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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DER 4 ½ BILLIONEN DOLLAR VERTRAG - John Frankenheimer
PostPosted: 01.05.2018 02:47 
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Michael Caine   Anthony Andrews   Victoria Tennant   in

DER 4 ½ BILLIONEN DOLLAR VERTRAG

● THE HOLCROFT COVENANT / DER 4 ½ BILLIONEN DOLLAR VERTRAG / DER HOLCROFT VERTRAG (GB|1985)
mit Mario Adorf, Michael Lonsdale, Richard Münch, Bernard Hepton, Carl Rigg, Alexander Kerst und Lilli Palmer
eine Produktion der Holcroft | Thorn EMI
ein Film von John Frankenheimer


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»Der Oberst erwartet uns!«

Vierzig Jahre nach Kriegsende soll die unglaubliche Summe von 4 ½ Milliarden US-Dollar an den deutschstämmigen New Yorker Architkten Noel Holcroft übergeben werden, dessen Vater, General Heinrich Clausen (Alexander Kerst), einer von Hitlers Finanzberatern war und diese Summe beiseite schaffte. Noch bevor geklärt ist, ob das Geld wie geplant den Opfern der Nazizeit zugute kommen soll, werden zahlreiche Attentate auf Noels Leben verübt. Als sich die Zusammenhänge nach und nach ergeben, wird ihm schließlich klar, dass er das Werkzeug eines perfiden Plans geworden ist, denn das Vermögen soll dazu dienen, das Vierte Reich zu erschaffen...

Schwarzweiß-Szenen aus dem Krieg stellen den vagen Zusammenhang dar, auf dem John Frankenheimers Horror-Vision basiert. Schließlich wird es der kurze Prozess sein, der einen Zeitsprung in das Produktionsjahr ermöglicht, um dem unfreiwilligen Protagonisten die bevorstehenden Modalitäten zu erläutern, bis es Schlag auf Schlag weitergehen kann. Verfolgung, Mord und Chaos dominieren den Verlauf ab sofort auffallend und die Konstellationen werden dem Zuschauer näher gebracht, oder wahlweise im Dunkeln gehalten. Als gutes Mittel erweist sich daher die Strategie, so viele der Personen so undurchsichtig wie möglich zu halten, indem sie ihre Masken nicht ablegen. Eine Hetzjagd durch europäische Großstädte beginnt und bei dieser Gelegenheit wird die Affinität der Regie für bildgewaltige Schauplätze und Mercedes-Benz Limousinen aufgezeigt, ebenso für Action, Tragik und Tempo. Der Hintergrund, dass subversive, beziehungsweise neonazistische Elemente ein sogenanntes Viertes Reich mit der Milliardensumme gründen wollen, wirkt vielleicht absurd.

Jedoch ist es die intensive Handhabe, die das Unglaubwürdige zumindest in den Bereich des Möglichen rücken möchte. Dies bezieht sich in erster Linie darauf, dass es immer Personen oder Gruppierungen zu geben scheint, die bestimmten Ideologien zu ihrer Krönung verhelfen wollen. Über allem steht Macht und Herrschaft, wobei der Zweck die Mittel heiligen soll; immerhin rollen auch hier zahlreiche Köpfe und das recht unsentimental. Auf dem Nährboden eines geschichtlichen Kontextes setzt Frankenheimer auf Überzeichnung, eine Prise Polemik und den Größenwahnsinn einiger Personen, was neben den Mordanschlägen eine durchgehende Spannung garantiert. Michael Caine stattet die Hauptrolle mit seiner üblichen Glaubhaftigkeit und ironischen Untertönen aus, sodass er den Film über die volle Distanz tragen kann. Des Weiteren gibt es erfreuliche Wiedersehen mit Lilli Palmer, Mario Adorf oder Richard Münch. Unterm Strich ist "Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag" sehr überzeugend inszeniert worden und transportiert Hochspannung auf überdurchschnittlich hohem Niveau.


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 Post subject: Re: DER 4 ½ BILLIONEN DOLLAR VERTRAG - John Frankenheimer
PostPosted: 07.05.2018 14:54 
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Hier noch der recht aussagekräftige Trailer:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: DER 4 ½ BILLIONEN DOLLAR VERTRAG - John Frankenheimer
PostPosted: 30.05.2019 16:07 
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Prisma wrote:
Unterm Strich ist "Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag" sehr überzeugend inszeniert worden und transportiert Hochspannung auf überdurchschnittlich hohem Niveau.


Würde ich auch so einordnen - Frankenheimer erwähnt ja in seinem AK (auf der Koch-BD), dass das größte Problem gewesen wäre, den extrem komplexen Plot zu vereinfachen, was auf Kosten der ganzen Nebenhandlungen gegangen sei; und in der Tat kommt der Film dann etwas "schlicht" in seiner Auflösung daher und verdeutlicht nur wenig von einer "Denkschule", wie sie die Straussianer beispielsweise als politische Agenda gerne propagieren (die Erwähnung von David Rockefeller in einem Nebensatz lässt dabei natürlich auch tief blicken); aber egal, recht unterhaltsam ist der Film trotzdem geworden, zum Teil fand ich ihn richtig komisch (z. B.: das "Hotel" in Berlin, die Darstellung des Oberst) - gleichwohl ist der thematisch ähnlich gelagerte THE BOYS FROM BRAZIL deutlich spekulativer in seinem Actiongehalt und somit wohl auch das bessere "B-Movie"...


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