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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: BORA BORA - Ugo Liberatore
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Frankreich, Italien 1968

Corrado Pani
Haydée Politoff
Doris Kunstmann
Giovanni Ivan Scatuglia
Rosine Copie
Antoine Coco Puputauki

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Der Amerikaner Robert (Pani) reist nach Tahiti, um eine alte Freundin zu suchen. Dort trifft er Susanne (Kunstmann), die schnell durchschaut, dass die Gesuchte tatsächlich Panis Frau Margot (Politoff) ist. Voller Liebeskummer und gekränktem Stolz versucht Pani seine Frau wieder für sich zu gewinnen, die jedoch inzwischen sehr glücklich mit dem Tahitianer Mani zusammen auf Bora Bora lebt. Trotzig weigert sich Pani das Feld zu räumen und kauft sich stattdessen ein kleines Boot und lässt sich auf einer kleinen Insel eine Hütte bauen, in der er mit der einheimischen Schönheit Tahina einziehen möchte. Seine Frau scheint sich allmählich wieder mehr für ihn zu interessieren. Schließlich verlässt ihn Tahina und seine Frau kehrt zu ihm zurück. Doch das will nun der neue Lover nicht einsehen. Margot bleibt jedoch hart, da Pani ihr nun bewiesen habe, "dass er nicht nur Ehemann sondern auch Liebhaber" sein könne. Pani besteht nun seinerseits darauf, dass Mani dieselbe Chance bekommen soll wie er. Er schickt also seine Frau und ihren Ex-Lover noch mal in die Koje und Margot soll sich anschließend final entscheiden...

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Schön anzusehen (auch wenn ich mir teilweise andere Schauspielerinnen gewünscht hätte) und sehr handlungs- und spannungsarm. Eine sonderbare Mischung aus Traumschiff und zahmer Softerotik, serviert mit einer satten Dosis 60s Lounge Atmo. Die Lebensart der Insulaner wird in ihrer Unkompliziertheit bei Themen wie Liebe, Besitz und Klassenunterschiede entsprechend der Entstehungszeit als eine Art Natur-Hippieszene dargestellt. Das ist wie gesagt alles ganz nett, auch wenn bis zu den letzten zehn Minuten fast nichts passiert.

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Die von mir gesehene englischsprachige Fassung war mit der eigens für diese Exportfassung geschriebenen Musik des Exotica-, Easy listening- und Loung-Gurus Les Baxter versehen. Die passte zwar sehr gut zur loungigen Atmo, war aber recht repetitiv und wurde teilweise dramaturgisch nicht sehr passend eingesetzt. Außerdem dudelte sie fast ohne Pause. Ich würde den Film sehr gerne noch mal mit Piccionis Original-Soundtrack sehen.

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Fazit: Muss man nicht gesehen haben, vor allem, wenn man sich Action verspricht. Wer aber Lounge-Atmo und Südsee-Feeling mag, kann gerne einen Blick riskieren.


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
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Auf den freue ich mich neben Escalation (von den bisher ungesehenen Filmen) am Meisten. Danke für die Einstimmung, lieber Chiellini. :)

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 Post subject: Re: AW: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 22.03.2015 22:25 
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Gerne, Herr Rizzo. ;-)


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 29.03.2015 15:47 
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Bora Bora
Bora Bora
Frankreich / Italien 1968
Regie: Ugo Liberatore
Corrado Pani, Doris Kunstmann, Haydée Politoff, Rosine Copie, Antoine Coco Puputauki


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Roberto (Corrado Pani) kommt nach Tahiti um seine Frau Marita (Haydée Politoff) zu suchen, die ihn vor einiger Zeit verlassen hat. Er findet sie sehr glücklich ihn den Armen des Insulaners Maní (Antoine Coco Puputauki). Aber Roberto ist ein Macho wie er im Buche steht und gibt nicht so schnell auf – er weiss zwar nicht so recht was er eigentlich auf Tahiti will, aber das mit ganzer Kraft …

Was möchte uns der Regisseur mit diesem Film sagen? Möchte er beweisen, dass bereits 12 Jahre vor CANNIBAL HOLOCAUST ekelhafter Tiersnuff gedreht wurde? War 1968 vielleicht noch nicht so ganz klar, dass italienische Männer gnadenlose Machos sind? Ist die Philosophie des „Nimm die Frau mit Gewalt, und sie wird Dir ewig dienen und glücklich sein“ wirklich die einzig richtige?

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Ich schwarze Frau, Du weisser Mann. Ich will Dich im Bett haben ...

Nach der gestrigen Sichtung des Film im Kino und anschliessenden Diskussionen weiß ich, dass ich nicht der einzige bin der mit diesen Fragen in die Nacht entlassen wurde. Beantwortet werden konnten sie allerdings nicht, gar zu seltsam ist dieser Film. Auf der einen Seite können wir zuschauen wie ein zynisches, rassistisches und bösartiges Oberarschloch nonstop Frauen beleidigt die ihm daraufhin rettungslos verfallen (mal etwas überspitzt ausgedrückt). Als nächstes sehen wir die Vervollkommnung der weißen Frau am Busen der Natur und in den Armen des schwarzen Mannes, zumindest bis wieder ein Weißer auftaucht. Und dann haben wir noch diese unglaublich schönen Technicolor-Bilder dieses einmaligen Südsee-Paradieses: Blauer Himmel, weißer Strand, durchsichtiges Meer, wunderschöne halbnackte Insulanerinnen, die sich dem weißen Mann bei jeder Gelegenheit anbieten … Nicht zu vergessen natürlich der Soundtrack von Piero Piccioni, der zwischen sehr drängender Perkussion mit Ukelele einerseits und süßlich-symphonischen Zuckerbäckerei anderseits einlullt und feinste Ferienstimmung verbreitet. Und mittendrin wird völlig ohne Zusammenhang mal eben eine Riesenschildkröte aufgeschnitten und ausgeweidet, nicht ganz so lang und schnittfrei wie bei Ruggero Deodato, aber immer noch ekelhaft genug. Was möchte uns der Regisseur damit sagen? Dass auch im Paradies die Bewohner was zu essen haben möchten außer Kokosnüssen und Fisch? Oder war das eine Allegorie auf die zunehmende Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Marita und Maní? Oder wie? Oder was?

Nein, einfach macht es uns Ugo Liberatore nicht. Er verzichtet auf vollkommen überbewertete Dinge wie Handlung oder gar einen Spannungsbogen, und zeigt stattdessen lieber minutenlang Corrado Pani wie er durch Papeete fährt, immer auf der Suche nach seiner Frau. Die kurze „Beziehung“ zu der (zumindest in der deutschen Version) Schwedin Doris Kunstmann, die im Wesentlich aus grenzenloser Geilheit ihrerseits und ihrer ununterbrochenen Erniedrigung seinerseits besteht, gipfelt dann darin, dass er sie schlägt, sie auf dem Bett zusammensinkt und dabei in sich hineinlächelt. Was möchte uns der Regisseur nun damit sagen? Dass ihn blonde Frauen ankotzen (wie es Corrado Pani in dieser Szene zum Ausdruck bringt)?

Das klingt jetzt alles so furchtbar negativ, und irgendwann während der Laufzeit sind mir auch wirklich mal die Füße eingeschlafen. Dass ich mir eine DVD-Veröffentlichung trotzdem kaufen würde hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Bilder wirklich traumhaft – Inselphantasien eines gestressten Mitteleuropäers werden hier zur filmischen Wirklichkeit und verleiten zum sehr ernsthaften träumen. Zum anderen ist das Schauspiel vor allem Corrado Panis absolut sehenswert. Wie er die langsame und allmähliche Wandlung vom überheblichen Arschloch zum halbwegs sozialen Mitmenschen meistert, das ist wirklich hervorragend. Seine Wandlung ist so unmerklich, so vorsichtig gespielt, dass sie von Grund auf realistisch ist. Kein plötzlicher Sinneswandel, sondern ein tröpfchenweises Einsickern der Südsee-Mentalität in die eigene verhärtete Psyche. Irgendwann, ganz langsam, beginnt Roberto nach polynesischer Zeit zu ticken. Ein wenig mehr Laissez-faire, etwas weniger italienischer Macho, aber wirklich nur in Nuancen! Die Frage, ob Roberto am Ende nur so getan hat als ob muss dann allerdings jeder für sich beantworten, ich persönlich behaupte mal dass die ganze Aktion mit seiner Insel kein fester Plan war sondern sich ergeben hat. Hat jemand andere Ideen?

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Was übrig bleibt ist, dass der Film gerade auf der großen Leinwand wirklich verzaubern kann, weil hier die Bilder am Intensivsten wirken und das Fehlen der Handlung überdeckt wird. Was noch übrig bleibt ist der Wunsch den Film noch mehrere Male sehen zu dürfen um die Feinheiten entdecken zu können, und den Film irgendwann vielleicht sogar zu verstehen. Was auf jeden Fall immer übrig bleiben wird ist die Frage, was uns der Regisseur sagen wollte … Mich jedenfalls hat er für 90 Minuten tatsächlich in eine andere Welt versetzt. Und ich freue mich in sehr hohem Maße, dass ich dieses Kleinod sehen durfte! Auch und gerade wegen dieser Vielschichtigkeit und Ambivalenz.

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 29.03.2015 23:50 
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Der Film hat mich auch schwelgen lassen - der Südsee wegen. Mir war über weite Strecken völlig schleierhaft, worum es in dem Film ging, es ist so wenig nacherzählenswerte Handlung vorgefallen. Aufgefallen ist lediglich dieses italienische Schmuddelschwein Roberto. Der Mann ist in seiner Widerwärtigkeit und seinem selbstgefälligen Sarkasmus völlig entgleist. Ich bin ein halbwegs friedfertiger Mensch, ich lasse mich nur sehr selten verprügeln, aber diesem Mann hätte ich am liebsten auch welche zwischen die Lichter gesetzt, nur weil er dieses wunderbare Südsee-Gefühl mit seinen Schandtaten versaute.
Dass dieser Film endete, wie er endete, macht ihn in meinen Augen zu einem wahrhaft nihilistischen Machwerk. Es lief darauf hinaus, dass das ein wahrscheinliches Ende ist, dass es aber tatsächlich eintritt, hat mich missmutig gestimmt.
Bora Bora kann man auch als einen gewaltlosen Home Invasion Film sehen. Da ist dieses unbedarfte Südseevolk, das in seiner Unbedarftheit lebt wie ein sexuell aufgeladenes Sigur Ros- Musikvideo und dann kommt dieses irre italienische Pimper-Duo und zersetzt die dortige Gemeinschaft mit ihren durchgeknallten Spielen.
Der Südsee-Mann der italienischen Frau, ich kenne seinen Namen nicht, ist ja wie aus Honig & Milch, bar jeden Jähzorns oder Eifersuchtsgefühlen. Er vertraut der Frau. Und es liegt auf der Hand. Er ist jung, er ist schön, es ist warm und er und die anderen tragen selten viel Kleidung. Sie fangen wohl schon mit 13 an ihr Sexualleben auszuführen. Das ist ein ganz anderes Leben als als Bottroper Nazikader, der erst Mal zuschlagen bevor er nachfragen. Das er dann doch noch zur Attacke gestimmt wird, spricht nicht für Roberto.
Die Prügelszene zwischen Roberto und dem Insulaner habe ich jedoch nicht so Recht nachvollziehen können. Roberto ist ja so eine ekelhafte Person, dass er sicher schon sehr oft verprügelt wurde. Folglich müsste er ja auch einige Erfahrung haben aber er hat sich einfach prügeln lassen und ich glaube, er hätte sich auch ohne jedes Widerwort töten lassen.

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 30.03.2015 07:47 
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ultrastruktur wrote:
Die Prügelszene zwischen Roberto und dem Insulaner habe ich jedoch nicht so Recht nachvollziehen können. Roberto ist ja so eine ekelhafte Person, dass er sicher schon sehr oft verprügelt wurde. Folglich müsste er ja auch einige Erfahrung haben aber er hat sich einfach prügeln lassen und ich glaube, er hätte sich auch ohne jedes Widerwort töten lassen.

Daraus schliesse ich auch, dass Roberto zu diesem Zeitpunkt nach polynesischer Zeit tickt. Dass er toleranter und lässiger geworden ist. Und nur daraus - wie schon erwähnt, war das ja vielleicht auch sein perfider Plan ...

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 31.03.2015 09:06 
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Was meinst du mit "und nur daraus"?
Ich finde, er hat sich vor allem optisch verändert. Trug er anfangs Hemd und schniegelte seine Haare von einer Seite auf die andere, war der spätere Stil doch ein ganz augenfälliger. Dieser ausladend weite Pullover, die ungemachten Haare, die in alle Richtungen streuten und dann, als Krönung, sogar eine Blume im Haar. Ich denke nicht, dass er sich während seines Hausbaus veränderte. Klar, wirkte er etwas zufriedener, doch die Sticheleien ließ er trotzdem nicht aus.
Und die Schildkröte: Der Italiener bekam dessen Panzer später als Einweihungsgeschenk für das Haus.

Bemerkenswert für mich waren die Nippel der Minderjährigen. Sie stachen hervor wie zu weit oben abgeschnittene Blumenstengel.

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 31.03.2015 19:27 
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Also eine Veränderung seines Charakters habe ich auch nicht mitbekommen. Denke da eher an eine Änderung seiner Taktik... :mrgreen: ;)
Jedenfalls ein sehr cooler Schauspieler!

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PostPosted: 31.03.2015 21:40 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Seine Wandlung ist so unmerklich, so vorsichtig gespielt, dass sie von Grund auf realistisch ist. Kein plötzlicher Sinneswandel, sondern ein tröpfchenweises Einsickern der Südsee-Mentalität in die eigene verhärtete Psyche. Irgendwann, ganz langsam, beginnt Roberto nach polynesischer Zeit zu ticken. Ein wenig mehr Laissez-faire, etwas weniger italienischer Macho, aber wirklich nur in Nuancen! Die Frage, ob Roberto am Ende nur so getan hat als ob muss dann allerdings jeder für sich beantworten, ich persönlich behaupte mal dass die ganze Aktion mit seiner Insel kein fester Plan war sondern sich ergeben hat. Hat jemand andere Ideen?


Wir hatten ja schon vor Ort eine ausgiebige Diskussion :D und bin auch weiterhin der festen Meinung, dass bei dem von Corrado Pani (grandios) gespielten Charakter kein wahrhaftiger Wandel stattgefunden hat und er am Ende der gleiche Unsympath wie zu Beginn des Films ist. Aufgrund seiner übersteigerten Selbstüberzeugung kommt Ober-Macho Roberto auf die Tatsache überhaupt nicht klar, dass seine ihn zu liebende Ehefrau Margot wohl möglich betrügt und fühlt sich dadurch unterbewusst natürlich in seiner Ehre gekränkt (was sich ein harter Macho-Man aber unter keinsten Umständen eingestehen kann).

Somit hängt er sich beharrlich und auf seine unnachahmliche Weise an seine Ehefrau und deren neuen Lover ran, da er ja weiterhin fest der Überzeugung ist, dass "sein" Frauchen ihn gar nicht verlassen kann. Die Laissez-faire Haltung und der angebliche Wandel sind m.E. weiterhin ganz klares Kalkül und vorgespielt, um "seinen" Besitz wieder für sich zu gewinnen bzw. im weiteren Verlauf die drohende mehrmonatige Abwesenheit "seiner" Frau zu verhindern.


Und gerade dass sein unehrenhafter Plan am Ende des Films für ihn aufging, irritierte mich letztendlich am Meisten. :shock:
War den ganzen Film über der festen Überzeugung, dass er für sein abwertendes Verhalten auch noch das entsprechende Paket verabreicht bekommt, aber das Gegenteil war dann der Fall.....
Somit kann ich das Fazit des Films nur folgendermaßen interpretieren: Ehefrau Margot hat rein gar nichts gelernt und begeht (nachdem sie sich wieder genug einlullen ließ) in ihrer unbewussten Abhängigkeit nach dem Mistkerl den gleichen Fehler ein zweites Mal und die Geschichte beginnt wieder von vorne.
Eigentlich beschwor diese auch aufgrund ihrer Ambivalenz und inneren Unentschlossenheit die finale Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten herauf, da sie mit beiden gleichzeitig sympathisierte. Aber ihr frisch erkorener Lover hat das explosive Spiel letztendlich auch ohne mit der Wimper zu zucken mitgespielt und für den Konkurrenten sogar noch in nächster Nachbarschaft ein Domizil ... Was für ein unkonsequenter Haufen an rückgratlosen Menschen :?



Bleibt nur noch zu sagen: Viel Spaß bei dem Leben ihrer Wahl :glueck: ;)



Schmutziger_Maulwurf wrote:
ultrastruktur wrote:
Die Prügelszene zwischen Roberto und dem Insulaner habe ich jedoch nicht so Recht nachvollziehen können. Roberto ist ja so eine ekelhafte Person, dass er sicher schon sehr oft verprügelt wurde. Folglich müsste er ja auch einige Erfahrung haben aber er hat sich einfach prügeln lassen und ich glaube, er hätte sich auch ohne jedes Widerwort töten lassen.

Daraus schliesse ich auch, dass Roberto zu diesem Zeitpunkt nach polynesischer Zeit tickt. Dass er toleranter und lässiger geworden ist. Und nur daraus - wie schon erwähnt, war das ja vielleicht auch sein perfider Plan ...


Um es mal in einem etwas rüderen Wortlaut auf den Punkt zu bringen: m.E. ist Robert ein zynisches und mit Komplexen behaftetes Macho Schwein, der aber -wenn es drauf ankommt- auf einen Schlag sein großes Mundwerk verliert und seinen Schwanz einzieht. Bei der Kampfszene kam dann das wahre Gesicht eines eigentlich sehr armen Würstchens zum Vorschein ;)


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 31.03.2015 22:03 
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Sag ich doch, ein ausgesprochen ambivalenter Film :D Sag mal, wo hast Du die tollen Bilder her. Da bekomme ich glatt Lust den sofort nochmal zu schauen *schwelg*

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
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Im Kino abfotografiert :mrgreen: Warst Du vom ständigen Blitzlichtgewitter während der Vorführung etwa nicht geblendet? ;)


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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Sag ich doch, ein ausgesprochen ambivalenter Film :D Sag mal, wo hast Du die tollen Bilder her. Da bekomme ich glatt Lust den sofort nochmal zu schauen *schwelg*

ephedrino hat doch oben auch schon Screenshots einer englischsprachigen Quelle gepostet. ;)

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Warum ist diese kleine Perle hierzulande noch nicht auf DVD/BD veröffentlicht worden? Woran hängt es? Kann doch nicht sein ...

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
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Blap wrote:
Warum ist diese kleine Perle hierzulande noch nicht auf DVD/BD veröffentlicht worden? Woran hängt es? Kann doch nicht sein ...


Die FSK würde Amok laufen... :P ...die arme Schildkröte... :x

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Die ersten 2/3 des Filmes haben mir auch ausgesprochen gut gefallen und mich optisch/darstellerisch/musikalisch sehr überzeugt.
Gegen Ende verliert er meiner Meinung nach ein wenig an Fahrt, was den Gesamteindruck - welcher sich aber erst ein paar Tage später offenbart - nicht schmälert.

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 01.04.2015 12:41 
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Was gibt es denn über die Dame zu berichten, die Blap mal so treffend mit dem schönen Begriff Naturereignis charakterisiert hat? Also Doris Kunstmann? :D


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 01.04.2015 15:46 
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Obwohl heute der 1.April ist,ist dies kein Aprilscherz.

Aber der Film wurde wie der Escalation im selben Jahr von RTL gezeigt. :lol:

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 01.04.2015 21:10 
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Prisma wrote:
Was gibt es denn über die Dame zu berichten, die Blap mal so treffend mit dem schönen Begriff Naturereignis charakterisiert hat? Also Doris Kunstmann? :D


Mit dieser obligatorischen Fragestellung hatte ich natürlich schon im Vorfeld gerechnet und daher vorsorglich gerade bei den Szenen mit Frau Kunstmann dem Blitzlichtgewitter im Kinosaal freien Lauf gewährt... :D


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Frau Kunstmann spielt ein richtiges blondes Gift, die sich einfach das nimmt, was sie möchte. Aber leider beißt sie bei dem guten Corrado Pani auf Granit, da dieser sie mehrmals eiskalt abblitzen lässt und das gefällt der guten Doris so gar nicht. Eigentlich wirkt sie durch ihr überhebliches und selbstsicheres Auftreten wie das weibliche Pendant zu Herrn Pani... (und auch hier scheint am Schluss alles nur heiße -Südsee-Luft zu sein)

Kenne leider nur sehr wenige Filme unter der Mitwirkung von Doris Kunstmann (Das Geschlecht der Engel und 7 Tote in den Augen der Katze), aber in Bora Bora kommt sie m.E. schon etwas abgemagert daher :?

Außerdem wirkt sie aufrund ihres sehr prägnanten Blondschopfs in dieser traumhaften und exotischen Südsee-Kulisse irgendwie selbst wie eine Exotin....

Übrigens wird gemunkelt, dass bei der engl. Sprachfassung der unnötige Turtle Break fehlt... ;)



giallosammler wrote:
Obwohl heute der 1.April ist,ist dies kein Aprilscherz.

Aber der Film wurde wie der Escalation im selben Jahr von RTL gezeigt. :lol:


:shock: Das wird ja immer unheimlicher... eine Zeitmaschine mit eingebauten VHS Rekorder wäre jetzt nicht schlecht...

Außerdem wäre es noch interessant zu wissen, ob RTL das unnötige Schildkröten-Martyrium in der ausgestrahlten Fassung belassen hatte :unknown: Bei diesem Sender könnte ich mir das traurigerweise schon recht gut vorstellen :|


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 01.04.2015 21:55 
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Richie Pistilli wrote:
Prisma wrote:
Mit dieser obligatorischen Fragestellung hatte ich natürlich schon im Vorfeld gerechnet

Na, als ob damit zu rechnen gewesen wäre. :lol:

Dann danke ich dir erneut für die schöne Vorstellung und die aussagekräftigen Bilder! Doris Kunstmann sehe ich sehr gerne und nach all dem was ich hier zum Film gelesen habe, scheint sie auch recht gut zum Gesamtbild zu passen. So unheimlich viel kenne ich auch nicht mit ihr, das heißt, es ist schon einiges, kommt mir aber natürlich viel zu wenig vor. Sie hat ja viel TV gemacht und von diesen Auftritten her kenne ich sie auch hauptsächlich. Erstmalig bewusst wahrgenommen hatte ich sie vor sehr langer Zeit in "Nesthäkchen". :lol:

In ihren früheren Filmauftritten war sie offenbar hauptsächlich blond unterwegs, was mir etwas gewöhnungsbedürftig vorkam. So hatte ich sie zunächst beispielsweise in "Heißes Pflaster Köln" nicht auf Anhieb erkannt. Gut gefallen hat sie mir in den Simmel-Verfilmungen "Und Jimmy ging zum Regenbogen" und "Alle Menschen werden Brüder". Eine tolle, sehr markante Schauspielerin!


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 02.04.2015 19:32 
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Prisma wrote:
Erstmalig bewusst wahrgenommen hatte ich sie vor sehr langer Zeit in "Nesthäkchen". :lol:


:shock: Du gräbst hier mal wieder Serien aus, die aus meinem Gedächtnis eigentlich schon längst gelöscht waren.... :D

Aber es stimmt... ;) und bin darüberhinaus auch über die Mitwirkung von Susanne Uhlen überrascht (kann mich hier an fast rein gar nichts mehr erinnern)



Aber noch einmal kurz zurück zum eigentlichen Film...

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Laut des Filmdiensts hatte die TV Ausstrahlung eine Laufzeit von 94 min. (die der ungeschnittenen KF 35 mm mit 98 min entsprechen könnte), wogegen die englische Sprachfassung letztendlich nur eine Spielzeit von 90 min aufweist... also scheinen neben dem Turtle-Break auch noch weitere (kurze) Szenen zu fehlen. :unknown:
Diese Fassung wurde in den USA durch AIP/MGM vertrieben....


Übrigens gibt es mittlerweile von Herrn Nöding auch zu diesem ambivalenten Urlaubsfilmchen einen kleine Rezension


filmdienst.de wrote:
Eigenwilliger Italiener sucht seine auf Tahiti mit einem Eingeborenen zusammenlebende Frau zur Rückkehr zu bewegen. Eine mit dünnen Handlungsfäden geknüpfte Voyeurstory zwischen Pornographie und rassistischer Ideologie.


Evangelischer Filmbeobachter wrote:
Spekulativer Film, dessen geistlose Aneinanderreihung von eindeutigen Sexszenen nicht über die Dünnblütigkeit der Handlung hinwegtäuschen kann. Das einzige Positive: die herrliche Landschaftskulisse der polynesischen Inselwelt.



Und einen Foto-Roman scheint es auch noch zu geben:

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 02.04.2015 19:38 
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Last edited by Mater Videorum on 03.12.2015 18:49, edited 1 time in total.

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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 02.04.2015 23:24 
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Schätze mal, dass die Zielgruppe dieser Foto-Storys eher auf den romantischen Kitsch steht und mit Chauvinist Corrado erheblich überfordert gewesen wäre. ;)


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 Post subject: Re: BORA BORA - Ugo Liberatore
PostPosted: 13.04.2015 17:48 
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Auf Tahiti gab es einen Weltrekord im Ukulele spielen: 4.750 Menschen kamen zusammen um das Lied Bora Bora zu spielen und damit ins Guiness Buch zu kommen:
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