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 Betreff des Beitrags: LOUIS, DER GEIZKRAGEN - Jean Girault & Louis de Funès
BeitragVerfasst: 28.09.2018 23:16 
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Produktionsland/Jahr: Frankreich 1980
Darsteller: Louis de Funès, Frank David, Hervé Bellon, Georges Audoubert, Guy Grosso, Michel Modo, Anne Caudry, Claire Dupray, Claude Gensac, Bernard Menez, Michel Galabru
Drehbuch: Jean Girault & Louis de Funès
Produziert von: Christian Fechner
Musik: Jean Bizet

Sein Name ist Harpagon und er ist geizig. So geizig, dass er sich in der Kirche vor der Kollekte drückt, immer nur das gleiche schwarze Wams trägt und mit seinem Personal ständig über unnötige Ausgaben streitet. Höchstes Gut auf Erden ist für ihn das liebe Geld: Harpagon ist steinreich, er bewahrt sein ganzes Vermögen in einer metallbeschlagenen Truhe auf, die er im Garten vergraben hat. Mindestens einmal pro Tag vergewissert er sich, ob sie noch da ist. Zwei erwachsene Kinder hat Harpagon, die unter seiner Knickrigkeit leiden: Tochter Elise soll nach dem Willen des Vaters den 50-jährigen Anselme heiraten, weil er als einziger Kandidat auf die Mitgift verzichtet. Und für seinen Sohn Cléante hat er eine nicht mehr jugendfrische, aber begüterte Witwe ausgesucht. Für sich selbst hat der alte Geizhals die bildschöne, junge Nachbarstochter Marianne ausgewählt, deren Herz er mit Hilfe der Kupplerin Frosine zu erobern gedenkt. Doch die Kinder sind mit den Plänen Harpagons nicht einverstanden: Sohn Cléante ist selbst in die hübsche Marianne verliebt, und Elise will Harpagons Haushofmeister Valère heiraten. So verbünden sich die vier mit der um ihren Kupplerlohn geprellten Frosine und setzen gemeinsam alles daran, den alten Geizkragen an seiner verwundbarsten Stelle zu treffen. Als eines Tages die Geldtruhe verschwindet, ist Harpagon nahe daran zu explodieren...
(Moviepilot)

Nach Molières "Der Geizige" entstand die einzige (Co)-Regiearbeit de Funes', der sich im Alter in einem Film seines Freundes Jean Girault auch einmal an der Regie versuchen wollte.
Herausgekommen ist dabei eine temporeiche Komödie, die sich trotz einer Laufzeit von fast 2 Stunden kaum Längen leistet.
Von daher, denke ich, hat de Funes mehr von der Inszenierung übernommen, als nur ein paar vereinzelte Szenen.
Wie viel es tatsächlich ist, weiß ich natürlich nicht, aber in Anbetracht anderer Girault-Filme, müsste de Funes hier ziemlich viel übernommen haben.
Denn DER GEIZKRAGEN wird nicht (oder zumindest kaum) von rhythmischen Schwierigkeiten ausgebremst, was mir bei Girault, wenn er alleine Regie führt schon öfter aufgefallen ist.
Lediglich in den letzten 20 Minuten wird's etwas anstregender, aber bis dahin ist es ein sauber durchkomponierter Film.
Streckenweise für de-Funes-Verhältnisse zwar schon fast gemächlich in seinem Tempo, aber wenn, dann merkt man, dass es auch so gewollt ist und nicht das Resultat künstlerischen Unvermögens des Regisseurs.
Größtenteils ist DER GEIZKRAGEN auch wirklich sehr theatralisch (noch mehr als frühere auf Theaterstücken basierende Filme de Funes').
Sei es in der Inszenierung an sich oder in den Sets, die nicht selten sehr an Bühnenkulissen erinnern, aber das funktioniert hier sehr gut.
Trotz der Nähe zum Theater, der stark theatralisch betonten Inszenierung, hat man nie das Gefühl, etwa einfach einen Mitschnitt einer Theateraufführung zu sehen, was mir ja auch schon untergekommen ist.
Ein gelungener Balanceakt also von Girault und de Funes, die hier trotz allem immer im filmischen Bereich bleiben.
Letzteres ist sicher auch der Charakterzeichnung des Harpagon und de Funes' Spiel zu verdanken, der sich in keiner Weise irgendwie anpasst, sondern einfach der klassische cholerische Grimassenschneider ist und bleibt und das in Höchstform wie eh und je.
Zwar bekommt er immer wieder kleine Verschnaufpausen, aber er drückt doch noch einmal mehr aufs Gas als in seinem Comeback-Film BRUST ODER KEULE, zeigt keine Spur von Altersmilde oder, dass er altersbedingt einen Gang zurückschalten hätte müssen.
Gibt's alles nicht bei ihm, er spielt sich einmal mehr hingebungsvoll die Seele aus dem Leib, sehr zum Vergnügen des Zuschauers.
Sowohl für die Darbietung als Schauspieler, als auch für die Leistung als Regisseur: Chapeau, Monsieur de Funes! :hutheben:
8,5/10

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


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