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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: GEFAHR IM VERZUG Michel Deville
PostPosted: 01.05.2019 23:46 
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Gefahr im Verzug
(Originaltitel: Péril en la Demeure, Spielfilm, Frankreich, 1985. Erstaufführung (BRD): 22.08.1985, Verleih: Concorde, FSK: 16, Laufzeit: ca. 101 Min., Bild: Farbe (Eastmancolor), Bildseitenverhältnis: 1,66:1. Produktion: Gaumont, Eléfilm, TF1 Films Production. Regie: Michel Deville. Drehbuch: Michel Deville, Rosalinde Deville (unter dem Namen: Rosalinde Damamme). Darsteller: Anémone, Richard Bohringer, Nicole Garcia, Christophe Malavoy, Michel Piccoli u.a. IMDB, OFDB, Filmdienst


Was wie eine Dreiecksgeschichte mit erotischen Untertönen anhebt, wird im Laufe der Handlung zu einem Kriminalspiel mit tödlichem Ausgang, das durch immer neue, überraschende Wendungen eine andere Richtung nimmt.

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Der junge Gitarrenlehrer David (Christophe Malavoy) kommt zu der großbürglichen Familie Tombsthay, deren Tochter er unterrichten soll. Die Dame des Hauses (Nicole Garcia) findet schnell Gefallen an David und verführt ihn regelrecht. Man trifft sich in der eher prekären Wohnung Davids. Doch das intime Treiben bleibt nicht unbemerkt. Ihm wird eine Videokassette zugesandt, auf der das Liebesspiel der beiden zu sehen ist, welches von außen aufgenommen wurde (hier rächt sich, wenn man große Fenster ohne Vorhänge hat). Wer steckt dahinter? Der eifersüchtige Ehemann (Michel Piccoli) oder die mysteriöse und neugierige Nachbarin der Tombsthays (Anémone)?

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Als ein Schläger auf David losgeht, der vermutlich von Monsieur Tombsthay angeheuert wurde, kommt ihm ein Mann zu Hilfe, der David schon vor dem Haus der Tombsthays auffiel. Daniel Forest, wie er sich nennt (Richard Bohringer), enthüllt sich dem überraschten David gegenüber als Profikiller, der den Auftrag hat, Mikrofilme zu entwenden und - womöglich - Tombsthay zu ermorden. Irgendwie freunden sich die beiden unterschiedlichen Männer an (wobei das Verhalten des Hitmans latent homoerotische Züge aufweist). Da Forest (Bohringer) Tombsthay für gefährlich hält, gibt er David eine geladene Pistole und fordert ihn auf, vorsichtig zu sein.

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Das erweist sich als prophetisch. Als David zum Haus der Tombsthays fährt, um das erotische Abenteuer fortzuführen, wird er wider Erwarten von Herrn Tombsthay empfangen, der abwesend sein sollte. Nun eskaliert die Situation. Tombsthay zückt ein Messer, um den Ehebrecher ins Jenseits zu befördern. Im letzten Moment holt David die Pistole hervor und erschießt den eifersüchtigen Messerstecher. Madame Tombsthay kommt nun hinzu und arrangiert den (durchaus willkommenen) Tod des Ehemanns als Einbruch. Sie schickt David mit einem antiquarischen Weltkugelartefakt weg, welches die gesuchten Mikrofilme enthält (wie David und vielleicht auch Madame weiß).

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Der freundliche Killer ist über die Wendung der Dinge alles andere als erfreut, zumal David ihm die Weltkugel und ihren wertvollen Inhalt vorenthält. Es kommt zu einem letzten Zusammentreffen, bei der einer von beiden getötet wird.

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Michel Deville ist mit Gefahr im Verzug ein atmosphärischer Thriller der eher leisen Töne gelungen. Etwas Erotikfilm aber auch Film Noir mit einer Nicole Garcia als femme fatale, einem sanften Killertyp (Richard Bohringer), wie man ihn nicht erwartet und einer unkonventionellen und mysteriösen Nachbarin, dargestellt durch die jüngst verstorbene Anémone. Die Bildregie erweist als gut durchdacht. Ebenso die Musikauswahl. Rundum ein Film, den ich weiterempfehlen würde.

Bildquelle: DVD-Veröffentlichung (KNM, 2016)

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Jokerfive


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 Post subject: Re: GEFAHR IM VERZUG Michel Deville
PostPosted: 04.05.2019 20:21 
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Kann ich nur bestätigen. Ein klasse Film ! Fast alle Charaktere bleiben bis zum Ende letztlich undurchschaubar. David stolpert wie blind durch die Geschichte, ist das Objekt der Manipulation von allen Seiten und entkommt am Ende wie durch ein Wunder unversehrt aus der Falle, die ihm die Familie Tombsthay (klingt nicht zufällig wie doomsday = Weltuntergang, Verhängnis) gestellt hat. Aber nicht nur das, am Ende zeichnet sich für ihn auch noch ein außerordentlich romantisches Happy-End ab. In gewisser Weise verkörpert er den unschuldigen und reinen Narren, der sich fast widerstandslos in Gefahr stürzen lässt, aber dem Verhängnis entkommt, als stünde er unter dem Schutz wundersamer Mächte, die ihre schützende Hand über ihn halten.
Sehr schön ist auch der Soundtrack zu dem Film, für den man eine höchst geschmackvolle, zur jeweiligen Stimmung des Filmes passende Auswahl an klassischen Musikstücken (meist mit Gitarre) getroffen hat.

Meine Empfehlung: Unbedingt anschauen !!


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