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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: TIERRA - Julio Médem
PostPosted: 02.04.2019 12:16 
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Produktionsland/Jahr: Spanien 1996
Darsteller: Carmelo Gómez, Emma Suárez, Silke, Karra Elejalde, Nancho Novo, Juan Jose Suarez, Pepe Viyuela, Ricardo Amador, Txema Blasco
Drehbuch: Julio Médem
Produziert von: Fernando de Garcillán
Musik: Alberto Iglesias

Der dreißigjährige Ángel (Carmelo Gómez) soll in einer wunderschönen, ländlichen Weinregion Spaniens die dortige Erde (Tierra) von einem seltsamen Schädling befreien. Allerdings ist er halb Engel, halb Mensch, oder zumindest ein komplizierter Mensch mit überbordender Phantasie – und zwei Persönlichkeiten. Beide verlieben sich nach seiner Ankunft in zwei verschiedene Frauen: die sinnliche, etwas schüchterne Hausfrau Ángela (Emma Suárez), und die wilde, sexverrückte Mari (Silke Hornillos Klein)…
(Moviepilot)

"Poetisch, sinnlich, magisch, wie man sich Kino immer wünscht und selten findet" - zu dem Schluss kommt "Die Welt".
Bei Medem ist das prinzipiell auch im Bereich des Möglichen, er hat einen ganz speziellen ästhetischen Blick.
Aber gerade im Falle seines 3. Langfilms TIERRA finde ich das im Nachhinein betrachtet doch ein bisschen übertrieben.
Es gibt sicher einen Film von Medem bei dem obiges Fazit auch für mich zutrifft, aber der heißt nicht TIERRA sondern LUCÌA UND DER SEX.
TIERRA enthält zwar alles, was und wie man es von Medem erwarten würde, aber er fühlt sich (zumindest streckenweise) eher nach angezogener Handbremse als Vollgas an.
Die Geschichte ist gewohnt komplex und, ich würde sagen, sogar philosophisch aufgeladen, das ist gut, aber dafür erreicht der Film atmosphärisch nicht das, was er anscheinend gerne würde.
Surreal, hitzeflirrend, romantisch und ein Schuss Erotik sollte es anscheinend sein, geworden ist es großteils aber nur ziemlich trocken.
Ich hatte fast immer das Gefühl, Medem wollte mehr, hat es aber nicht ganz geschafft - die erste kleine Enttäuschung.
Darüber hinaus schmälern stellenweise lächerliche CGI-Aufnahmen den eigentlich guten Gesamteindruck, denn langweilig ist er ja nicht.
Die Darsteller sind weitgehend schon aus DAS ROTE EICHHÖRNCHEN bekannt, machen natürlich auch hier einen guten Job.
Nur Medem selbst scheint leider nicht immer gut aufgelegt gewesen zu sein, schaut man sich weiters den Erotik-Anteil an.
Normalerweise ja auch eine seiner Stärken und mancherorts wird gar von "einigen der erotischsten, intensivsten und überzeugendsten Liebesszenen, die man lange Zeit gesehen hat" gesprochen, aber das finde ich hier auch etwas zu hoch gegriffen.
Die 2,3 betreffenden Szenen fand ich sogar relativ schwach, da habe ich von Medem schon besseres gesehen.
Wirklich gut ist, finde ich, in der Hinsicht eigentlich nur der "Tanz" in der Bar von Mari, der Rest bleibt leider hinter dem roten Eichhörnchen zurück und auch später hat er das besser gemacht.
Also es ist zwar ein Medem durch und durch, das merkt man, aber leider einer, der sein Potenzial selten voll ausschöpft.
Er schafft es zwar stellenweise ein gewisses schwebendes Gefühl zu erzeugen, auch das war aber weniger als erwartet.
Mal schauen, wie sich das bei weiteren Sichtungen entwickelt, vorerst belasse ich es aber bei 7,5/10.

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Making of:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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 Post subject: Re: TIERRA - Julio Médem
PostPosted: 04.04.2019 09:00 
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Für mich ist das einer der überragenden Filme der letzten 30 Jahre, von einem Regisseur der immer noch bemerkenswert unbekannt ist. Ein reines Vergnügen ... 10/10 oder auch 11/10


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 Post subject: Re: TIERRA - Julio Médem
PostPosted: 04.04.2019 16:18 
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Stanton wrote:
Für mich ist das einer der überragenden Filme der letzten 30 Jahre, von einem Regisseur der immer noch bemerkenswert unbekannt ist. Ein reines Vergnügen ... 10/10 oder auch 11/10

Ja, ich weiß auch nicht, was da los war...
Eigentlich mag ich Medem mittlerweile auch sehr, aber TIERRA war jetzt für mich rückblickend sogar der schwächste.
Da hat für mich, vom Gefühl her, vieles nicht recht zusammengepasst, die Stimmung war nicht so das Wahre, der ganze Schädlingsbekämpfungs-Aspekt war auch nicht so besonders interessant.
Schade eigentlich, denn von den Ansätzen her hätte der Film durchaus das Zeug zu einem der besten Medems, gerade wegen der halb-Mensch-, halb-Engel-Hauptfigur und die etwas philosophierende Seite hat mir eigentlich auch gefallen, aber insgesamt war es irgendwie nicht das Richtige.

Da fand ich sogar MA MA letztlich besser, wo ich ja sehr skeptisch war.
Und DER BAUM DES BLUTES hat vom Überraschungsfaktor her alles getoppt, das ist, würde ich sagen, knapp nach LUCIA sein bester bisher.


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