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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 23.03.2012 16:50 
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Italien 1959

Darsteller: Alberto Sordi, Belinda Lee, Renato Salvatori, Nino Vingelli, Aldo Giuffrè
Score: Piero Piccioni

Filme gibts unglaublich, sowas wie das habe ich noch nicht gesehen :shock: :lol:

Erstmal zur Story, es geht um den Gastarbeiter Mario, dieser ist nach Deutschland/Hannover gekommen um hier auf dem Bau zu arbeiten. Aber wie viele seiner Landsmänner findet er keine Arbeit. Als man ihm in einem Restaurant wegen seines dreckigen Aussehens nicht bedienen will, bitten ihn ein paar gepflegt aussehende Italiener an den Tisch und spendieren ihm ein Essen.
Als die Polizei kommt stehlen sie ihm seinen Pass, dafür muss er in den Knast, als Wiedergutmachung versprechen sie ihm Arbeit.
Es handelt sich um Verkäufer, die Teppiche , Stoffe, ect. an deutsche Hausfrauen verkaufen, sie wandern dafür von Tür zu tür. Der beste von ihnen ist Totonno, der nimmt Mario unter seine Fittiche, aber Mario ist kein Verkäufer...
Nunja sie unterstehen alle Don Raffaelle und was sie tun ist eigentlich Illegal, Mario weiss das nicht...
Totonno will sich Selbstständig machen ohne Don Raffaelle zu fragen, dazu verschwindet er zusammen mit Don Raffaelles besten Leuten nach Hamburg. Dort will man ebenfalls ein grosses verkäufer Netzwerk aufziehen. Ein deutscher Idustrieller namens Mayer ist der Handeslpartner, da dessen Ehefrau sich in Mario verguckt hat darf dieser auch mit, er soll sich die Dame warm halten, zugunsten von Totonno...
Es läuft nicht gut, die organisation der polnischen Zigeuner dulden die Italiener nicht und stechen ihnen die Reifen platt, ballern auf sie ect..
Totonno bräuchte eine menge Geld um die Zigeuner zu beruhigen, das hat er aber nicht. Deshalb soll Mario seine reiche Geliebte anpumpen, was dieser aber nicht tut. Die Situation eskaliert, am ende holt Don Raffaelle die Kohlen aus dem Feuer...
Obwohl Mario und Paula sich lieben trennen sie sich , Mario will keine allmosen von Paula und Paula liebt das Geld zu sehr um mit dem armen schlucker Mario mittzugehen...

Jetzt kommts, die Italiener in diesem Film reden Italienisch und nur die Deutschen deutsch! Das Italienisch wurde untertitelt und es wird zu 90% italienisch geredet! Zu cool sind die Verkaufsgespräche wenn sich italienisch mit deutsch vermischt und manchmal reden die italiener Deutsch was man wegen des dialekts aber nicht versteht :lol: Muss man gesehen haben, gehört haben um es zu glauben! Ich hab mich herrlich Amüsiert!
"HERR MAYER ROSENTHAL" :lol:
Es hätte nicht Funktioniert hier das Italienisch einzudeutschen, das Muss so!!! Der Film hat damals einige preise abgeräumt!
Mal schön das auch die italienische Mafia in deutschland mal beleuchtet wurde! Wusste gar nicht das es sowas in der art gab...
Es gibt St. Pauli bei nacht zu sehen da ist ne menge los, Strip Shows ect. natürlich recht angezogen, der Film ist ja von 59!
Im grossen und ganzen ist der Film ein Drama, erstens um den Absturz von Totonno, zweitens um die Liebesgeschichte von Mario und Paula...
Sehenswerter Film!!!! 7/10 Auch wenns kein Komödie ist , immer Amüsant !
Läuft ab und an in den dritten Programmen, solltet ihr euch mal aufnehmen ;)


Mario, Tottonno, Don Raffaelle:

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Die extremste Szene, bei uns gibts halt noch deutsche Ut:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com

:lol:

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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 23.03.2012 22:10 
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Der Film scheint einiges an Freude zu bereiten.

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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 23.03.2012 23:10 
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Und wie ;) :D

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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 24.03.2012 20:32 
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Ich hab den vor langer Zeit mal im TV gesehen, hab den aber nicht so positiv in Erinnerung.


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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 10.08.2014 20:43 
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reggie wrote:
Jetzt kommts, die Italiener in diesem Film reden Italienisch und nur die Deutschen deutsch! Das Italienisch wurde untertitelt und es wird zu 90% italienisch geredet! Zu cool sind die Verkaufsgespräche wenn sich italienisch mit deutsch vermischt und manchmal reden die italiener Deutsch was man wegen des dialekts aber nicht versteht :lol: Muss man gesehen haben, gehört haben um es zu glauben! Ich hab mich herrlich Amüsiert!
"HERR MAYER ROSENTHAL" :lol:
Es hätte nicht Funktioniert hier das Italienisch einzudeutschen, das Muss so!!! Der Film hat damals einige preise abgeräumt!
Mal schön das auch die italienische Mafia in deutschland mal beleuchtet wurde! Wusste gar nicht das es sowas in der art gab...


Habe den Film letzte Woche zum ersten mal gesehen und war zunächst von dem sprachlichen Chaos etwas irritiert (und gerade dann, wenn in einem Dialog auf deutsch etwas gefragt wird und auf italienisch geantwortet wird). Auch sehr amüsant sind die unendlichen Monologe von Totonno auf italienisch, bei deren Redefluss immer wieder vereinzelte dt. Begrifflichkeiten wie "bitte schön" oder "verehrte Dame" hervorblitzen :D
Dachte auch zunächst, dass es sich hierbei vlt. um den original am Set mitgezeichneten Ton handeln könnte, bei dem jeder Schauspieler zunächst die Texte in seiner Muttersprache einsprach und man sich im Anschluss aus Kostengründen dazu entschloss, lediglich die it. Sprachpassagen zu untertiteln und Rest dann einfach so zu belassen.... aber merkte schon kurz darauf, dass diese Theorie irgendwie auch keinen Sinn ergibt :unknown:
Skurril wirkt die Sache aber weiterhin.......:D

Der Film an sich hat mir auch recht gut gefallen und zeichnet das damalige Lebensgefühl in unseren Breitengraden recht gut ab. Der Score von Piero Piccioni geht auch sehr gut ins Ohr.

Laut IMDB existieren wohl zahlreiche Schnittfassungen mit unterschiedlichsten Lauflängen: :unknown: (wobei Deutschland mal wieder weit abgeschlagen das traurige Schlusslicht mit der kürzesten Laufzeit darstellt...)

1 hr 51 min (111 min) (Finland)
1 hr 51 min (111 min) (France)
1 hr 59 min (119 min) (Italy)
1 hr 51 min (111 min) (Sweden)
2 hr 12 min (132 min) (USA)
1 hr 32 min (92 min) (West Germany)

Bei dieser 92 min. dt. Fassung (Tonspurangabe: deutsch), scheint es sich wohl um die Kinofassung gehandelt zu haben, denn der mir vorliegende TV Mitschnitt stammt vom NDR und weist eine Laufzeit von 111 min. auf :unknown: (mal wieder ein feines Schnittfassungswirrwarr) ;)

Ein kurze Szene des vorherrschenden Sprachkauderwelschs aus der frnz. Fassung:

www.youtube.com Video from : www.youtube.com


Last edited by Richie Pistilli on 15.04.2020 20:42, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 15.04.2020 20:02 
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AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS

● I MAGLIARI / PROFESSION: MAGLIARI / AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS (I|F|1959)
mit Belinda Lee, Renato Salvatori, Alberto Sordi, Nino Vingelli, Aldo Giuffrè, Aldo Bufi Landi, Nino Di Napoli,
Jacqueline Vandal, Josef Dahmen, Else Knott, Salvatore Cafiero, Carmine Ippolito, Pasquale Cennamo, u.a
eine Produktion der Titanus | Vides Cinematografica | S. G. C. | im Lehmacher Filmverleih
ein Film von Francesco Rosi


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»Hier ist ganz Italien vertreten...«

Der aus der Toskana stammende und kurz vor der Pleite stehende Mario Balducci (Renato Salvatori) folgt dem Ruf des Wirtschaftswunderlandes und begibt sich nach Norddeutschland. Allerdings fliegen ihm die gebratenen Tauben nicht wie erhofft in den Mund, sodass die Sorge um die eigene Existenz weiter geht. Der Trickbetrüger Tortonno (Alberto Sordi) nimmt sich seiner an und fungiert als Mentor, doch es stellt sich langsam aber sicher heraus, dass Mario aus ehrlichem Holz geschnitzt ist. Als er Paula (Belinda Lee), die Frau eines von Tortonnos Auftraggebern (Josef Dahmen) kennenlernt und sich eine leidenschaftliche Liaison anbahnt, fangen die Probleme erst an. Nach und nach bekommen es die italienischen Vertreter mit harter Konkurrenz auf St. Pauli zu tun, sodass es zu Revierkämpfen kommt, und zu allem Überfluss wird Mario wegen seines Verhältnisses zur schönen Paula aus den eigenen Reihen erpresst...

Der deutsche Titel von Francesco Rosis vielschichtigem Sozialdrama wird der Richtung und Intention des Films im Grunde genommen nicht gerecht, es sei denn man deutet einen Hauch Ironie in die Namensgebung, die St. Pauli als Lockvogel benutzt, um ein breiteres oder sensationslustiges Publikum anzusprechen. Nimmt man den Titel wortwörtlich, so verspricht er auf gewisse Intervalle bezogen bestimmt nicht zu viel, trifft allerdings nicht den bitteren Kern der Angelegenheit. Es geht um eine Reihe italienischer Gastarbeiter, die sich mehr schlecht als recht durchzuschlagen wissen, da sie im Kollektiv unterdrückt werden. So wirken die Charaktere ziemlich verloren im berüchtigten Wirtschaftswunderland, das unter Umständen zwar seine Möglichkeiten anbietet, aber auch nach eigenen, sehr harten Gesetzen funktioniert. Der italienische Titel "I magliari", was etwa so viel wie Stoffhändler bedeutet, verweist schlicht auf ein Scheindasein, bei dem man trotz der Gruppe auf sich alleine gestellt ist. Hierbei sind kleinere Betrügereien an der Tagesordnung, die jeder so gut es geht auch beherrschen sollte, um die Leute Gewinn bringend aufs Kreuz zu legen. Die teils zweifelhaften Protagonisten wirken dabei eigenartig sympathisch, bis sich im weiteren Geschehen die Spreu vom Weizen trennt. Falls man nochmals auf den deutschen Namen der Produktion zurückkommt, deutet sich eine halbseidene Welt an, die als guter Nährboden für derartige Geschäfte dient, außerdem ist in gewissen Sequenzen tatsächlich der Teufel los, wenn man verhaltene Blicke in die Gefühlswelten der Beteiligten gewährt bekommt, die stets Fremde bleiben werden, egal was sie auch tun. Die Hauptfiguren sprechen in neapolitanischem Dialekt, der eine Hektik aber auch prinzipielle Lebensfreude durchschimmern lässt und in Deutsch untertitelt ist. Interessant ist, dass Regisseur Rosi eine gute Gewichtsverlagerung bezüglich der gezeigten Milieus gelingt, außerdem für viel Verständnis werben kann, auch wenn gerade keiner spricht. Hierbei leisten die Darsteller Pionierarbeit, die ihre unterschiedlichen Ambitionen und Charaktereigenschaften deutlich herausarbeiten, ohne allerdings zu isoliert voneinander zu wirken. Über allem steht jedoch buchstäblich die Strahlkraft einer Belinda Lee.

In "Auf St. Pauli ist der Teufel los" schwingt viel Melancholie und Sehnsucht mit, was sich nicht nur auf das Heimatland der Protagonisten beziehen will, sondern vor allem auf die unerfüllten Wünsche der Hauptfiguren. Die schöne und voller Leben wirkende Belinda Lee steht sinnbildlich für derartige Eindrücke, wo hingegen die Männer-Riege vor allem für die mit Problemen behaftete Realität steht. Bei Mario wirkt es bis zum Auftauchen von Paula so, als sei er vollkommen verloren in einem Land, dessen Sprache, Regeln und Leute er nicht versteht. So glaubt man schließlich, Heimweh erkennen zu können und einen eigentlich von Grund auf guten Kerl, dem es zuwider ist, andere Leute betrügen zu müssen. Aber der alltägliche Kampf ums Überleben rückt Prinzipien und moralische Grundsätze ganz schnell in die zweite Reihe. Francesco Rosi fährt eine brillant ineinander übergreifende Doppelstrategie bezüglich der Handlungsstränge, und die Fülle von Zeit- und Lokalkolorit sorgt für hochwertige aber auch konträre Eindrücke, die schmeichlerisch schön und liebevoll verträumt, bis hin zu brutal deutlich und beklemmend eng wirken. Wer auf St. Pauli seine große Liebe finden will, kann dem Vernehmen nach lange suchen, allerdings sorgen die Hauptfiguren Belinda Lee und ihr Partner Renato Salvatori für gegensätzliche Fährten, die sich in der nebligen Hafenluft und den charakteristischen Hafengeräuschen treffen und verlaufen werden. Zu unsicher ist das Pflaster, auf dem man sich traumwandlerisch bewegt, zu echt ist die Umgebung, als dass sie etwas anderes widerspiegeln könnte als die blanke Realität, und zu surreal ist die Verbindung, als dass sie auf Dauer halten könnte. Paula und Mario belehren den skeptischen Zuschauer eines Besseren und man wartet förmlich auf das nahende Licht am Ende des Tunnels, das genauso gut ein entgegen kommender Zug sein könnte. "Auf St. Pauli ist der Teufel los" schildert eine von vielen tragischen Geschichten rund um Heim-und Fernweh, berichtet gestochen scharf über die Unverbindlichkeit des nebeneinander Herlebens, prangert leise die Mechanismen gesellschaftlicher Spaltungen an und beweist mit einfachen Mitteln, dass es sich um einen stilistisch und inszenatorisch hochwertigen Beitrag handelt, der leider etwas in Vergessenheit geraten ist.


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 Post subject: Re: AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS - Francesco Rosi
PostPosted: 16.04.2020 19:42 
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● BELINDA LEE als PAULA MEYER in
● AUF ST. PAULI IST DER TEUFEL LOS (I|F|1959)



»Sie ist wirklich seine Frau?« Hinterfragend schaut das Publikum auf Herrn Meyer, welches hinter vorgehaltener Hand womöglich ebenfalls auf diesen Gedanken gekommen ist, denn das Charisma und die Vitalität der begehrenswerten Paula Meyer wirkt wie ein unübersehbarer Gegensatz. Diese aufgeworfene Frage wird allerdings schnell mit einer Anmerkung quittiert, die wie eine der plausibelsten Erklärungen klingen will, die man sich einfallen lassen kann: »Ja, und er trägt Hörner.« Paula alias Belinda Lee wird sich im späteren Verlauf noch in ungeschönter Art und Weise selbst vorstellen, indem sie in einer verruchten Kiez-Kneipe auf ihre eigene Herkunft verweist, die einst ihr Zuhause gewesen sein soll. Auch scheint man sie zu kennen: »Ja, ich bin eine alte Nutte. Aber der einzige Unterschied zwischen mir und dieser Dame hier ist das Alter!« Die schöne Engländerin empfiehlt sich in dieser auf deutschem Boden spielenden italienisch-französischen Produktion für ihre kurz darauf folgenden Hauptrollen in der Bundesrepublik, und es ist mehr als ersichtlich, dass der teils angestaubt wirkende deutsche Film nur auf ein Wesen wie sie gewartet hat. Als Paula Meyer bahnt sie einen vermeintlichen Neben-Plot an, der allerdings eins wird mit dem Gesamtgeschehen, denn die schöne Gattin eines erfolgreichen Geschäftsmannes scheint ab sofort überall zu sein. Ihre Heirat ist wohl als reiner Pragmatismus zu deuten, denn schließlich konnte sie sich so aus dem Dreck ziehen, der in gewissen Momenten immer noch an ihr zu haften scheint. Wer glaubt, sie versuche es mit Vertuschung und Diskretion, ist auf einem völlig falschen Dampfer. Ihre teils wenig schmeichelhaften Offensiven sprechen eine andere Sprache, doch genau aus diesem Grund kommt es zu bedingungsloser Sympathie, da ihre Ehrlichkeit beeindruckend wirkt. Zunächst ist es vielleicht kaum zu verstehen, dass sie eine Liaison mit einem Habenichts wie Mario anfängt. Betrachtet man jedoch ihr Umfeld und malt sich jenes aus vergangenen Zeiten aus, fällt es einem wie Schuppen von den Augen, denn Mario Anziehungskraft setzt sich aus raren Attributen wie Aufrichtigkeit und moralischen Prinzipien zusammen.

Paula ist mehr als nur ein schönes Vorzeigemodell ihres Mannes, und sie verkauft sich nicht weiterhin unter wert, da sie bereits einen hohen Preis in der Alltagshölle namens Ehe bezahlen musste. Große Momente mit Belinda Lee entstehen in der Regel innerhalb einer ganz bestimmten Kopplung: Das Auge der Kamera kann ohnehin nicht von diesem so außergewöhnlich schönen Gesicht ablassen, die Regie in den meisten Fällen auch nicht, hinzu sollte eine zentrierte Dramaturgie kommen, die Lees exponiert in den Credits erscheinenden Namen ebenso prominent erscheinen lässt, wie ihre Aura. Diese Strahlkraft kommt in "Auf St. Pauli ist der Teufel los" in profan oder eher alltäglich wirkenden Momenten zu vollem Einsatz, wie etwa in einer lasterhaften Hafenkneipe, oder in einer heruntergekommenen Pension, in der sie sich mit Mario trifft. Im Alltag hat sie es sich angeeignet, eine Maske zu tragen, die so perfekt sitzt, dass ihr Mann ihr alle Fehltritte verzeihen dürfte. Paula ist eine Frau, die es zu halten gilt, sodass ihr Narrenfreiheit eingeräumt wird. Jedoch ist die Dame im edlen Nerz kein austauschbares Püppchen, sondern eine Frau mit Bedürfnissen und Prinzipien. Ihre Melancholie wird wie ein Geheimnis behütet, denn derartig labile Momente machen sie verletzlich und unsicher. Mit Mario kann sie die Eintönigkeit des Alltags vergessen, doch ein Versteckspiel bedeutet gleichzeitig die Limitierung der gemeinsamen Zeit, die nicht vollends für das entschädigt, was anschließend kommt. Belinda Lee kann in Francesco Rosis Kiez-Drama für die nachhaltigsten Eindrücke sorgen, was nicht gegen die originelle Geschichte sprechen soll, sondern für Lees besondere Art, ihre Rollen anzupacken und sie auszubuchstabieren. Hinzu kommt diese wortlose Dominanz, die in dieser Intensität sicherlich nicht alle Tage zu finden war und den doppelten Boden des Verlaufs tatkräftig unterstützt. So bleibt im Zusammenhang mit der Ausnahme-Erscheinung Belinda Lee zu betonen, dass sie hier nicht nur ein willkommenes Highlight bleibt, sondern wie üblich viel mehr darstellt, als der erste Blick offenbaren will.


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