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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: DIE MILCHSTRASSE - Luis Buñuel
PostPosted: 03.01.2018 00:13 
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Produktionsland/Jahr: Frankreich, Italien 1969
Darsteller: Laurent Terzieff, Paul Frankeur, Delphine Seyrig, Michel Piccoli, Daniel Pilon, Denis Manuel, Édith Scob, Bernard Verley, Georges Marchal, Pierre Clémenti, Claudio Brook
Drehbuch: Luis Buñuel & Jean-Claude Carrière
Produziert von: Serge Silberman
Musik: Luis Buñuel

Auf ihrer Reise nach Santiago de Compostela treffen die Pilger Pierre und Jean auf einen mysteriösen Fremden mit Umhang, den sie um ein Almosen bitten. Dieser prophezeit den beiden Gläubigen, dass sie mit einer Hure zwei Kinder mit den Namen „Keine Gnade mehr“ und „Ihr seid nicht mein Volk“ zeugen werden. Etwas irritiert setzen Pierre und Jean ihre Reise fort und treffen, losgelöst von Zeit und Raum, auf historische Personen und christliche Dogmen, die sie manchmal in ihrem katholischen Glauben bestärken, aber auch Zweifel aufwerfen.
(Ofdb)

"Gott sei Dank bin ich Atheist."

So sagte Buñuel einst und ließ seit jeher immer wieder religionskritische Elemente in seine Filme einfließen.
DIE MILCHSTRASSE stellt nun den Höhepunkt und die offensichtlichste filmische Religionskritik seinerseits dar.
Auf der Reise der beiden Clochards führt er, manchmal auf humorvolle, manchmal auf bizarre Art und Weise, reihenweise Dogmen des Christentums ad absurdum.
So gesehen ist es auch schon ein kleiner Vorgeschmack, ein Vorbote, auf kommende Absurditäten und auf die Art wie er diese präsentiert, in den noch kommenden Filmen in den 70ern.
Eben auf das Bissige, zuweilen Groteske, das die noch folgenden Filme auszeichnet.
Zwar noch in gemäßigterer Form und noch nicht im Übermaß, aber an gewissen Szenen lässt sich erahnen, was noch kommen wird.
Ich denke hier bspw. an die Traumszene von Jean, in der ein Papst von (anscheinend) einer Gruppe von Rebellen erschossen wird.
Derart irrwitzige Szenarien finden sich über den gesamten Film verstreut immer wieder, der Surrealismus des Luis Buñuel kommt wieder voll zum Tragen.
Insofern ein Buñuel, wie man ihn kennt und liebt, dem eigentlich nur eines fehlt, das auch viele vorherige Filme auszeichnet.
Das Zelebrierende, der sichtliche Genuss an dem was er und wie er tut.
Zudem wird streckenweise Latein gesprochen, was bei der Thematik nicht wirklich überraschend ist, aber das macht es nicht weniger anstregend.
Aber Spaß hat diese Abrechnung Buñuels mit religiösem Fanatismus und überhaupt dem Glauben immer noch gemacht.
Am Ende: Glaube = Irrglaube?!
8/10

Trailer:
www.youtube.com Video from : www.youtube.com


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