Dirty Pictures

Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 05.02.2020 07:52 
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TRAXX wrote:
effetess wrote:
Ich glaube schon, dass jeder in seiner Sprache gequasselt hat, denn später bei Bavas LISA E IL DIAVOLO wurde den Schauspielern auch gesagt: "Quatscht einfach irgendwas, es wird sowieso synchronisiert."

Ganz ehrlich: Diese Vorgehensweise wird zwar immer wieder von diversen Filmleuten kolportiert, aber ich halte das für völligen Nonsens, denn auch wenn alles nachträglich synchronisiert wird, so muss das Ganze dann ja auch, zumindest halbwegs, irgendwie passen und ein "Quatscht einfach irgendwas" ist dabei alles andere als ergebnisoptimierend.

Auf der anderen Seite erzählen alle amerikanischen Schauspieler, die in den 60ern in Italien gearbeitet haben, immer wieder das Gleiche: Nämlich wie erstaunt sie waren, dass die Italiener nicht mit Originalton arbeiten. Und wie schwierig es war ernst und düster zu spielen, während 2 Meter weiter einer Witze erzählt -WÄHREND DER AUFNAHME. Diese Aussagen kenne ich auf jeden Fall mal von John Ireland, Jack Betts und Clint Eastwood. Das würde im Umkehrschluss aber auch heissen, dass bis ganz spät in die 60er hinein nachvertont wurde, es also relativ wurscht war was die Schauspieler von sich geben.

Ist aber gleich, Richie Pistilli hat meine Erinnerung wieder geweckt:
Richie Pistilli wrote:
Schmutziger_Maulwurf wrote:
In welcher Fassung lief der vor ein paar Jahren beim Terza? Englisch? Oder italienisch?

Englisch mit eingeätzten deutschen und französischen Untertiteln :)
Ein unvergessliches Erlebnis!

Stimmt, und der englische Dub war wirklich erstklassig. Also dann doch eher die Shout!-VÖ. Die hat wenigstens einen Termin ...

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Die Umschreibung Neuentdeckung [...] ist natürlich nur eine äußerst persönliche Färbung, denn es handelt sich um ein Spektakel innerhalb der ganz eigenen Filmwelt. Die Suche nach Input, nach Neuem, und die Offenherzigkeit gegenüber Genres und Filmen jeder Art, führen mich immer wieder zu solchen Etappen, und auch wenn sich dieser Kreis niemals schließen wird, er erfährt mitunter durchaus erfreuliche Erweiterungen. (Prisma)


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 05.02.2020 07:55 
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Ich habe den Film vor vielen Jahren in Englisch kennengelernt, bzw. durch die US DVD.
Die deutsche DVD besitze ich auch und deren englische Version entspricht dem Ton der US DVD.

Die englische Version ist spitze, weil jeder der Hauptdarsteller in seiner eigenen Sprache spricht und der Humor wesentlich besser rüberkommt als in der deutschen Synchro. Wenn man den Film in English kennengelernt hat, ist die deutsche Synchro erstmal eine herbe Enttäuschung.
Wenn ich mich recht erinnere sind lediglich ein paar Nebenfiguren mit anderen Sprechern synchronisiert aber ansonsten sprechen alle mit ihren eigenen Stimmen. Englisch ist definitiv die Originalfassung.

Alleine schon Marisa Mells Stimme bringt noch einen zusätzlichen Touch Erotik rein, mit ihrem deutschen Akzent, während sie in der deutschen, zwar von einer guten Sprecherin gesprochen wird, aber diese halt völligst austauschbar wie in jedem zweiten 60er Film klingt.
Der Film hat speziell in der englischen Originalfassung einen viel cooleren Humor.



Der Film war für den internationalen Markt meines Wissens von einem US Studio produziert und da konnte man nicht mit einem normalen Italo English Dub auf den Markt gehen und das hört man der sehr guten englischen Version auch an.


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 05.02.2020 17:48 
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Ryan wrote:
Alleine schon Marisa Mells Stimme bringt noch einen zusätzlichen Touch Erotik rein, mit ihrem deutschen Akzent . . .


Oh ja, die Stimme der Moitzi geht direkt ins "Mojo". :give_rose:


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 05.02.2020 19:05 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Auf der anderen Seite erzählen alle amerikanischen Schauspieler, die in den 60ern in Italien gearbeitet haben, immer wieder das Gleiche: Nämlich wie erstaunt sie waren, dass die Italiener nicht mit Originalton arbeiten. Und wie schwierig es war ernst und düster zu spielen, während 2 Meter weiter einer Witze erzählt -WÄHREND DER AUFNAHME. Diese Aussagen kenne ich auf jeden Fall mal von John Ireland, Jack Betts und Clint Eastwood. Das würde im Umkehrschluss aber auch heissen, dass bis ganz spät in die 60er hinein nachvertont wurde,

Bis hierhin alles tutti paletti. Das ist mir bekannt und das bezweifel ich auch im Geringsten.

Nur mit diesem Aspekt hier habe ich meine Problene...
Schmutziger_Maulwurf wrote:
es also relativ wurscht war was die Schauspieler von sich geben.

...das kann einfach nicht funktionieren!
Denn der Dub muss ja sitzen und das tut er sicher nicht, wenn alle Schauspieler beliebiges Zeug quatschen - allein schon von der Dauer muss es passen.
Ich kann z.B. nicht einen Satz wie: "Ich werde jetzt ganz langsam und ruhig den Raum hier verlassen" auf den Satz "Ich bin mal weg" legen - unabhängig in welcher Sprache gesprochen wird und auch den Aspekt der Lippensynchronität mal ganz außen vor gelassen.

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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 06.02.2020 02:35 
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TRAXX wrote:
(...)auch wenn alles nachträglich synchronisiert wird, so muss das Ganze dann ja auch, zumindest halbwegs, irgendwie passen und ein "Quatscht einfach irgendwas" ist dabei alles andere als ergebnisoptimierend.

Auch bei der Arbeitsweise haben die ja nicht nur irgendwas dahergeredet, sondern ganz einfach - im Rhythmus des Textes - gezählt.
Das dürfte dir aber eigentlich auch nicht neu sein.


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 06.02.2020 07:49 
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TRAXX wrote:
Nur mit diesem Aspekt hier habe ich meine Problene...
Schmutziger_Maulwurf wrote:
es also relativ wurscht war was die Schauspieler von sich geben.

...das kann einfach nicht funktionieren!
Denn der Dub muss ja sitzen und das tut er sicher nicht, wenn alle Schauspieler beliebiges Zeug quatschen - allein schon von der Dauer muss es passen.
Ich kann z.B. nicht einen Satz wie: "Ich werde jetzt ganz langsam und ruhig den Raum hier verlassen" auf den Satz "Ich bin mal weg" legen - unabhängig in welcher Sprache gesprochen wird und auch den Aspekt der Lippensynchronität mal ganz außen vor gelassen.

Ja, nee, klar - das geht freilich nicht. Aber ob der Schauspieler nun "Hau ab" sagt, "Fuck off" oder "Vattene", das ist lippentechnisch relativ egal. Und die Synchro kann damit auf jeden Fall arbeiten. Das ist was ich meine. Klar können sich die Schauspieler nicht über die Bettgeschichten der letzte Nacht austauschen, während der Text sowas wie die Bedingungen einer Geldübergabe vorsieht. Aber ich denke mir das so, dass ein John Ireland das Drehbuch auf englisch bekommen hat, und seinen Text, denn er ja schauspielerisch "veredeln" muss, auf englisch gesprochen hat, während sein italienisches Gegenüber italienisch geantwortet hat. Jeder weiss worauf er zu achten hat, jeder kennt den Inhalt seiner Rolle und kann das Optimum rausholen, auch ohne dass man sich gegenseitig versteht.

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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 06.02.2020 18:43 
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Schmutziger_Maulwurf wrote:
Ja, nee, klar - das geht freilich nicht. Aber ob der Schauspieler nun "Hau ab" sagt, "Fuck off" oder "Vattene", das ist lippentechnisch relativ egal. Und die Synchro kann damit auf jeden Fall arbeiten. Das ist was ich meine. Klar können sich die Schauspieler nicht über die Bettgeschichten der letzte Nacht austauschen, während der Text sowas wie die Bedingungen einer Geldübergabe vorsieht. Aber ich denke mir das so, dass ein John Ireland das Drehbuch auf englisch bekommen hat, und seinen Text, denn er ja schauspielerisch "veredeln" muss, auf englisch gesprochen hat, während sein italienisches Gegenüber italienisch geantwortet hat. Jeder weiss worauf er zu achten hat, jeder kennt den Inhalt seiner Rolle und kann das Optimum rausholen, auch ohne dass man sich gegenseitig versteht.

Ja, diese Vorgehensweise ist ja unbestritten. Wie soll auch ein Schauspieler einen Text in einer Sprache, in der er überhaupt nicht bewandert ist, aufsagen können?
Zwischen einem Text in einer anderen Sprache aufsagen und einem "quatscht irgendwas" liegt aber ein immenser Unterschied.

Bei italienischen Filmen mit internationalen Stars war es oftmals so, dass auch die Italiener englisch gesprochen haben, wenn auch gebrochen und mit starkem Akzent, aber das war wiederum egal, da sowohl für die italienische als auch für die englische Fassung drübergedubbed wurde, was den Vorteil hatte, dass zumindest eine Fassung vollständig lippensynchron war.
Natürlich gab es, wie du oben beschreibst, Mischformen, keine Frage. Ist aber alles immer noch meilenweit von "quatscht irgendwas" entfernt.

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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 06.02.2020 18:54 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Auch bei der Arbeitsweise haben die ja nicht nur irgendwas dahergeredet, sondern ganz einfach - im Rhythmus des Textes - gezählt.
Das dürfte dir aber eigentlich auch nicht neu sein.

Ist mir nicht neu, aber genau solche Kolportagen halte ich für ausgemachten Schwachsinn, der höchstens, wenn überhaupt, bei der Produktion von Pornofilmen hier und da mal stattgefunden hat, aber sicherlich nicht bei einer internationalen Großproduktion wie DIABOLIK!

Adolfo Celi und Michel Piccoli zählen im Rhythmus der Textes... ja nee, is kloar! Wer's glaubt... :roll:

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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 06.02.2020 20:42 
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Solche Darsteller haben bestimmt nicht im Rhytmus des Textes gezählt. Das waren bei anderen Euro Produktionen höchstens Kleindarsteller.
Da bricht man wieder ein paar Aussagen auf jeden Film runter. Filme wie CAT O NINE TAILS oder DIABOLIK sind definitiv in Englich als die Originalversion zu betrachten, auch wenn der ein oder andere italienische Nebendarsteller gedubbt wurde.


Bei FOOTPRINTS ärgere ich mich heute noch, dass Koch die italienische Synchro deutsch untertitelt hat, obwohl jeder Darsteller, inklusive Florinda Bolkan in Englisch selbst spricht.


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 07.02.2020 01:26 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Auch bei der Arbeitsweise haben die ja nicht nur irgendwas dahergeredet, sondern ganz einfach - im Rhythmus des Textes - gezählt.
Das dürfte dir aber eigentlich auch nicht neu sein.

Ist mir nicht neu, aber genau solche Kolportagen halte ich für ausgemachten Schwachsinn, der höchstens, wenn überhaupt, bei der Produktion von Pornofilmen hier und da mal stattgefunden hat, aber sicherlich nicht bei einer internationalen Großproduktion wie DIABOLIK!

Na, wenn du dich da mal nicht täuscht...
Sogar Fellini hat oftmals so gearbeitet, dafür gibt's Belege und das waren keinesfalls kleine Produktionen...


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 Post subject: Re: GEFAHR: DIABOLIK - Mario Bava
PostPosted: 07.02.2020 22:51 
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Sbirro Di Ferro wrote:
Na, wenn du dich da mal nicht täuscht...
Sogar Fellini hat oftmals so gearbeitet, dafür gibt's Belege und das waren keinesfalls kleine Produktionen...

Das konnte der dann ja auch wunderbar unter seinem neorealistischem Ansatz verbuchen. ;)

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