Darbietung und kann bestens unterhalten. Die Filmmusik von Bruno Nicolai gehört dann auch wie so oft zu den unvergesslichen Klassikern dieses Genres und verstärkt die spannungsgeladene Atmosphäre entsprechend gut.

Die aktuelle Betrachtung wurde mit der dt. Kino-Synchronisation vollzogen, die m.E. akustisch zunächst einmal angenehmer klingt. Versuche aber noch im Laufe der kommenden Woche inhaltliche Unterschiede in den beiden dt. und in der it. Sprachfassung ausfindig zu machen (soweit ich mich erinnere, variierte doch die Auflösung des Plots ein wenig).... :unknown:


Da mir persönlich bei einem Giallo in erster Linie die vorherrschende Gesamtatmosphäre wichtig ist, spielt dieses Werk trotz alledem in der oberen Liga meiner Genre-Favoriten mit. :good:


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dt. Trailer:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


US Trailer:

[BBvideo]http://vimeo.com/107424642[/BBvideo]


it. Vorspann + Score:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com



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