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Die Eurocult-Liebhaber-Lounge
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 Post subject: FEI LONG ZHAN - Meng Hua Ho
PostPosted: 30.12.2018 18:02 
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FEI LONG ZHAN
Englischsprachiger Titel: THE DRAGON MISSILE
Hongkong 1976

Regie: Meng Hua Ho
Darsteller:
Lo Lieh,
Anthony Lau,
Nancy Yen,
Ku Feng

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Wie in Meng Hua Hos THE FLYING GUILLOTINE (1974), so ist ebenso in seinem etwas später entstanden THE DRAGON MISSILE die Herausforderung für alle Beteiligte, ihren Kopf über die gesamte Spielzeit des Films zu behalten. Denn auch hier wird als Waffe ein Wurfgeschoß eingesetzt – für mich sieht es nach zwei Bumerangs mit Drachenkopffigurierung aus –, welches die Köpfe der Gegner vom Hals abtrennt. Der Film spielt, wie so oft bei den Shaw-Brother-Produktionen, in einer historischen Periode. Doch zur Geschichte: Ein arglistiger Herr wird hinterlistig vergiftet und nur eine seltene Pflanze, die ein Einsiedler aufbewahrt, kann ihn retten – doch nur: wenn die Medizin innerhalb von sieben Tagen verabreicht wird. So bricht der treue Bedienstete Szema Chun, gespielt von Lo Lieh, umgehend zum Einsiedler auf, um die seltene Pflanze zu holen. Begleitet wird er von einer dubiosen Gruppe, die ihm die kostbare Medizin jedoch wieder abnehmen will, um selbst die Belohnung vom erkrankten Herrscher einzufordern. Am fernen Ziel angekommen, kommt es zum Konflikt, da der alte Mann die Pflanze dem ungnädigen Herrscher nicht geben möchte. Der Einsiedler muss also getötet werden, was wiederum einen Racheplot auslöst, der sich gegen Liehs Figur richtet. Für Liehs Charakter geht es somit darum, die Medizin innerhalb der kurzen Zeit seinem Herrn zu übergeben. Als Verteidigung dienen ihm die mitgeführten „Drachengeschoße“, die er bestens beherrscht und während des Films zahlreich einsetzt…

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Auch wenn THE DRAGON MISSILE im eigentlichen Sinne ein typischer „martial-arts“-Film seiner Zeit ist (recht simple Rachestory, die in mannigfachen Kampf-Sequenzen ausgehandelt wird), so muss man doch sagen, dass der eigentliche Hauptdarsteller in diesem „wuxia“ die wundersamen Wurfgeschoße sind, die zu herrlich überzogenen Enthauptungseffekten führen. Es stehen somit nicht die unterschiedlichen Kampftechniken im Vordergrund, das Akrobatische der Darsteller und damit die diversen Kampfphilosophien, sondern eine "exotische" Waffe, die in dem dargebotenen Setting aus der Vergangenheit fast schon futuristisch anmutet. Darüber hinaus gibt es denn außerdem noch andere überraschende Gimmicks, die dem Spektakelanspruch des Films dienlich sind. Beispielsweise verfügt eine weibliche Figur über Killer-Fingernägel, die unter ihren echten im Kampf hervorschießen; wobei dann die finale Gegenmaßnahme gegen die todbringenden Wurfgeschoße einen weiteren schönen Einfall des Drehbuchs darstellt. Bei dem actionbezogenen Ganzen kann indes aber der Hauptcharakter verwundern. So wird der Plot zwar aus seiner Perspektive erzählt, allerdings ist man weit davon entfernt, die Hauptfigur als einen „Helden“ zu bezeichnen. Denn indem er quasi kritiklos den Willen seines skrupellosen Herrn erfüllt, „tritt“ er zugleich auf die Seite des „Bösewichts“ – deutlich wird dies unter anderem schon darin, dass der Diener gänzlich unhinterfragt den Arzt tötet, nur weil es sein Herr angeordnet hat. Mit anderen Worten: Die Tötungen durch die „Drachengeschoße“ werden im Film nicht moralisch legitimiert, sondern folgen einer Verkettung, die ihren Ausgangspunkt beim unmoralischen Herrn hat – sprich: anders als in den meisten anderen Eastern rächt die Hauptfigur hier nicht ein Verbrechen, beziehungsweise setzt sich fürs Gemeinwohl ein. Darstellt wird stattdessen ein blinder Gehorsam, der dann auch völlig Unschuldige trifft (zum Beispiel die Mutter des ehemaligen Freundes). Die daran anschließenden (moralisch gerechten) Rachestränge agieren nur aus der zweiten Reihe und richten sich sodann gegen die eigentliche Hauptfigur. Über diese Figurenskizzierung des „Helden“ war ich doch recht erstaunt, weil ich sie als eher untypisch für dieses Genre ansehe, da es dort zumeist schematische Typisierungen gibt, bei denen der „Gute“ und der „Böse“ sich klar in ihrem Handeln unterscheiden. Diese (für mich doch recht ungewöhnliche) Figurenzeichnung der Hauptfigur macht den Film umso variantenreicher und trägt ungemein zur guten Unterhaltung dieses stilsicheren Actionfilms bei…


Trailer:
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 Post subject: Re: FEI LONG ZHAN - Meng Hua Ho
PostPosted: 01.01.2019 00:08 
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Unterhaltsamer Film, ja.
Weitere Anspieltipps von Ho Meng-Hua meinerseits wären "The Vengeful Beauty" und "The Mighty Peking Man" ("Der Koloss von Konga"). Seine Horrorfilme "Black Magic" und "Black Magic 2" waren ok.


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 Post subject: Re: FEI LONG ZHAN - Meng Hua Ho
PostPosted: 01.01.2019 14:17 
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Pa_Nik wrote:
Weitere Anspieltipps von Ho Meng-Hua meinerseits wären "The Vengeful Beauty" und "The Mighty Peking Man" ("Der Koloss von Konga"). Seine Horrorfilme "Black Magic" und "Black Magic 2" waren ok.


Danke für Deine Tipps - solltest Du sie haben: ist die "88-Films"-Blu Ray von "The Vengeful Beauty" zu empfehlen?...

und: wie ist das jetzt mit dem Namen? ist es: Meng Hua Ho oder Ho Meng Hua? - bin da gänzlich unkundig, habe beide Anordnungen gesehen und die vom BD-Cover dann gewählt...


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 Post subject: Re: FEI LONG ZHAN - Meng Hua Ho
PostPosted: 01.01.2019 18:19 
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Ich habe die 88-Films-BD nicht, scheint aber soweit gut zu sein. Schau mal hier: *** The link is only visible for members, go to login. ***

Bezüglich der Namensschreibweise habe ich mich einfach an der mir geläufigsten orientiert. Man findet beides, teilweise bei der selben Veröffentlichung. So bei z.B. Coverartwork und Rückentext der 88-Films-Ausgabe: *** The link is only visible for members, go to login. ***


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 Post subject: Re: FEI LONG ZHAN - Meng Hua Ho
PostPosted: 01.01.2019 19:56 
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Pa_Nik wrote:
Man findet beides, teilweise bei der selben Veröffentlichung.


Ja, das hatte mich auch etwas verwundert - dann scheinen beide Schreibfassungen wohl möglich...


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